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Re: Vergangenheitsplay » 12
von Darren am 04.11.2018 16:14Ich nickte leicht, da mich das mit Liam natürlich auch interessierte, aber gleichzeitig verzog ich leicht das Gesicht, da Alexander nun schon zum widerholten Male mir mit seinen nassen Haaren Wasser ins Gesicht geschleudert hatte. Missbilligend nahm ich den Saum meines Umhangs und rieb mir das Wasser von der Wange. Alexander schien das alles gar nicht mitzubekommen, er war viel zu eifrig damit beschäftigt mir wegen der Ruhe in den Gängen zu zu stimmen. Als er mir daraufhn auch noch einen Blick zuwarf hätte ich am liebtsen die Augen verdreht. Der sollte jetzt bloß nicht so tun, als könnte er das alles nachvollziehen. Deshalb wandte ich meinen Blick einfach starr nach vorne auf den Flur, riss meinen Kopf aber ein paar Sekunden später überrascht wieder in seine Richtung. Was hatte er da gerade sagen wollen? Das man jemanden an solchen Tagen gebrauchen konnte um damit umzugehen? Und wen schlug er dafür vor, etwa sich selbst? Ich unterdrückte mir das abwertende Schnauben, dass sich in meiner Kehle breitgemacht hatte und blickte ihn nur mit hochgezogenen Augenbrauen an. Das war ja lächerlich! Da würde ich lieber noch mal mit den Dementoren kämpfen, als die Erfahrungen mit ihm zu verarbeiten!
Er verbesserte sich auch keine zwei Sekunden später und ich ließ es ihm durchgehen, da meine Motivation mich mit ihm zu unterhalten, gleich null war. Ich bereute es mittlerweile schon wieder mit ihm mitgegangen zu sein und hatte eigentlich nur vor, ihn den Rest des Weges zu ignorieren, aber das Schweigen wurde irgendwann fast schon physisch unangenehm. Fast so, als würde uns eine Mauer trenen, obwohl wir nbeneinander liefen. Dementsprechend stellte ich meine Frage.
Er räusperte sich und ich machte mich innerlich schon bereit auf eine Art Vorlesung oder eine herablassende Antwort. Schließlich konnte es ja sein, dass der Kerl der totale Nerd war oder irgendwas in der Art. In der Sekunde ging mir irgenwie zum ersten Mal auf, dass ich eigentlich gar keine Ahnung hatte, wen ich da vor mir hatte, oder besser neben mir. Vor unserem Streit die letzten Tage war er mir nie aufgefallen und dementsprechend wusste ich nicht mal, zu welcher Art Leuten er gehörte. Aus diesen Beobachtungen hätte ich eigentlich geschlossen, dass er ein Streber war, der am liebsten nur Bücher las und ansonsten mit niemandem redete, aber das passte einfach nicht. Er hatte einen zu guten Körperbau, als dass er ein Versager sein könnte. Nicht, dass er nicht trotzdem einer war, aber naja.... Es passte eben nicht zu einem Nerd.
Ich wandte meine Aufmerksamkeit seiner Antwort zu und gab ihm in meinen Gedanken recht. Sollte es jemand geschaft haben, die Barriere zu öffnen, dann waren wir hier nicht so sicher wie gedacht. Allerdings glaubte ich eigentlich nicht daran. Da musste mehr hinter stecken. Das wäre ja viel zu einfach.
In dieser Sekunde bemerkte ich, dass Alexander nicht, wie gedacht, nur einen kurzen Blick auf mich geworfen und dann, wie sonst auch immer, wieder weggeschaut hatte, sondern noch immer mein gesicht anblickte. Er schien mich zu mustern und aus irgendwelchen Gründen hatte ich das Bedürfnis zu erröten. Ich konnte es wohl einfach nicht leiden angestarrt zu werden. Trotzdem musterte ich ihn jetzt auch genauer, denn wie mir schon aufgefallen war, so richtig viel wusste ich nicht über ihn. Mein Blick schien fast automatisch an seinen Augen hängen zu bleiben. Sie wirkten freundlich und in dem Licht sahen sie graublau aus. Ich persönlich mochte diese Augenfarbe, was vielleicht daran lag, dass ich nur braune Augen hatte. Meine Mutter sagte zwar immer, dass meine Augen bei weitem das Schönste an mir waren und das meine Wimpern länger wären, als ihre. Aber ich hatte schon immer andere Augenfarben hübscher gefunden. Ich ließ meinen Blick höher wandern und betrachtete seine Haare, die vom schwimmen noch nass waren, aber die wohl normalerweise braun und vielleicht ja sogar weich waren.
Erst jetzt viel mri auf, wie merkwürdig diese Gedanken klangen und ich riss meinen Blick los um wieder auf den Gang zu starren und Alexanders zweiter Theorie zuzuhören, welche er mitten im Satz abbrach, als eine Schülerin den Gang entlang lief. Auch ich würdigte Alexander nun keines Blickes mehr, da ich keine Lust hatte mir in den nächsten tagen anzuhören, dass ich nachts mit einem Gryffindor duch die Gänge streifte. Was das für Bilder in den Köpfen meiner Mitschüler erzeugen könnte...
Ich bemerkte mit leichter Schdadenfreude, aber mehr Erleichterung, dass auch Alexander die Begegnung mit dieser horror Frau anscheinend nicht so einfach wegstecken konnte, seine Theorie allerdings schien mir nicht so schlüssig.
"Ich glaube nicht, dass es eine Möglichkeit gibt sich in einen Dementor zu verwandeln", antwortete ich knapp, ohne ihn anzublicken. "Schwarze Magie kann zwar eine Menge, aber eben doch nicht alles", überlegte ich laut, hielt dann aber schnell den Mund. Schließlich war es eigentlich verboten in meinem Alter schon schwarze Magie zu beherrschen, mal ganz abgesehen davon, dass man in schlimme Verrufung kam, wenn man so zaubern konnte.
"Aber es ist natürlich eine Möglichkeit", antwortete ich schnell auf seine Frage hin und mir entging nicht, dass er mich schon wieder von der Seite her ansah. Ich biss mir auf die Unterlippe um nicht genervt zu seufzen. Was hatte der denn jetzt für Probleme? Glaubte der etwas, wir würden jetzt Freunde werden? Das konnte er aber sowas von knicken. Nur, weil wir jetzt durch Hogwarts zusammen liefen und ich ihn noch nicht mit einem Fluch belegt hatte, waren wir noch lange nicht sowas, wie Freunde. Ich wollte nur nicht komplett alleine sein, das war alles.
In dieser Sekunde viel mir zum ersten Mal auf, dass wir gar nicht mehr durch die Gänge liefen, sondern vor einer Tür angehalten hatten. Einer Tür, die zu den Gryffindros gehörte. Ich war geradewegs ins Territorium der Idioten marschiert. Innerlich hätte ich mir am liebsten selber eine geknallt. Sollte mich hier jemand sehen, dann war das Getuschel schon mal vorprogrammiert. Ich ließ mir allerdings nichts anmerken, wäre ja noch schöner, sondern biss einfach die Zähne zusammen und zuckte nur angestrengt mit den Schultern, als er mir schon wieder Wasser ins Gesicht spritzte. In dieser Sekunde hätte ich ihn wirklich wahnsinnig gerne einmal kräftig geschüttelt, wel er mir so auf die Nerven ging, aber ich hielt mich zurück. Das brachte ja eh nichts.
Stattdessen musste ich mich nun zusammenreißen um nicht über seinen Kommentar leise zu lachen. Liam würde sich wahrscheinlich ziemlich wundern, wenn ich him das erzählen würde. Und wahrscheinlich wäre es ihm gar nicht so wichtig, dass ich Alexander erwürgt haben könnte. Der wirkte momentan eher so, als fasziniere ihn die Art des Gryyfindors. Trotzdem war das ein netter Witz und ein kleines Grinsen bildete sich widerwillig auf meinen Lippen. Verdammt, wieso musste der hier jetzt so einen auf witzige machen? Und warum genau hatte ich gerade nicht mehr das Bedürfnis ihn zu erwürgen? Das war doch dämlich! Ich blickte in sein Gesicht und mein Blick wandterte wieder zu seinen Augen, von denen ich mich aber schnell wieder losriss. Was interessierte mich schließlch seine Augenfarbe?
"Ich hätte dich nicht auf so langweilige Art umgebracht", entfuhr es mir und ich war überrascht über meine eigene Antwort. Warum genau hate ich ihm nicht eine Beleidigung vor den Kopf geworfen, sonder war nun auf seinen Witz eingegangen? Das klang gar nicht nach mir. Aber um für einen Moment mit mir selber ehrlich zu sein, bis jetzt hatten meine Reaktionen, die ihn betrafen noch nie großartig Sinn ergeben. Irgendwie verlor ich dann immer meine Strategie und diese Respekteinflößende Aura. Stattdessen fehlten mir machmal die Worte und ich reagierte entweder überhaupt nicht, oder aber ich übertrieb. Ich konnte mir selber nicht erklären, warum das so war, aber ich wusste, dass es seine Schuld war und mich nervte.
"Außerdem wärst du mir sowas gar nicht wert", setzte ich noch hinten dran. Ich hatte wirklich keine Lust mehr auf dieses Getue! Er war en Gryffindor und dann auch noch ein Idiot dazu! Hier war kein Humor angebracht, sondern Abneigung. Ich konnte mir vorstellen, dass meine Reaktionen mein gegenüber wirklich verwirren mussten, aber das war mir nur recht. Sollte er doch mal verwirrt sein von meinen Handlungen, nicht immer nur andersherum. Ich warf meinen besten, arroganten Blick in seine Richtung, wollte aber nicht wirklich in sein Gesicht dabei blicken. Er sollte schließlich nicht glauben, dass ich ihn gerne ansah oder ähnliches. "Wieso sollte ihc schließlich meine Zeit mit jemandem vergeuden, der ganz offensichtlihc so ein Idiot ist, wie du!", fauchte ich hinterher und merkte, dass ich mich besser fühlte, weil ich mich wehren, mich verteidigen konnte, aber andereseits war da nicht die gewohnte Genugtuung, die ich sonst immer verspürte und das machte mich nur noch geladener.

We messed around until we found the one thing we said we could never ever live without. I´m not allowed to talk about it, but I gotta tell you. ´Cause we are who we are when no one´s watching and right from the start, you know I got you. Yeah you know I got you. I won´t mind even though I know you´ll never be mine.
