Tisch am Fenster
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Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 11/22/2017 05:21 PMNach dem Spaziergang über die Ländereien beschloss ich mich wieder mit meinen restlichen Hausaufgaben zu beschäftigen. Es waren noch ein paar vom Mittag übrig geblieben und da ich gerade nichts besseres zu tun hatte würde ich eben diese erledigen. Mein Bruder war ohnehin nicht aufzufinden und vor meinen Freunden versteckte ich mich ja nach wie vor auch noch. Zwar hatte die Ablenkung an der frischen Luft gut getan, doch jetzt erfüllte mich wieder die Traurigkeit sobald ich wieder für mich war. Mein Weg führte mich zum Gemeinschaftsraum der Löwen und ich betrat ihn wenig später mit dem Passwort. Die Tür schwang auf und ich sah mich im Raum kurz um. Gerade war niemand da, den ich direkt kannte. Perfekt. Ich ging zum Tisch am Fenster und legte meine Schultasche auf den Stuhl neben mir. Daraus beförderte ich Pergament, meine Feder, Tintenfass und die Schulbücher. Ich musste noch einen Aufsatz für Verwandlung schreiben. Das passende Buch schlug ich auf der richtigen Seite auf und las mir den kurzen Text dazu ordentlich durch. Es mochte zwar sein, dass ich mich überarbeitete, da ich mich zu sehr aufs Lernen stürzte, doch es war allemal besser als sich mit meinen Gedanken zu beschäftigen, die mit den Schularbeiten versuchte zu unterdrücken. Also vertiefte ich mich lieber wieder in den Unterrichtsstoff und sahnte immer wieder ein paar Punkte für Gryffindor ab, während ich mich verhielt wie die letzte Streberin. Das war auf Dauer gesünder als alles andere. Der Aufsatz für Verwandlung war innerhalb einer Stunde fertig. Ich merkte dabei gar nicht wie es immer dunkler wurde, da es auf den frühen Abend zuging. Die nächste Hausaufgabe war dran, sodass ich erst aufblickte, als ich Schritte ganz in meiner Nähe hörte. Mein Blick traf auf eine Mitschülerin, die, geschätzt, nur ein Jahr älter sein müsste.
"Du kannst dich gerne setzen", lud ich sie im nächsten Moment direkt ein. Weshalb genau ich das gerade tat wusste ich selbst nicht so genau. Vermutlich weil ich mein altes Ich nicht verstecken konnte. Immerhin war ich dafür bekannt, dass ich jedem offen begegnete und nichts gegen Gesellschaft hatte.
Piper
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Re: Tisch am Fenster
from Piper on 11/22/2017 05:51 PMGähnend klappte ich meinen Koffer zu und schob ihn zurück unter mein Bett. Es war angenehm, mal wieder allein im Schlafsaal zu sein. Nur mein moppeliger Kater Beezlebub strich unruhig zwischen den Bettpfosten hin und her und leistete mir Gesellschaft. Ich ließ mich zurück aufs Bett fallen, beobachtete kurz die Sonnenstrahlen, die durch das Fenster schienen und begann dann seufzend das neue Tintenfaß aufzudrehen.
Natürlich konnte ich mir absolut etwas angenehmeres vorstellen, als jetzt meinen Zaubertränke Aufsatz fertigzustellen, aber ich musste nun wirklich mal wieder etwas für die Schule tun. Ich hatte schon oft genug den Unterricht geschwänzt oder meine Hausaufgaben nicht gemacht; es wurde Zeit, dass ich Gryffindor mal wieder zu einem Hauspunkte Hoch verhalf.
Seufzend rollte ich mein Blatt Papier auseinander und begann zu schreiben. Das Euphorie-Elixier lässt sich mit folgenden Zutaten zusammenstellen...
Bestimmt saßen meine Freunde gerade draußen und genoßen die restliche Mittagssonne, fiel mir ein. Beezlebub sprang mürrisch auf meinen Schoß und ich seufzte. "Jetzt nicht", fauchte ich genervt und schob ihn mehr oder weniger sanft von meinem Bett. Ich war im Moment nicht gut auf ihn zu sprechen, da ich wegen ihm die Quidditch-Auswahlspiele verpasst hatte.
