Vergangenheitsplay » 12
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Re: Vergangenheitsplay » 12
von Matthew am 22.03.2018 21:30Wütend schüttelte ich den Kopf. Ich hatte keine Zeit für Erklärungen! Zum Glück schien ihm das auch bewusst zu werden, denn er schüttelte den Kopf und schien keine Ausführung zu verlangen. Er hätte sie auch nicht bekommen.
Wütend sah ich ihn an und schüttelte dann mindestens genauso wütend den Kopf. "Ich habe - Lia hat keine Zeit dafür!" Ihr Uhr tickte vielleicht schon. Ich hatte Angst, Angst um sie. Und ich wollte das niemand anderem überlassen. Ich konnte einfach nicht.
"Du musst gar nichts zulassen." sagte ich entschlossen. "Es ist mein Leben und du kannst nicht darüber verfügen. Niemand kann das, abgesehen von mir." ich sagte das mit soviel Nachdruck wie möglich. Ich würde mich nicht aufhalten lassen.
Als er alle Leute, die mir am Herzen lagen, aufzählte, geriet mein Entschluss kurz ins Wanken, da ich sie nicht verlieren wollte. Und wenn mir etwas passierte, würde ich sie nie wiedersehen. Aber in dieser Liste fehlte jemand bedeutendes. Und diese Person konnte ich einfach nicht im Stich lassen, koste es, was es wolle.
Fassungslos sah ich ihn an:"Und glaubst du, ich könnte einfach so weiterleben, als wäre nichts gewesen, wenn ich sie verliere? Ich könnte es nicht. Nie wieder!" ich schrie es schon fast.
Meine linke Hand umklammerte noch immer den Besenstiel, während die Rechte sich nun fester um meinen Zauberstab schloss, der sich in meiner Tasche befand. "Ich sorge dafür, dass du dir keine Vorwürfe machen musse." sagte ich und zückte, bevor er überhaupt blinzeln konnte meinen Zauberstab. Mein Petrificus Totalus traf ihn unvorbereitet und erwischte ihn ziemlich hart an der Brust. Ich fing ihn auf, bevor er auf dem Boden aufschlug und legte ihn vorsichtig ab. "Tut mir leid." sagte ich leise, bevor ich ging. Kurz hatte ich überlegt, ihn vor den Gemeinschaftsraum der Slytherins zu schleifen, aber die Gefahr meiner Schwester nun auch noch zu begegnen, war einfach viel zu groß. Ich hoffte, er würde bald gefunden werden....

Re: Vergangenheitsplay » 12
von Ilian am 22.03.2018 17:29Matts Worte sickerten erst einen langen Moment später in meinen Kopf, nachdem er sie ausgesprochen hatte. Als mir ihre Bedeutung bewusst wurde, sog ich scharf die Luft ein. "Wie - entführt?", wiederholte ich, schüttelte dann aber den Kopf. Wie es dazu gekommen war interessierte jetzt gar nicht. Wichtiger wahr, was für ein gefährlicher Plan sich da in seinem Kopf festgesetzt hatte.
"Seid ihr lebensmüde?", sagte ich etwas härter als geplant. Er hatte ja erwähnt, dass er nicht plante alleine zu gehen. "Wollt ihr nicht lieber den Lehrern Bescheid geben?"
Wieder schüttelte ich den Kopf, als konnte ich nicht glauben was er mir da erzählte. Konnte ich ehrlich gesagt auch nicht. Glaubte Matt wirklich, ich könnte in aller Seelenruhe hier bleiben während er sich in Lebensgefahr begab? Und ihm dann auch noch den Gefallen tun und es seiner Schwester erzählen, die mich höchstwahrscheinlich persönlich umbringen würde, wenn ich ihn gehen ließ?
"Denkst du wirklich, dass einfach so zulasse dass du dich damit wahrscheinlich umbringst? Mann, Matt!" Ich schluckte. Wenn es Ida wäre, würde ich auch nicht zögern und mitziehen, um sie zu retten. Das wusste Matt genauso wie ich. Deshalb konnte ich ihm eigentlich keine Vorwürfe machen. Trotzdem ...
