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Re: Zukunftsplay » 5
from Kate on 12/11/2018 12:15 AMIch war etwas erstaunt, als Lyle meinte, ich solle doch die erste Kugel an den Baum hängen. Es war nunmal meistens so, dass er das machte. Nicht, dass mich das stören würde. Im Gegensatz zu Leana, was auch kein Geheimnis war. Es war zwar ein Fakt, dass Lyle bevorzugt wurde, aber da konnte er ja nichts dafür; er ließ es schließlich nicht raus hängen. Eine der Eigenschaften, die ich an Lyle sehr bewundernswert fand. Er war absolut nicht arrogant; ganz im Gegenteil. Er war einer der liebsten Menschen, die ich kannte. Ich hätte mir keinen besseren Bruder, als Lyle und keine bessere Schwester, als Leana vorstellen können. Ich lächelte Lyle an, während ich ebenfalls kurz meine Arme um ihn schlang und ihn an mich drückte. Und kurz darauf hatte er mir auch eine der wunderschönen Kugeln vorsichtig überreicht. Ohne lange zu überlegen hatte ich sie auch schon ziemlich zentral an den Baum gehängt. Ich trat einen Schritt zurück, klatschte einmal kurz in die Hände und sagte dann: "Na dann, los. Ab ans Werk!" Mit diesen Worten hatte ich mir erneut eine Kugel geschnappt und sie kurzerhand auch an den Baum gehängt. Ich sah in eine weitere Kiste und erblickte silbernen Lametta, den ich auch lieber auf Lyles und Leanas Kopf platzierte, als auf den Baum, und grinste in mich hinein, da es für einen Moment so schien, als hätte es keiner von beiden bemerkt.


Re: Zukunftsplay » 5
from Kate on 11/30/2018 11:21 PM(Kein Problem, geht mir leider genauso)
Auf Leanas Frage hin, ob sie mir die Haare machen durfte, rollte ich nur grinsend mit den Augen. "Wenn es dich glücklich macht, dann von mir aus", meinte ich nur lachend. Wenn Leana was wollte, dann bekam sie das meistens auch. Vor allem wenn sie mich fragte. Ich konnte ihr, oder generell meiner Familie, nie etwas ausschlagen. Auf Lyles Kommentar hin bildete sich sofort ein breites Grinsen auf meinem Gesicht. Lyle konnte wirklich verdammt süß sein, wenn er nur wollte.
Ich nickte energisch, als Lyle Vorschlug, dass wir ja schonmal den Baum schmücken konnten. Das war wohl eine der besten Sachen an Weihnachten, und das schon seit Jahren. Schnell bahnte ich mir einen Weg zu der Tanne, die im Wohnzimmer stand. Ich bemerkte, dass Dad uns nur kurz mit einem Grinsen beobachtete. "Na, wer will dieses Jahr die erste Kugel an den Baum hängen?", fragte ich, als ich eine der Weihnachtskugeln aus einem Karton fischte und sie in die Luft hiel. Währenddessen schweifte mein Blick etwas umher, um den Stern, den wir immer auf die Spitze platzierten, zu finden.


Re: Vergangenheitsplay » 23
from Kate on 11/30/2018 11:03 PM(Dieses Mal muss ich mich entschuldigen. Bin in letzter Zeit kaum zum Schreiben gekommen :/)
Ich lächelte Cas nur kurz an, als er nickte. Langsam wurde es tatsächlich ja auch langweilig nur über unser nicht vorhandenes Liebesleben zu reden. Es würde viel spannender werden, wenn sich dann auch tatsächlich was bei einem von uns tun würde.
