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Re: Vergangenheitsplay » 13
von Kate am 26.09.2018 23:37Ich nickte nur noch auf seine Aussage hin. Großartig mehr darüber zu reden brachte schließlich nichts, weil das ja alles nur Spaß war. Aber trotzdem mochte ich solche Gespräche einfach, weil es schließlich ja nicht immer nur alles ernstes Gerede sein musste. Spaß musste nämlich auch sein.
"Jaja, dieser Fehler passiert den meisten Leuten", meinte ich mit einem wissenden Kopfnicken. "Weißt du, die meisten unterschätzen mich und denken, dass ich relativ langweilig und ernst bin, und das vor allem dann, wenn sie merken, dass ich einen Doktortitel habe", fügte ich dann doch noch mit einem kleinen Lächeln hinzu. Das, was ich zuletzt gesagt hatte, war natürlich völliger Blödsinn, aber den Anfang meinte ich komplett ernst. Es war nun mal wirklich so, dass mich die aller meisten Menschen unterschätzten und mich für ein kleines Mauerblümchen hielten, das nie den Mund aufbekam. Was natürlich größtenteils nicht stimmte.
Ich musste auf Amos Reaktion mit der beleidigten Leberwurst hin grinsen, aber spielte dennoch mit. "Oh nein, Spätzchen, natürlich würde ich dir sowas nie unterstellen. Ich weiß doch, dass du ein überaus anständiger Mann bist!", rief ich mit gespielt verzweifelter Stimme aus und rieb ihm sanft über den Rücken, den er mir zugewandt hatte. Als er dann mit seiner Aussage fort fuhr, schwand mein verzweifeltes und trauriges Gesicht und machte stattdessen erneut einem Grinsen Platz. "Ich würde dir meine Sammlung ja liebend gerne zeigen, aber die befindet sich leider sicher bei mir daheim in einem Safe", meinte ich dann mit einem Schulterzucken. Und ich log nicht mal, naja, jedenfalls nicht ganz. Der Safe war natürlich übertrieben, aber ich nahm meine Kartensammlung tatsächlich nie mit nach Howarts. Daheim war sie schließlich besser aufgehoben.
Und auf seine nächste Aussage hin zuckte ich wieder nur mit den Schultern. Was konnte ich denn auch schließlich noch zu einem 'Tzzz' entgegnen? Ich konnte ja wohl schlecht seine Gedanken lesen, um diesen Laut dann richtig deuten zu können, geschweige denn passend antworten zu können.
"Hey, nenn mich noch einmal Langweilerin!", rief ich empört aus, während ich ihn grimmig ansah und mich versuchte so gut es ging vor ihm aufzubauen. "Und keine Sorge, eine Therapiestunde möchte ich sicher nicht mit dir halten", meinte ich grinsend, während ich ihm den Feuerwhiskey unter die Nase hielt. "Ich werd dir schon noch beweisen, dass man mit mir auch seinen Spaß haben kann", fügte ich dann noch lächelnd hinzu.
Auf seinen letzten Satz hin, zuckte ich erneut mit einem verschmitzten Grinsen die Schultern. "Tja, dazu sag ich nur eins: Find's heraus!" Und mit diesen Worten ging ich rein und ließ mich auf die Couch fallen. Wow, die war ja noch viel bequemer, als ich ohnehin schon dachte. Und weil sie vor dem Kamin stand, war es dort auch angenehm warm. Ich drehte meinen Kopf dann jedoch noch einmal zu Amos und fragte: "Willst du ewig dort stehen bleiben oder es dir vielleicht auch noch bequem machen?"


Re: Vergangenheitsplay » 13
von Kate am 25.09.2018 21:16Ich stieg bei Amos Blödelei mit ein und schaute mich ebenfalls nach einer Couch um, die man vielleicht irgendwie dazu umfunktionieren könnte eine Couch in einem Behandlungszimmer abzugeben. Und wie zu erwarten war, fand man eine solche nicht. Enttäuscht sah ich Amos an und schob meine Unterlippe für einen kurzen Moment vor, um einen Schmollmund vorzutäuschen. "Das ist aber zu schade. Naja, egal, mein Angebot steht. Und falls du mich kontaktieren möchtest: Eine meiner Visitenkarten hängt am schwarzen Brett", meinte ich dann ernst mit einem Schulterzucken; wieder ganz die seriöse Psychaterin. Doch diese Fassade konnte ich nur für wenige Sekunden aufrecht erhalten, bevor sie zu bröckeln begann und einem Lachen wich.
