Vergangenheitsplay » 14

Erste Seite  |  «  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  ...  19  |  »  |  Letzte [ Nach unten  |  Zum letzten Beitrag  |  Thema abonnieren  |  Älteste Beiträge zuerst ]


Merle
Administrator

24, Weiblich

Admin Main Character Hogwarts [ehem.] Hufflepuff Jahrgang 7 Halbblut Gut Demiguise Covenant Duellierclub Schülerzeitung Treiber Veelagene Dramaqueen Frei

Beiträge: 208

Re: Vergangenheitsplay » 14

von Merle am 21.09.2018 14:08

Ich suchte mir eine heile Stelle aus, und knuffte ihn dann in die Seite, als er über mich die Augen verdrehte. Er wurde also wieder frech. Dann war alles gut.
„Wie gnädig!" lachte ich. Dabei erinnerte ich mich, an das etwas unschöne Geburtstagsgeschenk, das er von mir bekommen hatte und grinste etwas breiter, als ich es vielleicht sollte. Aber es war einfach die pure Schadenfreude, die mich gerade durchströmte. Ob er mir das wohl übelnahm? Im Moment anscheinend nicht, aber insgeheim erwartete ich immer noch eine Racheaktion. Schließlich war das Teil des Spiels... auch wenn ich ihm dieses 'Geschenk' nicht wegen unserer kleineren Neckereien gemacht hatte...
Seine Worte und seine Berührung ließen alles um mich herum langsam verblassen. Das war alles recht neu für mich. Aber es gefiel mir. Ich schmiegte meine Wange sanft an seine Hand und seufzte glücklich. „Du kommst ganz sicher klar?" fragte ich leise. Ich war mir eigentlich schon fast sicher, dass er das mit 'Ja' beantworten würde und ich würde ihm nicht glauben, aber er könnte auch später noch mit mir reden, wenn er so weit war. Falls er es jemals sein würde. Ich konnte mir immer noch nicht wirklich ausmalen, was dort geschehen war. Bestimmt kamen meine schlimmsten Vorstellungen nicht mal im Ansatz an die Grausamkeiten des Geschehens. „Wenn es dir hilft, hast du hiermit die Erlaubnis jederzeit meinen Puls zu checken. Nur bitte nicht nachts. Damit würdest du mich zu Tode erschrecken. Aufzuwachen und da steht plötzlich jemand neben deinem Bett ist bestimmt seltsam." witzelte ich, aber natürlich dürfte er mich auch nachts wecken um zu prüfen, ob ich noch am Leben war.
Während er sprach, suchte ich weiterhin nach Anzeichen. Nach einem weiteren Blick, ließ ich es aber bleiben. Wenn ich weitersuchen würde, würde ich wohl etwas finden, auch wenn da nichts war und damit würde ich nur alles kaputt machen. Ein glückliches Lächeln breitete sich in meinem Gesicht aus und ich strahlte ihn an. Ich biss mir auf die Unterlippe, während mein Blick langsam von seinen Augen abwärts zu seinen Lippen glitt.
„Du wirst nie aufhören, ein Idiot zu sein." ich grinste frech. „Das gehört zu dir. Aber Letzteres wäre schön. Und ich werde nicht mehr weglaufen. Versprochen." während ich ihm dieses Versprechen gab, sah ich ihm in die Augen. Es war soviel Schlimmes passiert, nur weil ich davongelaufen war, dass ich dieses Versprechen halten würde. Und wenn ich mich dabei ertappen würde, wie ich es breche, würde ich mich daran erinnern, was das alles verursacht hatte.
Ich seufzte leise. Jetzt gerade fühlte ich mich wie in Watte gepackt. Es war ein Traum. Ein echter, realer, wirklich passierender Traum, aber immer noch so unwirklich, dass ich mein Glück einfach nicht fassen konnte. Womit hatte ich das nur verdient? War das die Wiedergutmachung für den Sturz von einem Besen?
Mein Blick war mittlerweile wieder bei seinen Lippen angekommen. Ich seufzte leise und gab dann dem Drängen in mir nach, beugte mich nach vorne und küsste ihn. Sofort hatte mich dieses unglaublich Kribbeln wieder im Griff das durch meine Venen schoss, als würde es an einem Wettrennen teilnehmen. Ich hielt mich etwas an Castor fest, da meine Beine angefangen hatten zu zittern. Das sollte nie wieder aufhören.

ee
                       Screenshot_162.png

Antworten

Castor

25, Männlich

Hogwarts [ehem.] Ravenclaw Jahrgang 7 Halbblut Neutral Demiguise Covenant Duellierclub Astronomieclub Treiber Rebell Frei

