Vergangenheitsplay » 25
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Re: Vergangenheitsplay » 25
from Lexie on 01/08/2019 10:33 PMIch nippte nur gedankenverloren an meinem Becher und starrte ein paar Leute auf der Tanzfläche an, als mich wieder dieses merkwürdige Gefühl überkam, das ich mittlerweile nur allzu gut kannte. Ich musste gar nicht aufsehen, um zu wissen, wer da neben mir stand. Mein Herz zog sich ein schmerzhaft zusammen, aber ich setzte ein Lächeln auf. "Hi", erwiderte ich und wandte meinen Blick beinahe sofort von seinem Gesicht ab, weil dieser merkwürdige Nebel wieder um ihn herum schwirrte. Ein sehr großer Teil von mir hatte so darauf gehofft, dass Chester irgendwann einfach auf mich zukommen würde, aber jetzt schnürte seine Anwesenheit mir nur wieder die Luft ab, genauso wie das letzte Mal, als ich ein wirkliches Gespräch mit ihm geführt hatte.
Ohne groß darüber nachzudenken hob ich meinen fast noch vollen Becher mit Feuerwhiskey und leerte ihn innerhalb von ein paar Sekunden. Der Alkohol brannte sich den Weg durch meine Speiseröhre und hinterließ ein Kratzen in meinem Hals. Ich konnte mich jetzt nicht auf dem Absatz umdrehen und verschwinden, so wie ich es in letzter Zeit häufig gemacht hatte, also griff ich stattdessen nach einer der Flaschen auf dem Tisch und füllte meinen Becher wieder auf. "Gute Party, oder?", fragte ich, ohne ihn anzusehen und hob demonstrativ meinen Becher einmal in die Höhe. Dieses Gespräch wollte ich so kurz wie möglich halten - hoffentlich wollte er sich nur versichern, dass ich noch mit ihm sprach. Was ich ja noch tat, irgendwie ...

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Re: Vergangenheitsplay » 25
from Chester on 01/12/2019 09:58 PM

Re: Vergangenheitsplay » 25
from Lexie on 01/13/2019 01:16 PMIch konnte gar nicht schnell genug gucken, da hatte Chester mir schon meinen Becher weggenommen. "Hey!", protestierte ich und schnappte danach, aber er hielt ihn mit seinem langen Arm so weit weg, dass ich ihn nicht erreichen konnte. Meine Augenbrauen zogen sich verärgert zusammen, aber ich setzte fast augenblicklich wieder einen neutralen Gesichtsausdruck auf und verschränkte stattdessen die Arme vor der Brust. Ich wollte ihm irgendein Kommentar an den Kopf hauen, irgendetwas in der Richtung, dass er der letzte war, der mir vorzuschreiben hatte, wie viel ich trinken durfte. Aber dann zuckte ich bei seinen Worten leicht zusammen, weil sich vor meinen Augen wieder die Szene abspielte, in der Chester sich mit dem anderen Jungen am Boden rangelte und der Gedanke sich in meinem Kopf ausbreitete, warum es überhaupt soweit gekommen war. Ich schluckte und suchte fieberhaft nach etwas, das ich sagen konnte, ohne zu viel von dem preis zu geben, was ich die letzten Wochen über vor ihm geheim gehalten hatte. Ich schluckte. "Ich würde niemals eine Schlägerei anfangen", antwortete ich lahm und starrte auf meinen Becher in seiner Hand. Mein Herz zog sich ein bisschen zusammen, als ich bemerkte, dass ich nach Worten suchte die ihn verletzen würden, damit er mich wieder alleine ließ. Damit er sich von mir entfernte und diesen unheimliche Nebel mitnahm, der langsam begann mir wirklich Angst zu machen. Ich merkte, wie er mir näher kam und trat automatisch einen kleinen Stück nach hinten, wodurch ich eine Person hinter mir anrempelte. Erschrocken drehte ich mich um, entschuldigte mich schnell und sah Chester dann für einen kurzen Moment in die Augen. "Wenn du mir ... bitte meinen Becher wieder geben könntest? Ich wollte nämlich eigentlich etwas zu trinken holen, für, äh, Alice und mich. Und sie wartet dahinten auf mich." Ich deutete zur Menschenmasse hinter ihm, in der er Alice niemals erkennen würde, weil sie von den ganzen anderen Schülern überragt wurde. "Also dann ..." Ich schluckte kurz, hielt ihm meine Hand hin, damit er mir meinen Becher wieder gab und setzte mein bestes Fake-Lächeln auf.

