Korridor
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Jonathan
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Re: Korridor
from Jonathan on 10/13/2017 07:49 PMDie Zeit nach den Ferien war eine Mischung aus deprimierend, langweilig und seltsam. In letzter Zeit klappte absolut garnichts, ich konnte ab und zu viel zu schlecht schlafen und mein Glück bei den Frauen hatte ich wohl gemeinsam mit meiner Motivation irgendwo verloren. So demotiviert wie ich war schlurfte ich durch die Gänge, war gerade noch so nett genug um anderen auszuweichen und bekannte Gesichter halbwegs freundlich zu grüßen. Von Feline und Charlie hatte ich in den letzten Tagen ziemlich wenig gesehen, was meine Stimmung nicht gerade besserte. Bei Charlie war es normal, schließlich hatte er alle Hände voll zu tun weil seine Freundin Theater machte aber bei Feline war es nicht so egal. Normalerweise sah ich sie jeden Tag, doch diesmal fast die ganze Woche nicht.
Seufzend bog ich um die Ecke, wo mir ein paar Schüler aus der Richtung entgegenkamen in der sich der Raum befand in dem die Zaubertränke zusammengemischt wurden. Ich achtete nicht weiter darauf wer oder was mir entgegenkam, bis mir etwas sehr auffälliges entgegenschwankte. Eine ziemlich kleine Person, die durch das Gewicht der Bücher die sie trug noch zusätzlich niedergedrückt wurde und versuchte den Stapel nicht fallenzulassen während sie anderen Schülern auswich. Ich blieb stehen und beobachtete sie eine Weile. Ohne Zweifel handelte es sich hierbei um Feline, was ich nicht nur an den Schuhen sondern auch an den hin und wieder zur Seite schwingenden roten Haaren erkannte. Als sie beinahe den Stapel fallen ließ griff ich dann doch ein und nahm ihr geschickt die Hälfte der Bücher auf einmal ab. "Na was haben wir den da? Ein seltenes Exemplar des Felinitus Buchius, der sich bereit macht für die Paarungszeit?", scherzte ich während ich die Bücher locker auf meinen Armen balancierte und grinste dabei, so als wäre meine schlechte Laune mit einem Mal verflogen. Zugegeben, sie hatte sich gebessert aber so schnell ging das bei mir nunmal nicht.
Feline
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Re: Korridor
from Feline on 10/13/2017 10:54 PMIch merkte nur wie sich der Schnürsenkel meines linken Schuhs langsam anfing sich zu lösen. Scheint so, als wollte mir das Schicksal heute das Leben schwer machen und es darauf anlegen, dass ich stolper und mir das Genick brechen werde. Bei meinem Glück wird das natürlich so enden. Vielleicht würde ich noch jemanden mit ins Verderben reißen, vielleicht sogar einen Lehrer. Und in meinem Tod wird mir dann noch Nachsitzen aufgebrummt. Ab und zu fiel mir eine Haarsträhne ins Gesicht und kitzelte meine Nase und durch verzweifeltes pusten und prusten versuchte ich sie irgendwie aus meinem Gesicht zu bekommen. Verdammt, ich bräuchte ein weiteres paar Hände. Denn meine Nase fing an zu jucken, als gäbe es keinen Morgen. Vorsichtig tappte ich weiter, bis ich merkte wie langsam anfing der obere Teil meines Bücherstapels zur Seite zu rutschen und sich zu verabschieden.
„Oh nein, oh nein, nein, nein, nein." Murmelte ich leise zu den Büchern und versuchte sie weiter zu balancieren, bis mir jedoch mein gewünschtes zusätzliches Händepaar zur Hilfe kam. Etwas überrascht hob ich den Kopf und blickte zu Jonathan, welcher mir freundlicherweise die Bücher abgenommen hatte. Vermutlich war er sogar länger hier und hatte sich darüber amüsiert, wie ich hier herum stolperte. Zuzutrauen wäre es ihm.
„Natürlich, immerhin sind wir vom Aussterben bedroht." Sagte ich und lächelte ihn breit an. „Hab vor gehabt mich demnächst nur mit Honig beschmiert auf den Hof zu stellen und mit meinem Brunftschrei versuchen ein Partner anzulocken." Fügte ich grinsend hinzu und stellte meine restlichen Bücher auf den Stapel ab, den er in den Händen hielt. Ich bückte mich nach unten um mir die Schule zuzubinden. Als ich mich aufrichtete schob ich mir die restlichen Haare aus dem Gesicht, rieb mir die juckende Nase und nahm ihm dann wieder die Hälfte der Bücher ab.
