Apotheke
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Jason
Gelöschter Benutzer
Re: Apotheke
von Jason am 15.09.2017 15:10Nach diesem Besuch würde ich ganz sicher wieder in die Nokturngasse gehen, denn dort kannte ich ein paar andere Zauberer, die mir sicher bei einer Sache helfen konnten. Mir machte sie nicht mehr Angst und ich hielt mich dort sogar viel lieber auf als in der Winkelgasse selbst, auch wenn es manchmal gefährlich sein konnte an diesem dunklen Ort von den falschen Leuten entdeckt zu werden.
Mir war der andere Mann wohl bewusst, der hier ebenfalls noch Kunde war und mir entging nicht, dass er Schmerzen zu haben schien. Interessieren tat es mich dann doch nicht, dafür war ich viel zu egoistisch veranlagt. Also durchsuchte ich die Regale für die Zaubertrankzutaten gründlich und ordentlich, bis ich alles hatte wofür ich gekommen war. Das Gute an Läden für Zauberer war, dass sie immer alles da hatten was man brauchte. Ob dies auch bei Muggle zutraf wusste ich nicht, denn muggle waren in meinen Augen nur Ungeziefer, die nicht auf diese Welt gehörten, weshalb ich auch nicht auf ihr Leben achtete. Da interessierte ich mich doch lieber auf mein luxuriöses Leben, was noch viele Abenteuer und natürlich eine ganze Menge an Frauen für mich bereit halten würde.
Sobald ich alle Zutaten in den Händen hielt machte ich mich auf den Weg zur Theke an der ich auf den Apotheker wartete, der sich heute irgendwie viel Zeit ließ. Weshalb genau wusste ich nicht, denn normalerweise war er immer zur Stelle, wenn man den Laden betrat. Doch dieses Rätsel wollte ich nicht lösen, dafür war ich dann doch zu desinteressiert und unmotiviert, weshalb ich mich beim Warten umdrehte. Der andere Mann schien noch immer das zu suchen wofür er hergekommen war. Ich wusste nicht ob ihm schon aufgefallen war, dass ganz nützliche Medikamente links von ihm im Regal standen. Da ich nichts zu tun hatte und meine Ungeduld nur minder in Zaum halten konnte war ich heute ausnahmsweise mal annehmbar nett. Also ging auf den Fremden zu und griff neben ihm in das Regal, nur um ihm etwas unter die Nase zu halten.
"Das sollte gegen jegliche Schmerzen helfen und unterstützt das Heilen deutlich schneller als andere Mittel. Sieht so aus als könnten Sie das gebrauchen", sagte ich kurz angebunden und wartete darauf, dass er es mir abnahm, ansonsten würde es innerhalb der nächsten Sekunden auf den Boden fallen, denn lange würde ich es sicher nicht halten.
Ivar
Gelöschter Benutzer
Re: Apotheke
von Ivar am 15.09.2017 17:34Ich hätte es besser wissen mpssen und zu Hause bleiben sollen. Aber nein, ich musste ja unbedingt in die Winkelgasse gehen. Der Schmerz übermannte mich und niemanden schien es zu stören, dass ich blutete. Schießlich war das doch schon auffällig, wenn auf einmal der Pullover trotz Verbände mit Blut durchtränkt wurde.
Oder es schien niemanden zu stören. Was eher der Fall war. Denn bemerkbar war das ganze schon.
Seufzend ließ ich das Regal los. Die Person, die gerade hier eingetroffen war, hielt mir eine kleine Flasche hin. Ich nahm sie entgegen. "Vielen Dank.", brachte ich hervor. Ich ließ den Arm mit dem Fläschchen sofort wieder sinken, er fühlte sich gerade wie Blei an. Und die Bewegung versursachte, dass ich nun Sternchen sah. Keine gute Vorraussetzung.
