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Re: Vergangenheitsplay » 2
von Nathalia am 26.01.2019 18:44„Verstehst du es nicht? Es stört dich, quält dich. Und das ist unglaublich zufriedenstellend für mich. Es macht mich glücklich." erneut musste ich lachen. Und es klang wirklich wie das, einer Teufelin. „Also. Ich warte. Wenn du mir gibst, was ich will, könnte der Gedanke, dich irgendwann gehen zu lassen, doch noch in Frage kommen." ich grinste böse. Für ihn dürfte das so aussehen, als wäre dies eine Lüge, allerdings hatte ich nie wirklich und fest entschlossen vorgehabt, ihm seines Lebens zu berauben. Die Parallelen zu meinem Sohn waren dafür viel zu dominant. Es störte mich wahnsinnig, aber ich versuchte es beiseitezuschieben.
Mein Beschluss, ihn nach einiger Zeit wieder lebendig gehen zu lassen, wackelte erneut. Sollte ich so ein dummes Ding wirklich wieder auf unsere teils wertvolle Gesellschaft loslassen? „Du tust nicht nur so dumm, du bist es tatsächlich?!" fragte ich entsetzt und schüttelte missbilligend den Kopf. „Dann werde ich der Welt wohl einen gewaltigen Gefallen tun, wenn ich dich eliminiere." ein erneutes, boshaftes Lachen entwich mir.
„Oh nein mein lieber, lieber Indigo. Bei deiner Mutter dauerte es auch nur sehr kurz und das war... sehr langweilig. Sie wusste nur ein paar Sekunden lang, dass ich sie töten würde, bevor ich es dann tatsächlich tat. Das war alles andere als zufriedenstellend. Also musst du jetzt etwas mehr ertragen. Sie hat viel zu kurz nur diese Todesangst verspüren dürfen. Lang genug, um zu leiden und ihre letzten Augenblicke in fürchterlicher Angst zu verbringen, aber noch lange nicht andauernd genug für mich." erklärte ich in der selben Stimmlage, mit der man mit anderen Menschen über das Wetter plauderte.
Während der Visionen schrie, weinte und zappelte der Junge die ganze Zeit. Das war normal, weswegen ich mich nicht weiter darum scherte. Ich tigerte weiter durch den Raum und vertrieb mir die Zeit damit, ein paar dieser seltsamen Muggelwandbilder zu betrachten. Sehr einfallsreich waren diese nicht und erkennen konnte man sowieso nicht viel. Muggel waren wirklich zu nichts zu gebrauchen. Ich schüttelte den Kopf.
Nach einiger Zeit kam bei mir Langeweile auf, die der Junge zum Glück für ihn, recht schnell unterbrach. Er flehte um sein Ende. Ich hatte ihn gebrochen. Endlich. „Weißt du, dass ich darauf gewartet habe? Auf diese verzweifelte Hoffnungslosigkeit in deiner Stimme? Um das Flehen um dein Ende?" ich lachte. „Das sind die wirklichen Freuden des Lebens." Ich klatschte freudig in die Hände. Mit einem Schwung meines Zauberstabs, löste ich seine Fesseln. „Träum von mir Liebes. Ein schönes Leben noch. Indigo Green." säuselte ich, kurz bevor ich disapparierte und ihn zurückließ. Jetzt musste er nur noch ein paar Kilometer nach Hause laufen.
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Re: Vergangenheitsplay » 6
von Nathalia am 14.11.2018 17:16Irritiert starrte ich den Jungen an. Was bei Merlin?! Ich blinzelte und brach dann in ein bösartiges Lachen aus. „Der Tod meiner Mutter war um einiges tragischer. Sie war wertvoller, weißt du? Sie hatte reines Blut. Allerdings hat ihr Tod mich zu der Person gemacht, die ich jetzt bin. Stark und frei. Vielleicht sollte ich meinem Vater danken." ich lachte erneut freudlos auf und schüttelte dann den Kopf. „Vielleicht, bevor ich ihn töte." ich seufzte zufrieden bei der Vorstellung, das Leben aus seinen Augen weichen zu sehen.
Bei seinen Worten konnte ich nur die Augen verdrehen. „Und an was genau denkst du da bei mir?" Herausfordernd blickte ich ihn an. „Ich habe deine Mutter getötet, ohne zu zögern und, machen wir uns nichts vor, ich habe es genossen, auch, wenn ich es gerne etwas hinausgezögert hätte. Ihre Angst war... bedauerlich kurz. Weiterhin... ist dein Bruder vermutlich mittlerweile zu Hause und verreckt gerade an einer Panikattacke." erneut musste ich auflachen. „Aber, keine Sorge, du wirst seine Leiche wohl eher nicht finden. Vielleicht wird man deine nicht mal finden. Wer weiß, wann du vermisst wirst." Erneut musste ich an meine Kleinen denken. Sobald sie verschwunden wären, würde nichts, aber auch gar nichts, mich daran hindern, die Welt auf den Kopf zu stellen.
Ich hockte mich einige Meter von ihm entfernt auf den Boden. „Nichts also?" ich grinste diabolisch. „Ich erkenne ein lügendes Kind, wenn ich es sehe. Ich habe da etwas Übung. Was verschweigst du mir schönes?" fragte ich immer noch grinsend. Väter waren anscheinend überall ein guter Punkt, um Wunden aufzureißen. „Hat Daddy dich nie geliebt? Warst du nie genug? Eine Enttäuschung? Oh und dein schwächlicher Bruder ist wohl eine noch größere, was?" ich lachte. Auf die Sache mit dem Namen wollte ich eigentlich nicht eingehen. Jeder konnte sich über dämliche Namen beklagen. Ich wohl am allermeisten. Wer wollte schon den Mann in seinem Namen tragen, der einem das Leben zur Hölle gemacht hatte?