„Und du? Auf der Jagd nach wehrloser Beute, die sich dir sofort hingeben wird?" fragte ich nach und sah zu ihm hoch. Er schien mies drauf zu sein, auch wenn er lächelte als wäre alles in Ordnung sprachen seine Augen eine ganz andere Sprache.
Jonathan
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Re: Korridor
from Jonathan on 10/13/2017 11:07 PMEs war nach wie vor lustig Feline zuzusehen wie sie unbeholfen versuchte nichts fallen zu lassen. Auch wenn Unbeholfenheit eigentlich nicht lustig sein sollte, es erheiterte meine Stimmung trotzdem ein kleines bisschen. Ich hatte erst aufgehört innerlich darüber zu lachen, als ihr der Stapel Bücher fast umfiel, denn das hätte vermutlich in einem Chaos geendet.
Scheinbar hatte Feline meine Hilfsaktion als Angebot, mir die ganzen Bücher auf einmal in die Hand zu drücken gesehen und so blieb der Stapel staubiger alter Wälzer während sie sich den Schuh band an mir hängen. Leider staubte das alte Zeug ziemlich, weshalb mir bereits nach wenigen Sekunden die Nase juckte und ich mich zusammenreißen musste um nicht zu niesen und dabei Feline unter dem Stapel zu begraben. Glücklicherweise nahm sie mir die Hälfte davon schnelll wieder ab, jedoch konnte ich nicht verhindern doch zu niesen, als es erneut staubte.
"Das werde ich auf jeden Fall mit Interesse verfolgen.", erwiderte ich mit einem leicht anzüglichen Grinsen. Normalerweise hielt ich mich bezüglich solchen Sachen ihr gegenüber zurück aber da ich momentan wirklich Pech mit den Frauen hatte blieb die Zurückhaltung leider auch aus.
Ich schüttelte kurz den Kopf und richtete den Stapel den ich am Arm hatte während ich mir locker eine Strähne aus dem Gesicht pustete. "Nein, im Moment ist diese wehrlose Beute ziemlich eigenwillig.", murmelte ich und seufzte leise, als mir die Strähne wieder ins Gesicht fiel. Vielleicht lag es ja daran? Vielleicht passte meine Frisur nicht oder mein Auftreten?
Feline
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Re: Korridor
from Feline on 10/14/2017 12:32 AMDie Bücher waren doch staubiger als erwartet, denn als ich meine restlichen Bücher in Jonathans Arme drückte glaubte ich eine recht große Staubwolke zu sehen, welche über uns beide rieselte wie der Schnee in der Winterzeit. Wäre mit Sicherheit romantischer, wenn es wirklich Schnee wäre und die Umgebung nicht aussähe wie ein Kerker. Jedoch, die größte Romantik die zwischen Jonathan und mir mal herrschte waren die Minuten, in denen er mich nach Hause schleppen musste, weil ich viel zu betrunken zum Laufen war, dann hatte ich mir den Kopf irgendwo angestoßen und es hat geblutet. Er war dann gezwungen mich noch zusätzlich zu verarzten. Spätestens als ich mich auf seine Schuhe übergab, war es mit großer Romantik vorbei. Und vermutlich würde es auch nie zu mehr Romantik kommen.
Als er durch die Staubwolke niesen musste lächelte ich leicht. „Gesundheit?" gab ich nur lächelnd eine Antwort darauf. War es denn so schwer die Bücher staubfrei zu halten? Man konnte doch sicher einmal die Woche mit einem Staubwedel über die Regale gehen? Oder vielleicht gab es dafür ja auch einen Zauber. Ein Anti-Staub Zauber.
Ich lachte leise und schüttelte den Kopf. Sein Grinsen hatte irgendwas anderes an sich, etwas neues mir unbekanntes. Er hatte mich vorher doch noch nie so angesehen? Naja, vielleicht spielte sein Kopfkino nur wieder mit und er hatte ein wirklich, wirklich amüsantes Bild im Kopf. Zugegeben, es wäre sicher ein lustiger Anblick. Wie ich nur mit Honig bedeckt über den Hof hüpfte und den Brunftschrei eines Elches nachahmte. Es würde eher Leute verschrecken und verstören, als Partner anzulocken. Aber vielleicht hatte ich einfach ein Talent dafür... Andere abzuschrecken.