"Bitte?", meinte ich, zutiefst schockiert und enttäuscht, "Wenn ich eins ja wohl nicht bin, dann langweilig und spießig!" Tz, wie konnte so etwas, im Bezug auf mich, denn über seine Lippen kommen? Ach, dem würde ich es noch zeigen, dachte ich mir mit einem Grinsen. Und als er mir dann auch noch sein Tauschangebot vorstellte, konnte ich nicht anders, als ihn mit offenem Mund anzustarren. "Versuchst du hier gerade etwa mich über den Tisch zu ziehen? Ich bitte dich, so ein läppisches Angebot würde ich nie im Leben annehmen", meinte ich anschließend mit einer hochgezogenen Augenbraue. Er konnte gern versuchen, wen anderes zu veräppeln, aber bei mir würde er das nicht so schnell hinbekommen. Von Malodora Grymm musste ich glaube schon 3 Karten daheim haben.
"Also erstens mal würde ein blaues Auge deine Augenfarbe perfekt betonen, wie ich finde. Und zweitens kann ich dir irgendwie nicht ganz abkaufen, dass du viel lernst", meinte ich mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. Nein, tatsächlich nicht. Lag vielleicht aber auch daran, dass ich schon des öfteren mitbekommen hatte, dass Amos sich auf sehr vielen Partys herum trieb.
Als wir schon den Ausgang erreicht hatten, drehte ich mich noch einmal zu Amos um und meinte mit einem Grinsen. "Ich glaube, dass Sie ziemlich enttäuscht sein werden, Mr Diggory. Meine Fantasien sind bestimmt nicht halb so aufregend, wie man denken könnte", sagte ich lächelnd. Und das stimmte wahrscheinlich auch. Hoffentlich erhoffte sich Amos nicht zu viel.
Als wir dann die Party verlassen hatten und am Wandteppich von Barnabas dem Bekloppten angekommen waren, lief ich drei mal vor der gegenüberliegenden Wand vor und zurück, während ich mir einen Raum vorstellte. Ich wusste schon gar nicht mehr, wer mir damals den Zutritt zum Raum der Wünsche verraten hattte, aber das spielte im Moment ja sowieso keine Rolle. Als dann, wie erhofft, eine Tür vor uns auftauchte, grinste ich Amos noch einmal an, bevor ich diese dann öffnete. In dem Raum standen an einer Seite ein Bett mit sehr vielen Kissen und auf der gegenüberliegenden Seite konnte man einen Kamin ausfindig machen. Und diesem gegenüber befand sich eine bequeme Couch.
"Ach, sieh mal einer an, da haben wir sogar zufällig eine Couch", meinte ich mit einem Zwinkern und verwies somit auf unser Gespräch von vorhin.


Re: Vergangenheitsplay » 13
von Kate am 23.09.2018 20:52Ich beobachtete Amos mit gespielter Ernsthaftigkeit und nickte immer wieder nachdenklich. "Hm, na wenn das so ist, dann müssen wir halt zusammen versuchen, das Problem zu lösen. Weißt du, ich bin gelernte Psychaterin", meinte ich immer noch nachdenklich, während ich mir mit einem Finger leicht gegen das Kinn klopfte. Natürlich machte ich hier nur Witze, und ich war mir auch sicher, dass Amos nicht wirklich süchtig nach Wetten war; das hätte man ansonsten bestimmt schon einmal mitbekommen.
"Naja, ich komm immer mit Tauschen an die Karten, die ich haben will. Wetten sind mir da meistens dann doch etwas zu riskant", meinte ich mit einem Zwinkern. Die allerwenigsten, die mich nicht kannten, würden wahrscheinlich vermuten, dass auch ich ein hardcore Quidditchfan war. Irgendwie überraschte das dann doch die meisten Leute, die mich besser kennen lernten, warum auch immer.
Ich musste mich bei Amos nächster Aktion wirklich sehr zusammenreißen, um nicht laut los lachen zu müssen. Aber irgendwie bekam ich es doch hin, ihn relativ ernst anzuschauen. "Natürlich würdest du das. Was glaubst du denn, wer die ganzen Patienten in den Krankenflügel bringt. Das waren alles bestimmt keine Unfälle, das ist sicher", meinte ich mit der bedrohlichsten Stimme, die ich in meinem Zustand noch auf die Reihe bekam. Dann fügte ich noch mit einem Lächeln hinzu: "Du kannst wirklich froh sein, dass du mir sympathisch bist, sonst hättest auch du dir schon lange ein Bett im Krankenflügel reservieren können." Jaja, Kate, die Schlägerin. Wenn das nicht passte, weiß ich auch nicht. Bei dem Gedanken schlich sich ein noch etwas breiteres Grinsen auf mein Gesicht. Meistens bekam ich es ja noch nicht einmal richtig auf die Reihe ein Marmeladenglas zu öffnen.
