Annika & Ray || Im Drei Besen

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Ray

26, Männlich

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Re: Annika & Ray || Im Drei Besen

von Ray am 09.03.2019 21:43

In dem Moment, als sie den Kellner rief, bereute ich noch ein weiteres Butterbier bestellt zu haben. Obwohl der alte Wirt viel näher an uns stand, rief sie einen jungen Kellner, den die meisten Mädchen wohl als ziemlich attraktiv einstufen würde. Die Art, wie sie ihn ansäuselte und dabei eine Haarsträhne um den Finger wickelte ließ mich sie nur mit einem „Ernsthaft?!“-Blick ansehen, während ih mir zurückgelehnt und mit verschränkten Armen das Schauspiel ansah. Der Kellner sah sie für meinen Geschmack etwas zu lange und zu wenig uninteressiert an, was ich ihm eigentlich nicht verübeln konnte. Als er mir einen Seitenblick zuwarf, bevor er sich undrehte, hob ich die Mundwinkel kurz zu einem falschen übetriebenen Lächeln, dass sofort wieder erstarb sobald er sich umgedreht hatte. Normalerweise gefiel es mir, wenn sie andere Typen anstarrten und ich mit ihr unterwegs war, denn ich konnte deren Neid und die sengenden Blicke geradezu spüren. Was mir nicht gefiel war, wenn sie die Dreistigkeit besaßen sie jedoch anzusprechen, wenn ich direkt daneben stand. Das kam nur selten vor, aber dann flippte ich meistens aus. „Danke“, sagte ich trocken, als der Kellner abgezogen war. Als wir über unseren Alkoholabend redeten, besserte sich meine Laune allerdings wieder. Bevor ich antworten konnte, fiel sie mir jedoch ins Wort. „Keine Sorge“, grinste ich. „Faken ist nicht meine Art.“ Dass ich gerade völlig am Thema vorbeirredete war mir egal. Ich zwinkerte ihr dann jedoch zu. „Aber ich fühle mich natürlich geehrt, cool genug zu sein, um mit dir hier sitzen zu dürfen.“ In dem Moment kam der Trottel von Kellner wieder und stellte uns das Bier auf den Tisch. Ich dachte schon, er würde gleich wieder abziehen, aber Annika hielt ihn mit ihren Augen fest. Ich wusste, dass sie das tat um mich zu provozieren. Oder vielleicht auch nicht? Ich musste mir manchmal klarmachen, dass ich eigentlich wirklich keinen Anspruch auf sie hatte. Wir waren beide frei. Ich konnte mit jeder was anfangen, wenn ich das wollte und tat es meistens auch, aber ich musste mich manchmal daran erinnern, dass das genauso für sie galt. Auch wenn ich immer mehr merkte, dass ich damit win Problem hatte. Unbedeutende Onenightstands waren mir egal. Irgendwelche namenlosen Sommerflirts. Aber wenn es Typen waren, mit denen sie sich auch sonst gut verstand, hatte ich gleich Paranoia, sie könnte etwas für diese empfinden. Und das war eine ganz andere Nummer. Vielleicht flirtete sie auch mit dem Kellner, weil sie das ernst meinte und davon ausging, ich würde es einfach so hinnehmen. Doch es störte mich. Und ich war drauf und dran mir für die nächsten Tage vorzunehmen, diesem Kellner die Arme zu brechen und dafür zu sorgen, dass er sich eine neue Stelle ganz weit weg von hier besorgte. Vielleicht würde er demnächst auch einen ganz tragischen Unfall erleiden. Ich war innerlich zwar unglaublich angespannt, was man mir vorhin bereits angesehen hatte, aber riss mich dieses Mal zusammen und setzte eine beschwingte Miene auf, als würde mich das mehr amüsieren als stören. Als sie ihn auch noch fragte, ob sie nicht noch was härteres trinken wollten, zuckte mein linkes Auge kaum merklich und meine Fäuste, die ich auf meinen Knie hatte, spannten sich an. Ansonsten blieb meine Miene weiterhin unbeschwert. Dann lehnte ich mich ein Stück vor und grinste den Kellner breit an. „Ja, WIR beide kennen uns hier nicht so gut aus und bräuchten jemanden, der uns die guten Bars hier zeigt.