Tisch am Fenster
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Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 12/05/2017 10:23 AM"Naja, ich bin durch eine Affäre entstanden und dazu noch nur halbblütig. Manche Reinblüter reagieren da nicht gerade gut drauf. Aber Lucien scheint es egal zu sein, jedenfalls so wie er sich gibt. Ihm scheint sowieso alles egal zu sein, was mich ehrlich gesagt manchmal etwas verunsichert. Wie kann einem alles egal sein?", während ich so redete merkte ich gar nicht, dass ich seinen Namen hatte fallen lassen. Gerade überlegte ich einfach nur wie ich an ihn rankam. Er blockte jedes Mal ab, wenn ich ihn irgendwas fragte, was etwas tiefer unter die Oberfläche ging. Wir waren komplett verschieden und doch wollte ich ihn weiterhin kennen lernen und mit ihm was zu tun haben. Die Familie war mir wichtiger als alles andere und das zeigte ich ihm jeden Tag, an dem ich an ihm klebte.
"Kennst du ihn vielleicht...?", fragte ich auf ihre Nachdenklichkeit und musterte sie dabei aufmerksam. Konnte ja sein, vermutlich waren sie ja im selben Jahrgang, jedenfalls wenn ich mich nicht irrte.
"Das ist schön zu hören", gab ich nach wie vor mit einem Lächeln zurück und damit war dieses Thema auch schon abgehakt. Wir würden sehen ob wir noch häufiger miteinander sprachen, immerhin war dieses Gespräch doch gar nicht mal so schlecht und bei den Hausaufgaben hatte sie mir auch schon geholfen. Also stand einer weiteren angenehmen Begegnung nichts im Wege.
"Hättest du denn schon jemanden im Auge? Ich meine ganz generell. Ja, irgendwie käme ich mir blöd vor, wenn ich nicht zum Ball gehe, aber alleine zu gehen... damit macht man sich ja lächerlich", murmelte ich und sah auf das beschriebene Pergament vor mir. Ich hatte zwar Freunde, aber viele männliche waren nicht dabei und momentan hatte ich mich so weit zurück gezogen, dass ich nicht einmal mehr wusste wie ich einen Kerl fragen sollte. Eigentlich war ich immer sehr offen, nur wenn es um solche Dinge wie Feiern und Bälle ging, da ließ ich den Kerl machen. Doch dann blickte ich wieder zu Piper auf, als ich ihren Vorschlag hörte. "Diese Idee klingt toll!", rief ich mit etwas zu viel Begeisterung aus. Dann aber wurde ich wieder nachdenklicher. "Was ist, wenn eine von uns ein Date hat? Dann bleibt die andere ja doch wieder auf der Strecke. Oder würden wir dann zu dritt gehen? Das ist ja eigentlich nicht verboten, oder?", dachte ich laut nach.
Piper
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Re: Tisch am Fenster
from Piper on 12/04/2017 06:24 PM"Oh, wirklich?" Ich wusste nicht, warum, aber ich hatte irgendwie nicht damit gerechnet, dass ihr plötzlich aufgetauchter Bruder auch ein Schüler von Hogwarts sein konnte. "Wieso sollte er dich denn auch hassen?", fragte ich mitfühlend und lächelte. "Vielleicht freut er sich sogar über eine Schwester." Die Schlangen waren zwar stolz, aber Familie bedeutete ihnen trotzdem viel. Mein eigener Bruder war ein Slytherin und irgendwie konnte ich mich dadurch besser in Katys Lage hineinversetzen. "Sechste Klasse also", ließ ich gespielt nachdenklich und spaßeshalber fallen, um Katys Reaktion zu beobachten, grinste aber zu schnell wieder.
Ich wusste selbst, dass Katy und ich uns nichts schuldig waren, aber es freute mich, dass sie versprach, mich zu erinnern. Vielleicht würden wir uns ab jetzt dann sogar öfter sehen. "Und ich werde mich daran halten", erwiderte ich und lächelte.
