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Rabastan

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Re: Garten

von Rabastan am 02.07.2019 10:25

Ich hatte keine Ahnung, wie viele Hände ich bereits geschüttelt, mir unwichtige Namen nicht gemerkt und mir die schleimenden Worte von irgendwelchen Gesichtern bereits angehört hatte. Meine linke Hand hatte ich an Sadies Rücken platziert, um das Getratsche nicht anzustacheln. Und so gab es einem wenigstens das Gefühl, die emotionale Kälte, die seit sie nun bei mir wohnte, zwischen uns Platz genommen hatte, wenigstens für den Schein zu überbrücken. Auf Festen wie diesem hier, rissen wir uns stets zusammen. Erzählten alles wie glücklich wir doch waren, lachten hier und da ein wenig falsch und schon schienen uns die oberflächlichen Individuen unserer Gesellschaft abzukaufen, dass wir doch eins der beneidenswerten Paare des Jahrhunderts waren. In solchen Momenten fragte ich mich, bei wie vielen es wohl genauso lief, von denen man es niemals vermuten würde. Während ich einen besonders hartnäckigen und besonders langweiligen Gesprächspartner abbekommen hatte, der mir irgendwas über die Populationen der Feuersalamander in Brasilien erzählte, zog sich Sadie ein wenig zurück, was ich ihr nicht verübeln konnte. Hätte ich die Chance bekommen, mich hiervon etwas zu entfernen, hätte ich sie auch genutzt. Also nickte ich weiter mit einem schmallippigen Lächeln, nippte hin und wieder an meinem Whisky und tat so, als ob ich das alles sehr interessant finden würde. Ich sah meine Schwester schon von weitem, genau die gleiche Farce spielend. Wie sie da so mit meinem besten Freund Hand in Hand anstolzierte könnte man tatsächlich meinen, die beiden wären vollkommen zufrieden mit sich selbst. Und obwohl ich immer gefunden hatte, dass die beiden passten wie sonst nichts, konnte man sehen wie sehr der Schein trügte. Ich war mir sicher, dass die beiden es eines Tages anerkennen würden und einsahen, dass sie es nicht besser hätten treffen können, aber so beließ ich es erstmal einfach dabei, mir ihre ständigen Streitereien und Versöhnungen anzusehen. Ich war auch der letzte, der ihnen da einen Vorwurf machen konnte. Wenig später unterbrach Nyx, die sich zu mir gesellt hatte, glücklicherweise meinen ermüdenden Gesprächspartner, indem sich mich begrüßte. Als sie mir einen Kuss auf die Wange gab, flüsterte ich ihr ein „Rette mich“, auf Parsel zu, in der Hoffnung, sie würde mich von dem Feuersalamanderexperten befreien. Aber sie entfernte sich nur schmunzelnd und gesellte sich zu Sadie, während ich weiter dem Monolog überlassen wurde.

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Rabastan

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Re: Rabastan & Sadie | Sooner or later I'll make you say 'I do'.

