Zukunftsplay » 7
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Re: Zukunftsplay » 7
von Castor am 09.02.2018 23:20Ich schüttelte nur immer wieder den Kopf, drehte mich allerdings wieder zu Matt. "Tut mir leid, ich -", begann ich, schüttelte allerdings wieder den Kopf. "Ich bin so ein Idiot, wirklich. Das hat der Spiegel da nur noch mal bestätigt."
Wieso zeigte er mir Merle? Ich hatte alles erwartet, nur nicht das. Oder gut, vielleicht hatte ich es auch nur verdrängt. Vielleicht hieß das, dass ich mir einfach am Sehnlichsten wünschte, mich mit ihr zu vertragen? Das musste es sein. Eine andere Erklärung gab es dafür nicht.
Aber ich wusste selbst, dass es nicht stimmte. Wir hatten in dem Spiegel sehr viel intimer gewirkt als 'nur' Freunde. Und mir war klar, dass er der Spiegel mir zeigte, dass ich mir selbst die letzten Monate über nur etwas vorgemacht hatte.
Ich hatte mich in Merle verliebt. Nicht auf einmal, sondern ganz langsam und schleichend, dass ich es selbst nicht einmal bemerkt hatte. Wie sollte ich auch? Ich war noch nie richtig verliebt gewesen, das höchste war mal eine kleine Schwärmerei gewesen. Ich hatte selbst gemerkt, dass Merle auf mich anders wirkte als sonst, dass meine Blicke länger an ihr hingen, dass ich sie die letzten Wochen viel zu sehr vermisst hatte und dass ich am liebsten jedem Typen, der sie auch nur ansah, einen Fluch auf den Hals jagen wollte.
Ich winkte ab, als Matt wegen dem Krankenflügel fragte. Da hatte ich jetzt gar keine Nerven mehr für. "Das ist nichts, damit komme ich schon so klar", murmelte ich und presste meine Handfläche an meine Fingerknöchel. Es hatte schon aufgehört zu bluten. Ganz langsam kniete ich mich hin und setzte mich dann einfach auf den kalten Boden, während Matt immer noch vor mir stand. Ich wollte mich lieber hinsetzen, bevor meine Beine vielleicht noch nachgaben. Der Tag war bis jetzt für mehrere Überraschungen gut gewesen.
"Ein Mädchen", antwortete ich dann schließlich auf seine Frage, die er gestellt hatte bevor ich versuchte den Spiegel zu zerstören. Dann sah ich ihm ins Gesicht. "Merle, um genau zu sein. Gott, ich bin so ein Idiot." Ich schüttelte den Kopf und presste einen Moment lang meine Stirn gegen meinen kühlen Arm, bevor ich den Blick wieder hoch und Matthew ansah. "Sie hasst mich bestimmt."

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Re: Zukunftsplay » 7
von Matthew am 09.02.2018 22:54Er sah etwas niedergeschlagen aus, weswegen ich mich kurz unterbrach, dann jedoch weitersprach. "Ich war echt verwirrt, weil ich immer dachte, sie würde auf dich stehen. So oft wie sie dich angestarrt hat. Naja, aber du dürftest ja selbst am besten Wissen, das gewisse Dinge..." ich wackelte anspielend mit den Augenbrauen "...nicht immer mit Gefühlen zu tun haben." ich lachte. Ja, mein lieber Freund Cas hatte da so einen Ruf...
Als wir die Plätze tauschten, sah er eine Zeit lang irritiert in den Spiegel und ich war mir ziemlich sicher, dass ich genauso ausgesehen hatte, als ich das erste Mal hineinsah. Es war aber auch verwirrend. Der Spiegel zeigte etwas, das gar nicht wirklich da war, so deutlich, das man schon an seinem eigenen Verstand zweifelte.
Lustigerweise sah er danach seine Hand an, genau das, was ich auch getan habe als ich das erste Mal vor diesem Spiegel stand. "Ein Mädchen? Oder eine Junge?" ich lachte. Man konnte ja nie wissen. Er zuckte zusammen, als hätte er vergessen, das ich da war. Ich verdrehte die Augen und wartete, bis er etwas sagte. Aber das tat er nicht. Stattdessen tat er etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Er schlug so heftig gegen den Spiegel, dass seine Hand aufriss und zu bluten begann. "Hey! Sachte! Was ist dir denn heute über die Leber gelaufen? Egal was oder wer es war, der Spiegel kann mit ziemlicher Sicherheit nichts dafür." erwiderte ich und schüttelte den Kopf. Ich sah noch einmal zum Spiegel, der wie immer makellos und rissfrei vor uns stand. Dann besah ich mir Castors Hand. "Willst du damit zum Krankenflügel oder willst du lieber nur einen Verband haben um dir die Erklärung zu ersparen?" fragte ich. Es sah wirklich nicht gut aus, aber auch nicht schlimm genug für mich um auf einen Besuch bei der Heilerin zu bestehen.

