Tisch am Fenster
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Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 11/25/2017 10:02 AMSo langsam fragte ich mich wieso ich nicht einfach ohne zu fragen einen Minimuff kaufte und ihn nach Hause und auch später wieder nach Hogwarts schmuggelte. Doch irgendwas hielt mich davon ab. Ich richtete meinen Blick wieder auf Piper und seufzte leise.
"Meine Mutter war immer gegen zu viele Tiere. Ich hab ja immerhin schon eine Kröte und eine Eule. Das hat für sie schon gereicht. Einen Minimuff wollte sie nicht im Haus. Und mein Vater...", für einen Moment stockte ich, ehe ich mit den Schultern zuckte. "... den kann ich noch nicht so recht einschätzen. Ich kenne ihn erst seit dem Sommer", beendete ich schließlich nach wenigen Sekunden meinen Satz. Das war die blanke Wahrheit. Auf mich wirkte er immer noch irgendwie kalt und undurchschaubar. Vielleicht wurde er auch handgreiflich, wenn ich mich ihm widersetzte. Außerdem wirkte er nicht besonders tierlieb, weshalb ich das vorerst keinem weiteren Tier zumuten wollte.
Ich war genauso wenig begeistert davon, dass jedes Jahr die Neuen dazu kamen, doch ich war schließlich auch mal eine Erstklässlerin gewesen, also trug ich meinen Missfallen nicht nach außen. Wir fingen alle mal klein an, jedoch wäre es mir lieber, wenn wir uns dann in Gruppen spalten würden, sodass die anderen schon weiter lernen konnten, anstatt das Ganze nochmal von vorne hören zu müssen. Die ersten Wochen waren immer etwas langweiliger, doch das hielt mich nicht davon ab jedes Jahr in diesen Club zu gehen.
"Dann hoffe ich, dass sich bei dir alles wieder regelt und du mehr Zeit hast", gab ich mit einem Lächeln zurück. Ich konnte mir gar nicht vorstellen ohne diesen Club im Schloss zu sein. Für mich war es immer ein Highlight, wenn er wieder anstand, denn mit meiner Leidenschaft beschäftigte ich mich immer am liebsten.
"Ich brauche manchmal nur einen Anstoß in die richtige Richtung und dann weiß ich wieder was ich schreiben muss. Von abschreiben hab ich noch nie fiel gehalten, dabei lernt man leider nicht viel. Also war dein Tipp schon sehr richtig", lobte ich sie, auch wenn sie es für keine große Sache hielt. Für mich war es das, wenn man ohne Gegenleistung einem anderen einfach so half.
Piper
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Re: Tisch am Fenster
from Piper on 11/26/2017 03:50 PMIch runzelte die Stirn. Katy klang nicht gerade begeistert von ihrem Familienleben.
"Oh", kommentierte ich nur mitfühlend. Jedenfalls hoffte ich, dass es so klang. Ich war wirklich schlecht darin, meine Emotionen richtig zu vermitteln. Ich gehörte zu den Menschen, die nicht wussten, wie sie auf Komplimente reagieren sollten, und deshalb statt einem einfach "Danke" mit einem ungewollt überheblichen "Ich weiß" antworteten. Und auch Mitgefühl war eine Herausforderung für mich. Ich wusste einfach nicht, wie ich jemandem vermitteln sollte, dass er mir leid tat.
Und dann gab es natürlich noch mein ungezogenes, neugieriges Ich, welches ich selten zurückhalten konnte. "Wieso kennst du ihn erst seit dem Sommer? Hat deine Mutter neu geheiratet?" Es geht dich nichts an, Piper!
Ich nickte. "Ich werde sicher in der nächsten Woche wieder zu den Treffen erscheinen. Versprochen!", fügte ich hinzu, obwohl ich Katy überhaupt nichts versprechen musste. Es war eher eine Notiz an mich selbst.
Ich schmunzelte über ihre Aussage zum Abschreiben. Genauso hätte ich es von ihr erwartet. Abschreiben tat ich auch nie. Das lag aber weniger daran, dass ich es für unfair hielt, sondern daran, dass ich zu stolz war, um es zu tun.
Leider war mein Stolz nicht unbedingt vorteilhaft. Das bemerkte ich besonders in letzter Zeit, als es auf den Weihnachtsball zu ging und die Begleitsuche begann. Ich seufzte.
Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 12/01/2017 03:39 PMEigentlich sollte diese Sache nicht wieder zur Sprache kommen, doch ich konnte es nicht einfach ignorieren. Dazu kam, dass mich immer häufiger Mitschüler aus unserem Haus sahen wie ich mit einem Slytherin redete. Unsere Häuser waren ja bekanntlich verfeindet, weshalb es mir viele schräge Blicke einbrachte. Doch das hinderte mich nicht daran mich zwischendurch immer wieder wie eine Klette an meinen älteren Bruder zu ketten, damit ich die Möglichkeit hatte ihn besser kennen zu lernen. Auch wenn wir verschiedene Mütter hatten waren wir nunmal miteinander verwandt. Blutsverwandt. Ich senkte den Blick auf meine Hände als ich antwortete.
"Meine Mutter ist im Sommer gestorben und auf dem Sterbebett hat sie mir verraten wer mein Vater ist. Er hat mich zu sich und seinem Sohn, meinem Halbbruder, genommen. Ich weiß noch nicht so recht wie ich mich damit fühle, aber es ist immerhin besser als in ein Waisenhaus zu kommen. Andere Verwandtschaft habe ich nunmal nicht mehr", klärte ich sie schließlich darüber auf. Vielleicht war es besser mit offenen Karten zu spielen, denn falls Piper und ich noch einmal reden würden, und ich war ganz sicher nicht abgeneigt, dann wusste sie wenigstens einen Teil von mir, sodass keine peinliche Situation zwischen uns entstehen würde, sobald wieder das Gespräch auf das Thema Familie kommen würde. Man wusste nie was kommen mochte und vielleicht sah sie mich ja auch mal mit Lucien und würde sich dann das Richtige zusammen reimen können.
"Schon gut, versprechen brauchst du nichts. Es war von mir nur ein kleiner Anstoß", nun hob ich meinen Blick wieder und schenkte ihr ein kleines Lächeln.
Den Aufsatz würde ich morgen fertig stellen, dann hatte ich zwar nochmal wieder was aufbekommen, aber heute wurde das mit dem Schreiben so oder so nichts mehr. Dafür kannte ich mich zu gut und wusste, dass ich jetzt wieder zu aufgewühlt war um mich noch zu konzentrieren.
Piper
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Re: Tisch am Fenster
from Piper on 12/03/2017 01:03 PMIch runzelte die Stirn. Wie konnte ich Katy sagen, dass es mir wirklich leid tat?
"Das mit deiner Mutter ist schrecklich", antwortete ich leise. Aber konnte ich das überhaupt beurteilen? Natürlich war es schrecklich, wenn jemand aus der Familie starb, aber ich wusste nicht, wie es war. Vielleicht wollte Katy gerade soetwas nicht hören und auch kein Mitleid von Leuten bekommen, die sowieso nicht nachvollziehen konnten, was sie durchmachte.
Also sagte ich gar nichts mehr und versuchte, das Thema ein wenig umzulenken. "Und wie ist dein Bruder so?" Ihr Vater konnte vielleicht ein wunder Punkt sein, aber nach ihrem neu entdeckten Bruder zu fragen, erschien mir sicheres Terrain. "Also ich meine... ist er wie wir?" Neugierig hob ich eine Augenbraue. Es war ja nicht falsch, zu fragen, ob er magisches Blut besaß. Und ich fragte auch nicht, um ihn zu verurteilen, wenn er es nicht tat, sondern rein aus Neugier. Im Gegensatz zu meiner Verwandtschaft legte ich kein Wert auf das Blut anderer.
"Ich glaube, es ist sogar ganz gut, wenn ich es dir verspreche", erwiderte ich lächelnd. "Dann werde ich nicht nach blöden Ausreden suchen."
Ich gähnte und rollte mein Pergament zusammen, dass ich kaum bearbeitet hatte. "Gehst du eigentlich zum Weihnachtsball?"
Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 12/04/2017 10:21 AMAuf ihre Aussage hin nickte ich. Noch immer hatte ich das Gefühl, dass ein Teil von mir fehlte, der niemals wieder zurück kommen würde. Vielleicht war ich nach meinem Tod wieder komplett, denn der vereinte meine Mutter und mich. Doch noch war es nicht die richtige Zeit, weshalb ich auch nicht viel darüber nachdachte. Ich versuchte eher mein Leben irgendwie auf die Reihe zu bekommen, damit ich nicht auf der Stelle trat, was einem in so einer Situation ja schnell passieren konnte. Froh darüber, dass sie nicht nach meinem Vater fragte, dachte ich kurz über ihre Frage nach.
