Vergangenheitsplay » 10
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Ina
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Ina am 27.05.2018 01:14Während er mich auf Armeslänge vor sich hält, versuche ich immer noch mühsam die Tränen zurückzuhalten.
Warum ist das Leben so schrecklich gemein? Wieso nimmt es mir den einzigen Menschen, bei dem ich mich wohlfühle?
Aber als Matty dann beginnt darüber zu reden, das er gar nicht gehen müsse und auf mich warten wollen und schließlich auf die abwegige Idee kommt mich in ein Haustier zu verwandeln, obwohl er noch nicht einmal den winzigsten Schimmer hat wie sowas geht, muss ich trotz der Trauer um seinen Weggang beinahe lachen, die Möglichkeit das er mich verwandelt ist auch einfach zu komisch.
In meinem Kopf befinden sich nur noch zwei Gedanken: ich will ihn in den Arm nehmen und von seinem Geruch und der Wärme umhüllt werden, seinen Herzschlag an meiner Wange spüren und ihn nie wieder loslassen und ich hoffe, dass ich in zwei Jahren auch nach Hogwarts kann.
Aber auch zweifele ich, ob er dann immernoch an mich denken wird und mich nicht vergisst. Denn Hogwarts ist groß und dort wird er doch vermutlich viele andere Mädchen kennenlernen. Wer sagt, dass er nicht ganz schnell einen Ersatz für mich findet und ich abgeschrieben bin?
All diese Dinge schießen durch mich und ich spüre wie er versucht stark zu bleiben und standhaft für mich, für uns beide.
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Matthew am 14.05.2018 23:20Ich beobachte sie still, während sie ldie Zeilen überfliegt. Mir ist klar, dass sie es eigentlich gar nicht lesen müsste. Wir wissen beide, was da drin steht und was es zu bedeuten hat. Ich werde gehen. Ohne sie. Und es würde lange auern, bis ich sie wiedersehen könnte. Naja, zumindest vergleichsweise. Wir sahen uns täglich, aber der Brief änderte das schlagartig.
Sie sieht sehr traurig aus, weswegen ich trotz der Wärme die Arme nach ihr ausstrecke und sie in eben diese ziehe.
Ich wollte nicht, dass sie weint.
Ich streiche ihr vorsichtig über den Rücken, so wie meinen Moms das immer bei mir und Ida gemacht hatten, wenn es uns schlecht ging.
Ich schluckte, hielt sie in armeslänge von mir und sah sie ernst an. "Ich will gar nicht ohne dich gehen." sage ich traurig. Meine Stimme ist Tränenschwer. "Vielleicht kann ich auch einfach noch zwei Jahre warten, und dann gehen wir zusammen hin." ich versuche mich an einem Grinsen, aber wir beide wissen, dass das, was ich da gerade gesagt habe totaler Blödsinn ist. Man konnte sich nicht einfach aussuchen, wann man zur Schule ging und wann nicht. Ich zuckte mit den Schultern. "Oder vielleicht passt du ja in meinen Koffer, wenn ich sonst nur wenig Sachen mitnehmen. Oder wir verwandeln dich in eine Kröte oder Katze oder so und dann kommst du als mein Haustier mit!" schlug ich vor, merkte aber selbst, dass das, was ich sagte immer unlogischer wurde. Ich konnte noch keine Zauber und einen Menschen in ein Tier zu verwandeln schaffte ich schon mal gar nicht. Ich seufzte.
"Ich wünschte, ich müsste nicht gehen. Ohne dich, meine ich." traurig sehe ich wieder zu ihr. "Wenn meine Moms und meine Schwester nicht dabeigewesen wären, hätte ich ja so tun können, als hätte ich ihn gar nicht bekommen..." ich seufzte. Es gab einfach keine Lösung für dieses sehr unschöne Problem. Meine Unterlippe zitterte und ich spürte das Brennen der Tränen in meinen Augen. Ich würde sie schrecklich vermissen. Trotzdem schaffte ich es, die Tränen zu verdrängen. Ich war schon groß, da weinte man nicht mehr!