von Rabastan am 05.05.2019 17:23

Meine Ehrlichkeit schien sie zu überraschen und sie hatte ein wenig den erwünschten Effekt, dass sie ein wenig mehr Distanz zwischen uns wagte. Ihre Arme verschränkt stand Sadie jetzt vor mir und sah mic aus ihren unergründlichen Augen an. Kurz überlegte ich, ob es vielleicht doch keine gute Idee gewesen war, reinen Tisch zu machen. Vielleicht wäre es am besten gewesen, einfach gute Miene zum bösen Spiel zu machen und so zu tun, als wäre alles wunderbar. Doch wie wäre es gewesen, wenn sie sich tatsächlich all das eben Ausgesprochene erhofft hatte und ich ihr dann mit der traurigen Realität hätte kommen müssen? Sadie war eine reinblütige Schönheit aus einer alten und wichtigen Familie. Das hatte sie einfach nicht verdient. Sie unterbrach mich nicht ein einziges Mal, sondern starrte mich unentwegt an bis ich meinen Vortrag beendet hatte. Für einen kurzen Moment schien die Zeit zwischen uns still zu stehen. Es war, als ob sich die Luft schlagartig abgekühlt hätte und alles um uns herum gefrieren ließ. Sie wurde nicht laut und sie redete nicht gegenan, sondern antowrtete ruhig und gefasst. Ein wenig zu gefasst für meinen Geschmack, den es erinnerte mich nun doch an meine Schwester bei der man das Weite suchen sollte, wenn sie diesen untergründig gefährlich ruhigen Tonfall anpackte. "Sadie", antwortete ich schließlich mich ebenfalls um einen ruhigen Tonfall bemühend. "Ich würde nie auf den Gedanken kommen, dich wie ein Heimchen irgendwo einzusperren. Wenn du kämpfen willst, dann kämpfe. Wenn du dich der Sache des Dunklen Lords verschreibst, tust du auch das." Jetzt war ich es, der ein Stück auf sie zuging. "Ich werde dich nicht von deinen Entscheidungen abhalten bis zu dem Moment, an dem ich Gefahr laufe, dich zu verlieren." Wären die Umstände anders, hätten das die romantischsten Worte sein können, die je meine Lippen verlassen hatten. Doch das hier war die kalte, dunkle Realität und was ich gerade gesagt hatte, hatte nichts mit Romantik zu tun. Ich zuckte die Schultern. "Nenn mich altmodisch, chauvinistisch oder was dir sonst noch einfällt, aber ich werde nicht der Mann sein, der zugelassen hat, dass man seine Frau nach Askaban schickt. Oder der, der den Tod seiner Frau hätte verhindern können, wenn er besser auf sie aufgepasst hätte." Das hatte rein gar nichts damit zu tun, dass ich sie für schwach hielt, denn das tat ich nicht. Sie hatte von meiner Schwester gelernt und die konnte ebenfalls recht gut auf sich aufpassen. Es hatte auch nichts mit Frauen allgemein zu tun, Bellatrix, Nyx oder Alecto Carrow waren Beweis genug dafür, dass es einen Haufen Hexen gab, die sich bei den Todessern profiliert hatten und den meisten on uns überlegen waren. Doch auch von Rodolphus wusste ich aus erster Hand, wie sehr er sich hintergündig um Bellatrix sorgte, auch wenn er derjenige war, der den Schutz vielleicht nötiger hatte. "Geschäftspartner? Wenn es das ist, was du möchtest, soll es so sein. An was genau hattest du da gedacht, vielleicht an ein ähnliches Arrengement wie es meine Schwester und ihr Verlobter zu pflegen scheinen?" Ich ließ es ein wenig bissig klingen, denn eigentlich hatte ich eine solch kranke Beziehung wie die beiden nie gewollt. Entweder war ich single und ließ mich auf alles und jede ein, die ich gerade begehrte, oder ich heiratete eine Frau, von der ich nie im Leben genug bekommen würde. Hätte ich damals gewusst, dass sie bereits vor mir stand, hätte ich mir diesen ganzen Stress wohl ersparen können. Doch damals war ich nichtmal in der Lage mir ein Leben vorzustellen, in dem ich nicht wie ich immer gewollt hatte, mein ganzes Leben lang Junggeselle bleiben zu können und jede Sekunde meines Lebens in Freiheit und den Diensten des Dunklen Lords verbringen könnte. Ich ging wieder näher auf sie zu und sah zu ihr hinunter, wie sie mich mit gefährlich funkelnden Augen ansah. Vielleicht war das hier dumm, denn ihr jetziger Gesichtsausdruck ließ mich daran zweifeln, ob es schlau war, sie mir zu Feindin zu machen. "Ich denke es wäre am besten es einfach als das zu sehen, was es ist: Etwas, das von uns erwartet wird. Eine Pflicht gegenüber der Familie." Ich lächelte nicht mehr, denn es wäre nur Heuchlerei es zu tun. "Du kannst tun und lassen, was immer du willst. Das Manor ist groß genug, um sich nicht allzu oft über den Weg zu laufen. Ein Dach, zwei Leben." Zu öffentlichen Anlässen würden wir uns zusammenreißen müssen und auch wenn ich ihr zuhause begegnete, wäre es ein freundschafltiches Verhältnis. Wie in einer Wohngemeinschaft. Aber mehr würde ich ihr jetzt noch nicht geben können. 