Ich kam mir gerade wie ein Weichei vor, doch so war das Leben nunmal. Mal musste man seine Schwächen zeigen weil einem nichts anderes übrig blieb. "Vor oder nach dem Essen?", fragte ch noch schnell und deutete auf das Heilmittel. Ich war nicht sonderlich gut in Heilmittel, doch hatte ich schon des Öfteren einen Trank direkt vor dem Essen bekommen. Vom Heiler, mit der ERklärung, dass das besser wäre. Oder andersherum. Es war jedes Mal anders.
Jason
Gelöschter Benutzer
Re: Apotheke
von Jason am 16.09.2017 12:31Mitleid empfand ich nicht, es war lediglich die Langeweile und vielleicht war ich dann doch ein kleines Stückchen erwachsener geworden, sodass ich auch mal eine nette Geste machen konnte, ohne mich gleich wieder Duschen zu müssen, weil ich angeekelt von mir selbst war. Dieses Verhalten war durch und durch Kinderkram, was mir wohl bewusst war und doch konnte ich es bei manchen Leuten nicht lassen, wenn sie mir über den Weg liefen und ich genau wusste wer sie waren. Bei diesem Mann wusste ich es nicht, weshalb er für mich wie ein normaler Fremder war, was mich anders reagieren ließ. Wenn er muggelstämmig war, dann konnte ich es ihm nicht ansehen, aber das sah man den meisten nicht an, sondern man erfuhr es einfach bei Gelegenheit und ich wendete diese Information gerne gegen die entsprechende Person. Auf seinen Dank hin nickte ich nur und wollte mich gerade schon wieder von ihm abwenden, als ich seine Frage hörte.
"Am besten vor dem Essen und zur gleichen Uhrzeit, dann wirkt es am besten. Setzen Sie es mehrere Tage ein, solange bis der Schmerz vollkommen abgeklungen ist", erklärte ich ihm. Ich war zwar kein Apotheker, aber mit gewissen Medikamenten kannte ich mich dennoch bestens aus. Wenn ich nicht immer so eigennützig wäre, dann hätte mich dieses Gebiet sicher interessiert und ich hätte mir überlegt ob ich nicht diesen Beruf erlernen sollte. Für mich spielte es keine Rolle wie viel Galleonen der Job einbrachte, er sollte mir nur gegen die Langeweile helfen. So wie es aussah brachten mich die Frauen nicht dauerhaft auf andere Gedanken, weshalb ich mich viel mehr mit den Zaubertränken beschäftigt hatte als noch in den Jahren zuvor.
"Wenn der Apotheker sich endlich mal herbequem würde, dann könnte der Ihnen sicher noch weiter helfen, ich bin kein Fachmann", wies ich den Fremden auf das hin, was er sicher sowieso schon wusste und ich sah mich gleichzeitig suchend nach dem Besitzer dieser Apotheke um.
Ivar
Gelöschter Benutzer
Re: Apotheke
von Ivar am 16.09.2017 17:29So langsam kam ich wieder zu mir. Der Schmerz ließ nach, ein herrliches und durchaus willkommenes Gefühl.Ich konnte wieder klar sehen und vor allem - was ich am meisten schätzte: Ich konnte ieder richtig stehen ohne mich festuhalten.
Ich schaute die mir nicht ganz unbekannte Person an und brachte ein , jedoch etwas gequältest Lächeln zustande. Er schien Ahnung zu haben, zumindest ein wenig. Für mich waren die Heiler immer Anlaufstelle Nummer eins wenn es um Heilmittel ging. Und ich merkte mir nie, wann und wie ich sie einnehmen musste. Es liefen auch immer genug Heiler herum die mich permanent daran erinnerten. Ich nickte ihn einmal zu um zu verdeutlichen, dass ich ihn verstanden hatte. Eine Bedankung sollte reichen.
