Drei Besen
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Rufus
Gelöschter Benutzer
Re: Drei Besen
von Rufus am 03.10.2017 16:36Astra und ich waren grundverschieden. Ich war eher der ruhige Part in unserer Ehe. Mir war bewusst, dass das der Umgang mit mir nicht immer der einfachste war. Ich stritt mich nicht gerne, ich bevorzugte eher den ruhigen Weg während Astra gerne ihre Stimme gegen mich erhob. Es machte mir nichts aus. Ich kannte solche Situationen zu genüge.
Ganz selten wurde ich laut, und dann brauchte ich eine Weile, um wieder diese Ruhe in mir zu finden, die ich so gut beherrschte. "Es ist sehr angenehm, wenn man ausgeglichen ist.", meinte ich nur schulterzuckend. Es war der einfachte Weg, ich bekam vie mehr von meinen Mitmenschen mit wenn ich in aller Ruhe anderen zuhören konnte.
Den Weg über schwieg ich, immer noch hatte ich die Hände in den Hosentaschen gesteckt. Mir wurde etwas unwohl bei den Gedanken, dass ich gleich mit ihr an einen Tisch sitzen würde. Unwohl war nicht der passende Ausdruck, ich wurde etwas nervös. Es war lange her, dass wir miteiander geredet hatten. Und allmählich wurde es doch Zeit, die Karten auf den Tisch zu legen.
Ich setzte mich zu Astra an den Tisch, zog meinen Mantel aus und legte ihn über die Stuhllehne. Erst jetzt sah ich das grüne Kleid. Ich musterte sie einmal und konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. Es stand ihr wirklich gut.
Ich wusste nicht so recht, ob ich ihr ein Kompliment machen sollte oder nicht. Wahrscheinlich würde sie es abwinken oder übergehen. Im schlimmsten Falle würde sie wieder nur einen Spruch von sich geben. Wie so oft.
Ich hielt den Augenkontakt, mir war durchaus bewusst, dass sie Legilimentik beherrschte. Wie gut, wusste ich nicht. aber meine Okklumentik war gut genug, um sie vor mir abzuschirmen. Im Grunde genommen hatte ich es nur wegen ihr gelernt. Auch wenn ich wollte, dass sie unserer Ehe eine chance gab, so war mir nicht wohl bei den Gedanken, dass sie in meinen Kopf schauen konnte.
Ihre Frage überraschte mich keinesfalls. Ich hatte damit sogar schon vorhin gerechnet. "Ich versuche meinen Kopf frei zu bekommen. Es ist nicht einfach für mich, dass du mir aus den Weg gehst.", antwortete ich ihr. Ich überlegte kurz, ob ich ihr mehr erzählen sollte. So oder so, es wäre besser. Auch wenn ich nicht einordnen konnte, wie sie da gleich reagieren würde. "Dein Verhalten mir gegenüber ist ziemlich verleztend.", gestand ich leise. Es war nur für sie bestimmt, niemand anderes sollte es hören. In diesem Moment war ich froh, dass wir in einer abgeschiedenen Ecke saßen.
Re: Drei Besen
von Astra am 03.10.2017 22:43Ich sagte nichts mehr auf seine Erwiderung. Ausgeglichen. Das klang so vernünftig und erwachsen. Zwei Dinge, mit denen man mich wohl nicht in Verbindung bringen konnte. Ich wusste, ich war kompliziert. Und stur und egoistisch auch noch. Von Zeit zu Zeit ein wenig selbstverliebt. Ich wurde mal von jemandem als pures Gift bezeichnet, für die Gesellschaft. Da ich Gifte schon immer sehr schätzte, machte es mir nichts aus.
Wenn man es objektiv betrachtete, passte Rufus perfekt zu mir als Ehemann. Wir ergänzten uns in mehreren Dingen und ich bin mir sicher, wenn ich es zulassen würde, konnte er mich beruhigen wenn ich aufgebracht war. Doch ich ließ so etwas nicht zu.
Etwas enttäuscht merkte ich, wie er mit Leichtigkeit meine Fähigkeit abwehrte. Ich sah nichts. Ich schluckte und biss die Lippen zusammen. Sein Blick glitt über mich, als ich meinen Mantel ablegte. Bei der Art, wie er mich ansah, fühlte ich mich automatisch ein wenig wärmer.
