Vergangenheitsplay » 31

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Ilina

22, Weiblich

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Re: Vergangenheitsplay » 31

von Ilina am 02.07.2019 16:55

Die Buchstaben verschwammen und tanzten vor meinen Augen, die ich mir gleich darauf mit den Handrücken rieb. Kaum hatte ich die Hände sinken lassen, da glitt mein Blick auf die große Wanduhr am anderen Ende des Ladens. Verdammt, es war keine halbe Stunde vergangen, als ich das letzte Mal die tickenden Zeiger beobachtet hatte. Manchmal hatte dieser Alibi-Kompromis mit meiner Schwester wohl doch seine Tücken. Wir hatten Mum und Dad erzählt, dass wir uns mit Gwenog in London treffen wollten; Eislaufen im Hyde Park, Weihnachtsmarkt-Bummel, Waffeln essen, Schneeballschlacht  PJ-Party, der klassische girls day. Der Harken an der Sache war nur, dass Ariadne diese Dinge heute wohl in Form eines Dates mit Flynch machen würde und ich zwar tatsächlich am späten Nachmittag Gwen und ein paar andere Freunde treffen würde und auch bei ersterer schlief, diese allerdings bis dahin noch verplant war. Also hieß es für mich bis dahin Zeit totschlagen und da es mir draußen auf Dauer zu kalt war, hatte es mich hier her verschlagen. Meine Augen huschten wieder auf die aufgeschlagenen Seiten vor mir und ich begann die zuletzt gelesenen Sätze nochmal aufzugreifen. Hexenprozesse im 16. Jahrhundert in Amerika- eigentlich wirklich spannend, dennoch schlich die Zeit nur schleppend voran. 
Das Glöckchen über der Tür bimmelte fröhlich und kündigte einen neuen Besucher an. Ich sah auf und blickte direkt in die Augen des gerade Eingetretene. Es brauchte keine zehn Sekunden, die Gesichtszüge zu zuordnen. Er war ein Slytherin im letzten Jahr, Raymond Nott. Der Name bedeutete meistens Ärger, jedenfalls wenn man den Worten auf dem Flur glauben schenken durfte. Schnell senkte ich den Blick wieder. Wenn ich eins aktuell am wenigsten gebrauchen konnte, dann war es Ärger. Der Geldhahn war mir gerade erst wieder aufgedreht worden, nachdem Mum mich kurz vor Ende der Sommerferien beim Umziehen überrascht und das kleine, noch recht frische Tattoo unterhalb meiner linken Brust zu sehen gekriegt hatte. Die Party welche Aria und ich folglich über Neujahr geschmissen hatten, war bereits ein Wagnis gewesen- von dem Nervenkitzel zehrte ich immer noch. Meine Aufmerksamkeit also wieder dem Wesentlichen zuwendend, las ich die letzten Seiten, bevor ich das dicke Buch geräuschvoll zu klappte, um es zurück zu bringen. Sogar der feine, durch die Luft tanzenden Staub zwischen den Regalen schien mir eine Ablenkung, weiter Zeit totzuschlagen. Ich bog schwungvoll um die Ecke zweier schwerer Eichenregale, als ich den Slytherin im Gang dazwischen ausmachte und abrupt stehen blieb. War das Zufall oder ein Wink des Schicksals, mich nicht so vor ein bisschen Risiko zu verschließen. Seine Worte ließen eine Braue zynisch in die Höhe schießen, nachdem ich sie realisiert hatte. "Wäre auch nicht zu empfehlen, ich würde dir nicht sehr gut bekommen!", meinte ich trocken mit zuckendem Mundwinkel, auf eine der Leitern krabbelnd, um das Buch zurück zu stellen. Ich war minderjährig und zaubern außerhalb der Schule demnach ein No-Go. "Hast du dich verlaufen?", fragte ich grinsend ohne ihn anzusehen, auf der obersten Sprosse stehend und die Buch-Cover lesend, meinen nächsten Zeitfüller suchend. Es war offensichtlich, dass der Dunkelblonde keine große Lust hatte hier zu sein und wohl auch keine Ahnung hatte, wo er suchen musste. Was auch immer das war.


