Vergangenheitsplay » 14

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Merle
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Re: Vergangenheitsplay » 14

von Merle am 22.08.2018 12:39

Ich grinste einfach weiter vor mich hin. Schadenfreude war schon immer mein Ding gewesen. Solange der Schaden nicht zu groß war. Und eine widerliche Mixtur zu trinken war nun wirklich keine zu große Sache. Sie würden ihn schon nicht umbringen. Im Gegenteil.
Ich zog die Stirn in Falten. „Physisch vielleicht." grummelte ich und sah ihn ernst an. Als ob es ihm wirklich gut ging. Ich konnte mir immer noch nicht vorstellen, was er wirklich erlebt hatte. Ich wusste auch nicht wirklich, ob ich das wollte. Und selbst wenn er es mir erzählte, würde ich es nie ganz nachvollziehen können. Vielleicht sollte ich darüber auch ganz froh sein. Mindestens genauso froh, wie ich war, dass er nicht verstand, wie es sich anfühlte von einem Besen in die Tiefe geschleudert zu werden. Ich erschauderte bei dem Gedanken. Nein, das waren Dinge, die man erst verstand, wenn man sie erlebt hatte.
Misstrauisch beäugte ich seinen Arm, als würde ich seine Verletzungen durch den Verband sehen können. „Das wird bald wieder. Mich haben sie ja auch wieder hin gekriegt. Und ich bin ein paar Meter in die Tiefe gestürzt – falls du dich erinnerst." versuchte ich zu scherzen, aber meine Stimme zitterte leicht. Den Schock hatte ich – im Gegensatz zu dem was ich vorgab – immer noch nicht verwunden.
Als Castor sich in seinem Hemd verfing, wie eine Fliege in einem Spinnennetz, musste ich wieder lachen, was Dank der Schmerzmittel dieses Mal auch nicht so weh tat. „Vielleicht gefällst du mir ja aber so hilflos ausgeliefert lieber?" grinste ich, half ihm dann aber doch. „Merlin! Castor!" ich zog ihm das Hemd erstmal wieder an. „Das Ding hat Knöpfe du Idiot!" ich lachte wieder, während ich es aufknöpfte. Glücklicherweise saß er bereits, so gestaltete sich das ganze etwas leichter.
Als wir das Oberteil endlich los waren, griff ich um ihn herum, um den Verband zu lösen. Damit er sich nicht mehr als nötig bewegen musste, kletterte ich über ihn, stützte mich aber am Bett ab, um ihm nicht weh zu tun. Ich linste über seine Schulter, um sehen zu können, was ich da tat und entknotete seinen Verband. Das meine Haare ihm im Gesicht kitzelten, war nicht mein Problem.
Vorsichtig und mit dem einen Ende des Verbandes in der Hand, stieg ich aus dem Bett. Dort drehte ich meine Hand samt Verband so, dass ich ihn abwickelte. Bei der letzten Umwicklung wurde ich etwas vorsichtiger um die beschädigte Haut nicht noch mehr zu verletzen. Als ich die Stellen sah, die sich bereits im Heilungsprozess befanden, sog ich die Luft scharf ein. Es sah immer noch böse aus. „Was haben sie nur getan?" ich hatte gar nicht bemerkt, dass die Tränen wieder liefen, bis eine auf den Verband in meiner Hand tropfte. Ich wand mich ab und nahm die Paste, die ich gleich wohl auf die Wunden geben würde. Aber erst musste ich mich zusammenreißen. „Bereit?" fragte ich leise.