Ich war Amos mehr als nur dankbar, dass er so tat, als hätte er meine letzte Aussage nicht gehört, obwohl ich mir natürlich sicher war, dass das Gegenteil der Fall war. Eins musste man Amos auf jeden Fall lassen, Empathie besaß er. Und das machte ihn für mich nur sympathischer. Ja, ich würde definitiv behaupten, dass ich ihn schon jetzt mochte.
Nach seiner nächsten Aussage sah ich ihn erst einmal kurz perplex an, bevor ich an ihm vorbei zu seinen Freunden sah. Und tatsächlich: Sie alle beobachteten uns gespannt. Die ganzen Blicke waren mir entgangen. Aber kurz nachdem ich das auch einmal bemerkt hatte, nickte ich schnell und meinte: "Ja bitte, so schnell wie möglich." Ich hasste es im Mittelpunkt zu stehen. Ich war eher die Person, die sich gerne im Hintergrund hielt. Schnell ergriff ich Amos' Hand und zog ihn hinter mir her in Richtung Ausgang. Auf dem Weg schnappte ich mir noch mit der anderen Hand eine Flasche Feuerwhiskey. Wahrenddessen fragte ich ihn noch: "Wäre denn der Raum der Wünsche für dich okay oder möchtest du lieber wo anders hin?"


Re: Vergangenheitsplay » 13
von Kate am 21.09.2018 22:29"Aha, ich hab hier also einen Süchtigen vor mir? So hätt ich dich wirklich nie und nimmer eingeschätzt, Amos", meinte ich mit einem Grinsen im Gesicht. Das stimmt sogar. Für mich war Amos eigentlich immer nur der ätere, nette Hauskamerade von nebenan gewesen. Aber ich musste zugeben, dass er durchaus für Überraschungen gut war. Und ich war mir sicher, dass ich ihn nach dem heutigen Abend mit ganz anderen Augen sehen würde; das passierte ja schließlich jetzt schon mit mir.
"Außerdem gibt es ja auch noch andere Wege an eine Karte zu kommen", meinte ich lächelnd. Da kannte ich mich schließlich aus.
Mir fiel auf, dass Amos die ganze Situation ziemlich unangenehm zu sein schien. Das war aber absolut nicht meine Absicht gewesen! Ich bereute es sehr, dass ich Amos hierrein mitgezogen hatte. Zwar war dieser Kuss irgendwie schön gewesen, auch wenn er nicht echt war, aber wenn man mir jetzt einen Zeitumkehrer in die Hand drücken würde, würde ich ihn definitiv benutzen und alles anders machen. In der Hoffnung, dass es meinem Gegenüber dann besser gehen würde.
Ich musste dann allerdings zu meiner Überraschung wegen Amos nächster Aussage laut los lachen und ich ließ es mir auch nicht entgehen, in den Witz mit einzusteigen: "Natürlich beschütze ich doch meinen Liebling. Siehst du denn nicht diesen Bizeps?" Während ich dies sagte, hob ich meinen Arm und versuchte meine Oberarmmuskeln so gut es ging anzuspannen. Aber wie zu erwarten war, sah man absolut keinen Unterschied zum schlaffen Zustand. "Ich weiß jetzt schon, dass dieser Idiot sich vor Angst gerade in die Hose macht. Und mal ganz unter uns, wer würde das nicht? Ich sehe ja schließlich wirklich furchterregend aus." Ich versuchte ein Lachen zu unterdrücken, aber natürlich scheiterte ich auch hier kläglich bei dem Versuch.
"Versprochen", meinte ich mit einem breiten Lächeln auf seine nächsten Worte und hielt ihm meine Hand für einen Händedruck hin, damit wir dieses Versprechen auch besiegeln konnten. Dann fügte ich auch noch etwas leiser und ernster hinzu: "Und glaub mir, mein armes Herz ist dafür auch nicht gemacht..."
Hatte ich das gerade laut gesagt? Ich hatte tatsächlich zu viel getrunken!