“ Verwirrt sah der Kellner von ihr zu mir und wieder zurück zu ihr bevor er etwas vor sich hinstammelte und abzog. Grinsend widmete ich mich wieder meiner besten Freundin, die mir gespielt entrüstet auf den Oberarm schlug. Ich kratzte mich am Kinn und hob verteidigend die Hände. „Eigentlich bin ich doch immer das Opfer“, gab ich mit gespielter Unschuldsmiene zurück. „Wirklich, also so manche hat mich quasi in ihr Bett gezerrt, ohne das ich mich wehren konnte!“ Ich schüttelte gepielt betreten den Kopf. „Erst wenn du an der Uni bist, werde ich mich sicher fühlen können.“ Dann streckte ich ihr ebenfalls kurz die Zunge raus und lachte leise. Als sie mir bestätigte, dass alles in Ordnung sei kaufte ich ihr ihren unbeschwerten Blick nicht so richtig ab, aber fragte nicht weiter nach. Ich wollte auch bloß verhindern, dass sie es sich nochmal anders überlegte und wollte nichts riskieren. „Nichts. Alles gut“, gab ich also zurück und lächelte dann. „Immer.“ Natürlich sorgte ich mich immer um sie. Ich hatte nicht viel Empathie für die meisten Menschen, aber die wenigen, die mir nahe standen, bedeuteten mir alles. Und Annie gehörte schon immer dazu. Sie lehnte sich ebenfalls vor sodass unsere Gesichter genau auf einer Höhe waren. „Ich würde behaupten, dass ein Entzug eher zur Verunreinigung der Gedanken führt, als sie zu ordnen.“ Eines war klar: Wenn ich anfing, auf Dinge zu verzichten, drehten sich meine Gedanken nur noch darum. Und das wurde so schnell auch nicht besser. Vor allem, wenn wir über das redeten, was wir beide eigentlich meinten. Und mit dem nächsten was sie sagte, traf sie damit voll ins Schwarze. Wenn einem jemand etwas bedeutete, war das eine Abhängigkeit, die weit über alles hinausging, was einem Drogen oder ähnliches geben konnten. Es hatte einen Grund, warum einem gerade als angehender Todesser stets eingebläut wurde, möglichst wenig Menschen zu vertrauen. Denn jede Person, die einem was bedeutete war ein potenzieller Schwachpunkt, den andere versuchen könnten, auszunutzen. Aber meinte sie mit dem was sie gerade gesagt hatte, dass es besser wäre, wenn wir ein bisschen Abstand voneinander bekämen? Kurz zog sich mein Magen etwas zusammen, als ich daran dachte, wie es sein könnte, Annika nicht mehr auf dieselbe Weise in meinem Leben zu haben wie jetzt. War das ihr Ernst? Abstand?! Ich schon den beunruhigenden Gedanken beiseite, genau wie das unangenehme Ziehen im Bauch. „Also ist ein Entzug das was du willst?“, fragte ich sie direkt und hoffte inständig, dass sie das nicht bejahte. Ich musste mich irren. Das Einzige, was mir Gewissheit gab, war ihre Körpersprache. Wenn sie das mit uns nicht mehr wollte, würde sie das anders ausstrahlen, dafür kannte ich sie zu gut. Oder sie war vielleicht noch kälter als ich es mir je hätte vorstellen können. Doch ich wollte alles, aber nicht und niemals sie verlieren. Ich tat es ihr gleich ubd lehnte mich zurück, die Mundwinkel zu einem amüsierten Lächeln verzogen. „Möglich wäre es“, stimmte ich zu, als sie mich fragte, ob ich aus Erfahrung sprach. „Ich sehe jedenfalls keinen Grund, auf etwas zu verzichten, das mir jedesmal den Verstand raubt.“