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Castor

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Re: Vergangenheitsplay » 14

von Castor am 21.08.2018 21:21

Ich warf Merle nur einen Blick zu, der so etwas wie 'Ach, halt die Klappe' heißen sollte, während ich das Fläschchen immernoch angewidert betrachtete. Ich glaubte nicht, dass man solche Tinkturen nicht irgendwie angenehmer machen konnte. Sie verloren doch bestimmt nicht ihre Wirkung, wenn man ein paar Erdbeeren oder so etwas darunter mischte, oder? Andererseits war der Geschmack so penetrant, dass er jeden möglichen angenehmen Geschmack vermutlich restlos verschluckt hätte. 
Ein kleines Nicken als Antwort bekam ich zustande, bevor ich tief Luft holte. Der Schmerz wurde weniger, oder vielleicht gewöhnte ich mich nach ein paar Sekunden auch nur daran. Jedenfalls hob ich den Kopf und antwortete: "Mir geht's gut. Das Zeug macht nur genau das, was es tun soll." Ich würde lieber wochenlang mit einem verbrannten Arm durch die Gegend laufen und den Rest meines Lebens die Narben behalten, als alle paar Stunden noch einmal diesen Trank zu schlucken. Vielleicht sah ich das alles ein bisschen zu dramatisch, aber meiner Meinung nach gab es bisher noch gar keine erkennbare Heilung meiner Verbrennungen. 
Merle sah nicht so aus, als würde sie sich irgendwie von der Idee abbringen lassen, die Arbeit der Heiler zu übernehmen. Ich merkte nicht, dass sie rot wurde, weil ich in dem Moment seufzend begann, mir das weiße Hemd über den Kopf zu ziehen, das man mir wohl angezogen hatte, als ich eingeliefert wurde. Nun ja, ich versuchte es, bis ich mit meinem einen Arm nicht mehr weiter kam, als ich das Hemd grade einmal zur Hälfte über meinen Kopf gezogen hatte. "Kannst du mir helfen?", nuschelte ich in den Stoff und zerrte daran, aber ich konnte meinen Arm nicht weiter heben, weil ich jetzt schon den pochenden Schmerz auf meiner Brust spürte, als die Haut an der Stelle sich wegen meiner Bewegung leicht bewegte. 
Man hätte meinen können, dass ich unter dem Hemd noch ein weißes T-Shirt trug, nur war das kein Stoff. Mein Oberkörper war komplett in einen weißen Verband eingewickelt. Soweit ich mich erinnerte, was die Verbrennung garnicht so schlimm gewesen, aber ich hatte sie auch kaum zu Gesicht bekommen. Vielleicht hatten sie auch einfach direkt alles verbunden, damit der Verband nicht rutschte. Ich konnte jedenfalls unter dem Verband die pochenden Wunden spüren. "Womit wollen Sie denn beginne, Doktor Marit?", entgegnete ich und verkniff mir ein kleines Grinsen, als ich ihr ratlos meinen Arm hinhielt und dann auf meinen Brustkorb deutete. 

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Merle
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Re: Vergangenheitsplay » 14

