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Alexander

25, Männlich

Main Character Hogwarts [ehem.] Gryffindor Abgeschlossen Reinblut Gut Orden des Phönix Duellierclub Everybody's Darling Frei

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Re: Vergangenheitsplay » 17

von Alexander am 22.12.2018 16:50

Ich konnte mir kein Lachen verkneifen, als Darren erzählte wie sein Freund einem Mädchen auf die Schuhe gekotzt hatte. Gleichzeitig zog sich mein ganzer Magen bei dieser Vorstellung zusammen und mir entwich ein halb lachendes, halb angeekeltes "Iiiiuuuuh...", woraufhin Liam nur meinte, dass er noch eine bessere Geschichte kennen würde. Ich kratzte mich am Kinn und hob die Augenbraue interessiert, während ich ein weiteres Croissant in die Hand nahm und begann daran zu knabbern: "Schiess los.", meinte ich mit halb vollem Mund und lächelte den Braunhaarigen an, da ich der Meinung war, dass etwas Heiterkeit die Situation um seine Familie gut auflockern könnte. Während Liam frisch fröhlich darauf los erzählte, runzelte ich etwas die Stirn, da ich die Geschichte doch irgendwie sonderbar fand. Warum genau waren diese zwei Jungs angetrunken durch ein Restaurant gerannt? Und warum sollte man einfach ein Gespräch mit Köchinnen beginnen... ach ja. Weil man betrunken ist! Nicht, dass ich direkt etwas dagegen habe, wenn man betrunken ist, jedoch weiss ich von mir selbst, dass der Kontrollverlust schneller eintritt, als mir lieb ist und deshalb versuchte ich so gut wie möglich mit der süssen Versuchung zu widerstehen. Ich schaute während Liams dramatischer Pause zu Darren rüber, dem die Situation alles Andere als angenehm erscheinen musste. Woher ich das wusste? Nun, er hatte einen etwas verspannten Gesichtsausdruck und seine Stirn legte sich ein wenig in Falten. Ich konnte mir auch hier kein schelmisches Grinsen verkneifen, machte die angespannte Miene von Darren die Geschichte nur noch etwas lustiger. Ich schaute also zu Liam rüber und fragte ihn (wahrscheinlich zu Darrens Leidwesen): "Und dann?" Liam leckte sich die Lippen und liess mich einen Augenblick an seiner Angel zappeln, als er ansetzte und die Story weiter erzählte. Ich schaute kurz zu Darren und bemerkte, dass er seine Stirn in kleine Falten gelegt hatte: Die Story würde wohl besser sein, als er befürchtete. Die Pointe der Geschichte kam ziemlich abrupt und ich schaute Darren meinerseits verwundert an: Frauenschwarm? Er? Ich musste einerseits lachen, als ich bemerkte, wie ich Darren in meinem Kopf begann durch ein Schema laufen zu lassen, das mir helfen sollte seine Attraktivität zu beurteilen. Er schnitt - zugegebenermassen - nicht schlecht ab. Um nicht zu sagen, dass er sogar sehr gut abschnitt. Was mich dann aber wirklich zum Lachen brachte, war der Fakt, dass unser "Frauenschwarm" von einem Mann angeflirtet worden war und dem Anschein nach komplett überfordert war. Einerseits überfordert in der Geschichte selbst, andererseits auch gerade jetzt, denn Darrens Gesicht war etwas rötlich geworden? Wusste er etwa nichts mehr davon? Ich lachte mit Liam mit, Darren blieb halb verlegen, halb genervt schweigend am Tisch sitzen: So ein Miesepeter. War ja nichts dabei, wenn man von jemandem angeflirtet wurde! Na gut, ich hätte Ben eine geschmiert, wenn er jemandem wie Darren peinliche Stories von mir erzählen würde, doch das war ja nun wirklich harmlos für so ein Grossmaul wie Mr. Madison. Während Darren schwieg, machte Liam irgendwelche Faxen, die den Kellner nachahmen sollten, indem er mit platten Anmachsprüchen um sich warf. Er spielte die Rolle so schlecht, dass man nicht anders konnte, als zu lachen. Mein Lachen verstummte jedoch augenblicklich, als Darren sich nun doch noch zu Wort meldete und seinem Freund unterstellte, dass er dies erfunden hätte. Liam schien selbst etwas überrumpelt und schaute Darren fragend an. Täuschte ich mich oder hatte Darrens Gesicht irgendetwas von einem Hundeblick, der um Futter betelte? Liam schüttelte grinsend den Kopf und meinte mit einem lockeren Klaps auf Darrens Arm, dass er sich das keineswegs ausgedacht hätte. Nun kehrte der gewohnte Madison zurück und erklärte kühl - wenn auch ein bisschen in Rage, wie es mir schien - dass Liam ihm solche Sachen früher hätte sagen sollen und er diesen Kellner entlassen würde. Ich runzelte die Stirn: Du liebe Zeit, warum sollte man bitte sehr jemanden entlassen, wenn man selbst stockbesoffen war und sich an die Kellner und Köche ranmachte? Ich schüttelte leicht den Kopf und befürchtete, dass diese ganze Sache hier in einer Diskussion enden würde. Tat es aber nicht. Stattdessen griff Liam das Gespräch über den Rummelplatz hier auf und schlug vor, dass Darren und ich dorthin gehen könnten, da er anscheinend ziemlich bekannt war. "Ehm, können wir schon...", meinte ich mässig motiviert, wollte jedoch nicht unhöflich sein, wenn sich Liam schon die Mühe machte für uns ein Nachmittagsprogramm zusammen zu stellen. Doch wenn ich ehrlich war, wusste ich, wie der Nachmittag wahrscheinlich enden würde: Entweder wir trennten uns gerade am Anfang und jeder ging seines Weges oder wir liefen in peinlicher Stille über den Jahrmarkt und würden kein Wort miteinander austauschen, da jeder bisherige Wortwechsel schlussendlich zu Streit geführt hatte. Ausser das eine Mal in der Nacht, als ich Darren aufgelöst im Gang von Hogwarts aufgefunden hatte. Ich hielt kurz inne: Ja, dieses Gespräch war sogar ziemlich normal gewesen, auch wenn er am Schluss desselben wieder den alten Kotzbrocken hatte raushängen müssen. Anhand des Schulterzucken von Darren erkannte ich, dass er nicht wirklich motiviert war mit mir Zeit zu verbringen und ich konnte es ihm nicht verübeln: Ich schien seinem Ruf bereits viel abverlangt zu haben. Zumindest war Gordon, so viel ich wusste, ihm nicht mehr ganz so loyal gegenüber. Liam versuchte Darren zu überzeugen, stupste ihn an und meinte: "Komm schon. Ihr könnt doch nicht hierher gereist sein, um nichts von der Stadt zu sehen. So eine Gelegenheit bietet sich kein zweites Mal. Und ich sage euch...", er drehte sich zu mir um: "...magst du Zuckerwatte?" Ich überlegte kurz. Zuckerwatte war tatsächlich eines der wenigen Süssigkeiten, die ich weder gern hatte, noch hasste. Also meinte ich mich am Kopf kratzend: "Jain. Ich kann es essen, sagen wir es so. Ist mir aber manchmal etwas zu...", weiter kam ich nicht, da Liam mich unterbrach: "Glaub mir. Du musst hier die Zuckerwatten probieren. Es gibt sie in allen Farben und sogar in verschiedenen Geschmackssorten." Ich lachte aufgrund der Euphorie des jungen Mannes und meinte schmunzelnd: "Täusche ich mich oder spricht hier der sechsjährige Liam aus dir?" Liam boxte mich sanft: "Pffff... was heisst sechsjährig? Ich esse noch heute Tonnen von diesem Zeug! Das müsst ihr unbedingt probieren!" Ich nickte und meinte: "Ich gehe gern auf den Jahrmarkt.", ich fügte nach kurzem Zögern an und blickt zu Darren, "Du kannst auch mitkommen, wenn du magst und ansonsten gehst du einfach zurück in die Wohnung." Ich wusste nicht, was es war, doch irgendetwas in mir erhoffte sich, dass ich nicht alleine dorthin musste. Es gab nämlich nichts deprimierenderes als auf alleine an einem Anlass zu sein, wo ansonsten Freunde, Familien und Liebespärchen tummelten. Man fühlte sich dann immer so doof, wenn man nicht auch irgendwen hatte, den man als "Kumpel" oder "Begleitung" bezeichnen konnte. Nicht, dass Darren mein Kumpel wäre, aber er war eine Begleitung und fürs Image würde er reichen. Liam wollte ich nämlich nicht fragen, ob er mitkommen wollte, da ich instinktiv davon ausging, dass er bei seinem Bruder bleiben wollte und uns ja genau deshalb auf den Rummelplatz schicken wollte. Um den Blondhaarigen etwas aufzumuntern versuchte ich - im Gegensatz zu Darren - etwas Interesse an seinen Ideen zu zeigen: "Liam... gibt es dort denn auch... Achterbahnen?" Nun begannen auch meine Augen bisschen verspielt zu funkeln, da ich Achterbahnen über Alles liebte. Liam lachte vergnügt auf und klopfte mir wieder auf den Arm: "Klar doch! Wir haben hier Alles! Du musst unbedingt auf die Bahn mit dem Looping, die ist echt geil! Das würde dir bestimmt auch gefallen, Darren!", er stiess ihn mit dem Ellbogen an, worauf Darren meinte, dass er lieber zu Charlie wollte. Ich hätte Darren in diesem Augenblick am liebsten an die Wand geschmissen. Wie kontraproduktiv war den jetzt bitte diese Aussage gewesen?! In so einer Situation ging es nicht um Darrens Meinung, sondern lediglich darum, dass es Liam in dieser schlimmen Situation besser gehen würde. Die einzig richtig Antwort wäre gewesen: "Ja, Liam. Tolle Idee." Aber nein! Jetzt hatte ich es gerade geschafft Liam etwas besser zu stimmen und dann kommt dieser Elefant von Madison in meinen Porzellanladen und macht Alles kaputt. Ich konnte nichts direkt erwidern, wandte jedoch den Blick mit Augenrollen vom Tisch ab und seufzte genervt. Während ich absichtlich wegschaute, damit Darren diesen Schlamassel wieder in Ordnung brachte, merkte ich, wie sich eine Stille ausbreitete. Und zwar eine sehr schlechte Stille. Ich seufzte und schaute vorwurfsvoll zu Darren, dann zu Liam der gedankenversunken und traurig in seinem Essen stocherte und wieder zu Darren und hob die Augenbraue. Der Junge machte keinen Mucks, sondern schaute mich stattdessen bittend an. Wie jetzt? Sollte ich den Schlamassel aufräumen, den ER verursacht hatte?! Das konnte er sich schön abschminken! Ich verzog die Miene zu einem bitteren Gesicht und kniff meine Augen zusammen, um Darren zu zeigen, dass ich nicht einer seiner Kellner war, die ihm die Suppe auslöffelten, die er sich selbst bestellt hatte. Als ich dann aber wieder zu Liam rüberschaute, konnte ich echt nicht anders, als aus Mitleid zu seufzen. Der arme Junge. Ich überlegte, was ich gegen diese Situation machen konnte, als ich die Kellnerin wieder erblickte und die Hand hob: "Können wir die Rechnung haben?" Die Kellnerin bejahte und lief in die Richtung der Kasse und Ich schaute nochmals zu Darren, nickte leicht, aber nicht mit minder vorwurfsvoller Miene, ehe ich mich an Liam wandte. "Hey Liam...", meinte ich mit schelmischem Unterton und nahm meinen Zauberstab hervor. Liam schaute mich halb traurig, halb verwirrt auf und meinte: "Was machst du mit dem Zauberstab, Mann?" Ich grinste und zielte mit meiner Stabspitze auf den Hintern der Kellnerin und flüsterte: "Ventilatio", worauf eine Luftwelle von hinten auf die Kellnerin zusauste und ihren schwarzen Rock mehr hob, als ihr lieb war, so dass sie erschrocken aufschrie. Ich lachte. Liam schaute mich gezwungen ernst an, doch ich sah bereits jetzt, dass er sich das Lachen nicht lange verkneifen könnte. "Lass das...", meinte Liam gespielt ernst, worauf ich den Zauberstab nochmals unauffällig auf die richtete und den Zauber wiederholte. Die Kellnerin war sichtlich verwirrt, woher der Durchzug kam, waren doch alle Fenster geschlossen. "Junge, wenn uns jemand erwischt!", meinte Liam etwas energischer, musste aber auch lachen. "Dann was?", meinte ich herausfordern und grinsend, "So ein Anblick bietet sich dir nicht alle Tage." Jetzt musste Liam lachen und schüttelte den Kopf: "Du bist so ein Idiot." - "Wirklich?", meinte ich grinsend und zielte wieder, worauf Liam begann zu protestieren, doch ich hörte nicht auf ihn: "Dann schau dir das mal an." Ich visierte die Kellnerin an und meinte lachend: "Vertex multiplex", was so viel wie "vielfältiger Wirbel" bedeutet, worauf aus meinem Zauberstab diverse kleine, unsichtbare Luftwirbel entsprangen und ein Wirbel die Türe öffnete, wodurch ein paar Zettel, die auf dem Tresen lagen zu Boden fielen, da der Wind sie davon wehte. Die Kellnerin wollte die Papiere aufsammeln, worauf ich ein paar Wirbel dazu brachte die Papiere immer dann weg zu wehen, wenn die Kellnerin gerade dran war sie aufzuheben. Liam lachte unterdrückt, während sein vermeintlicher Schwarm wie ein Huhn auf der Suche nach Würmer quer durch das Restaurant lief, um die Papiere einzusammeln, die immer wieder von ihr flüchteten. Dennoch erlaubte ich es der Kellnerin, dass sie nach und die Papiere einsammeln konnte. Beim letzten Papier wartete ich dann auf ihre Beugung nach unten und liess einen Wirbel geradewegs von unten nach oben fahren, wodurch ihr Rock wie bei Marilyn Monroe nach oben gezogen wurde. Das ganze Restaurant schaute halb lachend, halb gebannt zu, wie die Kellnerin eine der wohl grössten Künstlerinnen des letzten Jahrhunderts nachahmte. Aber bevor es dann doch zu peinlich und auffällig wurde, brach ich den Zauber ab und schaute zufrieden zu Liam rüber, der nichts anderes tat, als stillschweigend zu grinsen, ehe er seinen Hand vor seinen Mund legte und wieder unterdrückt lachte. "Tadaaa!", meinte ich wie ein Zauberer im Zirkus, worauf mich Liam nur lachend und mit Kopfschütteln anschaute: "Wenn das Dumbledore gesehen hätte, dürftest du schön nachsitzen gehen... du kennst die Regeln von Hogwarts." Natürlich kannte ich sie: Keine Zauberei unter Muggeln, ausser es würde sich um Lebensgefahr handeln. Und eigentlich war ich auch niemand, der solche Regeln brach, doch um einen Menschen aufzumuntern würde ich eine Ausnahme machen, weshalb ich etwas spitzbübisch, ja fast schon stolz meinte: "Wir sind aber nicht in Hogwarts." Die Kellnerin kam noch immer etwas rot angelaufen durch ihre ungewollte Vorstellung und legte Liam die Rechnung vor, die er ohne Weiteres zahlte. "Liam, ich...", wollte ich einwenden und zog bereits das Portemonnaie hervor, worauf er freundlich abwinkte: "Schon okay. Wir sind ja noch zwei weitere Tage da. Jeder kann ja mal für alle zahlen." Ich bedankte mich und schaute dann erstmals wieder zu Darren und konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen und zwinkerte ihm zu - nicht weil ich ihn sonderlich mochte, sondern weil das Leute in den Filmen auch immer machten und ich das ziemlich cool fand. Ich konnte gar nicht aufhören zu grinsen, da es mir komischerweise so Freude bereitet hatte Liam aufzumuntern. Als Liam einige Worte mit der Kellnerin gewechselt hatte und die Rechnung gezahlt hatte, schaute er Darren und mich an: "Gut, dann lasst uns jetzt zu Charlie gehen." Seine Stimme klang wieder etwas ernster, doch meine Spielerei hatte ein sichtbares Lächeln auf seinem Gesicht hinterlassen. Wir standen auf und zogen unsere Sachen an und verliessen das Restaurant und liefen los: Liam und ich schlossen Darren in unserer Mitte an und Liam schaute zu Darren und dann zu mir rüber: "Danke, dass ihr mitkommt. Ist echt cool, dass ihr euch darauf einlässt." Ich nickte zufrieden: "Gern." Plötzlich stupste Liam Darren in die Seite: "Sieh mal, dort ist das Riesenrad. Das ist richtig cool." Er zeigte auf den höchsten Punkt eines roten Riesenrads, welches langsam und in einer Gelassenheit seine Runden drehte. Ich wollte beinahe etwas an Darrens Stelle sagen, wollte Begeisterung ausdrücken, ehe Darren etwas kaputt machte, doch ich hielt mich zurück. Schliesslich war es Darren, den Liam angesprochen hatte und nicht ich. Ich hoffte einfach, dass Darren etwas sensibler reagieren würde als vorher und auf das Gespräch mit Liam einging - auch wenn er nicht Lust hatte mit mir dorthin zu gehen.