Re: Zukunftsplay » 7
von Castor am 09.02.2018 22:10Es verwirrte mich einen Moment, über was Matt da eigentlich sprach. Ich verspürte Erleichterung als ich realisierte, dass er über seine Freundin sprach und nicht über Merle, aber das Gefühl verabschiedete sich schnell, als er weitersprach.
Ich knirschte wieder mit den Zähnen. Es lief schon so lange, ohne dass ich etwas davon bemerkt hatte? Dabei war ich doch ein Ravenclaw und hätte sie doch mindestens einmal im Gemeinschaftsraum sehen müssen! Obwohl ich in den letzten Monaten auch selten in meinem eigenen Schlafsaal gewesen war ...
Ich fühlte mich verdammt schlecht. Nicht mehr wegen der Sache mit Merle vorhin, sondern weil mir grade vor Augen geführt wurde, wie wenig Zeit ich in letzter Zeit mit ihr verbracht hatte. Ich war ein grottenschlechter bester Freund. Wieso gab sich Merle überhaupt noch mit mir ab?
Aber wenn sie die ganzen letzten Wochen über etwas mit Ragnar am laufen gehabt hatte, warum hatte sie so heftig reagiert als ich sie heute geküsst hatte? Das war doch nur ein bloßer Kuss gewesen!
Als Matt die Tür zu einem leeren Raum öffnete, starrte ich verdutzt den Spiegel an, der in der Mitte stand. Aber als er wieder zu Reden begann, wusste ich sofort was da vor mir stand. Ungläubig starrte ich ihn von der Seite aus an. Ich hatte auch davon gelesen, aber das immer nur für ein Märchen gehalten. Wie sollte ein Spiegel dir das zeigen können, was du dir am Sehnlichsten wünschst? Andererseits gab es natürlich auch einen Hut, der in deinen Kopf schaute und dich einem Haus zuteilte ... vielleicht war das doch nicht so abwegig. Ich hatte das Bedürfnis, mir selbst mit der flachen Hand vor die Stirn zu schlagen, weil ich so naiv gewesen war.
Ich stand ein Stück entfernt, als Matt sich dem Spiegel zuwandte und auf einmal mit ihm zu Sprechen begann. Von meiner Position aus sah das mehr als merkwürdig aus, da ich von weitem nur sein eigenes Spiegelbild sehen konnte, mit dem er sich unterhielt. Aber anscheinend schien er selbst da etwas anderes zu sehen.
"Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist ...", sagte ich schnell, als ich von Matt vor den Spiegel gezogen wurde. Ich wollte nicht sehen, was dieser Spiegel mir zeigte. Es würde mich doch so oder so nur deprimieren. Wahrscheinlich würde er mir meine Eltern zeigen, die endlich mal nebeneinander standen, ohne sich gegenseitig den Tod zu wünschen ...
Aber als ich meinen Blick hob und in den Spiegel schaute, holte ich überrascht Luft. Ich sah keine Szene, sondern einfach mein eigenes Spiegelbild. Nur, dass neben mir noch jemand stand. Ich musterte ihre blonden Locken und das hübsche Kleid, das sie auch eben noch getragen hatte. Merle im Spiegel lächelte mich freudestrahlend an, als wäre nie etwas gewesen und nahm meine Hand. Verdutzt starrte ich auf meine richtige Hand, die nur neben meinem Körper hing und erschrak dann fürchterlich, da statt Merle immer noch Matt neben mir stand. Ich starrte wieder zum Spiegel und in mein eigenes Gesicht, das sehr viel glücklicher aussah als ich mich fühlte.
Und dann holte ich aus und traf mit meiner Faust auf das kalte Glas des Spiegels. Der pochende Schmerz trat eine Sekunde später ein, und obwohl ich so fest zugeschlagen hatte, dass sogar die Haut an meinen Knöcheln zu bluten begann, hatte der Spiegel nicht mal einen einzigen Kratzer abbekommen. Fluchend hielt ich mir die Hand und drehte mich von Matt weg. Allerdings auch, weil ich nicht weiter in mein eigenes Gesicht sehen konnte, während die Merle im Spiegel meine Hand hielt. Das da drin war nicht ich, und es war auch nicht Merle. Merle lag immer noch im Zimmer ihrer Schwester und weinte, während ich mir hier die Hand blutig geschlagen hatte. "Verdammt", knurrte ich und hielt mir mit der anderen Hand die Knöchel.