Sein rechtschaffenes Geschwafel ließ mich nur die Augen verdrehen. „Hat deine Mami dir das erzählt ja? Dir eingeredet, dass jeder die gleichen Chancen und den gleichen Wert hat? Damit klein Indigo nachts besser schlafen kann? Es gibt wirklich dumme und wertlose Menschen auf der Welt." ich schüttelte den Kopf. „Und dann gibt es da noch die Bösen, die sich erst richtig lebendig fühlen, wenn andere leiden. Ich nehme mir sehr gerne die Freiheit heraus, die Menschen, die mich stören, zu töten. Wann und wo ich will." ich zog kurz die Augenbrauen nach oben und ließ mein Grinsen etwas breiter werden. „Und weißt du was? Das macht mich wirklich, wirklich glücklich." Ich lachte erneut. „Du musst noch sehr viel lernen, dummer Junge." Gespielt bedauernd sah ich ihn an. „Hättest du doch nur früher gewusst, dass es Leute gibt, die Spaß an dem Leid anderer haben. Dann hättest du vielleicht etwas länger gelebt, Indigo Greene."
Ich spürte, wie meine Augen aufblitzten. Er ging mir langsam gehörig auf die Nerven. Wie konnte ein einzelner Mensch nur so... sein. Es widerte mich schon fast an. „Wenn du doch nur noch lange genug leben würdest, um das Mädchen zu warnen. Doch so... wirst du in dem Wissen sterben, dass ihr das Leben aus dem Körper gequält werden wird. Langsam und sehr schmerzvoll. Und das nur, weil du zu dumm warst eine Gefahr zu erkennen, als du sie sahst." ich hatte beschlossen, ihm in dem Glauben zu lassen, er würde sterben. Mein Vater hatte das auch getan und es hatte mich mehr gequält als alles andere, was er mir angetan hatte. Nur mit dem Unterschied, dass er mich wirklich getötet hätte und ich kein halbes Kind ermorden würde. Vermutlich nicht.
Bei dem Gedanken an meinen Vater, hatte ich eine Idee. Recht unangenehm, aber perfekt für den dummen Jungen vor mir. Mit einem Schlenker meines Zauberstabes, lag der Junge in Ketten vor mir. Ich war ihm zwar überlegen, aber nicht dumm. Wenn ich an ihn herantreten wollte, würde ich mich schützen. „Ich werde deine Erinnerungen etwas auffrischen." säuselte ich ihm leise ins Ohr und hielt ihm dann die Spitze meines Zauberstabes an die Schläfe. „Keine Angst, für physische Schmerzen habe ich nicht sehr viel übrig." lachte ich, wohl wissend, dass psychische um einiges schlimmer sein konnten. Es war nur ein kleiner Blitz, der bläulich schimmernd seinen Weg in Indigos Gehirn suchte, aber er reichte aus, um ihn all die schlechten Dinge, die er je erlebt hatte, vor Augen zu führen. Alles, was ihn je verletzt hatte, was ihm je unangenehm gewesen war oder gar peinlich, würde er nun noch einmal durchleben. Bei jedem dauerte es unterschiedlich lange, da jeder unterschiedliche viele unangenehme Dinge erlebt hatte. Ich konnte nun warten, bis er die Augen wieder aufschlug und mich solange an seinem Gesichtsausdruck erfreuen.
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Re: Vergangenheitsplay » 6
von Nathalia am 15.10.2018 17:21Ich lachte freudlos. „Als meine Mutter getötet wurde, störte es auch niemanden, dass sie ein Kind hatte. Und wenn du ehrlich bist, würdest du auch nicht zögern, mir etwas anzutun. Und vielleicht würdest du damit auch eine Mutter verletzen?" Ich bezweifelte, dass ich damit zu viel über mich preisgab. Er konnte durch die wundervolle Sperre sowieso keine Informationen über mich herausgeben. Die Muggel, an denen ich es getestet hatte und auch die zwei Schlammblüter, waren allesamt durchgedreht. Mehrere von ihnen hatten sich sogar das Leben genommen und die anderen waren in Behandlung. Ein Schlammblut hatte einfach versucht, das Geschehene zu verdrängen. Sie war auch die einzige, die das Ganze recht unbeschadet überstand. Wie Indigo damit umgehen würde, würde sich erst noch zeigen. Sein Geist war zwar von seiner Gutgläubigkeit überlagert, aber sonst wirkte er recht stark. Ihm könnte man bestimmt antrainieren, den Imperio abzublocken. Vielleicht würde ich das später noch testen.
Als ich die fehlende Begeisterung wahrnahm, die er seinem Vater entgegenbrachte, spürte ich erneut Sympathie in mir aufkommen. Ich blinzelte irritiert über die erneute Parallele zu mir. „Was ist mit deinem Vater?" fragte ich und verfluchte mich selbst für die Sorge, die in meiner Stimme mitschwang. Ich beobachtete gespielt lässig, wie ich eine meiner roten Locken zwischen meinen Fingern drehte. Vermutlich würden all meine verschiedenen Gefühlsregungen ihn einfach nur verwirren. Meine Stimmung war gerade genauso Wechselhaft, wie während der Schwangerschaft mit Mareena. Chris ist wahnsinnig geworden. Der Gedanke an meine kleine Tochter und meinen Mann zauberten mir ein kurzes Lächeln aufs Gesicht.
Ich lief immer noch umher, aber mit einem gewissen Abstand zu Indigo, damit er nichts Dummes tun konnte. Er hatte schon bewiesen, dass er gerne seine Naivität ausspielte. Ihm war also auch zuzutrauen, dass er es mit reiner physikalischer Gewalt mit einer bewaffneten Hexe aufnehmen wollen würde. Und, zumindest das musste ich gestehen, in diesem Fall wäre ich wohl unterlegen. Er war größer und auch stärker als ich, aber ich hatte nun mal den Zauberstab. Jede noch so kleine, falsche Bewegung in meine Richtung würde mit seinem Schmerz enden.