Re: Vergangenheitsplay » 12
von Alexander am 02.11.2018 15:18Als Darren mir erklärte, dass dies ein Zeichenbuch war, legte ich den Kopf schief. Ich hatte gar nicht danach gefragt, was es sei, aber es schien mir fast so, als würde ich in Darrens Gesicht den Anflug von Beschämung sehen. War doch nichts dabei. Ob Zeichnen oder Schreiben: Verarbeiten war verarbeiten. Er konnte von mir aus auch Bäume fällen oder Boxsäcke verprügeln, wenn ihm das half, den Tag zu verarbeiten. Obschon der Slytherin nicht explizit etwas sagte, was eine Scham oder dergleichen ausdrückte, merkte ich, wie ich ihn innerlich verurteilte. Wahrscheinlich war er einer dieser Kerle, der sich keine sanfte Seite an sich selbst zugestehen konnte. Kein Wunder bei den Trotteln, mit welchen er sich umgab und dem Vater, der bereits aus zwei Kilometer Entfernung Respekt einzufordern schien. Im selben Gedanken hinterfragte ich mich nun aber auch wieder: Woher sollte ich wissen, wie Darren war? Das war so ungerechtfertigt von mir ihn so abzustempeln. Und auch wenn Darren eher wie die Art Mensch schien, die Andere verurteilen würden und sie in eine Schublade steckt, würde ich mir selbst nicht diese Blöße geben. Ich war besser als diese Art von Mensch. So schüttelte ich kurz den Kopf um die voreingenommenen Gedanken loszuwerden, worauf einige Wassertropfen auf Darrens Gesicht landeten, was ich jedoch nicht bemerkte. Stattdessen lief ich weiter mit ihm den Gang entlang, der immer mehr an Licht gewann, je näher wir dem Zentrum des Gebäudekomplexes kamen. Als ich hörte, dass nicht einmal Darren wusste, was Liam vorgehabt hatte, wollte ich schon fast ein bisschen auflachen, unterließ es aber. "Das würde mich Wunder nehmen...", meinte ich und kratzte mich am Kinn, worauf ich hin aber den Blick auf den Boden richtete und stillschweigend weiterlief. Kurz darauf, als ich hörte, dass Darren scheinbar die Ruhe in diesen Gängen suchte, schmunzelte ich und schaute ebenfalls rüber, worauf sich unsere Blicke kurz trafen und ich gleich wieder wegschaute. Der sollte gar nicht meinen, dass ich ihm eines echten Blickes würdigen würde! "Wie schon gesagt...", meinte ich in neutralem Ton, "Verzeih' mir, wenn ich dich gestört haben sollte. Auf der anderen Seite kann man nach so einem Tag gut jeman-...", ich stockte kurz im Satz, als ich merkte, dass ich im Begriff war Darren zu sagen, dass es ganz okay war, dass er bei mir war. Ich brach den Satz abrupt ab und meinte wieder etwas gleichgültiger: "Du weisst, was ich meine." Nach diesem Ausrutscher breitete sich die Stille wieder zwischen uns aus wie ein Meer, dass man nicht in tausend Jahren überqueren konnte. Wir sprachen gefühlt eine halbe Ewigkeit nicht miteinander, ohne zu vergessen, dass der andere direkt neben uns lief. Innerlich scheltete ich mich für den dummen Ausrutscher. Das hatte ich gar nicht so gemeint! Das war einfach meine freundliche Ader, die gerne Leuten zusprach, dass sie erwünscht waren und da sich Darren momentan zu meiner Überraschung nicht wie das größte Arschloch verhielt, war es mir nun mal so rausgerutscht. Argh! Ich ärgerte mich trotzdem über mich selbst. Ich wollte nicht, dass dieser aufgeblases Slytherin das Gefühl hatte, dass ich zu denen gehörte, die sich nichts sehnlicher wünschen würde Teil seiner Clique zu sein oder so etwas. Da war ich mit Ben und meinen anderen Freunden um einiges besser bedient. Ich wusste nicht, weshalb Darren die Stille brach, doch er tat es und fragte mich, was meine Hypothese bezüglich des Dementorenangriffs war. Da dies nun eine wieder eher sachliche Frage war, getraute ich mich auch zu antworten: Hier war ja nur nach Vermutungen gefragt und nicht irgendwie nach Emotionen oder so etwas. Denn wenn es um Emotionen ging, verhaspelte ich mich tendenziell schneller als mir lieb war, obschon mir auch das nicht allzu oft passierte. Ich räusperte mich kurz um meine Stimme aufzuwärmen, die jetzt ein Weilchen nicht mehr gesprochen hatte: "Nun... es gibt verschiedene Dinge, die ich mir vorstellen könnte...", ich schaute kurz zu Darren rüber und gab ihm das erste Mal die Chance mein Gesicht länger zu mustern, da auch ich ihn länger anschaute: Seine Haare waren dunkel und etwas verzaust, was eigentlich zu einem aufgestellten Charakter passen würde. Da Darren aber seither herzlich schlecht gelaunt war, interpretierte ich die Haare eher als ein Zeichen der Rebellion. Das würde passen... Obschon wir beide noch jung waren, zeigte sich an seinem Gesicht bereits Bartwuchs und auch die Gesichtszüge waren kantiger als diejenigen der jüngeren Schüler. Seine Augenfarbe konnte ich ich im schlechten Licht erkennen, doch ich vermutete etwas zwischen braunen und grünen Augen, war mir jedoch unschlüssig. Das Gesicht als Ganzes schien Darrens Autorität seiner Clique gegenüber nur zu unterstreichen, denn es wirkt zwar nicht gänzlich unfreundlich, aber durchaus respekteinflößend. Das musste er wohl von seinem Vater haben. Ich starrte nicht zu lange, damit es nicht komisch wurde und meinte sachlich, aber nicht unfreundlich: "Das naheliegendste wäre, wenn jemand von Hogwarts selbst die magische Barriere geöffnet hat.", ich strich mir durch die feuchten Haare, "Wenn dies aber der Fall sein sollte, dann mache ich mir ernsthafte Sorgen um Hogwarts. Ausserdem frage ich mich, wer imstande wäre, den komplexen Schutzzauber dieser Schule zu umgehen..." Nun schaute ich wieder von Darren weg und fokussierte mich auf den Gang und überlegte. Mir fielen noch zwei andere Szenarien ein, die mir aber ebenso wenig gefielen. "Die zweite Option, die ich mir vorstellen kann...", setzte ich zögerlich an, "ist, dass der Dementor..." Ich brach inmitten des Satzes ab, da uns eine Schülerin entgegen lief, die ich zwar nicht sonderlich kannte, doch von der ich nicht wollte, dass sie mich mit Darren in Verbindung brachte, weshalb ich das Gespräch kurz unterbrach, bis sie an uns vorbeigelaufen war. Ich seufzte kurz: "Also. Was ich sagen wollte, ist, dass es auch sein könnte, dass der Dementor wohlmöglich keiner ist...", ich murmelte bisschen, "Vielleicht war es auch ein Mensch. Keine Ahnung, wie so etwas möglich ist. Doch wenn ein Mensch imstande ist sich in einen Dementor zu verwandeln, dann würde es mich nicht wundern, wenn es eine ganze Gruppe von solchen Leuten geben würde. Die Dame war mir auf jeden Fall unheimlich...", meinte ich nun ganz leise und schaute stumm und besorgt zu Darren. Ich blickte gleich wieder weg und fuhr fort: "Würde sich auch noch die Frage stellen, ob diese Person dann jemand von Hogwarts ist oder nicht. Fakt ist, dass etwas nicht stimmt." Wir näherten uns dem Gryffendorsektor, ohne dass es Darren zu merken schien, doch mich störte das nicht. Wie schon halbwegs gesagt: Nach so einem Tag war Begleitung gar nicht mal so schlecht, auch wenn sie aus Darren Madison bestand, welcher mir ansonsten ziemlich auf den Keks gehen würde. "Was denkst du darüber?", fragte ich zögerlich und schaute wieder zu Darren. Mist! Ich schaute viel zu oft zu ihm, dabei wollte ich ihn ignorieren. Wahrscheinlich tat ich das einfach, weil ich es für unhöflich empfand sein Gegenüber nicht anzuschauen, wenn man mit diesem sprach. Also schaute ich wieder weg. Plötzlich standen wir mitten im Gryffendorsektor vor meinem Zimmer und kamen vor der Holztüre zu stehen. Darren schien nicht bemerkt zu haben, dass ich ihn stillschweigend in den Gryffendorsektor laufen lassen hatte und würde sich nun bestimmt grausam aufregen und sich fragen, was er hier suchte. Bei diesem Gedanken konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Das war eine viel zu liebe Rache für das, was er Ben angetan hatte heute, aber für den Anfang war es ganz okay.
Ich drehte mich vor der Türe zu ihm um und spritzte ihm wieder Wasser von meinen Haaren ins Gesicht, was ich dieses Mal bemerkte: "Oh, entschuldige.", meinte ich und fügte an: "Jetzt kannst du Liam immerhin mit gutem Gewissen sagen, dass du schwimmen warst..." Ich kratzte mich grinsend am Kopf und verdrehte dann die Augen: "Und wenn es dich zu einem besseren Menschen macht, kannst du ihm auch gerne sagen, dass du mich erwürgt hast, während ich im Whirlpool sass." In meinen Worten schwang beiderlei mit: Einerseits den Witz, den ich machte und welchen Darren nicht zu ernst nehmen sollte und andererseits auch eine Kritik an ihm und seinem Freundeskreis. Ich zuckte mit den Schultern und meinte dann leise: "In dem Fall gute Nacht."

Re: Vergangenheitsplay » 12
von Darren am 01.11.2018 18:06Ich war in dieser Sekunde wirklich froh, dass da Alexander vor mir stand und nicht jemand anders. Somit war enttäuscht ein ziemlich schlechtes Wort es auszudrücken. Seine Gegenwart war mir auf jeden Fall hundertmal lieber als die einer Gesichtslosen Hexe, die immer noch durch mein Gedächtnis geisterte und dafür sorgte, dass meine Hände zitterten.
Ich zuckte leicht zusammen, als er mein Zeichenbuch ansprach, welches ich ja immer noch in der Hand hielt. Das hatte ich vor lauter Schreck komplett vergessen. Jetzt blickte ich einfach nur hinab auf meine Hand, ganz so als habe ich das Buch noch nie gesehen, ebenso wenig wie den Stift, den ich mit der anderen Hand umklammert hielt. Die Tatsache, dass er mich fragte, ob ich Tagebuch schrieb, warf mich noch etwas mehr aus der Bahn, als der Schreck von vorher.
"Ich schreibe nicht... Das ist nicht...", stammelte ich und biss mir gleich darauf auf die Unterlippe, als ich merkte, dass ich stammelte. Aber der Schreck von gerade steckte mir noch immer tief in den Knochen, genauso wie der Traum von vorhin. Da funktionierte mein Kopf noch nicht so richtig. Ich seufzte leicht und blickte den Gryffindor an, der weder lachte noch sich über mich lustig machte. Er schien eindeutig nicht auf eine Konfrontation aus zu sein. Trotzdem konnte ich ihn nicht glauben lassen, dass ich Tagebuch schrieb. Wie peinlich wäre das denn? Darren Madison, der Sohn des eiskalten Markus Madison, schreibt Tagebuch. Ich konnte mir schon Gordens Gesicht vorstellen. Allerdings hatte ich auch noch nie zugegeben, dass ich zeichnete. Das war eines meiner gut gehüteten Geheimnisse. Allerdings konnte ich das wohl eher verkraften, als das mit dem Tagebuch.
"Das ist mein Zeichenbuch", murmelte ich ohne ihn dabei anzusehen. Es war mir eben einfach unangenehm und ich hatte keine Lust mir seine Kommentare dazu anzuhören. Ja, vielleicht war es komisch, dass ich gerne zeichnete, aber ich war gut und ich liebte es dabei mich auszudrücken.
Ich überlegte eine Sekunde, ob ich ihm folgen wollte. Schließlich mochten wir uns ja an sich nicht. Aber es schien mir die bessere Alternative zum alleine durch die Flure zu wandern. Egal, wie sehr ich das normalerweise liebte, heute Nacht schien irgendwie alles verhext zu sein, jeder Schatten dunkler, jedes Geräusch bedrohlich. da wollte ich ungern alleine herum wandeln. Und wie ich heute gesehen hatte, war Alexander ein begnadeter Zauberer, der mir zur Not zur Hilfe kommen konnte. Dementsprechend nickte ich und setzte mich auch langsam in Bewegung. Es war merkwürdig neben ihm zu laufen, wo wir uns doch heute Nachmittag noch an die Gurgel gehen wollten, aber jetzt, wo niemand hier war schien das kein Problem zu sein. Vielleicht waren wir einfach beide freier, wenn niemand dabei war. Zumindest bei mir war es so. Ich war immer ein wenig anders drauf, wenn Gorden, Jason und Liam mir nicht hinterherliefen. Ich nickte bei seiner Feststellung konnte aber seine Frage nicht so recht beantworten. Ich hatte ja selbst keine Ahnung, was Liam im Schilde geführt hatte.
"Keine Ahnung", antwortete ich also mit einem Schulterzucken, "Habe ich mich auch gefragt"
Für eine Sekunde herrschte Stille, in der mir wieder bewusst wurde, dass ich ier gerade neben Alexander Cooper durch die nächtlichen Korridore schritt, den ich doch eigentlich gar nicht leiden konnte. Das noch komischere war allerdings, dass ich momentan nciht mal so viel daran auszusetzen hatte. Klar, ich würde es jetzt nicht als angenehm bezeichnen oder jemals hier nach wieder widerholen wollen, aber momentan fand ich es besser, als mit meinen Gedanken allein zu sein.
Ein leichtes Lächlen stahl sich auf mein Gesicht, als Alexander mich fragte, was ich hier noch so spät machte. Für mich war das wirklich noch nicht spät. Da hatte ich schon um ganz andere Uhrzeiten hier in den Gängen gestanden. Nachts im Schloß herum zu wandern beruhigte mich einfach immer und ich tat es seit ich in der zweiten Klasse war. Das war damals häufig der einzige Zeitpunkt gewesen, an dem ich wirklich allein gewesen war. Sonst war ich ja immer von den Idioten flankiert gewesen. Schon damals hatte mir das nicht gefallen.
"Es ist ruhig hier", gab ich eine vage Antwort und ergänzte nach einem kurzen Seitenblick ein "Normalerweise zumindest". Zu meiner eigenen Überraschung hatte ich letzteres aber nicht, wie gewöhnlich mit einem gemeinen Unterton, gesagt sondern es ganz einfach festgestellt. Heute war vielleicht einfach ein merkwürdiger Tag. Kurz dachte ich danach ihm die Gegenfrage zu stellen, aber die erübrigte sich bei dem Anblick seiner, noch immer nassen, Haare. Er kam natürlich vom schwimmen. Somit hüllten wir uns Beide wieder in Schweigen und liefen einen halben Korridor in kompletter Stille entlang. Dann kam mir allerdings eine Idee, oder besser gesagt eine Frage formte sich in meinem Kopf. Ich lämofte ein wenig mit mir selbst, da ich nicht den Eindruck vermitteln wollte, dass ich scharf darauf war mit ihm zu reden. Denn das war Unsinn!
"Diese Dementoren heute, wie konnten die aufs Gelände? Ich dachte das wäre unmöglich.", gab ich von mir, den Blick starr nach vorne gerichtet und die Hände wieder in meinen Umhangstaschen, in denen ich meinen Zauberstab, mein Zeichenbuch, den Stift und noch die Zigaretten vom Vormittag spürte. Ich spielte eine Sekunde lang mit dem Gedanken mir eine anzuzünden, verwarf den Gedanken aber wieder. Ich hatte schließlich vorgehabt damit wieder aufzuhören. Zur Stressreduzierung zu rauchen war nämlich nicht besonders gesund. Außerdem war ich mir fast sicher, dass ich mir dann nur wieder irgendeine Predigt von Mister Perfekt neben mir anhören musste. Rauchen passte wahrscheinlich auch nicht in sein rosiges Leben.
Schließlich wurde er ja geradezu verhätschelt von seinem Vater, mal ganz zu schweigen von seinem einfachen Familien- und Privatleben. Wahrscheinlich erwartete keiner irgendwas von ihm.
In dieser Sekunde hätte ich kotzen können vor lauter Ungerechtigkeit. Wieso hatten Leute, wie er es immer so einfach? Wieso musste ich mich verstellen und immer mitspielen und trotzdem war es nie genug. Ich merkte, wie ich meine Hände in den Taschen zu fäusten ballte und probierte den Ärger einfach herunterzuschlucken. Es brachte ja doch nichts. Selbst wenn ich dem Idiot jetzt vor lauter Wut sein hübsches Gesicht einschlagen würde, wäre ich danach schließlich immer noch gefangen in meinem eigenen Familiendrama. Mit ziemlicher Überraschung stellte ich fest, dass ich Alexander gerade zugesprochen hatte hübsch zu sein. Ich schüttelte leicht den Kopf und warf ihm einen Seitenblick zu, nur um schnell wieder nach vorne zu blicken. Das war doch alles idiotisch! Der Gryffindor war nichts anderes, als ein Idiot und der Rest hatte mich nicht zu interessieren. Nein, der Rest interessierte mich nicht!