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Re: Zukunftsplay » 7
von Matthew am 09.02.2018 21:40Ich redete einfach vor mich hin und als er mich berichtigte, nickte ich. Genau Merle.
Es schien ihm nicht unbedingt besser zu gehen. Ich wüsste nur zu gerne, was ihn so aus der Bahn geworfen hatte. Um ihn abzulenken redete ich schnell weiter. "Kurz vor dem Winterball hat es angefangen." ich grinste "Ich kann sie gar nicht häufig genug sehen. Dabei sehe ich sie ja eigentlich jeden Tag." Urplötzlich wurde mir klar, dass er nach Merle gefragt hatte und nicht nach Lia. Ups. Ich fuhr mir durchs Haar und überlegte kurz. "Hm. Da war etwas mit einer Wahrheit oder Pflicht Party nach der eigentlichen Party und die beiden haben sich wohl echt angezogen." ich lachte und murmelte dann "Oder eher ausgezogen." erneut musste ich leise lachen. "Seitdem...Puh. Das ist vielleicht eine oder zwei Wochen her...habe ich sie glaube ich nicht mehr hier gesehen. Aber eben auch nicht in ihrem Gemeintschaftsraum. Da war ich in letzter Zeit ja immer mal wieder. Oh, aber ich glaube, vor kurzem hat sich einer dieser Streber beschwert, weil sie gelacht hat, als er gelernt hat. Das war vor nicht mal fünf Tagen. Wir haben schon echt Freaks in unserem Haus." ich verdrehte die Augen. Warum er sich allerdings dafür interessierte, war mir schleierhaft.
Ich öffnete die Tür und deutete auf den Spiegel, der immer noch genauso dastand, wie 'damals', als Ilian und ich ihn gefunden haben. Vielleicht noch etwas staubiger. "Ich hab mal etwas darüber in diesem Hogwartsbuch gelesen." Genaugenommen sogar zweimal..."Angeblich zeigt er dem, der hineinguckt das, was er mehr als alles auf der Welt haben will. Es heißt auch, dass der glücklichste Mensch der Welt nur sich selbst sehen würde. Ich bezweifle allerdings, dass es so einen Menschen gibt. Da ist doch immer etwas, das dein Herz begehrt." Ich trat vor den Spiegel und entdeckte eine friedliche Szene mit Haus und Garten. Zwei Stühle in der Sonne in denen Amelia und ich saßen. Ida und Ilian traten ebenfalls ins Bild, jeweils einen Stuhl tragend. Weiter hinten konnte ich alle Menschen, die mir am Herzen lagen, an einem großen Tisch sitzen sehen. Alles wirkte so sicher und friedlich. Mein Gegenüber, der mittlerweile Lias Hand genommen hatte, lächelte sich an. "Kein Krieg mehr? Wir sind sicher?" fragte ich ihn. Lia lächelte und sowohl sie als auch mein Spiegel- Ich nickten.
Ich drehte mich zu Castor. "Ich sehe das Ende des Krieges und all meine Liebsten glücklich und vereint und vor allem sicher. Letztes mal habe ich nur Lia gesehen. Bei mir. Es kann sich also ändern." ich trat zur Seite um Castor Platz zu machen. Und jetzt du. Stell dich einfach davor und sag mir, was du siehst." ich positionierte ihn und ging dann ein Stück zurück.