Ina
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Ina am 13.05.2018 20:31ich greife nach dem Brief. Er sieht alt aus, ist vergilbt und ein wenig zerknittert. Langsam öffne ich ihn und falte das darin liegen Papier auseinander und beginne zu lesen. "Wir freuen uns Sie im nächsten Jahr bei uns begrüßen zu dürfen..." ich kann meine Augen nicht von der verschnörkeltet Schrift nehemn , obwohl ich durch meine von Tränen gefüllten Augen nicht erkennen kann. Ich weiß genau was dieser Brief zu bedeuten hat.
Ich werde meinen besten Freund und meinen Komplizen verlieren.
Er wird nach den Ferien meilenweit weg zur Schule gehen. Und ich werde ihn vlt nie wieder sehen.
Wir haben zwar schon früher über diese Sache geredet, aber jetzt wo es passiert geht mir das Ganze viel zu schnell.
Ich versuche angestrengt, die restlichen Zeilen zu lesen doch scheitere kläglich. Mir geht nur der Gedanke durch den Kopf:
Was passiert wenn er eine neue beste Freundin findet? Und an wen kann ich mich jetzt anlehnen, wenn meine Mutter mal wieder stresst?
Ich möchte ihn einfach nur noch in den Arm nehmen und nie wieder loslassen.
Aber mir ist auch klar, dass dies hier vermutlich der beste Tag in seinem Leben sein musste, zumindest wäre es meiner. Ich schöpfe neue Hoffnung, vlt bekomme ich ja auch in zwei Jahren einen Brief.
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Matthew am 01.05.2018 20:14Ich sah ihr sofort an, dass sie erkannt hatte, wie unecht mein Lächeln war. Nicht ohne Grund nannte ich sie meine beste Freundin. Sie durchschauete mich ebenso schnell, wie meine Familie es tat. Genaugenommen gehörte sie ja auch schon zu dieser. Ich konnte mich im Grunde kaum noch an die Zeit vor ihr erinnern...
Erschöpft lässt sie sich neben mir fallen. Sie ist total rot angelaufen und sieht ziemlich fertig aus. Außerdem glänzt der Schweiß auf ihrer Stirn, aber das ist mir egal. Nach so einem Spurt sähe ich bestimmt um einiges schlimmer aus als sie.
Eine kurze Zeit lang, versuche ich ihrem erwartungsvollen Blick auszuweichen, aber es funktioniert nicht lange. Warum ich überhaupt versuche es herauszuzögern ist mir unklar. Ich habe sie bereits neugierig gemacht und ich kenne sie gut und lange genug um zu wissen, dass sie nicht nachgeben wird, bevor sie das Geheimnis gelüftet hat. Außerdem würde sie es sowieso früher oder später erfahren - spätestens, wenn ich gehen muss. Ich schlucke den Kloß, der sich in meinem Hals gebildet hat herunter. Meine Freude ist fast vollkommen erloschen. Ich wünschte, ich könnte mit Ida UND Ina die Schule beginnen, denn egal wie sehr ich meine Schwester liebte und brauchte, Ina liebte und brauchte ich auch. Meine Gedanken wanderten sofort zu meiner Schwester, mit der ich noch reden wollte - über Hogwarts selbstverständlich, schließlich freuten wir beide uns schon länger auf unsere gemeinsame Zeit dort, als ich Ina überhaupt kannte.
Ich sah zu Ina, die mir mittlerweile auch die Welt bedeutete und zog langsam und bedächtig den Brief unter dem Buch hervor.
"Er ist vorhin angekommen." erzählte ich leise. Meine Augen waren auf das gelblich Papier in meiner Hand gesenkt. "Mein Hogwarts - Brief." erklärte ich. Das Papier war immer noch etwas zerknittert an den Seiten.