Ich ahmte ihr Seufzen nach und zuckte genauso mit den Schultern. "Ich wurde auch noch nicht gefragt, aber ich habe ehrlich gesagt noch gar nicht so wirklich drüber nachgedacht, ob ich überhaupt gehe. Aber jeder geht. Da kann ich ja nicht einfach in meinem Schlafsaal sitzen und mit Lorenz spielen." Ich nickte zu meiner rechten Schulter, auf der der Minimuff jetzt saß. "Aber wenn mich niemand fragt, gehe ich auch nicht." Trotzig reckte ich das Kinn und verschränkte die Arme. Da kam mir eine Idee. "Weißt du was? Wenn wir beide bis zum Abend davor keine Begleitung haben, gehen wir zusammen, okay? Ich meine, dann haben wir eine Begleitung und man kann schließlich auch mit einer Freundin kommen." Ich wusste natürlich, dass wir lieber mit einer männlichen Begleitung gehen würden und deshalb stets auf der Suche blieben, aber das wichtigste war für mich letztendlich, mit Stil zu erscheinen. Und das konnte ich im Notfall auch mit Katy.
Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 12/04/2017 10:21 AMAuf ihre Aussage hin nickte ich. Noch immer hatte ich das Gefühl, dass ein Teil von mir fehlte, der niemals wieder zurück kommen würde. Vielleicht war ich nach meinem Tod wieder komplett, denn der vereinte meine Mutter und mich. Doch noch war es nicht die richtige Zeit, weshalb ich auch nicht viel darüber nachdachte. Ich versuchte eher mein Leben irgendwie auf die Reihe zu bekommen, damit ich nicht auf der Stelle trat, was einem in so einer Situation ja schnell passieren konnte. Froh darüber, dass sie nicht nach meinem Vater fragte, dachte ich kurz über ihre Frage nach.
"Ja, ist er. Naja, er ist sogar ein Reinblut. Er ist im Haus Slytherin und in der sechsten Klasse. Zu ihm persönlich... hm, das ist schwer zu definieren. Er scheint mich nicht zu hassen, sondern sogar ein wenig zu akzeptieren, aber so richtig komme ich nicht an ihn ran. Er ist so distanziert und kühl, aber ich werde ihn schon knacken. Wir sind doch Geschwister. Zwar nur zur Hälfte, aber das spielt keine Rolle", erzählte ich ihr dann. Da konnte man meinen Ehrgeiz wieder raushören. Ich würde nicht locker lassen, egal wie sehr ich ihm auf die Nerven ging. Denn ich wollte ihn besser kennen lernen, schließlich wollte ich meinen Bruder gut genug kennen um ihn endlich richtig einschätzen zu können, was mir momentan noch sehr schwer fiel. Manchmal hatte ich aber sogar das Gefühl, dass er mich sogar ein wenig mochte, doch meistens machte er diesen Eindruck eine Sekunde später wieder sofort zu nichte. Schade eigentlich.
"Gut, dann werde ich dich bei Gelegenheit an dieses Versprechen erinnern", gab ich mit einem breiten Lächeln zurück. Sie war mir keine Rechenschaft schuldig, doch ich konnte manchmal schon sehr nervötend und anhänglich werden, wenn ich es drauf anlegte.
Als sie auf den Ball zu sprechen kam zuckte ich seufzend mit den Schultern.
"Ich würde ja gerne, aber ich wurde bisher noch nicht gefragt und ohne Begleitung ist es ja auch blöd", gab ich zu. "Hast du vor zu gehen?"
Piper
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Re: Tisch am Fenster
from Piper on 12/03/2017 01:03 PMIch runzelte die Stirn. Wie konnte ich Katy sagen, dass es mir wirklich leid tat?
"Das mit deiner Mutter ist schrecklich", antwortete ich leise. Aber konnte ich das überhaupt beurteilen? Natürlich war es schrecklich, wenn jemand aus der Familie starb, aber ich wusste nicht, wie es war. Vielleicht wollte Katy gerade soetwas nicht hören und auch kein Mitleid von Leuten bekommen, die sowieso nicht nachvollziehen konnten, was sie durchmachte.