Indigo schrie und weinte während der Illusion und selbst, als diese verblasste, blieb er nicht still. Meine Worte waren sicherlich auch nicht gerade förderlich, zumal das wirklich passieren könnte.
Erneutes Flehen ließ meinen Blick nur noch genüsslicher werden. Ich liebte das. Es war etwas vollkommen sinnloses. Und trotzdem versuchten sie es immer wieder.
„Lass mich überlegen... Hm. Deine Mutter habe ich bereits getötet – das war ziemlich langweilig und unspektakulär. Sie war nicht sonderlich gut, was Magie angeht – nicht war? Und ihre Naivität hast du wohl geerbt..." ich lachte kalt und herzlos. Es machte aber auch zu viel Spaß ihn leiden zu lassen. „Wenn dein Bruder dann an einem Schock stirbt und ich dich töte, habe ich ganze Arbeit geleistet. Und dein Vater hat vielleicht gelernt, dass man sich mit wertlosem Blut nicht abgibt. Allerdings muss ich erst noch klären, ob dein Bruder als Mordpunkt für mich zählt... Mit deiner Mutter liege ich trotz den 13 Muggelmorden einer Freundin vorn... Nein. Moment. Mit deinem Tod liege ich vorn. Im Moment herrscht Gleichstand." ich klatschte einmal aufgeregt in die Hände. „Das muss ich sie gleich wissen lassen." Ich strahlte ihn erfreut an. „Übrigens bist du dieser Freundin schon einmal begegnet. Wenn du hiervon irgendetwas erzählen könntest, würde ich sagen, du sollst deine kleine Freundin grüßen. Meine Freundin war eigentlich noch nicht fertig mit ihr." Er dachte bestimmt, er würde es nicht erzählen können, weil er dann tot wäre, aber in Wahrheit würde er ja nur nichts aussprechen können von dem, was ich sagte. Er würde auch niemals Catie durch meine Informationen belangen können. Dafür sorgte der Zauber. Ich liebte es!
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Re: Vergangenheitsplay » 6
von Nathalia am 05.10.2018 00:12Ich versuchte mir nicht anmerken zu lassen, wie erleichtert ich war, als er keinen Widerstand leistete, während ich seinen Zauberstab verschwinden ließ. Es hätte zwar auch keinen Unterschied gemacht, wenn er sich gewehrt hätte, da ich ihm einiges voraus hatte - was magische Fertigkeiten angeht. Aber so war es wirklich angenehmer. Der unangenehme Teil, zumindest für ihn, würde noch folgen. Davonkommen lassen wollte ich ihn auf gar keinen Fall. Trotzdem sollte jemand diesem Jungen Vernunft beibringen. Wie konnte man nur so naiv sein?! Es grenzte wirklich schon an Dummheit. Ich würde ihm schon noch diese Naivität abgewöhnen. Hätte seine dreckige Schlammblutmutter das erledigt, würde er diese Lektion vielleicht angenehmer lernen. Nun, da es an mir lag, konnte ich für nichts garantieren. Nur Schmerzen konnte ich versprechen. Doch noch wartete ich auf den geeigneten Augenblick, um seine Welt voller netter, sehr hilfsbereiten Fremden zu zerstören. Das sollte mir nicht so viel Freuden bereiten, aber das tat es. Immer.
Ich spürte, wie er etwas versteifte, als er meine Worte begriff und endlich verstand, was er gerade tat. Schluss mit lustig. Oder in meinem Fall: Freundlich.
Wenigstens schien er dieses Mal schneller zu schalten. Dieses Mal stand ihm die Angst von Anfang an ins Gesicht geschrieben. „Braver Junge. Dein Verstand scheint langsam wieder zu funktionieren." ich lachte. Es klang, als würde ich mit einem Hund reden, der gerade ein Kunststück gelernt hatte. Ein Leckerli würde es allerdings nicht geben.
Warum?! Ich lachte kalt. „Brauche ich denn einen Grund?" ich musste erneut lachen und ich hörte sehr wohl heraus, wie durchgeknallt ich langsam klang. Lange noch nicht so verrückt wie mein Vater, aber durchgeknallt genug, dass ich mir selbst fremd wurde. In Wahrheit hatte ich natürlich einen sehr guten Grund. Meine beste Freundin hätte in ernsthafte Schwierigkeiten geraten können, vor allem da gegen Todesser auch die unverzeihlichen Flüche verwendet werden durften. Diese Regelung hatte mich etwas irritiert, da diese ganzen Muggelfreunde sich ja für etwas besseres hielten und das sie diese Flüche nicht verwendeten, war ein Grund. Leider beschränkte sich meine Zuständigkeit auf das Internationale Recht. Ich hätte diese Blutsverräter gerne im Nachteil gelassen. Obwohl es ein Schritt in die richtige Richtung war, machten sie diesen Schritt irgendwie aus den falschen Gründen, richteten ihn gegen die falsche Seite.
Während ich über Catie nachdachte, streifte ich durch den dunklen Raum wie ein Tiger, der erst seine Beute etwas zittern ließ, bevor er sie in der Luft zerfetzte. Catie wirkte in letzter Zeit glücklicher – wahrscheinlich hatte sie endlich ein Mädchen gefunden. Gerade jetzt sollte ihr da nichts dazwischenfunken. Ich hatte sie eher selten so viel lächeln sehen. Sie wirkte jedes Mal sehr abwesend, wenn dieses verliebte Grinsen sich auf ihre Züge stahl. Ich würde nicht mehr lange darauf warten, bis sich von sich aus die Sprache auf ihre Liebelei brachte. Bald würde ich sie darauf ansprechen. Wer es wohl war?
Mein Blick fiel wieder auf den Jungen. Ich hatte ihn wirklich fast vergessen und das, obwohl er die ganze Zeit ohne Unterbrechung quasselte. Ich bemerkte ihn eigentlich erst wieder, als er eine Pause einlegte. Die Stille schien mich nahezu anzuschreien.