Ich sah ihn gequält an. "Was ist mit deiner Schwester? Deiner Familie? Mit mir? Glaubst du ernsthaft, ich kann mich jemals wieder im Spiegel ansehen wenn dir etwas passiert, weil ich dich nicht aufgehalten habe?"

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Re: Vergangenheitsplay » 12
von Matthew am 21.03.2018 23:46Da ich in einer normalen Situation gelacht hätte, zwang ich mich jetzt auch dazu. Es klang seltsam hohl und überhaupt nicht nach mir.
Kurz überlegte ich, einfach zu lügen. Aber das würde wohl eher wenig Sinn machen. Ilian konnte mir mittlerweile jede Lüge von der Nasenspitze ablesen. Glücklicherweise beruhte dies auf Gegenseitigkeit. Er war darin genauso gut wie meine Eltern und meistens auch meine Schwester...
Ich ließ diesen schwachen Abklatsch eines Lächelns von meinem Gesicht verschwinden und sah ihn ernst an. „Gar nichts ist in Ordnung. Aber ich habe keine Zeit, dir alle Einzelheiten zu erklären." erwiderte ich bitter. „Lias Leben könnte davon abhängen und jede Sekunde, die ich vergeude, könnte sie das Leben kosten. Und ich kann sie nicht verlieren. Sie und einige andere wurden entführt und ich werde sie zurückholen. Nicht allein." schloss ich.
Meine Gedanken waren zu durcheinander, um zu deuten, was Ilian laut seines Gesichtsausdrucks wohl dachte und ich hatte auch keine Zeit dazu, mit ihm zu diskutieren, weswegen ich ihm geradeheraus sagte, was ich von ihm wollte: „Ja, es ist gefährlich. Sich mit Monstern anzulegen ist immer gefährlich. Und ich möchte -" ich sah in den Gang hinter ihm, da Ida ein Talent dazu hatte, immer dann aufzutauchen, wenn man es gerade nicht gut gebrauchen konnte. Etwa wenn man ein Geschenk für sie verpackte oder wenn man sich zu einer nicht genehmigten Rettungsaktion aufmachte. „ Ich möchte, dass du kurz wartest, bis ich verschwunden bin. Gib mir eine halbe Stunde und dann rede mit Ida. Beruhige sie, halte sie ja im Schloss. Ihr beide solltet in Sicherheit sein. Es reicht, wenn ich bei dem Versuch eine Person zu retten 'durchdrehe und vor Sorge umkomme." Im Nachhinein war die Wortwahl wohl etwas mies, denn ich meinte nicht im wörtlichen Sinne umkommen... Aber das war im Moment nicht von Bedeutung. Ich warf einen Blick auf die Uhr und war in diesem Moment froh, etwas Zeit damit gespart zu haben, indem ich mir einfach einen Besen geklaut hatte.
Ich sah Ilian abwartend an. Im Stillen flehte ich, dass er keinen Ärger machen würde und Ida in Schach halten konnte. Aber wem machte ich hier eigentlich etwas vor? Nicht mal Ida konnte Ida in Zaum halten!

Re: Vergangenheitsplay » 12
von Ilian am 21.03.2018 22:38Die letzten Stunden hatte ich doch tatsächlich freiwillig in der Bibliothek verbracht. Na gut, mehr oder weniger freiwillig aber meine Hausaufgaben in Verwandlung machten sich eben nicht alleine. Und da es dabei um ein Thema aus dem letzten Schuljahr ging, das wir in Durmstrang nicht besprochen hatten, musste ich es eben nacharbeiten. Als ich dann aber sogar so müde wurde, dass ich fast eingenickt war, entschloss ich mich lieber in den Gemeinschaftsraum zu gehen - die Bibliothekarin beäugte mich sowieso die ganze Zeit misstrauisch, wenn sie zwischen den Regalen auftauchte. Bei unserer letzten Begegnung hatte ich wohl nicht den besten Eindruck hinterlassen. Bei dem Gedanken daran breitete sich ein Grinsen auf meinem Gesicht aus.