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I come home in the morning light, my mother says: "When you gonna live your life right?".
Oh mother dear we're not the fortunate ones and girls they wanna have fun.
Oh girls just want to have fun!

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Ray

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Re: Vergangenheitsplay » 31

von Ray am 01.07.2019 22:15

I L I N A & R A Y ~ Pastplay

Januar 1976, Flourish & Blotts, Winkelgasse, London

Ich stand an eine Wand gelehnt dem Buchladen gegenüber in der Winkelgasse. Meine Zigarette war aufgeraucht und so warf ich sie neben mich und trat sie aus. Es zischte leise, als sie in den Schnee fiel, der hier noch immer dünn lag. Seit Weihnachten hatte es immer wieder geschneit und oben im Norden lag Nott Manor metertief unter den weißen Massen bedeckt. Hier in London war es bereits ein wenig milder. Nur noch dieses Wochenende und die Schule würde wieder losgehen. Eine halbes Jahr noch und ich würde diesen Drecksladen endgültig verlassen. Seit man mir das Quidditch genommen hatte, hatte ich nur noch weniger Lust, dort meine Zeit weiter abzusitzen. Ich war froh, wenn das endlich ein Ende hatte. Doch leider beinhaltete meine Strafe neben der Suspendierung auch noch, dass ich ein paar zusätzliche Kurse belegen musste. Das war ein Schwachsinn wie Alte Runen und so ein Dreck. Und leider hatte mein letztes Buch rein zufällig seinen Weg in den großen See gefunden. Und meine Eltern hatten das nicht so witzig gefunden und hatten mich zur Strafe hergeschickt, um ein neues Exemplar zu besorgen. Alle Hauselfen hatten die Order bekommen, es auf keinen Fall für mich zu erledigen. Und leider hatten die Drecksviecher vor meinem alten Herrn noch mehr Respekt als vor mir, also blieb mir nichts anderes übrig, als es selbst hinter mich zu bringen. Und wenigstens kam ich für das Wochenende nochmal raus von zuhause und konnte in Ragnars Residenz in London unterkommen und hier abends noch um die Häuser ziehen, während mein Bruder eh die ganze Zeit arbeitete, oder bei Nyx war. Oder bei seiner Assistentin...von der ich offiziell natürlich nichts wusste. Die Glocke über der Tür klingelte, als ich eintrat und ich sah kurz genervt zu ihr hinauf. War schon schlimm genug, dass ich mir selbst ein Buch kaufen gehen musste. Dann musste es doch wenigstens nicht auch noch jede Person hier in dem Laden wissen. Andererseits hing hier eh keine herum, der mich kannte. Vereinzelt sahen mich Leute kurz beim Antreten an. Eine Mutter versuchte gerade ihrem schreienden Kind ein Buch aus den Händen zu reißen, dass das Kind wohl schon mit seinen klebrigen, mit Schokolade verschmierten Händen übel zugerichtet hatte. In einer anderen Ecke saß ein junges Mädchen mit dunklen Haaren, die mich kurz mit ihren Rehaugen ansah und sich dann schnell wieder ihrem Buch widmete. Irgendwie kam sie mir bekannt vor. Aber da sie hier in einem Buchladen saß und las, war das wohl eher abwegig. In einer anderen Ecke unterhielten sich zwei Buch Nerds über irgendeinen Naturwissenschaftsquatsch. Gelangweilt ging ich die Regale entlang und blieb schließlich vor einem stehen. Ich hatte echt keine Ahnung, wo ich nach dem beschissenen Buch gucken sollte. Und ich hatte gerade sogar so schlechte Laune, dass ich mir nichtmal die Mühe machen wollte, es mit einem Zauber zu suchen. Oder den Verkäufer zu fragen. Ich stand noch einen Moment in dem Gang und stierte das Regal vor mir an, als jemand um die Ecke und direkt in meinen Gang einbog. Dann blieb sie doch jedoch schnurstracks stehen, als sie mich am Ende des Regals stehen sah und schien unschlüssig, ob sie nicht doch kehrt machen sollte, dabei war sie schon zur Hälfte hier drin. Es war das Mädchen, das eben noch gelesen hatte und jetzt war ich mir doch sicher, dass sie mir bekannt vorkam. „Ich beiße nicht“, sagte ich dann trocken und sah sie an. Ihre Miene ließ mich schließlich Schmunzeln.