Ich musste unwillkürlich lächeln, verspürte aber dennoch einen kleinen Stich in meinem Herzen, als Cas wieder zu reden begann. Dennoch antwortete ich ihm: "Hey, keine Sorge. Ich werde ja dann nicht für immer von der Bildfläche verschwinden." Ich sah ihn von der Seite aus an, als ich fort fuhr: "Und ich verspreche dir auch, dass wir so oft wie nur irgend möglich etwas zusammen unternehmen werden, ja? Ich kann ja schließlich nicht zulassen, dass du mich irgendwann noch vergisst." Ich lachte kurz leise, weil dieser Gedanke so unwirklich war. Ich war mir ziemlich sicher, dass wir beide uns nicht aus den Augen verlieren werden. Dafür waren wir einfach viel zu gut befreundet. Und unsere Freundschaft stand für mich schon immer an erster Stelle.
Bei Cas' Vorschlag machte ich große Augen und sah ihn begeistert an. "Oh ja, das würde mich sehr freuen. Und natürlich würde ich dir auch sofort antworten." Mehr im Spaß fügte ich dann noch hinzu: "Obwohl, kannst du mir nicht auch jeden Tag Heuler schicken? Dann hör ich auch noch deine wunderschöne Stimme." Was wohl die anderen dann denken würden, wenn ich jeden Tag einen Heuler von einem für sie unbekannten Mann bekam, der mir irgendwelche Geschichten erzählen würde? Ich musste ja schon zugeben, dass dieser Gedanke ziemlich witzig und verlockend war.
Mein Blick wanderte wieder zu dem Picknickkorb, der neben mir stand und den wir tatsächlich bisher noch nicht einmal angerührt hatten. Ich setzte mich wieder auf und fragte Cas dann grinsend: "Lust auf Kuchen?"


Re: Vergangenheitsplay » 13
from Kate on 11/22/2018 09:09 PMMein Grinsen wurde noch eine Spur breiter, als Amos im ersten Moment anscheinend zu geschockt war, um zu antworten. "Natürlich, weshalb denn sonst?", erwiderte ich ebenfalls flüsternd. Ich war gespannt, was Amos so auf Lager hatte, auch wenn das Ganze nur ein Witz war. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass er sich beweisen wollte und nicht gleich das Handtuch werfen wollte. Ich wartete einige Sekunden lang, während ich ihn fragend ansah. "Na, worauf wartest du denn noch?", fragte ich ihn etwas verwirrt. Fiel ihm nichts ein oder traute er sich nicht? Letzteres bezweifelte ich allerdings, weil er sich vor mir bestimmt nicht mehr zu schämen brauchte. Dafür hatten wir uns heute Abend schon genug peinliche Sachen und Geheimnisse anvertraut. Und doch war ich mehr als nur verwundert, als er sogleich das Thema wechselte und wieder auf die Wette zu sprechen kam. Dennoch tat ich ihm den Gefallen und ging darauf ein: "Du willst dir tatsächlich meine wertvollste Karte ergaunern? Das wäre dann wohl Roderick Plumpton... Aber was bekomme ich denn von dir, wenn ich gewinnen solllte?" Ob Amos ebenfalls um seine wertvollste Karte wetten würde?
Dass Amos das Thema der nicht vorhandenen Verehrer ruhen ließ, fand ich keineswegs schlimm. Wahrscheinlich war es auch besser so. Am Ende würde nur einer von uns heulend aus dem Zimmer stürzen und das wollte ich bestimmt nicht. Ich wollte diesen schönen Abend wirklich nicht ruinieren, obwohl ich das bestimmt irgendwie wieder hinbekommen würde. Wie so gut wie immer.
Auf seinen dramatischen Schmerzensschrei erwiderte ich nichts, sondern verdrehte stattdessen grinsend die Augen. Er konnte ja wirklich eine kleine Dramaqueen sein. Da machte er meiner Schwester wirklich beinahe Konkurrenz. Aber diese durchsuchte wenigstens nicht mein Zimmer. Und das hatte Amos wiederrum ganz offensichtlich vor. "Ich habe zwar kein Tagebuch, aber wer weiß schon, was sich irgendwo in meinem Zimmer befindet? Vielleicht habe ich ja noch irgendwelche peinlichen Liebesbriefe von früher, die ich nie abgeschickt habe? Aber keine Sorge, bevor du mir einen Besuch abstattest räume ich alles erstmal gründlich auf", meinte ich grinsend und beobachtete ihn. Ob er mir das wohl abkaufen würde?