Re: Zukunftsplay » 7
von Castor am 09.02.2018 20:53"Das Rätsel war nicht so schwer", murmelte ich auf seine Frage hin nur, als wir den Gemeinschaftsraum verließen. Was genau das Rätsel eben überhaupt gewesen war, wusste ich nicht mehr. Ich hatte die Tür nur quasi angebrüllt, als ich die Antwort gesagt hatte, und war eingetreten.
Während ich ihm über die Flure folgte, lauschte ich nur still seinen Worten. Und versuchte dabei zwanghaft, nicht an Merle zu denken. Matts Worte ergaben erst nach einer Weile Sinn in meinem Kopf.
Ich hatte mitbekommen, dass er sich ab und zu mit einem Mädchen getroffen hatte, wusste aber nicht ob die beiden mittlerweile zusammen waren oder nicht. Mit ihm kam ich gut klar, aber ich kannte kaum die Namen der Leute, mit denen er was zu tun hatte. Klar, seine Schwester Ida kannte ich, aber eben auch nur vom Namen her.
Ihm schien es wohl ähnlich zu gehen. Meine Augen weiteten sich ein bisschen, als er mir von dem blonden Hufflepuffmädchen erzählte, das ihm die Tür geöffnet hatte. Nicht wirklich, oder?
Ich ballte die Hände zu Fäusten und atmete tief ein. "Merle", knurrte ich nur. Gut, ich bezweifelte das Matt wusste, dass Merle meine beste Freundin war. Und dass wir uns eben so gestritten hatten - obwohl man es nicht einmal so nennen konnte -, wusste er natürlich auch nicht. Tatsache war aber, dass es meine Laune noch weiter verschlechterte. Und mich dazu auch noch verdammt wütend machte.
Seit wann hatte sie bitte etwas mit Ragnar am Laufen? Und warum zum Teufel hatte sie mir das nicht erzählt? Wir erzählten uns alles! Gut, wir hatten jetzt schon länger nicht mehr gesprochen, aber wir lebten immerhin zusammen in einem Schloss. Wenn sie es mir hätte erzählen wollen, hätte sie das doch getan!
Ich knirschte wütend mit den Zähnen. "Seit wann läuft das denn schon?", fragte ich mit deutlich unterdrückter Wut und atmete langsam aus, um mich etwas zu beruhigen. Klappte allerdings nicht.

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Re: Zukunftsplay » 7
von Matthew am 09.02.2018 17:02Wir verließen den Gemeinschaftsraum, was einige der anderen Lernfreaks da drinnen sehr begrüßten.
Als die Tür hinter uns zufiel, fragte ich mich unwillkürlich, was wohl das nächste Rätsel sein würde, dessen Lösung diese dämliche Tür öffnete. "Wie konntest du in diesem Zustand überhaupt das Passwort- Rätsel lösen?" fragte ich neugierig und deutete auf sein griesgrämiges Gesicht.
"Ich habe es bis jetzt nur dreimal nicht lösen können. Einmal war ich zu müde. Ich war damals zweite Klasse und die Frage, was sich denn bewegen würde ohne das Ziel zu haben wirklich vorwärts zu kommen, hat mich einfach zu sehr verwirrt. Ich habe damals drei Stunden vor der Tür geschlafen, bis mir ein älterer Schüler die Tür aufgemacht hat." ich grinste.
"Das zweite Mal muss letztes Jahr gewesen sein. Ich war so betrunken, dass ich mich nicht mal mehr an die Frage erinnern kann. Ich habe dann einfach irgendwo anders geschlafen. Oder besser gesagt: Bei jemand anderem." ich lachte. Aber das war jetzt Vergangenheit. Ich lächelte bei dem Gedanken daran, dass ich jetzt Lia hatte. "Das dritte Mal ist noch gar nicht so lange her. Meine Konzentration wurde damals immer wieder von Lia unterbrochen. Meine Gedanken sind ständig zu ihr geschweift und die Frage verstanden habe ich dann auch nicht. Ich habe glaube ich nicht mal wirklich zugehört. Aber zum Glück bin ich ja nicht der einzige in meinem Haus, so dass ich nach weniger als zehn Minuten reingelassen worden bin. Nur das damals eine von Idas Freunden die Tür aufgemacht hat. Die kleine Blonde. War etwas irritiert, weil die glaube ich Hufflepuff ist. Aber sie hatte sich eine Schleife aus einer Ravenclaw- Krawatte gemacht." ich lachte. "Ich muss sie total blöd angeguckt haben, als sie an mir vorbeigehuscht ist. Das ganze hat sich dann allerdings geklärt, als ich Ragnar gesehen habe. Die muss ihm ganz schön den Kopf verdreht haben. Ich glaube, die kennst du auch. Wie hieß sie noch gleich? Marlie oder so?" Wir bogen um die letzte Ecke. Jetzt war es nicht mehr weit.