I'm just out here chasing my dreams, girl
But it's crazy cause that dream cost me my dreamgirl
Promised you I wouldn't change before I left

now I think leaving is the one thing I regret
Cause the one thing I possess
It wasn't materials, wasn't drugs, wasn't clothes, or any part of success
It was you
And without that in my life I'm depressed
You became the new drug I couldn't get
But I wouldn't show it, instead got on that bus and left you blowing in the wind
Shit, and it's fucked up, cause every girl I'm with I see your face.
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I never thought for a minute,
If you showed me a picture of my life now, that you wouldn't be in it
Took me a couple of years to say I love you, but I meant it when I said it,
It wasn't much of a romantic, but you get it
You didn't really smoke but when I rolled it up you hit it, and we lit it up
Shotgun in our kisses
And fuck these other bitches, baby, fuck these other bitches in my bunk,
staring up at all your pictures that you sent me on my birthday, remember that?
Cause I couldn't forget it,
Like I forgot yours, but I'm sorry and I said it, I admit it,
I fucked up and I lied but this is true,
I don't know what home is because I'm lost without you.

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Fina

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Re: Vergangenheitsplay » 31

von Fina am 10.02.2019 21:34

Ich nickte nachdenklich. "Dann sind sie sich zur Zeit nicht besonders nah, ja? Also physisch betrachtet. Da gehört ja echt viel Vertrauen dazu. Ich weiß nicht ob ich das könnte. Ich hab vermutlich die größten Vertrauensprobleme in der gesamten Menschheit." ich verdrehte die Augen und verzog die Lippen. Eine durchaus schlechte Eigenschaft, aber daraus machte ich ebenfalls nie ein Geheimnis. Eigentlich hatte ich tatsächlich keine Geheimnisse. Ich wollte nicht anderen irgendwas vorspielen, nur damit ich sie dann enttäusche. Für diese Einstellung hatte ich ewig lange gebraucht. Ich hatte von allen, vor allem von meinen Adoptiveltern gemocht werden wollen. Für Nichts und wieder Nichts.
Ich musste unwillkürlich lachen. "Glaub mir, wenn ich wollen würde, dass du deine Maske abnimmst, dann würdest du sie auch abnehmen." versicherte ich ihm grinsend. "Ich kann sehr überzeugend sein. Und für den Fall, dass das icht wirkt, trinke ich genug um meine Handgreiflichkeit zu rechtfertigen. Aber ich schwöre dir bei Merlins schneeweißem Bart, dass ich dich am Ende des Abends ohne Maske gesehen habe. Also kannst du sie auch jetzt schon abnehmen und uns beiden so viel Umstände ersparen." fügte ich hinzu und sah Cody abwartend an. Alkohol machte mich immer noch viel redseliger.
Ich zuckte leicht mit den Schultern. "Ich schätze da muss ich dir dann wohl vertrauen... " ich verzog die Lippen und seufzte. Der erste Anfang. Ich kniff die Augen ein wenig zusammen, als er meinen Blick so lange erwiderte und mich offensichtlich mit Absicht warten ließ. So hätte ich es wohl auch gemacht. Als er dann schließlich doch mit der Sprache herausrückte, musste ich lächeln. "Cody." wiederholte ich und zwar mit eben diesem mysteriösen Tonfall. Ich neigte meinen Kopf. "Ich denke ich glaube dir das." sagte ich nickend. Ich streckte ihm betont lächerlich förmlich meine Hand aus. "Finella." sagte ich und schüttelte unwillkürlich den Kopf. "Ich weiß nicht ob das meine leiblichen Eltern waren oder irgendwelche aus dem Heim aber besser für dich wenn du diesen Namen niemals aussprichst, der ist verflucht. Nenn mich Fina." gestattete ich Cody. Ich redete wirklich zu viel. Ich stürzte den nächsten Feuerwhiskey runter. Mein Name klang wie der einer Stripperin oder naiven Prinzessin aus einem Märchen.