von Merle am 21.08.2018 20:20

„Ohhh. Entschuldige krankes Häschen." grinste ich mit diesem sarkastisch – mitleidigen Unterton. Als er sich bewegte, streckte ich automatisch die Hände nach ihm aus, als ob ich ihm irgendwie helfen konnte, aber das konnte ich nicht. Er schaffte es ganz alleine.
Ich verdrehte übertrieben deutlich die Augen – ungefähr so, wie er es gerade übertrieb. „Einbildung ist auch eine Bildung..." nuschelte ich und schüttelte den Kopf.
Als er mich stumm dazu aufforderte, ihm das Fläschchen zu reichen, kam ich dem nach. „Nein. Das hilft und ich brauche dich wieder gesund." stellte ich entschieden fest. „Ich würde dir ja gerne etwas untermischen, das den widerlichen Geschmack vielleicht etwas überdeckt, aber ich befürchte, das hindert die Medizin dann daran, ihre Wirkung zu entfalten. Also Pech gehabt." ich zucke mit den Schultern und grinse weiter. Mitleid hat noch keinem geholfen und ich musste zugeben, dass es sogar irgendwie Spaß machte, ihn zu ärgern. Nicht, dass es mir gefiel, dass er litt – das mochte ich ganz und gar nicht – aber... Ehrlich gesagt war ich mir auch nicht sicher, ob ich mich damit nicht indirekt für meinen eigenen Schmerz rächen wollte.
Mittlerweile hatte Cas mit das Zeug abgenommen und heruntergewürgt. Ich schüttelte mich, als der Geruch zu mir herüberkam. „Igitt." jammerte ich und hielt mir die Nase zu. „Okay, sie wollen dich wohl doch vergiften." mutmaßte ich mit immer noch zugehaltener Nase.
Als er plötzlich das Gesicht schmerzerfüllt verzog, streckte ich sofort wieder meine Hände nach ihm aus und strich ihm über die Wange. „Alles klar?" fragte ich vorsichtig, wurde aber von der Hauselfe unterbrochen. Sie drückte mir ein Tablett in die Hand – auf diesem befanden sich Handschuhe, eine Tinktur und eine Paste, von der ein ekliger Geruch ausging – und beäugte mich, als wäre ich Ungeziefer. Ich sah ihr etwas verdattert nach, als sie verschwand. Mich nützlich machen? Okay... Mein Blick wanderte wieder auf das Tablett und ich entdeckte meinen Namen auf der Tinktur. Meine Schmerzmittel. Meine Knochen waren zwar größtenteils wieder geheilt, was etwas länger gedauert hatte, da sie zertrümmert gewesen waren – aber mein Körper erinnerte sich noch an den Schmerz, weswegen meine Muskeln sich verkrampft hatten. Es fühlte sich an, wie ganz böser, sehr heftiger Muskelkater und blaue Flecke hatte ich auch noch überall. Vorsichtig stellte ich das Tablett ab. Als erstes kippte ich schnell meine eigenen Schmerzmittel herunter, zumindest die Hälfte, den Rest reichte ich Cas. „Schmeckt gar nicht so übel und hilft wirklich gut." ich zuckte mit den Schultern.
Grinsend verdrehte ich die Augen. „Meine Nase funktioniert, ich weiß, wie das riecht. Aber danke, dass du es nochmal erwähnst." meine Ton war ziemlich schnippisch, aber er kannte das ja schon. Wie eine Ärztin – oder zumindest so, wie ich mir diese vorstellte – zog ich die Handschuhe über und ließ das Gummi kurz schnipsen. „Dann ziehen Sie sich mal aus Mister Peakes." mein Tonfall war immer noch wie zum scherzen aufgelegt, aber ich spürte meine Wangen rot werden. Das passierte mir nie. Mir war soetwas nicht peinlich. Vor allem hatte ich ja einen triftigen Grund, ihn dazu aufzufordern und trotzdem spürte ich die glühende Hitze in meine Wangen schießen.