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Re: Vergangenheitsplay » 12
von Alexander am 31.10.2018 15:24Zu meiner Überraschung blieb es im Bad ruhig und weder Liam noch Darren erschienen, was mich nicht sonderlich störte. Ich musste den ganzen Tag mal verarbeiten, denn was an Erlebnissen und kranker Information heute zu mir gekommen war, war schon heftig gewesen. Während das warme Wasser meinen Körper dazu brachte Stück für Stück zu entspannen und meine verspannten Muskeln lockerte, blickte ich stillschweigend zur Decke und dachte an Oliver. Es war schon ziemlich beängstigend, dass eine Person, die man gekannt hatte, plötzlich tot war. Ich hatte dies zwar auch schon bei meiner Mum erlebt, doch Dad hatte das Alles so gut überbrückt und uns so gut umsorgt, dass mir ihr Verlust in meinen jüngeren Jahren komischerweise nicht so nahe ging wie er es beispielsweise bei meinen Geschwistern Andy und Cate tat. Ich dachte nochmals über die Bitte meines Vaters nach und atmete schwer den Dampf des Raumes ein, als ich merkte, wie ich immer noch kein Begeisterter seiner Idee war. Warum sollte ich mich mit Darren anfreunden? Als ich meinen inneren Gedankengang hörte, war ich dann aber doch bisschen enttäuscht von mir selbst, als ich merkte, dass ich in Darren nur Schlechtes sah. Es war mir schon oft passiert, dass sich mein Menschenbild bei einer Person allzu sehr auf eine Eigenschaft reduziert hatte und da ich eine sehr selbstreflektierende Person war, versuchte ich die dies hin und wieder zu korrigieren. Es konnte doch nicht sein, dass Darren nur schlecht war... oder? Ich dachte nach. "Er kann gut... zaubern...", meinte ich diplomatisch zu mir selbst, wobei mir gleich die Situationen mit Timothy und Ben einfielen und ich am liebsten gekotzt hätte und das Kompliment zurücknahm. "Hmm...", ich strich mir mit meiner nassen Hand durch die Haare, so dass Wassertropfen mein Gesicht benetzten, "Er... hat mir das Leben gerettet...", überlegte ich laut, worauf ich aber diese Heldentat automatisch als Gegenleistung dafür sah, dass ich ihn gerettet hatte, als Gordon ihn angegriffen hatte. Mist. Das war richtig schwierig bei Darren. Nicht, dass ich ihn sonderlich gut kannte, aber normalerweise fiel es mir einfacher irgendetwas Positives in Menschen zu sehen. "Er sieht gut aus.", meinte ich wieder sehr distanziert, worauf ich mich fragte, wie Darren eigentlich aussah. Mir war noch nie in den Sinn gekommen ihn genauer zu betrachten, denn der Charakter hätte alle äussere Schönheit zunichte gemacht. Ich schüttelte den Kopf und beliess es dabei und liess mich stattdessen weiter besprudeln, in der Hoffnung, dass ich ungestört blieb.
Ich schloss meine Augen und lehnte mich zurück, die Arme ausgebreitet und auf dem Steinrand abgestützt und die Beine nach innen in das Zentrum des Sprudelbads gestreckt. "Ich sollte das öfters machen", murmelte ich leise, ehe ich kurz einnickte und einen etwas verwirrenden Traum hat.
"Morgen, Kleiner.", meinte jemand und als ich die Augen öffnete, musste ich mit den Augen blinzeln, da die Sonne hell durch das Fenster ins Zimmer schien, in welchem ich lag. Ich schaute um mich und fokussierte mich zuerst gar nicht auf die Stimme, sondern blickte etwas verwirrt um mich und bemerkte, dass ich in einem Bett war, welches mit wunderschönen und weichen Kissen versehen wurde und unter dessen seidenen Decke ich schlief. Ich richtete mich auf und sah Oliver der mich anlächelte und die gleichen Kleider anhatte wie an dem Tag, an welchem er Hogwarts verliess. "Ich muss bald gehen und dachte mir, ich verabschiede mich noch.", meinte er lächelnd und irgendetwas stimmte nicht mit diesem Traum. Bis auf das die Umgebung sich verändert hatte, hatte Oliver exakt denselben Satz gesagt, als er abgereist war. War das sowas wie ein Déjà-Vu? Plötzlich lief Ben ins Zimmer, den es wohl nicht zu stören schien, dass ich oben ohne im Bett lag und meinte nur: "Gute Nachrichten. Dein Vater hat den Fall bezüglich dem Zauberministerium gelöst." Er hatte zwei Gläser Champagner in der Hand und gab sie Oliver und mir und verliess dann den Raum. Was war das denn für ein eigenartiger Traum? Ich nahm das Glas entgegen und sah, wie Oliver auf die Uhr schaute und sich in diesem Moment zu meinem Vater verwandelte und dieser meinte: "Also Jungs, ich muss mal los.", woraufhin mein Bruder Andy plötzlich im Raum stand und meinte: "Alles klar. Bis bald Dad." Ich schaute verwirrt hin und her. Das Ganze schien eine Mixtur verschiedenster Gedanken und Träume zu sein. Ehe mein Vater ging, kam er zu mir ans Bett und verwandelte sich plötzlich wieder in Oliver der mich an der Wange berührte und lächelte: "Bis bald.". Ich merkte, wie er mir näher kam und zum Kuss ansetzen wollte, als ich plötzlich hinter ihm eine schwarze Gestalt bemerkte. Ich konnte keinen Mucks sagen und sah zu, wie Oli in der nächsten Sekunde plötzlich verschwand und mich auf das Schreien eines Dementors hörte und mich auf dem Hügel befand, auf welchem wir heute gekämpft hatten. Plötzlich kam eine Gestalt aus dem Nebel auf mich zu und ich wollte nach dem Zauberstab greifen, den ich aber nicht dabei hatte und fluchte leise. Aus den Nebelschwaden kam Darren, der Ben mit dem Zauberstab in der Luft hielt und ihn fallen liess: "Verzeih' mir Alex.", meinte dieser nun beschämt, ehe dieselbe schwarze Gestalt wie bei Oli nach ihm greifen wollte und ich nur noch schreien konnte: "DARREN!"
Schwarz. Ende des Films. Ich öffnete langsam die Augen und blinzelte vorsichtig. Was war das denn für ein abgefuckter Traum gewesen? Ich war nicht wirklich paralysiert oder verängstigt, sondern eher bisschen durcheinander von all den Dingen, die mein Hirn zu verarbeiten schien. Als ich dann langsam in die Realität zurückkehrte, zeichnete sich langsam ein Lächeln auf meinem Mund ab: "Es war nur ein Traum...", meinte ich leise zu mir und liess mich entspannt nach hinten fallen, "What the fu-...", begann ich den Satz lachend, als ich den Traum nochmals durch meinen Kopf gehen liess. Ich entspannte mich allmählich wieder und nach guten fünf weiteren Minuten entschied ich mich das Bad zu verlassen, da es bereits 21:45 war und um 22:00 das Bad geschlossen wurde und ich den Hausmeister nur sehr ungern sah. Also schwang ich mich aus dem Pool, ging zurück zur Garderobe und trocknete mich ab, ehe ich mir eine gemütliche Trainerhose und einen warmen Pullover überzog mit dem Gryffendorwappen. Die Haare trocknete ich mit dem Tuch zwar etwas ab, doch ich liess sie bisschen nass, da ich es nicht sonderlich mochte noch um diese Zeit Lärm zu machen, weil ich den Haartrockner verwendete. Ich packte stillschweigend meine Sachen, machte noch einen Blick zurück und verliess dann die Garderobe, wobei ich merkte, wie mir nun langsam die Müdigkeit in einem lautlosen Gähner entwich. Als ich um den Ecken lief, erschrak ich dann so heftig, dass mein Bag auf den Boden purzelte und ich einen Satz zurück machte: "Darren!", meinte ich und rechnete bereits mit einem Hinterhalt, aber dieser schien alles andere als hinterhältig sein zu wollen. Er schien einen Moment realisieren zu müssen, wer ich war, ehe er den Zauberstab senkte und halb erleichtert, halb enttäuscht meinte, dass ich es sei. Ich runzelte ein bisschen die Stirn, hob den Bag hoch und meinte halb schmunzelnd: "Ja, ich bin's. Entschuldige, wenn meine Anwesenheit dich enttäuscht." Ich hielt kurz inne, als ich merkte, wie viel freundlicher ich mit Darren sprach, wenn Ben oder Liam nicht hier waren und schaute kurz nervös zur Seite, ehe ich den Blick wieder auf den Slytherin fixierte und den Kopf schief legte, als ich das Buch in seiner anderen Hand sah und davon ausging, dass er Tagebuch geschrieben hatte: "Verarbeitest wohl auch noch den heutigen Tag, was?" In meiner Stimme klang nun ein etwas wärmerer Ton mit, da ich selbst ja den Dementoren ausgesetzt war und wusste, wie fürchterlich diese Situation gewesen war. Aus purem Mitleid - nicht etwa aus Zuneigung oder Interesse - meinte ich dann wieder etwas distanzierter zum Schwarzhaarigen: "Kommst du auch?" und nickte in die Richtung des Gangs, welcher zu den Schlafräumen führte und verspritzte den Boden etwas mit den Wassertropfen, die von meinen feuchten Haaren runter fielen. Ich setzte mich langsam in Bewegung meinte dann kurz: "Liam und du seid tatsächlich nicht zum Schwimmen gekommen." Meine Stimme klang wieder sehr neutral und ich schaute Darren nicht an, so wie ich es bei Liam getan hatte: "Was hattet ihr vor?", ich schmunzelte und hob die Augenbraue, "Oder was hatte Liam vor?" Nun schaute ich Darren kurz an und blickte gleich wieder weg, während ich die nächste Frage in den Raum stellte: "Und was machst du um diese Uhrzeit noch in diesen einsamen Gängen?"

Re: Vergangenheitsplay » 12
von Darren am 31.10.2018 12:53Meine Weg führte mich geradwegs runter zum Verließ, wo unser Gemeinschaftraum sich befand. Ich nannte unser Passwort und trat sekundenspäter in den spärlich beleuchteten Rau, indem wie immer der Kamin brannte. Sofort drehten sich ein paar Köpfe zu mir um und vereinzelt wurde mir zugelächelt oder mich fragend angesehen, aber ihc ignorierte jeden einezlnen Blick und drückte sofort die Tür zu meinem Schlafsaal auf, der allerdings schon belegt war. Jason und Gorden saßen jeweils auf ihren Betten und schienen sich unterhalten zu haben, aber ihr Gespräch endete abrupt, als sie sahen, dass sie nicht mehr alleine waren.
Gorden warf mir einen wütenden Blick zu, erhob sich dann ohne ein Wort und rammte mich mit der Schulter zur Seite, als er den Schlafsaal verließ. Ich verdrehte nur genervt die Augen. Erst ein Dementorenagriff und jetzt auch noch das. Das war wirklich der beschissenste Tag aller Zeiten.
Ich ließ mich auf mein Bett fallen und beobachtete, wie auch Jason sich erhob und in Richtung Tür ging um seinem Kumpel zu folgen. Ich schnappte seinen Blick auf, während er schon die Klinke in der Hand fiel und erkannte darin etwas, wie eine stumme Entschuldigung. Ich nickte nur leicht und er grinste mir wieder zu, nur um dann endlich durch die Tür zu treten. Bevor diese allerdings ins Schloss fallen konnte, steckte er doch noch mal seinen Kopf hindurch. "Du musst mir aber später alles über diesen dementorenangriff erzählen! Waren das echt fünfzig Stück?", fragte er noch, aber ich winkte nur ab und bedeutete ihm somit jetzt zu gehen. Glücklicherweise hatte er dagegen nichts einzuwenden und schloß die Tür, sodass ich mich endlich auf mein Bett zurückfallen lassen konnte. Ich war einfach wahnsinnig müde und das Bett so weich, das mir nach ein paar Minuten die Augen zufielen. Allerdings konnte ich meine Ruhe nicht annähernd genießen, da schon einige Augenblicke später die Tür wieder aufgerissen wurde. Ich setzte mich wieder kerzengerade in meinem Bett auf und starrte zum Eingang, wo nun Liam mit einem breiten Grinsen stand. "Ich habe dir was mitgebracht!", verkündete er gut gelaunt und durchquerte mit wenigen Schritten das Zimmer um sich zu mir aufs Bett zu setzen. Dabei ignorierte er gekonnt meinen fragenden Blick, genauso wie meine verschränkten Arme, die eindeutig drauf hinwiesen, dass ich in Ruhe gelassen werden wollte.
"Was soll das, Liam?", fragte ich mit hochgezogenen Augenbrauen bei dem Anblick meines Kumpels, der nun in seiner Hosentasche herumkramte. Erneut kam bei mir der Gedanke auf, Liam könnte beim Kampf etwas gegen den Kopf bekommen haben, so untypisch benahm er sich. Für gewöhnlich war Liam der Stille der Gruppe, der sich im Hintergurnd hielt und er war nebenbei auch überhaupt kein Hohlkopf, ganz anders als Jason und Gorden. Jetzt aber schien er irgendwie ziemlich aufgeregt, was mich ein wenig nervte. Ich hatte gerade diese Ruhe immer sehr an ihm geschätzt.
Mit einem triumphalen "Ha!" zog Liam nun ein ziemlich kleines Stück Zeitung aus seiner Hosentasche und präsentierte es mir, als würde ich gerade auf ein teures Stück Kunst blicken und nicht etwa auf einen Schnipsel des Tagespropheten. "Was soll das sein?", fragte ich und ich konnte mir gerade noch einen sarkastischen Kommentar verkneifen. Liam allerdings ließ sich davon nicht beirren und blickte mich weiterhin gut gelaunt an. "Das mein lieber ist die Zeiutng, die Alexander so interessiert hat! Ich habe sie ihm geklaut", antwortete Liam mit kenntlichem Stolz in seiner Stimme, der mich dazu brachte zu grinsen. Das war wirklich etwas worüber man sich freuen konnte und ich musste zugeben, dass das genial von ihm gewesen war. Ich hatte unbedingt wissen wollen, was es so interessantes in der Zeitung gegeben hatte, aber als ich aus der großen Halle getreten war, war der Junge mit den Zeitungen schon wieder verschwunden.
Mit neuer guter Laune, zückte ich meinen Zauberstab und vergrößerte die Zeitung wieder, sodass ich sie in meiner Hand halten konnte. Die Titelseite schmückte ein Artikel über den Zaubereiminister und dessen neue Gesetzesvorschläge mit passenden Bild dazu, aber das interessierte mich eher weniger. "Ich glaube die Seite hat er sich angeguckt", meinte Liam auf einmal und deutte auf Seite 3, die mehrere Anzeigen für Flourish and Blotts beinhaltete, genauso wie zwei Artikel. Einer handelte von einer sogenannten Mrs. Bicket, deren Familie sie dem Ministerium übergeben hatte nachdem sie herausgefunden hatte, dass sie Muggelfeindliche Paroen in London herumgeschrien hatte, der Andere war dann schon etwas interessanter.
"Olliver Sullivans (20) tot am Flussufer gefunden" lautete die Überschrift neben der ein Bild prangte auf dem ein haufen Männer um den zugedeckten Leichnahm eines jungen Mannes standen. Ich überflog den Artikel und stellte fest, dass der Tote Ex-Auror gewesen war, nachdem das Zaubergamott unter Rechtspruch meines Vaters ihn herausgeworfen hatte. Ich las den Artikel zweimal, fand aber ansonsten nichts interessantes mehr in dem Artikel, zumindest nichts, was mri erklären würde weshalb dieser Artikel so wichtig sein sollte.
"Und?", riss mich Liams Stimme aus den Gedanken. Er war mittlerweile aufgestanden und hatte sich eine Schachtel Bertie Botts Bohnen geholt, die er sihc nu wieder an meinem Bettende in den Mund steckte, nur um sie direkt wieder angeekelt herauszuziehen. "Urgh, Leber!", meinte er nur und packte das engekaute Bonbon in ein Stück Pergament. Danach widmete er sich wieder mir. "Nichts besonderes. Nur irgendso ein Ex- Auror wurde ermordet. Olliver Sutterland... oder so."
