Korridor

Erste Seite  |  «  |  1  ...  4  |  5  |  6  |  7  |  »  |  Letzte [ Nach unten  |  Zum letzten Beitrag  |  Thema abonnieren  |  Neueste Beiträge zuerst ]


Dante
Gelöschter Benutzer

Re: Korridor

von Dante am 23.11.2017 20:23

Das, was in gestern passiert war, konnte ich immer noch nicht richtig glauben. Ich hatte mich meiner besten Freundin genähert und sie geküsst.
Schon länger schwirrte der Wunsch in meinem Kopf herum und gestern hatte ich mich endlich trauen können. Zu meiner Überraschung hatte sie den Kuss sogar erwidert, damit hatte ich im Leben nie gerechnet.
In meinem Kopf hatte ich mir immer nur das schlechteste Szenario ausmalen können: Sie weist mich ab und unsere Freundschaft wäre zerstört.
Aber gestern schien der Moment doch einfach passend zu sein, auszuprobieren, was das Ganze zwischen uns nun auf sich hatte. Deswegen war ich so überrascht gewesen, dass sie mich nicht hatte abblitzen lassen.
Unsicher war ich trotzdem, da ich in diesem Bereich gar keine Erfahrungen hatte sammeln können. Bisher hatte sich einfach niemand für mich interessiert und ich wollte niemanden so nahe an mich heran lassen.
Distanz war einfach genau das, was ich immer brauchte. Ich konnte und wollte niemanden an mich heran lassen.
Wie versprochen machte ich mich nach dem Unterricht auf den Weg um Athena zu suchen.
Die Nacht über konnte ich kaum schlafen. Immer wieder wiederholte ich die Szene von gestern in meinem Kopf und jedes Mal konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen.
Es hatte sich fantastisch angefühlt, aber dennoch hatte es einige Fragen aufgeworfen. Und die wollte ich jetzt versuchen zu klären.
Direkt nach dem Unterricht wollte ich Athena abfangen, ich hoffte, dass sie noch da war. Deswegen wartete ich einfach im Korridor auf sie.

Antworten

Athena
Gelöschter Benutzer

Re: Korridor

von Athena am 24.11.2017 07:59

Meine disziplinierte Art sorgte dafür, dass ich mich den gesamten Tag mit dem Unterrichtsstoff beschäftigte. Immer wenn meine Gedanken zu Dante schenkten riss ich mich wieder zusammen und konzentrierte mich auf die Worte des Lehrers. Dennoch zerrte es an meinen Nerven, dass mein Kopf sich mit etwas ganz anderem beschäftigen wollte als mit dem Wichtigsten im Moment. Ich war schon einmal verliebt gewesen und da hatte ich es genauso gemacht. Meine Noten durften bezüglich der Liebe nicht leiden, denn während Gefühle verschwinden oder gar täuschen konnten, waren meine Zensuren und mein Abschluss nächstes Jahr alles was mir fest blieben. Also brachte ich mich dazu mich nicht ablenken zu lassen, auch wenn es mir wirklich schwer fiel.
Zaubertränke war das letzte Fach, welches ich für den Tag hatte. Während ich sonst immer traurig war, wenn die Stunde vorbei war, breitete sich heute eine Erleichterung in mir aus, sobald Professor Slughorn die Schulstunde für beendet hielt. Ich erwischte mich dabei wie ich mein Buch und das Pergament samt Federkiel fast genauso schnell in meine Schultasche packte wie sämtliche andere Schüler, die sich mit Sicherheit genauso sehr auf den Schulschluss freuten wie ich mich gerade. Naja, vielleicht nur fast so sehr.
"Ich hab noch was vor, wir sehen uns später im Gemeinschaftsraum", verabschiedete ich mich von meinen Freundinnen, hängte mir meine Tasche über die Schulter und war auch schon aus dem Klassenraum. Hinter mir hörte ich die beiden noch murmeln, doch das interessierte mich schon nicht mehr.
Als ich auf den Korridor trat traf mein Blick den von Dante und sofort breitete sich ein strahlendes Lächeln auf meinen Lippen aus. Die anderen Schüler meines Jahrgangs verließen den Korridor und verzogen sich in verschiedene Richtungen, während ich auf Dante zuging. Wenig später war der Gang auch schon leer und wir standen nur noch zu zweit hier.
"Hi!", begrüßte ich meinen besten Freund. Irgendwie war es inzwischen merkwürdig ihn so zu nennen, denn war er nicht schon viel mehr? Aber vielleicht würden wir uns bald Klarheit verschaffen, das hoffte ich zumindest. Inzwischen war ich vor ihm stehen geblieben und sah zu ihm auf.
"Fühlst du dich jetzt wirklich schon bereit?", fragte ich vorsichtig nach. Immerhin hatte er sonst viel länger gebraucht und gestern war deutlich mehr passiert als bei anderen Malen. Ich war glücklich, dass er hier war, dennoch machte ich mir immer noch Sorgen um ihn. Dass es ihm doch zu viel werden würde.