Um von dem Gesagten und Thema abzulenken, sagte ich dann schnell, mit wahrscheinlich hochrotem Kopf: "Hast du zufällig was im Kopf oder einen Wunsch, was wir jetzt machen könnten? Willst du vielleicht noch was trinken, Feuerwhiskey oder so?" Ich fragte zwar ganz unschuldig, aber ich erhoffte mir, dass wenn Amos noch mehr trinken würde, ich vielleicht hinter seine Fassade schauen könnte.


Re: Vergangenheitsplay » 13
von Kate am 21.09.2018 20:45Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Amos dringend weg wollte. Ich konnte nicht genau festmachen, an was es lag. An der ganzen Fake Paar Geschichte? Daran, dass wir uns geküsst hatten? Oder war er gar sauer auf mich, weil ich ihn in den ganzen Mist hier geritten hatte? Vielleicht konnte er mich ja auch gar nicht ausstehen? Letzteres strich ich dann aber wieder innerlich in meinem Kopf durch. Wenn das wirklich der Fall gewesen wäre, hätte er mir ja wohl kaum geholfen, oder doch?
Ich musste zugeben, dass ich meistens ein relativ gutes Empathiegefühl hatte, aber aus Amos wurde ich seltsamerweise überhaupt nicht schlau. Ich konnte seine Blicke und Gesten einfach nicht deuten. Und bevor ich nicht ganz sicher sein konnte, was Sache war, konnte Amos vergessen abzuhauen. Ich würde ihn erstmal bestimmt nicht gehen lassen.
Eine Sache konnte Amos jedoch nicht vor mir verbergen: Das Grinsen, das entstand, als ich diese peinliche Bemerkung mit dem perfekten Kuss gelassen hatte. Aber wie auch schon die ganze Zeit konnte ich einfach nicht deuten, was das zu bedeuten hatte. Unwillkürlich stieg in mir die Frage auf, ob es ihm gefallen hatte oder ob das nur ein selbstgefälliges Lächeln war, von wegen: Ja, ich weiß, dass ich ein guter Küsser bin; schließlich hab ich schon tausende Mädchen geküsst. Mein Mund öffnete sich schon automatisch und ich wollte gerade anfangen, das eben Gedachte auszusprechen, doch ich konnte mich gerade noch im letzten Moment zurückhalten und den Mund wieder schließen. Was war denn los mit mir? Ich war doch sonst nicht so direkt! Aber wahrscheinlich hatte ich einfach zu viel getrunken; ich schob es jedenfalls mal auf den Alkohol.
Ich löste mich langsam aus der Umarmung, als er zu reden begann. Dann meinte ich mit einem schockierten Blick: "Bitte was hast du da gerade gesagt? Du wolltest eine Quidditchkarte von dir verwetten? Bist du noch bei Trost?" Ich war selber ein großer Quidditchfan, spielte es zum Spaß auch ab und zu, aber war noch nie in einem Quidditchteam gewesen. Und auch ich sammelte Quidditchkarten, aber im Gegensatz zu Amos wettete ich nicht um sie, dafür waren sie mir viel zu wertvoll!
Nachdem ich mich nach einigen Augenblicken wieder gefangen hatte, grinste ich ihn an und schüttelte den Kopf: "Um auf die ganze Fake Beziehungssache zurück zu kommen: Ich will das irgendwie wieder gut machen... Vielleicht hast du Lust noch etwas Zeit mit mir zu verbringen? Oder hast du etwas anderes im Sinn?" Innerlich hoffte ich wirklich, dass auch Amos Lust hatte den restlichen Abend mit mir zu verbringen. Aus welchen Gründen konnte ich bis jetzt noch nicht verstehen, schließlich rauchte mein Kopf geradezu förmlich. Irgendwie schien nichts mehr seinen richtigen Platz in meinem Gehirn zu haben. Dennoch konnte ich noch mit einem Lächeln hinzufügen: "Und glaub ja nicht, dass du jetzt einfach so abhauen kannst, das lasse ich nicht zu. Jedenfalls nicht, bevor du mir gesagt hast, wie ich es wieder gut machen kann. Und so eine Aussage wie: 'Du brauchst nichts wieder gut zumachen' lasse ich nicht gelten."