"Olliver Sullivans?", unterbrach mich Liam mit großen Augen und ich nickte etwas perplex, da ihc mit so einer Reaktion nicht gerechnet hatte. Liam blickte mich an, als wäre ich der Indiot und schlug mir dann leicht gegen den Arm. "Olliver Sullivas, man! Der war nur ein paar Jahrgänge über uns. So ein ziemlich muskulöser Junge und ein Ass im Quidditch noch dazu. An den musst du dich erinnern, schließlich konntest du damals nicht oft genug erwähnen für was für einen Schwachkopf du ihn doch hälst."
Ich nickte, da es mir tatsächlich weider einfiel. Vor meinen Augen tauchte ein Gesicht auf und ich erinnerte mich wirklich wieder daran, dass ich ihn nicht besonders gut hatte leiden können. Schon damals war ich teil der Schulmannschaft gewesen und nur allzu oft hatte er uns das Spiel versaut, da er wirklich ein begnadeter Quidditchspieler gewesen war.
"Und jetzt ist er tot. Einfach umgebracht", murmelte Liam weiter und blickte mich für eine Sekunde so an, als wolle er etwas sagen, ließ es dann aber sein und erhob sich von meinem Bett um sich wieder auf seins fallen zu lassen ,wo er ein paar Hausaufgabe herauszog. Ein Schweigen entstand zwischen uns in dem meine Augen immer schwerer wurden und ich letztendlich einschlief.
Allerdings konnte ich auch in meinen Träumen keine Ruhe finden. Anfangs war da nru die svhwarze Leere in der ich herumschwebte und abschalten konnte, aber es veränderte sich. Es wurde kälter, bedrückender, gefährlicher. Und mit einem Mal war ich umgeben von Dementoren. Schon wieder umkreisten sie mich, nur das ich dieses Mal alleine und hilflos war. Ich wollte schreien, aber es kam kein Ton heraus, stattdessen musste ich mit schreckensgeweiteten Augen dabei zusehen, wie einer der Dementoren hervortrat und sihc wieder in diese furchtbare Frau verwandelte. Und erneut war ich gezwungen in die Finsternis ihres Geischtes zu blciken, während meine Eingeweide zu erfrieren drohten. Ich hatte das Gefühl keine Luft zu bekommen, während ihr Atem auf meiner Haut klirrende Kälte hinterließ. Dann öffnete sie ihren Mund und aus der Dunkelheit drang ein Wort zu mir, oder besser gesagt mein Name, gehaucht mit den Eiswolken aus ihrem Mund. Dann wachte ich vollkommend verwirrt auf.
Die Dunkelheit, die mich daraufhin wieder umfing, machte es nicht besser, genauso wenig wie zu wissen, dass es nur ein Traum gewesen war. Trotzdem blieben die Erinnerungen an diese unheimliche Begegnung in meinem Kopf und sorgten dafür, dass ich eine Gänsehaut bekam. Fest stand nur, dass ich hier nicht bleiben konnte. Nicht in der Dunkelheit.
Ich erhob mich von meinem Bett und konnte, da ich ja zum Glück in meinen Klamotten eingeschlafen war, direkt zur Tür schleichen. Ein wenig im Schloß spazieren zu gehen, würde mir bestimmt helfen und wenn nicht, dann musste ich eben noch etwas zeichnen. Das half immer. Ich war schon fast an der Tür angekommen als auf einmal Liams schläfrige Stimme die Stille zerriss. "Darren? Wo willst du hin?"
Ich konnte seine Shiluette in seinem Bett ausmachen und wandte mich mit dem Geischt zu ihm. "Eine Runde drehen. Schlaf ruhig weiter", flüsterte ich und sah, dass Liam meinen Worten folge leistete und sich in seine Kissen zurück sinken ließ, sodass ich ungestört den Raum verlassen konnte. Im Gemeinschaftsraum saßen noch einige Schüler, die mich nun musterten, also konnte es noch nicht so spät sein. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es kurz vor zehn war, somit also fast schon Nachtruhe. Trotzdem schlüpfte ich hinaus auf den leeern Flur, in dem mich Stille in Empfang nahm.
Ganz so, als wolle ich meinen Gedanken entfliehen, lief ich schnellen Schrittes einfach in irgendeine Richtung und probierte nur das Bild dieser grausigen Frau aus dem Kopf zu bekommen, worüber ich ziemlich die Orientierung verlor. Keine zehn Minuten später fand ich mich in einem Teil Hogwarts, den ich erst ein oder zwei mal beteten hatte und das in den ersten Jahren. Auch hier brannten nur Fackeln, die spärrlich den dunklen Gang beleuchteten und lange Schatten warfen. Ziemlich unheimlich eigentlich, wenn man mal genauer darüber nachdachte. Ich probierte aber genau dies nicht zu tun und ließ mcih stattdessen lieber an der Wand nieder, wo ich mein Zeichenbuch hervor nahm und nach kurzem Überlegen anfing zu zeichnen. Ich hatte dabei nie ein Konzeot sondern guckte normalerweise immer erst nachher, was ich zu Papier gebracht hatte. Nach nur drei Minuten hatte ich die Umrisse des heutigen Kampfes aufgezeichnet. IHn so auf Papier zu sehen war eindeutig weniger unheimlich, als ihn erlebt zu haben, es wirkte fast schon ruhig. Aber villeicht lag es auch einfach nur daran, dass es hier so ruhig war. Man hörte nichts außer dem leisen Plätschern von Wasser. Wahrscheinlich war ich in der Nähe von irgendeinem Badezimmer oder ähnlichen.
Die Ruhe tat gut und ich merkte, wie ich mich ein wenig entspannte. Ich brauchte mir keine Sorgen mehr zu machen, cih war hier sicher. Mit einem Mal sprang ich allerdings auf, mein Zeichenbuch fiel von meinem Schoß, aber ich lies es unbeachtet liegen. Ich hatte Schritte gehört und ohne es zu wollen, bohrte sich das Gesicht der Frau in mein Gehirn und ich griff automatisch nach meinem Zauberstab, während Angst meinen Rücken hinaufkroch. Als die Schritte näher kamen drehte ich mich in deren Richtung und hielt meinen Zauberstab in die Richtung, bereit mich zu verteidigen. Allerdings stand vor mir keine Gesichtslose Frau, sonder Alexander, der mich ein wenig verwirrt musterte. Ich ließ meinen Zauberstab wieder sinken und atmete tief und erleichtert aus. Mein Herz pochte immer noch wie wild, in der Erwartung, dass die Frau auftauchen könnte, aber ich spürrte, wie ich mich leicht beruhigte. "Ach du bists", presste ich hervor, während ich mir durch mein Haar fuhr um meine Finger zu beschäftigen, damit sie nicht mehr so zitterten. Aus irgendwelchen Gründen machte mir diese Frau echt Angst.

We messed around until we found the one thing we said we could never ever live without. I´m not allowed to talk about it, but I gotta tell you. ´Cause we are who we are when no one´s watching and right from the start, you know I got you. Yeah you know I got you. I won´t mind even though I know you´ll never be mine.
Re: Vergangenheitsplay » 12
von Alexander am 30.10.2018 18:50Ich erschrak ein bisschen, als Liam plötzlich energisch von Darren am Handgelenk gepackt wurde und Darren mit einem gezwungenen Lächeln meinte, dass er kurz mit ihm unter zwei Augen sprechen müsse. Andy und ich schauten uns nur an und ich meinte etwas verwirrt: "Ehm... okay. Und warum wollten sie nochmals schwimmen gehen?" Mein Bruder schmunzelte und zuckte einfach mit den Schultern und meinte: "Keine Ahnung. Aber an deiner Stelle würde ich dich bisschen schonen. Schliesslich hast du vor ein paar Stunden noch auf einer Trage gelegen." Ich legte den Kopf etwas schief und überlegte, ob es wirklich so eine gute Idee war schwimmen zu gehen. Ich mochte Wasser und eigentlich hatte ich ziemlich Lust kurz vor dem Schlafen gehen noch eine Runde zu schwimmen, damit ich nachher mit diesem frischen und müden Gefühl nach einem Schwimm-Nachmittag ins Bett gehen konnte. Ich entschloss mich den Rat meines Bruders zu beherzigen ohne meinen Plan ganz zu verwerfen: "Okay, du hast recht... ich gehe wahrscheinlich einfach in den Whirlpool... Sofern du und Emily nicht dort seid und..." Mein Bruder verdrehte die Augen und funkelte mich an. Ich wusste, dass da was lief und Andy schien das ziemlich nerven, was es für mich nur noch lustiger machte. "Chill...", meinte ich beschwichtigend und tätschelte meinem Bruder auf die Wange, "Nimm' nicht alles so ernst, Mann." Mittlerweile waren die anderen zwei Turteltauben fertig mit ihrer Sitzung und ich sah, wie Darren in die Richtung der Schlafsäle stampfte. Ich schaute zu Liam rüber, der grinsend, aber etwas verloren dort stand und wunderte mich, was gerade eben vorgefallen war. Ehe ich irgendwie reagieren konnte, drehte sich Darren plötzlich um und ich griff instinktiv in meine Hosentasche, wo sich mein Zauberstab befand. Wenn der sich jetzt mit mir duellieren wollte, würde das eine ziemliche Sauerei geben und wohlmöglich einige Strafarbeiten. Dennoch machte ich mich bereit für das Schlimmste, war dafür umso überraschter als Darren weder seinen Zauberstab zuckte noch sonst irgendeine offensive Geste machte und einfach meinte, dass sie heute nicht schwimmen gehen würden. Ich runzelte nur verwirrt die Stirn. "Ehm okay... Danke, für die... Information?", meinte ich fragend, da es mich einen Mist interessierte, was die zwei heute Abend anstellten - sofern sie mir nicht auf die Nerven gingen. Viel zu bereden gab es nicht mehr mit dem werten Herr Madison, denn ehe ich mich versah, machte er kehrt und verschwand. Liam schaute Darren nach und schaute dann zu mir: "Bis heute Abend.", meinte er, kam auf mich zu, gab mir eine kurze Umarmung und zwinkerte mir zu ehe er Darren nachlief, was mich nur noch verstörter machte. Hatte Darren nicht gerade gesagt, dass sie nicht schwimmen würden? Ich seufzte lautlos. Wahrscheinlich hatte Liam irgendeine Idee, welche Darren so gar nicht gefiel. Und was sollte das Zwinkern?! Und die Umarmung?! Ich legte meine Stirn in Falten: Könnte ja schon fast als Flirt rüberkommen und Typen wie diese zwei konnten mir liebend gern fern bleiben. Mein Bruder stiess mich sanft in die Rippen, als wir den zwei nachblickten und fragte: "Und? Gehst du immer noch heute Abend schwimmen?" Ich schaute meinen Bruder an: "Ja, warum nicht?" Er zuckte mit den Schultern: "Ich will nicht, dass du in Schwierigkeiten gerätst." Ich schüttelte den Kopf und kniff die Augen zusammen, als würde ich auf die zwei zielen: "Mach dir keine Sorgen um mich. Ich werde wahrscheinlich eh erst eine Stunde vor Schwimmbadschliessung gehen, dann hat man meistens seine Ruhe, weil die Kleinen gar nicht mehr dort sein dürfen und die meisten älteren Schüler was anderes zu tun haben." Mein Bruder nickte und hielt inne: "Ist Liam schwul?" Ich schaute ihn unverständig an und konnte nicht anders als zu lachen: "Weil er mir zugezwinkert hat?! Ich denke, das kann man nicht anhand dieses Kriteriums festmachen... aber komisch ist es schon." Mein Bruder musste nun auch lachen und gab mir recht. "Also, ich werde mich dann mal verziehen...", meinte Andy schliesslich und ich schmunzelte: "Mach du das." Mein Bruder verdrehte die Augen und meinte halb lachend, halb ernst: "Zwischen uns läuft nichts!" Ich schaute ihn überlegen grinsend an: "Dann solltet ihr das nächste Mal leiser sein, wenn ihr..." - "Wir haben nicht rumgemacht!", plapperte mein Bruder aus, worauf ich zufrieden schaute: "Ihr habt also rumgemacht, was?" - "Was?! Nein!", verteidigte sich Andy. Nicht, dass ich sie wirklich gehört hätte, aber so zu tun, als wisse man mehr als sein Gegenüber konnte bei Andy das ein oder andere Wunder bewirken. Ich spielte das Spiel noch ein bisschen weiter, einfach weil ich es lustig fand: "Ich hoffe aber, dass ihr verhütet." Mein Bruder weitete die Augen: "Hast du sie noch alle, wir treiben es doch nicht miteinander?!" Ich legte den Kopf schief: "Und warum habe ich ein paar Kondome weniger in meiner Sporttasche?", fragte ich schmunzelnd, worauf mein Bruder nun wirklich rot anlief. Nicht, dass ich meine Kondome zählte oder bemerkt hätte, dass man mir ein paar geklaut hatte. Als ich dann aber das knallrote Gesicht meines Bruders sah, der anscheinend wirklich glaubte, dass ich vom Diebstahl wusste, weiteten sich nun auch meine Augen: "Andy... du hast doch nicht etwa...?!" Ich griff mir in die Haare? Er war noch viel zu jung für sowas! Naja. Er war zwei Jahre jünger, aber trotzdem! Das konnte heftig schief gehen. Ich strich mir übers Gesicht: "Das wollte ich nicht wissen...", meine Stimme wurde etwas ernster, "Aber was fällt dir ein in meiner Tasche zu schnüffeln?!" Mein Bruder zuckte verlegen mit der Schulter: "Ich habe sie ja nur mitgenommen, falls es mal dazu kommen sollte. Wir haben gar nichts miteinander gemacht! Du warst es doch immer, der mir sagte, wie wichtig es sei, immer sowas dabei zu haben für den Fall der Fälle und da es mir peinlich war selbst welche zu kaufen, habe ich mir ein paar von dir geliehen." Meine Reaktion fiel zweierlei aus: Zum einen war ich erleichtert zu wissen, dass Andy nicht ein von Trieben gesteuertes Wesen geworden war, zum Anderen musste ich ihm recht geben: Obschon ich alles andere als ein Flittchen war, hatte ich mir mal eine Packung Kondome gekauft, weil man ja nie wusste. Da dies nun also geklärt war, konnte ich erleichtert aufatmen und lachte: "Oh Gott... Andy... jag' mir nie mehr so einen Schrecken ein..." Mein Bruder schaute etwas beschämt zu Boden und meinte dann: "Aber erzähle es bitte nicht Dad, ja?" Ich lachte: "Keine Sorge, Brüderchen. Ich schweige wie ein Stein." Meinem Bruder entwich ein leichtes Seufzen und ich musste vor Amüsiertheit abermals den Kopf schütteln. Was fiel meinem Bruder ein in meinen Sachen rumzuwühlen. Gut, dass ich seit gut einem Jahr nicht mehr Tagebuch schrieb. Ich hob die Hand zum Abschied und meinte: "Also... man sieht sich." Etwas überrumpelt über den abrupten Schluss des Gespräch, meinte Andy: "Ehm, ja klar." Ich sah es seinem gesicht an, dass er sich immer noch etwas ertappt fühlte, doch morgen würde das wieder vergessen sein. "Man sieht sich!", meinte ich und hob die Hand und lief Richtung Krankenzimmer, wo sich Ben befand und gerade mit der Untersuchung fertig wurde. "Wie war es mit deinem Dad?", fragte mein Freund neugierig und ich erzählte ihm, dass es eigentlich ganz gut gewesen war, aber wie verwirren die Auseinandersetzung zwischen Mr. Madison und ihm war. Wir liefen gemeinsam zu mir aufs Zimmer und liessen uns auf unsere Betten plumpsen, wo wir die kommende Stunde damit verbrachten ein bisschen zu plaudern und Hausaufgaben zu machen. Ich erzählte Ben auch vom Vorhaben meines Dads, verschwieg jedoch, dass er ins Ministerium eingebrochen war. "Und er glaubt, dass die Leute im Ministerium gezielt rausgeschossen werden?" Ich zuckte mit den Schultern: "Naja, es schien schon auffällig, dass diverse Leute, die Jahre dort gearbeitet haben, plötzlich aus irgendwelchen Gründen rausgeworfen wurden." Ich lag auf meinem Bauch und las irgendein Kapitel über Einhörner und versuchte mir die Namen der verschieden Hornarten zu merken: "Hast du zudem von Oliver Sullivan gehört?", meinte ich vorsichtig, da das Thema emotional behaftet war. Zumindest bei mir. Ben schüttelte den Kopf, worauf ich mich etwas verrenkte und in meiner Hosentasche nach dem Zeitungsartikel suchte. "Hää...", meinte ich und versuchte es in der anderen Hosentasche und musste feststellen, dass der Zeitungsartikel, den ich mit einem Zauber verkleinert hatte, nicht mehr dort war. Wo konnte der nur sein? Ich überlegte scharf und dachte innert Sekunden an eine Person: Liam. Er hatte gesehen, wie ich Zeitung lesend in ihn reingelaufen war und hatte mich umarmt. Oder war das ein unberechtigter Vorwurf? Naja. War auch egal. Erzählen konnte ich es Ben auch so und das tat ich dann auch. Ben wusste, dass wir uns näher gestanden hatte, dass er mein Vorbild gewesen war, aber nicht, dass wir uns geküsst hatten. Das hatte ich ihm bewusst verschwiegen. "Eigenartig.", war das einzige, was Ben rausbrachte und so unbefriedigend das auch klang: Besser zusammenfassen hätte man es nicht können: Eigenartig. Die ganze Situation war eigenartig.
