Klassenzimmer für Arithmantik
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Re: Klassenzimmer für Arithmantik
von Nate am 16.03.2018 19:19Sehr begeistert klang ihre Antwort nicht gerade, aber meine Reaktion damals hätte man auch nicht als 'erfreut' klassifizieren können. Die wenigsten wären wohl davon erfreut, vor die beschlossene Tatsache, einen Fremden oder eine Fremde heiraten zu müssen, gestellt zu werden.
Ich ließ meinen Blick erneut zu der Frau neben mir wandern. Ja, mich hätte es durchaus schlechter treffen können. Genaugenommen hätte es mich wohl kaum besser treffen können. Ich grinste in mich hinein. Wenn sie herausfand, wer ich tatsächlich war, würde das noch sehr... interessant werden.
Auch ihr Name schien keinerlei Begeisterungstürme in ihr zu erwecken. „Klingt nicht so, als würden Sie den Namen sonderlich mögen. Sagten Sie das nicht aber eigentlich?" fragend sah ich zu ihr herab.
Ihr Schnauben holte mich in die Realität zurück und ich sah wieder stirnrunzelnd zu ihr. Hatte sie etwas gesagt? Hatte ich etwas verpasst? Ich dachte immer, so etwas passierte erst, nachdem man verheiratet war... Als sie dann sprach, atmete ich erleichtert aus. Mir war gar nicht aufgefallen, dass ich die Luft angehalten hatte. Doch was sie sagte, ließ mich erneut kurz nachdenken. „Da mögen Sie wohl Recht haben, Miss Greengrass. Mehr als mein Wort geben, kann ich Ihnen aber leider nicht." erwiderte ich.
Urplötzlich und ohne Vorwarnung, blieb sie stehen und ich stieß mit ihr zusammen. „Vorsicht!" warnte ich und streckte instinktiv die Arme nach ihr aus, damit sie durch den Zusammenstoß nicht fiel. Ihre Worte ließen mich schmunzeln und ich wusste, dass meine Augen teuflisch blitzen, als ich dann sprach: „Ich habe nie verlangt, dass sie mir vertrauen sollten. Auch ich habe nur den Boten gespielt." ich grinste. Das Gute war, dass es keine Rolle spielte, ob ich es mir mit ihr verscherzte oder nicht. Sie war so oder so an mich gebunden. Ich musste sie nicht einspinnen oder ähnliches. Ich wollte schließlich nur wissen, wer sie war. Meine Familie hatte die Idee nicht sonderlich begrüßt, aber verbieten ließ ich mir das auch nicht. Schließlich mussten sie kein Leben mit ihr verbringen, in einem Haus leben. Und natürlich Kinder großziehen. Darum ging es bei diesen ganzen arrangierten Ehen schließlich. Nur die Blutlinie wahren, alles andere war egal.
Ich wollte gerade fragen, was es dann wäre, als sie es auch schon auf das Schloss schob. Das ihr Blick kurz in weite Ferne gestreift war, war mir nicht entgangen. Worüber sie wohl nachdachte? Oder hatte sie einfach nur geträumt?
Genauso plötzlich, wie sie vor kurzer Zeit stehengeblieben war, lief sie nun auch weiter. Zu überrascht und abgelenkt von ihrem ganzen Wesen, blieb ich jedoch stehen.

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Denora
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Re: Klassenzimmer für Arithmantik
von Denora am 16.03.2018 21:37Ich presste die Lippen zusammen und schaute ihn wieder von der Seite aus an. "Ich mag meinen Namen", erwiderte ich und suchte einen Moment lang nach den richtigen Worten. Schulterzuckend sagte ich dann: "Es ist eher die Einstellung meiner Eltern, als sie ihn mir gegeben haben, die ich nicht mag. Aber daran werde ich wohl niemals etwas ändern können, also ist es belanglos."
Eine lange Zeit lang hatte ich die Ansichten meiner Eltern geteilt, nicht zuletzt weil ich damit aufgewachsen war. Aber je älter ich wurde, desto mehr hatte ich ihre Ideologien überdacht, was eben auch einer der Gründe war, weshalb ich mit ihren Machenschaften mit den Todessern so wenig wie möglich zu tun haben wollte. Ich liebte sie beide, keine Frage. Aber ich war definitiv aus dem Alter raus, in dem ich meine Eltern für allwissend hielt. Auch wenn ich ihnen trotzdem nie widersprechen würde ...