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Re: Vergangenheitsplay » 25
from Chester on 01/13/2019 11:42 PM

Re: Vergangenheitsplay » 25
from Lexie on 01/14/2019 12:01 AMIch runzelte die Stirn, als er Alice erwähnte. "Ja", erwiderte ich - meine Stimme klang patzig, weil er immer noch meinen Becher von mir weg hielt. Ich kam mir vor wie ein kleines Kind, dem sein Lieblingsspielzeug weggenommen wurde. Warum wollte er sich so vergewissern, dass ich mit Alice hier war? Damit jemand da war, der mich später in den Schlafsaal brachte, damit er mich nicht mit schlechtem Gewissen alleine ließ? Wie eine Revanche für die Party am See, wo ich - "wir" - ihn zurück in den Schlafsaal gebracht hatte?
Ich presste unzufrieden die Lippen zusammen, als er den Becher schon wieder von mir wegzog. "Traust du mir nicht zu, dass ich einen Becher alleine durch einen Raum trage?", lachte ich und schüttelte den Kopf. "Ja, tatsächlich gibt es Mädchen, die sich den Becher teilen. Vier Augen passen besser auf, dass dir nicht irgendetwas in den Trank gemischt wird. Aber was interessiert es dich überhaupt?" Ich versuchte wieder, nach dem Becher in seiner Hand zu greifen. Erfolglos.
"Bist du denn nicht mit Freunden hier? Ich wette, die vermissen dich. Bring ihnen doch den Becher mit, dann bringe ich Alice einen neuen mit." Ich wandte mich dem Tisch mit dem Getränken zu, um mir einen neuen Becher zu schnappen. Konnte er nicht einfach wieder gehen und das tun, was er die letzten Wochen auch getan hatte? Wenn ich noch länger in sein Gesicht sehen musste, würde ich vermutlich nicht mehr damit aufhören können und damit rausplatzen, was ich ihm verheimlichte ....

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Re: Vergangenheitsplay » 25
from Chester on 01/14/2019 11:30 PM

Re: Vergangenheitsplay » 25
from Lexie on 01/14/2019 11:49 PMIch konnte mir nicht erklären warum, aber bei Chesters Worten schien sich um seinen Kopf herum noch mehr von diesem merkwürdigen Nebel zu bilden. Mir wurde ein bisschen schwindelig durch die plötzliche Kälte, aber ich schloss kurz die Augen und atmete tief ein, weil das bei den letzten Malen auch geholfen hatte. Dieses Mal verschwand das Gefühl nicht, aber es sorgte wenigstens dafür, dass sich nicht mehr alles drehte.
"Dagegen spricht, dass ich ... na, dass ich mit Alice hier bin! Mädchenabend, da hast du nichts zu suchen!", protestierte ich kopfschüttelnd, folgte ihm aber. Alice würde schon wissen, wie wir ihn loswurden. Sie hatte sich in den letzten Wochen genug von meiner Jammerei angehört, da würde sie sich bestimmt nicht freiwillig auf mehr einlassen. Allerdings gab es da natürlich noch die Möglichkeit, dass sie mich alleine mit ihm in einen Raum sperrte, um mich zu zwingen, ihm die Wahrheit zu sagen ... Sie wusste ja, dass ich ihn absichtlich angelogen hatte. Ich blieb abrupt stehen. Mir war von dem Nebel immer noch eiskalt, aber durch den vollen Becher Feuerwhisky vorhin breitete sich langsam Hitze in mir aus. Ich schloss noch einmal kurz die Augen, um mich zu sammeln. "Oder weißt du was ... bring du Alice doch den Becher. Ich glaube ... ich ... ich hab was im Schlafsaal vergessen.", stammelte ich und schüttelte den Kopf. Vor meinen Augen spielten sich merkwürdige Bilder ab, die ich noch nie gesehen hatte. Ich wartete gar nicht, ob Chester meine Worte überhaupt gehört hatte, sondern drehte mich auf dem Absatz um und versuchte mich Richtung Ausgang zwischen den anderen Schülern durchzuschieben. Ich wollte einfach nur hier raus und dieses seltsame Gefühl loswerden ...

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Re: Vergangenheitsplay » 25
from Chester on 01/16/2019 05:22 PM

Re: Vergangenheitsplay » 25
from Lexie on 01/16/2019 05:39 PMIch hatte damit gerechnet, dass Ches mir folgen würde. Natürlich tat er das, er gehörte nicht zu den Leuten, die so etwas einfach auf sich sitzen lassen würden. Zumindest schätzte ich ihn so ein. Als er sich vor mir aufbaute blieb ich wie angewurzelt stehen. "Du hast garnichts gemacht, okay?", antwortete ich und biss mir auf die Lippe. Ich war so kurz davor, einfach mit allem rauszuplatzen, dass ich einen Moment lang inne halten musste. "Garnichts", wiederholte ich, ruhiger dieses Mal. Ich wusste, dass mein Verhalten ihm gegenüber nicht fair war, aber wenn ich ihm die Wahrheit erzählen würde ... die Wahrheit über dieses komische Gefühl, das ich in seiner Nähe hatte, den Nebel und die Bilder, die mit ihm auftauchten und über den Abend der Party ... er würde mich für komplett verrückt halten. Und mich vermutlich ohnehin hassen, weil ich ihm das die ganze Zeit verschwiegen hatte.
"Lass mich ... lass mich einfach in Frieden, okay?", sagte ich mit erstickter Stimme und versuchte, mich an ihm vorbei zu schieben.

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Re: Vergangenheitsplay » 25
from Chester on 01/16/2019 07:27 PM


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