Was er sagte, klang logisch. Wahrsceinlich wprde ic mir noch eine Flasche davon mitnehmen. "Alles klar." Ich richtete mich zu meiner vollen Größe auf, mied es aber mich einmal zu strecken. Das würde gleich wieder unangenehm werden. Ich wandte mich zum Thresen zu. Der Apotheker schien sich ewig Zeit zu lassen. "Wer weiß was er so treibt..." Ich ging zum Thresen hin und stellte zwei Flaschen ab. Ich klopfte einmal auf den Thresen, ich wurde langsam ungeduldig, ich musste dringend einen Fachmann aufsuchen und mich nochmal zusammenflicken lassen. Um die Zeit zu überbrücken, fing ich ein kleines Gespräch mit dem anderen Kunden an. "Ich habe das Gefühl, dass ich Sie irgendwoher kenne..."
(Sorry, mir fällt Ivar noch etwas schwer ^^" )
Jason
Gelöschter Benutzer
Re: Apotheke
von Jason am 17.09.2017 17:59Jammerlappen waren mir immer zu wider, jedoch merkte ich an dem vor mir, dass er sich wieder zusammen riss, was mich nicht gleich weglaufen ließ. Jeder hatte mal Schmerzen im Leben, doch ich war immer hart im Nehmen gewesen und hatte mir auch nie was anmerken lassen, selbst wenn ich in den Krankenflügel hatte gehen müssen. Man hatte mich tapfer genannt, während das für mich einfach nur normal war. Meine Eltern waren schon immer hart im Umgang mit ihren Kindern gewesen, da sie meinten, dass sie uns nur so aufs Leben vorbereiten konnten. Meiner Schwestern gegenüber fand ich es etwas zu harsch, aber ich war nie in der Position meine Eltern zu kritisieren. Sie waren eben herrisch, weshalb ich vielleicht auch so geworden war. Die Eltern hatten schließlich freie Wahl ihre Kinder zu formen und irgendwo konnte ich sie auch ein bisschen verstehen. Das Leben war schwer und darum musste man hart bleiben um sich durchzukämpfen und nicht beim ersten Hinderniss heulend rumrennen.
"Gut, dann wäre ja alles geklärt", beendete ich das kurze Gespräch. Ich war nie ein Freund von Smalltalk gewesen und noch weniger in ein Gespräch mit einem Fremden zu geraten. Zu was mich Langeweile immer trieb überraschte mich immer wieder aufs Neue. Ich folgte ihm zum Thresen und stellte mich an die Stelle, auf der ich die Zaubertrankzutaten abgelegt hatte, ehe ich mit den Schultern zuckte.
"Scheint ja wohl wichtiger zu sein als seine beiden Kunden", murmelte ich nicht gerade gut gelaunt. Ich hasste es warten gelassen zu werden, egal in welcher Situation. Erst als ich die Worte des anderen hörte hob ich den Kopf wieder.
"Ich wüsste nicht woher. Sind Sie häufiger in der Winkelgasse unterwegs? Ansonsten fällt mir nur Hogwarts ein, falls sie auf der Schule waren", ging ich auf das Thema ein. Es war nicht selbstverständlich, dass man in Hogwarts seine Schulzeit verbrachte, es gab viele, die nach Durmstrang gingen und ich für meinen Teil hätte das auch lieber gemacht. Doch es war eine alt bewährte Tradition in der Familie, dass alle nach Hogwarts gingen.
"Sie scheinen einen gefährlichen Job zu haben", schlussfolgerte ich auf seine Verletzungen hin, denn nach Duellieren sah es einfach nicht aus.
Ivar
Gelöschter Benutzer
Re: Apotheke
von Ivar am 18.09.2017 11:07Es war nicht mein Ding, Schwäche zu zeigen. Ich durfte es nicht. Zumal die Drachen sowas ganz schnell merkten und ausnutzten. Sie hatten ein Gespür dafür, Angst zu riechen und wahr zu nehmen. Und wenn man Angst verbreitete, machte das Opfer schneller Fehler und man hatte schnellere Beute.
Schon in meiner Ausbuldung zum Drachenwärter musste ich diese Lekition lernen. Es war äußerst schmerzhaft gewesen. Aber ich hatte den Dreh irgendwann heraus bekommen. Ich durfte keine Angst zeigen, sondern Respekt und das war ein kleiner Unterschied.