Beiträge: 110

Re: Vergangenheitsplay » 14

von Castor am 21.09.2018 01:14

Ich verdrehte die Augen, als Merle schon wieder plante an wem wir die Stinkbombe ausprobieren könnten. Das klang so vertraut und so sehr nach ihr, dass ich ein Grinsen dann doch kaum unterdrücken konnte. "Ich geb dir Bescheid, sobald sie fertig ist.", antwortete ich darauf nur. Unwillkürlich fragte ich mich, ob sie wohl nach ihrem Unfall mit ihrer Schwester gesprochen und sie deshalb nicht direkt als erstes Ziel vorgeschlagen hatte. Merle hatte es zwar nie ausgesprochen, aber man merkte ihr an, dass das Verhältnis zu Teagan sie belastete. Auf ihre eigene Weise, mit der sie ihr regelmäßig Streiche spielte. Je länger ich darüber nachdenkte, desto klarer wurden plötzlich Worte in meinem Kopf, an die ich mich zuvor nicht erinnerte hatte. Worte, von denen ich gedacht hätte, dass ich sie mir durch die vielen Schmerzmittel eingebildet hatte, aber die schneidende Stimme in meinem Kopf konnte ich mir nicht selbst ausgedacht haben. Kaum merklich versteifte ich mich. Merles Eltern. Die Todesserin hatte über sie gesprochen ...
Vorsichtig strich ich mit dem Daumen über ihre Wange und zwang mich zu einem Lächeln. "Es reicht eigentlich schon, dass du da bist.", entgegnete ich und atmete zitternd ein. "Der Rest wird bestimmt von alleine weggehen ... irgendwann ..." Meine Stimme wurde immer leiser. Ich konnte nur hoffen, dass diese Albträume auch wieder verschwinden würden, in denen ich sie wiederholt sterben sah, aber irgendetwas in mir bezweifelte, dass ich mich je davon befreien könnte. 
Der Kuss fühlte sich ganz anders an als der erste damals in dem Klassenzimmer. Nicht nur, weil ich ihn dieses Mal nicht sofort unterbrach, sondern weil ich mich voll auf das Gefühl in meiner Brust einlassen konnte, dass Merles Lippen auf meinen auslöste. Wie ein kleines Feuerwerk, das in meinem Magen ausgelöst wurde und gar nicht mehr aufhörte. Dass sie ihre Arme um meinen Hals schlang bemerkte ich nur dadurch, dass wir durch die Bewegung zusammen nach hinten gegen die Wand stolperten. Mein Rücken prallte gegen die kalte Wand und sorgte dafür, dass ein blitzähnlicher Schmerz von meinen Wunden aus durch meinen Körper zuckte. Ich holte nur für einen kurzen Moment stockend Luft, konzentrierte mich dann aber wieder voll und ganz auf Merle. Ich würde jeden Schmerz der Welt mit offenen Armen empfangen, solange sie mich erst einmal nicht wieder los ließ. 
Als sie denn Kuss dann aber doch vorerst beendete sah ich sie verwirrt an. Ihre Worte ließen mich stutzen. "Das ist echt.", flüsterte ich leise und starrte abwechselnd von ihren Augen zu ihren Lippen und wieder zurück. "Das war es auch beim ersten Mal, nur dieses Mal ... dieses Mal werde ich nicht wieder ein riesiger Idiot sein. Ich werde dich nicht noch einmal verletzten", murmelte ich leise und strich mit meinem Daumen auf ihrer Wange vorsichtige, beruhigende Kreise. Das alles hier fühlte sich wirklich sehr nach einem Traum an, deshalb konnte ich Merle nicht verübeln, dass sie an der Echtheit zweifelte. Aber ich würde nicht weiter gegen diese Gefühle ankämpfen, die ich für sie hegte. Dafür war ich nach allem, was geschehen war ohnehin nicht mehr stark genug.

castoe2.gif castoe1.gif castoe4.gif castoe3.gif
Don't carry the world upon your shoulders, for well you know that it's a fool
who plays it cool by making his world a little colder

Antworten

Merle
Administrator

24, Weiblich

Admin Main Character Hogwarts [ehem.] Hufflepuff Jahrgang 7 Halbblut Gut Demiguise Covenant Duellierclub Schülerzeitung Treiber Veelagene Dramaqueen Frei

Beiträge: 208

Re: Vergangenheitsplay » 14

von Merle am 05.09.2018 12:57

Ich blinzelte überrascht, doch dann schlich sich ein Grinsen in mein Gesicht. „Naja... umsonst muss es ja nicht gewesen sein.... Es gibt noch genug Leh- ...ich meinte natürlich Leute, an denen man sie ausprobieren kann." verschwörerisch sah ich ihm in die Augen. Oh ja, wir würden schon noch jemanden finden. Ich konnte es ehrlich gesagt gar nicht abwarten, endlich wieder mit Castor gemeinsam irgendetwas anzustellen.
Ich konnte den Kampf sehen, der in seinem Inneren stattfand. Es schmerzte, ihn so zu sehen und ich fühlte mich schrecklich hilflos. „Wenn dir doch noch irgendwas einfällt... ich bin hier. Versprochen." flüsterte ich leise, da er mittlerweile so nahe war, dass ich Angst hatte, lautere Worte würden zu sehr stören.
Als er die Hände an meine Wangen legte, strömte Wärme in meinen Körper. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass mir innerlich irgendwie kalt war, bis seine Wärme die Kälte vertrieb. Die Wärme wandelte sich so plötzlich in ein Knistern um, dass ich überrascht blinzeln musste. Ich stand unter Strom. Ich rechnete fast damit jeden Augenblick zu zittern, so geladen fühlte ich mich und das erste Mal seit längerer Zeit war es weder Angst noch Wut oder Trauer, die mich durchströmte, sondern ein unglaublich heftiges Glücksgefühl. So viel Glück konnte man gar nicht empfinden, und das nur, weil er mich berührte. Die wirklich angenehme Reizung ließ mich strahlen. Zumindest fühlte es sich so an. Ich war schon lange nicht mehr so glücklich gewesen. Mehr war vermutlich nicht möglich. Wie sehr ich mich irrte, bewies er mir mit seinen nächsten Worten. Ich blinzelte hektisch um ihn durch die Tränen sehen zu können, Mein Herz galoppierte davon. Es schlug so schnell, dass ich mir in einer anderen Situation vielleicht sogar tatsächlich Sorgen gemacht hätte, aber gerade war kein Raum für andere Dinge, als die Worte die Castor gerade ausgesprochen hatte. Sie wurden wie eine Dauerschleife in meinem Kopf abgespielt. Er war verliebt. In mich. Ich musste ziemlich blöd aussehen, wie ich dastand, ihn verliebt angrinste und mir gleichzeitig von Tränen die Schicht verschleiert wurde. Er sagte etwas. Ich sah, wie seine Lippen sich bewegten. Aber seine Worte kamen nicht wirklich bei mir an, da der Satz, auf den ich in meinen schönsten Träumen nicht zu hoffen gewagt hatte, hallte immer noch in meinem Kopf wieder.
Ich grinste immer noch vor mich hin, als Castors Lippen auf meinen mich plötzlich wieder richtig zum Leben erweckten. Passierte das hier gerade wirklich? Und wenn nicht, war es doch ein wunderschöner Traum, den ich genießen sollte... oder? Ich stellte meinen Kopf ab, schlang die Arme um Cas' Nacken und ließ mich einfach fallen. Einen Moment funktionierte es sogar ganz gut, allerdings meldete sich dann diese dämliche leise Stimme in meinem Hinterkopf, die mir mein Glück einfach nicht gönnen wollte. Schwerfällig löste ich mich wieder von Cas und sah ihn prüfend an, suchte nach Anzeichen dafür, dass meine Gene wieder mit ihm spielten. „Cas... nur um sicherzugehen... Das hier ist echt? Ich wache nicht gleich alleine auf? Ich habe gerade keinen Einfluss auf dich? Es wird nicht gleich wieder weh tun?" fragte ich leise und etwas unsicher. Ich gab selten zu, dass ich unsicher war. Ich mochte das Gefühl nicht, verletzlich zu sein. Es gab dem anderen so viel.... Möglichkeiten einem weh zu tun und dass ich Castor gerade vertraute, mir nicht weh zu tun, sagte eine Menge aus.