--> Zeitsprung? ;)

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Rabastan

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Re: Rabastan & Sadie | Sooner or later I'll make you say 'I do'.

von Rabastan am 19.04.2019 15:04

Ihre Antwort genügte mir um zu wissen, was sie meinte. Und es gab mir wenigstens teilweise Grund aufzuatmen. Also war sie nicht die folgsame Marionette, die ohne weiter darüber nachzudenken tat, was meine Schwester so wollte. Das war gut. Ich hätte es sonst beinahe gruselig gefunden, mit einer Frau verheiratet zu sein, die wenn man die Augen schloss genauso gut hätte meine Schwester sein können. Und das war wirklich nicht in meinem Interesse. „Gut.“ Ich schenkte ihr ein verhaltenes Schmunzeln, um ihr zu signalisieren, dass mich ihre Antwort erleichterte. Zu offen vermied ich es allerdings, es auszusprechen, denn Lestrange Manor hatte Augen und Ohren überall und ich war mir sicher, dass es besser für mich und meine Zukünftige war, wenn das eben gesagte meiner Schwester nicht zu Ohren kam. Ihre paranoiden Vorstellung wurden von Zeit zu Zeit immer schlimmer und ich wollte nicht herausfinden, was es mit ihr machte, wenn sie sich erstmal in den Kopf gepflanzt hatte, dass wir beide sie hintergehen könnten. Ich hatte erst vor ein paar Wochen mit meinem besten Freund geredet und er hatte mir nach langem Schweigen tatsächlich offenbart, dass er sich ein wenig Sorgen machte. Meine Schwester war immer sehr bedacht gewesen, alles was sie tat hatte Hand und Fuß, auch wenn wir um sie herum es erst am Ende verstanden. Sie war den Leuten immer ein paar Schritte voraus gewesen. Doch in letzter Zeit war sie manchmal unberechenbar und sie verschloss ihren Geist sogar vor mir immer öfter. Sadie holte mich wieder zurück auf den Boden der Tatsachen, indem sie mich mit funkelnden Augen ansah und auf unsere Hände deutete. „Du weißt, wie ich das meine“, gab ich mit Nachdruck zurück und ließ sie los, als sie anfing, sich gegen meinen Griff zu wehren. Ich wusste selbst nicht, was mich so sehr an meiner Situation störte. Es gab eigentlich nichts. Im Gegenteil, Sadie war eine wunderschöne Frau aus einer angesehenen Familie mit den richtigen Überzeugungen und sie war loyal. Wieso also stellte ich mich hier so albern an?! Ich hatte mit meinem besten Freund gesprochen, direkt nachdem unsere Verlobung bekannt wurde. Auch er kannte Sadie schon sehr lange und ich hatte immer angenommen, die beiden hatten eine seltsame Freundschaft geteilt. Er hatte auf sie aufgepasst und das stets mit einer Verlässlichkeit, die ich sonst überhaupt nicht von ihm kannte. Und was mich noch mehr wunderte war, dass er nie versucht hatte, etwas mit ihr anzufangen, obwohl sie trotz der paar Jahre, die sie jünger war, ziemlich gut in sein Beuteschema reinpasste. Als ich ihn darauf angesprochen hatte, hatte er nur mit den Schultern gezuckt und meinte, Sadie hätte etwas Besseres verdient. Vielleicht war auch daran etwas Wahres. Vielleicht wollte ich sie nicht in etwas mit hineinziehen, dass sie in Gefahr bringen könnte. Es würde nicht mehr lange dauern und wir alle würden uns in offener Rebellion gegen die Regierung befinden und ich wollte nicht, dass mich irgendetwas oder irgendjemand davon abhielt. Vielleicht hatte ich auch einfach Angst, dass Sadie mir irgendwann so viel bedeuten könnte, dass ich angreifbar wurde. Was auch immer es war, mir gefiel diese Vorstellung jedenfalls nicht. Die Art, wie sie jetzt auf mich zukam und mich vor vollendete Tatsachen stellte, erinnerte mich an eine Raubkatze. Und in diesem Moment wurde mir auch klar, dass ich sie nicht zur Feindin haben wollte. Ich hielt ihrem Blick eine Weile stand, bis ich Luft holte um zu antworten. „Sadie, wie stellst du dir das hier mit und vor, hm?“ Meine Miene war steinern, ich hatte den mitleidigen Blick ersetzt, denn sie wollte von mir keine Heuchelei, dass hatte sie gerade klargestellt. „Ich kann dir nicht das bieten, was du eigentlich verdient hättest, verstehst du?“ Ich schnippte meine Zigarette nach einem finalen Zug von der Balustrade. „Du weißt, dass sich bald alles ändern wird. Ich werde fast nie zuhause sein und vielleicht werde ich eines Tages nie mehr nach Hause zurückkehren. Mein Gesicht wird Fahndungsplakate zieren und so sehr ich mir das wünsche, wir beide werden dann nie in der Öffentlichkeit Hand in Hand auftreten können. Wir werden nie irgendwo gemeinsam essen gehen oder auf Bällen tanzen, oder was Paare eben so tun. Und auch du wirst die Mauern von den sicheren Orten nicht verlassen können, sobald du diesen Namen trägst.“ Ich hielt kurz inne, weil mich meine eigene Ehrlichkeit beinahe umhaute. „Sadie, ich werde dir deine Freiheit nehmen. Und dass in einer viel schlimmeren Weise, als meine Schwester sich immer selbst bemitleidet.“

