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Re: Apotheke
von Astra am 16.01.2018 00:10Es passierte einfach alles irgendwie wie von selbst. Ich musste mich nicht einmal wirklich anstrengen. Andrew war mir schon in den ersten Momenten verfallen, was mich sonst wohl gelangweilt hätte. Ich mochte Herausforderungen. Aber jetzt tat diese körperliche Zuneigung einfach nur gut. Sein Körper fühlte sich gut an und strahlte Wärme aus, genau wie sein Lächeln und seine Augen es taten. Aber es wäre wohl nicht klug das in der Öffentlichkeit fortzusetzen. Ich wusste nichts von seiner Familie oder welches Ansehen er genoss. Oder wohl eher nicht genoss. Auch wenn ich davon jetzt nichts wissen wollte und es mir egal war, erging es anderen ja nicht so, die uns vielleicht miteinander sahen. Außerdem war ich ja bereits verheiratet, was auch nicht unbedingt gerne gesehen wurde, auch wenn ich mich an der geschworenen Treue nie lange aufgehalten hatte.
Nicht lange, dann waren wir bei ihm. Das Letzte was ich wollte war ihn mit zu mir zu nehmen, auch wenn ich auf meine Umgebung kaum Acht gab.
Ich küsste Andrew mittlerweile so begierig und sehnsüchtig, als wären seine Küsse meine Luft zum atmen. Ich hielt mich bei ihm fest als ob ich eine Ertrinkende wäre und es würde mich nicht wundern, wenn er morgen nicht den ein oder anderen Bluterguss aufzuweisen hätte. Aber jetzt für den Moment fühlte ich mich um Einiges besser. Wobei es nicht einmal der Akt an sich war, so wie sonst. Sondern eher was danach kam. Ich war nie bei meinen Affären oder Liebhabern über Nacht geblieben. Ich hatte meine Prinzipien. Selbst bei meinem Ehemann war ich Nachts aus dem Bett gestiegen und hatte mein eigenes Zimmer aufgesucht.
Aber nun entschied ich mich anders. Ich konnte ewig nicht einschlafen. Ich war viel zu konzentriert auf Andrews Atmung. Ich lag nicht besonders dicht neben ihm, aber dennoch spürte ich seine Wärme ganz deutlich. Es war wirklich faszinierend. Ich mochte das tatsächlich. Meine Füße, die sonst oft froren, waren gewärmt und mich plagten keine schrecklichen Gedanken von Kontrolle. Es beruhigte mich einfach, dass jemand neben mir war.
- T H R E A D F R E I -


Re: Apotheke
von Astra am 25.12.2017 01:33Irgendwie gefiel mir Andrews Art. Er wirkte sehr aufrichtig, auch was seine Gedanken anging. So einer war mir ewig nicht mehr begegnet und das war doch mal recht erfrischend. Die meisten Männer auf die ich stieß und bei denen ich mehr als wenige Sekunden verweilte, waren irgendwie genau das Gegenteil. Recht einfältig und irgendwie grob. Rufus war da anders gewesen. Nun, zu 100 Prozent konnte ich nicht sicher sein, denn er beherrschte Okklumentik leider viel zu gut. Aber seine Taten zeigten mir, dass er es wirklich ernst gemeint hatte. Der Gedanke daran versetzte mir einen kurzen Stich. Ich konnte immer noch nicht verstehen warum er einfach weg war. Das war so gar nicht typisch...
Meine Gedanken drifteten ab und ein wenig abwesend blickte ich Andrew an. Erst als er begann eine Art Satz zu formulieren, blinzelte ich und hob das Kinn an. "Shh..." machte ich leise und legte meinen Zeigefinger an die Lippen.