„Vielleicht musst du deine Jagdtaktik ändern?" mutmaßte ich nachdenklich und nahm ihm ein paar weitere Bücher ab. „Vielleicht mit einem Akzent reden! Und dir einen Schnurrbart aufkleben?" fragte ich und grinste ihn fröhlich an.
Jonathan
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Re: Korridor
from Jonathan on 10/14/2017 06:28 PM"Danke.", nuschelte ich während ich kurz das Gesicht verzog. Wieso mussten alte Bücher immer so staubig sein? Dieses Klischee könnte man doch sicher mit ein paar Handgriffen aus der Welt schaffen. Wäre eine gute Idee um das Nachsitzen sinnvoller zu gestalten: Bücher abstauben.
Da Feline lachte und den Kopf schüttelte vermutete ich einfach mal, dass ihr dieser "andere" Tonfall entweder nicht aufgefallen ist oder sie es einfach nicht weiter beachtete. Vielleicht bezog sie es ja auch auf die komische Vorstellung und nicht den Fakt, dass so etwas wie nackt und mit Honig beschmiert herumzulaufen vielleicht anziehend wirken könnte. Andere würde das vermutlich zutiefst verstören aber die Vorstellung hatte irgendwie was.
Ich musste lächeln als sie versuchte mir Vorschläge zu machen um wieder besser bei den Frauen anzukommen. Ausgerechnet Feline, die so gut wie keine Erfahrung damit hat überhaupt bei irgendwem gut anzukommen. "Ich versuch mal ein bisschen weniger aufdringlich zu sein, vielleicht stehen nicht so viele darauf einfach so von einem Fremnden gepackt und in eine Abstellkammer gezogen zu werden.", murrte ich mit einem Hauch Sarkasmus in der Stimme. Ich würde sowas nur bei jemandem machen mit dem ich schon öfter was hatte und nicht als Flirtversuch, das verstand sich hoffentlich von selbst.
Akzent und Schnurrbart? Das klang fast so als wollte sie mich zum Italiener machen. "Ich weiß nicht, ein Italienischer Akzent gelingt mir glaub ich nicht, reicht schon der irische Einschlag. Das mit dem Schnurrbart hab ich mal ausprobiert, kam aber nicht so an. Die dachten alle ich wäre so ein schmieriger Produzent von irgendwelchen Pornoheftchen.", erwiderte ich kopfschüttelnd. Der Teil mit dem Schnurrbart stimmte, das hatte ich ziemlich früh mal getestet nur um zu sehen ob sowas ankommen würde.
Feline
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Re: Korridor
from Feline on 10/14/2017 09:20 PMSo wie es schien teilte er meine Meinung im Bezug auf die staubigen Bücher. Das Niesen war zudem auch eindeutig, dass diese Bücher durch und durch viel zu staubig waren. Was ist wenn jemand eine Stauballergie hatte? Aber das wollte ja nicht mein Problem sein. Über den Staub konnte ich mich beklagen so viel ich wollte, niemand würde etwas daran ändern.
Eigentlich war ich nicht mal ein Fan von Honig, er klebte, war schlecht für die Zähne und besaß eine unangenehme Süße, die ich einfach nicht mochte. Da lobte ich mir doch Nutella, das hatte eine Süße, die haute dich gleich um und versprach dir Diabetes, wenn du dieses 200 Gramm Glas leer löffelst. Nicht so wie Honig. Honig war hinterhältig. Ich wäre ja für eine Abschaffung von Honig, aber dann müsste man die Bienen los werden und was würde das bringen? Nur den Weltuntergang, nichts allzu bewegendes oder schlimmes.
Es war wirklich schon lächerlich, dass ich ihm Vorschläge machte. Immerhin ist mit mir bisher ja niemand wirklich ausgegangen, da die meisten Typen komischerweise ganz schnell das Weite suchten. Ich hatte es mittlerweile aufgegeben das alles zu hinterfragen und mich damit abgefunden, dass ich die zukünftige Dorf-Katzenlady werde.
„Das ist vielleicht ein guter Anfang. So wirkst du nicht gleich ganz wie ein Vergewaltiger." Sagte ich und lachte leise. „Und vielleicht solltest du auch auf öffentliches Entblößen verzichten, wirklich sowas verschreckt die Leute." Meinte ich nachdenklich.
Oh, stimmt. Wir beide hatten ja einen starken irischen Akzent wurde uns zumindest nachgesagt. Das vergaß ich gern, denn für mich klang es, als würden wir ganz normal reden. Alle anderen hatten in meinem Sinne einen Akzent. Aber darüber ließe sich auch streiten.