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Re: Vergangenheitsplay » 17

von Alexander am 20.12.2018 01:44

Da hier momentan niemand zu schreiben scheint, erlaube ich mir diesen Thread für Darren und mich zu schnappen.
Hoffentlich ist das okay so. :) 

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Re: Vergangenheitsplay » 12

von Alexander am 13.11.2018 21:26

Ich blickte zu Darren rüber und war gespannt, ob er mitkommen würde. Natürlicherweise sagte dieser zum Frühstück zu. Naja, was wollte er sonst tun? Schliesslich ging es erstens mal um seinen Freund und zweitens ging es um Frühstück. Und wer mochte nicht Frühstück? Ich für meinen Teil hatte einen etwas wütenden Magen, der bereits reklamierte, dass die Vorratskammern langsam geleert waren, so kam es mir gerade recht, dass Liam mit dieser Idee gekommen war. Ich wusste nicht warum, doch irgendwie war Liam sympathisch. Und wenn er nicht ein Arsch war, weil er mit Darren rumhing, glaubte ich sogar, dass ich irgendwie mit ihm auskommen könnte. Wir setzten uns also zu dritt in Bewegung und ich beobachtete die Stadt, welche sich im Nass der letzten Nacht präsentierte. Momentan regnete es des Öfteren hier in London, doch Gott sei Dank war der Himmel gerade gnädig mit uns und hielt seine Schleusen verschlossen. Ich mochte nämlich keinen Regen. Er stimmte mich meist irgendwie traurig und außerdem durchnässte er Alles, was einem lieb war: Klamotten, Haare und Zauberbücher. Obschon ich bemerkte, wie das Schweigen sich zwischen uns drei schob gleich einem Keil, unternahm ich nichts, da ich mich erst langsam an die Gruppe anpassen musste und mich gewissermaßen "anklimatisieren" wollte, ehe ich irgendetwas sagte, was dazu führen würde, dass die nächsten zwei Tage hier der reinste Horror werden würden. Ich beobachtete ein paar Kinder, die auf dem Schulweg zu sein schienen und durch Pfützen hüpften. Das hatten Andrew und ich früher immer gemacht, als wir anfangs noch in die Muggel-Schule gegangen waren. Wir waren ständig zu spät in der Schule angekommen, da wir so viele Pfützen-Spiele auf dem Weg gespielt hatten, dass wir immer total die Zeit vergessen hatten. Ich verfolgte die Kinder mit meinen blauen Augen und bemerkte erst jetzt, dass eine Mutter ihnen hinterher schlenderte und sie ermahnte nicht unvorsichtig über die Strasse zu rennen. Die Kinder gehorchten und blieben schön am Strassenrand stehen, bis die Mutter aufgeschlossen hatte und mit den zwei Kindern über die Strasse lief und einen Spielplatz betrat. Meine Augen verfolgten die Kinder stetig wie das Auge eines Adlers, als Liam das Schweigen brach und mich daran erinnerte, dass ich nicht alleine unterwegs war. Ich lauschte Liams Anekdote und musste lachen. Darren war also eine Person, die sich den Arm brach um ein Mädchen zu beeindrucken, was? Ich schüttelte grinsend den Kopf: War mir ehrlich gesagt irgendwie sympathisch. Vielleicht war ich aber auch nur schadenfroh, dass er sich den Arm gebrochen hatte. Auf jeden Fall stimmte Liam in mein Lachen ein und wir liefen ein Stückchen weiter. Ich blickte auf, als sich Darren eine Zigarette anzündete und sich lässig in den Mund steckte und beobachtete, wie Liam unzufrieden das Gesicht verzog und ihn darauf hinweisen wollte es zu lassen. Doch ohne Erfolg: Anscheinend schienen die zwei irgendeine Regel aufgestellt zu haben, dass im Haus nicht geraucht wurde und da wir nun draussen auf der Strasse waren... konnte Darren diesbezüglich tun und lassen, was er wollte. Obschon Liam zwischen mir und Darren lief, verzog auch ich nun die Nase, da ich den qualmenden Gestank nicht ausstehen konnte. Ich verstand sowieso nicht, warum man überhaupt rauchen wollte. Abgesehen davon, dass es sehr sexy aussehen konnte, brachte es doch nur Nachteile mit sich. Ein Nachteil war beispielsweise das Leute wie ich Darren nun doppelt aus dem Weg gehen würden, wenn er rauchte, da ich den Rauch nicht ausstand. Dennoch riss mich zusammen und unterliess es einen dummen Kommentar zu machen. Darren war ja auch nur ein Mensch. Und wenn er rauchte, dann sollte er rauchen. Solange er nicht von mir verlangte, dass ich es gut hiess. Auch Liam schien es akzeptiert zu haben, dass er momentan nichts am Rauch verändern konnte und wandte sich nun an mich: "Jo, Alex, wenn du die andere Geschichte schon lustig fandest, dann wirst du die lieben." Ich schaute zu Liam rüber und grinste: "Schiess los." Liam zögerte keinen Moment: "Magst du dich noch an die grosse Zweitklass-Epidemie erinnern, die es vor ein paar Jahren gab?" Ich musste keinen Augenblick überlegen: "Klar. Die Hälfte der Zweitklässler war für eine Woche ausser Gefecht gesetzt...", meinte ich lachend und hielt inne, "Warum...?" Liam kniff die Augen schelmisch zusammen: "Naja... es gab da einen Schüler, der es nicht so mit Tränke mischen hatte.", er stupste auf seine Brust und erklärte kurz und knapp: "Habe das Rotbeerkraut mit dem Drachenschwanz verwechselt." Nun musste ich wirklich auflachen: "Rotbeerkraut und Drachenschwanz sind zwei total unterschiedliche Pflanzen, Liam! Das wusste sogar ich und glaube mir: Ich bin unterirdisch schlecht im Tränke mischen!" Liam stupste Darren an: "Er hat mich sogar noch gewarnt, aber naja: Ich dachte probieren geht über studieren..." - "...und hast den ganzen Jahrgang mit einer Krankheit infiziert.", beendete ich den Satz lachend. "Naja... ich bin auch nicht viel besser. Ich habe mal zu viel Schwarzpulver in den Pupillentrank getan...", ich biss mir auf die Lippen, "Das mit den Mengen liegt mir nicht so..." Liam runzelte die Stirn: "Und was ist dann passiert?" Ich schüttelte den Kopf: "Ich hatte einen Tag lang schwarze Augen... und mit Schwarz...", ich zeichnete mit meinem Finger mein Augen nach, "...meine ich richtig schwarz. Das heisst. Die Pupille und das Weisse drum herum. Ich sah aus wie ein Dämon." - "Oh Fuck!", lachte Liam und kratzte sich am Kopf: "Wie bist du das wieder losgeworden?" Ich schmunzelte und hielt es zuerst noch geheimnisvoll für mich: "Willst du es wirklich wissen?" Der Braunhaarige nickte neugierig und ich schüttelte den Kopf: "Ich musste eine gute Stunde weinen, damit die schwarze Farbe aus meinen Augen entwich und ich wieder normale Augenfarbe erlangte." Der Slytherin klopfte sich auf den Schenkel: "Zu geil! Das solltest du mal an Halloween machen. Das gibt sicher ein tolles Kostüm ab... so mit schwarzen Augen." Ich nickte. Liam schloss die Thematik mit den Tränken ab und meinte: "Darren war von uns immer schon der begabtere Tränke-Mischer gewesen. Sprich: Solltest du je Probleme mit einem Trank haben, geh zu Darren und er macht in dir in Null Komma Nichts." Ich schaute zu Darren rüber, der nicht grossartig reagierte, doch von dem ich wusste, dass er aufmerksam zuhörte. Ich war mir nicht sicher, ob ich sogar ein kurzes Schmunzeln über seine Lippen habe huschen sehen. Ich stolperte fast in das Café rein, da ich die Stufe nicht gesehen hatte, worauf Liam wieder begann zu lachen, wofür er einen sanften Boxer auf seinen Oberarm kassierte: "Lach' nicht. Du bist genauso tollpatschig wie ich!", meinte ich lachend und so betraten wir das Kaffee. Wir setzten uns an einen schönen Tisch, auf welchem sich eine kleine Blumenvase befand mit kleinen weissen Blumen. Das Kaffee war in einem dezenten weissen Ton gehalten und wies hier und da Spuren von Pastellfarben auf. Ich mochte den Stil der Einrichtung. Es dauerte keine zwei Minuten, bis eine liebreizende Blondine an unseren Tisch kam und uns fragte, was wir wollten. Ich hatte die Karte gar noch nicht in die Hand genommen, als schon Liam das Wort für uns drei ergriff und Menü 1 bestellte. Als er kurz zu mir blickte und fragte, ob das okay sei, meinte ich schmunzelnd: "Du bist hier der Chef." und nickte. Die Blondine musterte uns amüsiert und interessiert zugleich. Doch mir schien es so, als würde ihr Interesse besonders Darren gelten, da sie sich beim Wort "Süssen" direkt an ihn gewandt hatte. Dieser schien jedoch minder begeistert von der Aufmachung der jungen Dame und sass mit verschränkten Armen da. Ich lachte in mich rein. Ich konnte mir genau vorstellen, wie genervt Darren innerlich sein könnte. Das Mädchen lief wieder davon und wandte sich nochmals zu uns um, so dass Liam der Sabber im Mund zusammen lief. Ich verdrehte nur die Augen und meinte: "Oh Gott, Liam. Pass' auf, dass du nicht noch den ganzen Tisch voll sabberst mit deinem Speichel." Auch Darren äusserte sich nun darüber, dass er wusste, weshalb das sein Lieblingsrestaurant war. Liam tat einen auf unschuldig und wollte so tun, als hätte er dieses Lokal nur wegen der Nähe zum Krankenhaus gewählt. "Von wegen...", gab ich Darren nun recht, "Deine Augen sind ja rausgesprungen wie zwei junge Drachenbabies." Liam zuckte gelassen mit den Schultern: "Naja. Sie hat einen geilen Arsch. Muss man ihr lassen..." Ich lachte und lehnte mich nun etwas zurück und zog mir meine Jacke aus: "Ja, wo du recht hast, hast du recht.", meinte ich zustimmend, obschon ich nicht annähernd so bezaubert von dem Mädchen war wie er. "Stehst du auf Blondinen?", fragte Liam mich nun etwas direkter und grinste mich an. Ich zuckte mit den Schultern: "Joooaa, sind schon hübsch..." Ich betrachtete Liam und musste mir in diesem Augenblick eingestehen, dass ich ihn attraktiver fand, als das Mädchen. Ich wusste nicht genau, weshalb. Wohlmöglich, weil auch Liam sportlicher Statur war und auf sein Äusseres schaute. Er war zwar nicht so ein Muskelbrocken wie Gorden, aber dennoch ganz klar sportlich veranlagt. Mein Blick wanderte zu Darren, welcher noch ein Stückchen breiter gebaut war als Liam, jedoch ebenfalls nicht an Gorden rankam. Naja: Gorden war wahrscheinlich die Art von Person, die sich das Hirn rausnehmen hatte lassen, damit mehr Muskelmasse Platz hatte. "Darren steht total auf Blondinen...", grinste Liam plötzlich schadenfroh und stiess Darren mit dem Ellenbogen an, "Nicht wahr, Darry?" Ich schaute amüsiert zu "Darry" und legte den Kopf schief: "Ist das so?", hakte ich nach und stellte Darren somit die erste Frage an diesem Tag. Die Antwort musste leider kurz warten, da das Mädchen zurückkam und uns das Essen servierte. "Guten Appetit.", meinte sie und machte einen leichten Knickser, der Liam fast zum Schmelzen brachte. Das Essen bestand aus einem typischen English Breakfast. Gebratener Speck, Rührei, Brot, Tee und diverse Aufstriche. Ich staunte nicht schlecht, als das Mädchen ein zweites und drittes Mal kam, um alles zu servieren. "Nicht schlecht, oder?", meinte Liam zufrieden und ich nickte zufrieden. Ja, das konnte sich sehen lassen und ausserdem hatte ich einen gewaltigen Hunger. Kurz vor dem dritten Mal, als das Mädchen zurückkam, erhaschte ich ein Blick auf das Namentäfelchen und meinte grinsend zu Liam: "Melody." Er lachte und meinte: "Schöner Name." Ich zuckte mit den Schultern: "Kannst sie ja ansprechen, wenn du sie so toll findest." Liam überlegte kurz und meinte: "Nee..." Ich interpretierte diese zögerliche Antwort als unbegründete Unsicherheit, ich konnte ja nicht wissen, dass Liam als Reinblut niemals etwas mit einem Muggel haben würde. Dennoch korrigierte Liam und meinte: "Naja, für einen One-Night-Stand vielleicht... aber nicht mehr." Meine Augen weiteten sich: "Oh dear... dein Ernst?" Liam lachte und begann zu essen und um von sich abzulenken meinte er nur: "Guten Appetit." und hatte bereits die erste Ladung Rührei in seinen Mund gestopft. Als Melody nun zum dritten Mal zurück kam und die Getränke brachte, wechselten Liam und ich grinsend Blicke. Ich wollte gar nicht wissen, was für schmutzige Gedanken der Junge hatte. Aber ich erkannte sehr gut, wie er mit dem Blick des Mädchens spielte und sich bei ihr höflich bedankte, für alles, was sie tat. Liam zwinkerte mir hin und wieder zu, wenn das Mädchen ihn verlegen anschaute oder sich leise bei ihm bedankte, für ein Kompliment, das er ihr machte. Also beschloss ich in Liams Spiel einzusteigen und meinte plötzlich aus dem Nichts: "...Ehm... Melody... richtig?" Liam schaute mich einen Moment nervös an. Und auch Melody wendete sich mir zu und meinte mit einem süssen Lächeln: "Ja?" Ich räusperte mich und grinste Liam an, der schelmisch zurück lächelte: "Naja, mein Freund hier findet dich richtig toll, getraut sich aber leider nicht es dir direkt ins Gesicht zu sagen, weshalb ich jetzt ganz dezent nach deiner Handynummer frage." Liam protestierte lachend: "Sicher getraue ich mich!" Ich nickte nur besserwisserisch und meinte zu Melody: "Du weisst ja, wie Jungs manchmal sind..." Melody lachte amüsiert auf und nickte: "Klar, kannst du sie haben. Ich schreibe sie dir auf die Rechnung. Seid ihr eigentlich von hier?" Wir tauschten Blicke aus und Liam antwortete: "Wir sind nicht immer hier, aber immer wieder... zumindest ich." Seine Wangen waren rot angelaufen und ich hatte mich immer noch nicht vom Lachen erholt. Melody schmunzelte nochmals, ehe sie ging und in der Küche verschwand. "Spinnst du?!", fuhr mich Liam amüsiert an, "Das hätte sowas von schief gehen können." Ich lachte und winkte ab: "Ist es doch nicht. Sonst hätte ich es nicht gemacht." Liam schüttelte den Kopf: "Du bist doch verrückt... aber danke." Ich nickte: "Keine Ursache."
Wir assen ein bisschen, als Liam in die Runde schaute und mich fragte: "Also du Casanova... erzähl uns von dir... sicher beliebt bei den Mädels, nicht?" Ich verschluckte mich und hustete. Mist! Warum musste er die ganze Zeit auf den Weibern runtanzen? Ich schaute auf und meinte: "Naja, es hat schon die eine oder andere Interesse gezeigt." Liam nickte besserwisserisch und meinte: "Ja, ja... das ist typisch..." Ich war froh, dass er nicht weiter nachhakte, sondern sich an Darren wandte: "Darren, wie läuft es eigentlich bei dir?" Ich doppelte nach: "Und was hat es genau mit der Blondhaarigen auf sich?" Liam lachte: "Oh, ja, erzähl ihm die Geschichte, Darry." Anhand Liams Tonfall erkannte ich schnell, dass es sich bei der Blondhaarigen wohl weniger um eine echte Liebesgeschichte handelte als um irgendeinen Scherz oder eine peinliche Situation. Ich sperrte meine Lauscher auf und ass weiter. "Ach, ja...", meinte Liam dann noch mit halbvollem Mund, "Ich habe vorhin ein Plakat gesehen, dass der bekannte Rumelpatz wieder vor Ort ist... Wenn ihr wollt...", er schaute Darren und mich an, "könnt ihr ja heute Nachmittag dorthin gehen..."