Als ich um die Ecke eines Korridors bog, konnte ich Matt am Ende des Gangs sehen. Schnell schritt ich auf ihn zu, bemerkte aber sofort dass irgendwas anders war als sonst. Er machte ein Gesicht, als ob jemand gestorben war. Aber vielleicht fiel auch nur mir das grade auf, weil ich ihn besser kannte als die meisten anderen Schüler.
"Hey", begrüßte ich ihn und schob die Hände in die Hosentaschen, während ich den Besen in seiner Hand musterte. Seine Frage überging ich einfach. "Alles in Ordnung? Und hast du auf einmal das Bedürfnis in der Quidditchmannschaft mitzuspielen, oder warum hast du zu dieser Uhrzeit einen Besen dabei?" Fragend hob ich die Augenbrauen und merkte, dass ich mich mit diesem Gefrage anhörte wie eine überfürsorgliche Mutter. Aber das war bei unserer Freundschaft auch nichts Neues.

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Re: Vergangenheitsplay » 12
von Matthew am 21.03.2018 22:19


Der gesamte Abend spielte sich immer wieder in meinem Kopf ab. Hatte ich etwas übersehen? Es fiel mir so vieles auf, was hätte anders laufen können. Das D.C. Treffen war ganz normal gewesen, nichts ungewöhnliches. Da war ein kleines Mädchen, das das erste Mal Ansätze eines Patronus hinbekommen hatte. Sie war so glücklich gewesen, dass es ihr danach sogar ganz gelungen war. Amelia hatte mir von ihrem Aufsatz erzählt und mir war mit Schrecken aufgefallen, dass ich diesen auch noch schreiben musste. Auf ihren strengen Blick hin war ich sofort in den Gemeinschaftsraum verschwunden und hatte an diesem gearbeitet, bis er zufriedenstellend war. Aber ich hatte so lange gebraucht, dass ich das restliche D.C. Treffen wohl verpasst hatte. Ich hatte ihr noch kurz Zeit geben wollen, dann wollte ich zu ihr. Hätte ich das bloß nicht getan. Wäre ich doch nur gleich zu ihr gegangen oder hätte sie erst gar nicht zurückgelassen um diesen dämlichen Aufsatz zu verfassen! Denn, wie sollte es anders sein, war ich eingeschlafen und hatte Zeit verschwendet... Die Wut auf mich selbst, auf alles, auf die Gesamtsituation, trieb mich dazu an noch schneller zu laufen. Ich umklammerte den Besenstiel in meiner Hand so fest, dass meine Knöchel weiß hervortraten.
Genau diesen Weg war ich auch entlanggegangen, als meine Uhr sich plötzlich bemerkbar gemacht hatte. Das SOS Zeichen. Zuerst hatte ich gedacht, es wäre ein Test, aber dann wurden andere D.C.-Mitglieder unruhig, sagten, dass Freunde verschwunden wären... Und auch Amelia war unauffindbar. Ich hatte noch nie erlebt, dass sich so viele Menschen, so schnell einig waren. Es wäre mir auch egal gewesen, wenn es nicht so gewesen wäre. Ich wäre auch ohne die anderen losgezogen, um meine Freundin zu finden. Aber so waren ihre Chancen und natürlich auch die der anderen deutlich größer. Natürlich mussten wir nun Besen organisieren, was wieder wertvolle Zeit kostete. Zeit, die Lia vielleicht nicht hatte. Da ich nicht den Nerv besaß, durch das ganze Schloss zu rennen und Besen zu suchen, stahl ich mich einfach in den Gemeinschaftsraum der Hufflepuffs, ich war sowieso in der Nähe gewesen, um zu sehen, wie es um mein Mädchen stand, und führte einen Aufrufzauber durch. Mir egal, wem dieser Besen gehörte, die Hauptsache war, dass er mich schnell zu Lia bringen würde.