Antworten

Dante
Gelöschter Benutzer

Re: Korridor

von Dante am 24.11.2017 08:33

Ich wadmete mich innerlich auf die Schar Schüler, die nun gleich aus dem Klassenzimmer kommen würde. Ich hasste Menschenmengen und dennoch musste ich mich jeden Tag mit ihnen auseinander setzen. Jeden Tag musste ich selber in einem Klassenzimmer hocken und einen ganzen Haufen Schüler und Lehrer aushalten.
Am liebsten saß ich ganz hinten. Problem war, dass in manchen Klassenräumen alle hinten sitzen wollten. Manche Unterrichtseinheiten waren langweilig ohne Ende und wenn man hinten saß, konnte man von anderen verdeckt werden und somit etwas mehr Freiraum genießen und zum Beispiel ein Nickerchen machen.
Aber mittlerweile hatte ich es halbwegs drauf, mir immer einen Platz zu sichen, an dem ich gerne mal alleine war. Zumindest fast alleine.
Und so verschrenkte ich nun die Arme vor meiner Brust und lehnte mich gegen die Wand als die ersten Schüler aus dem Klassenzimmer hinaus stürmten. Alle schienen es eilig zu haben, endlich den Tag zu beenden.
Für mich war er schon lange beendet. Kräuterkunde hatte ich mal wieder geschwänzt. In diesem Fah würde ich allein durch meine häufige Abwesenheit alleine schon durchfallen.
Ich seufzte leise als ich Athena auf mich zukommen sah. In mir regte sich so viel und ich konnte es nicht richtig zuordnen. Diese Ungewissheit hatte ich schon länger in mir und ich wollte es eigentlich nicht.
Ich wollt wissen, was zwischen uns nun war. Doch fiel es mir selbst bei meiner besten Freundin schwer, den Anfang zu machen.
Ich lächelte, als ich ihr Strahlen erkannte. Sie schien sich richtig zu freuen, mich zu sehen. Dieses Gefühl ruhte nicht nur auf ihre Seite. Auch ich freute mich. Auch wenn ich es nicht so offenkundig gerade zeigen konnte wie sie es tat.
Zufrieden beobachtete ich, wie der Korridor sich langsam leerte und wir nun alleine hier waren. "Hey.", begrüßte ich sie nun und lockerte meine Körperhaltung. Allerdings wusste ich nicht, wohin mit meinen Händen.
"Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.", meinte ich offen und ehrlich. "Aber ich werde es probieren. Wollen wir hier reden?", fragte ich nach. Ich hoffte, dass mir das Ganze gleich nicht zu viel werden würde. Vor solchen Gesprächen graute es mir immer aber gestern hatte ich den Schritt gewagt und nun würde ich mich dem nächsten stellen müssen.
Wenn ich jetzt einen Rückziehere machen würde, würde ich alles zerstören können.