Ich blinzelte ihn verwirrt an und begann dann unsicher zu lachen. Das war ein Scherz oder? „War das ein Witz? Wenn ja, dann war es ein ziemlich schlechter, mein liebster Indigo. Indigo Green. Wie außerordentlich kreativ. Hat sich deine Mami den Namen ausgedacht?" ich lachte.
Doch als er seinen Bruder erwähnte, verging mir das Lachen augenblicklich. Kinder waren ein Tabu für mich. Indigo war kein Kind mehr. Er war erwachsen, sogar offiziell. Sein Bruder allerdings... Er war nicht mehr so klein, dass ich wirklich zögern würde, ihm Leid zuzufügen, aber dennoch war er ein halbes Kind. Ich biss die Zähne zusammen und schob Alexej aus meinen Gedanken.
Ich trat hinter ihn und belegte ihn lautlos mit einem kleinen Zauber, den ich mir vor einiger Zeit ausgedacht habe. Zugegeben, ich hatte mich etwas von den Dementoren inspirieren lassen. Indigo würden nun sehen, wie ich ihn nach Hause schickte und dort fand er seinen kleinen Bruder, einen Schock erleidend, zuckend, neben der Leiche seiner Mutter vor. Während die Illusionen andauert, checke ich noch kurz, ob wirklich niemand in der Nähe ist. Zum Glück muss ich dafür nicht mal den Raum verlassen. Eine weitere glückliche Fügung ist wohl, dass niemand in den nächsten dreißig Meilen aufzufinden ist. Abgesehen von ein paar Tieren – auch ein Animagus oder ein Mensch unter einem Tarnumhang könnte dem Zauber entgehen.
Als Indigo geistig wieder anwesend ist, grinse ich ihn an. „Wollen wir mal hoffen, dass er sie nicht findet, was?" erneut entfährt mir ein böses Lachen.
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Re: Vergangenheitsplay » 6
von Nathalia am 24.09.2018 20:30Im Gehirn des Jungen schien es zu rattern, als ich erwähnte, warum seine Mutter tot war. Ich musste zugeben, dass Geduld nicht meine Stärke war und mir sein Gehirn deutlich zu langsam arbeitete. Aber bis ich sicher war, dass niemand hier war und auch niemand erwartet wurde, musste ich die Gute spielen. Ich hasste diese Rolle. Naja, meistens zumindest.
So geduldig und geschockt wie eben möglich stand ich da und wartete auf eine Reaktion. Leider zog sich sein Schweigen in die Länge. Von Sekunde zu Sekunde spürte ich meine Nerven mehr entgleiten.
Als er dann reagierte, konnte ich nur perplex anblinzeln. Seine Mutter war verdammt nochmal tot und kein dämlicher Medimagier dieser Welt würde das wieder rückgängig machen können! Aber hatte ich das nicht auch geglaubt? Nein, ich hatte mehr Hirnzellen nutzen können, als er. Ich hatte gewusst, dass es keinen Sinn machte, Heiler für eine Leiche herzubestellen. Und wie auch schon mein Vater, würde ich das nicht zulassen. Das ich ihm, den ich so sehr hasste, damit ähnlich wurde, ignorierte ich so gut es ging. Nein, ich war nicht wie er. Ich war schlimmer. Aber ich hatte Grenzen. Ich konnte noch zwischen Realität und Wahnsinn unterscheiden. Was ich tat, tat ich nicht, weil ich den Verstand verloren hatte, sondern weil ich es tun musste. Niemals würde jemand meine Kinder vor mir schützen müssen. Wenn ich jemanden folterte oder tötete, dann hatte das einen guten Grund. Natürlich machte es in den meisten Fällen auch noch wahnsinnigen Spaß, allerdings sah ich keinen Zweck darin, wertvolle Mitglieder dieser Gesellschaft zu verschwenden. Dass die Frau zu meinen Füßen nicht zu dieser wertvollen Gesellschaft gehörte, war ein glücklicher Zufall. Denn auch wenn sie reines Blut gehabt hätte und Catie zu nahe gekommen wäre, hätte ich sie erledigt.
Ich wusste allerdings immer noch nicht, was ich mit dem Jungen anstellen sollte.
Ich bemerkte erst jetzt, dass der dumme Junge tatsächlich versuchte, Heiler zu rufen! Bei Merlin! Was war nur mit meiner Konzentration los?! Da entdeckte ich einen kleine Ähnlichkeit zu meinem schlimmsten Feind und schon ging meine Konzentration flöten oder was? Ich versuchte mir nicht anmerken zu lassen, wie entsetzt ich von mir selbst war, allerdings klappte das nicht wirklich. Naja, man könnte es auch als Entsetzten über den Tod des Abschaumes zu meinen Füßen deuten....
Vorsichtig nahm ich dem Jungen den Zauberstab ab. „Vorsicht, wenn du dich gerade nicht im Griff hast, solltest du vielleicht nicht damit herumfuchteln. Du tust dir noch weh." begründete ich.
Ich sah ihn mitleidig an. Er würde denken, dass es wegen seiner Mutter war, aber im Grunde bedauerte ich nur seinen eingeschränkten Verstand.
Und dann tat er etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Ohne mich rechtzeitig retten zu können, hatte ich den Jungen auch schon in meinen Armen. Das war zu viel. Definitiv. Genug der Schauspielerei. Aber das Spiel war noch nicht vorbei. Es hatte erst begonnen.