Stumm hielt ich Ina den Brief hin. Ob sie wohl sofort gewusst hatte, was dieser Brief bedeutete? Ob sie wusste, dass ich sie zurücklassen musste? Musste ich das denn? Vielleicht konnte ich auch einfach noch zwei Jahre warten, bis Ina auch den Brief bekam? Aber dann müsste ich ohne meine Schwester auskommen und das konnte ich nicht. Das war mir schon klar, bevor ich den Gedanken überhaupt zuende gedacht hatte. Ida und ich hatten schon immer zusammengehört, uns hatte es immer nur im Doppelpack gegeben. Ina war eine neue Komponente, die nur zu mir gehörte, nicht zu Ida. Ina und Ida. Schon lustig, dass zwei der mir wichtigsten Mädchen dieser Welt so ähnliche Namen trugen.
Ich schob all diese Gedanken vor, um nicht aufsehen zu müssen, während Ina den Brief las. Zumindest glaubte ich, dass sie es tat. Ich konnte ihr nicht in die Augen sehen.

Ina
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Ina am 27.04.2018 16:24Mühsam und noch total fertig von meinem Spurt kraksel ich den Stamm rauf, greife mit rechts nach oben an die Knolle am Stamm die einem die ersten anderthalb Meter hilft, dann schwinge ich mein Bein hoch und klettere weiter . Matty streckt mir wissend seinen Am entgegen. Ich bin ein bisschen viel kleiner als er und habe auf dem letzten Stück immer Probleme mich hochzuziehen. Ich greife dankbar nach seiner mir Hilfe anbietenden Hand und zieh mich endgültig auf die Plattform hoch.
Er grinst mich an. Verwunderung steigt in mir hoch. Warum lacht er nicht? Sonst hat er doch auch immer einen Kommentar über meine Grüße auf den Lippen.
Ich bin total außer Atem, vermutlich leicht erötet und dank der Temperaturen heute und meinem Sprint sehr verschwitzt. Deshalb bringe ich nur ein Hallo heraus und lasse mich rücklings neben Matty auf die Holzbretter fallen und schaue nach Luft ringend durch den Wipfel der Eiche in den Himmel . Matty legt sich neben mich und lässt mir Zeit meinen Puls runterzuholen.
Mit genug Luft zum Reden setze ich mich wieder auf und frage ihn, was denn so tolles Los sein muss, dass er es mir unbedingt persönlich sagen musste und, dass nicht bis morgen warten konnte.
Denn wir hatten uns wie jeden Tag ja schon den ganzen Vormittag gesehen, bevor wir beiden nach hause zum Essen mussten.
Langsam und beinahe ein wenig nachdenklich greift er hinter sich und zieht ein Buch hervor.
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Matthew am 27.04.2018 15:51Ich sehe Ina schon von weitem. Sie rast in den Wald. Leise lachend sehe ich ihr zu. Es ist unglaublich heiß... Logisch, schließlich haben wir August. Nachts wurde es jedoch recht kalt und es regnete häufig. Auch das war nicht untypisch für Großbritannien. Doch tagsüber hielt die Hitze alle in Atem. Selbst mir war mehr als nur ein bisschen warm und ich saß still herum. Ina dagegen trieb auch noch Sport. Aber ich hatte sie mit meinem recht kurzen Anruf wohl ziemlich gespannt stehen lassen. Als sie nah genug war, rief ich ihr zu, dass sie hochkommen sollte.
Ich war zwar immer noch aufgeregt und ein bisschen freute ich mich auch, aber in der Zeit, die ich darauf gewartet hatte meine Ina zu sehen, war mir bewusst geworden, was Hogwarts bedeutete. Außer das ich auf die coolste Schule der Welt kommen würde. Egal, wo Hogwarts genau lag, es würde sehr weit weg sein von meiner besten Freundin.