„Okay, dann vergessen wir das mit dem Schnurrbart." Sagte ich und lachte kurz auf. Schnurrbärte waren auch so ein Thema für sich, sie machten aus den meisten Männern irgendwelche gruseligen Typen. Ich musterte ihn einen Moment nachdenklich und überlegte. Das war doch Blödsinn, er musste doch rein gar nichts an sich ändern. Er hatte vielleicht einfach nur ein wenig Pech. So war doch das Leben. Ein ständiges auf und ab von Glück. Mal hatte man es, mal nicht. Es hüpfte nun mal gern von Person zu Person.
Zu seinen Füßen bemerkte ich einen kleinen beigefarbenen Zettel. Etwas umständlich balancierte ich die Bücher auf meinem einen Arm und beugte mich nach unten um nach den Zettel zu greifen. Das war die Einladung, die ich von Professor Slughorn zugeschickt bekommen hatte. Ich hatte eigentlich überlegt nicht hin zu gehen, immerhin hatte ich keinen Partner und die meisten Leute kamen ja eh mit Partner und ich würde mich dort sicher total blamieren. Fragend sah ich zu Jonathan und dann wieder auf die Einladung.
„S-Sag mal..." murmelte ich und biss mir kurz auf die Unterlippe. „Magst du vielleicht... Mit mir zur Halloweenparty gehen? A-also das ist... Naja für Leute, die in diesem merkwürdigen Slug-Club sind und da ich komischerweise dabei bin, warum auch immer, ich bin total uninteressant... Hab ich auch eine Einladung... Und ich wollte eigentlich nicht hingehen. Aber... Naja, also... hast du vielleicht Lust dahin? Mit mir? Du musst nicht, es kann natürlich sein, dass du was Besseres vor hast. Es... Es ist wirklich nicht wichtig." Plapperte ich fast schon nervös.
Jonathan
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Re: Korridor
from Jonathan on 10/15/2017 12:35 AM"Danke für die Tipps, ich werde sie bei Gelegenheit umsetzen.", meinte ich in einem möglichst ernsten Ton. Nicht wie ein Vergewaltiger zu wirken war oft schwierig aber das mit dem öffentlichen Entblößen war noch schwieriger. Ich hatte ein Faible dafür mein Shirt an zu warmen Tagen einfach auszuziehen und irgendwo hängen zu lassen, was auch der Grund war weshalb sie mir langsam aber sicher ausgingen. Ein paar hatte ich bei Feline gelassen aber nicht wieder bekommen, wo die anderen geblieben sind ist fraglich.
Ich schüttelte bloß grinsend den Kopf. Nein, kein Schnurrbart, definitiv nicht. Sowas ließ mich um einiges älter aussehen und das wollte ich nun wirklich nicht, schließlich blieb ich gerne bei Damen meiner Altersgruppe oder darunter ohne, dass es komisch aussah.
Mir war gar nicht aufgefallen, dass sich zwischen den Büchern wohl ein Zettel befunden hatte, der jetzt vor meinen Füßen zwischen Feline und mir am Boden herumlag. Zuerst hatte ich gedacht, dass wohl irgendwer den Zettel in einem der Bücher vergessen hatte und er unwichtig war, doch dann hob Feline ihn so gut es eben mit dem Bücherstapel in der Hand ging auf und sah mich anschließend an. Es wirkte so, als wäre sie von einem Moment auf den anderen ziemlich nervös geworden, denn nur wenn sie nervös oder unsicher war biss sie auf ihrer Unterlippe herum. Ich hörte ihr zu und legte kurz den Kopf schief. Sie machte keinen Witz, sie meinte es ernst. Feline wollte ausgerechnet mit mir zu dieser seltsamen Party gehen. Die leichte Euphorie die mich bei diesem Gedanken beschlich machte ich mir selbst aber wieder zunichte. Ich war ihr bester Freund, natürlich würde sie mich fragen ob ich mit ihr hingehe. Vielleicht hatte der Pudel sie ja versetzt oder hat sie abgeschrieben. Diesbezüglich würde ich wohl auch noch mit ihr reden müssen. "Klar, wenn du hingehen möchtest begleite ich dich gerne.", antwortete ich ruhig und schenkte ihr ein leichtes Lächeln. Das erste ehrlich gemeinte Lächeln seit Tagen, doch das musste sie ja nicht unbedingt wissen.