Glücklicherweise musste ich mir keine Sorgen um seine Gegenwehr machen, denn sein Zauberstab befand sich schon in meiner Gewalt. Es würde auch niemand kommen, dass hatte er mir indirekt mitgeteilt, als er meinte, dass sonst niemand kommen würde, wenn ich seiner Mutter nicht half. Sehr gut. Weil er mir in gewisser Weise ähnelte, würde ich ihn wohl nicht ermorden, aber gegen ein bisschen Folter war nichts einzuwenden. Auch mich hatte der Tod meiner Mutter erst erwachsen lassen werden. Erst dann war ich zu der Person geworden, die ich schon immer werden sollte. So etwas war nicht immer nur schlecht. Es formte und für diesen Jungen war es vielleicht noch nicht zu spät doch noch in die richtige Richtung zu gehen. Ich hatte es danach getan.
Ich strich dem Jungen über den Rücken, wie ich es bei meinem Sohn auch tat, wenn er Alpträume hatte. „Shhh." flüsterte ich leise, als wäre er wirklich mein Alexej. Ich spürte, wie ich mich durch diesen Gedanken kurz entspannte, sanfter wurde, aber dann schlich sich ein teuflisches Grinsen auf meine Lippen und bei meinen nächsten Worten klang meine Stimme seltsam erfreut. Es war grotesk, da dieser bösartige Ton nicht recht ins Bild passte. „Deine Mutter war so herrlich naiv. Deswegen war es für mich auch so einfach, sie zu töten." flüsterte ich ihm ins Ohr. Meine Lippen waren gerade weit genug entfernt, um seine Haut nicht zu berühren. Dann stieß ich ihn ein kleines Stück weg, schmiss seinen Zauberstab hinter mich und disapparierte mit ihm in den Keller einer Lagerhalle, weit weit entfernt von sämtlichen Menschen, die ihm helfen könnten. Weit fort von der Leiche seiner Mutter und seinem Zauberstab. Lachend versiegelte ich den Keller. Mehr musste ich nicht tun, denn schalldicht war er schon. „Jetzt kann der Spaß erst richtig losgehen." grinste ich mit meinem teuflischsten Grinsen.
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Re: Vergangenheitsplay » 6
von Nathalia am 20.09.2018 11:38Mein Lachen verging mir jedoch recht schnell wieder, als ich polternde Schritte vernahm. Es konnte nur der Junge sein, wegen dem ich eigentlich schnellstmöglich verschwinden wollte. Zu spät.
Es war eigentlich schon eine echtes Phänomen, dass Kinder es nicht schafften die Treppenstufen leise herunterzugehen. Meine eigenen Kinder konnten das auch nicht. Ich hatte kein Problem damit, da ich sowieso vor ihnen wach war, aber Chris ging das gehörig auf die Nerven. Wie dem auch sei. Das erste Mal war ich wirklich dankbar für den Krach den Kinder – egal welchen Alters – veranstalteten, sobald sie sich bewegten. Schnellstmöglich ließ ich meinen Zauberstab verschwinden und bemühte mich um eine schockiertes Gesicht. Noch bevor der Junge in mein Sichtfeld kam oder eher ich in seines, trat ich einen Schritt zurück und schlug eine Hand vor den Mund, als wäre das Schlammblut vor mir einfach so umgekippt – ohne mein Zutun.
Der Junge schrie und kam auf seine Mutter zugestürzt. Er rief immer wieder nach ihr, wie ein Kleinkind, das seine Mutter in der Winkelgasse aus den Augen verloren hatte.
Während er abgelenkt war, belegte ich ihn mit dem Zauber, mit dem ich zuvor schon seine Mutter belegt hatte. Ihn wollte ich nicht töten. Aber wenn er zu viel wusste.... Wenn er über Hecate Bescheid wusste? Das würde sich einfach herausfinden lassen...
Etwas in mir hinderte mich daran, meinen Zauberstab zu erheben und den Jungen zu töten. Er erinnerte mich an jemanden. Ich wusste nur nicht, an wen. Im Grunde war er aus dem Alter heraus, bei dem ich Skrupel hatte, Kinder zu töten. Er war kein richtiges Kind mehr und zu dem nicht einmal reinblütig. Also, was war es dann?
Als er sich plötzlich an mich wandte und nach Hilfe fragte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich sah das kleine Mädchen – im Grunde war sie schon kein Kind mehr, aber sie klammerte sich an ihre Mutter, als wäre sie gerade fünf geworden – und flehte sie an, zu ihr zurückzukommen. Sie hatte nicht wahrhaben wollen, dass sie fort war und nicht zu ihr kommen würde, um sie zu beschützen vor dem, was dann folgte. Und genau wie der Junge hatte das Mädchen den Mörder seiner Mutter um Hilfe gebeten. War ihr nicht klar, wer an dem Tod ihrer geliebten Mutter schuld war? War es ihm nicht klar? Im Grunde schon. Ich wusste es, weil ich das kleine Mädchen gewesen war, das ihren Vater um Hilfe bat, obwohl ich tief im Innersten wusste, dass er sie ermordet hatte. Der Junge vor mir wusste es auch. Zumindest würde es ihm bald klar werden. Aber ich könnte ja versuchen, meine Rolle zu spielen. „Sie hat mich herbestellt. Sie sagte, sie hätte etwas herausgefunden über die Entführung im letzten Jahr. Wieso hat sie überhaupt versucht etwas darüber rauszufinden? Darum kümmern wir uns doch! Alleingänge enden nie gut." ich schüttelte entsetzt den Kopf. „Die Tür war offen. Ich bin nur Sekunden vor dir hereingekommen... Hätte sie mich doch nur früher dazugeholt!" die Verzweiflung in meiner Stimme musste ich nicht einmal heucheln. Durch die schrecklichen Bilder aus meiner Vergangenheit, die in meinem Kopf umhergeisterten, war sie echt. Die Tränen, die ich in mir aufkommen ließ, waren allerdings genauso gelogen, wie die Geschichte, die ich dem Jungen gerade aufgetischt hatte. Es wäre so viel einfacher, ihn einfach zu ermorden, aber das wäre, als würde ich mich selbst umbringen.