Und schon wieder versuchte er sich mit aller Gewalt raus zu reden. "Also so einen Pegel, wie du ihn mir hier versuchst anzudrehen habe ich bestimmt nicht. Ich ahne schon, dass du deine Mädchenforschungen mit mir ankurbeln willst, aber da muss ich dich wohl leider enttäuschen. Ich werde dir als Versuchskaninchen wahrlich wenig bringen, weil ich bestimmt nicht so bin, wie die meisten Mädchen", meinte ich, etwas nachdenklich. Ob Amos wohl tatsächlich versuchte durch mich an andere Mädchen heranzukommen? Ich musste zugeben, dass mir dieser Gedanke nicht ganz geheuer ist.
Genauso wie die ganze Situation im Moment. Ich war wahrscheinlich noch nie in meinem bisherigen Leben so verwirrt gewesen, wie im Augenblick. Ich war mir absolut nicht sicher, ob mich Amos im Moment wirklich nur vor einer Dummheit bewahren wollte, oder ob er mich korbte und sozusagen in die Friendzone abschob. Sein Verhalten machte es auch nicht gerade deutlicher. Ich sah ihm fragend in die Augen, als er näher zu mir rutschte und einen Arm um mich legte. Am liebsten hätte ich erneut meinen Kopf auf seine Schulter gelehnt, aber ich konnte mich zurück halten und hörte ihm stattdessen zu. Auch sein Wangenkuss stimmte mich nur noch verwirrter. Ich versuchte einen Anhaltspunkt in seinem Gesicht ausfindig zu machen, irgendeinen, aber da gab es keinen. Deshalb nahm ich erneut meinen Mut zusammen und fragte ihn: "Was verstehst du denn unter einem unüberlegten Verhalten?" Hatte er etwa angenommen, dass ich mit ihm schlafen wollte?


Re: Zukunftsplay » 5
from Kate on 11/19/2018 09:44 PMMein Verdacht bestätigte sich, als ich sah, wie Leana die Küche betrat. Ich musterte sie einen Augenblick lang und musste mal wieder feststellen, dass Leana besser aussah, als ich. Ich hatte mir nämlich nur ein schlichtes, kurzes dunkelrotes Kleid angezogen. Und auch sonst hatte ich mich weder geschminkt, noch meine Haare wirklich frisiert. Den Pferdeschwanz konnte man wohl kaum, als Frisur bezeichnen. "Du hast dich mal wieder selbst übertroffen, Schwesterchen", kommentierte ich dann Leanas Aussehen.
Leana bahnte sich kurz darauf einen Weg zu mir und auf ihren Kommentar hin antwortete ich nur lächelnd: "Ich werd's versuchen, aber wir wissen alle nur zu gut, dass ich keine begabte Köchin bin." Ich rührte weiter in den verschiedenen Töpfen und versuchte tatsächlich nichts anbrennen zu lassen. Mal sehen, wie lange mir das noch geling.
Leanas Kommentar über meine Haare lenkte mich einen Augenblick vom Kochen ab. Ich sah sie grinsend an und zuckte nur mit den Schultern. "Ich würde ja behaupten, dass ich dafür nie die Zeit finde, aber ich schätze diese Ausrede zählt für dich nicht", antwortete ich. Schon seitdem wir klein waren, war Leana die von uns beiden gewesen, die sich mehr aus ihrem Aussehen machte und immer top gestylt war. Mir reichten meistens ein Rock und ein schlichtes Oberteil. Und schminken tat ich mich ohnehin nur selten. Dadurch konnte ich morgens noch einmal ein halbes Stündchen länger schlafen.