ee
                       Screenshot_162.png

Antworten

Castor

25, Männlich

Hogwarts [ehem.] Ravenclaw Jahrgang 7 Halbblut Neutral Demiguise Covenant Duellierclub Astronomieclub Treiber Rebell Frei

Beiträge: 110

Re: Vergangenheitsplay » 14

von Castor am 04.09.2018 00:41

Das zwischen Remus und Merle doch nichts gelaufen war löste ein ganz merkwürdiges, warmes Gefühl in mir aus. "Dann hab ich also umsonst zwei Wochen lang an einer Stinkbombe getüftelt, die ich Remus hinterherwerfen wollte?", grummelte ich, auch wenn es nicht ernst gemeint war. Ich hatte versucht ihm aus dem Weg zu gehen, aber ich würde ihm nie absichtlich irgendetwas Böses wollen. Dafür war er ein viel zu netter Kerl. Und ich ein viel zu großer Idiot, der Merle ohnehin nicht verdient hatte. 
Ich presste die Lippen zusammen und kämpfte gegen die wiederkehrenden Bilder in meinem Kopf an. Ich hörte Merles Worte, ich fühlte ihre Hand an meiner Wange und ich konnte ihre Körperwärme spüren, weil sie so nah vor mir stand. Und trotzdem schnürte mir die Angst sie zu verlieren weiterhin die Kehle zu. Als hätte dieses Gefühl eine so tiefe Narbe in meinem Inneren hinterlassen, dass ich es jetzt nicht mehr los wurde. 
Sachte schüttelte ich den Kopf. "Ich glaube nicht, dass du irgendetwas dagegen tun kannst", flüsterte ich und schloss die Augen. Ihr Gesicht war meinem so nahe, dass ich ihren Atem auf meinen Lippen spüren konnte. Ich hob meine Hände und legte sie vorsichtig um ihr Gesicht, strich ihr mit dem Daumen über die Wange. Das hier war real. Ihre leise Stimme verdrängte die bösen Worte der Todesserin langsam aus meinem Gedanken. Da war nur noch Merle, überall. 
Vorsichtig zog ich meinen Kopf ein Stückchen zurück, um sie ansehen zu können und holte zitternd Luft. "Ich habe mich in dich verliebt.", flüsterte ich ganz leise, als könnten die Worte zwischen uns zerbrechen. Ich war nie der Typ gewesen, der über seine Gefühle sprach, aber es war an der Zeit endlich Klartext zu sprechen. Nachdem ich die Worte ausgesprochen hatte, spürte ich wie ein ganzer Haufen Steine von meinem Herzen fielen. Prüfend sah ich Merle an, redete aber schnell weiter, damit sie meinen Redefluss nicht unterbrach, bevor er vorbei war. "Ich weiß nicht genau wann der Moment war, an dem ich das gemerkt habe, aber ich weiß, dass ich mich wie ein riesiger Idiot verhalten habe. Ich hätte dir damals in dem Klassenzimmer schon die Wahrheit sagen sollen ... das hätte uns eine Menge Ärger erspart. Und eine Menge Schmerzen." Ich lachte kurz auf und schüttelte den Kopf. Dann zog ich Merles Gesicht näher an meines und lehnte meine Stirn gegen ihre. Ich hatte so viel Angst gehabt, dass diese Gefühle unsere Freundschaft zerstören würde, aber in Wahrheit war es genau anders herum gewesen. 
Ich strich noch einmal sanft über ihre Wange, bevor ich mich genau wie damals in dem Klassenraum vorbeugte und sie sanft küsste. Nur dass ich dieses Mal keinen Rückzieher machen oder es auf ihre Veela-Gene schieben würde. 

castoe2.gif castoe1.gif castoe4.gif castoe3.gif
Don't carry the world upon your shoulders, for well you know that it's a fool
who plays it cool by making his world a little colder

Antworten

Merle
Administrator

24, Weiblich

Admin Main Character Hogwarts [ehem.] Hufflepuff Jahrgang 7 Halbblut Gut Demiguise Covenant Duellierclub Schülerzeitung Treiber Veelagene Dramaqueen Frei