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Re: Vergangenheitsplay » 6
von Nathalia am 09.09.2018 17:12Sommerferien, Appleby, Haus der Greenes


Das Haus dieses Schlammbluts und ihrer Familie lag still vor mir. Ich hatte eine Weile warten müssen, bis der Mann endlich das Haus verließ. Dass der sich mit soetwas Widerlichem abgab! Ich beobachtete, wie sie ihn zur Tür brachte und dann zurück ins Haus ging. Ich sah den Mann verschwinden und ein freudiges Grinsen machte sich auf meinem Gesicht breit. Endlich konnte der Spaß losgehen!
Ich hob den Zauberstab in meiner linken Hand und nahm den Desillusionierungszauber von mir. Für das, was ich vor hatte, sollte ich zu sehen sein. Da ich jedoch trotzdem nicht wiedererkannt werden wollte, hielt ich den Zauberstab in meiner Hand bereit, um einen meiner neusten Tricks anzuwenden. Ich klopfte und musste gar nicht lange warten, bis das dreckige Schlammblut, welches meiner besten Freundin gefährlich nahe kam, die Tür öffnete. Sie sah recht durchschnittlich aus. Ihr riesiges Lächeln nervte mich allerdings tierisch. Wieso um alles in der Welt durfte so eine wertlose Kreatur glücklich sein?
Doch von dem Hass, den ich ihr entgegenbrachte, ließ ich mir nichts anmerken und erwiderte ihr Lächeln einfach, noch während ich sie stumm mit dem Zauber belegte. Dieser Zauber war ziemlich raffiniert, wenn ich mich denn selbst loben durfte. Sie würde mich zwar sehen, wie ich war, aber sie würde mich nicht beschreiben können. Weder mit Worten noch mit Skizzen oder ähnlichem. Selbst wenn man ihre Gedanken las, würde ein anderes Bild auftauchen. Wenn sie nun sagen wollte, dass ich eine weibliche Person, mit roten Haaren Mitte zwanzig gewesen war, würde sie stattdessen erzählen, dass ich ein vielleicht fünfzigjähriger Mann ohne Haare gewesen war. Keine Ahnung, was am Ende bei ihr dabei herauskommen würde. Jedenfalls konnte es den Betroffenen in den Wahnsinn treiben, da er niemals das aussprechen konnte, was er wirklich sagen wollte. Und selbst wenn wir uns in einem Raum befänden – was nicht der Fall sein wird, da sie nach diesem Tag nicht mehr atmen würde – könnte sie nicht einmal sagen, dass ich es war, ja nicht einmal auf mich deuten könnte sie! Ich grinste in mich hinein und schob mich elegant an ihr vorbei. „Hallo Misses Greene. Ich habe gehört, Sie suchen die Todesser, die an der Entführung einiger Schüler im letzten Schuljahr beteiligt waren. Erfolgreich, wie mir zu Ohren gekommen ist. Mein Name ist Natalie Rushman und ich arbeite als Aurorin für das Ministerium." ich lächelte sie scheinbar anerkennend an. Leider steckte auch ein Fünkchen Wahrheit in dieser geheuchelten Anerkennung, denn um eine so begabte Todesserin, wie meine beste Freundin es war, aufzuspüren, brauchte es schon einiges. Ihr verdatterter Gesichtsausdruck wandelte sich erstaunlich schnell zu einem erfreuten Lächeln. Bei Merlin! Es würde mir wahnsinnige Freude bereiten, ihr dieses Lächeln aus dem Gesicht zu wischen.
Wir setzten uns zu ihr ins Wohnzimmer und sie begann zu erzählen. Anscheinend brauchte es nicht viel, um das Vertrauen dieser armseligen Kreatur zu gewinnen. Gut für mich und meinen Vorrat Veritaserum.
Ohne sich lang mit Höflichkeitsfloskeln aufzuhalten, erzählte sie mir alles, was sie herausgefunden hatte. Und das war beunruhigend viel. Ich hatte ja mitbekommen, dass sie Hecate auf der Schliche war – diese Greene war ein ziemlich unbegabter Spion – allerdings hatte ich nicht gewusst, dass sie sie schon identifiziert hatte und nur noch eindeutig belastende Beweise brauchte. Bis jetzt würde ein fadenscheiniges Alibi, welches ich Hecate mit Freunden geben würde, ausreichen um ihre Anklage abzuschmettern. Aber dazu würde ich es erst gar nicht kommen lassen. Sie würde diesen Tag nicht überleben.
Ich seufzte theatralisch und sah sie gespielt mitleidig an, als sie fertig mit ihrem Bericht. „Ich kann das nachvollziehen. Ich habe ebenfalls zwei Kinder, für die ich alles tun würde." Mein Lächeln wandelte sich, nun war es bösartig und meine Augen blitzten vor teuflischer Vorfreude. „Hören Sie, die Sache ist, dass ich für meine beste Freundin auch ziemlich weit gehen würde und auch gehen werde." Ich sehe ihr die Verwirrung deutlich an und verdrehe deswegen die Augen. „Wie schwer von Begriff ihr dreckigen Schlammblüter nur immer seid!" seufze ich, erhebe mich und zücke meinen Zauberstab. „Expelliarmus." wispere ich, immer noch mit meinem Teufelslächeln auf den Lippen. Ihr Zauberstab landet irgendwo weit hinter mir. Ich mache mir erst gar nicht die Mühe, ihn aufzufangen. Ein Stab, der sich ein wertloses Schlammblut erwählt kann nur defekt sein. Vor Schreck ist die möchte - gern Hexe aufgesprungen und versucht nun, da ich auf sie zuschreite, zurückzuweichen, doch der Sessel, auf dem sie bis eben noch gesessen hat, hindert sie daran. Ich lege ihr die Spitze meines Zauberstabes an die Schläfe und grinse böse. „Für meine beste Freundin. Hecate Rowle." flüstere ich. Als die Erkenntnis in ihren Augen aufblitzt, ist es schon zu spät. Es war schon zu spät für sie, als sie uns zu nahe kam. Wie gerne würde ich mit ihr spielen. Doch dafür fehlt mir die Zeit. Ich weiß nicht, ob sie irgendwo erwartet wird. Jede Sekunde könnte ihr lästiger Sohn zur Tür hereinkommen, also muss ich mich für den Augenblick mit der Angst in ihren Augen begnügen. Die Qual, zu wissen, dass sie sterben wird, ist an ihrem Gesicht abzulesen und diese Todesangst ist wundervoll. Sie erfüllt mich, macht mich auf eine schaurige Weise glücklich. Diese Macht ist so köstlich. Doch dann ist der Moment vorbei. Genug genossen. Leise zische ich ein bedrohliches „Avada Kedavra." und beobachte, wie ihr lebloser Körper vor mir zusammenbricht. Ein freudiges Lachen kann ich dabei einfach nicht unterdrücken.