Ich wollte gerade die Hand heben um dem Kellner zu verstehen zu geben, dass wir bestellen wollten, als Rufus begann zu sprechen. Ich ließ meine Hand auf dem halben Weg sinken und schloss meine Lippen. Seine Ehrlichkeit überwältigte mich für einen Moment und machte mich sprachlos. Ich meine, ich wusste, dass er es gerne anders hätte. Aber er hatte es nie direkt gesagt. Um ehrlich zu sein überforderte mich das.
Ich legte meine Hände wieder in den Schoß. Was wollte er jetzt von mir hören? Er wusste, ich wollte mich nie binden. Er wusste, dass ich dieses Leben nie gewollt hatte. Aber er steckte genau so drin wie ich.
Ich blickte auf meine Hände und schwieg erstmal. "Sagst du mir als nächstes, dass du unsterblich in mich verliebt bist?" ich hob die Augenbrauen und sah ihn prüfend an. Eigentlich wollte ich Spott in meinen Ausdruck legen, doch der wollte sich nicht so ganz zeigen. Von der Liebe wusste ich nicht viel. Alle Welt erzählte immer davon. Meine Eltern sagten es mache schwach. Wenn man Liebte, war man ja bekanntlich bereit alles und jeden nur für diese Person aufzugeben. Ich solle tun was für mich das beste war. Naja und für sie. Selbst das mit Tamaya und Bellatrix ging nicht tiefer. Wir waren 'beste Freundinnen', doch eigentlich lebte jede für sich. Für den Spaß im Leben reichte es. Wenn es ernster wurde, dachte eben jede an sich.
Ich wollte nichts von der Liebe wissen.
Eiskalt und wunderschön. Das war ich.
Und dennoch schien es mir gerade die Welt zu bedeuten, dass Rufus mir sagte, ich würde ihm etwas bedeuten. Auch wenn ich es wohl nicht glauben könnte, falls er es sagte.


Rufus
Gelöschter Benutzer
Re: Drei Besen
von Rufus am 03.10.2017 23:31Oft wirkte meine Frau auf mich, als wenn sie sich dagegen wehrte, älter zu werden. Erwachsen zu werden. Oft hatte ich das Gefühl, dass unsere Beziehung zueinander sie einengte und dass sie dewegen den Abstand suchte. Doch so genau konnte ich das ganze nicht erklären. Im Grunde genommen hatte ich das Gefühl, dass ich sie kaum kannte. Trotz all der Jahre, in der wir nun miteinander verheiratet waren. Es war ein Zusammenleben und ab und zu hatte es gewisse Vorzüge.
Aber das wollte ich nicht. Ich wollte so viel mehr. Nur hatte ich das Gefühl, dass das ganze ziemlich aussichtslos war.
Ich schien Astra an ihrem Vorhaben, etwas zu bestellen, abzuhalten. Ich war mir sicher, dass ich sie mit meiner Aussage überrascht hatte. Ich war selber über mich überrascht. Aber nach all den Jahren wurde es Zeit, dass ich ihr sagte, was ich gerne wollte. Wie ich mir unsere Zukunft vorstellte, ich wollte eine gemeinsame Zukunft.
Mir war bewusst, dass Astra nicht viel von unserer Ehe hielt, dass sie kein Interesse daran hatte sich an jemanden zu binden. Sie wollte frei sein, ihr Leben in vollen Zügen genießen. Ich konnte es ihr nicht verübeln, ich wollte es auch genießen. Nur hatten wir unterscheidliche Vorstellungen von einem glücklichen Leben. Meine Hoffnungen ruhten aber darauf, dass wir einen gemeinsamen Weg finden würden. Ich wollte sie für mich gewinnen.
Unsere Eltern hatten uns miteinander verheiratet. Es war so typisch für reinblütige Familien, dass die Kinder unter den Familien miteinander verheiratet wurden. Sowohl Astra als auch ich hatten da kein Wort mitzureden.