I'm just out here chasing my dreams, girl
But it's crazy cause that dream cost me my dreamgirl
Promised you I wouldn't change before I left

now I think leaving is the one thing I regret
Cause the one thing I possess
It wasn't materials, wasn't drugs, wasn't clothes, or any part of success
It was you
And without that in my life I'm depressed
You became the new drug I couldn't get
But I wouldn't show it, instead got on that bus and left you blowing in the wind
Shit, and it's fucked up, cause every girl I'm with I see your face.
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I never thought for a minute,
If you showed me a picture of my life now, that you wouldn't be in it
Took me a couple of years to say I love you, but I meant it when I said it,
It wasn't much of a romantic, but you get it
You didn't really smoke but when I rolled it up you hit it, and we lit it up
Shotgun in our kisses
And fuck these other bitches, baby, fuck these other bitches in my bunk,
staring up at all your pictures that you sent me on my birthday, remember that?
Cause I couldn't forget it,
Like I forgot yours, but I'm sorry and I said it, I admit it,
I fucked up and I lied but this is true,
I don't know what home is because I'm lost without you.

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Annika

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Re: Annika & Ray || Im Drei Besen

von Annika am 10.03.2019 00:34

Ich ignorierte einfach Rays wütende Blicke, und tat so als wäre nichts gewesen. Auch wenn ich eigentlich garnicht wissen wollte, was er für mich empfand... Wollte ich es irgendwie doch. Nicht, dass ich zwischen uns eine Zukunft sah. Das lag nicht an mir, sondern an ihm. Ich konnte mir ihn nicht als treuen Familienvater vorstellen, so sehr ich das auch wollte. Auch wenn ich noch jung war, und das alles noch sehr weit in der Zukunft lag, wollte ich mir sicher sein, wenn ich mich an Jemanden binden wollte. So war es damals auch mit Domenico gewesen, wir sprachen sogar über Hochzeit, und wie wir unsere Kinder nennen wollten. Jedoch hatten wir uns vor ein paar Jahren getrennt, als mein Bruder starb.
Außerdem war da noch Aaron. Er war ein guter Kerl, und er brachte mich zum Lachen. Auch wenn ich durch ihn so ziemlich alles verlieren würde, würde ich glücklich mit ihm werden. Ich genoss dieses Gefühl, welches er mir gab. Als wäre ich das einzige Mädchen, dass er je gesehen hatte, und als würde ich garnicht in seiner Liga spielen. Aber wahrscheinlich wäre er auch wieder zu gut für mich. Seine ständige positive Denkweise ging mir auch manchmal ziemlich auf die Nerven... Bei Ray war es einfach anders. Er flirtete vor meinen Augen mit anderen Mädchen. Aber ich konnte es ihm ja auch nicht übel nehmen, schließlich war ich nicht besser, und wir hatten das jahrelang so gemacht. Beide.
Leicht lachte ich, als er geehrt darüber war, mit mir hier am Tisch sitzen zu dürfen. "Immer wieder gerne", antwortete ich hohnäsig. Verwirrt runzelte ich meine Stirn, und schaute dabei Ray an. Er hatte ziemlich hart mit dem Kellner geredet, und dabei auch noch so einen Unsinn. Dem Kellner schenkte ich noch ein entschuldigendes Lächeln, ehe er die Flucht ergriff. Kaum hatte er sich umgedreht, schaute ich wieder zu meinem besten Freund, das Lächeln war jedoch verschwunden. "Was war das denn?", zickte ich ihn wütend an, dabei wurde ich etwas lauter. "Wir kennen uns hier nicht so aus? Seitwann ist das denn so? Außerdem hatte ich ihn gefragt, ob er mit MIR was trinken wollte, du warst garnicht mit eingeplant", zischte ich, nun noch lauter.