Die Stunden verstrichen, ich lernte Einhorn-Arten auswendig für eine Prüfung und als es allmählich später wurde, meinte ich zu Ben, der mittlerweile auf Youtube rumsurfte: "Ich geh' noch in den Whirlpool. Willst du mitkommen?" Ben drehte sich auf den Rücken und überlegte: "Hmm... nee, ich denke, ich gehe in mein Zimmer und werde noch ein paar Sachen für die Schule machen." Ich nickte und machte mich daran, meine Badehose zu suchen und packte Badetuch und Badehose in einen Bag, den ich über meine Schulter schwang. "In dem Fall bis später oder morgen...", meinte ich und hob die Hand zum Abschied, was Ben lautlos erwiderte, ehe er sich irgendwelchen Comedy-Youtubern widmete. Nach ungefähr zehn Minuten - Das Bad war etwas in einer entlegenen Ecke des Schlosses, betrat ich vorsichtig die Umkleide und stellte mit Angst und Erleichterung fest, dass ich tatsächlich der Einzige war, der um diese Zeit den Whirlpool besuchen wollte. Ich atmete auf und merkte mit Erleichterung, dass Darren und Liam gar nicht wusste, dass ich in den Whirlpool wollte, sondern mir beim Schwimmbad auflauern würde, das sich aber ein bisschen woanders befand. Ich zog mich schnell um und lief in die Dusche, wo ich kurz um die Ecke schaute und niemanden sah. Gut. Irgendwie war ich schon ein bisschen nervös gewesen bezüglich der Aktion von Liam diesen Nachmittag, doch anscheinend schien Darren recht gehabt zu haben und sie kamen wirklich nicht. Ich stand kurz unter die Dusche und betrat dann den Wellness-Bereich, in welchem sich auch der Whirlpool befand. Es gab drei Whirlpools, die je aus einem Steinkrater bestanden und welche von einer natürlichen warmen Quelle unter Hogwarts betrieben wurden. Ich suchte mir einen Krater aus und setzte mich langsam ins warme Nass, ehe ich meinen Kopf nach hinten legte und mich vom Wasser besprudeln liess. Als ich zur Uhr blickte, war es bereits 21:15 Uhr. Die Wahrscheinlichkeit, dass also noch jemand kam, war ziemlich klein. Ich entspannte mich allmählich und bald gerieten die Sorgen des heutigen Tagen in Vergessenheit.

Re: Vergangenheitsplay » 12
von Darren am 30.10.2018 16:53Erneut spielte ich mit dem Gedanken einfach wieder zu verschwinden, als Alexander auf einmal ankündigte, dass er jemanden mitgebracht hatte. Und mit jemanden meinte er Liam. Ich warf meinem Freund einen Blick zu, den er allerdings nicht erwiderte, so dass ich ihn nur blöd von der Seite anstarrte. Ich erkannte das sein Arm an der Stelle, wo ich ihn getroffen hatte, verbunden war und ich hoffte nur, dass es das damit war und er nicht noch mehr Probleme damit haben würde. Dann hätte ich nämlich ziemliche Gewissensbisse. Diese Gewissensbisse wurden direkt ein bisschen weniger, als Alexander wegen Liam näher zu mir rutschen musste und wir nun fast Schulter an Schulter saßen. Ich verkniff mir ein Augenrollen und blickte lieber wieder zu Mr. Cooper, der sich jetzt mit Liam unterhielt, welcher sich brav vorstellte. Erzogen war der Junge wirklich gut.
Das war bei seinen Eltern aber auch kaum verwunderlich. Liams Vater war ein ziemlich grobschlächtiger Mann, der nie sein Gehirn sondern immer eher seine Muskeln benutzte und somit ziemlich angsteinflößend und überzeugend sein konnte. Er ließ Liam nichts durchgehen. Seine Mutter war da etwas netter und zu Liams Glück hatte er nicht nur das Aussehen, sondern auch die Intelligenz von ihr geerbt.
Die Frage von Alexanders Vater machte mich wieder hellhörig, auch wenn mir darauf nicht wirklich eine Antwort einfiel. Wahrscheinlich würde ich nur im Gemeinschaftsraum rumhängen und mich mit meiner Gruppe auseinandersetzen. Anscheinend war die Frage sowieso nur an seine Kinder gerichtet, da sich Andrew nun direkt dazu äußerte. Als aber Alexander seine Hausaufgaben als seine... Freundind enttarnte, wurde der Junge ziemlich verlegen und starrte seinen Bruder nur etwas blöd an. Mir wurde in diesem Moment wieder einmal bewusst, wie gut ich es doch als Einzelkind hatte. Ich sah, dass ich nicht der Einzige war, der die Situation unterhaltsam fand. Liam musste tatsächlich grinsen, was mich dazu brachte die Augenbrauen hochzuziehen. Wenn ich mir Liam da so ansah, sah es fast so aus, als wäre er gerne hier, als schien er Spaß zu haben. Ich probierte mir Liam für ein paar Sekunden mit Gryffindor Garnitur vorzustellen, aber die Idee war so lachhaft, dass ich nur den Kopf schüttelte um den Gedanken loszuwerden. Liam war schließlich ein Reinblut und benahm sich auch so, er hatte mit Gryffindor nichts am Hut.
Allerdings war er jetzt wieder Mittelpunkt des Gespräches, da Andrew ihn nach seinen Plänen gefragt hatte. Liams Blick wandte sich mri zu, als wollte er fragen, was wir heute noch so vorhatten, aber mir war es eigentlich egal. Ich wollte nur meine Ruhe haben, weshalb ich nur mit den Schultern zuckte und Liam erwähnte, dass er noch in den Krankenflügel musste. Ich schluckte leicht, da mir erneut bewusst wurde, dass das meine Schuld gewesen war. Und wenn das schlecht ausgegangen wäre, dann hätte es sein können, dass Liam jetzt... tot wäre.
Auch ALexanders Vater schien an dem Verband interessiert zu sein, aber Liam log zu meinem Glück und behauptete ein Dementor habe ihn gebissen. Ich blickte bei seiner Lüge auf den Boden und probierte mich nicht so mies zu fühlen, wie ich es gerade tat. ich hatte ihn verletzt und trotzdem log er bereitwillig für mich. Er war wriklich ein guter Freund. Nur ich war ein Idiot.
Glücklicherweise schluckte der Rest die Lüge und ich konnte wieder aufatmen, als sich die Gruppe zu Alexander wandte, der anscheinend noch schwimmen gehen wollte. Ich konnte zwar nicht verstehen, wieso man nach so einem Tag noch Sport machen wollte, aber konnte mir ja auch egal sein.
Als sich Mr. Cooper zu mir wandte fürchtete ich schon nun der Mittelpunkt des Gesprächs zu werden, aber er ließ es dabei und erinnerte mich nur daran meine Mutter zu grüßen. Erneut nickte ich brav und verabschiedete den mann danach mit einem leisen "Auf Wiedersehen", auch wenn ich auf so eins verzichten konnte. Aber endlich war er verschwunden und ich konnte endlich von diesem Tisch aufstehen. Etwas zu hastig erhob ich mihc von der Bank und wollte schon wortlos verschwinden, als ich in Liam hineinstolperte, der mich direkt mal am Arm festhielt. Ich blickte ihn verständnislos an, aber er winkte mit einem Kopfschütteln ab und bedeutete mir, ein paar Schritte zur Seite zu gehen, wo er meinen Arm losließ.
"Hast du jetzt heute Abend was vor?", frage er unverwandt und erneut konnte ihc nur die Stirn runzeln. Was war ihm das denn so wichtig? Ich zuckte nur mit den Schultern und gab ein "Ja eigentlich schon" von mir woraufhin Liam zufrieden nickte. Und sich dann, ohne Vorwarnung zu Alexander umdrehte und diesen nach den Öffnungszeiten des Bades fragte. Erneut warf ich meinem Kumpel einen fragenden Blick zu, da ich langsam ein wenig an seinem Verstand zweifelte. Hatte er sich bei dem Kampf vorhin irgendwie den Kopf angestoßen? Alexander beantwortete ihm zwar die Frage, stellte aber ebenso die Frage, die auch durch meinen Kopf schwirrte: Wiseo?
Bei Liams Antwort hätte ich beinahe angefangen zu lachen. War das sein ernst? das hatten wir aber nicht so abgesprochen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich schwimmen nicht besonders leiden konnte und Liams Arm immer noch verbunden war. Das schloß es schon mal aus. Und Liam wusste das ganz genau. Irgendwas plante er also. Nun erwartete er von mir auch noch Zuspruch, aber ich zog nur meine Augenbrauen hoch und war mir sicher, dass man mir ansah, dass ich überfordert war. Als Liam mir noch so einen bedeutungsvollen Blick zuwarf, nachdem Alexander mehr oder weniger deutlich gemacht hatte, dass er auf unsere Anwesenheit verzichten konnte, war es mir zu viel. Das war doch alles Irsinn.
Dementsprechend packte ih nun Liam am Handgelenk und presste noch ein schnelles "Entschuldige uns kurz" zwischen meinen Zähnen hervor, bevor ich Liam noch ein paar Schritte mit mir zog. Dort drehte ich mich nun meinem Kumpel zu und fauchte ihn kurzerhand an: "Was zur Hölle treibst du denn da?"
Liam grinste nur leicht und schlug mir dann mit seiner gesunden Hand gegen den Oberarm. "Man, das wirst du schon noch sehen!", gab er mir eine ziemlich vage Antwort, für die ich ihn am liebsten erwürgt hätte. Wwas musste der sich denn jetzt so kryptisch ausdrücken? Das war ja jetzt wirlich das Allerletzte.
"Fein!", schnaubte ihc dann allerdings, als Liam einfach keine Anstalten machte mir noch etwas zu erzählen. Sollte er doch sein geheimnis für sich behalten, mir sollte es recht sein. "Ich gehe aber bestimmt nicht schwimmen!", stellte ich klar und wirbelte damit auf dem Absatz herum um mich endlich auf den Weg zum Schlafsaal zu machen. Wenn Liam unbedingt schwimmen gehen wollte und das auch noch mit Alexander, dann sollte er das doch machen. Aber er hatte sich geschnitten, wenn er glaubte, dass ich bei so einem Mist mitmachte. Bevor ich allerdings die Halle verließ, lief ich schnell noch einmal zu Alexander herüber. Nicht, weil cih unbedingt nochmal mit ihm reden wollte, sonder weil ich etwas klarstellen wollte.
"Keine Sorge, wir werden nicht schwimmen gehen, kannst also ungestört doch gehen", sagte ich mit verschränkten Armen, dann drehte ich mich um und beschloss nun wirklich zu gehen. Das war eindeutig zu viel von ALexander für einen einzigen Tag gewesen. Darauf konnte ich in Zukunft verzichten.