"Ich will kein einziges Wort von dir hören." flüsterte ich und lehnte meinen Körper vorsichtig gegen den seinen. Zur demonstration meiner Worte, legte ich meine Fingerspitze nun an seine Lippen und strich sanft darüber. Ich konnte nicht leugnen, dass mir seine Gedanken schmeichelten und dass ich es irgendwie süß fand, dass er kaum einen Satz zustandebrachte. Dass er in ganzen Sätzen reden konnte, hatte er mir ja bereits bewiesen. Es musste also an mir liegen. Er wäre eine Art Mann, den ich gleich wieder stehen lassen würde. Zumindest sagte mir das meine bisherige Männerwahl. Ich kannte seinen Blutstatus nicht und wusste nichts von seiner Familie. Ich sollte das hier nicht tun, das war nicht das was man mir beigebracht hatte. Doch auf die Vernunft wollte ich gerade nicht hören. Ich wollte jetzt ein wenig Ablenkung und vielleicht sogar Spaß haben. Also tat ich das, was ich immer tat wenn es mir nicht gut ging. Ich suchte die Nähe zu irgendjemand x-beliebigen. Ich überbrückte die letzten Zentimeter und küsste Andrew, direkt hier zwischen den Regalen der Apotheke, vor eventuellen Blicken abgeschirmt.


Re: Apotheke
von Astra am 17.12.2017 01:36(Hatte vorhin schon geantwortet...ich hasse es wenn das Wlan dann genau abbricht wenn man absendet... ._.)
"Es wäre wirklich nicht nötig gewesen..." sagte ich hochmütig, aber ziemlich besänftigt durch die ständigen Gedanken in seinem Kopf, wie schön ich war. Wer hörte das nicht gerne? Naja, obwohl ich es ja nicht direkt hörte. Aber trotzdem.
Ich ordnete meine Utensilien wieder auf meinem Arm, in den Gedanken schon wieder ganz woanders. Zumindest bis sich mein Gegenüber erhob und mich jetzt um einige Zentimetere überragte. Ich verzog leicht die Lippen. Einerseits fand ich es attraktiver, die zierliche, kleinere neben einem Mann zu sein. Andererseits... Ich mochte dieses Machtgefühl über anderen zu stehen.
Widerwillig sah ich also zu ihm hoch und das erste mal so richtig in sein Gesicht. Seine Wangen waren immer noch leicht gerötet, was ihm gut stand. Dies war eine rein objektive Feststellung.
"Das mit dem Schubsen stimmt jedenfalls nicht..." murmelte ich und meine Lippen kräuselten sich zu einem kleinen Lächeln. Für einen Moment kam mir Rufus wieder in den Sinn, der sich gerade woanders sicher prächtig amüsierte.
Wie durch Zufall, berührten meine Fingerkuppen die Hand meines Gegenübers. "Also...Andrew..." ich blickte ihm direkt in die Augen. Seinen Namen hatte ich irgendwo in seinem Geist erfasst. "Sag mir doch mal ins Gesicht wie schön du mich findest." schlug ich leise lächelnd vor und trat ein wenig näher. Was auch immer ich da tat. Es fühlte sich endlich mal wieder nicht wie ein Fluch an am Leben zu sein oder wie eine Last die ich mit mir herumtrug.


Re: Apotheke
von Astra am 15.12.2017 03:10Ich hatte meine Hände in den Tiefen meiner Manteltaschen vergraben. Meine zierlichen Finger spielten mit dem Ehering darin, der sich wie immer eiskalt anfühlte. Naja. Das war nicht ganz immer der Fall gewesen. Ein einziges Mal hatte er sich nicht wie ein Fremdkörper angefühlt. Es war in der letzten Nacht gewesen, die Rufus und ich zusammen verbracht hatten. Dabei war nicht einmal etwas sexuelles passiert. Wir hatten erst geredet und dann hatte er mich einfach nur im Arm gehalten. Ich hatte diese Ehe das erste Mal akzeptiert und sogar gewollt. Und seit dem nächsten Morgen hatte ich nichts mehr von ihm gesehen oder gehört. Ich hatte mich durch Quellen erkundigt, aber er schien wie vom Erdboden verschwunden. Mittlerweile hatte ich jede Möglichkeit akzeptiert. Aber viel sinnvoller erschien mir, dass er mich verlassen hatte. Es passte nicht in das Bild welches ich von ihm hatte, doch ich wusste dass ich kein guter Mensch war. Natürlich würde er bei einer besseren gehen.