Ich wandte meinen Blick erneut der Tür zu, als ich auch Lyles Stimme vernahm. Zu meiner Überraschung hatte ich ihn gar nicht kommen gehört. "Da bist du ja, Brüderchen", begrüßte ich ihn schmunzelnd. Mir fiel auf, dass ich ihn heute noch gar nicht gesehen hatte, weshalb ich auch wissend fragte: "Du hast bis jetzt geschlafen, nicht wahr?" Es war kein Geheimnis, dass Lyle der Langschläfer in unserer Familie war. Ich wandte mich wieder den unzähligen Töpfen zu, während ich noch erwiderte: "Das kann ich so zurück geben. Der Pullover ist wirklich schön." Mein Blick haftete auf den Töpfen vor mir, als ich sah, wie sich eine Hand zu ihnen bahnte und einen Finger hinein steckte. Ich wandte mich augenblicklich wieder Lyle zu und wollte ihm schon leicht mit den Kochlöffel auf die Hand hauen, doch Mum kam mir zuvor. Mit einem Lachen antwortete ich Lyle dann: "Es gilt aber nicht mehr als gewaschen, wenn es schon zwei Tage her ist." Ich sah zu Mum, die sich wieder kopfschüttelnd ans Kochen machte. Ich sah Lyle nochmal an und drückte ihm nun den Kochlöffel in die Hand, während ich grinsend meinte: "Wer essen kann, kann genauso gut auch kochen." Mit diesen Worten entfernte ich mich vom Herd und stellte mich neben Leana.


Re: Zukunftsplay » 5
from Kate on 11/19/2018 07:47 PMWer: Leana, Lyle & Kate
Wann: Der kommende Heiligabend
Wo: Im Haus der MacCailíns
Ich konnte es immer noch nicht fassen, dass es bereits der 24. Dezember war. Das Jahr neigte sich immer mehr dem Ende zu und dabei ging die Zeit meiner Meinung nach viel zu schnell vorüber. Als ich an unserem Wohnzimmer vorbei ging, sah ich neben dem aufwendig geschmückten Tannenbaum meinen Vater auf dem Sofa sitzen. Ich schenkte ihm schnell ein Lächeln, während ich mich weiter auf den Weg zur Küche machte. Heiligabend war einer der wenigen Tage, an dem mein Vater nicht irgendwelchen Kram im Ministerium erledigen musste. Ich verdrehte unwillkürlich die Augen, weil mich das schon seit der Kindheit störte. Nie war er daheim. Und generell verbrachten wir zu wenig Zeit zusammen, wir alle. Leana und Lyle bekam ich auch selten zu Gesicht, und das obwohl wir in der selben Schule waren. Aber es war einfach schwer sich zu treffen, wenn jeder seinen eigenen Freundeskreis hatte. Aber heute waren zum Glück ausnahmsweise alle daheim. Ich ging davon aus, dass meine Geschwister noch in ihren Zimmern waren, weil ich sie nicht im Wohnzimmer gesehen hatte und hier in der Küche war auch keiner von ihnen. Nur unsere Mutter stand gerade am Herd und es sah so aus, als wolle sie ein Festessen für 20 Personen kochen; bei der Anzahl an Töpfen. Weil sie ziemlich gestresst aussah, ging ich auf sie zu und fragte, ob ich ihr vielleicht zur Hand kommen könne. Ehe ich's mich versah, hatte ich auch schon einen Kochlöffel in der Hand und wurde dazu verdonnert am Herd die Stellung zu halten, während Mum sich an der Theke bei irgendetwas zu schaffen machte. Ich rührte gedankenverloren in einer Soße um, als ich hörte, wie jemand die Treppe runter rannte. Mein Blick wanderte sofort zur Tür und ich wartete nur darauf entweder Lyles oder Leanas Gesicht zu sehen.