Beiträge: 208

Re: Vergangenheitsplay » 14

von Merle am 03.09.2018 20:18

Ich hielt seinem Blick eine Weile stand, doch dann gab ich nach. Das Ganze würde sonst zu nichts führen. „Denk bloß nicht, du hättest das schon gewonnen." murrte ich leise. Darüber könnten wir später streiten. Wenn uns eines nie ausging, dann war es der Stoff für kleine Machtkämpfe. Darin waren wir Meister. Wir beide vereint gegen einen anderen, waren allerdings unschlagbar. Wie gesagt – wir hatten viel Übung und wenn alles gut ging würden wir wohl auch nie aus der Übung kommen. Vorausgesetzt, ich würde ihn nicht verlieren. Die allein der Gedanke, dass diese Möglichkeit im Raum stand, bereitete mir Kopfschmerzen. Ein leise Stimme in meinem Hinterkopf wisperte, dass es egal war, wie das hier ausging. Ich brauchte Castor so sehr, dass mir die Kraft fehlte, ihn für immer gehen zu lassen. Wenn er sich distanzieren wollen würde, könnte ich das bis zu einem gewissen Grad vermutlich sogar ertragen, ihn aber vollständig zu verlieren.... Ich musste mir eingestehen, dass ich das nicht konnte. Egal, wie verkorkst ich war oder auch er.
Ich ließ seine Worte auf mich wirken. Sie wirbelten in meinem Kopf herum, sortierten sich neu. Ich hatte Angst, dass ich jeden Augenblick aufwachen würde. Es konnte einfach nicht sein, dass ich einfach so alles bekam, was ich wollte. Oder zumindest die Chance einen Teil von dem, was ich wollte zu ergattern.
Ich seufzte genervt und verdrehte die Augen. „Anscheinend muss ich dir das sehr wohl erklären, da ich den bösen Verdacht habe, dass dein kleines hübsches Köpfchen sich etwas vollkommen falsches zusammenreimt." Erneut seufze ich. „Ich weiß, was du denkst, was passiert ist. Ich habe es dir angesehen, als Remus und ich aus dem Raum kamen. Aber es stimmt nicht. Wir haben uns getroffen – zufällig und ja, am Anfang muss ich gestehen, wollte ich mich sehr wohl mit ihm ablenken. Ich bin nicht stolz darauf." Ich senke den Blick, denn es ist mir wirklich unangenehm. Ich nutze andere Leute, die es nicht verdient haben, normalerweise nicht aus und wenn es jemand nicht verdient hatte, dann war es Remi. „Aber ich konnte es nicht. Ich glaube, er konnte es auch nicht. Er hat nur gefragt, was los ist und ich... ich habe ihm alles erzählt. Dass ich diese Gefühle seit ein paar Monaten bewusst mit mir herumschleppe und dass das dann in dem Klassenzimmer... eskaliert ist. Letztendlich habe ich die ganze Nacht in seinen Armen geweint und er hat versucht, mich zu trösten. Das ist wirklich passiert. Nicht mehr und nicht weniger. Es tut mir leid, dass ich dich in dem Glauben ließ, zwischen mir und Remi wäre etwas gelaufen. Genauso, wie es mir leid tut, dass ich immer wieder vor dir weggelaufen bin. Aber ich habe mich wirklich für meine Tränen geschämt." während ich spreche, laufen sie wieder meine Wangen herab, aber dieses Mal laufe ich nicht weg. Das werde ich nie wieder tun. Zumindest werde ich das versuchen.
„Was? Wer?" fragte ich verwirrt, aber besorgt. Der Ausdruck in seinen Augen, jagt mir einen eiskalten Schauer über den Rücken und als er seine Hand wegzieht, um seine Tränen wegzuwischen, fehlt mir seine Nähe sofort, obwohl er direkt vor mir steht.
Als er weiter redet, beginne ich zu verstehen. Das leise 'Oh' wird von meinen Lippen geformt, ohne dass ich es beeinflussen kann. Er leidet schrecklich, immer noch.
Seine Hand löst ein Kribbeln aus, aber sein Leid lässt mich immer noch zittern. „Cas..." meine Stimme ist nur ein Flüstern und ich muss erst die Sorge herunterzwingen, bevor ich weitersprechen kann. Ich lege meine andere Hand an seine andere Wange und zwinge ihn dazu, mich anzusehen. „Cas. Ich bin hier. Wenn du willst, kann ich dich kneifen. Du träumst nicht. Ich lebe. Ich atme. Ich bin hier." versuche ich ihm eindringlich zu vermitteln. Vorsichtig lehen ich meine Stirn gegen seine. „Was kann ich tun?" frage ich leise. Selbst ich höre die Verzweiflung in meiner Stimme, Ich habe Angst, ihm nicht helfen zu können.

ee
                       Screenshot_162.png

Antworten

Castor

25, Männlich

Hogwarts [ehem.] Ravenclaw Jahrgang 7 Halbblut Neutral Demiguise Covenant Duellierclub Astronomieclub Treiber Rebell Frei