Als ich aus dem Gemeinschaftsraum der Hufflepuffs trat, um mich mit den anderen zu treffen, überlegte ich kurz, meiner Schwester Bescheid zu geben, entschied mich jedoch dagegen. Es gab nur wenige Wege, wie dieses Gespräch ausgehen würde. Entweder, sie würde mich nicht gehen lassen – und ich würde keine Rücksicht auf ihre Gefühle oder sonstiges nehmen können in diesem Fall, ganz egal wie sehr ich sie liebte – oder aber, und das wollte ich noch weniger, als ihr weh zu tun – sie würde mitkommen wollen. Und das konnte ich aus mehreren Gründen nicht zulassen. Wenn sie dabei wäre, hätte ich mehrere Personen, auf die ich Acht geben müsste und ich wusste nicht mal, ob ich auf eine aufpassen konnte. Moment, es waren jetzt schon zwei. Ich musste selbst ja auch am Leben bleiben. Und wenn ich mich nicht voll konzentrierte, gäbe es mehrere Personen, die zu schaden kommen würden. Und dieser Gefahr wollte ich weder Lia noch Ida aussetzen. Niemals. Also, egal wie ich es drehte und wendete, Ida würde verletzt werden, wenn ich jetzt zu ihr ging. Von meinem schlechten Gewissen geplagt, ich konnte mich nicht daran erinnern, sie schon jemals hintergangen zu haben, machte ich mich auf zu den anderen. Jedoch nicht, ohne nochmal einen Blick in Richtung des Slytherinraumes zu werfen. Und da kam eine der zwei Personen, die ich abgesehen von einem Lehrer, jetzt am allerwenigsten sehen wollte. Ilian. Auch an ihn hatte ich vorhin kurz gedacht. Kurz hatte ich gedacht, er wäre sicherlich eine Hilfe. Aber dann war mir aufgefallen, dass ich auch ihn unter keinen Umständen in Gefahr wissen wollte. Auch ihn wollte, konnte ich nicht verlieren.
Ich versuchte meine Wut und meine Sorge zu verbergen, ich hätte auch einfach gehen können, aber das wäre noch auffälliger gewesen, da er bereits gesehen hatte, dass ich ihn gesehen habe. Ich zwang mir eine furchtbar gekünsteltes Lächeln auf und nickte ihm zu. Ich glaubte selber nicht, dass er nichts bemerkte, aber ich musste es versuchen. „Hallo Ilian." meine Stimme klang, als würde sie geradewegs aus einem Grab kommen. Und wenn ich mich nicht beeilte, könnte sie bald wohl aus Lias Grab kommen. Soweit durfte es nicht kommen. Ich ging ein paar Schritte auf ihn zu, da er unendlich viel Zeit damit zu verschwenden schien, auf mich zuzukommen. „Was gibt es?" fragte ich und umklammerte den Besenstiel noch fester. Komm aus dem Knick Ilian.

Re: Vergangenheitsplay » 12
von Ilian am 20.03.2018 22:11Ich schnitt eine Grimasse und verdrehte die Augen. "Wenn das so ist sieht man dir die 'Herzchen-Augen' aber noch deutlicher an als mir", erinnerte ich ihn. Das lag aber wahrscheinlich wieder nur daran dass Ida seine Schwester war und ich mich deshalb zurück hielt, nicht so ins Schwärmen zu geraten wie er bei Amelia. Und außerdem wusste ich ja noch nicht einmal, wie das ganze zwischen Ida und mir enden würden, während die Sache zwischen Amelia und ihm schon viel fester zu sein schien.
Ein Grinsen schlich sich auf mein Gesicht. "Ich glaube, dass Ida auch noch nicht so recht weiß was sie von unserer Freundschaft halten soll", bemerkte ich und kicherte in meinen nicht vorhandenen Bart. Sie hatte mich schon mehr als einmal gefragt, was genau Matt und ich an dem Abend noch geredet hatten, und ihr war auch mit Sicherheit schon aufgefallen, dass wir viel Zeit miteinander verbrachten. Aber war es nicht eigentlich positiv, wenn ich so viel Zeit mit ihrem Bruder verbrachte? Auf lange Sicht bestimmt.