Re: Vergangenheitsplay » 23
von Kate am 20.09.2018 22:43"Ich wusste es!", meinte ich mit einem argwöhnischen Blick. "Ich hab doch schon immer gewusst, dass du ganz tief in deinem Herzen ein schlechter Mensch bist", meinte ich, während ich ihm mit meinem Zeigefinger auf die Brust tippte, da, wo sein Herz war. Ich versuchte wirklich ernst zu bleiben, als mich dann aber Casper auch noch anlächelte, konnte ich nicht anders und grinste zurück.
Das, was ich eben ausgesprochen hatte, war einfach zu absurd. Tief in seinem Herzen war Casper der beste Mensch dieser ganzen Welt. Und das war eine Sache, die ich mit hundert prozentiger Sicherheit sagen konnte. Und ich musste zugeben, dass es nicht viele Sachen gab, die ich so sicher wusste.
Als das Thema dann endlich auf Caspers Liebesleben gelenkt wurde, merkte ich, wie ich ihm sofort noch besser, wie sonst sowieso schon, zuhörte. Ich liebte es einfach etwas über das Liebesleben von anderen zu erfahren, vor allem, weil sich bei mir nunmal gar nichts tat.
"Da gibt es bestimmt noch mehr, die heimlich auf dich stehen", meinte ich schulterzuckend. Ich konnte die Mädchen, die sich bestimmt in Casper verliebt hatten, durchaus verstehen. Er war ja schließlich wirklich humorvoll, charmant und auch gut aussehend. "Aber du hast wirklich absolut keine Ahnung, wer dieses Mädchen sein könnte, das Ryan meint?", grübelte ich. Ich dachte einige Augenblicke nach, bevor ich dann hinzufügte: "Also, eins wissen wir ja schon einmal ganz sicher: Es muss wer sein, der sowohl dir, als auch Ryan nahe steht, weil sonst könnte er das ja nicht mit Sicherheit wissen..." Aber wenn ich einmal ehrlich war, fiel mir da niemand konkretes ein. Sowohl Ryan, als auch Casper waren mit relativ vielen Leuten befreundet, was das Ganze dann also auch nicht leichter machte.... Ich dachte noch einen weiteren Augenblick darüber nach, bevor ich schlussendlich aufgab. Mir fiel wirklich niemand ein.
Als ich dann aber auch merkte, dass Casper neben mir etwas, naja, wie soll ich das ausdrücken, nervös wurde, nahm ich das Kissen, das neben mir lag in die Hand und hielt es ihm hin. So gut, wie ich ihn mittlerweile kannte, wusste ich, dass er nicht sonderlich gerne über so etwas sprach. Während ich ihm immer noch das Kissen unter die Nase hielt, meinte ich dann noch mit einem Grinsen: "Ich glaub du bist jetzt an der Reihe."
Nachdem Cas dann den Süßigkeitenwagen ansprach, meinte ich nur: "Nie und nimmer würden wir den verpassen. Ich glaube sogar, dass wir mittlerweile ein Radar für den haben. Und selbst wenn wir schlafen würde, würden wir bestimmt aufwachen, sobald der Wagen in der Nähe ist." Nach einer kurzen Pause fiel mir dann noch etwas ein: "Oh, wir haben übrigens Bertie Botts Bohnen und Schokofrösche da, wenn du was davon haben willst?"
"Auf jeden Fall", entgegnete ich nur auf unsere Abmachung. Ich musste schon zugeben, dass ich es etwas seltsam fand, dass wir uns außerhalb der Schule kaum sahen, aber das lag wahrscheinlich nur an der Entfernung. Aber jetzt, wo ich ja volljährig war, konnte ich ja zu ihm apparieren, was das Ganze deutlich leichter machen würde.


Re: Vergangenheitsplay » 13
von Kate am 20.09.2018 21:44Ich konnte nur erahnen, wie unangenehm das ganze für Amos sein musste und das tat mir so unglaubich leid. Aber ich musste auch zugeben, dass er einen fantastischen Freund spielte und bestimmt auch abgeben würde. Wenn ich nicht mit Sicherheit gewusst hätte, dass das alles hier fake war, hätte ich Amos höchstwahrscheinlich seine Blicke und auch Gesten abgekauft. Er konnte zu meiner Überraschung wirklich gut schauspielen.