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Cody

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Re: Vergangenheitsplay » 31

von Cody am 04.02.2019 22:21

"Jep", bestätigte ich. "Er geht noch zur Schule, deswegen wird das mit der Hochzeit wohl noch etwas dauern." Ida hatte mir sowieso noch gar nicht sooo viel über ihren Verlobten erzählt ... ich kannte seinen Namen, ich kannte ungefähr die Geschichte wie sie sich kennen gelernt hatten und ich wusste, dass sie sich erst kurz vor unserem ersten Treffen verlobt hatten. Aber ansonsten war es das eigentlich. Vielleicht hatte sie gespürt, dass ich darauf brannte, mehr über sie und ihren Bruder zu erfahren. Unseren Bruder. Das nächste Mal würde ich mich nach ihrem Verlobten erkundigen ... so wie ein guter kleiner Bruder das tun würde. Hoffentlich. 
Ich nickte, als sie mir das Glas zuschob, zögerte aber es genauso wie das andere zuvor in einem Schluck runter zu kippen. "Willst du mich etwa abfüllen, damit ich meine Maske abnehme?", fragte ich und konnte ein kleines Grinsen nicht vermeiden. Bei diesem Kampf würde ich kläglich versagen. ich fühlte mich ja jetzt nach dem ersten Glas schon etwas schwummrig ... 
"Na, wie gesagt: Wegen des Geheimnisvollen", wiederholte ich und grinste sie an. Der Feuerwhiskey machte sich jetzt schon bemerkbar. Oh Merlin. Wie sollte ich den Rest des Abends überstehen? "Woher willst du denn dann wissen, dass ich dir nicht einfach einen falschen Namen sage?", fragte ich grade heraus, weil mir wieder einfiel, dass sie ja genau das getan hatte. Den Namen hatte ich zwar nicht behalten, aber ich wusste noch ganz genau, dass ich innerlich darüber gelacht hatte. Ich hielt ihren Blick lange stand, um sie ein bisschen zappeln zu lassen, bevor ich ihr meinen Namen verriet, aber dann gab ich schließlich doch klein bei. "Cody", sagte ich und versuchte, meine Stimme wenigstens ein bisschen geheimnisvoll klingen zu lassen, bevor ich einen Schluck von meinem Feuerwhiskey nahm. Widerliches Zeug ...

  