Beiträge: 110

Re: Vergangenheitsplay » 14

von Castor am 24.08.2018 22:33

Ich warf Merle einen Blick zu, den sie wahrscheinlich schon oft genug von mir gesehen hatte und schüttelte dann nur den Kopf. Ach, ich wollte jetzt nicht darüber diskutieren wie es mir ging. Dann könnten wir auch gleich damit anfangen, dass sie trotz ihrer Verletzungen den ganzen Weg zum Krankenflügel gelaufen war und damit vermutlich den Heilungsprozess noch verlängert hatte. Und wenn wir da angekommen wären, würde dieses Gespräch niemals stattfinden. 
Als sie meinen kleinen Monolog unterbrach warf ich ihr einen warnenden Blick zu, sagte aber nichts weiter dazu. Irgendwie hatte ich sowieso damit gerechnet, dass sie mich unterbrechen würde. Sie wäre nicht Merle, wenn sie es nicht getan hätte. 
Als sie die Sache mit dem Raum der Wünsche ansprach zuckte ich nur lustlos mit den Schultern. "Du musst mir nichts erklären ...", nuschelte ich in meinen nicht-vorhandenen-Bart und starrte an die Decke, um ihr nicht in die Augen sehen zu müssen. Die Sache war für mich mehr als eindeutig gewesen, und mein Gehirn konnte sich den Rest auch sehr gut alleine ausmalen, ohne dass Merle irgendetwas erklärte. 
Trotz Merles Lächeln verdrehte ich die Augen bei ihren Worten. Ich war immernoch ein Idiot, aber sie war mindestens genauso schlimm wie ich. Wenn wir uns beide nicht so ähnlich wären, hätte dieses ganze Dilemma zwischen uns vielleicht nie statt gefunden. Oder zumindest in einem kleineren Ausmaß.
Ihre Worte kitzelten an meinem Ohr und lösten eine Gänsehaut auf meinem Körper aus. Als sie sich wieder entfernte atmete ich sachte ein, damit sie nicht bemerkte wie ich die Luft angehalten hatte. Ihre Haut war immer noch sehr viel wärmer als meine, als sie meine Hand über ihr Herz legte. Das sanfte Pochen an meinen Fingerspitzen sorgte dafür, dass mein eigenes Herz einen kleinen Sprung machte. Die Worte der Todesserin kamen mir wieder in den Sinn, überdeckten die von Merle und schnürten mir die Kehle zu. Selbst das Klopfen ihres Herzens konnte mich nicht beruhigen. 
"Sie hat dich gegen mich benutzt.", flüsterte ich ihr zu und musste plötzlich heftig gegen die aufkommenden Tränen blinzeln. Ich weinte sehr selten, aber das Bild von Merles kaputten Körper auf dem Rasen des Quidditchfeldes sorgte jedes Mal wieder dafür, dass meine Knie weich wurden. Ich nahm meine Handvon ihrem Herzen und wischte mir verstohlen durch die Augen. "Sie hat in meinen Kopf geguckt und gesehen, was mit dir passiert ist. Sie hat mir eingeredet, dass es für dich schon zu spät war. Deswegen bin ich mit gegangen." Ich musste kurz Luft holen und sah ihr dann wieder in die Augen. "Ich dachte ich hätte dich schon längst verloren." Die Rettungsaktion war für mich in erster Linie eine Ablenkung gewesen, aber nachdem dieser dunkle Schatten das erste Mal ihre Worte an mich gerichtet hatte war mir klar gewesen, dass ich nichts zu verlieren hatte. Wenn Merle wirklich gestorben wäre, während ich mit den anderen losgezogen war, hätte es niemanden mehr gegeben zu dem ich zurück kehren musste ... Ich legte meine Hand über ihre an meiner Wange und nahm sie in meine. "Es tut mir leid", flüsterte ich kaum hörbar und starrte auf unsere Hände. Beinahe wäre es dazu gekommen. Was wäre nur gewesen, wenn die Todesserin richtig zu mir durchgedrungen wäre? Dann wäre Merle vermutlich nach Hogwarts zurück gekehrt, ohne mich je wiedersehen zu können ...

castoe2.gif castoe1.gif castoe4.gif castoe3.gif
Don't carry the world upon your shoulders, for well you know that it's a fool
who plays it cool by making his world a little colder

Antworten

Merle
Administrator

24, Weiblich

Admin Main Character Hogwarts [ehem.] Hufflepuff Jahrgang 7 Halbblut Gut Demiguise Covenant Duellierclub Schülerzeitung Treiber Veelagene Dramaqueen Frei