Nate sah ein wenig nachdenklich aus, aber das ignorierte ich. Stattdessen runzelte jetzt ich die Sitrn und nickte nur leicht. "Stimmt wohl.", erwiderte ich mit leiser Stimme. Wie viel sein Wort wert war wusste ich natürlich trotzdem nicht.
Der Zusammenstoß überrumpelte mich, aber ich schaffte es trotzdem, aufrecht stehen zu bleiben. Seine Hände, die mich an den Armen festhielten brachten mich da viel eher aus dem Konzept. Einen Moment lang sah ich ihn nur an, dann trat ich eilig einen Schritt zurück, um wieder einen angemessenen Abstand zwischen uns zu bringen. Bei seinen Worten verrenkte ich jedoch leicht die Augen. "Da haben Sie Recht.", stimmte ich ihm zu und legte den Kopf schief. "Allerdings pflege ich nur Kontakt zu Personen, denen ich mein Vertrauen schenken kann. Falls sie so ein 'zufälliges' Treffen also wiederholen wollen, sollten Sie sich daran erinnern."
Ich war bereits ein paar Schritte von ihm entfernt, bevor ich merkte dass er mir garnicht mehr folgte. Meine Schritte waren das einzige Geräusch in diesem sonst leeren Korridor, aber auch sie verstummten, als ich mich wieder zu ihm umdrehte.
Langsam ging ich zurück zu ihm und musterte seinen Gesichtsausdruck einen Moment lang. "Was ist? Kommst du?" Ich war unbemerkt, genauso wie er zuvor, zum 'Du' gerutscht.
Re: Klassenzimmer für Arithmantik
von Nate am 25.03.2018 18:11Ich zuckte die Schultern. „Wenn Sie das meinen. Ich mag den Namen auch, Denora." ich kostete es aus, ihren Namen auszusprechen und tat es deshalb mit besonderer Betonung und recht langsam. Mein neutraler Gesichtsausdruck wich erneut einem Grinsen.
Also war sie nicht wirklich von der Einstellung ihrer Eltern überzeugt. Ob sich das nur in diesem Namen widerspiegelte, oder auch in anderen Dingen, war mir jedoch nicht klar.
Unbewusst strich ich über das dunkle Mal. Ich mochte es nicht. Es störte mich und ich war froh einen Zaubertrank gefunden zu haben, der es zumindest für ein paar Stunden unsichtbar machen konnte. Dann musste es erneut mit dieser furchtbar brennenden Tinktur bestrichen werden. Man gewöhnte sich an den Schmerz jedoch leichter, als an dieses Mal, das für eine Sache stand, von der ich nicht vollends überzeugt war. Natürlich wurde mir von klein auf beigebracht, die Sache zu unterstützen und die Werte dieser konnte ich auch herunter beten, aber desto älter ich geworden war, desto größer wurden meine Zweifel. Sie wuchsen quasi mit mir. Es gab vieles, was für mich einfach nicht zusammenpasste. Genau diese Gedanken waren auch der Grund für mich gewesen, Okklumentik zu erlernen. Wie diese jemand in meinem Kopf aufspüren könnte... Ich schüttelte geistesabwesend den Kopf.
„Wir werden uns sicherlich wiedersehen." sagte ich und konnte ein leises Lachen nicht unterdrücken. „Wir bewohnen schließlich das selbe Gebäude." schob ich dann noch dazu, um nicht wie ein Stalker zu klingen. Wenn sie wüsste...
Das ich stehen geblieben war, schien ihr zu erst nicht einmal aufzufallen und als sie es doch bemerkte, war sie mir schon ein gutes Stück voraus. Ich schloss wieder zu ihr auf und sah sie dann fragend an. „Wohin gehen wir eigentlich?" erst jetzt fiel mir auf, dass ich noch nie in diesem Bereich der Schule gewesen war. Als Schüler vielleicht, aber an diese Zeit erinnerte ich mich nur ganz schwach, auch wenn sie noch nicht weit zurücklag. Das sprach eigentlich nicht für ein sonderlich gutes Gedächtnis, aber diese Erinnerungen wurden von anderen, wichtigeren überschattet.