Antworten

Athena
Gelöschter Benutzer

Re: Korridor

von Athena am 24.11.2017 14:27

Jetzt, da ich die Disziplin fallen ließ, schwirrten meine Gedanken wieder wirr in meinem Kopf herum. Doch vielleicht würde ich gleich zu mehr Klarheit kommen, sobald wir geredet hatten, zumindest falls wir das konnten. Innerlich war ich noch immer ein wenig besorgt um ihn, weshalb ich weiterhin aufmerksam sein würde und beim ersten Anzeichen, dass es ihm nicht gut bei der Sache ging, das Gespräch stoppen. Zwar wollte ich so schnell wie möglich wissen wo wir standen, doch bei ihm nahm ich gerne die Geschwindigkeit raus, denn das war ich bei ihm ja bereits gewöhnt und wir hatten im Prinzip auch alle Zeit der Welt. Manchmal musste ich mich wirklich zügeln, damit ich nicht durch mein komplettes Leben rannte, sondern auch das eine oder andere Mal anhielt. Darum harmonisierten Dante und ich auch so gut, denn er war mein Ruhepol, der dafür sorgte, dass ich stehen blieb oder allgemein manche Dinge ruhiger und gelassener anging als ich es so tun würde.
"Dann sollten wir einfach sehen wo uns das hinführt und du kannst mir jeder Zeit ein Zeichen geben, wenn es dir zu viel wird", beschloss ich kurz darauf. Sein Lächeln sorgte dafür, dass mir ganz warm ums Herz wurde. Mehr hatte ich auch nicht erwartet, ein Ausbund von Fröhlichkeit war er noch nie gewesen, also warum sollte sich das jetzt auch ändern? "Da es hier ruhig ist können wir hier gerne bleiben. Es sei denn du willst woandershin?", wie immer ließ ich ihm alles offen. Nicht nur um ihm entgegen zu kommen, sondern auch, weil ich weniger Probleme mit dem folgenden Gespräch hatte. Selbstverständlich hätte ich auch so nicht die volle Bibliothek oder die große Halle gewählt, denn dort konnten wir uns nicht ungestört unterhalten, jedoch an welchem stillen Ort wir reden würden war mir weniger wichtig. Hauptsache wir waren unter uns und konnten über gestern reden. Ich wusste auch noch nicht ganz was ich mir von diesem Gespräch überhaupt versprach. Vielleicht sollte ich mich darauf einfach einlassen und sehen was passierte, auch wenn das nie meine Lieblingsstrategie war.

Antworten

Dante
Gelöschter Benutzer

Re: Korridor

von Dante am 24.11.2017 18:12

So ein Gespräch zu planen war die eine Sache. So ein Gespräch dann auch durchzuführen war eine andere. Ich konnte mich gut vorbereiten, aber es würde ganz anders ablaufen als man es sich vorgestellt hatte.
So war es auch gestern geschehen und es hatte mich aus der Bahn geworfen. Was das Ganze heute mit mir anruchten würde, konnte ich nich gar nicht sagen.
Ich nickte auf ihren Vorschlag hin. Sie war immer wo gütig zu mir. Sie bremste sich immer, wenn es mir zu schnell ging und wir konnten dann in dem Tempo weiter machen, welches mir am Besten zusagte.
Sie richtete sich so oft einfach nach mir und ich kam mir oft deswegen einfach schlecht vor. Nur weil ich unfähig war, es anders handzuhaben. Es so handzuhaben, wie normale Menschen es tun würden.
In der Nacht war ich immer wieder soweit gekommen, dass sie mich deswegen doch gar nicht wollte. Ich redete es mir immer selber ein. Aber was genau gerade in dieser Sache in ihrem Kopf vorging, konnte ich nicht sagen. "Nein, wir bleiben am besten hier.", meinte ich und schaute mich noch einmal um. Weit und breit ar hier niemand zu erkennen. Das war gut.
Ich musste mich nun selber überwinden bei dem, was nun kommen mochte. Ich wude nervös, denn so ein Gespräch hatte ich noch nie geführt.
Etwas unsicher nahm ich Athenas Hand in die meine. Ich schaute die Ganze Zeit über die Hand an, während ich mir überlegte, was ich nun sagen konnte.
Verdammt, ich sollte mich endlich überwinden und es hinter mir bringen können! Ich schluckte einmal. "Hör mal....", begang ich. Ich musste jetzt einfach reden und Athena wusste, dass sie mich einfach reden lassen würde. Ich müsste über meinen eigenen Schatten springen müssen. Doch wie genau und wie weit ich gehen konnte, wusste ich immer noch nicht. In meinem Kopf war ich schon in einem ganz anderem Szenario. "Ich weiß nicht wie ich das erklären soll....Seit dem Vorfall habe ich mich so intensiv um dich gekümmert dass da irgendetwas in mir passiert ist. Das gestern hat sich einfach....gut angefühlt. Ich würde es ....ich kann gar nicht beschreiben, was genau in mir vorgeht. In mir ist das Bedürfnis...dich einfach nicht nur als meine beste Freundin zu bezeichnen. Ich möchte mehr..." Noch immer schaftte ich es nicht, ihr ins Gesicht zu schauen. Wenn ich das tun wprde, würde ich mich zurück ziehen müssen.
In mir stieg Panick hoch denn ich konnte einfach nicht einschätzen, wie sie auf all das reagieren würde. Innerlich rechnete ich mit einer Abfuhr.