Beiträge: 208

Re: Vergangenheitsplay » 14

von Merle am 24.08.2018 00:25

Ich grinste weiterhin herausfordernd. „Willst du herausfinden, ob ich schneller bin als die Heiler? Denk daran, wir sind durch einen blickdichten Vorhang geschützt, der Geräusche verschluckt. Willst du es wirklich darauf anlegen?" mein Grinsen wurde breiter. Es war klar, dass ich ihm nie etwas tun würde. Nicht wirklich.
Castor sah aus, als würde er gleich zusammenbrechen. Er war aber auch ein sturer Bock! Was wollte er damit denn beweisen?! Allein schon die Tatsache, dass er es nicht wagte, mich anzusehen, verriet ihn. „Genau. Und Weihnachten und Ostern fällt dieses Jahr auf denselben Tag." spottete ich. Dieser Typ war einfach unverbesserlich! Aber so war ich im Grunde auch. Fehler zuzugeben fiel uns beiden sehr schwer und Schwäche eingestehen kam ja mal gar nicht in Frage!
Als er sich auf die Lippe biss, zuckte meine Hand in seine Richtung, doch um sie wirklich zu befreien, fehlte mir der Mut.
Bei seinem Gesichtsausdruck, packte mich die Angst und ich hatte wirklich Mühe damit, meinen Fluchtinstinkt niederzukämpfen. Ich war schon immer eine Meisterin gewesen vor meinen Problemen davonzulaufen. Schlussendlich hatte mich das wohl beinahe ins Grab gebracht.
Ich nickte einfach nur, schluckte schwer und sah dann überall hin, nur nicht zu Cas.
Dann war es kurz still. Ich wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, bis er wieder die Stimme erhob. Die Zeit schien sich ausgedehnt zu haben und gleichzeitig war sie stehen geblieben.. Meine Anspannung und Nervosität wuchsen mit jeder Sekunde etwas mehr.
Seine ersten Worte verwirrten mich. Irritiert starrte ich eine Punkt an der Wand unmittelbar neben Cas' Kopf an. „Wa-" setzte ich an, doch dann fiel mir wieder ein, dass ich versprochen hatte zu schweigen. Als er dann weitersprach, konnte ich nicht verhindern, dass ich die Augen aufriss. Meine Lippen formten ein stummes 'Oh' und die Schmetterlinge in meinem Bauch flatterten wie wild umher. Und dann stand ich mal wieder auf dem Schlauch. „In was nicht gut? Ich werde dich jetzt nicht für den Kuss loben." murrte ich. Und dann wurde mir klar, was er meinte. „Ach das..." nickte ich. Merlin – ich konnte meine Klappe aber auch nicht halten. Ich senkte den Blick. Trotzdem das ganze hier irgendwie seltsam war, war ich dennoch glücklich und versuchte so mein Lächeln zu verbergen.
Ich nickte wieder. Ich war ja auch nicht ganz unbeteiligt an der ganzen Geschichte. Wir waren beide in dieser Hinsicht nicht sonderlich gut... Sein Lachen jagte mir einen eisige Schauer über den Rücken. Auch wenn ich Cas' Lachen liebte, dieses gehörte nicht dazu. Selbst sein gezwungenes Lachen hatte noch etwas liebenswertes, aber das war schon fast unheimlich. Wie ein böser Vorbote.
Ich nickte schuldbewusst und wartete kurz, bevor ich etwas erwiderte. „Es tut mir leid. Ich... ich konnte dich kaum ansehen, ohne in Tränen auszubrechen. Ich habe mich dafür gehasst, so dumm zu sein. Ich habe einfach unsere Freundschaft weggeschmissen, weil ich... weil ich.. Ich weiß nicht einmal, was ich mir gedacht habe. Es hat nur so weh getan und ich konnte das einfach nicht. Ich weiß, dass ich dumm war, ich weiß, dass ich alles falsch gemacht habe aber... Ich wusste nicht, was ich anderes tun sollte." gestand ich. „Lässt du mich die Sache mit dem Raum der Wünsche noch erklären?" fragte ich leise und sah ihn vorsichtig an. Er musste wissen, dass da zwischen Remus und mir nichts passiert war.
Ich beobachtete, wie er sich an die Wand lehnte und trat einen Schritt auf ihn zu. Als er wieder sprach, musste ich leise lachen. „Wieso war? Bist du es nicht immer noch?" ich lächelte ihn sanft an. Er wusste, dass das nicht böse gemeint war. „Castor Vincent Peakes. Ich verrate dir jetzt mal ein Geheimnis." ich beugte mich vor und legte die Lippen an sein Ohr. „Nicht die ganze Welt dreht sich nur um dich." Meine vielleicht. Fügte ich in Gedanken noch hinzu, dann lehnte ich mich wieder zurück. „Ich bin nicht deinetwegen vom Besen gefallen. Ich bin gefallen, weil mich ein Klatscher erwischt hat, der da nicht hätte sein sollen. Du warst lediglich der, der mir das Leben gerettet hat. Ohne dich würde ich gar nicht mehr hier stehen, aber Castor..." ich nahm seine Hand vorsichtig in meine. „Merkst du, dass ich warm bin? Ich lebe. Ich bin hier." Ich legte seine Hand vorsichtig auf die Stelle, unter der mein Herz schlug. „Es schlägt." ich nickte ihm zu und lächelte. „Ich gehe so schnell nicht weg." versprach ich und strich ihm mit der anderen Hand über die Wange. Ob ich das durfte war eine andere Sache. „Wer schlägt dich sonst in den Duellen?" fügte ich dann noch leise lachend hinzu.

ee
                       Screenshot_162.png

Antworten

Castor

25, Männlich

Hogwarts [ehem.] Ravenclaw Jahrgang 7 Halbblut Neutral Demiguise Covenant Duellierclub Astronomieclub Treiber Rebell Frei

Beiträge: 110

Re: Vergangenheitsplay » 14

von Castor am 23.08.2018 23:19

"Bevor du dazu gekommen wärst, hätten die Heiler dich rausgeschmissen", erinnerte ich sie mit einem selbstgefälligen Grinsen. Diese kleinen Neckereien hatten mir mehr gefehlt, als ich zugeben würde. Das war doch irgendwie das, was unsere Freundschaft ausmachte; wir stritten uns wie Geschwister, konnten einander aber nie lange böse sein. Naja, zumindest bis vor kurzem ...
Vielleicht war ein Spaziergang doch nicht die beste Idee gewesen. Mein Bein fühlte sich, als ob der Knochen an beiden Hälften nur halbherzig wieder an seine eigentliche Position geklebt wurde, und mein eher schlecht als rechtes Humpeln verbesserte das Gefühl nicht grade.
Keuchend starrte ich auf meine Füße, bis meine Atmung sich wieder einigermaßen normalisierte. Erst dann wagte ich es Merle anzusehen. "Mir geht's gut", beteuerte ich wieder. Den Teufel würde ich tun als zuzugeben, dass ich meine eigenen Kräfte überschätzt hatte. Lieber würde ich mich noch einmal der Todesserin stellen. 
Bei ihren Worten biss ich mir so heftig auf die Lippen, dass ich mir einbildete kurz Blut schmecken zu können. Von hier gab es keinen Ausweg mehr. Ich sollte endlich über meinen Schatten springen und ihr von allem erzählen, was seit Tagen in meinem Kopf herum spukte. Die ganze Wut auf sie war in dem Moment verraucht, als ich ihren Sturz mit ansehen musste, aber ich hatte trotzdem nicht vergessen, wie genau sie sich über die ganze Sache mit mir hinweg getröstet hatte. 
"Nein", erwiderte ich entschlossen und suchte ihren Blick, bevor ich die Lippen zusammen presste. "Hör mir ... hör mir einfach zu, okay?" Die Chance, die du mir beim letzten Mal nicht gegeben hast. Ich suchte nach Worten, die irgendwie das Chaos in meinem Kopf beschrieben, aber ich war noch nie ein großer Redner gewesen. Ich setzte lieber auf Klartext, auch wenn ich in jenem Klassenzimmer offensichtlich darauf verzichtet hatte.
"Ich hab dich angelogen.", begann ich langsam. "In dem Klassenzimmer, als ich dich geküsst und gesagt habe, dass deine Veela-Gene daran Schuld waren. Das war eine Lüge, weil ich ein Idiot bin, und das weiß ich selbst. Aber du kennst mich doch, Meer. Du weißt, dass ich nicht ... - das ich nicht gut in sowas bin." Ich war grottenschlecht darin, über meine Gefühle zu sprechen. Alleine diese Worte kosteten mich eine Menge Überwindung. "Ich hab vorher noch nie ... über uns nachgedacht, nicht so. Das war es eben, ich hab nicht nachgedacht. Und ich hatte Angst, dass das unsere Freundschaft kaputt macht, deswegen wollte ich es so gut es ging rückgängig machen. Obwohl das ja eher dafür gesorgt hat, dass sie kaputt gegangen ist ..." Ein kaltes, freudloses Lachen entfuhr mir. Ich würde bestimmt niemals vergessen, wie sie vor mir geflohen war und meinen Blick danach mit allen Mitteln gemieden hatte. Der bloße Gedanke verpasste mir immernoch einen Stich. 
"Aber ich bin dir nachgegangen, Merle, und ich wollte es erklären. Ich hab es versucht. Aber du ... du hast mich nicht gelassen." Ich schüttelte den Kopf. "Ich weiß, dass ich dich damit verletzt habe. Sehr. Aber du - du hättest mir die Chance geben können, mich zu erklären. Wenn nicht an dem Abend, dann wenigstens in den Tagen danach, anstatt ..." anstatt die Typen in meinem Haus abzugrasen. Ich erinnerte mich nur zu gut an die brodelnde Wut, als Matt mir davon erzählt hatte. Sie kehrte auch jetzt wieder zurück, wurde aber von der Wärme in Schach gehalten, die die Erinnerung an den Spiegel Nerhegeb immer wieder in mir auslöste. Und Merles Lächeln, das ich darin sehen konnte. 