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Fina

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Re: Vergangenheitsplay » 31

von Fina am 04.02.2019 21:28

Ich neigte meinen Kopf und schmunzelte. "Deine Schwester ist verlobt?" fragte ich und ging in meinem Kopf sämtliche ehemalige Schüler durch die eine solche Beziehung führten. Aber mir vielen nur sehr wenige ein. Ich hatte nie sonderlich Interesse an den Beziehungen anderer gehabt. Sie waren mir nicht egal, aber ich musste auch nicht über alles Bescheid wissen. Und das wurde mir jetzt zum Verhängnis. So wüsste ich jetzt vielleicht wer seine Schwester war. Ich warf wieder einen Blick in seine Augen und irgendwas meldete sich wieder in meinem Kopf. Aber ich konnte den Gedanken nicht ganz fassen. Es war einfach ein Gefühl.
Nachdem ich meinen Feuerwhiskey getrunken hatte, sah ich zu wie mein Gegenüber seinen nahm. Ich versteckte ein kleines Schmunzeln. Er versteckte es gut, aber ich konnte sehen, dass er das ganz und gar nicht gewöhnt war. Er verzog zwar keine Miene, aber entspannt und locker sah anders aus. "Zweite Runde?" fragte ich grinsend und schob ihm den zweiten Drink zu. Ich wusste nicht, ob er wusste, dass an den Seiten seiner Maske seine Haut leicht errötet war. Süß. Ich hoffte er würde seine Maske bald mal abnehmen... Ich würde zumindest nicht mehr lange an mir halten können.
Ich schüttelte grinsend den Kopf bei seiner Antwort. "Bei dem Geheimnisvollen ist vielleicht was dran. Aber ich habe mich noch in keinem Moment an diesem Abend gelangweilt nachdem du zu mir gestoßen bist. Und mir wird sehr schnell langweilig." ich lehnte mich leicht nach vorne, sodass mir jetzt wieder sein Geruch in die Nase stieg. Erneut das Deja vus Gefühl. "Was ist mit deinem Namen? Verrätst du mir den?" fragte ich charmant und lächelte leicht. Konnte doch nicht sein, dass ich den nicht einmal kannte.

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Cody

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Re: Vergangenheitsplay » 31

von Cody am 03.02.2019 23:10

"Sie ist auf der Suche nach ihrem Verlobten", antwortete ich und grinste. "Ich rechne also nicht allzu schnell wieder mit ihr ..." Ob Ida mich wohl rausschmeißen würde, sobald ihr Freund mit der Schule fertig und mit ihr verheiratet war? Ich hatte zwar noch mein winziges Zimmer in London, aber ich verbrachte viel mehr Zeit in ihrer Wohnung als in meiner.
Unsere Bestellung wurde uns vor die Nase gestellt, und ich hob das Glas, um mit Fina anzustoßen. Ich war grade dabei, das Glas an meine Lippen anzusetzen und einen Schluck zu probieren, als ich aus den Augenwinkeln sah wie Fina das Getränk in einem Zug herunter schluckte als wäre es Wasser. Trank man das so? Ich hatte keine Ahnung. Ich hatte doch noch nie Feuerwhiskey probiert. Da ich meine Unsicherheit aber nicht zeigen wollte, tat ich es ihr gleich und kippte das Zeug mit einem Satz runter. Im ersten Moment merkte ich verdächtiger Weise gar nichts, aber dann breitete sich in meinem Hals ein Brennen aus, das mir die Kehle zuschnürte. Irgendwie schaffte ich es, weder zu Husten noch das Gesicht zu verziehen, aber ich wandte kurz den Blick ab um mein Glas abzustellen ... und damit Fina nicht die pure Qual in meinen Augen sehen konnte, während ich versuchte meinen Atem zu kontrollieren. Ich war das wohl einfach nicht gewohnt, das war alles. Fina hatte ja während des Sommers bereits bewiesen, dass sie von Alkohol nicht abgeneigt war, also wusste sie bestimmt was sie tat. Trotzdem wütete das Brennen in meiner Kehle weiter und zog sich grausam in Richtung meines Magens fort.
"Vielleicht habe ich den ja", erwiderte ich, zwang mich zu einem geheimnisvollen Lächeln und war selbst überrascht, wie fest meine Stimme kling, obwohl der Feuerwhiskey mir grade gefühlt die Stimmbänder weggeätzt hatte. "Vielleicht möchte ich aber auch nur das Geheimnisvolle bewahren, bevor du merkst wie langweilig ich eigentlich bin und dir einen anderen Zeitgenossen suchst", fügte ich hinzu. Der Barmixer kam wieder und tauschte unsere leeren Gläser sofort ungefragt gegen zwei volle aus. Mein Magen rumorte bei dem Gedanken daran, das Zeug noch einmal runter zu kippen, aber ich wollte auch nicht der Spielverderber sein, der sich lieber Butterbier bestellte.