Re: Zukunftsplay » 7
von Castor am 09.02.2018 16:19Es dauerte gar nicht lange, da spürte ich wie sich das Polster des Sofas bewegte, als sich jemand neben mich fallen ließ. Jeden anderen hätte ich jetzt angefahren, sich gefälligst zu verziehen, aber als ich Matt sah seufzte ich nur theatralisch.
"Ich glaube nicht, dass mich grade irgendetwas aufmuntern kann", grummelte ich als Antwort. Doch, da war etwas. Aber Matt konnte ja auch schlecht dafür sorgen, dass Merle mit mir sprach und den ganzen Nachmittag am besten sofort komplett vergaß.
Es war ja ganz nett von ihm, dass er versuchen wollte, mich aufzuheitern. Wenn er jetzt nicht irgendeine riesige Entdeckung gemacht hatte, würde das aber bestimmt nicht funktionieren. Dafür hatte ich grade ein zu großes Tief.
Ich stöhnte protestierend, ließ mich aber trotzdem von ihm hochziehen. "Na schön", grunzte ich schlecht gelaunt und verdrehte die Augen. Ich wollte nicht gemein zu Matt sein oder so, aber ich war einfach nicht in der Stimmung. Aber ich glaube dass er sowieso einer der Menschen ist, die mir in dieser Situation nicht böse wären. Zumindest hoffte ich das.
Es war wahrscheinlich doch eine gute Idee, mit Matt mitzugehen. Das war sehr viel gesünder als hier zu sitzen, über Merle nachzudenken und mir deswegen Vorwürfe zu machen. Das würde ich zwar auch, während ich Matt folgte, aber vielleicht schaffte er es ja tatsächlich mich ein bisschen abzulenken ...