Erschöpft lehnte ich mich zurück an die Wand. Das war zu viel für meine Kräfte, egal wie sehr ich mich anstrengte. Ich schloss müde die Augen und suchte dann ihren Blick. "Ich war ein Idiot, okay? Ich wünschte nur, ich hätte dir das sagen können bevor du wegen mir von deinem Besen fällst und fast ..." Ich ließ den Satz unbeendet; wir wussten ohnehin beide, wie er enden würde. 

castoe2.gif castoe1.gif castoe4.gif castoe3.gif
Don't carry the world upon your shoulders, for well you know that it's a fool
who plays it cool by making his world a little colder

Antworten

Merle
Administrator

24, Weiblich

Admin Main Character Hogwarts [ehem.] Hufflepuff Jahrgang 7 Halbblut Gut Demiguise Covenant Duellierclub Schülerzeitung Treiber Veelagene Dramaqueen Frei

Beiträge: 208

Re: Vergangenheitsplay » 14

von Merle am 23.08.2018 08:48

Meine Augen verzogen sich zu Schlitzen, durch die ich ihn wütend anfunkelte. Na warte, der konnte was erleben!
„Sei froh, dass du verletzt bist! Sonst hätte ich dich schon verflucht." drohte ich zischend, während ich ihm ebenfalls die Zunge herausstrecke. Merlin, wie alt waren wir? Fünf?!
Allerdings freute ich mich, als ich sein Grinsen endlich wiedersah. Ich hatte es mehr vermisst, als ich vermutet hatte. Ich konnte gar nicht anders, als es zu erwidern.
Ich konnte einfach keine richtigen Schlüsse darausziehen. Mein Schädel brummte und das lag zur Abwechslung mal nicht an dem Sturz. Ich schloss die Augen, um den Schwindel zu beseitigen, aber der würde wohl bleiben, bis das Chaos in meinem Kopf beseitigt war.
Ich beschäftigte meine Hände weiter, in dem ich ihm auch das Hemd wieder anzog. Ich konzentrierte mich voll und ganz darauf, nur um nicht an die Hoffnung in meinem Bauch zu denken, die dort auf - und absprang wie ein Flummi. Sie durfte nicht mein Herz erreichen, denn das würde noch mehr weh tun, als es jetzt schon tun würde.
Sein heftiges Nicken brachte mich wieder zum Lachen, doch es klang schrecklich gekünstelt und unecht, obwohl es wirklich witzig war, deswegen ließ ich es lieber.
Ich beobachtete, immer noch das Chaos und die Möglichkeiten in meinem Kopf ignorierend, wie Cas vorsichtig aus dem Bett stieg. Ich wollte ihm gerade meine Hilfe anbieten, als er mit Schwung aus dem Bett stieg – und beinahe auf die Nase fiel. So ein „Idiot." murrte ich leise. Selbst ich hatte mich an die Anweisungen gehalten – größtenteils, was aber eher daran lag, dass mich die Schmerzen sonst umgebracht hätten und ich keine Lust auf falsch zusammengewachsene Knochen hatte. Na gut, bei Cas waren es ja vielleicht auch etwas einfachere Brüche. Schließlich waren bei mir nur Splitter übrig, aber das hieß noch lange nicht, dass er nicht auch Schmerzen hatte.
Ich kannte ihn jedoch lange genug um zu wissen, dass niemand, nicht mal sein eigener Körper, gegen seinen dämlichen Stolz ankam und er sich deswegen wohl eher nicht helfen lassen würde. „Tu dir nicht weh..." warf ich ihm trotzdem hinterher. Einen Versuch war es ja immerhin wert.
Als wir hinter dem Vorhang waren, warf die Heilerin erst Castor einen böse Blick zu und dann mir. Ich erwiderte diesen nur entschuldigend und zuckte mit den Schultern. Ich konnte mittlerweile wieder erstaunlich gut laufen, was wohl teilweise an den Schmerzmitteln und teilweise an der fortgeschrittenen Heilung lag.
Ich folgte Castor, schmerzfrei, durch das Schloss und war erstaunt, dass wir kaum jemanden trafen. Im Grunde war das ja auch kein Wunder, denn das Leben ging für die meisten einfach weiter. Das musste es auch. In so einer Zeit wie jetzt, würde das Leben irgendwann zum totalen Stillstand kommen, würde man jedes Mal pausieren, wenn etwas schlimmes geschah. Als Kind hatte ich es nicht begriffen. Ich habe nicht verstehen können, wie andere einfach weiterleben konnten, während meine Welt in Scherben vor mir lag. Nun verstand ich, dass sie es mussten. Ich verstand es, weil ich nicht mehr das kleine, naive Mädchen von früher war. Dieses Mädchen war fort. Es musste weg sein. Es hätte in einer Welt wie dieser nicht überleben können.
Ich weiß, dass es Selbstschutz ist, mich auf andere Dinge zu konzentrieren, als auf das, was mich im Moment wirklich sorgt. So in Gedanken versunken, bemerke ich fast gar nicht, das Castor plötzlich stehenbleibt. Ich laufe einige Schritte an ihm vorbei, bevor ich merke, dass er nicht mehr vor mir ist. Ich blicke kurz über meine Schulter und sehe ihn an der Wand lehnen. Mit einem teuflisch schnippischen Grinsen, trete ich vor ihn und verschränke die Arme. „Na, können wir nicht mehr?" frage ich mit hochgezogenen Augenbrauen. Dann seufzte ich. Wir wussten beide, dass wir reden mussten. Sonst würden wir nie wieder normal miteinander umgehen können – in soweit das überhaupt je wieder möglich sein würde. „Soll ich anfangen?" fragte ich deswegen leise und sah auf meine Füße, da ich ihm nicht in die Augen sehen konnte.