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Denora
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Re: Klassenzimmer für Arithmantik
von Denora am 26.03.2018 20:18Es ärgerte mich ein bisschen, was dieser Nate in mir auslöste, wenn er bloß meinen Namen so aussprach. Ich kannte ihn doch nicht einmal, und doch hatte er etwas an sich, das mich verwirrte. Vielleicht lag es daran, dass er tatsächlich einer der wenigen Menschen war, die ich nicht so einfach durchschauen konnte. Andernfalls hätte ich seine Karten schon längst aufdecken können, und er würde mir schon wieder als langweilig erscheinen.
Ich sah aus den Augenwinkeln, wie er sich über den Arm strich, dachte aber nicht weiter darüber nach. Mittlerweile war ich nicht mehr so paranoid, dass ich von dieser simplen Handbewegung sofort auf das dunkle Mal schloss. Er konnte sich ja auch lediglich am Arm gekratzt haben, wie jeder andere normale Mensch auch.
"Davon gehe ich aus, Nathaniel" Ich genoss es in vollen Zügen, seinen vollständigen Namen auszusprechen. Immerhin blieb er bei mir auch bei Denora.
Erst als ich seine Frage hörte wurde mir klar, dass ich ihn geradewegs zu meinen Schlafgemächern geführt hatte. Mir war ein Zimmer abseits des ganzen Trubels zugeteilt worden. Schüler verirrten sich höchstens mal auf einer Entdeckungstour durchs Schloss hierher, ansonsten hatte ich meine Ruhe (was mir auch ganz Recht war). Ob Nate von alleine zu diesem Zimmer gefunden hätte wusste ich nicht, aber das würde ich ja jetzt auch nicht herausfinden, da ich ihn ja geradewegs hierhin geführt hatte.
"Mein Zimmer", sagte ich klar und hob das Kinn ein wenig. Irgendwie hatte ich das Bedürfnis ihm zu zeigen, dass ich in nicht für irgendwelche ... unzüchtigen Dinge hierher geführt hatte. "Ich ziehe es vor, meine Pausen zwischen den Stunden alleine zu verbringen, anstatt ins Lehrerzimmer zu gehen", erklärte ich kurz und zog dann einen Schlüssel aus den Taschen meines Umhangs hervor. Meine Tür war verzaubert, sodass sie nicht einfach so mit einem Zauberspruch von jemand anderem als mir geöffnet werden konnte. Genauso wie der Schlüssel verzaubert war, sodass er immer wieder bei mir auftauchte, falls ich ihn jemals verlieren sollte.
Re: Klassenzimmer für Arithmantik
von Nate am 28.03.2018 14:07Natürlich erwiderte sie dieses Auskosten des Namens sofort. Es war ein Spiel aus... nennen wir es Zurückweisung. Und es machte mir Spaß. Wahrscheinlich machte es mir sogar mehr Spaß, als es sollte. Und selbst wenn sie dachte, sie würde gewinnen, war ich der Sieger. Nur, weil ich mehr wusste als sie. Unfair, aber mit Fairness hatte ich es sowieso nie besonders.
Kurz sah es so aus, als würde diese Frage sie überraschen und überfordern, denn sie schwieg und sah mich einen kurzen Augenblick skeptisch an.
Dummerweise hatte ich wirklich nicht den Hauch einer Ahnung und ich war mir auch ziemlich sicher, dass ich hier noch nie gewesen war – auch zu meiner Schulzeit nicht.
Ihre Antwort verblüffte mich, ließ jedoch wieder dieses Grinsen auf meinem Gesicht erscheinen. „Ach..." ich zog die Augenbrauen hoch und setzte mich wieder in Bewegung. „Na dann, lass uns gehen." ich schenkte ihr ein Lächeln – ein tatsächlich ernst gemeintes, freundliches Lächeln. Das war recht selten, aber wenn es erschien, reichte es bis zu meinen Augen und ließ diese funkeln. Aber das Mädchen neben mir amüsierte mich und ich konnte nur immer wieder daran denken, dass ich wohl ziemliches Glück hatte, dass meine Eltern den Packt mit ihren geschlossen hatten und nicht mit jemand anderem. Zum Glück war sie nicht langweilig sondern ganz im Gegenteil – sehr schwer zu durchschauen. Ob sie etwas damit bezweckte, mich mit in ihr Zimmer zu nehmen, wusste ich nicht... jedenfalls würde es mich nicht stören.