  

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Fina

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Re: Vergangenheitsplay » 31

von Fina am 02.02.2019 23:40

Ich freute mich wirklich darüber, dass meine neue Bekanntschaft das mitmachte. Es gab viel zu viele Menschen auf dieser Welt die das nur belächelt und dann abgelehnt hätten. Ich hatte nicht mal halb so viel von diesem Abend erwartet als ich jetzt bekommen hatte. Dieses Deja Vus Gefühl verschwand aber immer noch nicht. Dieses Mal war mir ganz besonders sein Geruch aufgefallen. Eine ganz einfache Erklärung wäre, dass wir in der Schule mal nebeneinandergesessen hatten oder uns in den Fluren begegnet waren. Aber irgendwie glaubte ich das nicht. Würden wir uns aus der Schule kennen, dann würde ich wissen wer er war. Ich war nur zwei Jahre auf dieser Schule gewesen. Er musste entweder in dem jahr über mir gewesen sein oder in meinem Jahrgang, sonst hätte er nicht auf diese Party gehen können. Aber das war nicht der Fall. Glaube ich. Vielleicht irrte ich mich auch total. Aber mein Gefühl trügte mich selten.
Ich lächelte kurz. "Da hast du genau eine Begleitung mehr als ich." grinste ich und zuckte mit den Schultern. "Und warum ist sie dann nicht bei dir? Ich meine ich beschwere nicht mich, offensichtlich ist das ja mein Glück. Aber nur so aus Interesse..." meinte ich und biss mir kurz auf die Unterlippe. Vielleicht kannte ich ja seine Schwester. Da würde ich die Verbindung sehen und zack wüsste ich wer mein Gegenüber war.
Ich nahm meinen Feuerwhiskey, stellte ihm seinen hin. "Hm...Na dann auf diesen süßen Abend." meinte ich unkreativ wie immer und stieß mit ihm an. Ich stürzte das Zeug herunter als wöre es Nichts. Es brannte. Aber mittlerweile empfand ich das als sehr sehr angenehm.
Ich nickte langsam bei seinen Worten, sah ihn dabei aber ein wenig misstrauisch an. "Ich weiß nicht ganz... Jetzt habe ich das Gefühl du hast einen Grund dich mir nicht zu zeigen." überlegte ich laut und neigte leicht den Kopf. Ich könnte mich in meine Nifflerform verwandeln und ihm seine Maske klauen. Problem erledeigt. Allerdings wüsste er dann, dass ich ein Animagus war. Und zwar nicht registriert. Also das wusste er nicht, aber das könnte man bei mir evtl vermuten...