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Re: Vergangenheitsplay » 16
von Nathalia am 16.08.2018 23:17Ich wachte ganze zwei Minuten, bevor mein Wecker klingelte, auf und sprang quasi aus dem Bett. Da ich mich schon wieder schmutzig fühlte. Seltsam. Also stieg ich nochmals unter die Dusche und wusch alles ab, was an den vergangenen Tag erinnerte. Apropos... Mein Blick wanderte zu meinem Bein hinab, welches unversehrt aussah. Ich grinste. Perfekt. Also stand einem beinfreien Outfit nichts mehr im Weg!
Nachdem ich wieder trocken war, meine Zähne geputzt und meine Haare gerichtet waren - sie hatten sich, widerspenstig wie sie nun mal waren, leicht gewellt und fielen nun offen meinen Rücken herab - ging ich zu meinem Schrank und zog kurzer Hand einen schwarzen Rock und eine weiße Bluse hervor. Das würde gehen. Als ich, nachdem ich auf die Uhr geguckt hatte, fast in Panik verfiel - es war bereits acht Uhr dreißig - schnappt ich mir meine Sachen und spurtete in die Cafeteria, in welcher ich eher schlitternd ankam. Ich futterte schnell ein Brötchen und nahm mir dann noch einen Kaffee mit in den Vorlesungssaal.
Ich nippe nur hin und wieder an diesem, verschlucke mich dennoch fast, als mein Blick fast als erstes auf meinen persönlichen (Alp-) Traum fällt. Christian. Schon wieder. Unsere Wege kreuzten sich aber auch am laufenden Band. Demonstrativ sehe ich woandershin und setzte mich weiter weg, als nötig. Der Typ neben mir grinst mich sofort an und stellt sich als 'Eric' vor. Ich lächle breit und stelle mich ebenfalls vor, auch wenn ich diese ganze geheuchelte Freundlichkeit fast mehr hasse, als alles andere auf dieser Welt. Während Eric mich vollquasselt - das scheinen Engländer wohl gern zu tun, sich gegenseitig zulabern - nippe ich weiter an meinem Kaffee. Wie gerne würde ich vernünftige Schlucke nehmen, aber er ist einfach zu heiß. Während dieser Gedanke durch meinen Kopf wabert, fällt mein Blick wieder auf Christian und ich muss mich ermahnen, dass ich den Kaffee meinte. Was war nur los mit mir? Sonst hatte ich doch auch eine eins A Selbstbeherrschung?! Diese schien jedoch nur im Stand-by Modus zu laufen, sobald sich diese eine spezielle Person im Raum befand!
Ich versuchte mich auf das zu konzentrieren, was Eric sagte, doch es war einfach zu uninteressant, um dem wirklich zu folgen. Merlin sei Dank trat der Professor bald darauf ein und bat uns alle nach vorne. Und auch wenn ich nicht wirklich begeistert war von Eric, blieb ich neben ihm stehen. Er war wohl im Abschlussjahr und überlegte, was er jetzt tun sollte. Diese Information blieb gerade so hängen. Der Professor erläuterte, was sein Ziel heute war und fragte dann, ob jemand einen Beispielfluch zeigen konnte. Ich war so konzentriert darauf, nicht zu sehen, wo Rookwood sich hinplatziert hatte, dass ich den Professor wohl ziemlich herausfordernd angestarrt haben musste. "Miss... Nathalia Petrova. Sie sehen so aus, als würden sie sich zur Verfügung stellen." Erklärte er und noch bevor ich protestieren konnte, sagte er auch schon: "Kommen sie bitte hier her." Er deutete auf eine Stelle kurz vor ihm. "So, wer wird denn einen Zauber an ihr vorführen?" Fragte er weiter, während ich nach vorn trat. Ich hatte ein ganz mieses Gefühl in der Magengegend, wagte es aber immer noch nicht in die Richtung zu sehen, in der ich Christian vermutete.
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Re: Vergangenheitsplay » 16
von Nathalia am 15.07.2018 16:52Ich spürte immer, wenn mich jemand ansah, aber so intensiv wie ich jetzt seinen Blick vernahm... Es jagte mir einen Schauer nach dem anderen über den Rücken, auch wenn ich so gar nicht reagieren wollte. Was stellte er nur mit meiner Selbstbeherrschung und meiner Kontrolle an? Sie spielten beide so ziemlich verrückt und es würde mich nicht wundern, wenn sie bald ganz ausfallen würden. Vor meinem geistigen Auge sah ich einen Spielautomaten, an dem ein 'Out of Order'- Schild klebte. Aber genau das wäre ich, wenn ich meinen Stolz herunterschlucken und mich meinen dämlichen physischen und teilweise auch psychischen Wünschen hingeben würde. Ein Spielzeug. Das kam also gar nicht in Frage.