Re: Vergangenheitsplay » 13
from Kate on 11/19/2018 06:39 PMNachdem ich Amos' Arm berührt hatte, versuchte ich mich weiterhin so normal wie möglich zu verhalten. Was mir meistens aber ohnehin schwer fiel. Dennoch konzentrierte ich mich einfach auf unser jetziges Gespräch. Ein Grinsen stahl sich auf mein Gesicht. "Tja, dein Pech, wenn du 'meine lieben Worte für dich' nicht glaubst. Ernst waren sie auf jeden Fall gemeint. Und ich habe deine Flirtkünste nicht angezweifelt, ich habe nur behauptet, dass meine besser sind", meinte ich provozierend. Ich hätte ja noch hinzu fügen können, dass ich es war, der heute jemand nach gerannt war. Und das ohne, dass ich überhaupt flirten musste, aber so gemein wollte ich jetzt nicht sein. Deswegen nahm ich stattdessen sein Kinn zwischen meinen Daumen und Zeigefinger und drehte sein Gesicht wieder mir zu, so dass er mich ansehen musste. Ich grinste ihn schelmisch an, während ich dabei zweifelnd meine Augenbrauen hob und fragte: "Ach ja? Bin ich nicht? Na, dann leg mal los. Natürlich nur, damit ich sie endlich beurteilen kann." War das gerade nur ein Witz gewesen, oder hatte Amos tatsächlich nicht mit mir geflirtet? So wie es aussah, hatte ich mir wohl sein Interesse eingebildet, was ich nun leider zugeben musste.
Um mir nicht weiter den Kopf darüber zu zerbrechen, hörte ich ihm lieber weiter zu. Erneut stahl sich ein Grinsen auf mein Gesicht und ich fragte: "Um was wetten wir?" Es war zwar gut möglich, dass Amos gewinnen würde, aber ich wollte nicht jetzt schon aufgeben. Schließlich kannte ich mich ja schon relativ gut beim Quidditch aus, und wenn ich Glück hatte, könnte ich die Wette tatsächlich gewinnen.
Bei seinem nächsten 'Witz', mit dem er wahrscheinlich nur seinen Kummer verstecken wollte, zog ich einfach mal mit: "Genau. Das wird's sein. Das war ja schließlich auch der Grund, weshalb ich mich so lange von dir fern gehalten habe." Ich lachte, um dieses ganze Gespräch nicht noch in eine eher traurige Richtung zu bewegen. Ich entschloss mich dazu, dem ganzen noch das Krönchen aufzusetzten, indem ich sagte: "Und die Jungs halten sich von mir wahrscheinlich fern, weil sie Angst haben eins von meinem Bruder auf den Deckel zu bekommen." Es war kein Geheimnis, dass die meisten Leute hier meinen Zwillingsbruder kannten, der zugegebenermaßen beliebter war, als ich. Aber das war trotzdem mit großer Wahrscheinlichkeit nicht der Grund dafür, dass ich bisher noch keinen Freund hatte.
Ich musste bei seiner Beleidigung laut los lachen, und brachte nur ein: "Oha, ich wusste nicht,dass du so gemein bist" raus. Um mich bei Amos zu rächen, boxte ich leicht seinen Arm. Zugegeben, keine gute Rache, aber er hatte sich ja immerhin gleich entschuldigt.
Bei seinen nächsten Worten wurde ich hellhörig und sah ihn mit großen Augen an. "Stopp, stopp, stopp! Was hast du gerade gesagt? Du liest das Tagebuch deiner besten Freundin? Wenn ich ein Tagebuch hätte und Casper das bei mir machen würde, hätte ich ihn ohne zu zögern verflucht", meinte ich, immer noch etwas geschockt von Amos' Geständnis. Ich hatte zwar keine Geheimnisse vor Cas', dennoch würde es mich stören, wenn er mich so hintergehen würde. Und was Amos anging.... "Vielleicht sollte ich mein Zimmer, bevor du kommst, nochmal aufräumen und sicher gehen, dass du nicht doch irgendetwas findest", sprach ich meine Gedanken laut aus. Und auf seinen nächsten Satz antwortete ich einfach mit hoch gezogener Augenbraue: "Du weißt schon, dass du nicht gerade überzeugend wirkst? Wahrscheinlich bin ich nur ein Experiment für dich."