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Cody

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Re: Vergangenheitsplay » 31

von Cody am 02.02.2019 22:50

Einfach die Augen zu und durch? Mit einem leichten Grinsen sah ich zur tanzenden Menge vor uns. Normalerweise war ich eher darauf bedacht, nicht zu viel Ausmerksamkeit zu erregen, aber die Leute auf diesem Ball würde ich sowieso nie wieder sehen. Und wenn sie uns rausschmeißen würden ... hm, eventuell würde ich sogar den Weg zu Idas Wohnung zurück finden. "Also gut, warum nicht", stimmte ich deshalb zu und schloss ebenfalls meine Augen. Der Weg zur Bar entpuppte sich tatsächlich leichter, als ich gedacht hatte. Ich rannte zwar in mehrere sehr wütende Menschen und spürte einmal etwas, dass sich wie ein Tritt gegen mein Schienbein anfühlte, aber als ich die Augen wieder aufschlug standen wir in unmittelbarer Entfernung zur Bar. "Stets zu Diensten", antwortete ich grinsend. Vielleicht war der Grund für ihr Glück ja auch nur, dass ich viel größer war als sie ... und größer als die meisten anderen Leute. Vermutlich hatten die meisten uns schon aus einiger Entfernung gesehen und waren ausgewichen. 
Ich setzte mich neben sie auf einen der Barhocker. "Ja, ich bin heute Abend quasi ihre Begleitung", erzählte ich ihr und nickte dabei bestätigend mit dem Kopf. "Sonst wäre ich vermutlich auch nicht hier rein gelassen worden ..." Ich lachte in meinen nicht vorhandenen Bart. Ob Fina sich wohl die Frage stellte, ob sie mich während ihrer Schulzeit schon einmal gesehen hatte? Der Altersunterschied zwischen uns war nicht besonders groß, zumindest schätzte ich ihn nicht als besonders groß ein. Ich war vermutlich der einzige auf diesem Ball, der vorher noch nie in diesem Schloss gewesen war. Was machten sie wohl am Eingang mit Personen, die nicht auf dieser Schule waren und ohne Begleitung einfach hier auftauchten, um auf den Ball zu gehen?
Ich beobachtete, wie sie mir ein Getränk mitbestellte und nickte nur. Feuerwhiskey hatte ich vorher noch nie probiert, aber sie wusste bestimmt was sie da bestellte. Ich hatte während meinen Auslandsaufenthalten immer wieder gerne verschiedene Weinsorten oder andere Alkoholspezialitäten probiert, einfach um der Erfahrung willen, aber über Getränke der Zauberwelten war ich bisher selten gestolpert.
"Das ist eine sehr gute Frage", erwiderte ich und legte den Kopf schief. "Wir würden dann aber doch irgendwie die Spielregeln brechen, meinst du nicht? Das ist doch irgendwie der ganze Reiz an diesem Abend ... das Ungewisse" Ich grinste. Vielleicht würde sie mein Gesicht ja tatsächlich wieder erkennen, wenn ich die Maske abnahm. Allerdings genoss ich es auch, mich mit ihr zu unterhalten, ohne den Hintergrund, dass wir uns schon einmal begegnet waren. Auch wenn das sehr egoistisch war, weil ich noch genau wusste, wie ihr Gesicht aussah und sie absichtlich im Unwissen ließ ..

  

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Re: Vergangenheitsplay » 31

von Fina am 31.01.2019 21:39

Ich fragte mich unwillkürlich wie seine Geschichte aussah. Hatte er seine Eltern wenigstens einmal kennengelernt? War er nur im Heim gewesen oder irgendwann adoptiert worden? Ich hatte nur wenige Kinder kennengelernt die tatsächlich von einer liebenden Familie gefunden wurden. Ich und meine Schwestern zählten nicht dazu. Hätten wir drei uns nicht gehabt, wären die letzten Jahre ein Albtraum gewesen. Ich meine das waren sie auch so schon, aber die beiden hatten mir immer Halt gegeben. Sie waren meine wirkliche Familie, auch wenn wir unterschiedlicher nicht hätten sein können. Wir hatten uns früher die wildesten Geschichten ausgedacht, dass wir vielleicht doch verwandt sein könnten, aber wir wussten genau, dass dies nicht möglich war. Ich blickte wieder in die Augen des Fremden und versuchte darin irgendetwas zu sehen. Vielleicht einen Hinweis bezüglich seines Namens. Er hatte mich mittlerweile wirklich neugierig gemacht.
Ich grinste. "Oder wir machen einfach wirklich die Augen zu und gehen durch. Sollen sie uns doch Platz machen!" ich hakte mich bei meiner neuen Bekanntschaft unter und wartete mit angehobenen Augenbrauen darauf, dass er seine Augen schloss. Dann drehte ich mich wieder nach vorne und machte mich ebenfalls mit geschlossenen Augen daran die Tanzfläche zu überqueren. Ich vernahm empörte Rufe, Schritte die sich hektisch entfernen und oft streiften mich die tanzenden Gäste. Aber am Ende kamen wir unbeschadet auf der anderen Seite an. Zumindest vermutete ich das, als ich gegen einen Barhocker stieß. Ich kicherte und öffnete die Augen. "Du bringst mir Glück! Sonst hätte das sicher nie so einfach funktioniert." grinste ich und zog mich dann auf den erstbesten Barhocker.
Ich legte meinen Kopf schief und tat geschmeichelt. "Das hast du aber süß gesagt." sagte ich mit einem Lächeln und legte meine Hand an die Stelle wo wohl mein Herz war. "Deine Schwester ist hier?" fragte ich nach und fragte mich instinktiv ob er eine leibliche Schwester meinte oder eine nicht Blutsverwandte Schwester, so wie ich zwei hatte.
Ich winkte den Barkeeper herbei und bestellte etwas für uns beide. Doppelter Feuerwhiskey. "Ich hoffe den magst du." sagte ich an meine Begleiter gewandt. "Weißt du was?" fragte ich ihn und stützte mein Kinn auf meinen Handballen ab, während ich ihn weiterhin ansah. "Ich frage mich, ob wir von dem Ball verbannt werden, wenn wir unsere Maksen abnehmen. Meinst du wir sollten versuchen das herauszufinden?" fragte ich und tat vielleicht ein wenig zu unschuldig.