Der apotheker schien sich rchtig viel Zeit zu lassen. Was trieb er denn da nur? Machte er gerade Pause? War er einfach umgekippt oder hatte er die Trglocke nicht gehört? War er taub und hatte uns nicht gehört? Ich klopfte wieder auf den Tisch. Wo blieb der Kerl denn nur? Ich konte die schlechte Laune des anderen durchaus verstehen? Ich hatte auch nicht vor, hier mir die Beine in den Bauch zu stehen, und ich wollte nach Hause. Auskurieren war angesagt.
Ich schaute ihn wieder an. "Ja, ich bin hier öfter.", das würde es durchaus erklären, woher ich ihn kannte. "Ja, da war ich in der Tat.", redete ich so vor mir hin. "Aber das ist schon wirklich lange her." Ich kam mir gerade ziemllich alt vor. Es wr schon fast mein halbes Leben her, dass ich die Schule verlassen hatte. "Waren Sie dort?", erkundigte ich mich beuläufig, weil der verdammte Apotheker anscheind sich dazu entschieden hatte, uns hier weitr sienfach so stehen zu lassen. Gleich würde ich mal zu ihn hingehen, wenn er uns weiter warten ließ. Ich hatte keinerlei Hemmungen, den Thresen von der anderen Seite zu besuchen oder einfach die Flaschen zu nehmen und zu gehen.
Jason
Gelöschter Benutzer
Re: Apotheke
von Jason am 04.10.2017 19:46Der Apotheker regte mich so langsam wirklich auf, denn man sollte doch annehmen, dass wenn man Kundschaft hatte, man sich auch um diese kümmerte. Wir waren beide noch ehrenhaft, dass wir hier so lange auf diesen Kerl warteten, anstatt einfach zu gehen. Einige meiner Freunde hätten da sicher keinen Skrupel gehabt. Diesen hatte ich auch nicht, aber ich musste mein Geld doch auch irgendwo loswerden, also was gab es besseres als dies beim Einkauf zu tun? Also beschloss ich noch eine Weile länger zu warten, einfach nur um mal ausnahmsweise eine gute Tat zu vollbringen, anstatt alle nur wie Dreck zu behandeln.
"Ja, ich war ebenfalls auf dieser Zauberschule. Soll ich fragen in welchem Haus oder lassen wir das sein?", inzwischen sah ich wieder zu meinem Gesprächspartner. Als Schüler war es üblich, dass man einen Fremden immer nach dem Haus fragte, wenn man das nicht schon kannte. So konnte man entweder auf freundlich tun oder eine gekonnte Feindschaft ausleben, wenn das Haus nicht zum eigenen passte. Wobei diese Feindschaft ja auch eher zwischen Gryffindor und Slytherin bestand, denn die anderen Häuser waren da eher neutraler gesinnt. So hatte ich es jedenfalls zu meiner Schulzeit erlebt und jetzt war das Haus nicht mehr ganz so von Belang, denn man ordnete den anderen nicht mehr dadurch ein, sondern nur ob der andere einem sympathisch war oder nicht. Meine Schulfeindschaften pflegte ich dennoch noch gerne, denn nichts ging über eine wundervolle Feindschaft, in der ich meine schlechte Laune gänzlich auslassen konnte wie ich wollte.
Kurz darauf beendete der Apotheker, der sich dann doch mal zu uns bequemte, unseren Smalltalk, was mich auch erleichterte, denn in dieser Art von Gespräch war ich noch nie besonders gut gewesen. Ich nahm mir mal das Recht heraus zuerst zu bezahlen, denn irgendwo hatte ich auch länger an der Theke gestanden. Nach dem Bezahlen packte ich alles in meine Tasche und war etwas zufriedener gestimmt.