"Ich hab nicht vor, Mist zu bauen", nuschelte ich dann und sah ihn von der Seite ernst an. Zumindest von meiner Seite aus konnte ich ihm versprechen, dass ich mein Bestes geben würden. Wenn Ida und ich nach einer Weile merken sollten, dass das mit uns doch nicht klappen konnte, wusste ich auch noch nicht so recht wie das mit Matt weitergehen sollten. Unsere Freundschaft deshalb beenden wollte ich nicht. Das konnte ich nicht. Dafür war er mir in der kurzen Zeit schon zu sehr ans Herz gewachsen.
Bei seiner Beschreibung starrte ich wortlos in den Spiegel, in dem ich von meinem Standpunkt aus nur Matts lächelndes Gesicht sehen konnte. Erst hob ich eine Augenbraue, als er meinte dass er nicht Amelia in seinen Armen hielt, aber dann musste ich ein bisschen Grinsen. Das Mädchen war seine Tochter. Irgendwie süß. Über Kinder hatte ich mir selbst noch nie Gedanken gemacht, ob ich irgendwann eigene haben wollte oder nicht. Unwillkürlich fragte ich mich, ob mein Spiegelbild sich nach diesem Gedanken wohl ändern würde und mir meine Entscheidung zeigen würde, bevor ich sie selbst getroffen hatte.
Als er Ida und mich erwähnte legte sich wieder ein rosiger Schimmer auf meine Wangen. Die Frage, ob er da vielleicht noch andere Kinder oder irgendetwas anderes sah, das Ida und mich betreffen könnte, lag mir auf der Zunge, aber ich hielt meinen Mund. Das war Matts Herzenswunsch, da würde so etwas wahrscheinlich nicht auftauchen. Trotzdem war ich ein bisschen neugierig.
Als Matt vom Spiegel wegtrat ging ich einen Schritt auf ihn zu, um ihm eine Hand auf die Schulter zu legen. "Dann sollten wir uns mal wieder auf den Weg machen", meinte ich und bewegte mich mit ihm in Richtung Tür. Das war wohl auch erst einmal genug Abenteuer für einen Tag, auch wenn der Spiegel nicht ganz das gewesen war, das ich erwartet hatte. Er war viel besser. "Ich sollte Ida vielleicht auch mal abfangen, sonst bekomme ich nachher gar nicht mit, wo dieses Date stattfinden soll ..."
Ich warf einen letzten Blick in den Spiegel, als wir an der Tür standen, aber ich sah nur mein eigenes erwartungsvolles Gesicht und Matts Rücken, den ich vor mir durch die Tür schob. Er hatte Recht, der Spiegel zeigte vielleicht den innigsten Herzenswunsch, aber es war nicht die Realität. Aber es war kein Ding der Unmöglichkeit, dass Bild im Spiegel vielleicht bald in jeder beliebigen Spiegelung zu sehen ... Und der Gedanke löste ein wohliges Gefühl in meinem Bauch aus. Ich wollte, dass das mit Ida klappte. Und ihr Bruder anscheinend auch, fügte ich grinsend in Gedanken hinzu, während ich zu Matt schaute, der neben mir herlief, als wir den Geheimgang zurück zum altbekannten Korridor schritten.

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Re: Vergangenheitsplay » 12
von Matthew am 19.03.2018 23:21Grinsend sah ich ihn an. „Die Offensichtlichkeit trägt deinen Namen." feixte ich dann. Ich war mir ziemlich sicher, dass mich jetzt gleich eine Retourkutsche erwarten würde. Verdient hätte ich es ja und genug Material lieferte ich dafür mit ziemlich großer Sicherheit auch.
Seine nächste Frage, ließ mich erneut grinsen. „Hm. Am Anfang schon etwas. Aber im Grunde, hatte sie dich ja zu erst und dann kam Matt!" ich lachte. „Also sollte es für sie vielleicht komisch sein..." Ich zuckte mit den Schultern. „Das gute ist, dass ich nun eine sehr zuverlässige Quelle habe und zur Abwechslung mal was erfahre, anstatt mir immer Sorgen zu machen und den anderen hinterher zu spionieren – sag ihr das bloß nicht!" Sie würde mich für verrückt erklären. „ Außerdem bist du mir der liebste von allen hier. Das Ding ist nur, dass ich ein Riesenproblem habe, wenn du Mist baust. Oder sie. Also wehe ihr baut Mist!" mein erneuter ernster Blick, war genauso unglaubwürdig wie die anderen an diesem Abend. „Und am Anfang, habe ich mir ehrlich gesagt auch einfach vorgestellt, du würdest von jemand anderem reden, und nicht von meiner Schwester. Aber wie gesagt: Es ist mir eigentlich ganz recht etwas von ihr mitzubekommen. So lange du gewisse Details auslässt." Ich zog die Augenbrauen hoch. Es gab da eine Handvoll Sätze, die ich niemals über meine Schwester hören wollte.