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Cody

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Re: Vergangenheitsplay » 31

von Cody am 31.01.2019 14:42

Meine Antwort schien sie wohl zu überraschen, was mir wieder ein leichtes Grinsen aufs Gesicht trieb. "Tatsächlich", bestätigte ich und zuckte mit den Schultern. So interessant war meine ganze Geschichte dann doch nicht ... eher tragisch. Aber immerhin hatte sie ein kleines Happy End, irgendwie zumindest, sonst wäre ich grade nicht hier. Zusammen mit meiner Schwester und in unmittelbarer Nähe von meinem Bruder ... der Gedanke jagte mir immer noch einen Schauer über den Rücken. Noch vor einem Jahr ungefähr war ich hungrig durch die Straßen gezogen und hatte nach einem Platz gesucht, an dem ich schlafen konnte. Und jetzt - jetzt hatte ich zumindest einen Teil meiner Familie gefunden. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich nicht mehr allein, und es erschreckte mich ein wenig, dass ich mir jetzt schon gar nicht mehr vorstellen konnte, auf mich selbst gestellt zu sein. Ich kannte sie erst so kurz und war jetzt schon abhängig von ihnen ... das hatte ich sonst immer versucht zu vermeiden. Aber jetzt wollte ich es auf keinen Fall mehr missen ...
Mein Blick folgte ihrem zur Tanzfläche, auf der die älteren Anwesenden bereits zur Musik schunkelten und sich teilweise sogar gegen den Takt bewegten. "Wie wärs mit 'Augen zu und durch?'", fragte ich grinsend und nickte Richtung Bar. "Wir könnten einfach versuchen, irgendwo einen kleinen Weg durch die Menge zu finden, um möglichst wenige Leute anzurempeln .." Tanzen war für mich nicht unbedingt eine Option. Ich konnte mich zwar zur Musik bewegen, aber mehr als ein bisschen hin und her schaukeln war da nicht drin.
Dass sie die Macarons plötzlich doch nicht mehr alle essen wollte, kam mir nur Recht. Viel mehr von den kleinen Dingern hätte ich vermutlich auch nicht mehr essen können; sie waren furchtbar köstlich, aber mindestens genauso sättigend. "Du bist bisher so ziemlich die einzige, mit der ich hier gesprochen habe, also nein: ich habe dich nicht satt", erwiderte ich grinsend. "Und das liegt nicht nur daran, dass meine Schwester mich hier komplett alleine gelassen hat." Und das in einem Raum, an einem Ort an dem ich mich kein bisschen auskannte. Oh Hilfe. Aber mit Fina hatte ich ja wenigstens eine unterhaltsame Zeitgenossin gefunden. Ich hob den Arm, damit sie sich unterhaken konnte. Wenn wir schon zur Bar rüber gehen und dafür über die ganze Tanzfläche gehen würden, konnten wir das ja immerhin mit Stil machen.

  

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