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Rabastan

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Re: Rabastan & Sadie | Sooner or later I'll make you say 'I do'.

von Rabastan am 14.04.2019 23:48

„Hm“, brummte ich und bestätigte damit ihre Frage. Ich fands wirklich immer schwer, mich auf eine Seite zu schlagen, wenn ich an die Rivalität zwischen den beiden dachte. Ragnar war mein bester Freund seit Kindestagen und ich konnte mich glücklich schätzen, jemanden wie ihn in meiner Familie zu wissen. Außerdem war er der einzige, dem ich meine Schwester anvertrauen konnte, er konnte gegen ihren starken Willen gegenhalten, war ein gestandener Todesser und besaß unverrückbare Loyalität. Und doch war Nyx eben meine zweite Hälfte. Sie war mir der wichtigste Mensch auf Erden und ich würde mich am Ende immer für sie entscheiden. Und zu sehen, wie die beiden sich gegenseitig zerfleischten war manchmal so unvorstellbar, wenn man bedachte, wie sehr sie einander ähnelten. Vielleicht suchten sie ihre eigenen Fehler beim anderen und wollten insgeheim sich davor verschließen, dass sie jeweils selbst das Problem waren. Was auch immer die beiden antrieb, manchmal schienen sie sich unerklärlich einig zu sein. So wie jetzt. „Sicher“, schmunzelte ich an meine Schwester denkend. Sadie war ihr tatsächlich ein wenig ähnlich, sie besaß dieselbe unnahbare und doch einnehmende Ausstrahlung, die einem das Gefühl gab, sie sei unerreichbar und doch so anziehend. Vielleicht hatte sie diese auch vorher schon besessen und es war der Grund gewesen, wieso Nyx etwas in ihr gesehen hatte. Oder sie hatte wirklich verdammt gute Arbeit geleistet, indem sie Sadie soweit bekommen hatte. So oder so, ihre Lehren schienen sich bezahlt zu machen, denn die frustrierten alten Weiber waren jetzt damit beschäftigt, sich gegenseitig die Augen auszupicken, als von uns weiter Notiz zu nehmen. „Ich hoffe doch, sie konnte dich nicht von allem überzeugen.“ Sie hatte gut daran getan, auf sie zu hören, von ihr zu lernen. Ich kannte nur wenig Menschen, die eine so ausgeprägte Menschenkenntnis besaßen wie meine Schwester, obwohl sie immer so tat, als würde sie sich nur für sich selbst interessieren. Ich kannte sie, es war nur Ablenkung, insgeheim wusste sie nach nur wenigen Worten meistens mehr über einen, als man selbst über sich wusste. Aber sie hatte auch schlechte Angewohnheiten. Extrem schlechte Angewohnheiten. Und ich wollte mir gar nicht ausmalen, was für einen schlechten Einfluss sie auf manche Menschen haben konnte. Ich kannte Sadie nicht gut genug, um ihre mentale Stärke einschätzen zu können, aber sie musste einen starken Willen haben, wenn sie sich dagegen gewehrt haben sollte. Ich lachte leise auf, aber es glich eher einem Schnauben, als sie den einzigen Ausweg aus unserer Misere ansprach. „Rolph hasst Kinder. Und Bella hasst sie sogar noch mehr, eher entledigt sie sich ihn, als dass sie das zulassen würde.