Also sagte ich gar nichts mehr und versuchte, das Thema ein wenig umzulenken. "Und wie ist dein Bruder so?" Ihr Vater konnte vielleicht ein wunder Punkt sein, aber nach ihrem neu entdeckten Bruder zu fragen, erschien mir sicheres Terrain. "Also ich meine... ist er wie wir?" Neugierig hob ich eine Augenbraue. Es war ja nicht falsch, zu fragen, ob er magisches Blut besaß. Und ich fragte auch nicht, um ihn zu verurteilen, wenn er es nicht tat, sondern rein aus Neugier. Im Gegensatz zu meiner Verwandtschaft legte ich kein Wert auf das Blut anderer.
"Ich glaube, es ist sogar ganz gut, wenn ich es dir verspreche", erwiderte ich lächelnd. "Dann werde ich nicht nach blöden Ausreden suchen."
Ich gähnte und rollte mein Pergament zusammen, dass ich kaum bearbeitet hatte. "Gehst du eigentlich zum Weihnachtsball?"
Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 12/01/2017 03:39 PMEigentlich sollte diese Sache nicht wieder zur Sprache kommen, doch ich konnte es nicht einfach ignorieren. Dazu kam, dass mich immer häufiger Mitschüler aus unserem Haus sahen wie ich mit einem Slytherin redete. Unsere Häuser waren ja bekanntlich verfeindet, weshalb es mir viele schräge Blicke einbrachte. Doch das hinderte mich nicht daran mich zwischendurch immer wieder wie eine Klette an meinen älteren Bruder zu ketten, damit ich die Möglichkeit hatte ihn besser kennen zu lernen. Auch wenn wir verschiedene Mütter hatten waren wir nunmal miteinander verwandt. Blutsverwandt. Ich senkte den Blick auf meine Hände als ich antwortete.
"Meine Mutter ist im Sommer gestorben und auf dem Sterbebett hat sie mir verraten wer mein Vater ist. Er hat mich zu sich und seinem Sohn, meinem Halbbruder, genommen. Ich weiß noch nicht so recht wie ich mich damit fühle, aber es ist immerhin besser als in ein Waisenhaus zu kommen. Andere Verwandtschaft habe ich nunmal nicht mehr", klärte ich sie schließlich darüber auf. Vielleicht war es besser mit offenen Karten zu spielen, denn falls Piper und ich noch einmal reden würden, und ich war ganz sicher nicht abgeneigt, dann wusste sie wenigstens einen Teil von mir, sodass keine peinliche Situation zwischen uns entstehen würde, sobald wieder das Gespräch auf das Thema Familie kommen würde. Man wusste nie was kommen mochte und vielleicht sah sie mich ja auch mal mit Lucien und würde sich dann das Richtige zusammen reimen können.
"Schon gut, versprechen brauchst du nichts. Es war von mir nur ein kleiner Anstoß", nun hob ich meinen Blick wieder und schenkte ihr ein kleines Lächeln.
Den Aufsatz würde ich morgen fertig stellen, dann hatte ich zwar nochmal wieder was aufbekommen, aber heute wurde das mit dem Schreiben so oder so nichts mehr. Dafür kannte ich mich zu gut und wusste, dass ich jetzt wieder zu aufgewühlt war um mich noch zu konzentrieren.
Piper
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Re: Tisch am Fenster
from Piper on 11/26/2017 03:50 PMIch runzelte die Stirn. Katy klang nicht gerade begeistert von ihrem Familienleben.
"Oh", kommentierte ich nur mitfühlend. Jedenfalls hoffte ich, dass es so klang. Ich war wirklich schlecht darin, meine Emotionen richtig zu vermitteln. Ich gehörte zu den Menschen, die nicht wussten, wie sie auf Komplimente reagieren sollten, und deshalb statt einem einfach "Danke" mit einem ungewollt überheblichen "Ich weiß" antworteten. Und auch Mitgefühl war eine Herausforderung für mich. Ich wusste einfach nicht, wie ich jemandem vermitteln sollte, dass er mir leid tat.