Leise lachend nickte ich. „Da ist ein Mädchen. Sie ist sehr sehr hübsch." ich sah wieder zu der Kleinen und sie grinste mich wieder mit meinem Lächeln an. „Bevor du fragst: Nein, es ist nicht Amelia Bones." Eigentlich wollte ich weitersprechen, damit er nicht dachte, ich würde mir jemand anderen wünschen, als Lia, aber die Kleine lenkte mich ab. Sie hatte ihre kleinen Hände nun ausgestreckt und Lia reichte sie an Ilian weiter, der sie freudig in die Arme nahm. Ich grinste noch breiter und glücklicher.
Ich wandte den Blick wieder vom Spiegel ab. „Gerade hast du sie im Arm" ich lächelte. Und dann fiel mir wieder ein, dass ich noch gar nichts erklärt hatte. „Ich würde sagen, dass sie meine Tochter ist. Zumindest kann sie genauso grinsen. Es ist aber auch unbestreitbar, dass Lia, sie sehe ich übrigens auch, ihre Mutter ist." ich warf noch einen liebevollen Blick in den Spiegel. „Ida und du, ihr seid auch da." Ich hatte eigentlich nie wirklich darüber nachgedacht, dass ich eine Familie so sehr wollte. „Ich glaube, als Ida das Kommentar fallen gelassen hat, das Lia und ich süße Kinder hätten, hat sie mir damit diesen Gedanken eingepflanzt." Ich lachte leise, als sie Ilian an den Haaren zog. Wie gerne ich sie wirklich auf de Arm nehmen wollte. Ich konnte gar nicht genug bekommen von diesem friedlichen Bild. Ich seufzte. „Hier noch ein Fakt: Der Spiegel ist wundervoll und zeigt einem seinen größten Wunsch, aber es ist keine Wirklichkeit. Die Gefahr ist, dass man für immer vor ihm stehen bleibt und sich diese Träume deswegen niemals erfüllen." Schweren Herzens trat ich beiseite und ging zu Ilian. „Und wenn ich mein Mädchen noch länger warten lasse, wird das bestimmt niemals Wahrheit." ich deutete auf den Spiegel und lachte.

Re: Vergangenheitsplay » 12
von Ilian am 18.03.2018 11:45Ich schüttelte über Matts Lachen nur den Kopf und fuhr mir durch die Haare. "Doch", grummelte ich und blinzelte ihn von der Seite an. "Doch, natürlich, aber ... ich hab nur nicht gedacht dass es schon SO offensichtlich ist." Ich hatte gedacht, dass sich die Sache mit Ida vielleicht langsam entwickeln würde. Aber es hatte anscheinend nicht mehr gebraucht als die Party und einen Abend in der Bücherei um mich in sie zu verlieben. Das war ja auch nichts Schlechtes, nur lies ich mir ungern so in die Karten schauen. Aber wenn mich wer durchschauen konnte, dann war es Matt ... der hatte es bestimmt schon vorher geahnt.
"Findest du nicht dass es irgendwie merkwürdig ist wenn wir über Ida und mich sprechen, weil sie doch deine Schwester ist?", fragte ich ihn dann schließlich und hob die Augenbrauen. Wenn er an meiner Stelle etwas mit meiner Schwester hätte wäre ich wahrscheinlich nicht so ruhig geblieben. Aber vielleicht kam da auch nur das 'bulgarische Temperament' durch, wie meine Mom es oft gerne nannte ... Obwohl ich Matt vertrauen würde. Hm, vielleicht sah es in Matt ja auch ganz anders aus als er sich nach außen hin gab. Allerdings bezweifelte ich das irgendwie ... wenn ihm an der Sache mit Ida etwas nicht passen würde hätte er das schon längst gesagt.