Ich war anders als sonst sehr oft zu hause gewesen. Ich hatte das Haus kaum verlassen. Doch jetzt gab es einen Anlass nach draußen zu gehen. Mein Amortentia neigte sich dem Ende und ich brauchte dringend Nachschub. Vor allem jetzt. Meinen Ring ließ ich in der Tasche.
Ein Gefühl der Geborgenheit empfing mich als ich den Leuten betrat. Ich atmete tief durch. Ich liebte diesen Geruch von Kräutern über alles.
Eine Zeit lang schlich ich mich durch ein paar Gänge. Ich entspannte mich mit jeder einzelnen Minute. Und dann, wurde ich umgerissen. Meine Zutaten fielen mir aus der Hand und ich hielt mich gerade so an einem Regal fest. Empört öffnete ich den Mund und starrte auf den Mann am Boden. Ich wollte gerade etwas ärgerliches erwidern, da erhaschte ich einen Gedankenschnipsel von ihm. Atemberaubend schön. Nun.... Ich reckte stolz mein Kinn und lächelte einen Moment. Natürlich. Ganz vergessen. Ich war wunderschön. Ich wille jedoch nicht warten bis er alles stümperhaft aufgesammelt hatte. Mit einem Schwenker meines Zauberstabes, flog mir alles wieder direkt in die Arme. "So geht's doch viel besser, nicht?" Fragte ich hochmütig und lächelte kurz auf ihn herab.


Re: Drei Besen
von Astra am 31.10.2017 18:21Mein Verstand riet mir dringend zur Besinnung und zur Vernunft. Ich solle schnell von hier verschwinden. Vielleicht zum Haus meiner Familie. Ich sollte mir vor Augen führen was mein ganzes Dasein ausmachte. Die Ehre meiner Familie lastete auf meinen Schultern, das war schon immer so. Warum genau ich glaubte, die Ehre meiner Familie zu beschmutzen, wenn ich mich einfach mal fallen ließ, wusste ich nicht. Es fühlte sich wie ein Risiko an. Gleichzeitig war es so einfach gewesen, mich in Rufus Armen zu schmiegen. Immer noch versteckte ich mein Gesicht vor ihm und damit meine ganzen Emotionen, die nun die Kontrolle übernommen hatten.
Obwohl ich erstmals nicht auf seine Bitte reagierte, hörte ich sie klar und deutlich. Ich wollte ihm liebend gern diesen Gefallen erweisen, doch ich wusste nicht in Worte zu fassen was ich gerade empfand. Ich verspürte eine große Furcht. Es war beängstigend, aber auf eine aufregende Art und Weise.
Langsam hob ich den Kopf und sah Rufus ins Gesicht. Ich blickte ihm in die Augen und berührte zaghaft mit den Fingerspitzen sein Kinn. Sein Blick war fesselnd und für einen Moment wusste ich nicht mehr, warum mein Inneres so aufgewühlt war.
"Rufus...Ich werd dich nur unglücklich machen..." sagte ich leise aber mit einer mir sehr untypischen Ernsthaftigkeit. Ich war mir so sicher. Ich konnte das garantieren. Ich war viel zu slebstsüchtig. Ich würde ihm nie das geben können, was er wollte...


Re: Drei Besen
von Astra am 18.10.2017 21:27Rufus offensichtliche Überraschung, brachte mich beinahe zum Lächeln. Es war nie oft vorgekommen, dass ich ihn überraschte. Ich war ziemlich berechnend. Ich tat ja auch nichts anderes als herumzustolzieren und alles um mich herum zu vergiften. So war ich halt. Das war das, was ich tat.
Nun ja, bisher war das jedenfalls so. Doch durch meine Berührung schien Rufus gerade eher aufzublühen. Er schwieg eine Weile auf meine Worte hin, was mich nervöser machte als es eigentlich es sollte. Ich bemerkte nicht einmal, dass ich die Luft anhielt. Ich wollte unbedingt eine Antwort darauf haben, auch wenn sie von Rufus kam. Es war nicht so, dass ich ihm nicht vetraute. Ich hatte ihm ja nicht einmal die Chance gegeben ihm zu trauen. Eigentlich hatte ich die nie wirklich jemandem gegeben. Bis auf vielleicht Arina.