Ich sah Ina dabei zu, wie sie sich zu unserer Festung hocharbeitete und warf dann noch einen Blick auf den Brief, der nun unter dem Buch hervorlugte. Ich hatte ihn aus zwei Gründen dort platziert: Erstens würde Ina ihn nicht gleich sehen und zweitens, konnte er so nicht weg fliegen.
Mein Herz wurde schwer, als ich wieder zu Ina sah, die nun fast ganz oben bei mir angekommen war. Mir wurde bewusst, dass diese Zeit bald vorbei war. Ich hatte nie daran gedacht. Keinen Gedanken daran verschwendet, dass wir uns einmal trennen mussten... Doch nun blieben uns nur noch wenige Wochen, bis uns viele Meilen trennen würden.
Ich streckte ihr meine Hand entgegen, um sie den letzten Meter mit nach oben zu ziehen, so wie ich es immer tat und grinste sie an. Ich merkte, dass das Grinsen sich nicht wirklich passend anfühlte. Es war seltsam falsch, da diese neuen unangenehmen Gedanken dafür sorgten, dass ich mich schlecht fühlte.

Ina
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Ina am 27.04.2018 15:10


Gleich nach dem Essen zog ich mir Jacke über und Schuhe an und machte mich schnell auf den Weg zum Baum, unserem Baum, der von mir und meinem besten Freund Matty. Er hatte vorhin ganz aufgeregt am telefon geklungen und ich war jetzt so gespannt, was er mir erzählen wollte. Leider wollte meine Mama, dass ich noch esse und sie hatte auch dafür gesorgt, dass ich sitzenleiben muste bis sie und Papa aufgegessen hatten.
Jetzt rannte ich den Wind in meinen Haaren spürend auf dem Bürgersteig die Straße entlang, ein bisschen in Angst, ich könnte viel zu spät dran sein. Aber eigentlich viel mehr gespannt und erwartungsvoll auf die offensichtlich für Matty freudigen Nachrichten. An der Ecke biege ich nach rechts ab und ich kann den Wald schon sehen. Meine Füße schlagen in schnellerem Rythmus auf den Boden und ich sprinte fast. Am Waldrand angekommen renne ich ohne an die vorhanden Wege zu denken durch das Dickkicht, über die vom gestrigen Regen noch klamme Wiese. Unsere Baum mit der Plattform steht in der Mitte, mächtig und wie aus einer anderen Welt. Matty und ich nennen ihn immer unsere Festung.
Ich sehe Matty nicht wie sonst an den Stamm gelehnt. Mist, bin ich etwa doch so spät. da blicke ich auf die Plattform hoch und mein Herz macht einen kleinen Sprung. Nein bin ich nicht, da sitzt er.
Er winkt mir zu und ruft, dass ich doch raufkommen soll.
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Matthew am 27.04.2018 14:37


Es war kaum eine Stunde vergangen, da stand ich schon draußen unter dem großen alten Eichenbaum und wartete auf Ina. Meinen Hogwartsbrief hatte ich etwas zerknickt in der Hand. Ich strahlte übers ganze Gesicht und konnte es kaum erwarten mit Ina zu sprechen.
Ich freute mich natürlich auf Hogwarts, aber etwas trübte meine Vorfreude dann doch. Ich würde ohne Ina dahin müssen. Ich würde sie nicht mehr täglich sehen. Natürlich hatte ich noch meine Schwester – Merlin sei Dank! - aber es war schon etwas anderes, ob man nur mit seiner Schwester oder mit seiner Schwester UND der allerbesten Freundin ein Abenteuer bestritt. Sie würde mir schrecklich fehlen. Mehr, als ich zugeben wollte.
Mein Lächeln erlosch, als ich daran denken musste, dass ich sie verließ. Ich würde sie zurücklassen und erst zu Weihnachten wiedersehen. Meine Kehle war seltsam zugeschnürt und es war, als hätte mir jemand Steine in den Magen gestapelt. Ich wollte gar nicht ohne Ina gehen.