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 13.11.2018 21:33.

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Re: Vergangenheitsplay » 12

von Alexander am 12.11.2018 19:55

Ich lag auf dem Teppich, der vor dem Kamin lag und blickte mich um: Die Wohnung an sich war eher älter, der Boden aus Holz, doch die Einrichtung war eher modern. Ich erblickte ein schöne Küche aus meinen Augenwinkeln und eine ziemlich geräumige Stube, in welcher zwei Couches platziert waren, die gar nicht mal so unbequem aussahen. Ich erblickte zudem eine Türe, von welcher ich glaubte, dass sie zum Badezimmer führte und noch eine weitere Türe, die in ein Zimmer zu führen schien. Alles in Allem war es eine hübsche kleine Wohnung, die uns Dumbledore da organisiert hatte. Ich drehte mich mit einem leisen Stöhnen um, da mein Körper von dem Training immer noch weh tat. Als ich auf dem Rücken lag, wollte ich mich aufrappeln und meine Sporttasche holen, als ich plötzlich ein Geräusch vom Kamin hörte und beunruhigt in die grünen Flammen blickte. Ein Schrei ging einer Gestalt voraus, ehe diese mit voller Wucht auf mir zu liegen kam und mich wieder auf den Boden knallte. "Ah!", rief ich, als mein Kopf am Boden aufprallte und öffnete nach ein paar Sekunden die Augen und erschrak, als ich niemand anderem in die Augen schaute als Darren. Naja. Ich schaute ihm nicht direkt in die Augen, denn seine Augen waren zuerst noch geschlossen und ich erkannte, dass er versuchte raus zu finden, worauf er gelandet war. Sein Gesicht war noch einige Zentimeter von meinem entfernt und als er die Augen öffnete, wusste ich nicht, ob ich lachen oder schimpfen sollte. Auf der einen Seite brummte mein Schädel grausam wegen dieses Vollidioten, auf der anderen Seite war der verwirrte Gesichtsausdruck von Darren viel zu köstlich, als dass man ihm hätte böse sein können. Als Darren mich so anstarrte, wurde mir irgendwie unwohl und als ich sah, dass er rot wurde, drehte ich mein Gesicht etwas ab. Doch ich war leider kein Stück besser: Wer mich kannte, wusste, dass ich meine Ohren immer rot anliefen, wenn mir etwas peinlich war oder ich verlegen wurde. Dementsprechend wurde ich nicht wie Darren rot im Gesicht, sondern spürte, wie sich die Hitze in meinen Ohren anstaute und diese erröten liess. Wie peinlich war das denn? Nicht, dass ich ein Problem mit meiner Bisexualiät hatte, aber dieser Typ verdiente es nun wirklich nicht, dass meine Ohren rot wurden. Ich blickte seitlich an mir runter und merkte, dass Darrens Knie auf einer ziemlich ungünstigen, nein, ich korrigiere: Dass Darrens Knie auf der ungünstigstens Stelle Druck ausübte, wo es dies nur tun konnte. Shit! Das war das erste Mal, dass ich etwas unruhiger wurde vor Darren - nicht etwa, weil er mir mit einem Zauber drohte, nein. Sondern weil ich nicht als Schwuchtel vor ihm dastehen wollte. Wie schon gesagt: An sich hatte ich dank Oliver kein Problem mehr mit meiner Bisexualiät, doch ich befürchtete, dass Darren diese Information schamlos ausnutzen würde, um Rufmord oder Ähnliches zu begehen. Das würde ich ihm hundertprozentig zutrauen. Während ich mich zusammen riss und unter dem Gewicht des Schwarzhaarigen angestrengt meinte: "Darren... kannst du bitte...", merkte ich, wie der Druck in meinem Schritt nachliess. Gott sei Dank: Darren wollte sich wohl gerade von mir erheben und ich war im Begriff erleichtert aufzuatmen, als der Slytherin mir dann plötzlich wieder rasant näher kam und mich um ein Haar geküsst hätte. "Darr-!", brachte ich noch so halbwegs raus und wollte mich abrollen, was natürlich nicht funktionierte, da Darren auf mir lag und nun auch Liam unserer Kuschelparty beiwohnte. Gott sei Dank schien Darren nicht der Kopf nach einem Kuss zu stehen und so versuchte er den Kopf unter Fluchern oben zu halten und fauchte Liam an, der das Ganze ziemlich lustig fand. "Geh runter von mir!", meinte ich etwas energisch, obschon der Slytherin eigentlich gar nichts dafür konnte. Darren tat sein Bestes und während sich Liam bisschen dumm anstellte, drehte ich den Kopf so, dass der Slytherin mir allerhöchstens einen Kuss auf die Wange geben konnte - aber ganz sicher nicht auf die Lippen! Da würde ich mich ja noch an Slytherin-itis anstecken! Nun begann auch ich Liam etwas anzufeuern: "Liam... Könntest du bitte-...", presste ich angestrengt raus, da Darren nicht ein Federgewicht war. "Ja, ja... Ich mach' ja schon.", meinte dieser irgendwo über mir und schaffte es schliesslich seitlich ab zu rollen und blieb lachend auf der Seite liegen. In Null Komma Nichts hatte sich auch Darren von meinem Körper erhoben und ich spürte, wie sich allmählich eine angenehme Kühle über meinen Oberkörper ausbreitete, der durch Darrens Oberkörper ziemlich erhitzt war. Während Darren sich erhob, blickte ich schnell an meinen Kleidern runter, um mich zu vergewissern, dass nichts stand, was nicht stehen sollte. Zur Sicherheit drehte ich mich einfach mal wieder auf den Bauch, um nicht zu riskieren, dass Liam sah, dass Darrens Knie seine Spuren in meinem Schritt hinterlassen hatte. Es war wirklich eine ungünstige Stelle, auf welcher er gelandet war. Es war ja nicht einmal so, dass ich ihn irgendwie toll fand oder so - im Gegenteil: Würde ich jemals bei einem Typen wie ihm scharf werden, würde ich mir einen Psychiater zutun. Liam lachte und auch ich stimmte in das Lachen ein, obschon ich zugeben musste, dass ich nur halbwegs deshalb lachte, weil ich die Situation lustig fand. Ich lachte eher mit Liam, da ich nicht wollte, dass der Fokus auf mir lag oder der Situation, die gerade komischer gewesen war, als mir lieb war. Darren schien sich nicht einmal überwinden zu können auch mit zu lachen, sondern musste wieder einmal den Miesepeter spielen und wies Liam schroff zurecht, dass dieser die Fresse halten solle. Ich hob verwundert die Augenbraue: Darren sollte echt mal lernen zu chillen. Liam konnte ja nichts dafür, dass er auf uns gelandet war, genauso wenig wie Darren absichtlich auf mir gelandet war. Die Türe knallte zu und Liam erholte sich allmählich vom Lachen, als er dann etwas nüchterner meinte: "Alles okay, Alex?" Er musterte mich, wie ich wie eine platte Flunder auf dem Teppich lag und halbtot die Hand hob: "Jop, ich lebe noch, wenn du das meinst." Liam kam zu mir rüber und reichte mir die Hand, die ich gerne entgegen nahm und durch welche ich dann hochgezogen wurde. "Danke, Mann.", meinte ich und schenkte dem Braunhaarigen mein Lächeln, ehe ich meine Sporttasche vom Boden aufhob und auf dem Tisch vor der Couch hin stellte. "Es hat gar nicht so viele Zimmer...", stellte ich abermals fest und blickte auf die Badezimmertür und die Tür, in welcher Herr Miesepeter verschwunden war. Liam nickte: "Ich nehme an, dass es eigentlich ein Zweier-Appartement ist. Dumbledore hat was erwähnt. Wahrscheinlich muss jemand auf der Couch schlafen..." Ich hob sofort die Hand: "Das mache ich!" Liam schmunzelte, denn er wusste anscheinend, dass ich nicht darauf aus war mit Darren im gleichen Bett zu schlafen, da es sich um ein Doppelbett zu handeln schien. "Fein.", meinte Liam zufrieden, "Dann werde ich mich wohl in die Höhle des Löwen begeben müssen, was?" Nun musste auch ich lachen. Das hatte er gut ausgedrückt. Ich wollte schon nur nicht mit Darren im Zimmer sein, da ich Angst hatte, dass er mich in der Nacht erwürgen würde. Liam sammelte nun auch seine Sachen ein und ich fragte ihn nebenbei: "Ist Darren... immer so?" Liam, der seine Sporttasche durchwühlte, schaute auf und schüttelte den Kopf: "Ne. Er kann auch echt cool sein und auch total chillig, aber... heute ist wohl nicht so sein Tag. In der letzten Zeit hat er sich schon immer bisschen komisch verhalte...", der Braunhaarige legte den Kopf schräg, "...wahrscheinlich wegen des Dementorenangriffs." Ich nickte. Das konnte sehr gut sein, auch wenn ich die Sache schon wieder etwas verdaut hatte. Ich setzte mich auf die Couch, die erstaunlich bequem war und entdeckte eine Decke, die man uns hier hinterlassen hatte, mit welcher ich mich wohl eindecken sollte. Die Holzböden waren schon etwas älter und wer wusste schon, wie stark diese noch isolierten? Meine Tante hatte so eine Hütte im Wald gehabt, in welche meine Geschwister manchmal gegangen waren. Die Tage waren immer unglaublich schön, doch in der Nacht waren wir fast erfroren, da die Heizung nicht funktioniert hatte und die Holzwände nicht mehr gut isolierten. Andrew, Cate und ich hatten in dieser Nacht ewigs lange Feuerzauber geübt, um uns zu wärmen und das war auch der Grund, warum wir heute Meister darin waren mittels Zauberstab ein Feuerchen zu machen. Ich schaute auf die Uhr: "Es ist erst halb sieben.", kommentierte ich die Uhrzeit und Liam überlegte sich kurz etwas und antwortete: "Ich schlage vor, dass wir möglichst bald ins Spital gehen und dann was Mittagessen. Am Nachmittag kann ich dann allenfalls nochmals ins Spital gehen, wenn ich das will und du und Darren... ", er grinste, "...könnt euren Spass haben." Ich verdrehte die Augen. Das durfte doch nicht sein Ernst sein. Unseren Spass haben? Da waren zwei Fehler in diesem Satz: Uns? Es gab kein uns. Und Spass? Mit Darren? Ich glaubte, dass Darren und ich Spass verschieden definierten. Liam schien meinen Missmut über seine Aussage zu bemerken und meinte dann etwas bittend: "Komm' schon, Alex. Ich weiss, dass wir uns nicht wirklich kennen, aber du selbst hast mir gesagt, dass Darren nicht so ein übler Kerl ist. Manchmal ist er ein bisschen schroff, aber gib ihm eine Chance...", er pausierte bewusst, "...so wie du von mir verlangt hast, dass ich ihm eine Chance gebe." Ich wollte antworten, doch um ehrlich zu sein, hatte Liam mir gerade die Sprach verschlagen. Er hatte mich doch tatsächlich mit meinen eigenen Worten Schach-Matt gesetzt. Gab es sowas überhaupt? Ich runzelte die Stirn und meinte mit Schulterzucken: "Fein. Ich gebe ihm eine Chance." Liam nickte zufrieden und ging auf die Türe von Darren zu, hielt dann aber noch kurz inne: "Alex?" Ich hob den Blick von meiner Tasche, da ich mich noch kurz umziehen wollte und nach Kleidern suchte: "Liam?" Er nickte und lächelte kurz: "Nochmals danke fürs Mitkommen." Ich nickte, meinte dann aber diplomatisch: "Bedank' dich erst, wenn wir diesen Trip alle überlebt haben und Darren und ich uns nicht die Köpfe eingeschlagen haben." Liam lachte kurz und ich packte meinen anderen Pullover, den ich nun anziehen wollte und die andere Hose über meinen Arm und wollte zum Badezimmer. Ich blickte kurz zu Liam und beobachtete, wie er mit brüderlichem, aber eindringlichen Ton nach Darren verlangte und als die Tür aufging, erhaschte ich einen Blick von ihm, wandte mich aber ab und ging ins Badezimmer und schloss die Türe hinter mir zu. Ich zog mir meine neue Klamotten über und betrachtete mich im Spiegel. Ich parfürmierte mich, wie ich es gerne und meistens tat und schaute in meine blauen Augen: Ich fühlte mich einsam. So ganz ohne Ben. Es war so, als wäre ich das fünfte Rad am Wagen... Für einen Augenblick bereute ich schon, dass ich mitgekommen war, doch andererseits hatte es Liam viel bedeutet und wenn meinem Bruder sowas zustossen würde... wäre ich froh um jede Hilfe. Ich strich mir durch die Haare und richtete sie wieder, während ich mit Freude bemerkte, dass meine roten Ohren verschwunden waren. "Gut so...", flüsterte ich zu mir selbst und ging noch kurz aufs Klo. Danach wusch ich mir die Hände und betrat wieder den Eingangsbereich. Mit mir kam eine sanfte Parfümwolke aus dem Bad und Liam schnupperte durch die Luft: "Nicht schlecht. Was für eine Marke?" "Merlins", antwortete ich und streckte ihm das Parfüm hin, welches er musterte: "Cool. Merk' ich mir." Erst jetzt bemerkte ich, dass auch Darren wieder unter uns weilte und bereits angezogen war, um nach draussen zu gehen. Auch Liam hatte bereits seine Jacke an und so war ich noch der Einzige, der in blossem Pullover da stand. Ich schnappte mir meine Jeans-Jacke und einen Rucksack, wir zogen uns die Schuhe an und verliessen das Haus. Auf der Strasse angekommen, gerieten wir in die Turbulenzen der londoner Bevölkerung, welche auf dem Weg zur Arbeit war. Es war bereits kurz vor sieben Uhr und ich meinte zu Liam: "Sind wir nicht etwas früh dran?" Liam schüttelte den Kopf: "Ne. Das Krankenhaus ist sowieso ein Stückchen entfernt und ich dachte mir, dass wir gemeinsam was zum Frühstück holen könnten. Was meint ihr?" Liam schaute Darren und mich erwartungsvoll an. Ich überlegte kurz und erinnerte mich dann, dass ich Liam versprochen hatte, dass ich Darren eine Chance geben würde und nickte dementsprechend: "Find ich cool." Bei dieser Aussage blickte ich Darren dieses Mal lächelnd in die Augen um ihm das Signal zu geben, dass ich es wirklich ehrlich meinte und es wirklich cool fände, wenn wir gemeinsam was frühstücken würden. "Nice!", meinte Liam und schaute dann zu Darren: "Und du, Bro?" Er zwinkerte Darren zu und ich vermutete, dass Liam auch Darren ein Versprechen oder Ähnliches abgerungen hatte. Aber ob er es wirklich tat, das wusste ich nicht.