Ich merkte, wie meine Wangen leicht anfingen zu brennen und ich war mir sicher, dass ich gerade errötete. Der Grund war mir schleierhaft. Mein Körper tat dies sonst nie.
Langsam schüttelte ich meinen Kopf. "Ich kann gerade nicht einmal einen klaren Gedanken fassen...Ich bin so...verwirrt..." meine Stirn runzelte sich vorsichtig. Nun ein wenig ungläubig sah ich auf unsere verschlungenen Hände. Es wollte nicht so ganz in meinen Kopf was hier gerade geschah. Auf einmal fühlte ich mich nur unendlich erschöpft und ausgelaugt.


Re: Drei Besen
von Astra am 04.10.2017 18:02Mein Blick war auf meinen Schoß geheftet, während ich auf eine Antwort wartete. Ich wusste nicht einmal ob ich eine bekommen würde. Meine Erwiderung war ja auch ziemlich lächerlich und wahnwitzig gewesen. Als ob es so wäre. Ich hatte ihn behandelt, wie ich jeden behandelte und ich wusste irgendwo, dass er das nicht verdiente. Aber so war es eben mit mir. Es vermittelte mir irgendwie das Gefühl von Schutz. Es war wie eine kleine Mauer aus Eis. Hauchdünn, aber sehr effektiv für eine gewisse Zeit. Nur bekam diese Schicht mittlerweile feine Risse... Genau wie meine Fassade. Obwohl Fassade vielleicht das falsche Wort war. Irgendwie war es ja ich oder eben ein Teil von mir und ich fühlte mich so stark damit.
Meine Gedanken verflogen sofort, als ich Rufus nächste Worte hörte. Mein Blick huschte nach oben. Ich suchte in seinem Gesicht nach Anzeichen von Spott oder Belustigung, doch ich konnte nichts der gleichen finden. Er war so aufrichtig, wie er es immer war.
Für einen kaum merkbaren Moment zitterte meine Unterlippe, doch ich biss schnell die Lippen aufeinander. Mein Herzschlag beschleunigte sich, nur kurz, doch zu lange um es leugnen zu können. Ich blickte auf Rufus Hand, die er jetzt auf den Tisch gelegt hatte. Eine Sekunde lang verlor ich mich in den Anblick. Ich nahm die feinen Unebenheiten wahr und erinnerte mich seltsam klar, wie es sich anfühlte, wie er mich berührte. Er hatte wirklich starke und schöne Hände. Das war mir schon öfter aufgefallen und dennoch wurde es mir jetzt erst irgendwie bewusst.
Langsam löste ich meine ineinander verschlungenen Finger und legte vorsichtig meine Hand in Seine. Dies war vielleicht die bisher intimste Berührung. So fühlte es sich zumindest für mich an.
Es verstrichen weitere, etliche Sekunden, bis ich meine Stimme wieder fand. "Ich weiß nicht...ob ich in der Lage bin überhaupt so etwas zu empfinden..." brach es dann stockend aus mir heraus. Es war nicht viel mehr als ein flüstern, doch es hallte in meinem Innern irgendwie wider und jagte mir unheimliche Angst ein. Ich fühlte mich oft so leer und dumpf in mir drin, dass ich das tatsächlich bezweifelte. Bisher hatte mir das nur nichts ausgemacht.
Ich überbrückte die letzten Centimeter die mich und Rufus trennten und schmiegte meinen Kopf an seine Halsbeuge. Ich fühlte mich verloren und zerbrechlich und er war einfach da und gab mir halt. Ich hatte nie etwas in Frage gestellt, immer so gehandelt wie es von mir erwartet wurde. Ich wusste nicht wann genau ich zu diesem gefühlskalten Roboter geworden war, der ich jetzt offensichtlich war.