Ivar
Gelöschter Benutzer
Re: Apotheke
von Ivar am 04.10.2017 21:14Seine Frage, welches Haus ich damals besucht hatte, brachte mich zum schmunzeln. "Lassen wir das. Ich habe nie viel darauf gegeben, welches Haus ich besucht habe." Ich konnte diese verdammte Häuserrivalität nicht ab, habe ich noch nie abgekonnt. Ich hatte mich damals nie mit beteidigt. Mein Hauptaugenmerk war auf ganz andere Dinge gerichtet. Schon früh hatte ich mich für Drachen interessiert. Da hatte ich keine Zeit, mich in unsinnigen Streitereien zu begeben.
In der Schule war es immer ein großes Thema gewesen, in welchem Haus man war. Und noch heute wollten Eltern , dass ihre Kinder in das vermeintlich beste Haus kamen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit kam der Apotheker zu uns. Hatte er es also geschafft, sich zu uns zu bequemen. Mein Grsprächpartner bezahlte zuerst. Ich konnte es ihn nicht verübeln.
Als er bezahlt hatte, reichte ich den Apotheker sein Geld, steckte alles in meine Hosentasche und wandte mich Richtung Ausgang. "Na dann, schönen Tag noch.", meinte ich an den anderen Kunden gewandt und verließ die Apotheke. die frische Luft tat mir gut. Und irgendwie würde ich es schaffen, nach Hause zu kommen. Nur apparieren würde jetzt etwas schwerer werden.
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Ivar out
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Drew
Gelöschter Benutzer
Re: Apotheke
von Drew am 15.12.2017 00:45»Passen Sie gefälligst auf, wo Sie hintreten, Sie unachtsamer Troll!«, entrüstete sich eine alte Hexe, die soeben gute drei Schritte nach hinten gestolpert war.
»Entschuldigen Sie vielmals, Miss«, war alles, was ich zu meiner Verteidigung sagen konnte, ehe mir die alte Frau schon ihre schwere Handtasche gegen den Oberarm schlug. Ich brachte nur ein Seufzen heraus, als ich dabei zusah, wie sie auf dem Weg davonstöckelte. Es war wirklich nicht meine Absicht gewesen, sie einfach so anzurempeln, aber ich hatte das Gefühl, dass sie irgendwie aus dem Nichts vor mir aufgetaucht war. Anscheinend hatte ich mir einen Scotch zu viel genehmigt, denn obwohl ich noch Herr all meiner Sinne war – nun gut, mehr oder weniger, wie dieser Zusammenstoß soeben bewiesen hatte –, spürte ich, dass mir allmählich ein wenig taumelig zumute wurde. Höchste Zeit fürs Bett also, aber ich war nicht ohne Grund in die Winkelgasse gekommen: Eine wichtige Mission wartete darauf, von mir in Anspruch genommen zu werden.
Na ja, wichtig ist relativ. Es ging darum, dass ich gerade meine Jacke übergeworfen und den Tropfenden Kessel verlassen hatte, als er mich überkam: Heißhunger. Heißhunger auf diese lilafarbenen Bonbons, von denen ich nicht genau wusste, was sie waren, aber die einem dabei halfen, bei leichten Krankheiten den Erholungsprozess ein kleines bisschen zu beschleunigen. Sie schmeckten ein wenig nach Salbei, doch sie waren nicht mit diesen gewöhnlichen Muggelbonbons zu vergleichen (die, nebenbei erwähnt, auch gar nicht übel waren, nur eben nicht so gut wie das magische Äquivalent). Sie waren gut gegen Halsschmerzen, die ich dank der kalten Temperaturen ohnehin schon seit den letzten beiden Tagen verspürte, also würde ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Es war zwar schon ein wenig mehr als eine halbe Stunde nach Mitternacht, doch Merlin sei Dank hatte die Apotheke an manchen Tagen für Notfälle geöffnet – und, hey, das war ein Notfall. Zumindest ein kleiner.
Ich hastete über die Pflastersteine zur Apotheke hinüber, um die Tür zu öffnen, deren kleines Glockenspiel zur Begrüßung zu klimpern begann. Ich warf der blonden Hexe hinter der Theke ein flüchtiges Lächeln zu – sie kam mir irgendwie bekannt vor; war sie nicht einst auch eine Gryffindor zwei Jahrgänge über mir gewesen? – und bog in Gedanken in eine Regalreihe ein, als es schon wieder geschah. Rums.