"Ja, ist er. Naja, er ist sogar ein Reinblut. Er ist im Haus Slytherin und in der sechsten Klasse. Zu ihm persönlich... hm, das ist schwer zu definieren. Er scheint mich nicht zu hassen, sondern sogar ein wenig zu akzeptieren, aber so richtig komme ich nicht an ihn ran. Er ist so distanziert und kühl, aber ich werde ihn schon knacken. Wir sind doch Geschwister. Zwar nur zur Hälfte, aber das spielt keine Rolle", erzählte ich ihr dann. Da konnte man meinen Ehrgeiz wieder raushören. Ich würde nicht locker lassen, egal wie sehr ich ihm auf die Nerven ging. Denn ich wollte ihn besser kennen lernen, schließlich wollte ich meinen Bruder gut genug kennen um ihn endlich richtig einschätzen zu können, was mir momentan noch sehr schwer fiel. Manchmal hatte ich aber sogar das Gefühl, dass er mich sogar ein wenig mochte, doch meistens machte er diesen Eindruck eine Sekunde später wieder sofort zu nichte. Schade eigentlich.
"Gut, dann werde ich dich bei Gelegenheit an dieses Versprechen erinnern", gab ich mit einem breiten Lächeln zurück. Sie war mir keine Rechenschaft schuldig, doch ich konnte manchmal schon sehr nervötend und anhänglich werden, wenn ich es drauf anlegte.
Als sie auf den Ball zu sprechen kam zuckte ich seufzend mit den Schultern.
"Ich würde ja gerne, aber ich wurde bisher noch nicht gefragt und ohne Begleitung ist es ja auch blöd", gab ich zu. "Hast du vor zu gehen?"
Piper
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Re: Tisch am Fenster
from Piper on 12/04/2017 06:24 PM"Oh, wirklich?" Ich wusste nicht, warum, aber ich hatte irgendwie nicht damit gerechnet, dass ihr plötzlich aufgetauchter Bruder auch ein Schüler von Hogwarts sein konnte. "Wieso sollte er dich denn auch hassen?", fragte ich mitfühlend und lächelte. "Vielleicht freut er sich sogar über eine Schwester." Die Schlangen waren zwar stolz, aber Familie bedeutete ihnen trotzdem viel. Mein eigener Bruder war ein Slytherin und irgendwie konnte ich mich dadurch besser in Katys Lage hineinversetzen. "Sechste Klasse also", ließ ich gespielt nachdenklich und spaßeshalber fallen, um Katys Reaktion zu beobachten, grinste aber zu schnell wieder.
Ich wusste selbst, dass Katy und ich uns nichts schuldig waren, aber es freute mich, dass sie versprach, mich zu erinnern. Vielleicht würden wir uns ab jetzt dann sogar öfter sehen. "Und ich werde mich daran halten", erwiderte ich und lächelte.
Ich ahmte ihr Seufzen nach und zuckte genauso mit den Schultern. "Ich wurde auch noch nicht gefragt, aber ich habe ehrlich gesagt noch gar nicht so wirklich drüber nachgedacht, ob ich überhaupt gehe. Aber jeder geht. Da kann ich ja nicht einfach in meinem Schlafsaal sitzen und mit Lorenz spielen." Ich nickte zu meiner rechten Schulter, auf der der Minimuff jetzt saß. "Aber wenn mich niemand fragt, gehe ich auch nicht." Trotzig reckte ich das Kinn und verschränkte die Arme. Da kam mir eine Idee. "Weißt du was? Wenn wir beide bis zum Abend davor keine Begleitung haben, gehen wir zusammen, okay? Ich meine, dann haben wir eine Begleitung und man kann schließlich auch mit einer Freundin kommen." Ich wusste natürlich, dass wir lieber mit einer männlichen Begleitung gehen würden und deshalb stets auf der Suche blieben, aber das wichtigste war für mich letztendlich, mit Stil zu erscheinen. Und das konnte ich im Notfall auch mit Katy.
Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 12/05/2017 10:23 AM"Naja, ich bin durch eine Affäre entstanden und dazu noch nur halbblütig. Manche Reinblüter reagieren da nicht gerade gut drauf. Aber Lucien scheint es egal zu sein, jedenfalls so wie er sich gibt. Ihm scheint sowieso alles egal zu sein, was mich ehrlich gesagt manchmal etwas verunsichert. Wie kann einem alles egal sein?", während ich so redete merkte ich gar nicht, dass ich seinen Namen hatte fallen lassen. Gerade überlegte ich einfach nur wie ich an ihn rankam. Er blockte jedes Mal ab, wenn ich ihn irgendwas fragte, was etwas tiefer unter die Oberfläche ging. Wir waren komplett verschieden und doch wollte ich ihn weiterhin kennen lernen und mit ihm was zu tun haben. Die Familie war mir wichtiger als alles andere und das zeigte ich ihm jeden Tag, an dem ich an ihm klebte.