Nachdem ich diese Kommentare von mir gelassen hatte, herrschte erstmal für eine gefühlte Ewigkeit Stille. Während dieser ließ ich Amos nicht aus den Augen und versuchte heraus zu finden, was in ihm vor ging. Aber wie so oft fand ich keine Antwort. Stattdessen setzte ich mich langsam, mit einem unguten Gefühl im Bauch, auf. Und wie ich erwartet hatte, lag dieses Gefühl genau richtig. Als er mit reden geendet hatte, wich ich sofort seinem Blick aus und starrte statdessen auf meine Hände, die in meinem Schoß ruhten. Na, wenn das nicht der größte Korb der Weltgeschichte war, dann wusste ich auch nicht. Wie hatte ich auch nur so dumm sein können und mir nur ansatzweise vorgestellt, dass Amos tatsächlich Interesse an mir hatte? Mir fiel auf, dass ich immer noch nicht geantwortet hatte, weshalb ich nur abwinkte und schnell murmelte: "Schon gut." Ich versuchte mich an einem Lächeln, aber ich konnte Amos nur für wenige Sekunden ansehen, bevor mein Blick wieder in meinen Schoß wanderte. Wahrscheinlich hatte Amos ja Recht und wahrscheinlich sollte ich ihm auch deswegen dankbar sein, aber trotzdem spürte ich im Moment nichts als Enttäuschung.


Re: Vergangenheitsplay » 23
from Kate on 11/18/2018 07:32 PM(Alles gut, macht doch nichts! :3)
Mir fiel sofort auf, dass Cas eine Spur röter wurde. Ich lächelte ihn etwas entschuldigend an, bevor ich sagte: "Wenn du nicht mehr über diesen ganzen Liebeskram reden willst, wäre das auch völlig in Ordnung. Du musst mir einfach nur Bescheid geben, ja?", meinte ich zu ihm. Schließlich wollte ich ja nicht, dass es ihm unangenehm wird, er sich aber nicht traute irgendetwas zu sagen. Für mich war es auch okay über irgendetwas anderes zu reden. Doch als er dann weiter redetete, konnte ich ein Lachen nicht zurückhalten. "Oh Cas, ich hoffe inständig für dich, dass dieses Szenario nicht passieren wird. Das arme Mädchen, es würde sich dann bestimmt dumm vor kommen", meinte ich dann noch nachdenklich. So würde es mir jedenfalls ergehen, wenn das der Junge abziehen würde, dem ich meine Liebe gestanden hätte. Und ich war mir da ziemlich sicher, dass andere Mädchen genau das gleiche darüber dachten.
"Naja, aber das Mädchen, das mit dir zusammen sein möchte, sollte sich lieber an so etwas gewöhnen. Ich glaube in einer Beziehung mit dir kommt man um sowas nicht herum", meinte ich mit einem Grinsen, als ich es mir bildlich vorstellete. Cas war nunmal ein kleiner Chaot, aber daran gewöhnte man sich schneller, als man dachte. Ich hatte es ja auch geschafft und ich bin wohl was die Ordentlichkeit und Pünktlichkeit angeht das komplette Gegenteil von Cas.