Ich hörte, wie irgendetwas zu Boden ging, nachdem ich wieder mal grandioses Taktgefühl bewiesen und beinahe die Person vor mir zu Boden gerissen hatte. Ich verfluchte mich innerlich dafür.
»Verdammt, sorry«, sagte ich schnell, ging sofort in die Hocke und begann rasch das zusammenzulesen, was ich soeben besonders feinfühlig aus den Armen meines Gegenübers geschmettert hatte. Unwillkürlich sah ich mit entschuldigendem Blick nach oben, als meine Augen die ihren trafen. Für einen Augenblick starrte ich die junge Frau über mir mit halb geöffnetem Mund an. Wüsste ich es nicht besser, hätte ich behauptet, sie wäre eine Erscheinung meines Scotch gewesen, doch sie war real. Und atemberaubend schön. Ohne es zu realisieren, biss ich mir fest auf die Unterlippe, eine dumme und verräterische Angewohnheit meinerseits, wenn auch immer ich in Verlegenheit geriet. Ich hatte es schon oft versucht, aber dagegen unternehmen konnte ich nichts, zumal es mir die meiste Zeit gar nicht auffiel. Wie gerade jetzt.
Re: Apotheke
von Astra am 15.12.2017 03:10Ich hatte meine Hände in den Tiefen meiner Manteltaschen vergraben. Meine zierlichen Finger spielten mit dem Ehering darin, der sich wie immer eiskalt anfühlte. Naja. Das war nicht ganz immer der Fall gewesen. Ein einziges Mal hatte er sich nicht wie ein Fremdkörper angefühlt. Es war in der letzten Nacht gewesen, die Rufus und ich zusammen verbracht hatten. Dabei war nicht einmal etwas sexuelles passiert. Wir hatten erst geredet und dann hatte er mich einfach nur im Arm gehalten. Ich hatte diese Ehe das erste Mal akzeptiert und sogar gewollt. Und seit dem nächsten Morgen hatte ich nichts mehr von ihm gesehen oder gehört. Ich hatte mich durch Quellen erkundigt, aber er schien wie vom Erdboden verschwunden. Mittlerweile hatte ich jede Möglichkeit akzeptiert. Aber viel sinnvoller erschien mir, dass er mich verlassen hatte. Es passte nicht in das Bild welches ich von ihm hatte, doch ich wusste dass ich kein guter Mensch war. Natürlich würde er bei einer besseren gehen.
Ich war anders als sonst sehr oft zu hause gewesen. Ich hatte das Haus kaum verlassen. Doch jetzt gab es einen Anlass nach draußen zu gehen. Mein Amortentia neigte sich dem Ende und ich brauchte dringend Nachschub. Vor allem jetzt. Meinen Ring ließ ich in der Tasche.
Ein Gefühl der Geborgenheit empfing mich als ich den Leuten betrat. Ich atmete tief durch. Ich liebte diesen Geruch von Kräutern über alles.
Eine Zeit lang schlich ich mich durch ein paar Gänge. Ich entspannte mich mit jeder einzelnen Minute. Und dann, wurde ich umgerissen. Meine Zutaten fielen mir aus der Hand und ich hielt mich gerade so an einem Regal fest. Empört öffnete ich den Mund und starrte auf den Mann am Boden. Ich wollte gerade etwas ärgerliches erwidern, da erhaschte ich einen Gedankenschnipsel von ihm. Atemberaubend schön. Nun.... Ich reckte stolz mein Kinn und lächelte einen Moment. Natürlich. Ganz vergessen. Ich war wunderschön. Ich wille jedoch nicht warten bis er alles stümperhaft aufgesammelt hatte. Mit einem Schwenker meines Zauberstabes, flog mir alles wieder direkt in die Arme. "So geht's doch viel besser, nicht?" Fragte ich hochmütig und lächelte kurz auf ihn herab.


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