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Re: Zukunftsplay » 7
von Matthew am 09.02.2018 16:07Ein lautes Krachen ließ mich aus meinem Schlaf hochfahren. Das Buch, welches ich gelesen habe, lag mittlerweile vor dem Sessel in gefährlicher Nähe zum Kamin. Schnell hob ich es auf und legte es auf das Tischchen, welches neben dem Sessel stand, in welchem ich mein Nickerchen gemacht hatte. Es war nicht das erste Mal, dass ich beim lesen eingeschlafen war, aber das erste Mal seit sehr langer Zeit, dass ich so geweckt wurde. Ich sah mich nach dem Übeltäter um und entdeckte Castor, dessen Gesichtsausdruck nichts Gutes verhieß.
Alle anderen, die eifrig am Lernen gewesen waren, starrten ihn misstrauisch und mürrisch an, wandten sich langsam aber wieder ihren Unterrichtsmaterialien zu. Ich hingegen stand auf und ließ mich neben Castor fallen.
Als er sich durch die Haare strich, schmunzelte ich. "Diese Geste kenne ich sehr gut. Wenn man das jetzt mit dem Türknallen und deinem Gesichtsausdruck verbindet..." ich sah ihn mitleidig an "...kann man erkennen, dass du irgedetwas ausgefressen hast und Aufmunterung gebrauchen kannst." So wie er aussah, wollte er noch nicht darüber reden. Ich stand auf und grinste. "Ich hab da neulich was ganz interessantes gefunden, das würde ich dir gerne zeigen. Keine Ahnung, ob dich das aufheitert, mir hat es jedenfalls geholfen..." Ich dachte daran, wie Ilian und ich zufällig diesen Spiegel in einem leeren Klassenraum in einem entfernten, nahezu ausgestorbenen Winkel des Schlosses gefunden hatten. Es war echt seltsam. Vielleicht würde es ihn ablenken und vielleicht könnte er dann auch erzählen, was passiert war. Ich hatte ihn noch nie so aufgewühlt und durcheinander gesehen. Das war wirklich untypisch. Außerdem hatte ich sowieso gerade nichts besseres zu tun. Okay, eigentlich sollte ich lernen, aber ein Freund brauchte seelische und moralische Unterstützung. Das konnte ich nicht ignorieren!
"Komm schon." forderte ich ihn auf und zog ihn hoch. "Das kriegen wir schon wieder hin."

Re: Zukunftsplay » 7
von Castor am 09.02.2018 15:39

Matthew & Castor
ein paar Wochen in der Zukunft

Mein schlechtes Gewissen war so heftig, dass ich fast physisch spüren konnte, wie es mir die Luft abschnürte. Ich fuhr mir mit einer Hand durch die Haare und hielt sie mir dann vors Gesicht, um für einen Moment die Augen zu schließen. Was würde ich jetzt gegen einen Zeitumkehrer geben, um mir selbst eine zu verpassen, bevor diese ganze Aktion sich überhaupt abspielte. Merle musste mich für das größte Arschloch überhaupt halten ...