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Alexander

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Re: Vergangenheitsplay » 12

von Alexander am 09.11.2018 15:53

Ich keuchte mit schwerem Atem und kniff die Augen zusammen. "Komm schon, Alex...", knirschte ich und zog meine Arme langsam und mühsam nach unten, wodurch das Gewicht, welches über eine Art Seil mit mir verbunden war, gehoben wurde. Es fühlte sich an, als würde mein Trizeps zerreissen. Der Muskelkater morgen früh war vorprogrammiert. Als ich den letzten Zug eher schlecht als recht hinbekommen hatte und die Gewichte wieder so sorgfältig wie möglich auf den Boden sinken liess, fiel ich in den gepolsterten Sitz, in welchem ich bis Anhieb noch kerzengerade gesessen hatte. Uff. Das war eine anstrengende Übung gewesen. Obschon ich regelmässig trainierte und dementsprechend auch hier und da ein paar Muskeln aufwies, war ich nicht der Fitnessjunkie per sè. Gorden war definitiv einer dieser Sorte, doch ich war einfach jemand, der gerne auf seine Fitness achtete und es selbst attraktiv fand, wenn jemand einen sportlichen Körperbau hatte. Während ich mir meine Wasserflasche an den Mund setzte und das Wasser meinen Körper belebte, musste ich für einen Moment an Taylor denken. Nicht, dass es da Grosses zu erzählen gäbe, doch Taylor war im gleichen Jahrgang wie Oliver gewesen und war das Vorzeige-Exempel gewesen, wenn es um die homosexuelle Szene ging. Von lackierten Nägeln zu eher weiblichen Klamotten war Alles dabei. Beim Ball erschien er mit einem Kleid und auch auf dem Abschlussfoto seines Jahrgangs schien er eher Frau als Mann sein zu wollen. Was hatte nun dieser Taylor mit meinen vorherigen Gedanken zu tun? Oliver und ich hatten einige Male darüber gesprochen, doch Taylor war diese Art von Person gewesen, für welche man nun wirklich einen speziellen Fetisch haben müsste, um ihn attraktiv zu finden. Das lag nicht nur an der überaus weiblichen Art - die ich persönlich bei Kerlen gar nicht ausstehen kann -, sondern auch an seinem Körper. Denn so sehr er auch seine Nägel gepflegt hatte: Was seine Ernährung anging, wurde mir schon jetzt übel, wenn ich daran dachte. Junkfood bis zum Geht nicht mehr. Und dementsprechend sah er auch aus. Wäre er nicht so weiblich angehaucht gewesen und hätte er seinem Körper mehr Sorge getragen, wäre er wohlmöglich ganz ein Hübscher gewesen. Aber weder Oliver und ich hatten Interesse an ihm gehabt und was mich anging: Ein Outcoming stand für mich momentan ausser Frage. Nicht direkt, weil ich mich dafür schämte, dass ich auf Jungs stand, sondern weil es so viele Dinge einfach so viel komplizierter machen würde. Ausserdem sah ich momentan sowieso keine potenziellen Partner, von dem ich das Gefühl hatte, dass eine gegenseitige Anziehung vorhanden wäre. Ich strich mir den Schweiss von meiner Stirn und bemerkte halb mit Stolz, halb mit Ekel, dass mein Shirt ziemlich verschwitzt war und sich Schweissflecken unter den Armen gebildet hatten. Das Training war wirklich intensiv gewesen, doch eine Übung stand mir noch bevor und mein Körper rebellierte bereits, als er merkte, dass ich im Begriff war diese Übung zu machen. Doch da musste ich nun mal durch: Wer was haben wollte, musste auch den Preis dafür bezahlen. So stand ich etwas benommen auf und lief zur letzten Station für heute und sah vor mir die Liegebank mit den grossen Gewichten. Ich legte meine Wasserflasche auf den Boden und das Handtuch auf die Liegebank und legte mich darauf, so dass ich die Decke anstarrte. Obschon ich auch für das Quidditch-Training zu haben war mit den Anderen, schätzte ich die Ruhe beim Training ungemein. Ich musste gerade an mein Team denken, welches wohlmöglich gerade trainierte. Ich gehörte auch zum Team und war ein Treiber, jedoch war ich eher ein passives Mitglied, das die Gryffendors mehr als genug Leute hatten um ihre Teams aufzustellen. Das war mir aber recht so: Ich fokussierte mich eher auf das Duellieren und das Trainieren wie ich es gerade tat und half im Quidditch aus, wenn sie mich brauchten. Ich erinnerte mich noch gut, wie ich in den ersten vier Jahren, als ich noch aktiv spielte, jede Woche mehrmals trainieren musste. Das war auch ziemlich anstrengend, denn obschon die meisten denken, dass Quidditch nur daraus besteht auf einen Besen zu sitzen und rum zu fliegen, ist das ein Irrtum. Einige Trainings waren oft dafür drauf gegangen Bauchmuskelübungen, Geschicklichkeits- und Kraftübungen zu machen. Schliesslich musste man sich ja irgendwie auf dem Besen halten können, was schwieriger ist, als man denken mag. Daher hatte Oliver auch seinen guten Körperbau gehabt, da er als damaliger Captain fast jeden Tag trainierte und dementsprechend ein Mannsbild war. Ich blinzelte kurz und legte meine Hände an die Stange mit den Gewichten. Ich dachte in letzter Zeit viel über Jungs nach. Fast schon etwas zu viel. Mit einem ambitionierten Seufzer umgriff ich die Stange und verbannte die Gedanken an Oliver und andere Quidditch-Spieler und machte mich daran das Gewicht zu stemmen. Die ersten fünf Wiederholungen gingen, doch dann wurde es sehr schnell, sehr anstrengend und das Empordrücken der Stange entlockte mir jedes Mal ein angestrengtes Atmen. "Argh...", knirschte ich, als ich beim siebten von zwölf Hebungen merkte, dass ich die Stange kaum mehr rauf brachte. War wohl doch nicht so eine gute Idee gewesen so viele Übungen zu machen. Ich kämpfte mit mir und kniff die Augen zusammen, um diese blöde Stange wieder rauf zu bekommen, was mir zu meiner Überraschung plötzlich gelang. Ich war etwas verwirrt, denn das Gewicht schien leichter zu werden und ich fragte mich, ob ich innert Sekunden an so viel Muskelmasse zugenommen hatte, dass ich dieses Gewicht einfach so heben konnte. Ich öffnete die Augen und erblickte über mir eine weitere Hand, die die Stange ebenfalls nach oben drückte und mir half die Stange abzulegen. Ich blinzelte verwirrt und setzte mich auf, als ich Liam sah, der grinsend hinter dem Fitnessgerät stand: "Respekt, Cooper.", meinte er und nickte anerkennend. So wie er aussah, schien Liam zu wissen, wie anstrengend es war. Ich stand auf und drehte mich zum Braunhaarigen und lächelte: "Danke. Du trainierst auch?" Liam nickte: "Ja, aber eher morgens vor der Schule. Dann habe ich am meisten Ruhe." Ich nickte. Das konnte ich verstehen. Die wenigsten rappelten sich irgendwann um 06:00 Uhr auf um trainieren zu gehen. Auch ich hatte eine Zeit lang morgens trainiert, jedoch eignete sich der Abend besser vom Stundenplan her und da die Fitnessräume in Hogwarts sowieso meistens nicht überfüllt waren, ging es für mich gerade so klar. Ich wischte mir abermals den Schweiss von der Stirn und nahm das Gespräch wieder auf: "...Und... warst du bei Darren?" Liam nickte: "Jepp." Mehr sagte er nicht, was mich kurz ins Stocken kommen liess: "...Und? Was hat er gesagt?" Liams Miene hellte sich auf: "Er kommt mit." Ich teilte das Lächeln mit ihm und wusste nun, dass ich tatsächlich drei Tage mit einem Volltrottel verbringen durfte. "Das klingt grossartig!", meinte ich fast zu euphorisch, so dass Liam nur lachte und abwinkte: "Du musst nicht so tun, als ob du dich darauf freust mit Darren Kurzferien zu machen... er wird sich bestimmt auch nur mässig freuen." Ich lachte und runzelte die Stirn dann: "Du hast ihm also nicht gesagt, dass ich mitkomme?" Liam schüttelte zufrieden den Kopf: "Nope. Wie hätte ich ihn sonst noch überreden können, dass er mitkommt." Ich lachte und zuckte mit den Schultern. Schlau war dieses Kerlchen auf jeden Fall. "Ja, da haste Recht.", meinte ich und legte mein Handtuch über meinen Nacken, "Wann treffen wir uns morgen?" Liam grinste: "Sechs Uhr. In Dumbledores Büro." Meine Augen weiteten sich. Mit dieser Uhrzeit hatte ich nicht gerechnet. Ich war zwar kein Langschläfer, doch ein Frühaufsteher auch nicht wirklich. Ich atmete tief ein und lachte: "Ich versuche pünktlich zu sein." Liam nickte: "Mach den Gryffendors alle Ehre...", er wandte sich bereits ab und meinte grinsend, "Auch wenn die Slyths immer besser sein werden als sie." Ich schüttelte lachend den Kopf und entschloss mich demnächst duschen und dann packen zu gehen. Ehe Liam den Raum verlassen hatte, meinte ich dann nur noch von hinten: "Liam." Er drehte sich um. "Du schuldest mir dann noch eine Zeitung in London. Einfach fürs Protokoll." Liam schaute kurz ertappt, lockerte sich dann aber und meinte gelassen: "Kriegste."

Der Wecker klingelte schrill. Wie konnte die Nacht schon vorbei sein?! Ich wollte aufstehen, doch ich spürte, wie mein Körper gegen mich rebellierte. Das Training gestern war wohl doch intensiver gewesen als gedacht, denn mein Körper tat an Stellen weh, von denen ich nicht wusste, dass sie schmerzen konnten. Trotz einzelnen Schmerzen stand ich auf und begann mich zurecht zu machen. Ich hatte extra gestern Abend noch geduscht, damit ich heute morgen einfach in die Kleider schlüpfen und dann zu Dumbledores Büro schlendern konnte. Meine Sporttasche lag irgendwo im Dunkeln, doch ich getraute mich nicht einen Lumos-Zauber zu sprechen, da dies meine Kameraden aufwecken würde. Mist! Wo hatte ich sie hingelegt? Ich irrte im Dunkel umher und stolperte zweimal über einen Stuhl und einmal stiess ich mir den Fuss am Bett. Ein lautloses Fluchen entwich mir. Nach einigen weiteren Stolpern hatte ich die Tasche endlich gefunden und ging mit ihr ins Bad, wo ich mir die Zähne putzte und meine Haare richtete. Naja. Ich versuchte sie zu richten, denn ich war etwas dumm gelegen, so dass meine Haare an einer Stelle bisschen abstanden. Mit müden Augen packte ich schliesslich noch mein Portemonnaie ein und mein Handy, worauf ich erschrak: "05:55 Uhr?!", schrie ich halblaut und hielt mir gleich selbst die Hand vor den Mund. Fuck! Ich hatte die Zeit vergessen. Ich schlich in Windeseile aus meinem Zimmer in den Gryffendorgang, der bereits wieder beleuchtet war. Ich joggte durch die Gänge und verzog jedes Mal das Gesicht, wenn ich meine Beine zu sehr hob, da der Muskelkater mich an die Strapazen des letzten Abends erinnerte. Etwas nach sechs Uhr kam ich schliesslich in Dumbledores Büro an, wo mich der Mann schon sehnsüchtig zu erwarten schien. Ich öffnete die Tür und meinte bereits in entschuldigendem Ton: "Verzeihen Sie mir. Ich habe die Zeit tot-..." Weiter kam ich nicht, denn Dumbledores Lächeln unterbrach meine Tirade und er meinte nur: "Alexander Cooper, richtig? Der Dritte im Bunde." Ich schluckte und blickte zu Liam und Darren rüber, "Ja, so könnte man es auch sagen." Dumbledore nickte und ich wusste nicht, was es war, doch in seiner Gegenwart fühlte ich mich immer noch extrem klein, auch wenn ich gleich gross wie er war. Dumbledore hob seine Hand und hielt mir ein violettes Bonbon hin: "Bonbon?" Ich lächelte verlegen und nahm es an, steckte es aber in die Tasche, als mir plötzlich einfiel, dass ich noch gar nichts gefrühstückt hatte: "Ich habe ja gar noch nicht...", meinte ich halblaut zu mir selbst, als Dumbledore mir väterlich auf die Schulter klopfte: "Macht nichts.", der alte Mann schaute mir in die Augen, "Du solltest nicht immer so perfektionistisch und streng mit dir sein. Nimm' dich doch einfach mal so an, wie du bist. Mit allen Macken und Fehlern." Ich schluckte. Und das um 06:00 Uhr Morgens? Was hatte dieser Zauberer denn geraucht? Komischerweise trafen mich aber die Worte von Dumbledore, da ich sehr perfektionistisch veranlagt war und es gar nicht mochte, wenn was mit mir nicht stimmte. Wie zum Beispiel meine Haarsträhne, die an diesem Morgen bisschen aufstand. Was die Situation noch bisschen komischer machte, war, dass Darren und Liam im Raum standen. Sie sollte nicht wissen, dass ich manchmal perfektionistisch war. Das ging sie so gar nichts an. Dumbledore schien meine Gedanken lesen zu können und wandte sich mit folgenden Worten ab: "Aber deine Freunde... oder deine zukünftigen Freunde werden dir bestimmt dabei helfen." Er nickte anerkennend den anderen zwei zu und ich hätte kotzen können. Hatte Dumbledore mich gerade wirklich mit dem Slytherin-Clan geshippt?! Nein danke, da verzichtete ich gerne darauf, auch wenn ich Liam mittlerweile gar nicht mal mehr so schlimm fand. Ich lief zu dem Zweiergrüppchen und begrüsste zuerst Liam, dann Darren mit einem Nicken und lächelte. Dumbeldore stellte sich vor uns und meinte: "Gut. Dann können wir ja loslegen." Mit einer Handbewegung liess er die Mauer hinter sich verblassen und zum Vorschein kam ein Kamin mit grünem Feuer. "Das ist ein Teleporter.", erklärte der Direktor, "Er wird euch in den Kamin befördern, der sich in der Wohnung befindet, welche für euch bestimmt ist." Er zupfte sich an seinem Bart rum: "Bedenkt: Das grüne Feuer wird nach der Ankunft einem normalen Feuer weichen. Wenn ihr also vor diesen drei Tagen mittels Kamin versucht zurückzukommen, werdet ihr euch ziemlich starke Verbrennungen holen." Dumbledore lachte schon fast ein bisschen: "Also tut es nicht, ja?" Er räusperte sich und holte sich so seine Autorität zurück: "Das magische Feuer wird in drei Tagen um exakt 18:00 Uhr erscheinen und eine Stunde lang den Kamin in London erhellen. In dieser Zeitspanne könnt ihr ohne Weiteres wieder zurückkehren. Sollte das aus irgendwelchen Gründen nicht klappen, schickt ihr uns am besten ein Eule. In London haben sie die bekannte Eulenstation, wo ihr bestimmt eine Eule nach Hogwarts schicken könnt."
Dumbledore überlegte kurz und nickte dann: "Ich glaube, das wäre alles.", er blickte mich an: "Alex, willst du den Anfang machen?" Ich schluckte. Warum ich? Ich schaute kurz zu Darren rüber und wollte keine Schwäche zeigen: "Klar." Ich trat an den Kamin: "Muss ich irgendetwas beachten?" Dumbledor schüttelte den Kopf: "Nein, einfach nicht sterben." Ich weitete meine Augen, worauf der alte Mann lachte: "Keine Sorge. Es kommt alles gut." Er wandte sich zu den anderen Zwei um: "Ihr habt euch eine gute Ergänzung für euer Grüppchen ausgesucht." Er zeigte auf Darren: "Furchtlosigkeit.", dann auf Liam: "Weisheit." und dann zeigte er auf mich: "Warmherzigkeit." Ich runzelte die Stirn. Warum bekam ich nur Warmherzigkeit zugeschrieben?! Ich war auch ziemlich furchtlos. Ich schaute etwas enttäuscht und meinte dann: "Also, können Sie mir nochmals erklären..." Dumbledore grinste "Und schwupps." Mit einem Hüftschubser stiess er mich samt Gepäck ins loderne Grün, welches sich zu vergrössern schien, als es merkte, wie ich darauf zufiel und mich verschlang. Ich sah aus dem Feuer noch, wie sich Dumbledore zu den anderen zwei umdrehte, ehe ich auf den Holzboden einer londoner Wohnung gespuckt wurde - samt Tasche. Ich schaute auf: "Wo bin ich?", meinte ich, als ich die etwas ältere Wohnung anschaute, die jedoch modern eingerichtet war. Worüber ich bei meiner Überlegung jedoch nicht nachgedacht hatte, war, dass ich hätte aufstehen sollen, ehe die anderen zwei ebenfalls in ein paar Sekunden hier auf dem Boden landeten.