ee
                       Screenshot_162.png

Antworten

Castor

25, Männlich

Hogwarts [ehem.] Ravenclaw Jahrgang 7 Halbblut Neutral Demiguise Covenant Duellierclub Astronomieclub Treiber Rebell Frei

Beiträge: 110

Re: Vergangenheitsplay » 14

von Castor am 23.08.2018 02:06

"Wenn du das sagst", erwiderte ich mit hochgezogenen Augenbrauen und streckte ihr die Zunge heraus. Ich wusste genau, dass Merle das ärgern würde. Und darauf legte ich es ja an. "Ich habe nie behauptet, dass du blöd bist ... nur dass du in einem Duell verlieren würdest." Ich schaffte es für ein paar Sekunden lang den ernsten Gesichtsausdruck aufrecht zu erhalten, dann verzogen sich meine Mundwinkel ganz von alleine zu dem breiten Grinsen, das sonst so gut wie immer auf meinem Gesicht fest getackert war. 
Ich starrte auf meine Hände, während Merle vermutlich versuchte Eins und Eins zusammen zu zählen. Ich sagte nicht weiter dazu - das hier war wirklich nicht der richtige Ort dafür -, sondern ließ zu, dass sie meine Wunden verband. 
Irgendwie hoffte ich, dass Merle das Thema einfach vergessen würde, damit mir etwas Zeit blieb mich mental darauf vorzubereiten. Als sie jedoch wieder die Stimme erhob schloss ich für ein paar Sekunden die Augen. "Ja, ich weß was ich gesagt habe", flüsterte ich und brauchte viel Überwindung, um ihr jetzt in die Augen zu sehen. Wieso war es denn nur so schwer, das auszusprechen?
Ich konnte in Merles Kopf beinahe die Zahnräder klappern hören. Es würde wohl unweigerlich zu dem Gespräch kommen, auf das wir beide warteten, das war klar. Aber irgendwie hatte ich gehofft, dass ich noch etwas Zeit hätte meine Gedanken zu ordnen ...
Als hätte sie meine Gedanken gelesen, schlug Merle auf einmal einen Spaziergang vor. Ich nickte heftig mit dem Kopf. Wir mussten hier raus, an irgendeinen ruhigen Ort, an dem ich ihr alles in Ruhe erklären konnte. Und wo sie keine spitzen Gegenstände nach mir werfen konnte, weil ich so ein riesiger Idiot war. 
Ich rutschte vorsichtig an die Bettkannte und tippte mit meinem gesunden Bein auf den Boden. Der Bruch würde erst in ein paar Stunden verheilt sein, aber ich war zu stolz um nach ein paar Krücken zu fragen. Mit Schwung stand ich auf und wäre beinahe nach vorne durch den Umhang gekippt, schaffte es aber grade noch mich am Bett festzuhalten. 
"Na dann los", ächzte ich und humpelte an ihr vorbei, um den Vorhang beiseite zu ziehen. Den bösen Blick der Heilerin ignorierte ich gekonnt. Sie hinderte mich auch gar nicht daran, die große Tür zu öffnen und einfach so heraus zu spazieren; ich musste wirklich ein schlimmer Patient sein.
In einer flauschigen Schlafanzughose und dem weißen Krankenflügel-Hemd humpelte ich ohne Ziel durch das Schloss, während ich dem Klang von Merles Schritten hinter mir lauschte. Als wir in einem Seitenkorridor angekommen waren stoppte ich kurz und lehnte mich erschöpft gegen die Wand. Die Paste auf meinen Verbrennungen minderte zwar die Schmerzen, ließ sie aber nicht ganz verschwinden. "Warte kurz", hauchte ich und hob einen Zeigefinger um ihr zu zeigen, dass ich nur ein paar Sekunden bräuchte. Außer uns war niemand im Korridor, sodass ich fast meinen eigenen Herzschlag hören konnte.

castoe2.gif castoe1.gif castoe4.gif castoe3.gif
Don't carry the world upon your shoulders, for well you know that it's a fool
who plays it cool by making his world a little colder

Antworten
Erste Seite  |  «  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  ...  19  |  »  |  Letzte

« zurück zum Forum