Feline
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Re: Korridor
from Feline on 10/15/2017 01:51 AM„Ich helfe wo immer ich kann." Erwiderte ich und konnte ein kurzes amüsiertes Schnauben nicht unterdrücken. Es war nicht neues, dass Jonathan exhibitionistisch veranlagt war. Jeden Sommertag den er auf unserer Farm verbrachte, war er den Großteil der Zeit oben ohne. Während er sich um sein Pferd kümmerte, meinem Opa mit den anderen Tieren half, oder allgemein an irgendwas arbeitete. Er zog sein Oberteil aus und ließ es immer irgendwo liegen. Mittlerweile besaß ich mehr seiner Shirts, als ich eigene hatte. Naja so war ich mir zumindest sicher, dass er Kleidung zum Wechseln hatte. Und ich hatte genug Nachthemden, denn sie waren um ehrlich zu sein, ziemlich bequem. Natürlich würde ich ihm das niemals sagen. Und zugegeben, manchmal erwischte ich mich, wie ich ihn anstarrte. Länger als ich es eigentlich wollte. Ich hoffte einfach, dass er nichts von meinen schmachtenden Blicken bemerkte. Tja, manche Gewohnheiten, oder altbekannte Gefühle legte man wohl nie ab. Auch wenn man es versuchte, denn ich wollte diese Freundschaft nicht aufs Spiel setzen. Auch wenn es hieß, dass ich jedes Mal dabei zusehen musste, wie er was mit einer anderen hatte. Also nicht wortwörtlich.
Er schwieg und hörte sich in aller Ruhe an, was ich vor mich hin plapperte, was mich nur noch nervöser machte. Wieso sagte er nichts?
„Also... Wirklich.. Es, es ist eine dumme Idee, v-vergiss einfach was ich gesagt hab... Ich werde einfach a-absag- Warte. Du willst mit mir dahin?" ich blinzelte ihn überrascht an, als er zusagte. Einen kurzen Moment lang konnte ich nicht anders, als ihn sprachlos anzustarren. Er wollte wirklich mit mir dort hingehen. Wären meine Arme nicht voller Bücher hätte ich mich ihm an den Hals geworfen. Vielleicht war es aber auch gut so, dass wir beide die Arme voll hatten, so konnte ich nichts Unüberlegtes tun. „Okay! Cool, ja... Ja das ist super. Wirklich, ich freue mich!" erwiderte ich fröhlich. Ich bezweifelte, dass man das nun ein Date nennen mochte. Immerhin war ich für ihn ja nur die beste Freundin.
„Dann... dann brauchen wir ja Kostüme." Sagte ich nachdenklich und spitzte kurz die Lippen. „Hast du eine Idee? Naja... Einfach irgendwas? Oder... Sowas wie Partnerkostüme?" fragte ich.
Jonathan
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Re: Korridor
from Jonathan on 10/16/2017 10:54 PMIch grinste sie an. "Das weiß ich doch, du hilfst mir immer wo du kannst.", sagte ich und versuchte so gut es ging den Bücherstapel auf einer Hand zu balancieren, damit ich ihr kurz durch die Haare wuscheln konnte. Sie würde mich zwar dafür hassen aber dieses Risiko nahm ich auf mich. Mit einem Pudding ließ sich das wieder beheben.
Als sie schon anfing es als eine dumme Idee zu verkaufen fragte ich mich für einen Moment, ob sie mir überhaupt zugehört hatte oder mit den Gedanken irgendwo anders gewesen war. "Ja klar, außer du führst lieber deinen Pudel Gassi." Ich konnte es mir wirklich nicht verkneifen ihn 'beiläufig' zu erwähnen, denn so würde ich wohl oder übel erfahren was eigentlich aus ihm geworden ist. Hoffentlich Hackbraten. Oder er hatte das Land verlassen. Oder ein Drache hatte spontan Hunger. Wäre mir alles recht.
Auf ihre überschwängliche Freude hin musste ich lächeln. Ich würde nie behaupten, dass sie leicht zu begeistern wäre aber wenn man wusste wie man mit ihr umgehen musste, dann konnte man ihr selbst mit kleinen Dingen eine Freude bescheren. Eine meiner Lieblingsaufgaben.