Ich hatte gehofft, dass ich doch noch mein Glück finden würde. Am Anfang war ich nicht von einer arrangierten Hochzeit begeistert gewesen. Aber mit Astra schien nichts erzwungen zu sein. Ich für meinen Teil wollte niemand anderes als Astra als meine Frau haben.
Ihre Frage ließ mich kurz stutzen. Ich war nicht begriffsstutzig. Viel mehr lag es daran, dass keinerlei gewohnter Spott auf ihrem Gesicht, in ihrer Stimme zu finden war. Ich legte meinen Kopf leicht schief und überlegte kurz. "Ich weiß nicht, ob es unsterblich verliebt sein ist.", sagte ich vorsichtig. Ich hoffte, dass ich die richtigen Worte finden würde. Dass ich ihr das sagen konnte, was in mir vor ging. "Aber ja, ich liebe dich.", fügte ich hinzu. Ich legte eine Hand auf den Tisch, hielt die Handfläche für sie offen, war bereit, ihre Hand mit meiner zu umschließen. Ich hatte ihr gerade meine Gefühle für sie offenbart. Meine Eltern hielten nicht viel von Liebe. In den Reinblutfamilien war es kein großes Thema, es wurde oft gekonnt übergangen. Aber ich für meinen Teil hatte entschieden, dass es der beste Weg wäre, mit jemanden sein Leben zu teilen, wenn man die Person liebte. Ich wollte nur mit einer Person zusammen leben, die ich lieben konnte.
Re: Drei Besen
von Astra am 04.10.2017 18:02Mein Blick war auf meinen Schoß geheftet, während ich auf eine Antwort wartete. Ich wusste nicht einmal ob ich eine bekommen würde. Meine Erwiderung war ja auch ziemlich lächerlich und wahnwitzig gewesen. Als ob es so wäre. Ich hatte ihn behandelt, wie ich jeden behandelte und ich wusste irgendwo, dass er das nicht verdiente. Aber so war es eben mit mir. Es vermittelte mir irgendwie das Gefühl von Schutz. Es war wie eine kleine Mauer aus Eis. Hauchdünn, aber sehr effektiv für eine gewisse Zeit. Nur bekam diese Schicht mittlerweile feine Risse... Genau wie meine Fassade. Obwohl Fassade vielleicht das falsche Wort war. Irgendwie war es ja ich oder eben ein Teil von mir und ich fühlte mich so stark damit.
Meine Gedanken verflogen sofort, als ich Rufus nächste Worte hörte. Mein Blick huschte nach oben. Ich suchte in seinem Gesicht nach Anzeichen von Spott oder Belustigung, doch ich konnte nichts der gleichen finden. Er war so aufrichtig, wie er es immer war.
Für einen kaum merkbaren Moment zitterte meine Unterlippe, doch ich biss schnell die Lippen aufeinander. Mein Herzschlag beschleunigte sich, nur kurz, doch zu lange um es leugnen zu können. Ich blickte auf Rufus Hand, die er jetzt auf den Tisch gelegt hatte. Eine Sekunde lang verlor ich mich in den Anblick. Ich nahm die feinen Unebenheiten wahr und erinnerte mich seltsam klar, wie es sich anfühlte, wie er mich berührte. Er hatte wirklich starke und schöne Hände. Das war mir schon öfter aufgefallen und dennoch wurde es mir jetzt erst irgendwie bewusst.
Langsam löste ich meine ineinander verschlungenen Finger und legte vorsichtig meine Hand in Seine. Dies war vielleicht die bisher intimste Berührung. So fühlte es sich zumindest für mich an.
Es verstrichen weitere, etliche Sekunden, bis ich meine Stimme wieder fand. "Ich weiß nicht...ob ich in der Lage bin überhaupt so etwas zu empfinden..." brach es dann stockend aus mir heraus. Es war nicht viel mehr als ein flüstern, doch es hallte in meinem Innern irgendwie wider und jagte mir unheimliche Angst ein. Ich fühlte mich oft so leer und dumpf in mir drin, dass ich das tatsächlich bezweifelte. Bisher hatte mir das nur nichts ausgemacht.