Und dann gab es natürlich noch mein ungezogenes, neugieriges Ich, welches ich selten zurückhalten konnte. "Wieso kennst du ihn erst seit dem Sommer? Hat deine Mutter neu geheiratet?" Es geht dich nichts an, Piper!
Ich nickte. "Ich werde sicher in der nächsten Woche wieder zu den Treffen erscheinen. Versprochen!", fügte ich hinzu, obwohl ich Katy überhaupt nichts versprechen musste. Es war eher eine Notiz an mich selbst.
Ich schmunzelte über ihre Aussage zum Abschreiben. Genauso hätte ich es von ihr erwartet. Abschreiben tat ich auch nie. Das lag aber weniger daran, dass ich es für unfair hielt, sondern daran, dass ich zu stolz war, um es zu tun.
Leider war mein Stolz nicht unbedingt vorteilhaft. Das bemerkte ich besonders in letzter Zeit, als es auf den Weihnachtsball zu ging und die Begleitsuche begann. Ich seufzte.
Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 11/25/2017 10:02 AMSo langsam fragte ich mich wieso ich nicht einfach ohne zu fragen einen Minimuff kaufte und ihn nach Hause und auch später wieder nach Hogwarts schmuggelte. Doch irgendwas hielt mich davon ab. Ich richtete meinen Blick wieder auf Piper und seufzte leise.
"Meine Mutter war immer gegen zu viele Tiere. Ich hab ja immerhin schon eine Kröte und eine Eule. Das hat für sie schon gereicht. Einen Minimuff wollte sie nicht im Haus. Und mein Vater...", für einen Moment stockte ich, ehe ich mit den Schultern zuckte. "... den kann ich noch nicht so recht einschätzen. Ich kenne ihn erst seit dem Sommer", beendete ich schließlich nach wenigen Sekunden meinen Satz. Das war die blanke Wahrheit. Auf mich wirkte er immer noch irgendwie kalt und undurchschaubar. Vielleicht wurde er auch handgreiflich, wenn ich mich ihm widersetzte. Außerdem wirkte er nicht besonders tierlieb, weshalb ich das vorerst keinem weiteren Tier zumuten wollte.
Ich war genauso wenig begeistert davon, dass jedes Jahr die Neuen dazu kamen, doch ich war schließlich auch mal eine Erstklässlerin gewesen, also trug ich meinen Missfallen nicht nach außen. Wir fingen alle mal klein an, jedoch wäre es mir lieber, wenn wir uns dann in Gruppen spalten würden, sodass die anderen schon weiter lernen konnten, anstatt das Ganze nochmal von vorne hören zu müssen. Die ersten Wochen waren immer etwas langweiliger, doch das hielt mich nicht davon ab jedes Jahr in diesen Club zu gehen.
"Dann hoffe ich, dass sich bei dir alles wieder regelt und du mehr Zeit hast", gab ich mit einem Lächeln zurück. Ich konnte mir gar nicht vorstellen ohne diesen Club im Schloss zu sein. Für mich war es immer ein Highlight, wenn er wieder anstand, denn mit meiner Leidenschaft beschäftigte ich mich immer am liebsten.
"Ich brauche manchmal nur einen Anstoß in die richtige Richtung und dann weiß ich wieder was ich schreiben muss. Von abschreiben hab ich noch nie fiel gehalten, dabei lernt man leider nicht viel. Also war dein Tipp schon sehr richtig", lobte ich sie, auch wenn sie es für keine große Sache hielt. Für mich war es das, wenn man ohne Gegenleistung einem anderen einfach so half.
Piper
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Re: Tisch am Fenster
from Piper on 11/24/2017 04:19 PMIch versuchte, nicht zu zeigen, dass ich ihren Namen nur grob geraten hatte, und nickte höflich.