"Kennst du ihn vielleicht...?", fragte ich auf ihre Nachdenklichkeit und musterte sie dabei aufmerksam. Konnte ja sein, vermutlich waren sie ja im selben Jahrgang, jedenfalls wenn ich mich nicht irrte.
"Das ist schön zu hören", gab ich nach wie vor mit einem Lächeln zurück und damit war dieses Thema auch schon abgehakt. Wir würden sehen ob wir noch häufiger miteinander sprachen, immerhin war dieses Gespräch doch gar nicht mal so schlecht und bei den Hausaufgaben hatte sie mir auch schon geholfen. Also stand einer weiteren angenehmen Begegnung nichts im Wege.
"Hättest du denn schon jemanden im Auge? Ich meine ganz generell. Ja, irgendwie käme ich mir blöd vor, wenn ich nicht zum Ball gehe, aber alleine zu gehen... damit macht man sich ja lächerlich", murmelte ich und sah auf das beschriebene Pergament vor mir. Ich hatte zwar Freunde, aber viele männliche waren nicht dabei und momentan hatte ich mich so weit zurück gezogen, dass ich nicht einmal mehr wusste wie ich einen Kerl fragen sollte. Eigentlich war ich immer sehr offen, nur wenn es um solche Dinge wie Feiern und Bälle ging, da ließ ich den Kerl machen. Doch dann blickte ich wieder zu Piper auf, als ich ihren Vorschlag hörte. "Diese Idee klingt toll!", rief ich mit etwas zu viel Begeisterung aus. Dann aber wurde ich wieder nachdenklicher. "Was ist, wenn eine von uns ein Date hat? Dann bleibt die andere ja doch wieder auf der Strecke. Oder würden wir dann zu dritt gehen? Das ist ja eigentlich nicht verboten, oder?", dachte ich laut nach.
Piper
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Re: Tisch am Fenster
from Piper on 12/15/2017 06:29 PM"Oh, das klingt interessant", murmelte ich und runzelte die Stirn. Und ziemlich hart. Durch eine Affäre entstanden zu sein und dann seinen mysteriösen Halbbruder kennenzulernen, stellte ich mir nicht so toll vor. "Ich glaube nicht, dass ihm alles egal ist. Manche Menschen wirken nunmal einfach so." Ich zuckte mit den Schultern und seufzte. Als sie seinen Namen erwähnte, stöberte ich in meinem Gedächtnis nach einem Gesicht, dem ich diesen Namen zu ordnen konnte, doch ich fand nichts.
"Nope", antwortete ich, "nie was von 'nem Lucien gehört."
Nachdenklich überlegte ich. "Ich habe sowieso keinen im Auge. Die haben MICH im Auge. Wenn überhaupt." Direkt danach hätte ich mir schon wieder ein Backpfeife geben können. Wieso bist du so, Piper Snow? Katy wird niemals verstehen, dass du das im Spaß meinst. Sie wird sich denken, dass du eine arrogante, eingebildete Zicke bist. "Ich meine, nein. Ich habe keinen im Auge", fügte ich schnell hinzu und lächelte. "Alleine möchte ich auch nicht wirklich gehen... Aber na ja, die Zeit rennt... Aber im Notfall haben wir ja uns, nicht wahr? Also gehen wir auf jeden Fall!" Grinsend halte ich ihr die Hand hin, damit sie einschlägt.
(sorry, dass ich so spät antworte... hatte stress mit schule und sport)
Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 12/16/2017 08:35 AM"Nun ja, interessant ist es nicht wirklich. Eher schwer und kompliziert. Ich meine, ich habe nichts gegen Kompliziertes, aber momentan wünsche ich mir einfach nur, dass alles langweilig und normal ist. So wie die letzten Jahre", gab ich mit einem leisen Seufzen zu. Ja, ich wünschte mir mein altes Leben zurück, was ich nie zurück bekommen würde. Also wünschte ich mir etwas Unmögliches. Ich konnte nur zusehen wie ich in dieses Chaos wieder Ordnung brachte, aber wie genau das geschehen sollte wusste ich nicht. Vielleicht würde sich ja doch irgendwann alles wieder regeln, was jedoch noch in den Sternen stand.