“ Ich zuckte mit den Schultern und lehnte mich an das Geländer des Balkons. „Und Nyx ist schon raus, weil es einem Entzug gleichkäme. Wir beide wissen, wie utopisch das wäre.“ Ich schüttelte den Kopf und sah auf die dunklen Gärten hinab. „Nein, es müsste schon ein Wunder passieren, sonst kommen wir aus dieser Nummer hier nicht mehr raus.“ Ich zog an meiner Zigarette. Es hatte nicht hart klingen sollen, sondern eher wie eine Abfindung. Ich konnte mich glücklich schätzen, eine wunderschöne Frau wie Sadie an die Seite zu bekommen, aber dennoch hatte ich immer angenommen, niemals heiraten zu müssen. Und wenn dann eine Dame, die ich persönlich dazu auserkoren hatte, weil der Zufall es so wollte. Aber jetzt würde ich mit dieser Situation eben zurechtkommen müssen, genauso wie sie es tat. Wahrscheinlich mochte sie mich nichtmal wirklich. Und ich würde ihr nicht die Zuneigung geben können, die sie wohl eigentlich verdiente. Zumindest noch nicht. Ich war niemand, der jemandem falsche Gefühle vorspielte. Und noch konnte ich ganz klar sagen, dass ich nicht mehr für die hübsche Schwarzhaarige empfand, als für eine kleine Schwester. Vielleicht würde sich das irgendwann ändern. Sie stimmte mir zu und kam näher. Ihre Hand fand mein Revers und rückte es gerade. Ihre mandelförmigen Augen sahen mich mit einer erschreckenden Ehrlichkeit an. Und noch etwas meinte ich darin aufblitzen zu sehen. Aber irgendetwas sträubte sich in mir noch dagegen. Ich konnte sie immer noch als das kleine Mädchen sehen, auch wenn sie das schon lange nicht mehr war. Wären diese verdammten Umstände nicht, hätte ich sie vielleicht bereits gepackt, gegen die nächstbeste Wand gedrückt und geküsst, aber wusste Slytherin, wieso ich es jetzt nicht konnte. Mit dem was sie sagte, traf sie direkt ins Schwarze. „Du willst also, dass wir vollkommen ehrlich sind?“, fragte ich sie, während ich ihre Hand, die an meinem Kragen herumnestelte am Handgelenk griff, wie auch die andere Hand, damit sie damit nicht weitermachen konnte. Wie ehrlich sollte ich jetzt sein? Meine Hände umschlossen noch immer ihre Habdgelenke, mit sanftem Druck, aber bestimmt. Ich wusste, worauf sie hinauswollte, aber eine Antwort konnte ich ihr nicht so richtig geben. Ich wollte sie nicht zur Feindin haben, soviel stand fest. Aber für den Rest meines Lebens mit einer Person unter einem Dach zu wohnen und trotzdem aneinander vorbeileben? Das kam ebenfalls nicht in Frage.