Als der Gryffindor uns gefragt hatte, wie wir denn zusammen gekommen waren und mir erst nichts einfiel und für einen kurzen Moment Stille herrschte, dachte ich schon, dass wir verloren sind. Doch dann begann Amos zu reden. Und wow, ich war wirklich beeindruckt. Ich hätte mir nie im Leben einfach so eine so glaubwürdige Geschichte aus dem Ärmel schütteln können. Was vielleicht auch daran lag, dass ich noch nie einen Freund gehabt hatte und demnach auch keine Story von dem Kennenlernen eines Pärchens im Kopf hatte. Und ich musste zugeben, dass die Geschichte, die Amos da erzählte, einfach zuckersüß war. Ich kam selber nicht drum herum ihn von der Seite aus einfach anzustrahlen. Auch wenn das Ganze natürlich nicht echt war, schmeichelten mir die Sachen, die er so erzählte. Vor allem als er das über mich sagte. Sowas liebes hatte ich, mal abgesehen vielleicht von meinem besten Freund, noch nie gehört. Und augenblicklich spürte ich auch, wie ich rot wurde. Verdammt, warum musste mir das immer nur passieren? Ich sollte mich mal wirklich zusammen reißen. Ich redete mir einfach ein, dass das am Alkohol lag.
Als Amos dann, ja, schon beinahe aggressiv beziehungsweise gemein wurde, musste ich ihn einfach mit großen Augen und offenen Mund anschauen. Das sah wahrscheinlich verdammt dämlich aus, aber ich hätte nun mal nie erwartet, dass Amos so sein konnte. Ich hatte ihn bisher immer nur nett und liebenswert erlebt.
Und dann, aus dem nichts, spürte ich plötzlich Amos warme Lippen auf meinen. Warte, was? Was geschah hier im Moment? Und obwohl ich so verwundert war, schloss ich doch instinktiv meine Augen und spürte auch ein leichtes Kribbeln in meinem Bauch, während ich den Kuss erwiderte. Hilfe, ich steigerte mich hier viel zu sehr rein. Aber irgendwie konnte ich nicht anders, das hier war irgendwie einer meiner ersten richtigen Küsse gewesen. Und ausgerechnet dieser hier war fake. Was für eine Ironie.
Aber als sich Amos von mir löste und der Kuss damit vorbei war, musste ich doch irgendwie zugeben, dass ich es ein kleines bisschen schade fand.
Als Amos dann zu stottern begann und versuchte sich irgendwie zu erklären und dann auch schon gehen wollte, packte ich ihn an der Hand und drehte ihn wieder zu mir um. "Hey, du brauchst dich für absolut nichts zu entschuldigen, Amos. Wenn dann bin ja wohl ich diejenige, die sich entschuldigen sollte. Es tut mir echt unglaublich Leid, dass ich dich mit hier rein gezogen habe, aber irgendwie hatte ich nicht gewusst, wie ich ihn sonst los werden sollte", meinte ich und sah ihm dabei entschuldigend in die Augen.
"Und außerdem war der Kuss perfekt", sagte ich und räusperte mich kurz darauf und wurde rot, als ich bemerkte, was ich da gerade gesagt hatte. "Äh... Ich... Ich meine, er war perfekt um ihn los zu werden", versuchte ich dann noch die Situation zu retten. Und aus einer Eingebung heraus umarmte ich Amos einfach, vielleicht etwas überstürzt. Während der Umarmung meinte ich dann noch: "Und danke, du hast mir wirklich den Hintern und auch den Abend gerettet."


Re: Vergangenheitsplay » 23
von Kate am 19.09.2018 21:55Ich grinste ihn mit einer hochgezognen Augenbraue an. "So so, heißt das dann etwa, dass du immer über mich lästerst oder wie?", lachte ich. Das konnte ich mir wahrscheinlich noch nicht einmal im Traum vorstellen. Ich war mir nämlich ziemlich sicher, dass keiner von uns beiden ein schlechtes Wort über den jeweils anderen verlieren würde. Im Gegenteil. Gerade weil wir so oft von einander erzählten und so viel Zeit zusammen verbrachten, wurde ich relativ häufig darauf angesprochen, ob wir denn ein Paar waren. Was natürlich mehr als nur absurd war.