Ich überbrückte die letzten Centimeter die mich und Rufus trennten und schmiegte meinen Kopf an seine Halsbeuge. Ich fühlte mich verloren und zerbrechlich und er war einfach da und gab mir halt. Ich hatte nie etwas in Frage gestellt, immer so gehandelt wie es von mir erwartet wurde. Ich wusste nicht wann genau ich zu diesem gefühlskalten Roboter geworden war, der ich jetzt offensichtlich war.


Rufus
Gelöschter Benutzer
Re: Drei Besen
von Rufus am 04.10.2017 20:50Etwas zwischen uns passierte gerade. Etwas hatte sich geändert. Zwischen und enstand gerade eine ganz neue Ebene in der Beziehung, in der wir uns gerade befanden.
Die Umgebung war vollkommen ausgeblendet, für mich gab es gerade nur Astra und mich. Und das, was gerade zwischen uns passierte.
Die Nerovisität, die ich beim Hergehen verspürt hatte, war mit einem Male verflogen. Ich war die Ruhe selbst. Aber gespannt auf das, was noch kommen könnte. Mein Herz schlug ziemlich schnell, ich hatte das Gefühl, dass es mir gleich aus der Brust springen müsste.
Mein Blick war auf meine Frau gerichtet, ich konnte nichts anderes wahrnehmen als sie. Wir erreichten gerade eine nächste Stufe und das wollte ich in vollen Zügen wahrnehmen.
Dann wandte sie den Blick von mir ab und ich schloss kurz die Augen. Für einen kurzen Moment dachte ich, dass sie sich wieder fassen würde und zu ihrer gewohnten Art zurück kehren würde.
Umso überraschter war ich, als sie meine Hand, die ich ihr gerade angeboten hatte, ergriff. Die Berührung ihrer Hand war so sanft, so zart. Ich hielt meinen Atem an um die Situation zu realisieren. Es war wirklich, sie suchte meine Nähe. Ich konnte es kaum glauben.
Ihre Stimme war so brüchig, ich konnte kaum verstehen, was sie sagte. Und dennoch war es laut genug, um sie zu verstehen. Zuerst wusste ich nicht, was ich dazu sagen sollte. Sie hatte sich mir gerade gegenüber geöffnet und ich wollte den Moment nicht zerstören. "Du bist es.", flüsterte ich ihr zu. "Du musst es nur zulassen." Es sagte sich so einfach, doch man konnte lernen, Nähe zuzulassen, damit umzugehen .
Ich genoss es, dass Astra Nähe zu mir suchte. Ich lehnte meinen Kopf gegen den ihren, als sie sich an mich lehnte. Ich seufzte leise. Nach all den Jahren hatte ich endlich das Gefühl, meine Frau nun endlich erreichen zu können.
Re: Drei Besen
von Astra am 18.10.2017 21:27Rufus offensichtliche Überraschung, brachte mich beinahe zum Lächeln. Es war nie oft vorgekommen, dass ich ihn überraschte. Ich war ziemlich berechnend. Ich tat ja auch nichts anderes als herumzustolzieren und alles um mich herum zu vergiften. So war ich halt. Das war das, was ich tat.
Nun ja, bisher war das jedenfalls so. Doch durch meine Berührung schien Rufus gerade eher aufzublühen. Er schwieg eine Weile auf meine Worte hin, was mich nervöser machte als es eigentlich es sollte. Ich bemerkte nicht einmal, dass ich die Luft anhielt. Ich wollte unbedingt eine Antwort darauf haben, auch wenn sie von Rufus kam. Es war nicht so, dass ich ihm nicht vetraute. Ich hatte ihm ja nicht einmal die Chance gegeben ihm zu trauen. Eigentlich hatte ich die nie wirklich jemandem gegeben. Bis auf vielleicht Arina.
Ich merkte, wie meine Wangen leicht anfingen zu brennen und ich war mir sicher, dass ich gerade errötete. Der Grund war mir schleierhaft. Mein Körper tat dies sonst nie.