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Re: Rabastan & Sadie | Sooner or later I'll make you say 'I do'.

von Rabastan am 08.04.2019 23:20

Schmunzelnd nahm ich ihren Kommentar als Antwort hin. Wir hatten also beide nicht gerade mit großer Freude auf dieses Event hier gewartet und ließen das Ganze hier einfach über uns ergehen. „Indisponiert. Jedenfalls für die nächsten paar Stunden, nehme ich an“, beantwortete ich ihre Frage nach meiner Schwester. Wahrscheinlich würden Nyx und mein Schwager auch für den Rest des Abends nicht wiederkehren, so wie ich die beiden kannte. Es sei denn, sie stritten sich. Dann würde einer hier unten auftauchen und der andere irgendwo anders hin verschwinden. Ich ignorierte die gaffenden Blicke der vornehmlich Damen, die uns hinter vorgehaltenen Händen angafften und tuschelten. Wie gerne ich sie alle miteinander zurechtweisen würde. Doch mein Vater warf mir bereits warnende Blicke zu. Er würde mich enterben und verstoßen, wenn ich das hier versaute. Eigentlich konnte ich mich glücklich schätzen, immerhin nahm ich an, dass Sadie im Gegensatz zu Bella, mir gegenüber keine Mordgelüste verspürte. Mein Bruder konnte für jeden Tag dankbar sein, den er nicht mit einem Messer im Rücken erwachte. Aber trotzdem viel es mir noch immer schwer in ihr nicht meine kleine Schwester...oder die kleine Freundin meiner Schwester...oder die kleine Sadie eben zu sehen, sondern unsere gemeinsame Zukunft. Es fühlte sich irgendwie falsch an, wenn ich daran dachte, was meine Familie ihr alles abverlangen würde. Andererseits durfte ich sie auch nicht unterschätzen, immerhin hatte sie von der besten gelernt. Und ich ging jede Wette darin ein, dass Nyx‘ ständige Beschwerden und Racheakte meinem besten Freund gegenüber, nicht an Sadie vorbeigegangen sein konnten. Aber ich wusste gerade trotzdem nicht wirklich, wie ich die komische Spannung zwischen uns verbessern konnte. Es gab gerade einfach noch zu viele Widerstände und diese innere Kopfblockade in mir, die es mir unmöglich machte, einfach gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Scheinbar entgingen meiner Zukünftigen die gaffende Blicke genauso wenig, denn plötzlich erhob sie ihre Stimme gerade so laut, dass die frustrierten alten Schachteln sie hören konnten. Die Art, wie sie sich gekonnt ausdrückte, gaben keinen Zweifel daran, dass sie es als Drohung meinte. Und wie sie erfolgreich das Gesprächsthema der Damen von uns auf sich gegenseitig lenkte, ließ mich ihr einen anerkennenden Blick zuwerfen. „Gewusst wie“, stellte ich mit einem schadenfrohen Lächeln in Richtung der sich nun gegenseitig bekriegenden Frauen fest. Lange würde es vermutlich nicht wirklich, aber zumindest für eine Weile würden sie genug mit sich selbst beschäftigt sein. Ich nickte, als sie mich fragte, ob ich sie nach draußen begleiten würde, auch wenn ich innerlich kurz zögerte. Das wäre meine Chance gewesen, dieser Spannung zu entkommen. Ich hatte mich kurz mit ihr unterhalten, jeder hatte es wahrgenommen, ich war fein raus. Aber obwohl sie nicht hier war, konnte ich ihren imaginären Blick im Rücken spüren. Nyx würde mich auseinandernehmen, wenn ich jetzt das Weite suchte, soviel war klar. Also hielt ich meiner schönen Verlobten die Tür auf und folgte ihr zur Terrasse. Draußen griff ich in mein Jackett und zog eine silberne Zigarettenschatulle hervor. Bevor ich mir eine nahm, bot ihr ihr ebenfalls eine an. Ob sie rauchte wusste ich nicht, aber ich nahm bei jedem an, der sich länger mit meiner Schwester aufhielt, dass er dem Ganzen nicht allzu abgeneigt sein konnte. „Das wird noch dauern“, gab ich zurück, auch wenn ich wusste, dass ich eigentlich etwas tröstendes hätte sagen sollen. Aber sie würde den Rest ihres Lebens mit mir verbringen, also würde ich gleich anfangen, ehrlich zu sein und nichts schön zu reden. „Das ist mein ganzes Leben so gewesen“, fügte ich erklärend hinzu, während ich in den Garten sah. Das war der Fluch, wenn man in eine bekannte Familie eingeboren wurde. Jeder Lebensabschnitt, jedes Ereignis wurde zum Gespräch der Leute. Und sowas wie eine Hochzeit blieb noch sehr viel länger in aller Munde als es das bei unbekannten Leuten von nebenan der Fall war. Ich hob die Augenbrauen und sah sie aufmerksam an, als sie mich fast trotzig ansah und machte mich auf eine Ansage gefasst. Doch sie schien sich zu rechtfertigen. Ich unterdrückte ein resigniertes Lachen und zwang mich zu einem freundlichen Lächeln. „Sadie“, sagte ich und lächelte schief, beinahe mitleidig. „Du bist die allerletzte Person, die ich für das hier verantwortlich machen würde.“ Mein Lächeln wurde sanfter. „Keiner von uns beiden hatte hierauf Einfluss, es geht nur darum, was wir daraus machen.“