Traurig strich ich die Seiten des Briefes glatt und versuchte ihn etwas zu retten. Mama hatte schon vorhin etwas missbilligend geguckt, als ich den Brief etwas lieblos aufgerissen hatte. Aber dann hatte sie gelächelt. Sie konnte meine Vorfreude wohl gut verstehen und freute sich mit mir. Ma hatte einfach nur gegrinst. Ich hatte auch noch nicht wirklich mit Ida gesprochen, was ungewöhnlich war, aber ich brauchte nun mal fünfzehn bis zu unserem Treffpunkt und ich wusste nicht, wie viel Zeit das Brieföffnen und lesen desselben mich gekostet hatte. Naja und jetzt war ich anscheinend viel zu früh, war zerzaust, hatte Mama und Ma nicht wirklich gesagt, wo ich hinwollte – das hätte viel zu viel Zeit in Anspruch genommen – und kickte Steinchen durch die Gegend.
Hoffentlich würde Ina bald kommen. Ich seufzte leise und kletterte auf den Baum. Oben hatte ich schon das Buch 'Geschichte, Hogwarts' gebunkert und ein paar Kekse, die ich am Vortag gebacken hatte. Irgendjemand hatte hier mal eine Plattform errichtet, auf der bequem zwei Erwachsene platz hätten. Ina und ich hatten sie entdeckt, als wir die Gegend erkundet hatten. Wir waren auf hohe Bäume geklettert um besser sehen zu können und plötzlich war dort, gut versteckt zwischen den Zweigen des riesigen Baumes, diese Plattform aufgetaucht.
Ich machte es mir auf dem Kissen bequem und linste durch die Blätter, um Ina so schnell wie möglich zu entdecken, wenn sie auf der Wiese auftauchte.

Re: Vergangenheitsplay » 10
von Avery am 14.03.2018 22:21Als ich angesprochen wurde, blinzelte ich etwas irritiert. War das nicht der Mann von... ich sah erneut zur Straße und schüttelte dann verwundert den Kopf. "Klar." sagte ich dann, und räumte mein Buch von dem mir gegenüberliegenden Platz, damit er sitzen konnte.
Warum er sich aber zu mir setzte, war mir schleierhaft. Erneut sah ich mich im Café um und da fiel es mir wieder ein – es war brechend voll. Klar musste er sich zu jemandem setzten. Gedanklich schlug ich mir selbst gegen den Kopf. Ich war heute mal wieder nicht die hellste Leuchte im Kronleuchter. Mein Blick fiel auf den Platz unmittelbar vor mir und ich bemerkte erst jetzt, dass mittlerweile meine Bestellung gekommen war. Wann genau konnte ich nicht sagen, ich war zu sehr in Gedanken versunken gewesen. Ein weiteres mal schüttelte ich über mich selbst den Kopf. Ich war heute aber auch zerstreut.
Der Mann mir gegenüber bestellte ebenfalls einen Kakao, was ihn unglaublich sympathisch machte. Ich hasste diese Menschen, die immer nur schwarzen Kaffee tranken, weil sie zu alt für heiße Schokolade waren. Naja, hassen war zu viel gesagt... ich verstand es einfach nicht. Ich hatte zwar ebenfalls mein Standardgetränk, aber einen Kakao hier und da ließ sich immer wieder gern einbringen.
Ich griff nach meiner Tasse und nahm einen große Schluck. Die Süße durchströmte mich und ich schloss genießerisch die Augen. Ich liebte Schokolade. Dann fiel mir wieder ein, dass ich gar nicht mehr alleine war. Vorsichtig öffnete ich die Augen und sah zu dem Mann vor mir. Also war er weder ein Kriegsheld, noch ein Ehebrecher. Zumindest nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Er war einfach nur ein Typ, der Kakao in einem Café trinken wollte. Meine innere Reporterin war alles andere als zufrieden. Vielleicht würde sich ja doch noch die ein oder andere Geschichte aus ihm herauslocken lassen. Ich grinste in mich hinein.