Wütend schnaubte ich, lehnte mich an meine Stuhllehne an und verschränkte die Arme, während ich mich im Drei Besen umsah. Mir tat es sofort leid, so mit ihm geredet zu haben. "Wenn du mit mir was trinken willst, kannst du es einfach sagen", murmelte ich dann immernoch eingeschnappt. "Ich hätte zumindenst Lust", bot ich ihm an und schaute ihm wieder in die Augen. Ich konnte einfach nicht lange böse auf ihn sein. "Der Kellner muss auch nicht mitkommen. Nur wir zwei", ergänzte ich mich noch, und obwohl ich versuchte, freundlich zu klingen, klang ich immernoch ziemlich agressiv.
"Oh nein, du armes Ding, wirst doch tatsächlich von Frauen gezwungen, mit dir zu schlafen", dramatisierte ich die Situation und schüttelte lächelnd den Kopf. "Das ist ja schon Vergewaltigung", gespielt geschockt legte ich meine Hände auf meine Wangen. "Als dein persönlicher Bodyguard empfehle ich dir, ein Jahr auszusetzen und mit mir zusammen anzufangen. Dann hast du es um einiges leichter. Um keine Lücke in deinem Lebenslauf zu haben, biete ich dir hiermit einen Job als Hauself der Familie Yaxley an", scherzte ich mit gehobenem Kinn.
Sein "Immer" brachte mich etwas zum Nachdenken. Mein Lächeln wurde weniger und ich schaute ihn einfach nur für einen Moment an. Er machte sich wirklich immer Gedanken um mich. Vielleicht war ich einfach die ganze Zeit blind gewesen, und Ray hatte vielleicht wirklich Interesse an mir? Der Gedanke kam mir das erste Mal auf dem Ball, als er offensichtlich eifersüchtig gewesen war. Aber den Gedanken hatte ich heruntergespielt, schließlich waren wir beste Freunde. Genau, das war bestimmt. Er wollte mich nur beschützen. Manchmal bereute ich es, dass wir angefangen hatten, miteinander zu schlafen. Ich meine klar, wir hatten den besten Sex unseres Lebens, aber unsere Freundschaft würde irgendwann darunter brechen, wenn einer von uns Gefühle für den anderen entwickeln würde. Und ich hatte große Angst davor, das würde mir gerade passieren. Denn ich wusste nicht welche, aber ich wusste, dass ich Gefühle für ihn hatte. 
"Für einen Moment, ja", stimmte ich ihm zu und legte meinen Kopf schief. "Aber wenn der kalte Entzug vorbei ist, sind deine Gedanken geordneter, und du kannst dein Leben ganz normal fortführen", erklärte ich ihm nun ohne Hintergedanken. Es gab eine Zeit, in der ich wirklich oft getrunken hatte, und auch wenn es kein kalter Entzug war, trank ich eine lange Zeit nichts mehr, um nicht Gefahr zu laufen, abhängig zu werden. Das wollte ich mir nicht antun, ich hatte schon einige Menschen an Drogen verenden sehen müssen. 
Er schaffte mir einen kleinen Lichtblick, als er mich fragte, ob ich einen Entzug wollte. Denn ich wusste, dass er damit nur uns beide meinen könnte. Schließlich war ich von keiner Droge abhängig. Wenn ich von etwas abhängig war, dann von seiner Nähe, und ich hasste es. Ich hasste es, verletzlich zu sein, auch wenn er es nicht wusste, hatte er eine gewisse Macht über mich, die ich nicht ausstehen konnte. "Wovon denn?", fragte ich lachend. "Ich bin von nichts abhängig, Dummerchen". Ich spielte ihm vor, als hätte ich keinen blassen Schimmer, wovon er da redete. Kurz biss ich mir auf die Unterlippe, um den Mund zuhalten, und schaute auf den Boden. In meinem Kopf ratterte es förmlich. Ich hatte keine Ahnung, was ich ihm darauf antworten sollte. Schon wieder hatte mich dieser Bastard sprachlos gemacht. "Naja...", stotterte ich und schaute ihn wieder an. Stottern war eigentlich nicht üblich für mich. "Da stimme ich dir zu. Solange es keine schlimmen Folgen und Risiken mit sich bringt", ich beschloss einfach, ganz sachlich zu bleiben.