Ich beobachtete seinen Gesichtsausdruck, während er sein Spiegelbild betrachtete und versuchte daraus schlau zu werden. Wahrscheinlich könnte ich jetzt Galleonen darauf setzen, dass er sich zusammen mit Amelia sah und gewinnen. Nach der Schwärmerei vorhin war das ja nicht abwegig. Und sein Lächeln, als er mich wieder ansah sprach eigentlich auch für sich.
Grinsend hob ich meine Hand und hielt ihn meinen kleinen Finger hin. "Kleiner-Finger-Schwur", versprach ich ihm und sah ihn erwartend an.

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Re: Vergangenheitsplay » 12
von Matthew am 17.03.2018 22:58Ich nickte. Das würde interessant werden. Vielleicht würde ich es ja schaffen, Ida da raus zu halten. Zumindest würde ich ihr nicht auf die Nase binden, dass ich ihrem... nennen wir es mal vorsichtig Freund – wie es um die beiden jetzt so wirklich stand wusste ich ja immer noch nicht. - Bilder von ihr als Baby oder Kleinkind gezeigt hatte.
Auf seine Zustimmung hin, nickte ich nur etwas abwesend, da Lia meine Gedanken in Beschlag genommen hatte. Erneut fragte ich mich, ob sie wohl gerade im Gemeinschaftsraum der Hufflepuffs saß und fleißig lernte. Etwas, dass ich eigentlich auch mal wieder tun sollte... Ich schüttelte den Kopf. Amelia besuchen würde ich trotzdem nachher.
Als er jetzt auch noch rot wurde, war es ganz aus mit meiner Selbstkontrolle. Ich lachte noch heftiger. Mein ganzer Körper bebte vor Lachen.
Er trat zurück und sah mich an. Ein Märchen. Ich schüttelte immer noch mit Lachtränen in den Augen den Kopf. Hätte er wohl gerne. „Willst du damit sagen, du willst gar nichts von Ida?" prüfend sah ich ihn an. Ich wusste, dass das sehr wohl der Fall war, aber ob er sich das schon selbst so wirklich eingestanden hatte, war schleierhaft.
Er schob nun mich vor den Spiegel. Hatte er mich gerade ernsthaft gefragt, was ich sehen würde?
Ich stand vor dem Spiegel und hatte nun doch so etwas wie Angst, nicht das zu sehen, was ich erwartete. Vorsichtig hob ich den Kopf und... Mein Spiegelbild hatte ein Mädchen in den Armen. Es war nicht Lia. Zu erst erschrak ich etwas. Wer war das? Und dann langsam wurde es mir klar. Der Matthew vor mir, der um einiges älter wirkte, lächelte beruhigend. Das Mädchen, welches er in den Armen hielt, hatte doch verblüffende Ähnlichkeit mit Amelia. Und als sie mich aus dem Spiegel heraus angrinste, erkannte ich mein eigenes Grinsen. Nun musste ich ebenfalls lächeln und das kleine Mädchen strahlte. Es sah nach hinten, genau zu der Stelle, an die Amelia nur einen Augenblick später trat. Auch Lia war älter. Das kleine Mädchen streckte die Arme nach seiner Mutter aus – das Lia ihre Mutter war, konnte man beim besten Willen nicht leugnen. Die Spiegel- Lia nahm die vielleicht Dreijährige auf die Arme und stellte sich neben mein Spiegel- Ich. Im Grunde hatte ich mir immer gewünscht, dass ich einem eine Familie haben würde. Ich würde meine Kinder nicht weggeben. Niemals. Auch wenn ich dadurch eine unbeschreiblich glückliche Kindheit gehabt hatte, war da immer dieses Wissen, dass irgendjemand weder mich noch meine Schwester gewollt hatte.