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Castor

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Re: Vergangenheitsplay » 14

von Castor am 21.08.2018 12:55

"Schön, dass du das lustig findest", grummelte ich und rutschte ein bisschen nach oben, sodass ich aufrecht sitzen konnte. "Das war mein voller Ernst ... ich glaube, dass dieses Zeug eher dafür sorgt, dass es mir schlechter geht." 
Während ich das kleine Fläschchen anstarrte rümpfte ich die Nase. Schon bei dem Gedanken an das Zeug wurde mir schlecht. Trotzdem streckte ich seufzend die Hand danach aus, weil mir klar war dass Merle mich sonst sowieso irgendwie dazu bringen würde, das Zeug zu trinken. "Ich glaube nicht, dass du das irgendwie besser machen kannst. Außer du erklärst dich doch dazu bereit, es magisch verschwinden zu lassen."
Ich wartete darauf, dass sie mir die Flasche reichte und schraubte den Deckel ab, um dann - ohne vorher noch einmal den beißenden Gestand einzuatmen - alles schnell runter zu schlucken, bevor ich es mir wieder anders überlegte. 
Angewidert verzog ich das Gesicht und hustete kräftig, als das dickflüssige Zeug meine Speiseröhre hinunter kroch. "Das ist schlimmer als die ekligste von Bertie Botts Bohnen.", beschwerte ich mich und wischte mir mehrmals mit dem gesunden Arm über den Mund, als könne das den Geschmack vertreiben. Die Brandwunde an meinem Arm begann zu schmerzen, was wohl ein gutes Zeichen war. Das hieß doch, dass das Zeug das tat was es tun sollte, oder? Ich kniff kurz die Augen zusammen und ignorierte dann das beißende Gefühl von meiner nachwachsenden Haut. 
Grade wollte ich noch etwas sagen, da wurde der Vorhang um mein Bett wieder zur Seite gerissen. Die Hauselfe, die uns vorhin geweckt hatte kam wieder zum Vorschein, in ihren Händen ein kleines Tablett mit einer grünen, nach Kräutern riechenden Paste und ein paar weißen Verbänden. 
Sie beäugte Merle argwöhnisch (vielleicht weil es ihr nicht passte, dass sie hier war und sich nicht selbst noch ausruhte?) und hielt ihr dann das kleine Tablett hin. "Wenn Sie schon hier sind, können Sie sich auch nützlich machen", blaffte sie und drückte ihr die Sachen einfach ohne zu Fragen in die Hand, bevor sie wieder verschwand und den Vorhang hinter sich zuzog. 
Ich betrachtete die grüne Brandpaste und schaute dann Merle an. "Du musst das nicht machen, das Zeug stinkt bestialisch.", begann ich und schüttelte den Kopf. Mein ganzer Oberkörper und mein Arm waren mit Brandwunden überzogen, die dazu noch ziemlich eklig aussahen ... ich wollte Merle nicht dazu zwingen, das zu machen. Wir könnten genauso gut auf die Heilerin warten oder es auch einfach sein lassen, immerhin reichte mir die Tinktur auch fürs erste.

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Merle
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Re: Vergangenheitsplay » 14

von Merle am 21.08.2018 10:33

Als er verneinte, schwand die Eifersucht etwas. Allerdings blieb ein Teil von ihr zurück. Er würde mir bestimmt nicht auf die Nase binden, wen er so mochte....
Als er weitersprach, als er erzählte, dass alle anderen wahrscheinlich tot wären, wenn er und die anderen nicht gegangen wären, hatte ich augenblicklich ein schlechtes Gewissen. Weggezogen. Was sie mit ihr gemacht haben. Mir wurde schlecht. Ich wollte fragen, was sie getan hatten, hoffend, dass meine Fantasie schlimmer war, als das, was wirklich geschehen war. Aber sein Tonfall ließ mich zweifeln. Ich würde ihn das alles später fragen. Jetzt schien eindeutig der falsche Zeitpunkt zu sein. Wir waren beide erschöpft und seine Erlebnisse waren noch zu frisch. Vielleicht würde er das ganze nicht so schnell nochmal durchleben wollen. Allerdings interessierte es mich auch, was mit Hazel war. Immerhin war sie ebenfalls Treiberin – was nicht hieß, dass ich ihr etwas schlechtes wünschte!

 

Als Castor ausgesprochen hatte, prustete ich los. Ich konnte nicht aufhören, auch wenn es schrecklich weh tat, weswegen ich immer wieder mal ein 'Aua' zwischen meinen Lachanfällen fallen ließ. Im Allgemeinen musste das ziemlich dämlich klingen, aber ich konnte nicht aufhören.
Nach einiger Zeit, mir tat mittlerweile wieder alles weh, hatte ich mich wieder beruhigt und nur noch mein breites Grinsen verriet, wie witzig ich die ganze Situation fand.
„Du weißt, dass ich beides könnte.... Aber.... hm. Sieh es als deine Strafe, für die hirnrissige Aktion, die dein Leben hätte kosten können." ich grinste ihn frech an. Doch dann wurde mein Blick sanfter. Das Grinsen wurde zu einem zaghaften Lächeln. „Außerdem soll dir das Zeug" ich warf einen Blick auf die zähflüssig aussehende Tinktur „helfen, wieder gesund zu werden. Und desto schneller du gesund wirst, desto schneller kann ich mich wieder mit dir streiten. Oder anderen das Leben zu Hölle machen." Früher hatte ich immer gesagt 'meiner Schwester das Leben zu Hölle machen.', doch nun hatte ich es ersetzt. Solange ich nicht wusste, was mit mir und Tea war, würde ich wohl erstmal vorsichtig sein... „Sag mir, was ich tun kann, damit es besser wird, das Zeug zu schlucken. Ich tue alles." versprach ich leise und strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht.