Um die ungewohnte negative Energie loszuwerden, hüpfte ich vom Bett, nahm Pergament und Federkiel und huschte hinunter in den Gemeinschaftsraum. Als ich von der letzten Treppenstufe sprang, bemerkte ich, dass alle Sessel besetzt waren. Gerade machte ich kehrt, um wieder nach oben zu gehen, als ich eine vertraute Stimme hörte.
Ich fuhr herum und erkannte eine Fünftklässlerin, die mir weitesgehend bekannnt vorkam. "Setzen?", wiederholte ich und es tat mir leid, dass ich so abwertend überrascht klang. Nein danke, dachte ich, wir wissen doch beide, dass wir keine Lust auf Small-Talk haben. Doch dann musterte ich sie genauer und irgendwas sagte mir, dass ich mich zu ihr setzen sollte. "Ich, ähm - klar. Warum nicht?" Ich ließ mich auf den Stuhl ihr gegenüber fallen und breitete unbeholfen mein Stück Pergament auf dem Tisch aus.
Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 11/22/2017 06:33 PMDa mir Blutstatus, Haus und Jahrgang vollkommen gleichgültig waren hatte ich Kontakt zu vielen Schülern des Schlosses. Einige kannte ich nur vom Sehen, sodass ich noch einordnen konnte wer in welches Haus gehörte und bei wem ich vorsichtig sein sollte, doch wirklich innige Beziehungen führte ich meistens eher mit Schülern aus meinem eigenen Jahrgang. Das war auch nur zu verständlich, immerhin hockte man mit diesen Leuten eher aufeinander und kannte sie von daher auch besser.
Stand da nicht Piper? Ich war mir nicht so recht sicher, weshalb ich es nicht wagte sie mit diesem Namen anzusprechen. Am Ende war er noch falsch und ich hatte gerade keine große Lust auf eine Peinlichkeit. Über diese sah ich in den meisten Fällen gänzlich hinweg, doch gebrauchen konnte man sie ja dennoch nicht. Der Gemeinschaftsraum war gut gefüllt, wie immer zu dieser Tageszeit, sodass es mir nur freundlich vorkam sie einzuladen sich auf den freien Stuhl mir gegenüber zu setzen. Rumstehen wollte sie ganz bestimmt nicht. Ihren Ton verstand ich auf Anhieb, doch ich ließ mir nicht anmerken, dass mich das ein wenig traf. Vermutlich war es nicht einmal so gemeint, das war doch meistens so. Es war immerhin auch nur ein Angebot, welches sie abschlagen oder auch annehmen konnte. Ich würde es ihr sicher nicht nachtragen, wenn sie keine Lust hatte sich zu mir zu setzen. Vermutlich dachte sie auch noch, dass ich sie jetzt in ein oberflächliches Gespräch verwickeln wollte, aber das lag so gar nicht in meinem Sinn. Ganz im Gegenteil, wenn ich so ansprach, dann eher bezüglich der Schule. Ich stand nicht besonders auf Smalltalk, der verlief meistens im Sande und man lernte sich so auch nur oberflächlich kennen, was viel zu schade war für ein Gespräch.
Während ich noch so nachdachte beobachtete ich wie sie sich dann doch setzte und ich schob meine Bücher automatisch etwas mehr auf meine Seite, sodass sie genügend Platz hatte sich ebenfalls auszubreiten, obwohl sie weniger dabei zu haben schien. Ich sollte wirklich mal lernen nicht alles auf dem Tisch fallen zu lassen und nicht mehr wegzuräumen.
"Eine kleine Frage. Warst du in Zauberkunst letztes Jahr gut?", platzte es nach kurzem Schweigen aus mir raus. Vielleicht konnte sie mir ja auf die Sprünge helfen, denn ich hatte für dieses Fach auch noch einen Aufsatz zu schreiben, doch irgendwie hatte ich eine Blockade, die es galt zu lösen, damit ich diese lästige Aufgabe endlich fertig stellen konnte und mich dann wieder mit etwas schönerem beschäftigte.
Piper
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Re: Tisch am Fenster
from Piper on 11/22/2017 07:37 PMIch lehnte mich im Sessel zurück und zückte meine Feder. Normalerweise sprach ich gerne Leute an und hatte keine Hemmungen, sie mit meinem üblichen Müll vollzulabern, aber irgendwie brachte mich die Aura des Mädchens davon ab, den Mund aufzumachen. Vielleicht war das auch mal gut so.