Antworten

Athena
Gelöschter Benutzer

Re: Korridor

von Athena am 25.11.2017 11:06

Oft sagte man ja, dass man in einer Freundschaft nicht zurück stecken sollte. Beide Parteien sollten alles an dem anderen akzeptieren. Doch ich hatte mich mittlerweile schon so sehr daran gewöhnt meine eigene Geschwindigkeit abzubremsen, wenn ich in seiner Gegenwart war, dass es für mich inzwischen eine solche Normalität war, die ich nicht mehr ändern wollte. Klar, manchmal fiel es mir schwerer nicht direkt auf ihn zugestürmt zu kommen und ihn in eine solche Umarmung zu ziehen, dass ihm fast die Luft wegbleiben würde, doch irgendwie schaffte ich es doch immer.
Zwar kannte ich sämtliche seiner Reaktionen auf etwas Neues, meistens lief er einfach davor weg, doch ihn jetzt so nervös zu sehen machte mich auf eine Art und Weise traurig. Dennoch blieb ich ruhig stehen und ließ ihn machen. Als er meine Hand nahm drückte ich seine für einen kurzen Moment. Ich war hier und würde erst gehen, wenn er nicht mehr konnte. Dadurch wollte ich ihm Mut geben für das was er mir sagen wollte. Ich selbst war ebenfalls aufgeregt, jedoch noch auf eine sehr positive Weise. Am liebsten hätte ich ihn unterbrochen und ihm gesagt, dass er sich nicht zwingen musste mir zu sagen was er wollte. Doch ich hielt den Mund und wartete geduldig ab. Er war dabei sich mir etwas mehr zu öffnen und das wollte ich nicht zerstören.
Einerseits traute ich meinen Ohren nicht, aber andererseits hatte ich mir genau diese Worte von ihm gewünscht. Denn es ging mir nicht anders und diese Bestätigung zu wissen war alles was ich wollte. In seiner Hand drehte ich meine so, dass ich meine Finger mit seinen verschränken konnte, ehe ich nun meine Stimme wieder fand.
"Weißt du, ich hab mir gewünscht, dass du das sagen würdest", fing ich langsam an und machte eine kurze Pause. "Denn ich fühle ebenso. Das gestern abend war wirklich schön und es wäre toll, wenn wir das wiederholen könnten", fügte ich leise hinzu. "Aber das heißt nicht, dass ich jetzt viel mehr von dir erwarte, behalte das immer im Hinterkopf. Ich werde mich weiter an dich anpassen, du musst mir nichts beweisen. Niemals", damit wollte ich nur, dass er wusste, dass es mir nur wichtig war, dass wir vielleicht etwas mehr Zeit verbrachten und er mich möglicherweise auch zwischendurch etwas mehr an sich ranlassen würde. Ja, ich hatte schon in einigen Gebieten Erfahrung, doch das war hier vollkommen egal.