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Re: Vergangenheitsplay » 14

von Castor am 20.08.2018 23:56

Das meiste aber, dachte ich mir, behielt es aber für mich. Ich war zu müde, um mich darüber zu streiten. Das könnten wir auch noch am nächsten Tag noch nachholen. 
Ganz sachte schüttelte ich bei ihrer Frage den Kopf. Die Eifersucht in ihre Stimme konnte ich deutlich hören, auch wenn sie versuchte es zu verstecken, allerdings ignorierte ich das in diesem Moment. Es gab nichts, worauf sie eifersüchtig sein müsste. Nichts und niemanden. "Nein, nicht wegen hier, aber wenn wir nicht gekommen wären, wäre sie jetzt wahrscheinlich auch tot.", flüsterte ich als Antwort. "Ich hab sie von den Todessern weggezogen ... ich hab gesehen, was sie mit ihr gemacht haben. Ich ... ich will nur wissen, dass es ihr gut geht." Ihr und Hazel. Die anderen hatte ich wenigstens noch kurz hier im Krankenflügel gesehen. Wo Freya war wusste ich nicht, und Hazel musste ich auch unbedingt noch sprechen. Ich glaubte nicht, dass der Imperius-Fluch spurlos an ihr vorbeigegangen war ...
Das laute Geräusch ließ mich zusammen zucken und abermals meine Augen aufreißen, bevor ich sie wegen des hellen Lichts wieder zusammen kniff. Reflexartig zog ich meinen Arm an und ließ Merle deshalb los. Aus den Augenwinkeln konnte ich das kleine Fläschensehen und stöhnte laut. Das war dieses eklige Zeug, das angeblich die Heilung der Brandwunden beschleunigen sollte. Wovon ich noch nicht allzu viel gemerkt hatte, besonders weil das Zeug die Schmerzen zu verstärken schien. 
"Ich gebe dir zehn Galleonen und meinen ganzen Vorrat an Schokofröschen, wenn du das Zeug irgendwie verschwinden lässt und mich hier rausholst", krächzte ich und presste mir müde die Hand vor die Augen. 