Leider erklärte sie mir den Grund nur Sekunden später. „Schade." erwiderte ich und grinste. Sie schien wohl zu wissen, was ich dachte, weswegen sie wohl auch erahnen konnte, was genau ich meinte. „Ich würde meine freie Zeit auch nicht dort verbringen wollen." gestand ich dann und zuckte mit den Schultern.
Sie zog den Schlüssel hervor und kurze Zeit später öffnete sie bereits ihre Tür. Vor lauter Neugierde und Erwartung war ich näher gekommen und stand nun genau hinter ihr, um schnellstmöglich einen Blick erhaschen zu können.

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Denora
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Re: Klassenzimmer für Arithmantik
von Denora am 29.03.2018 22:03Nates Lächeln hielt meinen Blick einen Moment länger fest als geplant, aber ich fing mich schnell wieder, ohne dass es auffällig wurde. Zumindest hoffte ich das. Ich mochte es, wenn man Menschen ihr Lächeln in den Augen ansehen konnte. Offenbar zählte er, genauso wie ich, zu der Seite von Leuten die nicht oft so breit lächlten. Musste wohl an den Dingen liegen, an denen wir mehr oder weniger unfreiwillig beteiligt waren ... oder daran, dass ich meinem Gegenüber nicht zeigen wollte, was ich dachte. Wie das bei Nate war wusste ich natürlich nicht, aber er wirkte irgendwie so auf mich. Es ärgerte mich, dass ich nicht ehrgeizig genug gewesen war, um Legilimentik zu erlernen. Zu gerne hätte ich jetzt auch nur den kleinsten Fetzen seiner Gedanken aufgeschnappt.
Ich verdrehte die Augen bei seinen Worten, allerdings konnte er das nicht sehen, weil ich grade dabei war meine Tür aufzuschließen. Das Schloss klickte und ich ließ den Schlüssel wieder in meinem Umhang verschwinden, die Tür öffnete ich allerdings noch nicht. Ich drehte mich zu Nate um und musste hochschauen, weil er plötzlich so nah vor mir stand.
Ich räusperte mich leise. "Nun, vielen Dank" Ich nickte zu meiner Tasche, die er noch immer trug. "Ich will dich nicht weiter aufhalten, falls du noch irgendetwas anderes zu erledigen hast ..."
Was genau er jetzt hier machte, wusste ich immer noch nicht, aber es interessierte mich im Moment auch garnicht. Ich wollte viel lieber einen großen Schritt nach hinten machen, um Abstand zwischen uns zu bringen, aber ich lehnte bereits mit dem Rücken gegen den Türrahmen. Ich könnte schnellstmöglich in mein Zimmer verschwinden, aber er trug noch immer meine Tasche und irgendwie widerstrebte es mir, ihn in meine privaten Räume einzuladen. Immerhin konnte er ja immernoch ein Spion oder sonst etwas sein, auch wenn selbst der Gedanke sich immer wieder von alleine in den Hintergrund schob ...
Re: Klassenzimmer für Arithmantik
von Nate am 30.03.2018 11:18Ich betrachtete sie weiterhin, dann verdrehte ich resignierend die Augen. Es hatte ja doch keinen Sinn ihre Gedanken erraten zu wollen. Legilimentik beherrschte ich leider nicht beziehungsweise war ich gerade dabei, das in Angriff zu nehmen und in dieser frühen Phase würde ich bei dem Versuch bestimmt einfach nur dämlich aussehen. Also versuchte ich es auf die 'normale' Art. „Was denkst du nur schon wieder?" fragte ich nun einfach direkt. Damit gab ich mich zwar einer Niederlage hin, aber es war wirklich kompliziert sie zu durchschauen. Das höfliche Geplänkel hatten wir sowieso schon vollkommen hinter uns gelassen.
Ich hörte das Klicken, dass verkündete, dass die Tür nun aufgesperrt war. Ich sah kurz über ihren Kopf hinweg und dann wieder zu ihr herab. Sie hatte sich mittlerweile umgedreht und sah mich an.