Ich hatte mich so lange hinter meinem Kissen versteckt, bis Casper angefangen hatte zu reden. Nachdem er geendet hatte, schmeißte ich das Kissen wieder neben mich auf das Bett und schlug mir dann leicht mit der flachen Hand gegen die Stirn. "Oh nein, der Freunde Vertrag. Das hatte ich voll vergessen. Ich hätte ihn einfach nie unterschreiben sollen!", rief ich aus und musste mir dabei ein Lachen verkneifen. Dann fügte ich aber noch hinzu: "Aber warte! Ich müsste normal in meiner Schreibtischschublade schon den ausgefüllten Freundschaftskündigungsvertrag haben." Ich tat so, als ob ich gerade dabei wär mich aufzurichten und zu meinem Schreibtisch zu laufen, als ich dann aber in Gelächter wegen Caspers Worten ausbrach. "Was hast du da gerade gesagt? Ich brauche dich wegen Tipps, was Jungs angeht? Nenn mir drei sinnvolle Tipps, die du mir bisher gegeben hast", meinte ich und sah ihn mit einer hochgezogenen Augenbraue an. Soweit ich mich entsinnen konnte, hatte Cas noch nie einen guten Verkuppler abgegeben. Sowas muss einem halt auch liegen.... Aber dafür war Cas natürlich in vielerlei anderer Hinsicht der perfekte beste Freund.
Als einen Moment Stille zwischen uns herrschte, runzelte ich kurz die Stirn und fragte ihn dann: "Was ist eigentlich bei dir gerade in Sachen Mädels los? Gibt es da wen?" Ich war gar nicht mehr auf dem neuesten Stand, fiel mir gerade auf.
"45 % und wir haben einen Deal", meinte ich auf seine nächsten Worte hin mit einem schelmischen Grinsen. Dabei hielt ich ihm meine Hand unter die Nase, damit wir den 'Vertrag' mit einem Händedruck besiegeln könnten.
Nachdem Cas dann alles mit seinen Eltern geklärt hatte - zum Glück hatten diese sofort zugestimmt - lächelte ich ihn zufrieden an. Das war jetzt schon der beste Geburtstag aller Zeiten!
Auf seine Aussage hin, dass seine Mutter meinte, ich müsse mich nicht bedanken, zuckte ich nur mit den Schultern. In Zukunft würde ich es trotzdem machen, falls so etwas mal wieder vorkommen sollte.
Ich nickte, als Casper dann weiter sprach. "Ja, unbedingt. Wir werden zwar kein Auge zumachen, aber das wär es mir definitiv Wert." Außerdem könnten wir ja immer noch morgen im Hogwarts Express den ganzen Schlaf nachholen.
Ich merkte, wie sich meine Augen auf seinen Vorschlag hin weiteten und ich wie verrückt begann zu nicken. "Auf jeden Fall! So kann ich nicht nur endlich deine ganze Familie mal richtig kennenlernen, sondern sehe auch eure ganzen Tiere und Tierbabys. Win-win- Situation, würde ich sagen!", meinte ich dann voller Begeisterung. Ich konnte es jetzt schon kaum abwarten.


Re: Vergangenheitsplay » 13
von Kate am 19.09.2018 20:38Mir entging natürlich Amos verwirrter Blick nicht; ich hätte höchstwahrscheinlich an seiner Stelle genauso reagiert, oder mir wäre sogar aus Reflex ein 'Hä' raus gerutscht. Aber im Moment war das ziemlich ungünstig. Und als ich aus dem Augenwinkel zu dem Gryffindor sah, bemerkte ich leider auch, dass ihm Amos' Blick auch nicht entgangen war. Der Blondschopf hob daraufhin eine Augenbraue und beobachte uns nur mit einem belustigten Grinsen. Ich wusste jetzt schon, dass er es uns nicht abkaufen würde.
Und um ehrlich zu sein, hatte ich auch schon in dem Moment die Hoffnung aufgegeben gehabt, dass Amos noch mitspielen würde. Als er dann aber zu meiner Überraschung genau das tat.
Als er seinen Arm um mich legte, kam ich nicht drum herum ein wenig zu schmunzeln. Merlin sei Dank, Amos hatte verstanden und spielte sogar mit! Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter und antwortete dann: "Jetzt wo du wieder da bist, ist alles perfekt, Liebling."
Ich warf wieder einen Blick auf den Gryffindorjungen und stellte zufrieden fest, dass sein belustigtes Grinsen aus seinem Gesicht verschwunden war und er uns musterte. Wahrscheinlich wusste er noch nicht, ob er es uns abkaufen sollte oder nicht. Und als er dann fragte, wie lange wir denn anscheinend schon zusammen waren, wusste ich, was er vor hatte. Er wollte uns ganz offensichtlich auflaufen lassen mit irgendwelchen Fragen, in der Hoffnung, dass wir diese nicht beantworten konnten.