Moment... das war nicht ihr Ernst, oder? Kostüme? Das letzte mal als ich ein Kostüm anhatte musste ich Catwoman aka besoffene Feline heim tragen, wobei sie von mir verlangt hatte ich sollte ihr Handschellen anlegen weil sie böse war. Das Polizistenkostüm habe ich daraufhin verbrannt, die Handschellen hab ich aber behalten, nur falls ich sie mal brauchte. "Kostüme? Uh... Nein ich bin in dieser Hinsicht umkreativ.", erwiderte ich schulterzuckend, was nicht sonderlich hilfreich war. Es gab viele Kostüme aber - Moment hatte sie Partnerkostüme gesagt? So richtig zusammenpassend? Wow, das war wirklich eine große Herausforderung, schließlich musste es zusammenpassen aber es durfte nicht so aussehen als wären wir mehr als nur beste Freunde.
Feline
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Re: Korridor
from Feline on 10/17/2017 12:15 AM„Ist ja immerhin mein Job als deine Freundin." Erwiderte ich zufrieden lächelnd, jedoch gab ich einen ziemlich unzufriedenen Laut von mir, als er mit einer Hand durch meine Haare wuschelte und meine so mühselig zurecht gemachte Frisur zerstörte. „Heeeey!" beklagte ich mich und pustete mir eine Strähne aus dem Gesicht, welche mir wieder im Gesicht hing. Und ich hatte keine Hand frei um meine Haare jetzt in irgendeiner Weise zu richten. „Idiot." Murrte ich leise und versuchte durch Kopfschütteln meine Haare wieder in Ordnung zu bringen. Dafür werde ich mich rächen. Ich male ihm einfach in der Nacht einen Schnurrbart an. Einen richtig hässlichen. In pink. Und ich färbe ihm die Haare!
Als er irgendwas von einem Pudel erwähnte sah ich ihn fragend an. „Jonathan, ich habe keinen Pu-" noch bevor ich den Satz zu Ende bringen konnte, dämmerte es mir was, oder wen er mit Pudel meinte. Ich lächelte leicht und schüttelte den Kopf. „Nein. Ich hab den Rest der Ferien nichts mehr von ihm gehört. Und auch nichts mehr in der Schule. Scheint so als würde er mich meiden." Sagte ich langsam und zuckte schwach mit den Schultern. „Und die Zukunft als einsame Katzenlady rückt immer näher." Scherzte ich. Jedoch war mir klar, dass dahinter mehr Wahrheit steckte als mir lieb war. Denn genau genommen wollte ich nicht wirklich als Katzenlady enden. Ich wollte nicht einsam sterben um irgendwann von meinen 12 Katzen angefressen zu werden.
Vielleicht tat es schon ein bisschen weh, dass Jack mich einfach so abserviert hat, ohne einen Brief zu schreiben, oder irgendwas zu sagen, aber wenn er das so wollte, musste ich ja damit klar kommen. Außerdem ich war alt genug um das zu verkraften. Ist jetzt nicht so, dass ich mich mit 2 Liter Eis verschanze und heulend Liebesfilme gucke, während mir klar wird, dass ich alt werde, allein sterben werde. Ich werde mit 40 immer noch unverheiratet sein und auf jeder Familienfeier allein erscheinen, werde 40 Kilo zugelegt haben, habe einen miserablen Job und jedes Weihnachten werde ich einen alten, hässlichen Weihnachtspulli tragen. Nein. Sowas würde ich nie tun! Wobei dieses Szenario merkwürdigerweise ziemlich genau beschrieben ist.
„Außerdem hätte ich dich so oder so gefragt. Denn du weißt mehr mit mir anzufangen, wenn ich zu viel trinke. Und außerdem ist es mit dir lustiger." Fügte ich noch hinzu, da ich nicht wollte, dass er sich wie die zweite Wahl fühlte, denn das war er nicht für mich. Nie.
„Naja... Mein Catwoman-Kostüm ist kaputt, also können wir nicht als Batman und Catwoman gehen. Wie wäre es mit..." ich verfiel ins schweigen, während ich überlegte. Ich hatte schon gehört, dass Lily als Rotkäppchen kam. Also würde dieses Märchen ausscheiden.
„Oh! Wie wäre es mir... Was hältst du von Nightwing und Batgirl?" fragte ich ihn neugierig und sah erwartungsvoll zu ihm hoch. Eine Zeit lang unterhielten wir uns noch über mögliche Kostüme, bis spät in den Abend trieben wir uns im Schloss herum, bis ich fast neben ihm einschlief. Dann zwang Jonathan schon regelrecht mich dazu, ins Bett zu gehen.
~ C U T ~
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