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Re: Vergangenheitsplay » 14

von Merle am 20.08.2018 12:54

Ich schnaubte. „Das rechtfertigt noch lange nicht alles!" Ich wusste selbst, dass das sehr wenig Sinn ergab, aber wenn es etwas gab, dass schlimmer war, als zu sterben, dann war es ihn zu verlieren. Und ich durfte das sagen, denn ich hatte beides erlebt. Auch wenn ich den Tod im Allgemeinen nicht favorisieren würde.
Ich hatte einen Namen schon herausgefunden. Aber den würde ich ihm bestimmt nicht nennen. Er kannte Matthew, so viel wie ich wusste. Sie waren befreundet. Gut sogar. Und sein Tod würde die Heilung bestimmt nicht beschleunigen, weswegen ich schwieg. Wie es Isis wohl ging? Meine arme Freundin musste wohl gerade durchdrehen. Ich war vom Besen gefallen und es war unklar, ob ich es schaffen würde. Bis vor einigen Tagen zumindest. Dann war ihre beste Freundin entführt worden und wahrscheinlich auch noch schuld an dieser Entführung und ihr Jahrelanger Lernpartner war ermordet worden. Nie dachte jemand an die Zurückgeblieben. Ich wusste, wie es war zurückzubleiben und das war kein Spaß. Dieser Gedanke machte mich noch trauriger, weswegen ich mich darauf konzentrierte, dass mein bester Freund, den ich so sehr liebte wie sonst niemanden, noch am Leben war. Eine leise Stimme in meinem Hinterkopf flüsterte den Namen meiner Schwester, aber ich brachte sie zum Schweigen. Ich wusste nicht, was das zwischen uns war. Das musste auch noch geklärt werden. Vielleicht hätte ich das klären sollen, bevor ich zu Cas gegangen war, denn ich würde jemanden brauchen, falls mir das Gespräch mein Herz erneut brechen würde. Oder eher sobald es mir das Herz erneut brechen würde. Er bereute die Art, wie er mir gesagt hatte, dass er nicht dasselbe empfand, aber das änderte den Umstand an sich nicht. Doch auch daran wollte ich jetzt noch nicht denken.
Langsam sickerte sein Argument durch meine Gedanken. „Ich glaube nicht, dass es Absicht war. Isis kennt sie. Sie ist wohl ganz lieb und eher schüchtern. Wenn sie es war, dann nicht, weil sie es wollte." ich zuckte mit den Schultern und bereute es sofort, da der Schmerz enorm war, der dadurch ausgelöst wurde. Und auch wenn ich sie ebenfalls irgendwie verteidigte, durchbohrte mich die Eifersucht. Sie schwang in meiner Stimme mit. Er verteidigte sie. Mochte er sie vielleicht? Ich schluckte schwer. „Bist du wegen ihr mitgegangen?" fragte ich leise und versuchte das grüne Monster zu verstecken, das in meinem Herzen Samba tanzte, aber es klappte nicht wirklich. Selbst wenn er zugedröhnt war bis zum geht nicht mehr, er kannte mich gut genug um die Eifersucht aus meinen Worten triefen zu hören. Ich biss mir heftig auf die Lippe, sosehr, dass ich sogar Blut schmeckte. Verdammt.
Ich zog die Decke um ihn fester, damit ihm warm wurde. Auch, wenn das den Körperkontakt größtenteils unterbrach. Es war wichtiger, dass er nicht fror. Es kam selten vor, dass ich das Wohl eines anderen über mein eigenes stellte. Ich seufzte leise. Ja, im Normalfall war ich ein recht egoistischer Mensch.
Cas schlief dann doch recht schnell ein und ich beobachtete ihn eine Weile. Irgendwann kam er näher und zog mich an sich. Das warme Gefühl, das mich durchströmte war herrlich! Ich lächelte und kuschelte mich an ihn. Bevor ich die Erleichterung, das er noch am Leben war, mich in den Schlaf tragen ließ, küsste ich ihn auf die Stirn.
Ein seltsames Geräusch, riss mich aus meinen Träumen. Ich schlug die Augen auf und sah direkt in das Gesicht einer mürrisch dreinblickenden Hauselfe. Sie hatte den Vorhang weggezogen, wodurch das Geräusch entstanden war. „Aufwachen." bluffte sie, stellte ein Fläschchen – vermutlich Castors Medizin - auf dem Tisch ab und ging dann wieder – glücklicherweise nicht ohne den Vorhang wieder zurückzuziehen. Ich stöhnte frustriert auf und ließ meinen Kopf wieder auf das Kissen sinken. So wollte ich nie wieder geweckt werden. Doch dann fiel mir wieder ein, wessen Wärme ich da neben mir spürte, weswegen ich die Augen wieder aufriss und den Kopf herumdrehte, um in Castors Gesicht sehen zu können.