Langsam schüttelte ich meinen Kopf. "Ich kann gerade nicht einmal einen klaren Gedanken fassen...Ich bin so...verwirrt..." meine Stirn runzelte sich vorsichtig. Nun ein wenig ungläubig sah ich auf unsere verschlungenen Hände. Es wollte nicht so ganz in meinen Kopf was hier gerade geschah. Auf einmal fühlte ich mich nur unendlich erschöpft und ausgelaugt.


Rufus
Gelöschter Benutzer
Re: Drei Besen
von Rufus am 18.10.2017 22:31Dies ebene, die wir gerade erreichten, war vollkommen neu für mich. Wir hatten schon das eine oder andere Mal miteinander geschlafen. Aber immer hatte ich das Gefühl gehabt, dass sie nie ganz bei mir war. Im Kopfe schien sie ganz woanders zu sein und oft fühlte ich mic als Mittel zum Zweck. Dennoch hatte ich es immer zugelassen, in der Hoffnung, dass sich jedes Mal etwas geändert haben konnte. Das tat es aber nie.
Hier in diesem Pub, der so unscheinbar wirkte und für so etwas intimes, was wir gerade erlebten, nicht ausgelegt war, passierte es dennoch.
Für mich gab es gerade niemand anderen als Astra, die Nähe zwischen uns war zum Greifen.
Aufgrund der Position, die wir inne hielten, konnte ich ihr nicht ins Gesicht sehen. Stattdessen schaute ich auf unsere Hände, die sich immer noch berührten.
Ihre Stimmlage, die sie nun hatte, sagte mir dennoch so viel. Sie war verwirrt, das konnte ich durchaus nachvollziehen. "Was genau geht in dir vor?", wollte ich wissen. "Lass mich bitte teilhaben." ich hoffte, dass sie mein Angebot annehmen würde, vielleicht konnte ich ihr damit helfen. Und hoffentlich würde sie keinen Rückzieher machen. Ich schloss meine Augen und drückte ein mal ihre Hand um sie zu bestärken.
Re: Drei Besen
von Astra am 31.10.2017 18:21Mein Verstand riet mir dringend zur Besinnung und zur Vernunft. Ich solle schnell von hier verschwinden. Vielleicht zum Haus meiner Familie. Ich sollte mir vor Augen führen was mein ganzes Dasein ausmachte. Die Ehre meiner Familie lastete auf meinen Schultern, das war schon immer so. Warum genau ich glaubte, die Ehre meiner Familie zu beschmutzen, wenn ich mich einfach mal fallen ließ, wusste ich nicht. Es fühlte sich wie ein Risiko an. Gleichzeitig war es so einfach gewesen, mich in Rufus Armen zu schmiegen. Immer noch versteckte ich mein Gesicht vor ihm und damit meine ganzen Emotionen, die nun die Kontrolle übernommen hatten.
Obwohl ich erstmals nicht auf seine Bitte reagierte, hörte ich sie klar und deutlich. Ich wollte ihm liebend gern diesen Gefallen erweisen, doch ich wusste nicht in Worte zu fassen was ich gerade empfand. Ich verspürte eine große Furcht. Es war beängstigend, aber auf eine aufregende Art und Weise.
Langsam hob ich den Kopf und sah Rufus ins Gesicht. Ich blickte ihm in die Augen und berührte zaghaft mit den Fingerspitzen sein Kinn. Sein Blick war fesselnd und für einen Moment wusste ich nicht mehr, warum mein Inneres so aufgewühlt war.
"Rufus...Ich werd dich nur unglücklich machen..." sagte ich leise aber mit einer mir sehr untypischen Ernsthaftigkeit. Ich war mir so sicher. Ich konnte das garantieren. Ich war viel zu slebstsüchtig. Ich würde ihm nie das geben können, was er wollte...


Rufus
Gelöschter Benutzer
Re: Drei Besen
von Rufus am 31.10.2017 20:26Fürs erste würde es mir einfach gut tun, wenn Astra mit mir reden würde. Auch wenn wir verheiratet waren, so bildeten wir eher eine WG. Wir hatten unsere angewohnheiten, jeder gestaltete den Tag so, wie wir es für richtig hielten und dennoch machten wir nichts zusammen.
Nicht einmal die Mahlzeiten nahmen wir gemeinsam ein. Es stimmte mich immer traurig zu sehen, wie sie das Essen was ich Tag für Tag zubereitete, einfach stehen gelassen wurde.