Das vor mir war fast meine Definition von Vollkommenheit. Und als dann Tatsächlich Ida neben meinem Spiegelbild auftauchte – mit Ilian im Schlepptau – und mir in die Seite pikste, war alles perfekt.
Ich sah zu dem echten Ilian und lächelte. Ich würde das wahrscheinlich niemals jemandem erzählen, aber dieser Anblick machte mich unheimlich glücklich. So, wie Ilian mich allerdings ansah, würde ich es ihm wohl erzählen müssen. „Wenn ich dir das erzähle -" ich deutete auf den Spiegel „- musst du mir schwören es niemals einer Menschenseele zu verraten." ich sah ihn ernst an, bevor ich nochmals in den Spiegel sah.

Re: Vergangenheitsplay » 12
von Ilian am 17.03.2018 20:41"Das ist ein Deal" Ich sah ihn ernst an um ihm zu zeigen, dass er aus der Sache definitiv nicht wieder rauskommen würde. Er durfte halt nicht über so etwas sprechen, wenn er nicht wollte dass ich sie dann auch unbedingt sehen wollte.
Es war faszinierend, wie gut ich Matt mittlerweile durchschauen konnte. Gut, vielleicht war er auch nur ein grauenhafter Schauspieler - das waren wir wohl beide -, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, ihn auch irgendwie blind verstehen zu können. Als müsste er mir nur einen Blick zuwerfen und ich wusste daraufhin genau, was er damit sagen wollte. Auf seine Worte hin verdrehte ich die Augen. Wenn hier etwas tratschten sollte, hoffte ich dass Ida nicht allzu schnell etwas von unseren idiotischen Gesprächen mitbekam. Es machte Spaß, so mit Matt zu reden, aber seine Schwester würde uns beide wahrscheinlich trotzdem für komplett bescheuert halten. Andererseits war sie auch immer wieder für eine Überraschung gut - wer wusste also schon, wie sie letztendlich reagieren würde?
"Hm, stimmt schon", erwiderte ich auf seine Worte hin. Wie es zu der ganzen Sache zwischen Matt und Amelia gekommen war, hatte ich nicht so recht mitbekommen. Nicht zuletzt auch, weil wir uns erst angefreundet hatten, nachdem das meiste schon 'passiert' war, aber von alledem hatte er mir erzählt. Da passte dieser erste Kuss im Honigtopf eigentlich perfekt in das Bild, dass ich mittlerweile von den beiden hatte. Ich sollte Ida mal danach fragen, sie war ja auch mit ihr befreundet.
Matts Lachen auf meine Reaktion auf das Spiegelbild hin ließ mein Gesicht wahrscheinlich die Farbe einer mehr als reifen Tomate annehmen. Ich fuhr mir nervös durch die Haare und warf noch einen Blick in den Spiegel, bevor ich hastig ein paar Schritte zurück trat. Ida neben mir verschwand, sobald ich Matt wieder im Spiegel sah, sodass ich wieder klarer denken konnte.
"Bist du sicher dass das nicht so ein ... ein Märchen aus den ganzen alten Büchern ist?", nuschelte ich und vermied für einen kurzen Moment seinen Blick. Ihm war wahrscheinlich genauso wie mir klar, dass ich mich bereits Hals über Kopf in seine Schwester verliebt hatte. Dass der Spiegel nur ein Märchen war glaubte ich also auch selbst nicht. Aber es war mir trotzdem irgendwie unangenehm, weil ich mich durchschaut fühlte. Von meinem eigenen Spiegelbild. Verrückt.
Ich ging zu Matt und schob ihn an die Stelle, an der ich zuvor auch gestanden hatte. "Na schön, was siehst du denn im Spiegel?", erwiderte ich dann. Als er erwähnte, dass wahrscheinlich noch andere Ida neben sich im Spiegel sehen würden verdüsterte sich mein Blick, allerdings antwortete ich nichts darauf. Diese Seite kannte ich selbst noch nicht an mir, aber der Gedanke an Ida mit einem anderen Typen schnürte mir die Kehle zu. Und wieder einmal wurde mir klar, wie sehr sie mich schon um ihren kleinen Finger gewickelt hatte.

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