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Re: Rabastan & Sadie | Sooner or later I'll make you say 'I do'.

von Rabastan am 03.04.2019 17:19

Beinahe düster dreinblickend ließ ich den Blick desinteressiert über die Gäste schweifen. Ich sah meinen Vater und diese scheinheiligen Idioten, die vor ihm katzbuckelten und ihm wahrscheinlick am liebsten noch die Schuhe geleckt hätten, wenn man sie dabei nur bloß sah. Hauptsache kurz mit ihm gesehen werden, wie man mit ihm redete, ihm die Hand schüttelte. Seine allgegenwärtige Präsenz war beinahe gruselig. Vor allem wenn er mit Männern mit der gleichen machtvollen Aura wie seinem besten Freund Cygnus Black, Abraxas Malfoy und den alten Nott herumhing. Kaum jemand traute sich dann noch, die vier alten Herrschaften anzusprechen. Und dieses Fest hier war mal wieder eine reine Demonstration, wie einflussreich und unantastbar man doch war. Normalerweise hätte ich wahrscheinlich ebenfalls den halben Abend damit verbringen müssen, irgendwelchen Leuten die Hand zu schütteln, aber scheinbar schien mein Gesichtsausdruck die Leute gerade fernzuhalten. Was mir sehr gelegen kam. Nicht lange in zuvor hatte ich erfahren, dass es mit meiner Narrenfreiheit als den jüngeren Sohn ein jehes Ende gefunden hatte. Scheinbar hatt Vater schon länger insgeheim den Plan gehabt, aber scheinheilig wie er war darüber sein Schweigen bewahrt. Nyx hatte davon erfahren und scheinbar größeres Übel verhindert, indem sie kurzerhand in die Wege geleitet hatte, dass ich Sadie Burke heiraten würde. Ich wusste nicht, ob ich sie dafür eigenhändig erwürgen oder ihr dankbar sein sollte. Es hätte mich definitiv schlimmer treffen können, aber alleine die Tatsache, dass meine Schwester sich überhaupt eingemischt hatte konnte ich ihr nur schwer verzeihen. Andererseits hatte ich nicht ganz unbeträchtlich meine Finger im Spiel gehabt, als es darum ging sie und meinen besten Freund zusammen zu stecken. Also vielleicht waren wir jetzt quitt. "Hast du Malfoy gesehen? Der Kerl hat heute wieder eine ganze Flasche Drachenöl in den Haaren", kommentierte meine Schwester, die genauso gelangweilt dreinblickend neben mir stand. Ich schüttelte den Kopf. "Bei Malfoys gucke ich pauschal woanders hin." Lucius, Abraxas' Sohn war ein aalglatter, arroganter kleiner Schleimer, der mir zutiefst zuwider war. Wären mein Vater und Abraxas nicht so eng, hätte ich den Jungen am liebsten schon mehrmals eine geklatscht. "Du solltest zu ihr gehen." Ihr Kommentar ließ nur wenig Raum für Erwiderungen aber ich warf einen Seitenblick in die Richtung, in der Sadie mit ihrem Bruder stand. Ich schüttelte den Kopf und sah wieder die anderen Gäste an. "Sie kommt schon zurecht", antwortete ich teilnahmslos, ohne Nyx dabei anzusehen. Natürlich sollte ich eigentlich zu ihr gehen und die Kleine tat mir wirklich Leid. Sie konnte nichts dafür. Sogar am allerwenigsten von allen Personen auf der Welt. Und ich wusste auch eigentlich gar nicht, was mein Problem war. Sie kam aus gutem Hause und war eine bekannte Schönheit. Meine nie