Ich versuchte dann, so gut es eben ging, die Gedanken und Erinnerungen beiseite zu schieben. Diese Zeit war wohl für jeden von uns schwer gewesen, aber ändern konnten wir die Geschehnisse leider nicht mehr. Dafür war es mittlerweile zu spät. Stattdessen versuchte ich mich auf unser neues Thema zu konzentrieren, was aber leider auch nicht wirklich erfreulich war. "Hey, du musst es so sehen: Es ist nur ein Schuljahr ohne mich. Und in Hogwarts hast du schließlich genug andere Freunde um dich herum, die dich von diesem Fakt ablenken werden. Auch wenn ich natürlich zugeben muss, dass ich dich schrecklich vermissen werde", meinte ich. Und wer weiß, vieleicht würden wir mal an die selbe Uni gehen oder trotzdem noch in der selben Stadt wohnen. "Versprochen! Keine Sorge, Cas, mich wirst du so schnell nicht mehr los", meinte ich mit einem Grinsen und versuchte so, die Stimmung etwas auf zu heitern. Ich war mir sicher, dass wir beide es bestimmt irgendwie hinbekommen würden in Kontakt zu bleiben.


Re: Vergangenheitsplay » 13
from Kate on 11/18/2018 06:51 PMIch beobachtete Amos mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen, als er ganz offensichtlich mit seinem Herumgeschniefe versuchte mein Mitleid zu gewinnen. Da ich ja dafür bekannt war überaus nett und höflich zu sein, tat ich ihm den Gefallen mal. Ich schob meine Unterlippe etwas vor und sah ihn mit einem mitleidigen Gesichtsausdruck an, während ich meine Hand hob und ihm vorsichtig und tröstend über den Arm strich. Zu meiner Verwunderung löste selbst diese kleine Berührung erneut dieses Kribbeln in meinem Körper aus, welches ich immer noch nicht zuordnen konnte. Noch nie zuvor hatte es irgendein Junge geschafft, solche Gefühle in mir zu wecken. Diese Erkenntnis schockte mich, weshalb ich schnell wieder auch von Amos abließ. Stattdessen antwortete ich ihm: "Weißt du, ich glaube deine Chancen würden sogar relativ hoch stehen, einige Mädchen an einem Abend zu verführen. Schlecht siehst du ja nicht aus und Humor hast du ja, wie ich mittlerweile feststellen musste, auch. Aber Tatsache ist nunmal, dass du an meine Flirtkünste nie ran kommen würdest." Mit einem leisen Lachen gab ich zu verstehen, dass das definitiv nur ein Witz war. Ich und ernsthaft flirten? Das passt auf keinen Fall in einen Satz. Quidditch und ich passten da schon um Meilen besser zusammen. "Und was den Sport angeht, wäre ich mir an deiner Stelle lieber nicht so sicher. Da habe ich auch einiges auf dem Kasten", fügte ich noch hinzu. Quidditch zu spielen und mich darüber zu informieren, waren definitiv meine Hobbys. Aber an die Musik kam davon nichts auch nur ansatzweise ran. Gitarre zu spielen, zu singen und dazu noch eigene Lieder zu schreiben und zu komponieren, war immer noch der beste Zeitvertreib.
Ich wurde wieder in die Realität zurück geholt, als Amos aus dem nichts zu lachen begann. Auch ich musste deshalb etwas grinsen und zu meiner Verteidigung antwortete ich nur: "Ich glaube dir das zwar sofort, aber du musst dennoch zugeben, dass es für Außenstehende nicht so abwegig ist, dass ihr etwas am Laufen habt." Dabei hätte das ich doch gerade besser wissen müssen. Wie viele hatten schließlich schon Casper und mich gefragt, ob wir eigentlich zusammen waren? Und zwischen uns existierten seit dem ersten Tag an nur freundschaftliche, ja, beinahe geschwisterliche Gefühle. Wieso sollte es dann bei Amos und Regina anders sein? Doch als ich Amos etwas länger musterte, hätte ich schwören können, dass er noch nicht alles erzählt hatte. Ich sah ihn einige Sekunden lang etwas skeptisch in die Augen, als ich noch zu allem Überfluss bemerkte, wie sich ein Hauch von Eifersucht in mir breit machte. Schnell unterdrückte ich dieses Gefühl aber, weil ich definitiv kein Recht hatte, das zu fühlen. Zwischen Amos und mir lief schließlich nichts, oder?