"Ja, er ist wirklich ein Süßer", murmelte ich lächelnd und ließ Lorenz weiterhin über den Tisch latschen. Solange ich ihn im Blick hatte, würde er wohl auch nichts Dummes anstellen. "Wieso kaufst du dir denn keinen?" Ich ahnte die Antwort auf diese Frage allerdings schon. Meine Mutter war nie wirklich von meinem Faible für Tiere und alles, was damit zu tun hat, begeistert gewesen, aber ein Glück hatte mein Vater für mich Partei ergriffen. Er war da ähnlich veranlagt wie ich und genoß es gerade zu, meiner Mutter gegenüber Regeln zu brechen. Aber gegen einen kleinen Minimuff hatte sie zu meinem 14. Geburtstag dann doch nichts gehabt und eine Eule war natürlich etwas anderes. Ach ja, und von den anderen kleinen Süßen wusste sie natürlich nicht.
"Stimmt", erwiderte ich. Jedes Jahr kamen neue Schüler in die AG. "Das kann ja was werden." Ich war nie wirklich begeistert von Erstklässlern, besonders nicht von der ganz naiven Sorte. Aber zu der hatte ich wohl selbst einst gehört.
"Aussteigen?", fragte ich überrascht, "auf keinen Fall! Ich hatte einfach viel um die Ohren und sowas." Das stimmte nicht. Aber ich hatte einfach nicht mehr wirklich drangedacht. Ich merkte, dass das Gespräch mit Katy doch nicht so schlecht war, wie ich es am Anfang befürchtet hatte. Langsam realisierte ich, dass ich die Dinge, die mir einst wichtig gewesen waren, langsam aus den Augen verlor.
Ich beobachtete Katy, wie sie Zaubersprüche niederkritzelte und grinste. Dann war meine Hilfe wohl doch zu was gut gewesen.
"Kein Problem", gab ich zurück und machte eine wegwerfende Handbewegung, "ich helfe, wo ich kann."
Katy
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Re: Tisch am Fenster
from Katy on 11/23/2017 06:13 PMMit einem fasziniertem Strahlen in den Augen beobachtete ich jede der kleinen Bewegung, die der Minimuff machte, bis er an meiner Feder angekommen war. Mein Verhalten gegenüber Tieren war so vollkommen anders als es die meisten Menschen von mir gewohnt waren. Während ich mich nur zu gerne in Rage reden konnte und maßlos übertrieb, wenn sich jemand etwas leistete, was mir so gar nicht passte, verzieh ich jeder Eule, die mich absichtlich biss, wenn ich ihr mal zu nahe kam, oder sie einfach einen zickigen Moment hatte und mir meine Post nicht gleich geben wollte. Einem Tier konnte ich nicht lange böse sein, während ich vor Menschen gerne die Beleidigte spielte und das für eine so lange Zeit, bis eine Entschuldigung von ihnen aus kam oder sie von alleine einfach wieder gingen, weil sie mein Verhalten für zu kindisch erachteten. Ich ließ den Kleinen vor sich hin spielen, denn in diesem Moment brauchte ich meine Feder ja auch nicht.
"Ich bin froh, dass ich ein wenig in Erinnerung geblieben bin", nur mühsam löste ich meinen Blick wieder um Piper ein weiteres Mal anzusehen. "Er ist wirklich zu niedlich. Ich wünschte ich hätte auch einen Minimuff", sagte ich mit einem leisen Seufzen. Meine Mutter hatte mir keinen erlaubt und jetzt war es noch zu früh sich über ihr altes Verbot hinwegzusetzen, das war unmoralisch. Außerdem wusste ich nicht was mein Vater davon hielt, wenn ich einen mit nach Hause brachte.