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Castor

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Re: Vergangenheitsplay » 14

von Castor am 16.08.2018 22:19

Ich wollte nicht darüber sprechen, was wäre wenn ich nach der Rettungsaktion nicht wieder gekommen wäre. Dann müsste ich auch darüber reden, weshalb ich überhaupt mitgegangen war und darüber nachdenken was wäre, wenn sie nicht mehr hier wäre. Und dafür fühlte ich mich grade absolut nicht bereit.
"Siehst du", nuschelte ich in mein Kissen, als Merle zugab dass sie auch mitgegangen wäre. Wenn der blöde Streit und daraufhin ihr Unfall nicht passiert wären, hätten wir womöglich sogar Seite an Seite gekämpft. Stattdessen lag ich komplett fertig vor ihr in einem Krankenbett, während sie sich immer noch von ihrem Sturz erholte. 
Zwei tote Ravenclaws. Mein Kopf brummte. Wen hatte es erwischt? War es jemand, den ich kannte? Vielleicht sogar jemand aus meinem Schlafsaal? Ich wollte Merle erst nach den Namen fragen, bis mir bewusst wurde dass sie sich garantiert keine Sorgen um mich gemacht hätte, wenn sie wüsste welche Ravenclaws gemeint wären. Also nahm ich das nur stumm zur Kenntnis und versuchte mir zu merken, dass ich mich danach definitiv noch erkunden musste. 
"Wenn sie wirklich daran Schuld war, wieso sollten die Todesser sie dann so übel zurichten?", erwiderte ich heiser. Das Bild von Freyas verletztem Körper schlich sich zurück in meine Gedanken ... was hatte sie getan, um uns das einzubrocken? Und warum sollten die Todesser sie dann auch entführen und verletzen, wenn sie ihnen geholfen hatte? Irgendetwas stimmte da nicht. 
"Und du bist warm", nuschelte ich unverständlich, aber Merle wüsste schon, was ich meinte. Sie verstand mich immer, auch ohne Worte. 
Irgendwann war ich wohl tatsächlich in einen langen, traumlosen Schlaf geglitten. Als ich langsam wieder erwachte, brauchte ich einen Moment um zu realisieren wo ich war. Das gleißende Licht brachte mich dazu, die Augen sofort wieder zuzukneifen. Es war anscheinend mitten am Tag. Erst jetzt spürte ich, dass ich irgendetwas - oder besser: irgendjemanden im Arm hielt. Die blonden Locken lagen vor mir auf dem Kopfkissen und kitzelten mich an der Nase. Ich war im Schlaf immer näher an Merle gerückt und hatte einen Arm um sie gelegt. Das Gespräch von gestern kam mir wieder in den Sinn, und ich beobachtete einen Moment ihre geschlossenen Augen. Vielleicht sollte ich ja auch nochmal die Augen zu machen und ein wenig dösen, um sie nicht aufzuwecken ... ich lehnte meinen Kopf wieder gegen das Kissen, schloss die Augen und zog sie ein wenig enger an mich. Unser Gespräch könnte doch auch noch warten ... meinetwegen könnten wir ewig so hier liegen bleiben.

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Re: Vergangenheitsplay » 14

von Merle am 16.08.2018 20:04

Sein Kopfschütteln frustrierte mich etwas. Niemand erzählte einem hier etwas. Ich würde wohl nie wirklich etwas erfahren. Aber ich würde ihn auch zu nichts drängen. "Wir reden später." Ich wusste, dass das ein bisschen nach einer Drohung geklungen hatte und ich musste gestehen, dass das auch in etwa hinkam.
Und schon wieder brachte er mich zum kichern, welches jedoch von meinen Tränen getrübt wurde. "Ich wünschte, du würdest. Cas... wenn du nicht wiedergekommen wärst." Wiederholte ich meinen schlimmsten Alptraum nochmals und wimmerte leise - der Laut überraschte mich selbst. Er klang so gequält und das obwohl er mehr oder weniger - eher weniger - wohlbehalten vor mir lag. Angeknackst, aber lebendig. "Naja, wenn ich ganz ehrlich bin, wäre ich bestimmt auch mitgegangen..." gestand ich dann leise. Spontan fiel mir da sofort eine Person ein, der das überhaupt nicht in den Kram gepasst hätte. Vor meinem Unfall hatte ich immer gedacht, es wäre ihr egal, was mit mir geschah, aber mittlerweile war ich mir da nicht mehr so sicher. Meine Schwester wäre vor Sorge ausgeflippt, das wusste ich jetzt. Ich lächelte. Davon würde ich Cas auch noch erzählen müssen.
Frustriert schüttelte ich den Kopf, dann fiel mir wieder ein, dass er die Augen nicht wirklich öffnen konnte, weswegen ich dann doch zu einer verbalen Antwort ansetzte. "Mir sagt keiner was. Ich habe von einem toten Ravenclaw... naja, zwei toten Ravenclaws gehört und das war's. Kein 'Keine Sorge, dein bester Freund ist nicht unter den Toten' oder so. Ich wusste nicht mal wirklich, ob du lebst..." erneut mussten meine Worte einem erstickten Schluchzen weichen. "Vielleicht weiß Isi etwas über Freya. Sie ist besser mit ihr befreundet. Aber Hazel... ich kenne sie kaum." Und dann fiel mir noch etwas ein. "Warum sorgst du dich überhaupt um Freya? Sie hat euch das Ganze doch überhaupt erst eingebrockt!" murrte ich. Zumindest hatte ich das gehört.
Ich kuschelte mich vorsichtig näher an ihn. "Du bist ganz schön kalt." klagte ich leise, aber das war im Grunde egal, solange ich bei ihm war. Jetzt war, wenigstens für diesen Augenblick, alles so in Ordnung, wie es in solch einer Situation eben sein konnte.
Ich spürte, wie er immer ruhiger wurde, konzentrierte mich auf seinen gleichmäßigen Herzschlag, was mich letztendlich dann doch ins Reich der Träume beförderte. Endlich...