zufriedenzustellende Schwester hatte sie zu ihrem persönlichen Schützling gemacht und ich mochte Sadie auch. Aber ich hatte in ihr immer nur Nyx kleine Freundin gesehen. Und sie war für mich wenn eher wie eine kleine Schwester, auch wenn wir uns eigentlich gar nicht so gut kannten. Natürlich war Sadie kein Kind mehr, alles andere als das sogar. Unter anderen Umständen wäre ich ihr wahrscheinlich gerne sogar näher gekommen, spätestens wo ich sie heute sah. Sie sah umwerfend aus. Aber irgendwie hatte ich von ihr immer noch dieses Bild im Kopf, als sie noch so jung war, gerade die Schule beendet hatte und mit großen Augen alles getan hatte, was meine Schwester ihr so eingetrichtert hatte. Nicht dass das etwas schlechtes gewesen wäre, aber sie war damals noch so jung. Und jetzt sollten wir plötzlich heiraten? Irgendwie fühlte sich das alles noch verdammt falsch an. Und im Augenblick war mir eher danach, das Ganze einfach totzuschweigen und zu verdrängen. Auf der anderen Seite des Raumes konnte ich sehen, wie mein bester Freund nach draußen verschwand. Der unauffällige Blick, den er dabei meiner Schwester zuwarf entging mir nicht, aber ich ließ es mir nicht amerken. Ich musste mir ein Grinsen verkneifen und ich hätte die Uhr danach stellen können, als Nyx sich zwei Minuten später neben mir räusperte. "Ach, ich glaube ich hole mir ein Paar andere Schuhe, diese hier sind gerade so unbequem", flötete sie eine Spur zu unauffällig. Ich zog wissentlich die Augenbrauen hoch, aber nickte genauso scheinheilig. "Natürlich", schmunzelte ich, aber verkniff mir einen Kommentar und sah grinsend zu, wie Nyx schließlich genau durch die gleiche Tür verschwand, wie Ragnar kurz zuvor. Und diese Tür führte nichtmal ansatzweise in die Richtung ihres Schuhschranks. Ich schüttelte den Kopf. Die beiden waren wirklich gestört. Bevor Nyx allerdings ging, warf sie mir nochmal einen bedeutenden Blick zu und nickte Richtung Sadie. Ihr Gesichtsausdruck ließ keine Ausrede offen, also machte ich eine bedeutende Handgeste und formte mit den Lippen ein passiv aggressies 'fine!', damit sie wusste, dass ich sie verstanden hatte. Ich griff mir von dem Tablett, das ein Hauself gerade herumtrug, ein Glas Feuerwhisky und exte es aus. Dann stellte ich das leere Glas ab und nahm mir ein zweites mit, als ich mich in Richtung meiner Verlobten aufmachte. Ihr Bruder ließ uns sofort alleine, was die Situation nur wenig entschärfte. Als ich Sadie sah, hatte ich sogleich Mitleid. Sie sah aus, als würde sie sich wirklich überhaupt nicht wohl in ihrer Haut fühlen und ich konnte sie verstehen. Ich benahm mich wie der letzte Vollidiot. Also setzte ich ein halbwegs nettes Lächeln auf. "Genießt du die Feier genauso sehr wie ich?", fragte ich sie mit einem ironischen Unterton und zwinkerte ihr halbherzig zu. Wir zwei saßen im selben Boot, also blieb uns wohl nichts übrig, das Ganze mit Humor zu nehmen. Mir entgingen dabei nicht die Blicke, die sich verstohlen von vielen einzelnen Gästen in uns bohrten. 

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