Und dennoch: Jetzt endlich hatte ich das Gefühl, dass meine Frau wirklich zu mir gehörte. Auch wenn sie in ihrem Inneren aufgewühlt zu sein schien.
Astra wandte den Kopf und ich schaute ihr in die Augen. Endlich hatte ich das Gefühl, Leben in ihr zu entdecken. So gemein der Gedanke auch war, jetzt zeigte sie so viele Emotionen wie sie es in all den Jahren nicht getan hatte.
Ihre Berührung war wieder sanft, aber zögerlich. Ihre Worte erschraken mich. Aber hatte ich etwas anderes erwartet? Ich wusste, dass der Weg, den wir nun gingen, nicht einfach war und ich würde für uns beide kämpfen. Komme was wolle! Ich liebte meine Frau dennoch und ich wolte, dass sie sich bei mir endlich wohl fühlte.
Ich umfasste ihre Hand mit meiner freien. "Die Ehe, die wir bisher geführt haben, hat mich unglücklich gemacht, Astra.", offenbarte ich mir ihr gegenüber. "Jeden Tag mit dir in einem Haus zu sein aber dennoch getrennte Wege zu gehen ist das Schlimmste. Nicht zu wissen, was in dir vorgeht und wie es dir wirklich geht, das ist schlimm. Und jetzt sag mir doch bitte, was in dir vorgeht. Du brauchst keine Angst zu haben, dass du mich unglücklich machen könntest. Denn das schaffst du so schnell nicht." Sie würde es schaffen, wenn sie mich verlassen würde. Wenn sie sich endgültig von mir trennen wollte. Aber würden unsere Familien nicht zulassen wollen. Da hätten wir gleich auch auswandern können, wenn wir den Schritt der Trennung gehen würden.
Scott
Gelöschter Benutzer
Re: Drei Besen
von Scott am 13.12.2017 08:24Der Unterricht war mal wieder besonders langweilig. Selbstverständlich - oder auch eher nicht - hatte ich die letzten Stunden abgesessen. Ich war in Geschichte, wie viele andere, eingeschlafen und hatte somit etwas nächtlichen Schlaf nachgeholt, den ich mal wieder nicht bekommen hatte, weil das Planen der Streiche einfach interessanter war als die ganze Nacht zu verschlafen. Ob das nun vernünftig war oder nicht war mal dahin gestellt, auch wenn meine Zwillingsschwester da genaue Vorstellungen von hatte und ich sie auch sehr gut kannte. Nun ja, wir konnten auch unterschiedlicher nicht sein. Würde man uns die Ähnlichkeit nicht ansehen glaubte man sicher nicht, dass wir tatsächlich Zwillinge waren. Trotz meinen Verstößen und Streichen konnte sie sich dennoch auf mich verlassen.
Somit packte ich alles zusammen, nachdem ich auch Zaubertränke überlebt hatte. Meine Schultasche verschwand im Schlafsaal und ich nahm lediglich den Geldbeutel mit, ehe ich mich auf den Weg nach Hogsmeade machte. Ganz im Gegensatz zur Schule nahm ich Verabredungen mit meiner Schwester sehr ernst, weshalb ich auch gut in der Zeit war. Vielleicht auch, weil ich dieses Mal nicht trödelte, da ich so schnell wie möglich aus dem Schloss kommen wollte. Hogwarts war eine schöne Schule, dennoch war sie eben eine Schule, was sie schon ein wenig langweilig machte. Vergleichen konnte ich sie auch nicht mit anderen, da ich seit der ersten Klasse hier war und auch hier meinen Abschluss machen würde. Zudem war der Vorteil, dass Hogsmeade nicht weit war und man in diesem kleinen Dorf wenigstens das Gefühl hatte der Schule für eine Weile zu entfliehen.
Im Dorf angekommen machte ich mich direkt auf den Weg ins Drei Besen, unser Treffpunkt. Ich war wohl der erste von uns, weshalb ich schon einmal einen freien Tisch suchte und mich setzte, damit er uns nicht weggeschnappt wurde.
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