Denn als sie mich fragte, ob ich gut in Zauberkunst gewesen wäre, rutschte mir eine überhebliche Antwort heraus, bevor ich sie unterdrücken konnte. "Ich bin immer gut in Zauberkunst."
Innerlich klopfte ich mir auf die Schulter. Super gemacht, Pipes, mit diesem Kommentar hast du dich direkt wieder beliebt gemacht. Ich konnte meine Art zu reden - wie ich es eben mit engen Freunden tat - manchmal einfach nicht abschalten. Das endete meistens damit, dass Leute, die mich nicht wirklich kannten, mich für arrogant und frech hielten, obwohl es nur meine Art war und größtenteils im Spaß gemeint war. Oder eben um meine Meinung so zu verkaufen, als würde ich es nicht ernst meinen. Obwohl ich es tat.
"Ich meine, ich war ganz okay", fügte ich schnell hinzu und lächelte das Mädchen dann an. Ja, sie kam mir definitiv bekannt vor. Mir wollte nur nicht einfallen, woher. "Wenn du magst, helfe ich dir gerne."
Währenddessen beendete ich meinen Aufsatz für Zaubertränke und rollte das Pergament zusammen. Überrascht spürte ich etwas in meinem Nacken. Mein Minimuff kletterte aus meiner Kapuze und klammerte sich an die Spitzen meines Zopfes. "Lorenz!", fauchte ich und schüttelte meine Haare, sodass er zurück in die Kapuze fiel.
"Entschuldige", murmelte ich. Ich war wirklich aus der Übung darin, Freundschaft mit anderen zu schließen. Seufzend zog ich meinen Umhang aus und nahm den kleinen aus der Kapuze. "Er ist ein wenig anhänglich."
Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 11/23/2017 08:23 AMDenkblockaden konnte ich nicht ausstehen und je mehr ich lernte desto häufiger kamen sie, nur um mich daran zu erinnern, dass ich normalerweise nicht so viel für die Schule machte. Als ob ich das nicht selbst wusste. Dafür brauchte ich nicht ständig eine Erinnerung von meinem Gehirn, was vermutlich langsam mit dem Wissen überladen war. Ich verstand nicht wie so manche Streber ihre Freizeit nur damit zubrachten sich Wissen in den Kopf zu stopfen. Schon jetzt hatte ich das eine oder andere Mal Angst, dass meiner bald noch platzen würde. Im Grunde war diese Angst unbegründet, genauso albern wie sich gelegentlich im Spiegel anzusehen um zu überprüfen, ob nicht Qualm aus meinem Kopf herauskam. Doch so war eben meine Denkweise, die ich nicht ablegen konnte. Ich fühlte mich etwas vor den Kopf gestoßen als ich die arrogante Antwort des Mädchens mir gegenüber hörte. Vielleicht hätte ich sie doch lieber nicht fragen sollen, denn ich hatte keine Lust darauf mich mit einer Zicke zu streiten, vor allem, weil ich alles überdramatisierte und erst hinterher bemerkte, dass es vollkommen übertrieben gewesen war. Beliebt machte ich mich als Dramaqueen nicht besonders, sodass ich jede schnippische Antwort runterschluckte.
Jedoch entspannte ich mich direkt wieder als sie weiter redete. Anscheinend hatte sie es doch nicht so gemeint, denn ansonsten hätte sie mir ja keine Hilfe angeboten, oder? Jetzt sah ich sie ein wenig unsicher an.
"Hast du dafür auch Zeit? Ich meine, ich will dir ganz sicher nicht zur Last fallen", murmelte ich und man konnte merken, dass ich mir gerade sehr unschlüssig war die angebotene Hilfe anzunehmen. Momentan hatte ich bei allem und jedem das Gefühl zur Last zu fallen, sodass ich jetzt nicht noch eine fremde Person mitreinziehen wollte.
Meine Augen weiteten sich etwas als ich beobachtete wie ein Minimuss aus ihrer Kapuze kletterte und in ihrem Haar landete. Wie niedlich. Meine Lippen verzogen sich zu einem kleinen Lächeln. Während ich noch das Mädchen vor mir beobachtete arbeitete mein Verstand, ehe ich wusste woher ich sie kannte.
"Bist du nicht auch in der Magische Kreaturen AG?", fragte ich direkt nach. Dann hatte ich sie wohl doch richtig erkannt. Für den Augenblick war mein Aufsatz für Zauberkunst direkt vergessen. Magische Wesen aller Art hatten mich schon als Kind sehr fasziniert, weshalb ich schon sehr lange in dieser AG war, nur um noch mehr über sie lernen zu können.