"Noch hast du nicht allzu viel verpasst. Einiges hat sich, wie jedes Schuljahr, wiederholt, weil ja auch die Neuen dazu gekommen sind. Aber ich denke die nächsten Wochen werden auch wieder spannender, denn die Neulinge sind eingeführt, weshalb es nur besser werden kann. Also wenn du's wieder einrichten kannst, dann wird es sicher interessant werden", damit wollte ich sie nicht einmal dazu drängen, denn das stand mir nicht zu. Eher dazu einladen sich wieder mehr Zeit für den Club zu nehmen. "Oder willst du ganz aussteigen?", fragte ich mit leiser Bestürzung in der Stimme, ohne dass ich das überhaupt beabsichtigt hatte. Es war nur für mich unvorstellbar, dass sich jemand dazu entschied nicht mehr zu kommen, immerhin lernte man doch so viele neue Dinge, wenn man mittendrin ist. Mehr als man im Unterricht je erfahren würde.
Doch nun kamen wir wieder auf meine Hausaufgaben zu sprechen und ich erinnerte mich daran, dass ich ja ein paar Punkte für unser Haus sammeln wollte. Also lag es an mir mich wieder auf die wichtige Sache zu konzentrieren. Ich hörte ihr aufmerksam zu und nickte verstehend.
"Stimmt! Den hatte ich ganz aus den Augen verloren", fiel es mir da wieder ein. Sie hatte nur diesen einen Zauber erwähnen müssen und da fiel der Groschen. Auf einmal war ich wieder hochkonzentriert und mir fielen noch ein paar weitere Zaubersprüche ein, die in diese Kategorie gehörten. Vielleicht hatte ich diese kurze Ablenkung einfach gebraucht um wieder klar denken zu können. Ich sah ihr beim Schreiben zu und erkannte, dass mir diese Sprüche gerade auch wieder eingefallen waren.
"Danke, das hat mir schon sehr geholfen", bedankte ich mich mit einem Lächeln, als sie Zaubersprüche aufgeschrieben hatte. "Ich bin auch sehr froh, dass ich noch ein paar Tage Zeit für die Abgabe habe, so muss ich mir keinen Stress mit der Ausarbeitung des Aufsatzes machen."
Piper
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Re: Tisch am Fenster
from Piper on 11/23/2017 04:32 PMDer Minimuff krabbelte jetzt entgültig aus meinen geschlossenen Handflächen und tabste zu Katy hinüber, um ihrer Feder zu spielen. Ich unterdückte ein Lächeln. Lorenz hatte ich zu meinem vierten Schuljahr geschenkt bekommen und seitdem trug ich ihn ununterbrochen mit mir herum.
Ich liebte es, mich mit anderen über Tierwesen zu unterhalten. Jedenfalls solange sie Ahnung hatten. "Ich wusste doch, dass ich dich kenne", erwiderte ich fröhlich. Die Magische Kreaturen AG war eine gute Möglichkeit dafür. "Um ehrlich zu sein, war ich aber länger nicht mehr dort... Gibt es etwas neues?" Ich musste leider zugeben, dass mein sechstes Schuljahr nicht gerade so begonnen hatte, wie es vorteilhaft gewesen wäre. Ich hatte viel Unterricht verpasst und war lieber auf geheime Partys gegangen, als mich mit dem Unterrichtsstoff zu beschäftigen. Das hatte ich schnell und einfach wieder aufgearbeitet, aber andere Aktivitäten wie die AG hatten unter meiner Einstellung gelitten.
Als Katy mir für das Angebot dankte und ihr Pergament zu mir hinüber schob, beäugte ich ihre bisherigen Zeilen. "Hmhm, so so", machte ich und grübelte, wie ich letztes Jahr in diesem Bereich abgeschnitten hatte. Haushaltszauberei fand ich gar nicht mal uninteressant und ich würde Katy bestimmt helfen können, ein wenig herauszuarbeiten. "Vielleicht solltest du mit den wichtigsten anfangen. Accio zum Beispiel." Haushaltszauberei war schließlich nichts anderes als die kleinen Hexereien aus dem Alltag. "Vielleicht ist auch so etwas gemeint wie Incendio oder Locomotor, das war irgendwas mit Koffern, wenn ich mich recht erinnere."
Ich nahm das Pergament und kritzelte ein paar Zaubersprüche auf, die mir einfielen.
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