Gerade als ich anfing, meinen Scone mit Marmelade zu bestreichen, kam auch sein Essen – es sah sehr gut aus.
„Ich bin übrigens Avery." stellte ich mich im selben Moment vor, in dem er auch anfing zu sprechen. Ich lachte und nickte dann. Ja, heute war es wirklich mal sehr schön. Eigentlich war es sogar zu schade um drinnen zu sitzen. Gestern, als ich frei gehabt hatte, hatte es den ganzen Tag geregnet. Da habe ich auch drinnen gesessen. „Eigentlich nicht sehr klug, diese Gelegenheit im Sonnenschein zu laufen, zu verschwenden in dem man drinnen sitzt." ich lächelte ihm zu und linste dann zu seinen Händen. Also verheiratet schien er schon mal nicht zu sein. Er trug weder einen Ring, noch war ein Abdruck von einem solchen zu sehen. Ich hatte keinerlei spezielle Absichten, nur reichte manchen Ehefrauen schon ein einfaches Gespräch ihrer Männer mit einer anderen Frau und sie drehten total durch. Das hatte ich schon mal und dabei war es nur um ein Interview gegangen – eine Wiederholung war nicht wünschenswert. Ich sah wieder auf in sein lächelndes Gesicht und nahm endlich den ersten Bissen von meinem Gebäck,. Es schmeckte himmlisch.
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Adrian
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Adrian am 14.03.2018 20:22Ich war heute nur so in der Innenstadt untewegs. Obwohl 'nur so' nicht das richtige Wort war, denn so sollte es für die Menschen in meinem Umkreis aussehen. Denn eigentlich hatte ich einen Auftrag bekommen, keinen sehr großen aber für einen so jungen Agenten, der eigentlich noch mitten in der Ausbildung steckte, war dies doch schon eine Ehre.
Ich bog um eine Ecke auf einen kleinen Platz und entdeckte ein Café. Bei einem genaueren Blick auf den Namen erkannte ich das Café, das ich bereits gesucht hatte und das zu meiner Tarnung die besten Muffins Lonsons anbieten sollte. Ich überquerte den Platz zügig und blieb dann aber vor dem Café sichend stehen, als würde ich jemanden oder etwas suchen. Ein Auto fuhr vorbei und ich überquerte die kleine Straße, bevor ich die Holztür des von außen recht klein aussehenden Cafés öffnete und eintrat.
Innen war das Café wesentlich größer als es von außen gewirkt hatte und es war schön gemütlich eingerichtet. Auf der Suche nach einem Platz schlenderte ich durch die Tischreihen und entdeckte hinten einen kleinen Tisch für zwei Personen, an dem eine junge Frau, kaum jünger als ich saß und gedankenverloren auf die Straße heraussah.
Ich steuerte also auf den einzigen freien Platz des vollen Cafés zu und lächelte die junge Frau an. "Darf ich hier platznehmen?" fragte ich höflich lächelnd. Nach ihrer Antwort nahm ich Platz und bestellte bei der Bedienung einen Schokoladenmuffin sowie eine heiße Schokolade.
Dann faltete ich die Hände, stützte mich auf meine Unterarme und musterte die Frau kurz. Das war die Frau, die mir beschrieben worden war und ich hatte sie sofort gefunden. Oder besser gesagt durch Zufall entdeckt. Mein Muffin kam und ich nahm ihn entgegen, während die Frau weiterhun gedankenverloren aus dem Fenster sah. "Schöner Tag heute, nicht wahr?" stellte ich nach einem Blick aus dem Fenster mit charmantem Lächeln zu ihr fest und biss in meinem Muffin.
Antworten
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