"Aber auch diese Ausstrahlung reicht, dass ich mir jeden Tag überlege ob ich ihn wirklich näher kennen lernen will. Noch siegt die Neugier und mein Familiensinn", meinte ich leise. Ich wusste ja nicht einmal selbst wie lange das noch andauern würde. Wie lange ertrug ich es noch immer wieder von ihm gestoßen zu werden, nur weil ich mehr Zeit mit ihm verbringen wollte? Wann würde ich an den Zeitpunkt gelangen, an dem es mir egal war wie er war und es dabei beließ? Würde er das merken und dann selbst auf mich zukommen, weil tief in ihm doch sowas wie ein Herz steckte? All diese Fragen kreisten in meinem Kopf herum und ich nickte nur, als sie meine Frage verneinte. Man kannte eben nicht jeden aus seinem Jahrgang.
Etwas überrascht hob ich die Augenbrauen, als ich hörte was sie da sagte. Das klang sehr arrogant und von sich selbst überzeugt. Vor allem aber klang es ernst gemeint, so als ob sie sich für etwas besseres hielt. Dieser Anschein legte sich jedoch sobald sie ihre Aussage etwas veränderte. Ich war durchaus beruhigt, denn so arrogant hatte sie in unserem Gespräch so gar nicht gewirkt.
"Ich hab auch niemanden im Auge. Nicht dieses Jahr. Dafür verstecke ich mich gerade wohl zu viel hinter Büchern und Hausaufgaben. Genau, wir haben uns und das reicht. Eigentlich brauchen wir keinen Kerl um einen schönen Abend zu haben", wieder breitete sich ein Lächeln auf meinen Lippen aus und ich hob die Hand um einzuschlagen.
[ Kein Problem, ich bin geduldig. Reales Leben geht immer vor! ]
Re: Tisch am Fenster
from Sam on 02/17/2018 09:22 PMEs war unfassbar, wie schnell die Tage vergangen waren. Als ich Zuhause bei meiner Familie war, hatten sich die Sekunden hingezogen als wären es Stunden, und hier in Hogwarts fühlte es sich an als würde man durch ein einziges Mal Blinzeln einen ganzen Tag verpassen. Man sagte doch, dass die Zeit Wunden heilte, oder? Ich ertappte mich immer wieder bei dem Gedanken daran, und gleichzeitig auch dabei, wie ich immer ungeduldiger wurde, während meine Gedanken immer noch nur um diese eine Sache kreisten. Nur das die Trauer langsam für die Wut Platz machte.
Ich hatte so viel Wut im Bauch, dass ich das Gefühl hatte zu platzen. Diese Seite an mir kannte ich gar nicht, und ich versuchte sie mir den Tag über so gut es ging nicht anmerken zu lassen. Es war aber schon mehr als einmal vorgekommen, dass ich nachts stundenlang wach gelegen und über diese Stimme nachgegrübelt hatte, die sich zusammen mit den Bildern in meinen Kopf eingebrannt hatte.
Erst im Laufe dieses Tages wurde langsam das Fehlen von ein paar Mitschülern bemerkt, die zuletzt beim letzten Treffen der Demiguise Covenant gesehen wurden. Mein Herz hatte direkt einen Schlag ausgesetzt, als mir bewusst wurde dass das auch das letzte Mal war, dass ich Emmi gesehen hatte. Ich war ein bisschen früher vom Treffen verschwunden, um ins Bett zu gehen, weil ich davor die Nacht nicht viel geschlafen hatte. Deshalb hatte ich mich da schon von ihr verabschiedet, und beim Frühstück hatte ich sie heute morgen auch nicht gesehen, weil ich mal wieder einer der Letzten gewesen war.
Ich war wahrscheinlich noch nie so schnell die Treppen zum Gemeinschaftsraum hochgesprintet wie in diesem Moment. Es grenzte an ein Wunder, dass ich dabei nicht der Nase lang hinfiel. Dort angekommen verschaffte ich mir schnell einen Überblick über die wenigen Schüler, die hier war und stellte fest, dass Emmi nicht unter ihnen war. Mein Herz klopfte schmerzhaft in meinem Brustkorb, aber ich versuchte mich selbst zu beruhigen. Ich erblickte den Tisch am Fenster, der als einziger Platz noch frei war, ignorierte dabei den Stuhl und setzte mich einfach ungeduldig direkt auf die Tischplatte. Ich sollte nicht so paranoid sein. Vielleicht saß sie ja grade irgendwo im Unterricht und langweilte sich, wie an jedem anderen Tag ...

You see the s m i l e that's on my mouth, it's hiding the w o r d s that don't come out. And all of my friends think that I'm blessed, but they don't know my head is a m e s s . And all of these l i n e s across my face tell you the s t o r y of who I am.
S o m a n y s t o r i e s o f w h e r e I ' v e b e e n a n d h o w I g o t t o w h e r e I a m .
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