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Re: Vergangenheitsplay » 12

von Alexander am 06.11.2018 18:59

Wir spielten unser Spiel und liessen die Sache mit Liam ruhen. Es war wohlmöglich wirklich so, wie es Rachel gesagt hatte: Wir sollten ihm Zeit lassen. So ein Unfall konnte jemandem schon nahe gehen. Ich hatte schiesslich auch meine Mutter verloren und als ich das erfahren hatte, war ich auch nicht sehr gut zu sprechen. Obwohl: Ben und ich waren bereits anfangs meiner Hogwartszeit ziemlich dicke gewesen, weshalb ich mich von ihm trösten lassen hatte. Manchmal war es sogar so gewesen, dass ich fast die ganze Woche über bei ihm im Zimmer geschlafen hatte, einfach damit ich mit diesem Schmerz nicht alleine war. Ich war nie der gewesen, der diesen Schmerz an die grosse Glocke hängte, jedoch war bereits das Wissen, dass Ben bei mir war und ich jederzeit zu ihm kommen konnte Trost genug und wohlmöglich das Beste, was mir passieren konnte. Andy war damals noch nicht in Hogwarts und ihn hatte der Tod meiner Mutter um einiges heftiger getroffen. Es war noch heute einer seiner grössten Schwachpunkte und wenn man ein falsches Wort gegen unsere Mutter in den Mund war, würde sich Andrew nicht mehr halten und demjenigen nicht nur eine reinhauen, sondern eine regelrechte Lektion erteilen.
Anstatt mir jedoch weitere Gedanken über die ganze Thematik zu machen, fokussierte ich mich wieder auf das Spiel, welches wieder in die Gänge gekommen war: Wir waren bereits in der fünften Spielrunde angekommen und dieses Mal war ich der Werwolf, was natürlich niemand wusste. Es war lustig, dass ich in diesem Spiel meistens gut wegkam, wenn ich den Bösen spielte, jedoch nur durchschnittlich gut war, wenn ich zu den Gutherzigen gehörte. Ich hatte gerade heimlich Ben im Spiel umgebracht, als Rachel, die die Erzählerin im Spiel war, innehielt und den Kopf hob. Drake, der zweite Slytherin, hob den Kopf ebenfalls zeitgleich und flüsterte kurz darauf Rachel was ins Ohr. Ich wurde neugierig und drehte mich zu Liam um, wo ich vorerst nichts Ungewöhnliches sah. Liam sass immer noch mit gesenktem Blick da und starrte Löcher in den Tisch. Mein Blick musste etwas wandern, bis ich Darren sehen konnte, der noch beim Eingang stand und nach Liam zu suchen schien. Ich hätte mich am liebsten wieder umgedreht, doch als Darren Liam entdeckt hatte, beobachtete ich aus dem Augenwinkel, wie er sich diesem näherte. Ich schüttelte den Kopf: Ich schenkte Darren schon wieder mehr Aufmerksamkeit, als dieser Vollidiot verdiente. Also drehte ich mich wieder um und schaute mir meine Werwolfskarte an, ehe ich erschrocken zusammen zuckte und beinahe von der Bank fiel, als Liam einen Schrei von sich gab. Schwuchtel? Hatte er wieder mich gemeint? Ich drehte mich hektisch um in der Erwartung jetzt von Liam blossgestellt zu werden oder eine Schimpftirade über mich ergehen lassen zu müssen, weil ich vorhin sozial sein wollte, doch ich irrte mich... Gott sei Dank. Im Fokus seiner Aussage stand zu meiner Überraschung nicht ich, sondern Darren selbst, der sich ihm genähert hatte und nun wie eine Salzsäule dastand. Musste wohl selbst ziemlich erschrocken sein. Darrens Blick war auf Liam fokussiert, doch er schien wirklich etwas überrumpelt. Ich legte den Kopf schief: Bei allem Hass, den ich für diese Person dort empfand, tat mir Darren nun doch ein bisschen leid, denn die Aufmerksamkeit des halben Saals war nun auf die zwei gerichtet. Liam schaute Darren an und schien etwas zu realisieren, denn seine verspannte Körperhaltung lockerte sich. Als die meisten Schüler merkten, dass es nicht zu einer Schlägerei oder Ähnlichem kommen würde, drehten sich die meisten wieder ab und als der Fokus nicht mehr so auf den zweien war, setzte sich Darren vor sich zu Liam. Wahrscheinlich hatte Liam ihn mit mir verwechselt und ihm das an den Kopf geschleudert, was er mir gelten sollte. Ich sah, wie sich Darrens Lippen bewegten und erhob das Wort und meinte zu den Anderen am Tisch: "Lasst uns nicht so starren. Das ist sicher unangenehm." Man hörte auf mich und wir drehten uns alle wieder zur Tischmitte und Rachel nahm sogleich wieder das Spiel auf. Wir kamen keine zwei Spielzüge, als ich merkte, dass Ben wieder abgelenkt war und ihn unter dem Tisch mit dem Bein anstiess: "Bro, du bist dran." Ben nickte sprachlos, war aber wieder vollkommen woanders. Was war denn jetzt wieder los? Ich seufzte und drehte mich zeitgleich mit Jennifer, dem Ravenclaw, um und erblickte abermals die zwei Slytherins: Dieses Mal stand Liam jedoch im Raum und schien ziemlich aufgebracht zu sein. Ich wurde aus dieser Gruppe nicht schlau: War das eine Art Selbsthilfegruppe gegen Aggressionsprobleme? Wenn dem so wäre, müsste Darren sich dringend eine neue Strategie zurechtlegen, denn was auch immer tat, es schien nicht wirklich therapeutisch zu wirken. Darren sass immer noch auf der Bank und schien etwas hilflos, doch Liam liess ihm auch nicht wirklich Zeit sich zu verteidigen. Was ich nun mitbekam, war der Vorwurf, den Liam Darren machte, da dieser daraus nicht ein Geheimnis zu machen schien. Darren war ein scheiß Egoist? Nicht, dass mich diese Aussage verwundert hätte. Viel mehr verwunderte es mich, dass Liam sich getraute, dass Darren so direkt ins Gesicht zu sagen. Ich kombinierte die Sätze im Kopf und als ich realisierte, dass er von zwei Begleitpersonen gesprochen hatte, wurde mir klar, worum es mir ging. Wollte Darren nicht mitgehen nach London? Das... hätte ich jetzt nicht erwartet. Nicht, dass Darren das sozialste Einhorn auf der Welt wäre oder so, aber dass er zumindest seinem Clan stehen würde, hätte ich schon erwartet. Liam schien es ziemlich getroffen zu haben, denn er stand mit verschränkten Armen da und erinnerte mich an einen dreijährigen Jungen, ehe er sich umdrehte und unter der Anschuldigung, dass er immer für Darren da sei, den Raum verliess. Der schwarzhaarige Slytherin stand auf und schrie seinem Freund nach, doch dieser reagierte kein bisschen darauf und war im Nu verschwunden. Au weia... Was auch immer Darren vorgehabt hatte, war ziemlich in die Hosen gegangen. Etwas verwirrt schaute ich hin und her und überlegte, ob ich eingreifen sollte, aber ich hielt das für keine Idee und entschied mich stattdessen Darren vor unerwünschten Blicken zu beschützen, indem ich meinen Tisch anwies, sich wieder auf das Spiel zu fokussieren. Arschloch hin oder her: Das Ganze hier war Blamage für Darren genug. Da musste ich nicht auch noch meinen Senf dazugeben. Gott sei Dank schien mein Tisch gleicher Meinung zu sein und so begannen wir die sechste Runde des Werwolfspiels und spielten noch ganze drei Runden, ehe der Unterricht sich bald wieder ankündigte.
Am Nachmittag hatte ich zuerst Tränke mischen, worin ich eine totale Katastrophe war. Gott sei Dank hatte ich dieses Fach mit Ben, der ein gutes Händchen für das Gebräu hatte. Dennoch explodierte bei mir das eine oder andere Mal eine Blume oder Knospe, sodass Mr. Belroy, unser Lehrer, mit einem Löschzauber verhindern musste, dass mein Tisch in Flammen aufging. Ich war ja nun bereits sechs Jahre in Hogwarts gewesen, doch das mit den Tränken war einfach nicht mein Ding. Ich hatte Nachhilfe genommen, Bücher gelesen, doch irgendwie schien ich es nicht im Blut zu haben. Ich vermischte Zutaten, fand nicht die richtigen Mengen und wenn es ganz schlimm war, vergriff ich mich beim Rezept und kreierte meist eine neue, nicht allzu sichere Mischung. Die ganze Sache mit Liam und Darren ging in dieser Zeit ziemlich vergessen, was schön war: Ich musste mich nicht mehr belasten als mit meinem eigenen Leben und den Leben, die mir wichtig waren. Nachdem die zwei Stunden Tränke mischen vorbei waren, hatte Ben schulfrei und verzog sich in den Kraftraum. Denn auch wenn er ein sehr sozialer und warmherziger Mensch war: Ein Pumelchen war er nicht. Oder zumindest nicht mehr. Er hatte in den letzten zwei Jahren extrem abgespeckt und an Muskelmasse zugenommen. Zwar war er nicht so trainiert wie ich, doch man konnte es ihm klar ansehen, wie das Gesicht über die Jahre kantiger und sein Körperbau definierter wurde. Dennoch wäre Ben nichts für mich gewesen: Schon der Fakt, dass wir uns seit dem ersten Jahr kannten und viel zu viel Peinlichkeiten voneinander wussten und Ben hetero war, machte eine Liebesbeziehung unmöglich. Doch das wollte ich auch nicht: Die Freundschaft war mir zu schade, um sie gegen eine andere Art von Beziehung eintauschen zu wollen. Nachdem Ben und ich uns verabschiedet hatten, hatte ich eine halbe Stunde Zeit um das Zimmer zu wechseln, kaufte mir auf dem Weg dorthin noch einen Schokoriegel und kam schliesslich in einem kleineren Zimmer an, wo ich das Freifach Zauberspruchskunst hatte. Es war ein neueres Fach, weshalb es noch freiwillig war und die Bedingung war, dass man Latein beherrschte. Der Kurs wurde dreimal in der Woche angeboten und man schrieb sich dort ein, wo man Zeit hatte. In diesem Semester war es leider so gewesen, dass ich nur gegen Abend konnte, weshalb heute die einzige Möglichkeit war diese Stunde zu besuchen - nach all den anderen Fächern. Was mir jedoch noch nie aufgefallen war, war, dass Liam auch denselben Kurs zur selben Zeit besuchte. Ich hatte ihn nie gross beachtet, da ich nie etwas mit ihm zu tun hatte und meine Freunde hatte, mit welchen ich diesen Kurs bestritt. Die meisten sassen bereits an ihren Plätzen, als Liam rein schlurfte und sich setzte. Ich seufzte. Er tat mir leid. Und ich hatte ihn heute Mittag ziemlich bedrängt. Obschon ich wirklich das Bedürfnis hatte mich bei ihm dafür zu entschuldigen, getraute ich mich nicht. Stattdessen rutschte ich die ganze Stunde unruhig auf meinem Stuhl hin und her und war dem Jungen mit den braunen Haaren Blicke zu, die kein einziges Mal erwidert wurden. Liam hatte sich in die lateinische Lektüre vertieft und liess sich dabei von niemandem stören, nicht einmal von der Lehrerin. Die Stunde zog sich und als das Signal für das Ende der Stunde kam, war Liam der Erste, der aufstand und rauslief. Instinktiv stand ich nun auf und huschte ihm nach. Ich hatte die ganze Stunde das Bedürfnis gehabt mich bei ihm zu entschuldigen und wenn ich es nicht jetzt tun würde, dann würde ich mir das heute Abend sehr übel nehmen.
"Hey...", meinte ich halb keuchend und tippte dem Jungen vorsichtig auf die linke Schulter. Liam drehte sich hektisch um und schaute mich bereits durchbohrend an: "Was?!" Ich schluckte und wich etwas zurück und hob die Hände vorsichtig, ja, fast schon bisschen unterwürfig: "Ich wollte dir nur sagen, dass mir leid tut, wie ich heute Mittag mit dir geredet habe...", ich senkte meinen Blick, "Das war wirklich nicht korrekt, Mann. Ich habe nicht gewusst, dass es darum geht." Ich schaute wieder auf und bemerkte Liams Gesichtszüge, die zwar immer noch streng schauten, jedoch irgendwie doch bisschen weicher waren als zuvor. Liam realisierte einen Augenblick, was ich sagte und nickte dann langsam: "Schon okay...", er zuckte mit den Schultern, "Du konntest es ja nicht wissen." Liam schaute nun seinerseits kurz zu Boden und meinte leise und undeutlich: "Tut mir auch leid. Wollte nicht so ausflippen. Ist halt grad nicht einfach für mich." Ich schüttelte den Kopf und meinte: "Das ist verständlich, Liam. Ich habe etwas Ähnliches erlebt und war auch total aus der Bahn geworfen." Liam schaute auf und nickte kurz: "Also... Danke dir.", er zögerte, "Nett, dass du dich entschuldigt hast." Ich nickte und meinte: "Keine Ursache." Liam lächelte kurz müde und drehte sich dann um und lief weiter. Ich schluckte. Das war gerade sehr schwierig gewesen, doch irgendwie... auch sehr befreiend. Ich blickte Liam nach, der den Gang entlang schlenderte und spürte den Drang ihm nachzurennen. "Nein, sei nicht so penetrant, Alex.", redete ich mir selbst ein und blieb wie angewurzelt stehen. Innerlich aber spielte ich bereits mit dem Gedanken Liam nach London zu begleiten, sollte er noch jemanden brauchen. Ich biss mir auf die Lippe. Das war mir mehr als nur unangenehm. Was würde Liam von mir denken? Wohlmöglich, dass ich auf ihn stand oder so etwas. Andererseits... würde ich diese Möglichkeit verstreichen lassen, könnte er wohlmöglich nicht verreisen und würde es später bereuen genau wie ich es bei meiner Mum getan hatte. Sie war auf einer Mission tödlich verletzt worden und obschon und ich hatte nicht so schnell zu ihr gehen können. Erst an der Beerdigung gelang es mir Abschied zu nehmen und das war... schwer. Ich schaute auf und sah, wie Liam verschwunden war. "Shit...", murmelte ich. Ich hatte die einzige Möglichkeit verpasst ihm einen Gefallen zu tun. Seufzend lief ich auf die Toilette und machte das, was man nun mal auf der Toilette macht und als ich die Hände waschen wollte, traute ich meinen Augen nicht: Liam stand am anderen Waschbecken und wusch sich selbst die Hände. Er erkannte mich im Spiegel und nickte mir stillschweigend zu, während er sich daran machte seine Hände abzutrocknen und den Raum dann verliess. Ich beeilte mich mit dem Hände waschen und putzte die Hände an meinen Hosen ab und lief dem Jungen nach und stupste ihn nochmals an: "Hey, Liam... entschuldige kurz..." Liam drehte sich zu mir um. Er hatte nicht mehr den wütenden Blick auf seinem Gesicht wie beim ersten Mal, wirkte aber dennoch sehr erschöpft. Liam nickte abermals und ich druckste etwas rum: "Hast du... jemand... gefunden, der mit dir nach London geht?" Liam schaute bisschen überrascht, als ich ihn das fragte, zuckte mit den Schultern und schüttelte dann den Kopf: "Ne. Ich werde aber von meinem Dad über die jüngsten Ereignisse informiert." - "Und... Darren?", fragte ich ganz vorsichtig und liess es mir anmerken, wie unangenehm die Frage war. Liam schien zu meinem Erstaunen bisschen gelassener und lehnte sich an das Geländer und antwortete: "Den will ich nicht dabei haben. Zumindest nicht momentan. Und wenn er mitkäme...", er zuckte mit den Schultern, "würde mir immer noch eine weitere Person fehlen. Jason und Gorden kann ich momentan echt nicht vertragen und Darren ist so absorbiert, dass er mich gar nicht mehr bemerkt." In mir machte sich ein tiefes Mitleid breit. Du liebe Zeit. Ich schaute Liam kurz verständnisvoll an und meinte dann: "Weisst du... was Darren angeht...", ich tapste von einem Fuss auf den anderen, "...ich glaube der Dementorenangriff hat ihn recht mitgenommen. Ich habe ihn letztens im Gang gesehen und er schien selbst ziemlich viel verarbeiten zu müssen." - "Das ist aber trotzdem kein Grund Freunde links liegen zu lassen.", meinte Liam nun etwas bitterer. Ich atmete kurz ein. War ich wirklich im Begriff Darrens Ruf zu retten? Ich schaute Liam an. Es ging hier nicht um Darren, sondern um ihn. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass er es nicht so meint... Du weisst ja selbst, dass Darren manchmal einfach ein Idiot sein kann." Liam schmunzelte kurz: "Du sagst es.", der Braunhaarige schaute mich kurz prüfend an, "Worauf willst du hinaus?" Ich machte ein paar Schritte auf der Stelle und meinte dann: "Weisst du... Vielleicht solltest du Darren eine Chance geben. Ich kenn ihn zwar nicht, aber ich glaube, dass du etwas verpassen würdest, wenn du nicht jetzt zu deinem Bruder gehst.", ich kämpfte mit mir, denn dieser Satz kam nicht einfach über die Lippen: "Ich glaube, du bist Darren wichtig. Er wird bestimmt mitkommen." Liam schaute mich verwundert an. Ja, ich gebe es zu: Ich hatte Darren als Freund dargestellt. Gott möge mir vergeben. Doch das würde noch längst nicht die grösste Überwindung des Tages sein. "Aber auch wenn...", meinte Liam etwas verzweifelt, "Ich habe keine dritte Person, die mitkommt und Dumbledore meinte, dass er mich nicht alleine gehen lassen würde." Ich legte meine beiden Hände auf mich zeigend auf die Brust und lächelte ein bisschen. "Du?", fragte Liam ungläubig und es schien mir so, als würden ihm gleich die Augen rausfallen. Ich zuckte kurz mit den Schultern und lächelte bisschen: "Wenn du willst, komme ich mit dir mit.", ich hatte plötzlich das Bedürfnis verhindern zu müssen, dass ich zu penetrant wirke: "Keine Sorge. Es geht mir wirklich nur darum, dass du deinen Bruder besuchen kannst. Ich lass' euch sonst in Ruhe, aber wenn es dir helfen würde nach London zu kommen..." Ich biss mir kurz in die Lippe. Das war doch alles absurd. Alex, was um Himmels Willen machtest du da? Liams Miene hellte sich etwas auf: "Du würdest das für mich tun?" Ich nickte: "Ich weiss, wie es ist, jemanden zu verlieren. Wenn du also niemanden anderen findest, dann..." Ich zuckte mit den Schultern. Liam legte den Kopf schräg und meinte nun wieder etwas skeptischer: "Und Darren soll ich auch noch fragen?" Abermals zuckte ich mit den Schultern: "Ich glaube, er hat alles nicht so gemeint. Fragen kannst du ihn ja. Gib ihm eine Chance zu zeigen, dass er sich für dich interessiert." Liam schwieg eine Minute lang und liess sich den Gedanken durch den Kopf gehen. Dann schaute er auf und lächelte schelmisch: "Ich mag Gryffendors nicht wirklich, doch du...", er zögerte und sein Grinsen wurde ein bisschen grösser, "Du... hast recht. Und du würdest wirklich mitkommen?" Ich schluckte und nickte dann: "Ja, wenn das für dich okay ist." Liam nickte entschlossen: "In Ordnung." Ich lächelte den Jungen an, was er erwiderte. "Danke.", meinte er und reichte mir die Hand. Ich nickte nur leise lächelnd und meinte: "Kein Ding." Liam nickte und meinte nun fast schon ein bisschen euphorisch: "Ich werde jetzt zu Darren gehen. Er hat glaube ich Quidditch-Training." Ich nickte zufriedend lächelnd: "Tue da und lasst mich wissen, ob die Reise nun effektiv zu Stande kommt oder nicht." Liam bejahte und ich fügte an: "Und wie schon gesagt... Ich glaube, Darren meinte es nicht so... was auch immer er getan hat." Liams Augen glänzten ein bisschen und nach einem Nicken verabschiedete er sich: "Alles klar. Bis später." Ich lächelte leicht: "Bis dann." Mit diesen Worten verschwand Liam halb joggend und ich lief halb perplex Richtung Fitnessraum, wo ich noch ein bisschen Sport treiben wollte. Ben würde den zwei schon sagen, dass ich dort wäre, wenn sie mich suchen sollten. Hatte ich mich gerade auf eine Reise mit Liam eingelassen und Darren verteidigt? Verrückt. Doch was noch viel verrückter war: Es fühlte sich gut an.