      

why men great 'til they gotta be great? i just took a dna test, turns out i'm 100% that bitch, even when i'm crying crazy. yeah, i got boy problems, that's the human in me. bling bling, then i solve 'em, that's the goddess in me. you coulda had a bad bitch, non-committal. help you with your career, just a little, you're 'posed to hold me down, but you're holding me back. and that's the sound of me not calling you back... why men great 'til they gotta be great? don't text me, tell it straight to my face. best friend sat me down in the salon chair. shampoo press, get you out of my hair. fresh photos with the bomb lighting, new man on the minnesota vikings. truth hurts, needed something more exciting, bom bom bi dom bi dum bum bay. you tried to break my heart? oh, that breaks my heart, that you thought you ever had it, no, you ain't from the start. hey, i'm glad you're back with your bitch, i mean who would wanna hide this? i will never, ever, ever, ever, ever be your side chick. i put the sing in single. ain't worried 'bout a ring on my finger, so you can tell your friend, "shoot your shot" when you see 'em... it's okay, he already in my dm's.

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Re: Annika & Ray || Im Drei Besen

von Ray am 10.03.2019 12:41

Meinen Blick ignorierte sie gekonnt und so blieb mir nichts anderes übrig, als mit verschränkten Armen düster dreinzublicken. Als der Kellner jedoch zurückkam, konnte ich mir den Kommentar nicht verkneifen, woraufhin dieser schnell von unserem Tisch verschwand. Mein selbstgefälliges Grinsen verblasste allerdings, als Annie - eben noch dem Kellner ein hinreißendes Lächeln zuwerfend - sich plötzlich mit wütender Miene zu mir wandte und anfauchte, was das gerade sein sollte. Wenn ich ehrlich war, konnte ich es ihr auch nicht beantworten. Normalerweise war ich nicht der Typ für solche Aktionen. Ich regte mich schließlich auch immer über die Weiber auf, die sowas taten. Wann immer Annika und ich zusammen untewegs gewesen waren und sie Interesse an einem Kerl zeigte, ließ ich sie machen. Andersherum sagte sie auch nie etwas, es sei denn, sie fand meine Wahl wirklich zu scheußlich. Aber ich war noch nie dazwischengefunkt, wenn sie mit jemadem anbandelte. Vielleicht mochte es auf andere nach Desinteresse aussehen, dass sie mir nichts bedeutete, doch eigentlich war es genau andersherum. Sie bedeutete mir eine Menge und deshalb hatte ich ihre Entscheidungen nie angezweifelt. Sie war unabhängig und stark und brauchte niemanden, der auf sie aufpasste. Ich hatte darüber vor einigen Wochen eine lange Diskussion mit Jarik darüber geführt. Anlass war die Party von Flint zum Ferienende, auf der wir alle gewesen waren. Annie hatte mit einem Austauschschüler aus Durmstrang herumgeknutscht und war dann mit ihm an der Hand verschwunden. Beim Rausgehen hatten sich unsere Blicke kurz gekreuzt, aber so richtig glücklich hatte sie nicht ausgesehen. Vielleicht hatte ich mir das auch nur eingebildet, oder es lag an ihrem Exfreund, der auch auf der Party aufgekreuzt war. Jedenfalls war kurz darauf Jarik zu mir gekommen und hatte mich gefragt, ob ich sie gesehen hatte. Offenbar war der Typ nicht ganz ungefährlich und hatte bereits eine Jugendstrafe in Nurmengard hinter sich. Das war das erste Mal, dass es mir definitiv nicht egal war, mit wem Annika so ihren Spaß hatte. Ich hatte Jarik noch gesagt, sie könne gut selbst auf sich aufpassen, aber er bestand darauf, dass ich nach ihr Suchen sollte. Obwohl ich damals schon ordentlich einen im Tee gehabt hatte, hatte ich das ganze Haus abgesucht, aber niemanden gefunden. Als ich schließlich zurückkahm, stand A jedoch mit Beth an der Bar. Für einen kurzen Moment war ich beinahe enttäuscht gewesen. Mir hatte die Vorstellung gefallen, dass sie das alles geplant hatte, um meine Aufmerksamkeit zu bekommen, aber das war lächerlich. Sie hatte meine Aufmerksamkeit immer gehabt. Auch wenn man es mir vielleicht nicht immer anmerkte. Dass ich nach ihr gesucht hatte und fast ein bisschen Angst um sie gehabt hatte an dem Abend, hatte sie wahrscheinlich nichtmal gemerkt und vielleicht war es besser so. Ich musste aufpassen, dass ich mich gerade nicht in etwas hereinritt, was von ihrer Seite sicherlich nicht genauso empfunden wurde. „Vielleicht will ich den armen Kerl nur davor schützen, dass sein kleines Herz gebrochen wird“, gab ich zu bedenken, doch ihr sengender Blick bohrte sich weiter in mich hinein. Also entschied ich mich dafür, ihr einfach zu sagen, was ich dachte. „Ja, Miss Yaxley“, ich lächelte schief, obwohl ihr Ton noch immer furchteinflößend war. „Ich würde gerne etwas mit dir trinken.“ Ich hörte auf die Arme zu verschränken und lehnte mich vor. „Ohne deine Aufmerksamkeit mit dem Kellner teilen zu müssen.“ Ich glaube, es war das erste Mal, dass ich ihr gesagt hatte, dass ich gerne mit ihr alleine sein wollte. Dass ich nur mit ihr hier sein wollte, inmitten all dieser Menschen und wusste, dass sie mit mir hier war. Wenn irgendeiner meiner oder ihrer Freunde jetzt hereinkam, würde ich ihnen dasselbe sagen. Nicht wie sonst, wenn ich so tat als würde mich das nicht stören. Ich wusste, dass ich kein Talent für Romantik hatte und auch nie haben würde, aber ich hoffte wirklich, dass sie es so verstanden hatte, wie ich es versucht hatte auf meine Arz auszudrücken. „Ja ich habe dadurch inzwischen bereits einen emotionalen Knacks“, bestätigte ich und machte ein leidendes Gesicht. „Mit dir würde ich mich wirklich sicherer fühlen. Vor allem, wenn ich dir als persönlicher Hauself stets zu Diensten sein kann.“ Oh ja, ich würde sie in dem Jahr vermissen, in dem sie noch nach Hogwarts ging und wir uns höchstens mal in den Ferien zu sehen bekamen. Ich wusste wirklich nicht, wie ich das ohne sie schaffen sollte. Kein anderes Mädchen konnte mir geben, was sie konnte und darauf zu verzichten schien schier unmöglich. „Das kann ich auch so.“ Meine Stimme war überzeugt, auch wenn ich wusste was sie meinte. Vielleicht wäre ich ein besserer Mensch, wenn ich die Finger von Drogen ließ. Und von Alkohol. Und vielleicht auch häufiger von Frauen, die mir eh nichts bedeuteten und stattdessen meine Konzentration auf die lenkte, die mir etwas bedeuteten. Doch so einfach war das nicht. „Oh, na dann“, antwortete ich eine Spur zu trocken.Da hatte ich meine Antwort. Sie sagte, sie sei von nichts abhängig, also galt das auch für mich. Vielleicht hätte ich es anders ausdrücken sollen, aber jetzt war es eh zu spät. Ich musste jetzt zusehen, das Ruder wieder herunzureißen, damit die Situation nicht zu awkward wurde. Auch wenn es mir einen Stich versetzte und ihre Worte in meinem Kopf widerhallten. Was mich jedoch stutzig machte war ihr plötzliches Stottern. Annika war niemals um eine Antwort verlegen, doch jetzt schien sie nicht so recht zu wissen, was sie sagen sollte. War das ein Zeichen? „Alles kann schlimme Folgen und Risiken mit sich bringen. Oder das genaue Gegenteil. Man wird es nur nicht erfahren, wenn man sich dem entzieht.“