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Re: Vergangenheitsplay » 14

von Castor am 15.08.2018 00:22

Leicht schüttelte ich mit dem Kopf. Ich würde ihr jetzt nicht erzählen, wie verzweifelt ich gewesen war, nachdem ich nach ihrem Unfall aus dem Krankenflügel geschickt wurde und für eine viel zu lange Zeit dachte, dass sie sterben würde. Das würde ich ihr sagen, wenn ich nicht wie ein Häufchen Elend vor ihr in einem Krankenbett dahin vegetierte. "Glaubst du wirklich ich würde mir die Chance entgehen lassen ein paar Todessern in den Arsch zu treten?", antwortete ich heiser, verstummte aber, als ich hörte wie ihre Stimme brach. Ich wollte nicht, dass sie weinte. "Es geht mir doch gut.", versuchte ich sie deshalb zu beruhigen. Auf ihre nächsten Worte hin musste ich mir ein kleines Lächeln verkneifen. Dann wurde ich allerdings wieder ernst und fragte flüsternd: "Weißt du wie es Hazel und Freya geht?" 
Ich spürte wie sich die Matratze links von mir senkte, als Merle zu mir ins Bett kroch. Die plötzliche Wärme lies mich leicht erschaudern - mir war garnicht bewusst gewesen, wie kalt meine eigene Haut sich anfühlte. Erst jetzt, als Merle so nah neben mir lag, breitete sich eine Wärme in meinem Innern aus und ließ mich erschaudern. Eigentlich fror ich nicht oft, aber ich musste zugeben, dass die Decken im Krankenflügel viel zu dünn waren. Der Unterschied zwischen Merles warmer Haut und meiner eiskalten brachte mich zum Zittern. 
Die Kälte verschwand aber mit jeder Sekunde immer weiter. Ich spürte, wie Merle sich an mich kuschelte und legte meinen Kopf müde zur Seite. Eine Ruhe breitete sich in mir aus, die ich schon seit Tagen nicht mehr verspürt hatte. Vielleicht würden die Tränke der Heiler mich jetzt endlich für ein paar Stunden schlafen lassen, ohne dass ich mich unruhig wieder aus dem traumlosen Schlaf kämpfte? Wenn Merle jetzt hier war gab es keinen Grund mehr besorgt zu sein. Sie war hier, und sie war gesund. Alles andere zählte für mich nichts mehr. Ihr leiser Atmen war in diesem Moment das schönste Geräusch, dass es für mich gab - ich hatte an dem verhängnisvollen Abend befürchtet, dass ich dieses Geräusch nie wieder hören würde. Jetzt, während ich lauschte und jeder ihrer Atemzüge eine neue Woge der Ruhe in mir auslöste, begann ich langsam abzudriften. Auf ihre Worte erwiderte ich nichts mehr. Ja, wir würden definitiv reden müssen. Aber das hatte Zeit, bis wir beide nicht mehr völlig kaputt und zerschlagen waren. 

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