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Alexander

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Re: Vergangenheitsplay » 12

von Alexander am 04.11.2018 22:27

Ich musterte den Slytherin vor mir und musste einen Moment fast schmunzeln. War er gerade auf meinen Witz eingegangen? Moment mal: Ich hatte gerade Witze gerissen? Nein. Ich wollte nur die peinliche Stille überbrücken. Darren war sowieso ein Spiesser: Sollte der je Spass verstehen, welcher nicht darauf basierte andere zu diskriminieren, würde das mich sehr wundern. Das war nicht möglich. Und wenn es möglich war, dann wäre es wahrscheinlicher, dass ein riesiger Sandsturm von der Sahara zur Arktis wanderte und die Pinguine ausrottete. Und die Eisbären. Auf jeden Fall tat mir Darren Leid. Ich war mir nicht sicher, was ich ihm gegenüber empfand? War es Sarkasmus oder eher Mitleid? Ich musterte Darren nochmals, von dem ich bereits vorhin das Gefühl hatte, dass er es nicht mochte, wenn man ihn genau anschaute. Wahrscheinlich war er es sich nicht gewohnt, dass es Menschen gab, die durchaus in der Lage waren auf Augenhöhe mit einem Madison zu reden. Da hatte er sich verrechnet. Ich war nicht jemand, der Respekt hatte, nur weil jemand was weiss ich für einen Namen trägt. So liess ich meinen Blick auf ihm ruhen und hörte, wie dieser meinte, dass ich es ihm nicht wert sein würde, dass er mich umbringt. Ich hob die Augenbraue hoch: Nicht wegen Darrens Gestalt, sondern wegen seiner Worte. Irgendwie ärgerte es mich, dass er mir die Parole geboten hatte. Und es kränkte mich, denn normalerweise war ich der, der das letzte Wort hatte - Madison hin oder her. Doch jetzt in Rage auszubrechen, würde mich nicht besser machen als sen aufgeblasenen Kerl vor mir, also lächelte ihn freundlich an und meinte: „So? Ich bin es dir nicht wert?", ich legte meine Hand auf die Brust und meinte gespielt, „Autsch... das hat jetzt weh getan. Wenn du mich entschuldigst... ich muss jetzt ne Runde heulen..." Mein Grinsen weitete sich auf ein freundschaftliche Lachen aus. Warum auf ein freundschaftliches Lachen? Nicht, weil Darren mein Freund war, nein. Sondern weil ich vermutete, dass es ihn am ehesten ärgern würde, wenn ich nicht so reagierte, wie er es erwartete. Um es noch auf die Spitze zu treiben, klopfte ich ihm auf die Schulter und meinte selbstgefällig und freundlich: „Nacht, Mate." Ich betonte es so, als wäre er mein Kumpel und drehte mich zeitgleich um und liess die Türe hinter mir zufallen. Als ich hörte, dass die Türe sich geschlossen hatte, atmete ich erleichtert aus. Uff. Das war... wagemutiger als gedacht und schwieriger als erwartet, denn Darren war schon irgendwie redpekteinflössend. Doch würde ich ihm das geben, was er wollte, wäre ich unten durch. Und diesen Sieg würde ich ihm nicht gönnen. Trotzdem war ich jedes Mal auf Messers Schneide, wenn ich vor Darren meinen Mund aufriss. Bisher war es immer gut ausgegangen, doch auch jetzt als ich im Zimmer war, konnte ich den Gedanken nicht loswerden, dass Darren vor der Türe stand und jederzeit mit einem Dolch reinstürzen würde und mich erstechen würde. Meine Genügsamkeit wich plötzlich kurz einem Ärgernis über mich selbst und einer Unerfülltheit. Eigentlich war die ganze Aktion mit Darren ziemlich unnötig. Denn wenn es explodieren sollte, dann war ich der Erste, der den Kopf hinhalten musste.
Langsam begann ich mein Shirt auszuziehen: „Was machst du eigentlich, Alex?!", fauchte ich mich selbst leise an und zog die Bettdecke zurück. Sich mit Darren abzugeben - das war das Dümmste, was ich eigentlich tun konnte. Denn wenn ich Darren auch keine Zuneigung schenkte... mich mit ihm abzugeben, zu streiten und ihm zu widersprechen, ja ihn schon nur zu beachten, war ein Zeichen, dass ich mich ihm doch irgendwie zugewendet hatte! Ich hing meine Badetuch auf und zog mir die Hose aus, da ich normalerweise in den Boxershorts schlief und nur in kälteren Nächten ein Shirt anzog. Für einen Augenblick stand ich nun halbnackt im Halbdunkel meines Zimmers und war... durcheinander. Nachdem ich stillschweigend eine halbe Ewigkeit aus dem Fenster geschaut hatte, zuckte ich nur kurz mit den Schultern und lief zu meinem Bett und schlüpfte unter die Decke. Darren hatte etwas an sich, was mich nervte und zwar so sehr, dass ich mir im Bett noch überlegte, was es genau sein konnte: „Was ist das für nen Scheiss...", murmelte ich schliesslich und drehte mich zur Seite: „Was für ein Volltrottel...", meinte ich zu mir selbst und entschied mich im selben Atemzug Darren ab jetzt einfach aus dem Weg zu gehen. Er ging mir so oder so auf die Nerven und jedes Mal, wenn wir uns gesehen hatten, war es auch nicht besser geworden. Ich schloss mit diesem Gedanken Frieden und wollte der Zeit die Aufgabe überlassen diese kleineren Konflikte mit Darren zu vergessen. Ich hoffte schwer, dass Darren sich gerade dieselben Gedanken machte und sich entschloss mich für immer in Ruhe zu lassen. Mit diesem Gedanken und der Hoffnung, dass es besser wird, schloss ich die Augen und schlief ein.

Man glaubt es kaum, doch es gelang mir ganze sechs Tage Darren knallhart aus dem Weg zu gehen und ihn keineswegs zu beachten. Nun ja: Natürlich achtete ich mich darauf, ob er im gleichen Raum wie ich war, aber das nur um ihn nicht beachten zu können. Er schien schon beinahe inexistent und das war gut so. Das Ganze lief ziemlich gut, Ben hatte sich von den Strapazen erholt und meine Laune sich drastisch verbessert. Eines Mittags sass ich mit meinen Freunden im Aufenthaltsraum und plauderte mit ihnen, während wir Erdbeertorte assen. Wir spielten ein Spiel, das sich "Werwölfeln" nannte und momentan ziemlich beliebt bei vielen Schülern war. Das Ziel des Spieles war es herauszufinden, wer die Werwölfe waren, bevor sie jeden am Tisch umbrachten. Wir waren gut zehn Leute, die sich um einen Tisch versammelt hatten. Darunter waren auch Ravenclaws, Hufflepuffs und sogar zwei Slytherins. Die Karten wurden in die Tischmitte geworfen, es wurde gelacht und geflucht. Ich muss zugeben, dass ich ansonsten nicht so der Typ war, der bei Spielen den grössten Lärm machte, doch zugegebenermassen machte mir das Spiel mehr als nur Spass und dementsprechend verhielt ich mich auch. "Du hast mich mit Ben verkuppelt?!", meinte ich entrüstet, als ich aufdeckte, wer der Amor in diesem Spiel war und verdrehte lachend die Augen. Jennifer, ein Ravenclaw, welche in dieser Spielrunde der Amor gewesen war, schmunzelte: "Ihr seid ja eh beste Freunde... Ob Freunde oder schwules Päärchen spielt ja eh keine Rolle mehr." Ben und ich lachten. In diesem Fall waren wir für dieses Spiel unendlich ineinander verliebt und mussten das Leben des Anderen verteidigen, da der eine zeitgleich starb, wenn seine grosse Liebe umgebracht wurde. Ben und ich konnten uns nicht lange halten. Ziemlich bald hatten uns die Wölfe umgebracht und die Runde fiel zu Gunsten ihrer Rasse aus. "Noch eine Runde!", meinte Drake, einer der Slytherins, energisch. Wir einigten uns auf die Regeln der nächsten Runde und wollten gerade die Karten austeilen, als plötzlich Ben hinter mich blickte und mir zunickte. Ich drehte mich um und erblickte Liam, der etwas alleine gelassen an einem Tisch sass und in seinem Essen rumstocherte. Was war denn bloss los mit ihm? Er schien abwesend und irgendwie depressiv. Ich wandte mich zu Ben um und zuckte ratlos mit den Schultern und wollte mich wieder dem Spiel zuwenden. Liam hatte Darren und all die Vollidioten, der konnte sich sicher da Hilfe suchen. Die Karten wurden ausgeteilt und die Runde begann, wobei ich bemerkte, wie Liam hinter meinem Rücken lautlos um ein offenes Ohr schrie. Ich versuchte es zu ignorieren und zu verdrängen, doch als ich in der dritten Runde beinahe gestorben wäre und Ben besorgt an mir vorbei blickte, seufzte ich und meinte etwas lustlos: "Ich mache Selbstmord für diese Runde. Ich war der Magier." und drehte meine Karte um und erhob mich. "Wo willst du denn hin?", meinte Jennifer bisschen unverständig. "Muss kurz mit jemandem reden, bin gleich wieder da." Ich schaute Ben verzweifelt an, der mit einem treuherzigen Blick versicherte, dass ich das Richtige tat. Typisch Hufflepuff: Manchmal wurde ich aus Ben einfach nicht schlau. Er würde sogar einer Person verzeihen, die ihn fünf Mal versucht hatte umzubringen und ihr ein Messer leihen, um den sechsten Mordversuch zu starten. Und ich war so dumm, dass ich auf diesen Ben hörte und machte mich langsam auf den Weg. Als ich mich Liams einsamen Tisch in der Ecke näherte, merkte ich, dass wirklich etwas nicht stimmte und meine anfängliche Demotivation verwandelte sich teilweise in echte Sorge um ihn. Ich glaubte eine Träne in seinen Augen zu sehen, die Liam sich sofort wegwischte, als er mich kommen sah. Seine Gesichtszüge versuchten sich etwas zu verhärten, doch er schien so aufgelöst wie ein Vierjähriger, dem man den Lolli geklaut hatte. Als Liam realisierte, dass ich wirklich zu ihm wollte, brabbelte er schlecht gelaunt: "Was ist?" In seiner Stimme klang eindeutig Genervtheit, von der ich aber nicht wusste, wem sie galt: Mir oder einer anderen Angelegenheit. Anstatt auf seine Genervtheit einzugehen, meinte ich: "Ich habe dich hier nur sitzen sehen und dachte, ich komme kurz vorbei und frage, ob alles in Ordnung ist." Liam spuckte bitter in die Luft: "Ob Alles in Ordnung ist? Wer bist du? Der barmherzige Samariter oder sowas?" Ich hob die Augenbraue und wurde etwas sauer. Ich hatte es wirklich nicht einfach mit diesem scheiss Darren-Clan. Jetzt wollte ich demjenigen gegenüber, der sich bisher am vernünftigsten benommen hatte, mal freundlich sein und dann pisste er mich so von der Seite an. Ich setzte mich energisch vor Liam auf die Bank: "Hör mal Freundchen, ich hätte dich auch ignorieren oder dir mein Essen ins Gesicht schleudern können." Liam zuckte demotiviert die Schulter: "Mach doch." Ich schüttelte den Kopf und meinte etwas laut: "Hast du sie noch alle?! Warum sollte ich das tun?!" Liam zuckte abwesend mit den Schultern: "Keine Ahnung. Vielleicht, weil ich ein Arschloch bin." Ich hielt inne. Hatte sich dieser Vollidiot gerade Arschloch genannt? Da konnte doch etwas nicht stimmen, wenn das Selbstwertgefühl so tief gesunken war, dass man sich selber als Arschloch bezeichnete. Zumindest nicht bei diesen Jungs. Meine Stimme wurde etwas weicher und ich konnte nicht anders, als mich zu beginnen für Liam zu interessieren: "Was ist denn los, Liam?", meinte ich warmherzig und Liam schien etwas aufgeschreckt von meiner Stimme und wies mich energisch zurück: "Nichts was dich angeht, du Schwuchtel!" Bei diesen Worten drehten sich drei Leute um und ich konnte ihre Blicke eindeutig in meinem Rücken spüren. Das reichte mir. Ich war schon so nett gewesen und hatte mich an denselben Tisch mit diesem Idioten gesetzt, mehr würde ich ihm nicht geben. Ich erhob mich sauer und meinte: "Fein. dann nicht. Ich wollte ja nur helfen. Aber in Ordnung: Wart doch hier und verrecke, bis Darren kommt." Bereits der Name von Darren bereitete mir Übelkeit und ich drehte mich um und lief zurück zu meinem Tisch, wo ich wütend hinsass. "Was los?", fragte Ben. "Keine Ahnung.", meinte ich desinteressiert, "Ich habe ihn gefragt, wie es ihn geht. Er hat mich beleidigt. Ende der Geschichte." Als Drake das hörte, schaute er etwas schuldbewusst in die Runde und auch Rachel, die ebenfalls zu den Slytherins gehörte, erhob das Wort: "Ihr habt es nicht mitbekommen, oder?" Ben und ich schauten uns an und auch Jennifer schien an der neuen Information Interesse zu haben. "Liams grosser Bruder hatte einen Unfall. Die Nachricht kam erst vorgestern rein." - "Ist er tot?!", fragte Ben impulsiv und Rachel schüttelte den Kopf: "Das nicht, doch er liegt im Koma." Bei Merlins Bart. Ich blickte mich kurz zu Liam um und hatte ein schlechtes Gewissen. Ich hätte nicht so hart an ihn ran gehen sollen. Shit! Rachel fuhr fort: "Seit da hat er sich ziemlich zurück gezogen. So viel ich weiss auch von seinen üblichen Freunden.", sie pausierte und hob den Finger, "Aber man hat mir gesagt, dass er morgen für drei Tage nach London reisen und seinen Bruder im Krankenhaus besuchen will in der Hoffnung, dass es ihm dann besser wird oder er aus dem Koma erwacht. Man sagt doch, dass die Stimme von Verwandten Menschen im Koma aufwecken kann, oder?" Ich nickte: "Sowas habe ich auch schon gehört.", dann machte ich eine Pause, "Aber wie will er denn nach London kommen?" Rachel seufzte: "Einer unserer Slytherin-Professoren hat einen magischen Kamin organisiert. Jedoch sollte Liam nicht alleine gehen. So viel ich weiss, wollte er Darren und Jason mitnehmen...", "Aber...?", hakte ich nach. Drake übernahm nun das Erzählen: "Doch Jason, Gorden und Liam hatten irgendeine Auseinandersetzung kurz bevor es passiert ist. Keine Ahnung, worum es ging. Fakt ist, dass das Grüppchen momentan ziemlich aufgewühlt ist." Ich murmelte mit verdrehten Augen zu mir selbst: "Wer hätte es gedacht...?" Rachel zuckte mit den Schultern und meinte mit warmer Stimme: "Ich glaube, wir sollten ihm einfach Zeit lassen und hoffen, dass er zwei Begleitpersonen findet, die ihn nach London begleiten. Momentan soll dort ja die Hölle los sein, was magische Aktivitäten angeht." Ich nickte nur. Ich hatte auch gehört, dass in London momentan einiges vor sich ging. Anscheinend gäbe es Aufstände und irgendwelche intriganten Angelegenheiten, doch allzu eingeweiht war auch ich nicht. Das Gespräch verfloss relativ bald und wir hielten es alle für besser das Thema und Liam in Ruhe zu lassen und eine weitere Runde unseres Spiel zu geniessen. Ganz ein gutes Gewissen hatte ich zwar nicht, doch wenn Liam sich nicht helfen lassen wollte, konnte ich nicht viel machen.