Piper
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Re: Tisch am Fenster
from Piper on 11/23/2017 12:51 PMDer kleine Minimuff versuchte aus meinen umschlossenen Händen zu klettern, aber das ließ ich nicht zu. Er würde nur wieder irgendwelche Vasen umwerfen und Peinlichkeiten entstehen lassen, die ich gerne umgehen konnte. Ich zog die Beine heran, sodass ich im Schneidersitz im Sessel lehnte, und tat ganz unbeholfen.
"Ich glaube nicht, dass ich heute noch großartig etwas anderes machen werde, als im Gemeinschaftsraum zu sitzen, also habe ich Zeit, ja." Ich wusste nicht wirklich, wieso ich gerade jemandem angeboten hatte, bei den Hausaufgaben zu helfen. Vielleicht sollte ich erstmal bei mir anfangen und beginnen, sie regelmäßig zu erledigen. Aber was soll's? Die Löwen brauchten schließlich ein paar fleißige Schüler, die die Punkte mit Hausaufgaben einholten.
"Ja, da bin ich auch!", rief ich ein wenig zu euphorisch als beabsichtigt. Selten fand ich Schüler, mit denen ich so über meine Liebe zu magischen Tierwesen reden konnte, wie ich es in der AG tat. Dieser Club stiftete mich zwar des Öfteren dazu an, irgendwelche unerlaubten Tiere in der Schule unterzubringen und sie zu analysieren, aber was tat man nicht alles für seine Leidenschaft?
Jetzt, da ich wusste, woher das Mädchen mir so bekannt vorkam, fiel mir auch schnell ihr Name ein. "Du bist Katy, nicht wahr?", fragte ich neugierig. Die Chance, dass sie wirklich so hieß, kam mir nicht sehr groß vor. Namenmerken war keinesfalls meine Kernkompetenz, aber versuchen, durfte man ja.
Ich beugte mich ein wenig über den Tisch und versuchte über Kopf ihre Zauberkunstaufgaben zu entziffern. Nicht, dass sie irgendein Thema behandelte, von dem ich keine Ahnung hatte. Das wäre wirklich peinlich.
Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 11/23/2017 02:50 PMMeine Augen konnte ich inzwischen nicht mehr von dem Minimuff lösen. Magische Kreaturen und alle natürlichen Tiere fand ich zum Großteil interessanter und angenehmer als die meisten Menschen. Also hörte ich nur mit halbem Ohr, dass das Mädchen vor mir bestätigte auch wirklich Zeit zu haben. Zwar wusste ich, dass ich das Angebot annehmen sollte, doch ich hatte auf einmal gar keine Lust mehr diesen dämlichen Aufsatz zu erledigen, für den ich ohnehin noch ein paar Tage Zeit hatte. Eine meiner Schwächen war es mich viel zu schnell von wichtigen Dingen ablenken zu lassen und sie dann aus den Augen zu verlieren. Hätte es die Möglichkeit gegeben nur in der AG der Magischen Kreaturen zu sein, dann würde ich sogar zwischen all diesen Tieren schlafen und mit ihnen zusammen essen. Zwar hatte meine Mum diesen Faible von mir akzeptiert, doch verstand sie es genauso wenig wie die meisten in meinem Freundeskreis. Darum mochte ich die Zeit in diesem Club etwas zu sehr. Dort traf ich nämlich Gleichgesinnte und konnte mich mit ihnen viel schneller und einfacher austauschen. Wir teilten immerhin eine sehr wichtige Leidenschaft. Doch ich musste wieder auf den Boden der Tatsachen zurück kommen.
"Danke, das ist wirklich nett von dir. Dann nehme ich dein Angebot gerne an!", sagte ich nach einer gefühlten Ewigkeit und meinen Blick riss ich wenig später wieder den Blick von dieser wundervollen Kreatur. Auf meinen Lippen zog sich das Lächeln in die Breite, als sie mich erkannte. Dann hatte ich wohl doch nicht so falsch gelegen.