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 10.03.2019 12:44.

Annika

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Re: Annika & Ray || Im Drei Besen

von Annika am 10.03.2019 13:45

Skeptisch hob ich meine linke Augenbraue in die Höhe. "Du kennst ihn doch nichtmals", argumentierte ich kopfschüttelnd. Würde es ein Freund von ihm sein, würde ich das noch verstehen können. Manche Jungs machten sich bei mir wirklich Hoffnungen, und waren am Ende ziemlich enttäuscht, wenn ich ihnen keinen Blick mehr würdigte. "Außerdem bezweifel ich, dass ich jemals jemandem das Herz gebrochen habe", lachte ich dann. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass man sich durch eine Nacht mit mir in mich verlieben konnte - Und ich dem Jenigen dann durch meine Ignoranz das Herz brechen würde.
Kurz verdrehte ich die Augen, als er wieder über den Kellner sprach. "Dir ist schon bewusst, dass du nie meine volle Aufmerksamkeit haben wirst?", fragte ich schmunzelnd und zuckte gleichgültig mit den Schultern. Irgendwie fand ich sein Verhalten komisch, dass er mit mir alleine seien wollte. Nur zu gut errinerte ich mich an Abende, an denen ich vor seinen Augen mit anderen rumgemacht hatte. Meistens war das reine Provokation, er jedoch reagierte nie wirklich darauf. "Ist ja auch egal. Wo willst du hingehen?", lenkte ich vom Thema ab und nippte an meinem Butterbier.
Mitfühlend betatschte ich seine Schulter und zog meine Mundwinkel schmollend nach unten. "Das bekommen wir schon wieder hin. Ich kenne einen guten Therapeuten, der sogar Errinerungen auslöscht", schmunzelnd zwinkerte ich ihm zu, dann lehnte ich mich wieder zurück. "Ist das ein Ja? Wann kannst du den Vertrag unterschreiben?", scherzte ich, blieb dabei jedoch erschreckend ernst. 
"Schon wieder muss ich dir Recht geben. Das gefällt mir nicht", murmelte ich trotzdem lächelnd. "Aber hey, lass uns doch nicht über so einen Quatsch diskutieren, mh?", ich lehnte mich nach vorne und strich dabei mit meinem Fuß über sein Bein. "Lass uns leiber unsere Freundschaft feiern gehen", nun lehnte ich mich wieder zurück, nahm mein Butterbier in die Hand und exte es aus. Das leere Glas stellte ich wieder auf den Tisch, nicht ohne den Blickkontakt zu Ray zu unterbrechen. "Zahlst du?", fragte ich mit einem hinreißendem Lächeln auf den Lippen und deutete mit dem Kinn auf unsere Biere.