Sie nickte zu ihrer Taschen und bedankte sich. Als ob ich jetzt gehen wollte. Ich war schließlich hier, um herauszufinden, wer sie war. Na gut, dass wusste sie nicht und sie würde es wohl auch vorerst nicht erfahren.
„Du hältst mich nicht auf. Ich habe bis jetzt keine weiteren Pläne." ich grinste sie an und zog schelmisch die Augenbrauen nach oben.
Plötzlich fiel mir auf, dass ich sie zwischen der Tür und mir gefangen hielt. Ich seufzte leise und trat einen Schritt zurück, um ihr etwas Luft zu lassen und sie nicht zu bedrängen, denn das wollte ich nicht. Ich reichte ihr ihre Tasche und sah sie dann abwartend an. Egal, was jetzt geschah, es hing alles von ihr ab. Ich hatte ihr zu verstehen gegeben, dass ich keine Probleme damit hatte, bei ihr zu bleiben. Aber ich könnte genauso gut wieder verschwinden, wenn sie es denn wollte.

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Denora
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Re: Klassenzimmer für Arithmantik
von Denora am 13.04.2018 22:42Ich musterte ihn einen weiteren Moment lang und konnte mir einen überraschten Gesichtsausdruck bei seinen Worten im ersten Moment nicht verkneifen. Mit einem leichten Grinsen schüttelte ich den Kopf. "Das wüsstest du gerne, was?", antwortete ich nur. Niemals würde ich zugegeben, dass ich mir diese Frage in Wahrheit auch die ganze Zeit stellte. Da konnte er ruhig weiter darüber grübeln.
Nachdenklich schaute ich durch den winzigen Türspalt in mein Zimmer und dann wieder zu ihm. Auf mich wirkte es irgendwie so, als wollte er mir folgen. Warum genau, konnte ich mir nicht erklären. Genauso wenig wie die Tatsache, dass es mir nicht einmal etwas ausmachte.
Ich stieß die Tür ein Stücken an und gab ihm mit einem Kopfnicken zu verstehen, dass er eintreten durfte. Die kleine Stimme in meinem Kopf, die mir permanent sagte dass ich ihm - immernoch einem Fremden - nicht so schnell vertrauen sollte, hatte ich bewusst ignoriert.
"Kann ich dir einen Tee anbieten? Oder sonst irgendetwas zu Trinken?", fragte ich während ich eintrat und wieder erwartete, dass er mir folgte. Mein Zimmer hob sich nicht besonders von den restlichen alten Räumen ab. Ich hatte einen kleinen Tisch in der Mitte des Raumes und ansonsten sehr viele Schränke voller alter Bücher. Zwei Türen führten noch weiter in mein Schlafzimmer und Badezimmer, aber die waren im Moment geschlossen. Ich legte meine Tasche auf einer kleinen Kommode ab und drehte mich mit abwartendem Gesichtsausdruck zu ihm um.
Re: Klassenzimmer für Arithmantik
von Nate am 17.04.2018 22:13Schmunzelnd betrachtete ich die mehr als interessante Frau vor mir. „Natürlich wüsste ich das gerne." gestand ich und schüttelte dann den Kopf. Ich hatte nicht erwartet, dass sie ihre Gedanken mit mir teilen würde, nur weil ich fragte. Das war sehr unrealistisch und ich würde es wohl auch nicht tun, wenn es nichts bedeutungsloses wäre. „Aber du hast mir schon mal verraten, dass du an etwas denkst, was entweder geheim, dir peinlich oder unangenehm ist, oder du bist einfach nur gerne geheimnisvoll." ich lachte und wartete gespannt auf ihre Antwort.
Glücklicherweise ließ sie mich nach kürzerem Zögern doch eintreten. Ziemlich mutig, wie ich fand. Denn auch, wenn ich immer wieder beteuert hatte, dass ich zumindest ihr gegenüber keine bösen Absichten verfolgte, war ich immer noch ein fremder Mann. Mir sollte es jedoch recht sein.
Grinsend trat ich ein und sah mich um. Es war einfach gehalten, aber gemütlich. Es gingen noch weitere Türen von diesem Zimmer, in welches wir nun traten, ab und ich vermutete, dass wenigstens eine in ein Schlafzimmer führen musste, denn ein Bett stand offensichtlich nicht in dem Raum, in dem wir uns augenblicklich befanden.