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Re: Vergangenheitsplay » 12
von Alexander am 29.10.2018 17:30Ich stand immer noch wie angewurzelt im Gang und blickte fassungslos den Artikel an. Oliver... tot? Ich senkte meinen Blick und schaute abermals das Bild auf dem Titelblatt an. Rechts oben befand sich ein Bild von Oliver, welches er wohl bei den jungen Auroren schiessen lassen hatte. Unter diesem Portraitfoto war zentriert der Tatort zu sehen. Ein von einem Leichentuch bedeckten und diversen Leuten umringter Kadaver lag neben der Themse, die langsam vor sich hinfloss. Ich wollte den Blick vom Bild abwenden, doch es gelang mir nicht. Ich wusste selbst nicht, warum mir das so nahe ging. Natürlich: Ich hatte ihn gekannt und es mochte ja sein, dass wir uns geküsst hatten, doch die Menge an Wut, Hass und Enttäuschung war beinahe unerträglich. „Reiss dich zusammen, Alex.", zischte ich mich selbst an. Wer würde denn einen jungen Auror töten?! Moment. Ich hielt inne und las den die Zeilen, die ich vorher gelesen hatte nochmals: "...Es ist bereits der dritte Mord an einem jungen Auror diesen Monat...", die Worte entglitten mir leise wie ein uraltes Geheimnis. Hatte Dad nicht gesagt, dass Oliver seine Ausbildungsstelle als Auror verloren hatte? Ich blickte skeptisch das Portrait von Oliver an, der mich anlächelte. Wenn mein Dad mir die Wahrheit gesagt hatte - und davon ging ich schwer aus - dann versuchte hier jemand bewusst zu vertuschen, dass Oliver aus der Auroren-Ausbildung geflogen war und somit kein Auror mehr war. Auf der anderen Seite könnte es auch sein, dass bis auf mein Vater und Olivers Familie niemand wusste, dass Oliver kein Auror mehr war, ehe er getötet wurde. Aber das war eigenartig. Gedankenversunken steckte ich den Artikel wieder ein. Hatte Dad recht? Wollten Leute wie Madison etwas vertuschen? Und wenn ja, was? Die Versuchung war gross meinem Vater bei den Ermittlungen gegen Madison zu helfen und mich als Scheinfreund Darrens zu geben, doch ich bremste mich selbst und entschloss, dass ich vorerst gar nichts machen würde, bis mehr ans Licht gekommen war. Ich hatte Darren bereits zum Feind und wenn ich jetzt die Freundschaftsnummer spielen würde und er das herausfand, wäre ich am Arsch. Ich schüttelte den Kopf: „Sorry Dad...", murmelte ich und blickte auf meine Hosentasche: „Sorry Oli..." Ich drehte mich um und lief ein paar Schritte mit dem Blick auf den Boden, als ich plötzlich in jemanden rein lief und erschrocken meinen Blick erhob. "Entschuldige.", meinte ich instinktiv und blickte Liam in die Augen, der zu meiner Überraschung keine Miene verzog und abwinkte: „Schon in Ordnung." Er hatte eine komische Bandage um seinen Unterarm gewickelt und sah etwas müde aus. Er wollte seinen Lauf fortsetzen, als er sich zögerlich zu mir umdrehte: „Weisst du, wo Darren... ist?" Seine letzten Worten klangen etwas angestrengt und er griff sich an den Unterarm. „Alles klar, Liam?", fragte ich besorgt und er nickte nur schmerzverzerrt: „Ich soll kurz was essen und dann wieder ins Krankenzimmer gehen." Ich nickte: „Darren ist bei uns am Tisch, ich kann dich zu ihm bringen, wenn du willst." Liams etwas blasses Gesicht blickte müde: „Das wäre nett." Ich nickte Richtung Esssaal und wir schritten gemächlich in dessen Richtung. „Gebrochen?", fragte ich halb interessiert, da ich nicht den Eindruck machen wollte, als mochte ich Darren und Liam besonders. Trotzdem war es mir auch unangenehm gar nicht zu fragen, weshalb ich diesen nur halb interessierten Ton wählte und ihn nicht gross anschaute. Ich spürte, wie Liam sich kurz verwundert zu mir drehte, den Blick aber abwandte und antwortete: „Nein. Nichts an den Knochen. Aber irgendwie hat meine Haut und mein Körper negativ auf eine magische Strahlung reagiert." Magische Strahlung? Davon hatte ich noch nie was gehört. „Hm...", gab ich von mir und schielte auf den Verband, der ein Wickel aus Kräutern und anderen Dingen zu sein. Wir schwiegen uns an und liefen Richtung Gryffendor-Tisch, als Liam etwas plötzlich scheu fragte: „Und bei dir? ...Alles... in Ordnung?" Nun war ich es, der meinen Blick reicht zu ihm wendete und ihn kurz anblickte. Hatte er mich gerade gefragt, wie es mir ging? Der Gedanke war so absurd, dass ich etwas schmunzeln musste, woraufhin Liam zu erschöpft um sich wirklich wehren zu können etwas defensiv meinte: "Du hast mich ja auch gefragt." Da musste ich ihm recht geben. Ich hatte dieses Gespräch angefangen, das war nicht seine Schuld. "Ja, soweit alles in Ordnung.", meinte ich und konnte es mir dann doch nicht verkneifen: "...Ausser dass Darren Ben ziemlich gedemütigt hat." Unsere Blicke richteten sich wieder nach vorne und während wir sprachen, blickten wir uns nicht an um keine unnötige Aufmerksamkeit zu erregen. "Ihr hattet auch eine ziemlich grosse Klappe...", meinte Liam direkt, aber nicht unfreundlich. Wieder schlich sich ein spitzes Lächeln auf meine Lippen. Dieses Gespräch war irgendwie amüsant. Ohne ihn anzuschauen meinte ich dann: "Ich verstehe trotzdem nicht, wie Darren so ein Gewaltsfanatiker sein kann... Als wäre Ben ihm eine Bedrohung." Liam antwortete nicht sofort, sondern schien sich etwas zu überlegen: "Darren ist kein Arschloch. Er mag dich einfach nicht. Das ist alles." Ich lachte. Was war denn das für eine Begründung? Darren kannte mich gar nicht. Ich zuckte mit den Schultern: "Fein. Dann muss er sich nicht an mir oder meinen Freunden vergreifen." Liam seufzte und entschied sich kein Wort mehr zu sagen, jedoch konnte ich sein Denken förmlich hören. Er schien sich Gedanken darüber zu machen, ob er mir irgendetwas sagen sollte. Wohlmöglich wollte er sich entschuldigen? Ich merkte seinen kurzen Blicke, die an mich adressiert waren, aber auf keinerlei Antwort trafen. Der sollte ruhig selbst seinen Mund aufmachen, wenn er etwas von mir wollte. Ich war doch nicht einer dieser Schüler, die vor Darren auf die Knie ging, um eine Entschuldigung zu bekommen! Das würde ihm so passen. Fakt war aber, dass mein Freund wegen diesem Volltrottel im Krankenzimmer lag und nun ein gestauchtes Bein hatte. Es dauerte keine Minute mehr, als wir auch schon bereits bei Darren und meiner Familie ankamen, die sich mehr schlecht als recht zu unterhalten schienen. Beim Blick von Darren und meinem Vater verdüsterte sich mein Gesicht: Einerseits, weil ich immer noch sauer war, dass mein Dad mich mit dem grössten Vollidioten freundschaftlich verkuppeln wollte, andererseits weil Darren ein Madison war und ich mir momentan ernsthafte Sorgen zu machen begann, was es mit seinem Vater und dem Ministerium auf sich hatte. Zu all dem kam dann noch Ben, der im Krankenzimmer lag und Oliver, der nicht mehr unter uns weilte. Als ich mich hinsetzte, schien es so, als hätten mein Dad und Darren über ein Mädchen gesprochen, denn mein Vater schickte ihr einen Gruss hinterher und Darren schaute nicht allzu begeistert, versicherte jedoch mit einem Nicken, dass er den Gruss ausrichten würde. "Sorry, dass ich ein Weilchen weg wahr, aber immerhin habe ich jemand aufgegabelt.", meinte ich gespielt gut gelaunt und merkte dann mit einem inneren Seufzer, dass ich jetzt logischerweise Liam Platz auf der Bank machen müsste, damit meine Fake-Begeisterung glaubhaft war. Also rutschte ich brav ein bisschen zu Darren rüber und fand mich zwei Sekunden später wohl in der unangenehmsten Sitzposition überhaupt: Zwischen zwei Volltrottel, von welchen der eine unglaubliche Aggressionsprobleme hatte und der andere nicht den Schneid hatte mich anzusprechen oder sich zu entschuldigen. "Hi, ich bin Jonas.", stellte sich mein Dad kurz vor, woraufhin Liam höflich nickte: "Liam, sehr erfreut." Ein paar Gryffendors liefen am Tisch vorbei und musterten mich verwundert. Ich lächelte gequält und hoffte einfach, dass man nicht das Gefühl hatte, dass ich mit Darren oder Liam befreundet war. "Was macht ihr heute noch so?", fragte mein Dad und schaute auf seine Uhr, was darauf hindeutete, dass er bald aufbrechen würde. Mein Bruder verdrehte lachend den Kopf: "Hausaufgaben. Was sonst?" Ich schmunzelte: "Und mit Hausaufgaben meinst du Emily aus der Dritten, oder?" Mein Bruder wurde rot. Emily war nicht nur ein Schwarm von meinem Bruder, sondern auch ein Mädchen, welches es faustdick hinter den Ohren hatte. Sie war ruhiger als mein Bruder, bedachter und in vieler Hinsicht reifer als er, doch er schien sie zu interessieren. Auf jeden Fall deutete ich so ihr "Ich-will-nichts-von-dir-Spiel", welches daraus bestand, dass sie so taten, als würden sie sich hassen, aber eigentlich neckten sie einander die ganze Zeit, was darauf hindeutete, dass da schon mehr war. Mein Bruder schaute mich dann kurz böse an und ich bemerkte, wie Liam mich kurz anschaute und sich ein leichtes Lachen verkneifen musste. Mein Bruder merkte das und meinte etwas provokant zu Liam: "Was machst denn du noch so, Liam?" "Ehm, ich?", meinte Liam etwas überrumpelt und schaute automatisch zu Darren rüber. Was für ein Schosshündchen. Wollte er sich etwa noch versichern, ob Darren mit ihm heute Gassi gehen wollte. Ich hatte keine Ahnung, was hinter meinem Rücken für Blicke ausgetauscht wurden, auf jeden Fall meinte Liam dann: "Ich habe noch ein paar Untersuchungen vor mir...", er legte den Arm auf den Tisch, der wie eine Frühlingsrolle einbadagiert war. "Auweia...", meinte mein Dad, "Vom Dementoren-Angriff?" Liam zögerte kurz: "Ja. Ich glaube einer hat mich gebissen." Ich runzelte die Stirn: Beissen Dementoren? Naja, konnte ja sein. Mein Vater nickte skeptisch und ging weiter zu mir und als die Blicke auf mich gerichtet waren, meinte ich vorsichtig: "Ich gehe wahrscheinlich noch bisschen Sport treiben und dann ins Bett." - "Sport?", fragte mein Vater, "Nach so einem Tag? Scheint mir keine gute Idee." Ich lachte beschwichtigend: "Keine Sorge Dad, im Schwimmbad wird es schon keine Dementoren haben." Mein Dad schüttelte den Kopf und meinte dann zu Darren: "Dich habe ich heute schon genug mit meinen Fragen belästigt. Aber vergiss' mir den Gruss nicht, ja?" Nun schaute er abermals auf die Uhr und schien zu merken, dass der Augenblick war sich zu verabschieden. Er stand auf und zog sich die Lederjacke vollständig an: "Also Jungs... Hoffentlich bis bald.", sein Blick fokussierte mich und Andy: "Und machte keine Dummheiten.", dann blickte er mich an und abermals wusste ich, dass dieser Blick auf meinen Zauberspruch anspielte: "Ja, ja...", meinte ich halb genervt, halb amüsiert. "Pass auf deinen Bruder auf, Andy...", meinte mein Dad und umarmte kurz meinen jüngeren Bruder, worauf er mit einem schnellen Teleportationszauber auf meiner Seite erschien und meinte: "Und du... Schone dich ein bisschen, ja?" Seine väterliche Stimme zwang mir ein Lächeln ab und ich umarmte ihn kurz und roch das Leder seiner Jacke. Die Umarmung war kurz, aber intensiv und ich wusste, dass er wusste, dass mir das mit Oli etwas näher gegangen war. Mein Vater klopfte Darren kurz auf die Schulter und meinte dann: "Also... Zeit zu gehen. Geniesst die Zeit hier in Hogwarts, sie war eine der besten Zeiten meines Lebens." Liam nickte kurz und wir sahen zu, wie mein Vater mit einem Dunst-Zauber in der Luft verschwand und nur blauen Rauch hinterliess. Zaubern konnte er.
Liam ging dann auf Darren zu und fragte ihn etwas, worauf ich mich meinem Bruder zuwandte: "Ich muss dir noch was erzählen, Andy..." Andy am zu mir rüber und meinte leise: "Geht es um... du weisst schon." Ich nickte kurz und fügte an: "Lass' uns das heute Abend besprechen. Neun Uhr in meinem Zimmer?" Mein Bruder protestierte: "Warum immer in deinem Zimmer?!" Ich grinste: "Weil ich der Ältere bin und das so bestimme. Basta." Mein Bruder verdrehte die Augen: "Na gut... aber Emily..." Aha. Hatte ich es doch gewusst. Er traf sich doch tatsächlich mit Emily. Ich schmunzelte: "Mach dir keinen Stress. Aber vielleicht seit ihr ja mit Rummachen bereits vor neun fertig, dann kannste ja noch vorbeikommen. Wenn nicht, dann besprechen wir das ein anderes Mal." Mein Bruder lächelte verlegen: "Können wir das nicht morgen oder so machen?" Ich seufzte, war ihm aber nicht böse. Lachend meinte ich: "Ach du liebe Zeit, Emily und du scheinen es ja echt nötig zu haben, was? Aber okay. Dann machen wir es sonst mal." Mein Bruder nickte und ich drehte mich zu den anderen zwei um, als mich Liam ansprach: "Bis wann ist heute das Bad offen?" Ich runzelte die Stirn. Warum fragte er das? "Ehm... wahrscheinlich wie immer. Für Jüngere bis acht und für die Älteren bis zehn Uhr abends... Warum?" Liam schaute Darren kurz an und meinte dann: "Weil wir vielleicht auch schwimmen gehen." Ich schaute etwas perplex. Hä? Warum wollten die jetzt schwimmen gehen? Liam hatte eh eine Wunde und ich wusste nicht, ob er wirklich damit ins Wasser gehen sollte. "Ich weiss ja nicht...", meinte ich und nickte auf seinen Verband. "Doch, doch, das geht schon. Nicht wahr, Darren?" An seinem Grinsen erkannte ich, dass dieses Gespräch etwas war, was Darren wohlmöglich nicht so hatte kommen sehen . Wollten sie mit mir reden oder was hatte es auf sich mit dem gemeinsamen Schwimmabend? Zur Prävention meinte ich einfach: "Vielleicht gehe ich auch nicht schwimmen. Muss mal schauen, wie kaputt ich bin." Liam schaute Darren erwartungsvoll an und was auch immer er im Schilde führte, Darren war wohl nicht zu hundertprozent eingeweiht worden.