      

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Re: Annika & Ray || Im Drei Besen

von Ray am 10.03.2019 17:01

Sie kaufte mir meinen Grund natürlich nicht ab. „Da wäre ich mir nicht so sicher“, merkte ich an und musste gleich an einen Sommerflirt meiner besten Freundin denken, den sie nach den Ferien nichtmal mehr eines Blickes gewürdigt hatte und der - so die Gerüchte - jetzt eine Bindungsphobie hatte. War vielleicht nicht der beste Vergleich in diesem Fall, aber Annika war sich glaube ich manchmal nicht bewusst, dass ihre Wirkung auf Männer sogar noch intensiver war, als sie dachte. „Das sah an Beths Geburtstag aber anders aus“, neckte ich sie und hätte ihr sanft mit dem Ellenbogen in die Seite gestupst, wenn sie neben mir gesessen hätte. Beths Geburtstag war fast fünf Wochen her und es war das letzte Mal gewesen, dass wir etwas miteinander gehabt hatten. Es war eine kleine Runde gewesen, unten im Bootshaus am großen See von Hogwarts. Irgendwann hatten wir uns abgesetzt und nachher war das eine zum anderen gekommen. Natürlich war das eigentlich nicht die Aufmerksamkeit, von der ich vorhin gesprochen hatte, aber ich wollte das Thema nicht weiter vertiefen. Sie sah es wahrscheinlich eh anders als ich und ich konnte es nicht gebrauchen, am Ende mein Herz hier und jetzt auszuschütten und dann von ihr einen Korb zu bekommen. Den Kratzer würde mein Ego niemals verkraften. Also war ich froh, dass sie das Thema wechselte. „Die anderen trinken noch was Kleines im Gemeinschaftsraum, wir könnten uns ja kurz zu denen gesellen, ein paar Flaschen Whiskey abziehen und uns auf den Astronomieturm absetzen. Ich bin heute nicht in Stimmung den Schnorrern etwas abzugeben.“ Das bezog sich sowohl aufs Gras als auch auf die Gesellschaft von Annie. Und mit ihr alleine auf dem Turm einen zu rauchen war gerade genau das, was ich wollte. Von dem Balkon oben hatte man eh schon einen großartigen Blick auf die Ländereien und den schwarzen See und wenn man auch noch high war, hatte es den Anschein als würde man über allem schweben. „Und ich hatte mir schon Hoffnungen genacht, es könnte eine hübsche TherapeutIN sein“, schmollte ich und machte eine Geste, als wäre für mich eh schon alles andere verloren. „Sofort natürlich“, gab ich genauso ernst zurück, als sie fragte, wann ich den Vetrag unterschreiben könnte. Ich grinste breit, als sie mir abermals Recht gab, was für meinen Geschmack viel zu selten vorkam. Ich tat es ihr gleich, als sie ihr Glas exte und musterte sie augenscheinlich von Kopf bis Fuß. „Bereit wenn du es bist“, stimmte ich zu, als sie vorschlug unsere Freundschaft zu feiern. Ich zog aus meiner Jackentasche ein paar Galleonen und legte sie auf den Tisch, bevor ich aufstand und meine Jacke anzog. Dann reichte ich ihr die Hand und nickte im Rausgehen dem Wirt zu.

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