Und ich hatte jetzt bestimmt nicht vor, das zuzulassen, vor allem nicht, da Amos jetzt auch mitspielte. Ich löste mich von Amos, um seine Hand ergreifen zu können.
Dann warf ich ihm einen gespielt verliebten Blick zu, in der Hoffnung, dass dieser einigermaßen überzeugend wirkte. Und antwortete dem Jungen dann: "Seit beinahe genau ein einhalb Jahren." Oh, ich hoffte wirklich inständig, dass mir Amos nach der ganzen Aktion nicht böse war, aber ich hatte wirklich einfach nicht mehr weiter gewusst. Ich sah ihn noch kurz entschuldigend an, bevor ich auch schon wieder zu dem anderen sah, der sich hoffentlich bald verziehen würde. Aber dieser bewegte sich noch nicht einmal einen Milimeter, sondern fragte uns stattdessen, wie wir denn zusammen gekommen waren. Mein Kopf war wie leer gefegt und mir fiel absolut nichts ein.


Re: Vergangenheitsplay » 23
von Kate am 18.09.2018 22:31"Trotzdem ist das keine Selbstverständlichkeit", meinte ich schulterzuckend. Ich fand es einfach niedlich, dass unsere Familien sich so für den jeweils anderen von uns sorgten. Auch meine Eltern, vor allem meine Mum, erkundigte sich immer wieder über Casper und war erst zufrieden, wenn sie hörte, dass es ihm gut ging. Wenn das mal nicht der Fall sein sollte, würde meine Mutter bestimmt höchstpersönlich zu Cas gehen und nach ihm sehen... Nach einer kurzen Pause sagte ich dann aber noch mit einem frechen Grinsen: "Soso, scheint ja beinahe so als ob du ausschließlich von mir schwärmen würdest.." Ich liebte es einfach, Cas mit solchen Bemerkungen ein bisschen aufzuziehen.
Bei seiner nächsten Bemerkung lief ich jedoch knallrot an und vergrub mein Gesicht in einem Kissen, das direkt neben mir auf dem Bett lag und ich in meine Hände genommen hatte. "Fang bloß nicht schon wieder damit an! Ich sollte wirklich aufhören, dir irgendwas, was mit einem Jungen zusammenhängt, zu erzählen", brummte ich in das Kissen hinein. Cas war nunmal auch der Typ Freund, der einen gerne mit so etwas aufzog. Und meistens war das ja auch echt witzig; das Blöde daran war allerdings, dass man mich mit solchen Aussagen ganz schnell in Verlegenheit bringen konnte. Und Casper nutzte das manchmal schamlos aus. Wahrscheinlich amüsierte ihn das, und wenn ich ehrlich war, konnte ich ihm das noch nicht einmal verübeln. Ich war ja genauso.
Auf seine nächste Aussage hin musste ich laut los lachen. "Bitte was? Nur 20 % Idiotie? Ich glaub du hast da die Zahlen vertauscht", sagte ich, immer noch lachend und stupste ihn leicht in die Seite. Genau wegen solchen albernen Gesprächen liebte ich es einfach mit Cas Zeit zu verbringen. Mit ihm wurde einem tatsächlich nie langweilig!
"Perfekt! Dann können wir auch noch ein bisschen mehr Zeit miteinander verbringen", rief ich aus. Man sollte eigentlich meinen, dass wir bereits genug Zeit zusammen verbrachten, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es nie wirklich genug war. "Du kannst sie eigentlich auch gleich anrufen, damit wir das schon geklärt haben", meinte ich dann noch und zeigte auf das Telefon, das auf meinem Schreibtisch stand. Zum Glück interessierte sich meine Familie wenigstens für Muggelsachen und schottete sich nicht kompett von dieser Welt ab, wie es leider viele andere Reinblüterfamilien taten.
Nach einer kurzen Pause sagte ich dann noch etwas nachdenklich: "Wir müssen nur schauen, wo du dann schlafen wirst. Du könntest natürlich im Gästezimmer schlafen, aber ich glaub es wäre witziger, wenn du auch in meinem Zimmer wärst... Vielleicht können wir das Bett vom Gästezimmer ja hier rein bringen."
Ich hörte ihm dann zu und als er geendet hatte, konnte ich ihn einige Sekunden einfach nur geschockt ansehen, bevor ich rief: "WAS? Ihr habt seit VORGESTERN Schafbabys und du hast mir bis eben nichts davon erzählt?" Wie konnte er nur?! Er wusste doch, dass ich Tiere liebe!




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