Re: Vergangenheitsplay » 12
von Darren am 29.10.2018 16:33Ich hatte das Gefühl, dass ich Mr. Cooper anblickte, als hätte ich einen Gesit gesehen, aber seine Frage warf mich ein bisschen aus der Bahn. Wer fragte denn so etwas persönliches, wenn man sich kaum kannte? Ich hatte gehofft mit etwas Geplänkel davonzukommen, aber das schien nichts zu werden. Glücklicherweise schienen auch Alexander und sein Bruder das Ganze als unangenehm zu empfinden, weshalb sie ihren Vater direkt mal darauf hinwiesen. Diesem schien das Ganze aber überhaut nicht peinlich zu sein, stattdessen schaffte er es noch mich im selben Satz als den Freund seines Sohnes zu schimpfen. Ich hätte fast gelacht bei dieser absurden Vorstellung. Ich und Alexander als Freunde? Niemals!
Wir hatten zusammen gekämpft, aber ich fand ihn dswegen nicht weniger zum kotzen! Der konnte mich doch wirklich mal kreuzweise. Ich war ziemlich erleichtert, als Alexander ankündigte, dass er mal kurz mit seinem Vater reden müsste, da ich darin meine Chance witterte endlich zu verschwinden. Allerdings stürzte sich sein Bruder direkt mit Fragen auf mich, sobald die Beiden auch nur fünf Meter vom Tisch entfernt waren.
"Ich habe gehört, du hast dich mit deiner Gruppe verkracht. Heißt das jetzt, dass du alleine unterwegs bist?", fragte er und musterte mich interessiert. Ich seufzte nur leise, da ich es kaum glauben konnte, dass jemand tatsächlich genauso nervig sein konnte, wie Alexander. Musste wohl in der Familie liegen.
"Nein, natürlich nicht, die stehen immer noch hinter mir", antwortete ich desinteressiert udn begann mich in der großen Halle nach bekannten Gesichtern umzublicken. Ich war mir in dieser Sekunde nicht siher, ob ich es besser gefunden hätte, welche zu sehen, oder aber auch niemandem zu begegnen. Schließlich saß ich immer noch am Gryffindor Tisch, bei den Erzfeinden von uns Slytherins. Ich war mir ziemlich sicher, dass meine freundlichen Reinblüter Kollegen eine Menge darüber zu reden hätten.
Mein Blick fiel auf Alexander und seinen Vater, die sich in einer Ecke des Saales unterhielten und die eine Zeitung in der Hand hielten. Alexander schien nicht besonders zufrieden zu sein, mit was auch immer sein Vater ihn konfrontierte. Ich hätte nur allzugerne gehört, worüber sie redeten, nicht, weil er mich interessierte oder so, sondern weil ich das Gefühl hatte, dass es wichtig war. Irgendwelche Infos, die mir fehlten wurden da besprochen.
Ich wandte mich zurück zu Alexanders Bruder, dessen Name mir einfach nicht einfallen wollte und beobachtete inige Momente, wie er probierte so viele Weintrauben, wie möglich auf seine gabel zu stecken. Ich musste zugeben, dass er seinem älteren Bruder ziemlich ähnlich sah, nur dass Alexander größer und erwachsener war. Und ein wenig muskulöser.
Ansonsten hatten sie ähnliche Gesichtszüge, auch wenn das für mich vielleicht ein bisschen schwierig zu beurteilen war, da ich bis jetzt immer nur Alexanders wütenden Gesichtsausdruck zu sehen bekommen hatte.
"Was macht dein Vater von Beruf her?", platzte ich dann plötzlich, einem Impuls folgend, heraus. Mein Gegenüber blickte verwirrt von seiner Gabel auf und schien einige Sekunden über die Antwort nachzudenken, dann räusperte er sich und ließ die Gabel sinken. "Unser Vater ist Auror", antwortete er und ich hatte direkt das Gefühl, dass das ein wenig oberflächlich war.
Aber die ANtwort machte Sinn und ich spürte dieses Gefühl, wenn man etwas verstanden hatte. Daher kannten sich also unserer Väter. Sie warn so etwas, wie Bekannte aus dem Ministerium und Gegenspieler. Auch, wenn Alexanders Vater das nicht wissen konnte. Aber als Auror konnte er meinem Vater, einem Todesser, sehr wohl Probleme machen und ich ging einfach mal davon aus, dass mein Vater auch ihm das Leben schwer machte, Schließlich konnte mein Vater niemanden gebrauchen , der schnüfflete und es hatte sich ziemlihc so angehört. als würde Mr. Cooper das momentan im Minesterium machen.
Ich warf noch einen Blick herüber zu dem Mann, der sich jetzt schon wieder uns näherte, aber jetzt nahm ihc ihn irgendwie anders wahr. Vermutlich war diese freundliche Masche nur seine Tarnung mir und meiner Familie gegenüber. Als Auror musste ihm das leicht fallen. Und selbst, wenn er keinen Schimmer haben sollte ud wirklich einfach nur nett war, dann musste ich mich jetzt trotzdem zurückhalten. Nicht, dass ich ihm auf die Nase binden wollte, dass ihm ein fast Todesser gegenüber saß, aber trotzdem.
Ich hatte für ein paar Sekunden auch freie Sicht auf Alexander, der nun ungläubig auf die Zeitung in seine Hände blickte und ich meinte für eine Sekunde so etwas, wie Schmerzen in seinen Augen zu sehen. ABer ich konnte mich auch geirrt haben, denn sofort schoben sich ein paar Schüler in mein Blickfeld und ich konnte nicht mehr erkennen, was er tat.
Trotzdem war ihc mir jetzt erst recht sicher, dass diese Zeitung etwas sehr interessantes beinhaltete. Auf dem Rückweg musste ich mir auch so ein Exemplar kaufen und nachher mal darin lesen.
Schließlich woltle ich wissen, was die Beiden da so wichtiges zu besprechen hatten. Vielleicht hatte es ja auch etwas mit diesem verrückten Gespräch zwischen den Beiden Männern zu tun, von dem wir alle Zeuge gewesen waren. Alexanders Vater unterbrach meine Gedanken, indem er sich wieder hinsetzte und mir direkt noch ein Lächeln schenkte.
"Ich hoffe Andy hat dich solange unterhalten", grinste er und strubbelte seinem jüngeren Sohn über dessen Haare, was dieser nur mit einem peinlich berührten Lächeln quittierte. Andy, das war also sein Name. Ich nickte nur, auch wenn das ja nicht wirklich die Wahrheit war, aber man musste das ja nicht unnötig kompliziert machen.
"Wie geht es denn eigentlich Eleonore?", fragte er plötzlich und ich sah ein wenig verwirrt auf bei dem Namen meiner Mutter. Das er meinen Vater gekannt hatte fand ich schon verrückt genug, aber anscheinend schien ihm meine komplette Familie ein Begriff zu sein. Bei meinem offensichtlich veriwirrten Blick lachte er auf und fügte eine Erklärung hinzu.
"Sie war nur einen Jahrgang unter mir hier in Hogwarts"
Ich nickte erneut nur und probierte diese Informationen in meinem Kopf zu etwas zusammenzufügen, was Sinn machte, aber ich scheiterte. Das hier war mir alles viel zu verwirrend.
"Sie hat viel zu tun, aber ansonsten geht es ihr gut", antwortete ich knapp und blcikte mich noch einmal unauffällig nach Alexander um, aber noch immer sah ich ihn nicht. War der Idiot etwa einfach abgehauen und hatte mich jetzt hier mit seiner Familie sitzen gelassen? Nicht, dass ich etwas dagegen hatte, dass er weg war. Aber trotzdem machte mich dieser Gedanke wütend. Wenn sein Vater uns schon in solche unangenehmen Situationen brachte, dann sollte er die gefälligst auch ausbaden. Gleiches Recht für alle.
"Das klingt nach ihr. Sie hat sich immer zu viel aufgehalst", plauderte er munter weiter und ich blickte ihn schon wieder verwirrt an. Erneut hörte es sich an, als hätte er eine Ahnung von meinen Eltern, aber ich konnte mir eigentlich kaum vorstellen, dass meine Mutter sich mit ihm abgegeben hätte. Sie war zwar an sich nicht so streng, was den ganzen Reinblutwahnsinn anging, aber auch sie war so aufgewachsen. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass sie mit jemandem, wie den Coopers etwas zu tun gehabt hatte. Allerdings war sie vielleicht nicht immer so gewesen, so wie jetzt. Nicht so verstockt, was alle diese Regeln anging. Schließlich hatte sie, als ich jünger gewesen war mir auch einiges durchgehen lassen.
Ich erinnerte mich noch genau daran, wie wir im Sommer sogar ein einziges Mal in ein Muggelfreibad gegangen waren, weil ihc sie den ganzen Tag bekniet hatte mal schwimmen gehen zu dürfen. Mein Vater war arbeiten gewesen, weshalb sie zugestimmt hatte, aber ich hatte versprechen müssen es ihm nie zu sagen. Sogar als sechsjähriger hatte ich verstanden, dass es ihr ernst war. Mittlerweile, hatte ich nicht mehr das Bedürfnis mit Muggeln schwimmen zu gehen und ich war mir sogar ziemlich sicher, dass meine Mutter es niemals erlauben würde
Ich wurde etwas unsanft aus meinen Gedanken gerissen, als sich jemand neben mich auf die Bank fallen ließ. Anscheinend war Alexander also doch nicht abgehauen. Nur schien mit ihm etwas nicht in Ordnung zu sein, Ich konnte es nicht so recht einordnen, aber den Blick, den er seinem Vater zuwarf hatte auf jeden eine tiefere Bedeutung. Irgendwas ging hiervor, was ich nicht verstand. Sein Vater blcikte ihn für ein paar Sekunden mit einem ebenso verheißungsvollen Blick an und wandte sich dann wieder an mich. "Grüß sie doch auf jeden Fall mal", sagte er nun wieder mit derselben guten Laune, wie vorher nur das es mir dieses mal nicht ganz so überzeugend rüberkam.
Ich nickte und beschloß augenblicklich ihr niemals etwas von der Unterhaltung zu erzählen.

We messed around until we found the one thing we said we could never ever live without. I´m not allowed to talk about it, but I gotta tell you. ´Cause we are who we are when no one´s watching and right from the start, you know I got you. Yeah you know I got you. I won´t mind even though I know you´ll never be mine.