Erst als das Gefühl seinen Blick auf mir zu spüren, verschwand, konnte ich wieder normal atmen. Nu bemerkte ich auch, dass Steve meinen Anweisungen gefolgt war. Er kam mit einer kleinen Tube zurück, die ich ihm sofort aus der Hand riss. Schnell drückte ich mir etwas von der Salbe auf den rechten Zeigefinger und verteilte die Substanz vorsichtig auf der Wunde. Das kurze, aber heftige Brennen entlockte mir ein Zischen. Ich biss die Zähne zusammen und sah herab auf die Wunde, die zu einem kaum sichtbaren schmalen Strich verheilt war. Morgen würde nichts mehr an diese erinnern. Außer Christian – wenn ich Pech hatte.
Da ich das Blut abwaschen wollte und generell gerade sehr wenig Lust hatte, hier zu bleiben, drückte ich Steve den Rest meiner Schicht auf – er widersprach nicht, teils weil er sich immer noch schuldig fühlte und teils, weil ich ihm Angst machte... glaubte ich zumindest. Ich schüchterte ihn nahezu ein und das, obwohl er zwei Jahre älter war als ich. Aber damit hatte ich noch nie große Probleme gehabt.
Ohne die Gäste noch eines weiteren Blickes zu würdigen, ging ich durch den Hintereingang nach Hause. Ich hatte es sogar geschafft, nicht nochmal zu diesem eingebildeten Idioten namens Rookwood zu sehen. Und genau diese Tatsache sollte mich nicht so stolz machen. Es sollte mir leicht fallen. Ich beschimpfte mich wegen dieser Tatsache auch nach dem Duschen immer noch. Erst, als ich endlich im Bett lag und einschlief, verklangen meine inneren Schimpftiraden. Christian Rookwood machte mich auf eine Weise frech und aggressiv, die ich von mir selbst noch nicht kannte. Es war seltsam, da ich ihn erst einen Tag kannte und trotzdem hatte er sich schon so in meinem Kopf festgesetzt. Es war nervend und ich würde ihn ganz schnell loswerden müssen. Oder ich würde es bitter bereuen.
Schnell stellte ich noch meinen Wecker auf sieben Uhr dreißig, da ich um neun ja unten auf der Matte stehen wollte – immerhin hatte ich mich für dieses Zusatzseminar eingeschrieben. Vielleicht würde das ja endlich meinen Kopf von Christian befreien....
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Re: Vergangenheitsplay » 16
von Nathalia am 08.07.2018 10:18Doppelt? Ich sah kurz auf, da ich für einen kurzen Moment wirklich geglaubt hatte, er würde gleich einen Doppelten brauchen. Als ich dann allerdings seinem Blick folgte, erkannte ich, dass er sein nächstes Opfer gefunden hatte. Die Arme. Aber wenigstens würde er mich dadurch in Ruhe lassen.
Augen - verdrehend fing ich zwei Shotgläser aus der Luft und drehte mich dann wieder zu ihm. Mittlerweile hatte er sich mit dem Rücken gegen den Tresen gelehnt. Ich konnte nicht anders, als erst einmal beeindruckt auf seine Muskeln zu starren, die sich durch sein Shirt abzeichneten. Selbst am Rücken. Merlin! Kurz schloss ich die Augen, um meine Gedanken wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Dass er stark und gut gebaut war, hatte ich ja schon vermutet. Komm schon Nathalia! Krieg dich wieder ein! Seine Worte waren sehr hilfreich. Sie unterstrichen den arroganten Idioten in ihm.
Ich biss die Zähne zusammen und knallte die Gläser vielleicht etwas zu fest auf die Fläche vor mir. Mich selbst gedanklich verfluchend drehte ich mich zu unserem Alkoholbestand herum. Am besten ich verpasste ihm etwas heftiges und ihr etwas nicht ganz so starkes... Obwohl, wenn sie sich darauf einließ, war sie selbst Schuld oder? Aber wusste sie denn, worauf sie sich einließ? Schnell griff ich nach einer Servierte und einem Stift, kritzelte die Worte 'One-Night-Stand' und schob sie ihr unauffällig zu. Um nochmal klarzustellen, dass ich ihn meinte und nicht mich – man konnte ja nie wissen und so wie sie mich gerade angrinste, hatte sie es wohl wirklich falsch verstanden – deutete ich auf ihn. Sie grinste noch breiter und zuckte mit den Schultern, danach nickte sie. Na, wenn sie meinte.
Ich griff also nach dem teuren, hochprozentigen Rum, stellte die Gläser vor Christian ab und füllte diese so voll wie möglich. Wenn schon denn schon. Mal sehen, ob er wirklich so viel aushielt, wie er sagte. „Bitte." zwitscherte ich so freundlich wie möglich neben seinem Ohr.
Und dann schepperte es. Ich zuckte heftig zusammen.
Blinzelnd sah ich in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war. Ein seltsames Stechen machte sich in meinem Bein breit und ich hörte Steves geplapperte Entschuldigung. Es war nicht das erste Mal, dass er etwas fallen ließ. Ich sah an mir herab. Mein Oberteil war nass und roch nach Bier. Ich knirschte genervt mit den Zähnen, aber das war nichts, was ein schnelles 'Ratzeputz' nicht erledigt hätte. Dann blickt ich jedoch auf mein Bein und mir blieb die Luft weg. Eine Scherbe hatte sich anscheinend den Weg über dieses gesucht, da Blut aus einem Schnitt quoll. Ich schnappte mir ein Handtuch und presste es auf die Wunde. „проклятый! Sei still Steve! Es ist nur ein Kratzer!" schimpfte ich. „Guck lieber, ob wir diese Salbe noch haben!" Wie konnte man nur so unfähig sein? Ich hockte immer noch auf dem Boden und presste das Handtuch gegen mein Bein, um die Blutung zu stoppen. Die Gäste waren mir momentan egal, sie würden wohl drei Minuten ohne uns überleben.
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