Antworten

Dante
Gelöschter Benutzer

Re: Korridor

von Dante am 25.11.2017 12:47

Ich konnte einfch nur weiterhin ihre Hand in meine beobachen, die sie nun so drehte, dass wir sie ohne Probleme ineinander verschrenken konnten.
Es fühlte sich gut an, so neu und dennoch vertraut. In den letzten Tagen hatte ich mir das eine oder andere Mal ausgemalt, wie es wäre, wenn ich einfach nur ihre Hand halten würde, aber jetzt war es Realität. Das Ganze konnte doch kein Traum sein!
Meine andere Hand legte ich an ihre Hüfte, sanft zog ich sie noch näher zu mir während ich zuhörte, was sie mir zu sagen hatte. Irgendwie musste ich mich festhalten, denn ich konnte kaum glauben, was sie nun sagte.
Endlich, nachdem sie geendet hatte, konnte ich ihr wieder ins Gesicht schauen. Ich konnte nichts anderes als Ehrlichkeit darin erkennen. Zufrieden und erleichtert lächelte ich sie an.
Meine Güte, das Zwichenmenschliche war doch wesentlich einfacher als ich gedacht hatte. Das Ganze fühlte sich alles so leicht an.
Ich wusste aber, dass es nur bei Athena so sein würde. Bei anderen würde ich wie immer meine Probleme haben. Warum das so war, war doch recht einfach zu erklären.
Sie kannte mich am besten und wusste am besten, wie sie mit mir umzugehen hatte. "Keine Sorge, ich will dir nichts beweisen." , versicherte ich ihr. Bisher hatte ich nach meinem Gefühl gehandelt und jetzt wollte ich nicht anderes tun.
Ich beugte mich zu ihr herunter und zog sie in einen Kuss. Dieses prickelnde, leichte Gefühl trat in mir wieder hervor. Ich konnte und wollte dagegen jetzt nichts unternehmen. Ich wollte den Moment einfch nur genießen.

Antworten

Athena
Gelöschter Benutzer

Re: Korridor

von Athena am 25.11.2017 17:51

Gerade fühlte sich alles wie ein Traum an, dennoch war mir irgendwoher bewusst, dass alles hier real war. Als er mich zu sich zog trat ich die kleinen Schritte auf ihn zu und wieder genoss ich die aufkommende Nähe, die mein Herz ein wenig aus dem gewöhnlichen Rhythmus brachte. Es tat gut zu wissen, dass er nur so weit ging wie er von sich aus wollte, denn so kannte ich ihn und ich wollte ihn auch gar nicht ändern.
Den Kuss erwiderte ich sanft und beinahe hatte ich schon das Gefühl, dass sich das hier zur Normalität entwickeln könnte. Egal wie man es drehte und wendete, es fühlte sich nicht nur gut, sondern auch sehr richtig an. Als gehörten seine Lippen auf meine. Ich sah ihn weiter mit ganz anderen Augen als bisher. Früher war er einfach meine Unterstützung gewesen, wenn ich ihn brauchte, dann war er sofort da. Doch jetzt war er so viel mehr für mich. Inzwischen hatte ich schon ganz vergessen, dass wir uns noch immer im Kerker befanden. Zwar hatte ich nie hier unten Angst gehabt, doch mein Lieblingsort war er nie gewesen, weshalb ich von Anfang an froh war, dass ich nicht in Slytherin gelandet war. Dennoch konnte ich das mit Dante in meiner Nähe gänzlich vergessen. Es war nicht mehr wichtig wo wir uns befanden, sondern nur noch, dass er mir nicht von der Seite wich. Ich genoss das kribbelnde Gefühl in meinem ganzen Körper, der nur die Folge des wundervollen Kusses war, aus dem wir uns beide wohl gerade nicht lösen wollten.
Dennoch mussten wir nach ein paar Sekunden wieder Luft holen, weshalb ich mich sanft löste, mich jedoch ansonsten nicht rührte. Meine freie Hand hatte sich wieder, wie von selbst, auf seine Schulter gelegt und ich merkte erst jetzt, dass ich ihn somit noch etwas näher zu mir gezogen hatte. Jetzt war ich diejenige, die ihre Stirn gegen seine lehnte und gleichzeitig schenkte ich ihm ein Lächeln, welches er vermutlich durch die kurze Distanz nicht ganz deutlich sehen konnte.