"Ja, das ist richtig!", nun konnte ich meine Begeisterung doch nicht mehr zurück halten. Es freute mich immer sehr, wenn mich jemand erkannte, vor allem, wenn man nur in einem gemeinsamen Club war. "Und du bist Piper?", schob ich einen Augenblick fragend nach. Noch immer war ich mir etwas unsicher, doch mehr als falsch sein konnte der Name schließlich nicht. Ein Versuch war es allemal wert. Ich bemerkte den Blick, den sie auf das Pergament vor mir warf und drehte es schließlich einfach um. Zusätzlich schob ich es ihr etwas entgegen, sodass sie lesen konnte worin der Aufsatz bestand.
"Ich muss alle haushaltsnotwendigen Zaubersprüche zusammenfassen mit den Bedeutungen", erklärte ich ihr zusätzlich noch.
Piper
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Re: Tisch am Fenster
from Piper on 11/23/2017 04:32 PMDer Minimuff krabbelte jetzt entgültig aus meinen geschlossenen Handflächen und tabste zu Katy hinüber, um ihrer Feder zu spielen. Ich unterdückte ein Lächeln. Lorenz hatte ich zu meinem vierten Schuljahr geschenkt bekommen und seitdem trug ich ihn ununterbrochen mit mir herum.
Ich liebte es, mich mit anderen über Tierwesen zu unterhalten. Jedenfalls solange sie Ahnung hatten. "Ich wusste doch, dass ich dich kenne", erwiderte ich fröhlich. Die Magische Kreaturen AG war eine gute Möglichkeit dafür. "Um ehrlich zu sein, war ich aber länger nicht mehr dort... Gibt es etwas neues?" Ich musste leider zugeben, dass mein sechstes Schuljahr nicht gerade so begonnen hatte, wie es vorteilhaft gewesen wäre. Ich hatte viel Unterricht verpasst und war lieber auf geheime Partys gegangen, als mich mit dem Unterrichtsstoff zu beschäftigen. Das hatte ich schnell und einfach wieder aufgearbeitet, aber andere Aktivitäten wie die AG hatten unter meiner Einstellung gelitten.
Als Katy mir für das Angebot dankte und ihr Pergament zu mir hinüber schob, beäugte ich ihre bisherigen Zeilen. "Hmhm, so so", machte ich und grübelte, wie ich letztes Jahr in diesem Bereich abgeschnitten hatte. Haushaltszauberei fand ich gar nicht mal uninteressant und ich würde Katy bestimmt helfen können, ein wenig herauszuarbeiten. "Vielleicht solltest du mit den wichtigsten anfangen. Accio zum Beispiel." Haushaltszauberei war schließlich nichts anderes als die kleinen Hexereien aus dem Alltag. "Vielleicht ist auch so etwas gemeint wie Incendio oder Locomotor, das war irgendwas mit Koffern, wenn ich mich recht erinnere."
Ich nahm das Pergament und kritzelte ein paar Zaubersprüche auf, die mir einfielen.
Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 11/23/2017 06:13 PMMit einem fasziniertem Strahlen in den Augen beobachtete ich jede der kleinen Bewegung, die der Minimuff machte, bis er an meiner Feder angekommen war. Mein Verhalten gegenüber Tieren war so vollkommen anders als es die meisten Menschen von mir gewohnt waren. Während ich mich nur zu gerne in Rage reden konnte und maßlos übertrieb, wenn sich jemand etwas leistete, was mir so gar nicht passte, verzieh ich jeder Eule, die mich absichtlich biss, wenn ich ihr mal zu nahe kam, oder sie einfach einen zickigen Moment hatte und mir meine Post nicht gleich geben wollte. Einem Tier konnte ich nicht lange böse sein, während ich vor Menschen gerne die Beleidigte spielte und das für eine so lange Zeit, bis eine Entschuldigung von ihnen aus kam oder sie von alleine einfach wieder gingen, weil sie mein Verhalten für zu kindisch erachteten. Ich ließ den Kleinen vor sich hin spielen, denn in diesem Moment brauchte ich meine Feder ja auch nicht.
"Ich bin froh, dass ich ein wenig in Erinnerung geblieben bin", nur mühsam löste ich meinen Blick wieder um Piper ein weiteres Mal anzusehen. "Er ist wirklich zu niedlich. Ich wünschte ich hätte auch einen Minimuff", sagte ich mit einem leisen Seufzen. Meine Mutter hatte mir keinen erlaubt und jetzt war es noch zu früh sich über ihr altes Verbot hinwegzusetzen, das war unmoralisch. Außerdem wusste ich nicht was mein Vater davon hielt, wenn ich einen mit nach Hause brachte.