Re: Drei Besen
von Astra am 03.10.2017 22:43Ich sagte nichts mehr auf seine Erwiderung. Ausgeglichen. Das klang so vernünftig und erwachsen. Zwei Dinge, mit denen man mich wohl nicht in Verbindung bringen konnte. Ich wusste, ich war kompliziert. Und stur und egoistisch auch noch. Von Zeit zu Zeit ein wenig selbstverliebt. Ich wurde mal von jemandem als pures Gift bezeichnet, für die Gesellschaft. Da ich Gifte schon immer sehr schätzte, machte es mir nichts aus.
Wenn man es objektiv betrachtete, passte Rufus perfekt zu mir als Ehemann. Wir ergänzten uns in mehreren Dingen und ich bin mir sicher, wenn ich es zulassen würde, konnte er mich beruhigen wenn ich aufgebracht war. Doch ich ließ so etwas nicht zu.
Etwas enttäuscht merkte ich, wie er mit Leichtigkeit meine Fähigkeit abwehrte. Ich sah nichts. Ich schluckte und biss die Lippen zusammen. Sein Blick glitt über mich, als ich meinen Mantel ablegte. Bei der Art, wie er mich ansah, fühlte ich mich automatisch ein wenig wärmer.
Ich wollte gerade die Hand heben um dem Kellner zu verstehen zu geben, dass wir bestellen wollten, als Rufus begann zu sprechen. Ich ließ meine Hand auf dem halben Weg sinken und schloss meine Lippen. Seine Ehrlichkeit überwältigte mich für einen Moment und machte mich sprachlos. Ich meine, ich wusste, dass er es gerne anders hätte. Aber er hatte es nie direkt gesagt. Um ehrlich zu sein überforderte mich das.
Ich legte meine Hände wieder in den Schoß. Was wollte er jetzt von mir hören? Er wusste, ich wollte mich nie binden. Er wusste, dass ich dieses Leben nie gewollt hatte. Aber er steckte genau so drin wie ich.
Ich blickte auf meine Hände und schwieg erstmal. "Sagst du mir als nächstes, dass du unsterblich in mich verliebt bist?" ich hob die Augenbrauen und sah ihn prüfend an. Eigentlich wollte ich Spott in meinen Ausdruck legen, doch der wollte sich nicht so ganz zeigen. Von der Liebe wusste ich nicht viel. Alle Welt erzählte immer davon. Meine Eltern sagten es mache schwach. Wenn man Liebte, war man ja bekanntlich bereit alles und jeden nur für diese Person aufzugeben. Ich solle tun was für mich das beste war. Naja und für sie. Selbst das mit Tamaya und Bellatrix ging nicht tiefer. Wir waren 'beste Freundinnen', doch eigentlich lebte jede für sich. Für den Spaß im Leben reichte es. Wenn es ernster wurde, dachte eben jede an sich.
Ich wollte nichts von der Liebe wissen.
Eiskalt und wunderschön. Das war ich.
Und dennoch schien es mir gerade die Welt zu bedeuten, dass Rufus mir sagte, ich würde ihm etwas bedeuten. Auch wenn ich es wohl nicht glauben könnte, falls er es sagte.


Re: Honigtopf
von Astra am 03.10.2017 15:50Auch als ich wegsah, merkte ich immer noch, dass sein Blick auf mir ruhte. Ich schloss die Augen, als mir schon wieder mein Spiegelbild begegnete. "Sicher hast du das nicht." erwiderte ich leise und ein wenig verärgert darüber. "Du hast ja nie mit etwas ein Problem. Immer bist du so ruhig und gelassen." ich presste meine Lippen aufeinander und warf Rufus einen kurzen Blick zu. Mir war nicht wirklich bewusst gewesen, dass mich das nervte. Aber das tat es. Ich war damit groß geworden, dass man eben laut wurde wenn man ein Problem hatte und nie lange fackelte. Jeder dachte immer zuerst an sich selbst. Nur so konnte man in dieser Welt doch glücklich werden.
Wortlos ging ich zum Pub herüber und verschwand durch die Tür. Ich wusste nicht ganz, wie ich es finden sollte, dass Rufus mich tatsächlich begleitete. Ich ließ mich an einen Tisch nieder, der ein wenig von allem abgeschieden war und legte meinen Mantel ab. Darunter trug ich ein Smaragdgrünes Samtkleid, welches sich perfekt an meinen Körper schmiegte. Heute morgen fand ich es noch wunderschön. Mittlerweile fühlte es sich so an, als würde es mir keinen Platz zum Atmen lassen.