Sie fragte mich etwas, was meinen Blick wieder zu ihr wandern ließ. Wirklichen Durst hatte ich nicht, aber ich hatte das Gefühl, dass sie eine Beschäftigung brauchte und sei es nur das Tea – Machen. „Ich nehme das, was du nimmst." beantwortete ich ihrer Frage dann nickend.
Erneut sah ich mich um. „Als Schüler habe ich mich immer gefragt, wie es wohl in den Räumen der Lehrer aussieht. Hauptsächlich war ich neidisch, weil sie ihre Räumlichkeiten nicht teilen mussten, während ich es tun musste. Ich hatte ganz schreckliche Mitschüler." ich schüttelte nachdenklich den Kopf. Ich wusste noch, dass da ein Junge gewesen war, den ich nicht gemocht hatte. Er war sehr seltsam, hat komische gerochen und so etwas, aber im Grunde wusste ich nicht mal mehr seinen Namen. Natürlich hatte ich auch Freunde gehabt, aber der Gedanke an diesen einen Freund, den ich so unschön verloren hatte und die Freundin, die ich seit diesem Tag beschützte und gleichermaßen belog, das eine ging mit dem anderen einher, war äußerst unangenehm, weswegen ich mich wieder auf meine Verlobte – ich schmunzelte – konzentrierte.

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Denora
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Re: Klassenzimmer für Arithmantik
von Denora am 05.05.2018 16:05Ich schmunzelte leicht und zuckte mit den Schultern. Mir gefiel der Gedanke, dass er mich für 'geheimnisvoll' halten könnte. Gleichzeitig rügte ich mich ab für den Gedanken. Ich war verlobt, da gehörte es sich nicht irgendwelche Männer in meine privaten Gemächer einzuladen. Und doch ... "Vielleicht ist ja beides der Fall", erwiderte ich mit einem Lächeln. Meine Stimme hörte sich bei ihm ganz anders an als sonst. Da war so ein neckender Unterton, den ich noch nie von mir gehört hatte.
Glücklicherweise gehörte ich zu der Sorte von Personen, die immer gleich alles wegräumten. So konnte Nate hier zumindest nichts Peinliches oder sonstiges entdecken, auch wenn mir selbst grade nicht einfiel, was das denn hätte sein können. Vielleicht ein Brief meiner Eltern oder die Pergamentrolle, auf der Details zu meiner Verlobung standen. All das war ungeöffnet und sicher in dem kleinen Schrank in meinem Schlafzimmer verstaut.
Ich hob meinen Zauberstab und sorgte mit einem Schlenker dafür, dass sich ein eben noch leeres Gefäß mit heißem Wasser füllte. Den Rest machte ich aber wie sonst auch auf die 'Muggel-Art', einfach, weil ich es gewohnt war. Meine Mum hatte Zuhause nie auch nur einen Finger gerührt, dafür waren unsere Bediensteten da. Das einzige, was sie selbst gemacht hatte war diese Kräutermischung für Tee, der mir immer noch besser schmeckte als alles andere. Ich machte mir garkeine Gedanken darüber, was Nate wohl darüber denken könnte. Erst als ich mich mit zwei Tassen zu ihm gesellte und ihm eine hinstellte, sah ich ihn wieder an.
"Ich habe meine Schulzeit gemocht.", murmelte ich gedankenverloren und nippte an meinem Tee. Er schmeckte nicht genauso wie der meiner Mutter - das tat er nie, egal wie sehr ich es versuchte - aber trotzdem breitete sich eine wohlige Wärme in meinem Bauch aus. "Ich ziehe es jetzt definitiv auch vor, meinen Rückzugsort in dieser chaotischen Schule zu haben ... aber damals hatte ich eigentlich kein Problem mit meinen Mitschülern." Er musste ja auch nicht wissen, dass ich eher eine ruhige Schülerin gewesen war. Bloß keine Aufmerksamkeit auf mich ziehen, möglichen Konflikten so früh wie möglich aus dem Weg gehen - so hatte ich meine Schulzeit verbracht. "In welchem Haus warst du denn?", fragte ich und hob nachdenklich eine Augenbraue. Slytherin konnte es ganz sicher nicht gewesen sein, sonst hätte ich ihn bestimmt schon das eine oder andere Mal während meiner Schulzeit im Gemeinschaftsraum getroffen.

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