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Re: Zukunftsplay » 7
von Lily am 15.01.2018 19:07Ich verdrehte bei ihrer Antwort nur die Augen und sagte nicht weiter dazu, konnte aber trotzdem nicht verhindern, dass meine Wangen immer noch rot schimmerten. Es gab viele Leute hier an der Schule, dabei vor allem eher Lehrer als Schüler, die mich oft für meine Noten lobten und mich mit Komplimenten fast schon überschütteten. Vielleicht müsste man meinen, dass ich daran mittlerweile gewöhnt oder arrogant genug war, um garnichts anderes mehr zu erwarten, aber trotzdem brachte es mich jedes Mal so dermaßen aus dem Konzept, sodass meine Wangen jedes Mal beinahe die gleiche Farbe wie meine Haare annahm. Das war übrigens etwas, das ich an mir selbst nicht grade leiden konnte, aber daran würde ich wohl nicht viel ändern können. Genauso wie ich auch nicht aufhören würde darauf zu beharren, dass meine guten Noten eben nur alleine von dem vielen Lernen kamen.
"Naja ...", seufzte ich, schüttelte dann aber nur den Kopf. "Schauen wir erst einmal, was die Abschlussprüfungen im nächsten Jahr so mit sich bringen. Vielleicht entscheide ich mich ja doch noch, eine Ausbildung zur Aurorin anzufangen oder so ..." Das, was mir eigentlich durch den Kopf ging, wollte ich nicht wirklich aussprechen. Es wurde viel zu real, wenn die Worte erst einmal im Raum waren, und außerdem waren drei Regale weiter ein paar Drittklässler, die vermutlich jedes Wort unserer Unterhaltung verstehen konnten. Und ich wollte sie ungern aus dieser sicheren Hogwarts-Blase reißen, in der wir uns im Moment alle noch befanden, nur um sie mit dem Gedanken an das 'danach' zu verschrecken. Und außerdem redete ich mir immer noch ein, dass meine Gedanken über das Thema völliger Quatsch waren ... auch wenn ich es mittlerweile auch besser wissen müsste, zumindest an der Anzahl an Beleidigungen, die ich mir wegen meines Aberstammung bisher anhören musste.
Das Bild, das sich bei ihren nächsten Worten in meinem Kopf abzeichnete, brachte mich zum Lachen. "Bevor das passiert komme ich und rette dich.", versprach ich, aber auch eher scherzhaft als ernst gemeint. Ich bezweifelte, dass Lumen einer Pflanze durch den falschen Dünger wirklich ein paar Zähne verpassen würde ... aber ich könnte mir vorstellen, dass sie zu Anfang die Samen der Pflanze mit einer anderen vertauschte und später dann von ihren Eigenschaften überrascht werden würde. Vielleicht sollte ich ein Auge darauf haben, falls sie auf die Idee kam sich eine Pflanze anzuschaffen ... oder zumindest als erstes darauf zu achten, dass der Blumentopf nicht zu nah an einem der Himmelbetten stand.
"Mit nur noch einem Schuljahr Zeit? Glaube ich nicht. Mittlerweile müssten wir alle es ja eigentlich gut genug wissen, zumindest gut genug, um ein Kissen mit in den Unterricht zu nehmen." Vielleicht konnte man dem ganzen ja auch ein wenig nachhelfen, wenn mal wieder einer der Schüler mit dem Kopf auf die Hand gestützt einschlief. Dann wäre ich zumindest nicht mehr die Einzige, der das passiert war ...
Ich beobachtete, wir ein paar Tintentropfen aus ihrer Feder auf das Pergament tropften und ihre Schrift überdeckten, während ich über ihre Worte nachdachte. Bevor ich antwortete, tippte ich mit meinem Zauberstab auf die Flecken, die bei der Berührung verblassten und wieder nur ihre Schrift hinterließen, als wäre nie etwas gewesen. "Ich glaube nicht, dass das eine so bewusste Entscheidung ist ... aber vielleicht stelle ich mir das auch nur zu bildlich vor. So als würde man in einen Zug einsteigen, um eine Entscheidung zu treffen .. verrückt." Ich lachte leise über meine Vorstellung, schüttelte dann aber langsam den Kopf. "Ich ... würde das nicht wollen, nein. Egal was für einen Grund ich hätte, um als Geist zu bleiben. Aber ich glaube für mich wäre das Schlimmste, deine ganzen geliebten Menschen um dich herum zu haben aber sie nie berühren zu können. Stell dir mal vor du hast Kinder und bist zwar immer da, aber du kannst sie nicht einmal umarmen? Das fände ich schrecklich. Dann würde ich lieber als eine Art Schutzengel oder so fungieren", meinte ich schmunzelnd.
Ich versuchte ebenfalls den Titel des Buches zu entziffern, allerdings stellte sich das als vergeblich heraus. "Wir könnten es uns auch einfach ausleihen und damit lernen ... wir brauchen es ja nur noch ein Jahr, und ich glaube kaum, dass irgendjemand es vermisst, wenn es hier schon so zugestaubt im Regal lag", bemerkte ich und zuckte mit den Schultern, während ich durch die alten Seiten blätterte.
Das Buch stellte sich wirklich als Glücksgriff heraus, denn für das, was wir gelernt hatten und für das wir eigentlich Stunden gebraucht hätten, brauchten wir damit nur eine knappe halbe Stunde. Und das auch nur, weil wir das Inhaltsverzeichnis zu schlecht lesen konnten, um sofort die richtigen Seiten zu finden. Als wir fertig waren nahm ich das Buch tatsächlich mit, um es mir auszuleihen und versprach Lumen, es ihr für die Hausaufgaben zu geben - vielleicht würde Kräuterkunde mir ja endlich mehr Spaß machen, wenn ich das Buch hier gelesen hatte. Und vielleicht fand ich auch ein paar nützliche Dinge heraus, die mir in Zaubertränke behilflich waren. Jedenfalls trug ich es wie einen kleinen Schatz vor mir her, als wir zurück zum Gemeinschaftsraum gingen. Allerdings immer bemüht, durch den vielen Staub, der immer noch am Einband klebte, nicht dauerhaft zu niesen.

I t ' s n o b o d y ' s f a u l t , n o g u i l t y p a r t y . W e j u s t g o t n o t h i n g l e f t t o s a y .

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