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Alexander

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Re: Vergangenheitsplay » 12

von Alexander am 02.11.2018 15:18

Als Darren mir erklärte, dass dies ein Zeichenbuch war, legte ich den Kopf schief. Ich hatte gar nicht danach gefragt, was es sei, aber es schien mir fast so, als würde ich in Darrens Gesicht den Anflug von Beschämung sehen. War doch nichts dabei. Ob Zeichnen oder Schreiben: Verarbeiten war verarbeiten. Er konnte von mir aus auch Bäume fällen oder Boxsäcke verprügeln, wenn ihm das half, den Tag zu verarbeiten. Obschon der Slytherin nicht explizit etwas sagte, was eine Scham oder dergleichen ausdrückte, merkte ich, wie ich ihn innerlich verurteilte. Wahrscheinlich war er einer dieser Kerle, der sich keine sanfte Seite an sich selbst zugestehen konnte. Kein Wunder bei den Trotteln, mit welchen er sich umgab und dem Vater, der bereits aus zwei Kilometer Entfernung Respekt einzufordern schien. Im selben Gedanken hinterfragte ich mich nun aber auch wieder: Woher sollte ich wissen, wie Darren war? Das war so ungerechtfertigt von mir ihn so abzustempeln. Und auch wenn Darren eher wie die Art Mensch schien, die Andere verurteilen würden und sie in eine Schublade steckt, würde ich mir selbst nicht diese Blöße geben. Ich war besser als diese Art von Mensch. So schüttelte ich kurz den Kopf um die voreingenommenen Gedanken loszuwerden, worauf einige Wassertropfen auf Darrens Gesicht landeten, was ich jedoch nicht bemerkte. Stattdessen lief ich weiter mit ihm den Gang entlang, der immer mehr an Licht gewann, je näher wir dem Zentrum des Gebäudekomplexes kamen. Als ich hörte, dass nicht einmal Darren wusste, was Liam vorgehabt hatte, wollte ich schon fast ein bisschen auflachen, unterließ es aber. "Das würde mich Wunder nehmen...", meinte ich und kratzte mich am Kinn, worauf ich hin aber den Blick auf den Boden richtete und stillschweigend weiterlief. Kurz darauf, als ich hörte, dass Darren scheinbar die Ruhe in diesen Gängen suchte, schmunzelte ich und schaute ebenfalls rüber, worauf sich unsere Blicke kurz trafen und ich gleich wieder wegschaute. Der sollte gar nicht meinen, dass ich ihm eines echten Blickes würdigen würde! "Wie schon gesagt...", meinte ich in neutralem Ton, "Verzeih' mir, wenn ich dich gestört haben sollte. Auf der anderen Seite kann man nach so einem Tag gut jeman-...", ich stockte kurz im Satz, als ich merkte, dass ich im Begriff war Darren zu sagen, dass es ganz okay war, dass er bei mir war. Ich brach den Satz abrupt ab und meinte wieder etwas gleichgültiger: "Du weisst, was ich meine." Nach diesem Ausrutscher breitete sich die Stille wieder zwischen uns aus wie ein Meer, dass man nicht in tausend Jahren überqueren konnte. Wir sprachen gefühlt eine halbe Ewigkeit nicht miteinander, ohne zu vergessen, dass der andere direkt neben uns lief. Innerlich scheltete ich mich für den dummen Ausrutscher. Das hatte ich gar nicht so gemeint! Das war einfach meine freundliche Ader, die gerne Leuten zusprach, dass sie erwünscht waren und da sich Darren momentan zu meiner Überraschung nicht wie das größte Arschloch verhielt, war es mir nun mal so rausgerutscht. Argh! Ich ärgerte mich trotzdem über mich selbst. Ich wollte nicht, dass dieser aufgeblases Slytherin das Gefühl hatte, dass ich zu denen gehörte, die sich nichts sehnlicher wünschen würde Teil seiner Clique zu sein oder so etwas. Da war ich mit Ben und meinen anderen Freunden um einiges besser bedient. Ich wusste nicht, weshalb Darren die Stille brach, doch er tat es und fragte mich, was meine Hypothese bezüglich des Dementorenangriffs war. Da dies nun eine wieder eher sachliche Frage war, getraute ich mich auch zu antworten: Hier war ja nur nach Vermutungen gefragt und nicht irgendwie nach Emotionen oder so etwas. Denn wenn es um Emotionen ging, verhaspelte ich mich tendenziell schneller als mir lieb war, obschon mir auch das nicht allzu oft passierte. Ich räusperte mich kurz um meine Stimme aufzuwärmen, die jetzt ein Weilchen nicht mehr gesprochen hatte: "Nun... es gibt verschiedene Dinge, die ich mir vorstellen könnte...", ich schaute kurz zu Darren rüber und gab ihm das erste Mal die Chance mein Gesicht länger zu mustern, da auch ich ihn länger anschaute: Seine Haare waren dunkel und etwas verzaust, was eigentlich zu einem aufgestellten Charakter passen würde. Da Darren aber seither herzlich schlecht gelaunt war, interpretierte ich die Haare eher als ein Zeichen der Rebellion. Das würde passen... Obschon wir beide noch jung waren, zeigte sich an seinem Gesicht bereits Bartwuchs und auch die Gesichtszüge waren kantiger als diejenigen der jüngeren Schüler. Seine Augenfarbe konnte ich ich im schlechten Licht erkennen, doch ich vermutete etwas zwischen braunen und grünen Augen, war mir jedoch unschlüssig. Das Gesicht als Ganzes schien Darrens Autorität seiner Clique gegenüber nur zu unterstreichen, denn es wirkt zwar nicht gänzlich unfreundlich, aber durchaus respekteinflößend. Das musste er wohl von seinem Vater haben. Ich starrte nicht zu lange, damit es nicht komisch wurde und meinte sachlich, aber nicht unfreundlich: "Das naheliegendste wäre, wenn jemand von Hogwarts selbst die magische Barriere geöffnet hat.", ich strich mir durch die feuchten Haare, "Wenn dies aber der Fall sein sollte, dann mache ich mir ernsthafte Sorgen um Hogwarts. Ausserdem frage ich mich, wer imstande wäre, den komplexen Schutzzauber dieser Schule zu umgehen..." Nun schaute ich wieder von Darren weg und fokussierte mich auf den Gang und überlegte. Mir fielen noch zwei andere Szenarien ein, die mir aber ebenso wenig gefielen. "Die zweite Option, die ich mir vorstellen kann...", setzte ich zögerlich an, "ist, dass der Dementor..." Ich brach inmitten des Satzes ab, da uns eine Schülerin entgegen lief, die ich zwar nicht sonderlich kannte, doch von der ich nicht wollte, dass sie mich mit Darren in Verbindung brachte, weshalb ich das Gespräch kurz unterbrach, bis sie an uns vorbeigelaufen war. Ich seufzte kurz: "Also. Was ich sagen wollte, ist, dass es auch sein könnte, dass der Dementor wohlmöglich keiner ist...", ich murmelte bisschen, "Vielleicht war es auch ein Mensch. Keine Ahnung, wie so etwas möglich ist. Doch wenn ein Mensch imstande ist sich in einen Dementor zu verwandeln, dann würde es mich nicht wundern, wenn es eine ganze Gruppe von solchen Leuten geben würde. Die Dame war mir auf jeden Fall unheimlich...", meinte ich nun ganz leise und schaute stumm und besorgt zu Darren. Ich blickte gleich wieder weg und fuhr fort: "Würde sich auch noch die Frage stellen, ob diese Person dann jemand von Hogwarts ist oder nicht. Fakt ist, dass etwas nicht stimmt." Wir näherten uns dem Gryffendorsektor, ohne dass es Darren zu merken schien, doch mich störte das nicht. Wie schon halbwegs gesagt: Nach so einem Tag war Begleitung gar nicht mal so schlecht, auch wenn sie aus Darren Madison bestand, welcher mir ansonsten ziemlich auf den Keks gehen würde. "Was denkst du darüber?", fragte ich zögerlich und schaute wieder zu Darren. Mist! Ich schaute viel zu oft zu ihm, dabei wollte ich ihn ignorieren. Wahrscheinlich tat ich das einfach, weil ich es für unhöflich empfand sein Gegenüber nicht anzuschauen, wenn man mit diesem sprach. Also schaute ich wieder weg. Plötzlich standen wir mitten im Gryffendorsektor vor meinem Zimmer und kamen vor der Holztüre zu stehen. Darren schien nicht bemerkt zu haben, dass ich ihn stillschweigend in den Gryffendorsektor laufen lassen hatte und würde sich nun bestimmt grausam aufregen und sich fragen, was er hier suchte. Bei diesem Gedanken konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Das war eine viel zu liebe Rache für das, was er Ben angetan hatte heute, aber für den Anfang war es ganz okay.
Ich drehte mich vor der Türe zu ihm um und spritzte ihm wieder Wasser von meinen Haaren ins Gesicht, was ich dieses Mal bemerkte: "Oh, entschuldige.", meinte ich und fügte an: "Jetzt kannst du Liam immerhin mit gutem Gewissen sagen, dass du schwimmen warst..." Ich kratzte mich grinsend am Kopf und verdrehte dann die Augen: "Und wenn es dich zu einem besseren Menschen macht, kannst du ihm auch gerne sagen, dass du mich erwürgt hast, während ich im Whirlpool sass." In meinen Worten schwang beiderlei mit: Einerseits den Witz, den ich machte und welchen Darren nicht zu ernst nehmen sollte und andererseits auch eine Kritik an ihm und seinem Freundeskreis. Ich zuckte mit den Schultern und meinte dann leise: "In dem Fall gute Nacht."

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Alexander

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Re: Vergangenheitsplay » 12

von Alexander am 31.10.2018 15:24

Zu meiner Überraschung blieb es im Bad ruhig und weder Liam noch Darren erschienen, was mich nicht sonderlich störte. Ich musste den ganzen Tag mal verarbeiten, denn was an Erlebnissen und kranker Information heute zu mir gekommen war, war schon heftig gewesen. Während das warme Wasser meinen Körper dazu brachte Stück für Stück zu entspannen und meine verspannten Muskeln lockerte, blickte ich stillschweigend zur Decke und dachte an Oliver. Es war schon ziemlich beängstigend, dass eine Person, die man gekannt hatte, plötzlich tot war. Ich hatte dies zwar auch schon bei meiner Mum erlebt, doch Dad hatte das Alles so gut überbrückt und uns so gut umsorgt, dass mir ihr Verlust in meinen jüngeren Jahren komischerweise nicht so nahe ging wie er es beispielsweise bei meinen Geschwistern Andy und Cate tat. Ich dachte nochmals über die Bitte meines Vaters nach und atmete schwer den Dampf des Raumes ein, als ich merkte, wie ich immer noch kein Begeisterter seiner Idee war. Warum sollte ich mich mit Darren anfreunden? Als ich meinen inneren Gedankengang hörte, war ich dann aber doch bisschen enttäuscht von mir selbst, als ich merkte, dass ich in Darren nur Schlechtes sah. Es war mir schon oft passiert, dass sich mein Menschenbild bei einer Person allzu sehr auf eine Eigenschaft reduziert hatte und da ich eine sehr selbstreflektierende Person war, versuchte ich die dies hin und wieder zu korrigieren. Es konnte doch nicht sein, dass Darren nur schlecht war... oder? Ich dachte nach. "Er kann gut... zaubern...", meinte ich diplomatisch zu mir selbst, wobei mir gleich die Situationen mit Timothy und Ben einfielen und ich am liebsten gekotzt hätte und das Kompliment zurücknahm. "Hmm...", ich strich mir mit meiner nassen Hand durch die Haare, so dass Wassertropfen mein Gesicht benetzten, "Er... hat mir das Leben gerettet...", überlegte ich laut, worauf ich aber diese Heldentat automatisch als Gegenleistung dafür sah, dass ich ihn gerettet hatte, als Gordon ihn angegriffen hatte. Mist. Das war richtig schwierig bei Darren. Nicht, dass ich ihn sonderlich gut kannte, aber normalerweise fiel es mir einfacher irgendetwas Positives in Menschen zu sehen. "Er sieht gut aus.", meinte ich wieder sehr distanziert, worauf ich mich fragte, wie Darren eigentlich aussah. Mir war noch nie in den Sinn gekommen ihn genauer zu betrachten, denn der Charakter hätte alle äussere Schönheit zunichte gemacht. Ich schüttelte den Kopf und beliess es dabei und liess mich stattdessen weiter besprudeln, in der Hoffnung, dass ich ungestört blieb.
Ich schloss meine Augen und lehnte mich zurück, die Arme ausgebreitet und auf dem Steinrand abgestützt und die Beine nach innen in das Zentrum des Sprudelbads gestreckt. "Ich sollte das öfters machen", murmelte ich leise, ehe ich kurz einnickte und einen etwas verwirrenden Traum hat.

"Morgen, Kleiner.", meinte jemand und als ich die Augen öffnete, musste ich mit den Augen blinzeln, da die Sonne hell durch das Fenster ins Zimmer schien, in welchem ich lag. Ich schaute um mich und fokussierte mich zuerst gar nicht auf die Stimme, sondern blickte etwas verwirrt um mich und bemerkte, dass ich in einem Bett war, welches mit wunderschönen und weichen Kissen versehen wurde und unter dessen seidenen Decke ich schlief. Ich richtete mich auf und sah Oliver der mich anlächelte und die gleichen Kleider anhatte wie an dem Tag, an welchem er Hogwarts verliess. "Ich muss bald gehen und dachte mir, ich verabschiede mich noch.", meinte er lächelnd und irgendetwas stimmte nicht mit diesem Traum. Bis auf das die Umgebung sich verändert hatte, hatte Oliver exakt denselben Satz gesagt, als er abgereist war. War das sowas wie ein Déjà-Vu? Plötzlich lief Ben ins Zimmer, den es wohl nicht zu stören schien, dass ich oben ohne im Bett lag und meinte nur: "Gute Nachrichten. Dein Vater hat den Fall bezüglich dem Zauberministerium gelöst." Er hatte zwei Gläser Champagner in der Hand und gab sie Oliver und mir und verliess dann den Raum. Was war das denn für ein eigenartiger Traum? Ich nahm das Glas entgegen und sah, wie Oliver auf die Uhr schaute und sich in diesem Moment zu meinem Vater verwandelte und dieser meinte: "Also Jungs, ich muss mal los.", woraufhin mein Bruder Andy plötzlich im Raum stand und meinte: "Alles klar. Bis bald Dad." Ich schaute verwirrt hin und her. Das Ganze schien eine Mixtur verschiedenster Gedanken und Träume zu sein. Ehe mein Vater ging, kam er zu mir ans Bett und verwandelte sich plötzlich wieder in Oliver der mich an der Wange berührte und lächelte: "Bis bald.". Ich merkte, wie er mir näher kam und zum Kuss ansetzen wollte, als ich plötzlich hinter ihm eine schwarze Gestalt bemerkte. Ich konnte keinen Mucks sagen und sah zu, wie Oli in der nächsten Sekunde plötzlich verschwand und mich auf das Schreien eines Dementors hörte und mich auf dem Hügel befand, auf welchem wir heute gekämpft hatten. Plötzlich kam eine Gestalt aus dem Nebel auf mich zu und ich wollte nach dem Zauberstab greifen, den ich aber nicht dabei hatte und fluchte leise. Aus den Nebelschwaden kam Darren, der Ben mit dem Zauberstab in der Luft hielt und ihn fallen liess: "Verzeih' mir Alex.", meinte dieser nun beschämt, ehe dieselbe schwarze Gestalt wie bei Oli nach ihm greifen wollte und ich nur noch schreien konnte: "DARREN!"