Re: Vergangenheitsplay » 12
von Alexander am 28.10.2018 22:23Als wir den Raum verlassen hatten, ging es keine Sekunde, bis ich meinen Vater anfuhr: "Dad, was sollte das denn?!" Mein Dad runzelte verwundert die Stirn, während er seine Lederjacke wieder anzog: "Was denn? Die kleine Auseinandersetzung mit Mister Madison?" Ich schaute ihn an und hob eine Augenbraue: "Ja..." Mein Dad lachte kurz vor sich hin und machte sich an die Erklärung. Andy und ich lauschten unserem Dad und liefen jeweils rechts beziehungsweise links von ihm, während dieser zwischen uns lief. "Also...", meinte Dad und anhand seines Einatmens wusste ich, dass er etwas ausholen würde, "Mr. Madison aka Markus aka Markie arbeitet im Zauberministerium und ist ein ziemlich hohes Tier. Nun ist es so, dass ich seit einigen Monaten dort unterwegs bin in einem Auftrag, von dem ich euch nichts erzählen darf. Fakt ist jedoch, dass irgendetwas nicht im Zauberministerium stimmt." Mein Bruder und ich rückten etwas näher zu meinem Dad und Andy meinte: "Was stimmt denn nicht mit dem Ministerium?" Mein Dad sprach nun deutlich leiser, auch wenn nicht viel Schüler in diesen Gängen unterwegs waren: "Das versuche ich herauszufinden. Fakt ist aber, dass in den letzten Monaten strategisch Leute aus dem Ministerium rausgeworfen und eingeschleust wurden." Ich kratzte mich am Kinn und hakte nach: "Naja. Ist das Zauberministerium nicht für interne Konflikte bekannt?" Mein Dad seufzte, als er merkte, dass seine zwei Söhne genau so neugierig und kombinatorisch begabt waren wie er. "Das ist es nicht.", erklärte er, "Mögt ihr euch noch an die Mutter von Nathalie erinnern?" Andrew meinte in fragendem Ton: "Helena Thompson?" Mein Vater nickte: "Oder was ist mit dem Vater von eurem Freund Oliver?" Ich war mir nicht sicher, weshalb mein Vater diese Fragen stellte und unterbrach ihn: "Du meinst Oliver... der Ravenclaw?" Mein Vater nickte abermals. Oliver war nun bereits aus der Schule, da er zwei Jahrgänge über mir gewesen war. So viel ich wusste, wollte er die Ausbildung zum Auror anfangen, denn er war ein exzellenter Zauberer gewesen. Er hatte mir seinerseits einige Kniffe beigebracht und als ich ihn damals im vierten Jahrgang herausgefordert hatte, hatte er mich grausam zur Schnecke gemacht. Doch er war nicht demütigend gewesen, sondern genoss seinen Sieg in Massen. Ich mag mich noch gut daran erinnern, wie er nach dem Duell zu mir kam und mir seine Hand reichte und mir half aufzustehen. "Was ist mit Oliver?", fragte ich also nach, da es mich nun doch Wunder nahm, was mein Vater uns mitteilen wollte. "Sein Vater wurde gefeuert. Fristlos. Aufgrund Diebstahls. So sagt man zumindest...", erklärte mein Vater Augen verdrehend. Der Vater von Oliver? Ein Dieb? Niemals. Sein Vater war damals des Öfteren nach Hogwarts gekommen, um den Schülern über das Zauberministerium zu unterrichten. Er war bereits ein älterer Mann, aber erfahren und loyal dem Ministerium gegenüber. Dass er das Ministerium beklauen würde, konnte ich mir wirklich nicht vorstellen. Warum sollte er auch? Doch damit nicht genug, denn mein Vater doppelte gleich nach: "Und du darfst dreimal raten, wer in derselben Woche seine Ausbildung als Auror abbrechen musste." Meine Augen weiteten sich: "Oliver?!" - "Jepp.", meinte mein Vater und nickte traurig, "Sein Zauberstab wurde konfisziert aufgrund Vermutung an diversen Übergriffen magischer Art." Andrew, der Oliver auch noch gekannt hatte, öffnete den Mund sprachlos. Ich meinte entrüstet: "So etwas würde er doch nie tun! Ausserdem ist er schwul... oder?" - "Oh.", meinte mein Vater und runzelte verwirrt die Stirn. Das hatte er in diesem Fall nicht gewusst. Oliver war um ehrlich zu sein mein erster Schwarm hier in Hogwarts gewesen, wobei ich mich damals nicht getraute irgendjemandem von meinem Interesse an Jungs zu erzählen. Ich konnte mich noch gut erinnern, wie ich Oliver unglücklicherweise das erste Mal in der Umkleide sah, als er sich für ein Quidditch-Turnier angezogen hatte. Seit diesem Augenblick wusste ich, dass ich auch auf Jungs stand. Der Ravenclaw war ein Mannsbild gewesen, hatte blonde, zerzauste Haare gehabt und war ziemlich trainiert gewesen. Oliver hatte später gesagt, dass er schon damals wusste, dass ich auf Jungs stehen würde. Das hätte man meinem Blick ablesen können. Als wir uns etwas angefreundet hatten und der letzte Schultag von Oliver zu Ende ging, verabschiedete er sich von mir und gab... mir einen Kuss. Ja. Das war der erste Kuss, den ich je mit einem Mann ausgetauscht hatte. Nicht, dass wir ein Päärchen gewesen wären oder so, doch als ich ihm gestanden hatte, dass ich mir unsicher war, ob ich nicht auch auf Typen stände, war er immer für mich da und nahm mir die Angst. Insofern war es schon etwas Spezielles zwischen uns gewesen und auch wenn wir keine Beziehung führten, war doch eine gewisse Vertrautheit zwischen uns da gewesen. Seit seinem Abschluss hatten wir uns aber nicht mehr gesehen. Wie schon gesagt: Es war keine Liebesbeziehung oder so etwas. Ich glaube, Oliver wollte mir nur zum ersten Kuss mit einem Jungen verhelfen. Ich wurde durch die Stimme meines Vaters aus den Gedanken gerissen, der bereits weiter gesprochen hatte: "Und Ms. Thompson... die Mutter von Nathalie... Sie hat jahrelang im Sekretariat des Ministeriums gearbeitet und nun ist auch sie weg vom Fenster.", er schüttelte den Kopf, "Ich verstehe das nicht. Und diese Fälle häufen sich. Altbekannte Gesichter werden Stück für Stück aus dem Gefüge des Ministeriums entfernt, damit...", ich beendete seinen Satz: "...damit neue Stücke ins Gefüge eingesetzt werden können..." Meine Miene wurde nachdenklich. "Glaubst du in dem Fall, dass die gestohlenen Dinge, von welchen Mr. Madison gesprochen hatte, gar nicht gestohlen worden sind?" Mein Vater lachte bitter und ehe wir in den Esssaal betraten zog er uns auf die Seite, um das Gespräch sicher weiterführen zu können. Er nahm Andrew und mich vor sich und legte uns je eine Hand auf die Schulter: "Jungs, was ich euch sage, müsst ihr für euch behalten, ja?" Wir nickten artig und mein Dad schaute kurz um sich, ehe er leise meinte: "Ich weiss, dass diese Artefakte nicht geklaut wurden, denn ich habe sie gesehen... Sie wurden versteckt. Die Diebstähle sind gar nie geschehen." Andrew prustete unvorsichtig aus sich heraus: "Moment, du bist ins Ministerium eingebro-...?!" Mein Dad und ich hielten meinem Bruder zeitgleich den Mund zu. "Spinnst du?!", zischte ich leise und mein Vater meinte ruhig, aber bestimmt: "Das darf niemand erfahren, verstanden?!" In meinem Kopf ratterte es. Es wurden also diverse Leute entlassen, die bereits lange Zeit im Ministerium gearbeitet hatten und die bekannt dafür waren, dass sie diesem loyal gegenüber gestanden hatten. Zudem wurde wahrscheinlich Olivers Vater ein Diebstahl eines magischen Artefakts angehängt, welches er gar nie gestohlen hatte. Mein Kopf rechnete eins und eins zusammen und als Dad meinem Bruder die Hand wieder von dem Mund nahm, fragte ich skeptisch: "Welche Rolle spielt Mr. Madison in dem ganzen Gefüge?" Mein Vater schaute mich eindringlich an und er konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Wenn eure Mutter noch leben würde und wüsste, was ich gerade für illegalen Scheiss abziehe um die Wahrheit ans Licht zu bekommen, würde sie mich umbringen.", er räusperte sich, "Mr. Madison spielt eine zentrale Rolle in diesem Gefüge, denn er war in den meisten Fällen der Richter, der das Urteil gefällt hat." - "Urteilsmanipulation?", fragte ich instinktiv und mein Dad zuckte mit den Schultern: "Ich weiss es nicht. Fakt ist, dass dieser Typ irgendetwas zu verbergen hat. Ob er schuldiger als befürchtet oder unschuldiger als vermutet ist, kann ich nicht sagen. Dafür fehlen mir noch die Beweise. Fakt ist, dass er in ungefähr 80 Prozent der Fälle eine Richterfunktion innehatte." - "Aber mit welchem Ziel sollte er Unschuldige ausliefern?", fragte mein Bruder unschuldig. Mein Vater lachte trocken: "Wenn ich das wüsste, Andrew... Man munkelt das eine oder andere. Aber das ginge zu weit. Wenn ich euch das erzählen würde, könnte ich euch gleich der dunklen Magie zum Frass vorwerfen. Fakt ist, dass momentan immer mehr Zauberer von der Bildfläche verschwinden und an ihrer Stelle seltsame Persönlichkeiten eingesetzt wer-..." Mein Vater konnte den Satz nicht mehr beenden, da in diesem Moment ein Zeitungsjunge durch die Gänge lief und jedem seine Zeitung andrehte. Mein Vater schien sehr interessiert und warf ihm eine Münze zu und ergatterte sich so ein Papier und überflog es. Sein Blick schien hektisch nach etwas zu suchen und als er die Titelseite gesehen hatte, blätterte er ungeduldig durch die Zeitung und blieb bei einer Seite stehen und las fixiert den Text. Andrew und ich standen verloren da und schwiegen und liessen die verwirrten Blicke der anderen Schüler über uns ergehen, die uns dabei beobachteten, wie wir vor unserem Vater standen und einfach nichts taten. Der Blick meines Vaters verdüsterte sich, doch er schien nicht wütend, sondern viel mehr... traurig. Ein Seufzen entglitt ihm und er hob langsam den Blick. Er schaute Andrew und mich an und schien sich zu überlegen, ob er sagen sollte, was er sagen wollte. Er entschied sich dann nichts davon zu erzählen und faltete die Zeitung zusammen und verstaute sie mit einem Verkleinerungszauber in seiner Hosentasche. "Lasst uns essen gehen, Jungs...", meinte er und er bemühte sich die schwerfällige Miene abzuschütteln, was ihm mehr oder weniger gelang.
Andrew und ich fragten nicht weiter und nickten stumm, ehe wir den Esssaal betraten und zum Gryffendor-Tisch sassen. Einige meiner Schulfreunde kannten meinen Dad und grüssten ihn, als sie ihn sahen und man machte uns Platz am Tisch, worauf wir uns dankend setzten. Während den kommenden Minuten lockerte sich Stimmung auf und die ernsten Gespräche wichen Alltagsgesprächen. Wir hätten hier eh nicht über so heikle Themen sprechen können, die das Ministerium betrafen, denn eine falsche Information im falschen Ohr zur falschen Zeit am falschen Ort konnte desaströs werden. Stattdessen sprachen wir über Prüfungen, allfällige zukünftige Schwiegertöchter und sonstige Ereignisse, worüber sich das Sprechen lohnte. Während Andrew und ich uns Weintrauben in den Mund schmiessen und die Zeit mit unserem Vater genossen, schaute Dad plötzlich auf und richtete seine Aufmerksamkeit auf eine Person am Eingang des Saales. Ich bemerkte die Abwendung und drehte mich um, worauf eine Weintraube in meinen Haaren landete, die mir Andy angeschmiessen hatte. "Hey.", meinte ich eher beiläufig und suchte die Person, die mein Vater anvisiert hatte und hätte am liebsten gleich wieder weggeschaut: Darren. Was hatte mein Vater nur mit ihm? "Das ist doch dein Freund, oder?", meinte mein Dad und schaute mich an. Ich meinte entgeistert: "Nein, ist er nicht." Mein Vater schaute mich an: "Ach was..." Ich protestierte, als ich sah, wie er seine Hand hob: "Nein, Dad." Mein Dad winkte Darren zu uns. "Nein, Dad...", meinte ich nochmals und stiess an seine Bein. Er lachte mich nur an und meinte: "Jetzt hab' dich nicht so, Alex. Er ist auch nur ein Mensch." Ich verdrehte die Augen: "Lass es! Ich will nicht-..." Es war zu spät. Nun hatte mein Dad Darren direkt angesprochen und Darren reagierte zu allem Überfluss darauf. Na toll. Während Darren auf uns zukam, drehte mein Dad sich zu mir um: "Willst du mir einen Gefallen tun?" Unerfreut darüber, dass mein Dad meinen derzeitigen Erzfeind zu Kaffee und Kuchen einlud, meinte ich schnaubend: "Was?" Mein Vater zuckte mit den Schultern und wollte ansetzen, war aber zu langsam, denn Darren war bereits bei uns angekommen. Stattdessen wandte er sich von mir ab und widmete sich in aller Liebe Darren, was mich schier dazu brachte zu kotzen, weil Darren allerhöchsten eine Faust ins Gesicht verdient hätte. Auf die Antwort hin, ob Darrens Vater noch hier war, wich ich Darrens Blick kalt aus. Der Junge konnte mich kreuzweise und wenn er hoffte, dass ich ihn von diesem Tisch gehen lassen würde, weil es für ihn beschämend war sich mit Gryffendors abzugeben, hatte er sich heftig geschnitten. Er sollte selbst schauen, wie er seine Ehre retten konnte, falls er überhaupt je Ehre besitzt hatte. Mein Vater musterte Darren und meinte: "Und sonst? Wie läuft es zuhause?" Ich hob fragend die Augenbraue. Was wollte er das wiss-...?! Plötzlich machte es Klick. "Dad, so etwas fragt man doch nicht...", intervenierte mein Bruder Andy, worauf ich ebenfalls einstieg und mich unehrlicherweise bei Darren entschuldigte: "Entschuldige... mein Dad ist manchmal etwas aufdringlich..." Mein Dad wehrte sich: "Stimmt doch gar nicht. Mich interessiert es nur, wie es dem Freund meiner Jungs geht." "Moment...", überlegte ich laut und wurde etwas energisch und schaute kurz entschuldigend zu Darren: "Kann ich kurz einen Moment mit meinem Dad haben? Andy kann ja mit dir reden." Ich wartete gar nicht lange auf eine Antwort, sondern zog meinen Dad halbwegs vom Tisch weg und verzog mich in die Ecke des Raumes, wo man uns nicht hörte. "Was soll das, Alex?", meinte mein Vater unverständig. "Was das soll?!", hauchte ich leise, "Das solltest du mir sagen!" Mein Vater runzelte die Stirn, doch ich wusste, was er vorhatte: "Du glaubst, dass Darren und ich Freunde sind und dass du über mich an Darren und die Madisons rankommst? Vergiss das. Darren würde mich eigenhändig erwürgen, ehe er mir überhaupt was erzählt!" Mein Dad schien überrascht: "Wow. Du bist wirklich klug, mein Junge. Ja. Das war mein Plan: Wenn ich nicht von Madison die Informationen bekomme, dann wohlmöglich von seinem Sohn." Ich schaute ihn fassungslos an: "Du willst, dass ich eine Zweckfreundschaft aufbaue?" Mein Vater hob die Hände: "Was?! Nein! Du musst gar nichts! Aber ich habe gedacht, dass du mir eventuell helfen könntest bei meinen Ermittlungen." Ich schüttelte den Kopf und wurde sauer. Ich mochte es nicht, wenn Menschen ausgenutzt wurden. Auch wenn sie Darren hiessen und echt zum Kotzen waren: "Nein. Das mache ich nicht. Erstens weil mich der Typ ankotzt und zweitens weil ich Menschen nun mal nicht ausnutze." Mein Vater schmunzelte: "Du hast recht. Ich habe es falsch formuliert. Ich will nicht, dass du ihn ausnutzt. Ich will lediglich, dass du vorsichtig bist, wenn du eine Freundschaft mit ihm aufbaust." Ich lachte bitter: "Keine Sorge. Eine Freundschaft baue ich nicht auf. Nicht mit ihm." Mein Vater nickte: "In Ordnung. Ich verstehe. Ich dachte, vielleicht würdest du mir helfen wollen." Das wollte ich auch. Aber nicht so! "Sorry, Dad. Aber das mache ich nicht." Mein Vater seufzte und ich sah es seinem Blick an, dass er nichts Böses wollte. Mein Vater war nicht so manipulativ, wie er sich gerade gab, aber um die Wahrheit herauszufinden, würde er Extrameilen gehen... aber diese Extrameile wäre zu viel. Zu viel für mich. Ich zweifelte auch nicht daran, dass mein Vater Darren mochte, doch er sah sicher auch den Vorteil darin Darren als möglichen Zeugen zu haben. Und hinter dem konnte ich nicht stehen. "Hier.", meinte mein Vater und zog den Zeitungsartikel hervor. "Was ist das?" Mein Vater schaute mich an: "Habe ich vorhin gelesen... vielleicht überlegst du es dir nochmals, ob du mir nicht helfen willst." Mit diesen Worten machte er sich zurück auf den Weg zu Darren und Andy und meinte: "Ich bin bei Darren und Andy. In zwanzig Minuten muss ich gehen, mach' also nicht zu lang." Ich verliess kurz den Esssaal und stand in den Gang und las den Artikel: "Oliver Sullivans (20) tot am Flussufer aufgefunden." Meine Augen weiteten sich. ...Oliver? ...Tot? Ich sah mir das Bild am Fluss mit dem Leichentuch an und den Leuten, die darum standen und las den Text leise vor mich hin: "Man vermutet, dass es sich um einen Mord handelt. Es ist bereits der dritte Mord an einem jungen Auror diesen Monat. Man geht davon aus, dass die Täter bei allen Auroren die gleichen waren." Ich kniff meine Augen kurz zusammen und musste mich zusammen reissen, um eine Träne zu unterdrücken. Oliver war tot. Hatte das etwas mit dem Ministerium zu tun?



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