Antworten

Dante
Gelöschter Benutzer

Re: Korridor

von Dante am 26.11.2017 21:38

Mehr und mehr wurde diese Nähe zwischen uns zur Normalität. Ich musste gar nicht mehr darüber nachdenken, wie ich diese Nähe zulassen konnte. Es passierte einfach und ich war mehr als froh darüber.
Ganz langsam lernte ich zwischenmenschliche Aktionen. Es war etwas befremdlich für mich, aber ich wusste, dass ich früher oder später lernen musste, damit umzugehen. Ich konnte nicht mein ganzes Leben so unfähig durch die Gegend laufen. Irgendwann würde ich dann doch die Schule abschließen müssen und einen Beruf lernen. Und da konnte ich nicht mal eben so einfach fliehen, wie es mir passte.
Schließlich musste ich auch von etwas leben und meinen Eltern auf der Tasche liegen wollte ich auch nicht. Ich wollte schon jetzt von ihnen unabhängig sein aber das war doch gar nicht leicht.
Und mit Athena an meiner Seite konnte doch nichts schief laufen. So oft kam ich mir einfach unfähig vor, in so vielen Bereichen. Und dennoch ging sie mit mir so um, als wäre alles vollkommen normal. Bei ihr konnte ich mich Stück für Stück weiter entwickeln und so viele Dinge noch lernen.
Nach einer kleinen Weile lösten wir uns aus den Kuss und dieses Mal war sie es, die ihren Kopf gegen den meinen lehnte.
Beide Arme legte ich um sie, auch wenn ich ihre Hand dafür loslassen musste. Ich wollte sie ganz nahe bei mir spüren.
Ich seufzte einmal leise, es geschah eher aus Erleichterung. Ich war erleichtert darüber, dass ich doch dieses Thema angesprochen hatte und ich war sehr froh, dass ich etwas positives zu hören bekam.

Antworten

Athena
Gelöschter Benutzer

Re: Korridor

von Athena am 04.12.2017 07:10

Gestern Abend noch hatte ich mir Gedanken darüber gemacht ob das zwischen Dante und mir richtig war. Er hatte doch seine Probleme mit Zwischenmenschlichkeit und ich wusste von jeder seiner Grenzen. Doch jetzt war ich mir sicher, dass es gut und richtig war. Er schien sich tatsächlich bei mir wohl zu fühlen, obwohl wir uns näher waren denn je. Der Abstand zwischen uns hatte mich nie wirklich gestört. Er war einfach da gewesen und ich hatte gelernt damit zu leben, denn sonst hätte ich diese besondere Freundschaft nicht aufbauen können. Zuvor hätte ich nie gedacht, dass wir tatsächlich mal in einem Gang stehen und rumknutschen würden, so wie es viele andere auch taten. Erst jetzt fiel mir auf, dass ich tief in mir drinnen dennoch immer diese Nähe zwischen uns vermisst hatte. Nicht diese, dass wir uns küssten, sondern, dass ich einfach in seinen Armen liegen konnte so lange ich wollte, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen, dass ich ihn zu lange belagerte. Denn jetzt hatte ich mein Zeitgefühl verloren. Es war nicht weiter wichtig wie spät es war. Ich vergaß, dass ich noch Hausaufgaben aufhatte, denn die konnte ich auch noch an einem anderen Tag nachholen. Gerade war es nur wichtig, dass ich an Dante geschmiegt war und feststand, dass ich so schnell nicht mehr aus seinen Armen wollte. Eines hatte sich so gar nicht geändert: Wir konnten uns noch immer anschweigen, ohne dass es unangenehm war. Es war sogar sehr angenehm, sodass es sich wie eine Ewigkeit anfühlte bis ich wieder etwas sagte.
"Du weißt gar nicht wie froh ich bin, dass du das angesprochen hast und es dich gestern getraut hast mich zu küssen", gab ich leise zu und schenkte ihm dabei eins meiner sanften Lächeln. Ich hätte mich das niemals getraut, einfach aus Angst, dass ich ihm zu nahe gekommen wäre.

Antworten
Erste Seite  |  «  |  1  ...  4  |  5  |  6  |  7  |  »  |  Letzte

« zurück zum Forum