Schwarz. Ende des Films. Ich öffnete langsam die Augen und blinzelte vorsichtig. Was war das denn für ein abgefuckter Traum gewesen? Ich war nicht wirklich paralysiert oder verängstigt, sondern eher bisschen durcheinander von all den Dingen, die mein Hirn zu verarbeiten schien. Als ich dann langsam in die Realität zurückkehrte, zeichnete sich langsam ein Lächeln auf meinem Mund ab: "Es war nur ein Traum...", meinte ich leise zu mir und liess mich entspannt nach hinten fallen, "What the fu-...", begann ich den Satz lachend, als ich den Traum nochmals durch meinen Kopf gehen liess. Ich entspannte mich allmählich wieder und nach guten fünf weiteren Minuten entschied ich mich das Bad zu verlassen, da es bereits 21:45 war und um 22:00 das Bad geschlossen wurde und ich den Hausmeister nur sehr ungern sah. Also schwang ich mich aus dem Pool, ging zurück zur Garderobe und trocknete mich ab, ehe ich mir eine gemütliche Trainerhose und einen warmen Pullover überzog mit dem Gryffendorwappen. Die Haare trocknete ich mit dem Tuch zwar etwas ab, doch ich liess sie bisschen nass, da ich es nicht sonderlich mochte noch um diese Zeit Lärm zu machen, weil ich den Haartrockner verwendete. Ich packte stillschweigend meine Sachen, machte noch einen Blick zurück und verliess dann die Garderobe, wobei ich merkte, wie mir nun langsam die Müdigkeit in einem lautlosen Gähner entwich. Als ich um den Ecken lief, erschrak ich dann so heftig, dass mein Bag auf den Boden purzelte und ich einen Satz zurück machte: "Darren!", meinte ich und rechnete bereits mit einem Hinterhalt, aber dieser schien alles andere als hinterhältig sein zu wollen. Er schien einen Moment realisieren zu müssen, wer ich war, ehe er den Zauberstab senkte und halb erleichtert, halb enttäuscht meinte, dass ich es sei. Ich runzelte ein bisschen die Stirn, hob den Bag hoch und meinte halb schmunzelnd: "Ja, ich bin's. Entschuldige, wenn meine Anwesenheit dich enttäuscht." Ich hielt kurz inne, als ich merkte, wie viel freundlicher ich mit Darren sprach, wenn Ben oder Liam nicht hier waren und schaute kurz nervös zur Seite, ehe ich den Blick wieder auf den Slytherin fixierte und den Kopf schief legte, als ich das Buch in seiner anderen Hand sah und davon ausging, dass er Tagebuch geschrieben hatte: "Verarbeitest wohl auch noch den heutigen Tag, was?" In meiner Stimme klang nun ein etwas wärmerer Ton mit, da ich selbst ja den Dementoren ausgesetzt war und wusste, wie fürchterlich diese Situation gewesen war. Aus purem Mitleid - nicht etwa aus Zuneigung oder Interesse - meinte ich dann wieder etwas distanzierter zum Schwarzhaarigen: "Kommst du auch?" und nickte in die Richtung des Gangs, welcher zu den Schlafräumen führte und verspritzte den Boden etwas mit den Wassertropfen, die von meinen feuchten Haaren runter fielen. Ich setzte mich langsam in Bewegung meinte dann kurz: "Liam und du seid tatsächlich nicht zum Schwimmen gekommen." Meine Stimme klang wieder sehr neutral und ich schaute Darren nicht an, so wie ich es bei Liam getan hatte: "Was hattet ihr vor?", ich schmunzelte und hob die Augenbraue, "Oder was hatte Liam vor?" Nun schaute ich Darren kurz an und blickte gleich wieder weg, während ich die nächste Frage in den Raum stellte: "Und was machst du um diese Uhrzeit noch in diesen einsamen Gängen?"

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 31.10.2018 15:25.

Alexander

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Re: Vergangenheitsplay » 12

von Alexander am 30.10.2018 18:50

Ich erschrak ein bisschen, als Liam plötzlich energisch von Darren am Handgelenk gepackt wurde und Darren mit einem gezwungenen Lächeln meinte, dass er kurz mit ihm unter zwei Augen sprechen müsse. Andy und ich schauten uns nur an und ich meinte etwas verwirrt: "Ehm... okay. Und warum wollten sie nochmals schwimmen gehen?" Mein Bruder schmunzelte und zuckte einfach mit den Schultern und meinte: "Keine Ahnung. Aber an deiner Stelle würde ich dich bisschen schonen. Schliesslich hast du vor ein paar Stunden noch auf einer Trage gelegen." Ich legte den Kopf etwas schief und überlegte, ob es wirklich so eine gute Idee war schwimmen zu gehen. Ich mochte Wasser und eigentlich hatte ich ziemlich Lust kurz vor dem Schlafen gehen noch eine Runde zu schwimmen, damit ich nachher mit diesem frischen und müden Gefühl nach einem Schwimm-Nachmittag ins Bett gehen konnte. Ich entschloss mich den Rat meines Bruders zu beherzigen ohne meinen Plan ganz zu verwerfen: "Okay, du hast recht... ich gehe wahrscheinlich einfach in den Whirlpool... Sofern du und Emily nicht dort seid und..." Mein Bruder verdrehte die Augen und funkelte mich an. Ich wusste, dass da was lief und Andy schien das ziemlich nerven, was es für mich nur noch lustiger machte. "Chill...", meinte ich beschwichtigend und tätschelte meinem Bruder auf die Wange, "Nimm' nicht alles so ernst, Mann." Mittlerweile waren die anderen zwei Turteltauben fertig mit ihrer Sitzung und ich sah, wie Darren in die Richtung der Schlafsäle stampfte. Ich schaute zu Liam rüber, der grinsend, aber etwas verloren dort stand und wunderte mich, was gerade eben vorgefallen war. Ehe ich irgendwie reagieren konnte, drehte sich Darren plötzlich um und ich griff instinktiv in meine Hosentasche, wo sich mein Zauberstab befand. Wenn der sich jetzt mit mir duellieren wollte, würde das eine ziemliche Sauerei geben und wohlmöglich einige Strafarbeiten. Dennoch machte ich mich bereit für das Schlimmste, war dafür umso überraschter als Darren weder seinen Zauberstab zuckte noch sonst irgendeine offensive Geste machte und einfach meinte, dass sie heute nicht schwimmen gehen würden. Ich runzelte nur verwirrt die Stirn. "Ehm okay... Danke, für die... Information?", meinte ich fragend, da es mich einen Mist interessierte, was die zwei heute Abend anstellten - sofern sie mir nicht auf die Nerven gingen. Viel zu bereden gab es nicht mehr mit dem werten Herr Madison, denn ehe ich mich versah, machte er kehrt und verschwand. Liam schaute Darren nach und schaute dann zu mir: "Bis heute Abend.", meinte er, kam auf mich zu, gab mir eine kurze Umarmung und zwinkerte mir zu ehe er Darren nachlief, was mich nur noch verstörter machte. Hatte Darren nicht gerade gesagt, dass sie nicht schwimmen würden? Ich seufzte lautlos. Wahrscheinlich hatte Liam irgendeine Idee, welche Darren so gar nicht gefiel. Und was sollte das Zwinkern?! Und die Umarmung?! Ich legte meine Stirn in Falten: Könnte ja schon fast als Flirt rüberkommen und Typen wie diese zwei konnten mir liebend gern fern bleiben. Mein Bruder stiess mich sanft in die Rippen, als wir den zwei nachblickten und fragte: "Und? Gehst du immer noch heute Abend schwimmen?" Ich schaute meinen Bruder an: "Ja, warum nicht?" Er zuckte mit den Schultern: "Ich will nicht, dass du in Schwierigkeiten gerätst." Ich schüttelte den Kopf und kniff die Augen zusammen, als würde ich auf die zwei zielen: "Mach dir keine Sorgen um mich. Ich werde wahrscheinlich eh erst eine Stunde vor Schwimmbadschliessung gehen, dann hat man meistens seine Ruhe, weil die Kleinen gar nicht mehr dort sein dürfen und die meisten älteren Schüler was anderes zu tun haben." Mein Bruder nickte und hielt inne: "Ist Liam schwul?" Ich schaute ihn unverständig an und konnte nicht anders als zu lachen: "Weil er mir zugezwinkert hat?! Ich denke, das kann man nicht anhand dieses Kriteriums festmachen... aber komisch ist es schon." Mein Bruder musste nun auch lachen und gab mir recht. "Also, ich werde mich dann mal verziehen...", meinte Andy schliesslich und ich schmunzelte: "Mach du das." Mein Bruder verdrehte die Augen und meinte halb lachend, halb ernst: "Zwischen uns läuft nichts!" Ich schaute ihn überlegen grinsend an: "Dann solltet ihr das nächste Mal leiser sein, wenn ihr..." - "Wir haben nicht rumgemacht!", plapperte mein Bruder aus, worauf ich zufrieden schaute: "Ihr habt also rumgemacht, was?" - "Was?! Nein!", verteidigte sich Andy. Nicht, dass ich sie wirklich gehört hätte, aber so zu tun, als wisse man mehr als sein Gegenüber konnte bei Andy das ein oder andere Wunder bewirken. Ich spielte das Spiel noch ein bisschen weiter, einfach weil ich es lustig fand: "Ich hoffe aber, dass ihr verhütet." Mein Bruder weitete die Augen: "Hast du sie noch alle, wir treiben es doch nicht miteinander?!" Ich legte den Kopf schief: "Und warum habe ich ein paar Kondome weniger in meiner Sporttasche?", fragte ich schmunzelnd, worauf mein Bruder nun wirklich rot anlief. Nicht, dass ich meine Kondome zählte oder bemerkt hätte, dass man mir ein paar geklaut hatte. Als ich dann aber das knallrote Gesicht meines Bruders sah, der anscheinend wirklich glaubte, dass ich vom Diebstahl wusste, weiteten sich nun auch meine Augen: "Andy... du hast doch nicht etwa...?!" Ich griff mir in die Haare? Er war noch viel zu jung für sowas! Naja. Er war zwei Jahre jünger, aber trotzdem! Das konnte heftig schief gehen. Ich strich mir übers Gesicht: "Das wollte ich nicht wissen...", meine Stimme wurde etwas ernster, "Aber was fällt dir ein in meiner Tasche zu schnüffeln?!" Mein Bruder zuckte verlegen mit der Schulter: "Ich habe sie ja nur mitgenommen, falls es mal dazu kommen sollte. Wir haben gar nichts miteinander gemacht! Du warst es doch immer, der mir sagte, wie wichtig es sei, immer sowas dabei zu haben für den Fall der Fälle und da es mir peinlich war selbst welche zu kaufen, habe ich mir ein paar von dir geliehen." Meine Reaktion fiel zweierlei aus: Zum einen war ich erleichtert zu wissen, dass Andy nicht ein von Trieben gesteuertes Wesen geworden war, zum Anderen musste ich ihm recht geben: Obschon ich alles andere als ein Flittchen war, hatte ich mir mal eine Packung Kondome gekauft, weil man ja nie wusste. Da dies nun also geklärt war, konnte ich erleichtert aufatmen und lachte: "Oh Gott... Andy... jag' mir nie mehr so einen Schrecken ein..." Mein Bruder schaute etwas beschämt zu Boden und meinte dann: "Aber erzähle es bitte nicht Dad, ja?" Ich lachte: "Keine Sorge, Brüderchen. Ich schweige wie ein Stein." Meinem Bruder entwich ein leichtes Seufzen und ich musste vor Amüsiertheit abermals den Kopf schütteln. Was fiel meinem Bruder ein in meinen Sachen rumzuwühlen. Gut, dass ich seit gut einem Jahr nicht mehr Tagebuch schrieb. Ich hob die Hand zum Abschied und meinte: "Also... man sieht sich." Etwas überrumpelt über den abrupten Schluss des Gespräch, meinte Andy: "Ehm, ja klar." Ich sah es seinem gesicht an, dass er sich immer noch etwas ertappt fühlte, doch morgen würde das wieder vergessen sein. "Man sieht sich!", meinte ich und hob die Hand und lief Richtung Krankenzimmer, wo sich Ben befand und gerade mit der Untersuchung fertig wurde. "Wie war es mit deinem Dad?", fragte mein Freund neugierig und ich erzählte ihm, dass es eigentlich ganz gut gewesen war, aber wie verwirren die Auseinandersetzung zwischen Mr. Madison und ihm war. Wir liefen gemeinsam zu mir aufs Zimmer und liessen uns auf unsere Betten plumpsen, wo wir die kommende Stunde damit verbrachten ein bisschen zu plaudern und Hausaufgaben zu machen. Ich erzählte Ben auch vom Vorhaben meines Dads, verschwieg jedoch, dass er ins Ministerium eingebrochen war. "Und er glaubt, dass die Leute im Ministerium gezielt rausgeschossen werden?" Ich zuckte mit den Schultern: "Naja, es schien schon auffällig, dass diverse Leute, die Jahre dort gearbeitet haben, plötzlich aus irgendwelchen Gründen rausgeworfen wurden." Ich lag auf meinem Bauch und las irgendein Kapitel über Einhörner und versuchte mir die Namen der verschieden Hornarten zu merken: "Hast du zudem von Oliver Sullivan gehört?", meinte ich vorsichtig, da das Thema emotional behaftet war. Zumindest bei mir. Ben schüttelte den Kopf, worauf ich mich etwas verrenkte und in meiner Hosentasche nach dem Zeitungsartikel suchte. "Hää...", meinte ich und versuchte es in der anderen Hosentasche und musste feststellen, dass der Zeitungsartikel, den ich mit einem Zauber verkleinert hatte, nicht mehr dort war. Wo konnte der nur sein? Ich überlegte scharf und dachte innert Sekunden an eine Person: Liam. Er hatte gesehen, wie ich Zeitung lesend in ihn reingelaufen war und hatte mich umarmt. Oder war das ein unberechtigter Vorwurf? Naja. War auch egal. Erzählen konnte ich es Ben auch so und das tat ich dann auch. Ben wusste, dass wir uns näher gestanden hatte, dass er mein Vorbild gewesen war, aber nicht, dass wir uns geküsst hatten. Das hatte ich ihm bewusst verschwiegen. "Eigenartig.", war das einzige, was Ben rausbrachte und so unbefriedigend das auch klang: Besser zusammenfassen hätte man es nicht können: Eigenartig. Die ganze Situation war eigenartig.

Die Stunden verstrichen, ich lernte Einhorn-Arten auswendig für eine Prüfung und als es allmählich später wurde, meinte ich zu Ben, der mittlerweile auf Youtube rumsurfte: "Ich geh' noch in den Whirlpool. Willst du mitkommen?" Ben drehte sich auf den Rücken und überlegte: "Hmm... nee, ich denke, ich gehe in mein Zimmer und werde noch ein paar Sachen für die Schule machen." Ich nickte und machte mich daran, meine Badehose zu suchen und packte Badetuch und Badehose in einen Bag, den ich über meine Schulter schwang. "In dem Fall bis später oder morgen...", meinte ich und hob die Hand zum Abschied, was Ben lautlos erwiderte, ehe er sich irgendwelchen Comedy-Youtubern widmete. Nach ungefähr zehn Minuten - Das Bad war etwas in einer entlegenen Ecke des Schlosses, betrat ich vorsichtig die Umkleide und stellte mit Angst und Erleichterung fest, dass ich tatsächlich der Einzige war, der um diese Zeit den Whirlpool besuchen wollte. Ich atmete auf und merkte mit Erleichterung, dass Darren und Liam gar nicht wusste, dass ich in den Whirlpool wollte, sondern mir beim Schwimmbad auflauern würde, das sich aber ein bisschen woanders befand. Ich zog mich schnell um und lief in die Dusche, wo ich kurz um die Ecke schaute und niemanden sah. Gut. Irgendwie war ich schon ein bisschen nervös gewesen bezüglich der Aktion von Liam diesen Nachmittag, doch anscheinend schien Darren recht gehabt zu haben und sie kamen wirklich nicht. Ich stand kurz unter die Dusche und betrat dann den Wellness-Bereich, in welchem sich auch der Whirlpool befand. Es gab drei Whirlpools, die je aus einem Steinkrater bestanden und welche von einer natürlichen warmen Quelle unter Hogwarts betrieben wurden. Ich suchte mir einen Krater aus und setzte mich langsam ins warme Nass, ehe ich meinen Kopf nach hinten legte und mich vom Wasser besprudeln liess. Als ich zur Uhr blickte, war es bereits 21:15 Uhr. Die Wahrscheinlichkeit, dass also noch jemand kam, war ziemlich klein. Ich entspannte mich allmählich und bald gerieten die Sorgen des heutigen Tagen in Vergessenheit.

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 30.10.2018 18:51.
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