"Noch hast du nicht allzu viel verpasst. Einiges hat sich, wie jedes Schuljahr, wiederholt, weil ja auch die Neuen dazu gekommen sind. Aber ich denke die nächsten Wochen werden auch wieder spannender, denn die Neulinge sind eingeführt, weshalb es nur besser werden kann. Also wenn du's wieder einrichten kannst, dann wird es sicher interessant werden", damit wollte ich sie nicht einmal dazu drängen, denn das stand mir nicht zu. Eher dazu einladen sich wieder mehr Zeit für den Club zu nehmen. "Oder willst du ganz aussteigen?", fragte ich mit leiser Bestürzung in der Stimme, ohne dass ich das überhaupt beabsichtigt hatte. Es war nur für mich unvorstellbar, dass sich jemand dazu entschied nicht mehr zu kommen, immerhin lernte man doch so viele neue Dinge, wenn man mittendrin ist. Mehr als man im Unterricht je erfahren würde.
Doch nun kamen wir wieder auf meine Hausaufgaben zu sprechen und ich erinnerte mich daran, dass ich ja ein paar Punkte für unser Haus sammeln wollte. Also lag es an mir mich wieder auf die wichtige Sache zu konzentrieren. Ich hörte ihr aufmerksam zu und nickte verstehend.
"Stimmt! Den hatte ich ganz aus den Augen verloren", fiel es mir da wieder ein. Sie hatte nur diesen einen Zauber erwähnen müssen und da fiel der Groschen. Auf einmal war ich wieder hochkonzentriert und mir fielen noch ein paar weitere Zaubersprüche ein, die in diese Kategorie gehörten. Vielleicht hatte ich diese kurze Ablenkung einfach gebraucht um wieder klar denken zu können. Ich sah ihr beim Schreiben zu und erkannte, dass mir diese Sprüche gerade auch wieder eingefallen waren.
"Danke, das hat mir schon sehr geholfen", bedankte ich mich mit einem Lächeln, als sie Zaubersprüche aufgeschrieben hatte. "Ich bin auch sehr froh, dass ich noch ein paar Tage Zeit für die Abgabe habe, so muss ich mir keinen Stress mit der Ausarbeitung des Aufsatzes machen."
Piper
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Re: Tisch am Fenster
from Piper on 11/24/2017 04:19 PMIch versuchte, nicht zu zeigen, dass ich ihren Namen nur grob geraten hatte, und nickte höflich.
"Ja, er ist wirklich ein Süßer", murmelte ich lächelnd und ließ Lorenz weiterhin über den Tisch latschen. Solange ich ihn im Blick hatte, würde er wohl auch nichts Dummes anstellen. "Wieso kaufst du dir denn keinen?" Ich ahnte die Antwort auf diese Frage allerdings schon. Meine Mutter war nie wirklich von meinem Faible für Tiere und alles, was damit zu tun hat, begeistert gewesen, aber ein Glück hatte mein Vater für mich Partei ergriffen. Er war da ähnlich veranlagt wie ich und genoß es gerade zu, meiner Mutter gegenüber Regeln zu brechen. Aber gegen einen kleinen Minimuff hatte sie zu meinem 14. Geburtstag dann doch nichts gehabt und eine Eule war natürlich etwas anderes. Ach ja, und von den anderen kleinen Süßen wusste sie natürlich nicht.
"Stimmt", erwiderte ich. Jedes Jahr kamen neue Schüler in die AG. "Das kann ja was werden." Ich war nie wirklich begeistert von Erstklässlern, besonders nicht von der ganz naiven Sorte. Aber zu der hatte ich wohl selbst einst gehört.
"Aussteigen?", fragte ich überrascht, "auf keinen Fall! Ich hatte einfach viel um die Ohren und sowas." Das stimmte nicht. Aber ich hatte einfach nicht mehr wirklich drangedacht. Ich merkte, dass das Gespräch mit Katy doch nicht so schlecht war, wie ich es am Anfang befürchtet hatte. Langsam realisierte ich, dass ich die Dinge, die mir einst wichtig gewesen waren, langsam aus den Augen verlor.
Ich beobachtete Katy, wie sie Zaubersprüche niederkritzelte und grinste. Dann war meine Hilfe wohl doch zu was gut gewesen.
"Kein Problem", gab ich zurück und machte eine wegwerfende Handbewegung, "ich helfe, wo ich kann."
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