Ich ließ Rufus nicht aus den Augen, als er sich zu mir setzte. Ich wusste nicht so recht was ich sagen sollte. Ich war nie schlecht in normaler Konversation gewesen. Mit Fremden hatte ich mich nie schwer getan. Aber das hier war komplett anders. Auch wenn ich ihn von Zeit zu Zeit mied wie die Pest, war er mir beinahe so vertraut wie meine besten Freundinnen.
Meine Hände lagen auf meinem Schoß. Unruhig drehte ich den wunderschönen Ring an meinem Finger, der mir dennoch so verhasst war.
"Was tust du hier?" fragte ich dann unvermittelt und blickte ihm direkt in die Augen. Auch wenn er es nicht aussprach konnte ich es ja in seinen Gedanken sehen, wenn er daran dachte. Zumindest wenn er langsam genug war um es zu verbergen. Meine Legilimentik war nie perfekt gewesen, zumindest nicht so, wie mein Vater sie gerne gehabt hätte und es kam mir vor als würde die Fähigkeit langsam schwinden. In den letzten Wochen war meine Unsicherheit mehr und mehr gewachsen. Naja, nicht als ob das jemand mitbekommen würde. Ich war zu gut darin so etwas zu verstecken.


Re: Honigtopf
von Astra am 03.10.2017 00:30Mein Blick hob sich und ich sah mir selbst in die Augen. Mein linkes Auge zuckte kurz. Es war reine Gewohnheit, dass ich mir selbst zuzwinkerte. Einerseits, gefiel mir wirklich was ich sah. Ich war stolz darauf wie ich aussah. Es war alles was ich hatte. Aber heute war es ganz anders. Ich ertappte mich dabei, wie ich einfach ins Leere starrte, solange bis ich eine Stimme neben mir hörte.
Ich wandte mich um. Erschrocken, als wäre ich gerade aus einem Traum erwacht, sah ich Rufus an. "Rufus..." sagte ich leise und zerstreut. Ich blinzelte und versuchte mich zu fassen. Ich streckte meinen Rücken durch und hob das Kinn ein wenig an. Kampfhaltung. Naja eigentlich stand ich immer so da.
Ich presste meine Lippen aufeinander. Ich fühlte mich irgendwie ertappt, wie ich so vor dem Süßigkeitenladen stand und wie eine Irre hineinstarrte.
Ich wandte mich von ihm ab. Sein Lächeln war mir einfach zu viel. Ich verstand nicht, wie er mich nach all den Jahren imer noch anlächeln konnte, als sei unsere Ehe so verdammt glücklich. Mein Magen zog sich jedes Mal zusammen. Ich hasste dieses Gefühl.
Ich räusperte mich und setzte ein kühles Lächeln auf. Ich war das eigentlich gewohnt, doch irgendwie schien es heute leicht zu verrutschen. "Sehnsucht nach den alten Zeiten, wo dein Gesicht noch komplett Faltenfrei war?" ich versuchte so viel Verachtung wie möglich in meine Worte zu legen. Doch mich packte gerade eine wahnsinnige Sentimentalität. In der Schulzeit war noch alles möglich gewesen. Das Leben war komplett ungeplant. Und jetzt schien ich irgendwie festzustecken. Zumindest fühlte es sich so an. Außerdem wurde mir unangenehm klar, dass Rufus mit dem Ater besser aussah. Was an sich shcon einfach eine Frechheit war. Während ich bei meinem Körper schon mehr und mehr Makel entdeckte, schien er erst zu erblühen oder so...
Oh Merlin, ich brauchte dringend etwas zu trinken. Ich nickte in Richtung Drei Besen. Dann ging ich wortlos zu dem Pub hinüber. Sollte er mitkommen oder nicht. Es war seine Entscheidung. Ich traf nur noch schlechte Entscheidungen.



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