Bei seinen nächsten Worten konnte ich mir ein freches Grinsen einfach nicht verkneifen, als ich ihm antwortete: "Danke! Endlich mal einer, der einsieht, dass ich ein überdurchschnittlich leistungsstarkes Gehirn habe!" Dass dem definitiv nicht der Fall war und das alles nur ein riesen Schwindel war, musste ich ja wohl nicht dazu sagen. Leider war ich eine ziemlich vergessliche Person, weshalb ich versuchte, alles wichtige auf irgendwelchen Zettelchen fest zu halten. Leider funktionierte das meistens nicht.
Auf seinen zweiten Satz fügte ich dann nur noch hinzu: "Du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass es da draußen Mädchen gibt, die das tatsächlich tun, oder doch?!" Sowas taten doch wenn dann die kleinen Erstklässler, wenn sie sich in jemanden verguckt hatten, oder etwa nicht? Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass das irgendwer in unserem Alter tatsächlich tun würde.
Ich kam nicht umhin, etwas selbstgefällig zu grinsen, als Amos zugab, mich und mein Zimmer gerne zu besuchen. Und ich musste auch zugeben, dass ich absolut nichts dagegen hätte ihn fortan jeden Tag zu sehen. Ich bereute es sogar, dass ich Amos nicht schon viel früher angesprochen hatte. Mit ihm wären die vergangenen Jahre bestimmt um einiges spannender und witziger gewesen. Umso wichtiger war es mir jetzt Amos ab sofort nicht aus den Augen zu verlieren. Vielleicht könnten wir ja alles nachholen, weshalb ich auch antwortete: "Das hat sich ja gerade beinahe so angehört, als würde ich zu irgendeiner Tierart zählen. Aber na gut, solange ich dich in den Sommerferien zu Gesicht bekomme und das alles nicht irgendwelche leeren Versprechen sind, will mir das vorerst egal sein."
Als ich so auf dem Bett lag und Amos dabei beobachtete, wie er immer noch unentschlossen auf dem Sofa saß, fragte ich mich augenblicklich, ob das gerade vielleicht die falsche Entscheidung gewesen war. Was ist, wenn ihm diese ganze Situation unangenehm war und er gleich verschwinden würde? Doch als Amos sich dann erhob und ebenfalls auf das Bett setzte, schöpfte ich neuen Mut. Jetzt war es ohnehin zu spät einen Rückzieher zu machen. Deshalb antwortete ich ihm auch: "Dass du jetzt auch den fürsorglichen Babysitter spielst, wäre wohl das Letzte, was ich im Moment wollen würde." Ich bemerkte, wie sich erneut die Röte in mein Gesicht stahl, aber versuchte sie zu ignorieren. Stattdessen musterte ich Amos einige Sekunden lang, bevor ich so unverfänglich wie möglich fragte: "Wie schaffst du es nur, so viel Willenskraft aufzubringen und an der Kante sitzen zu bleiben? Das Bett schreit doch förmlich danach, dass man es sich auf ihm bequem macht." Dass das eigentlich eine Aufforderung war, dass er sich ebenfalls hinlegen sollte, war wahrscheinlich ziemlich offensichtlich, weshalb ich auch bemerkte, wie ich noch eine Spur röter wurde. Deswegen hielt ich mir so unauffällig wie möglich, meine kalten Hände an die Wangen, mit der Hoffnung, dass die Röte so schneller verschwinden würde.


Re: Vergangenheitsplay » 13
from Kate on 11/18/2018 01:41 AMIch wartete gespannt auf Amos Antwort, die mich auch keinesfalls enttäuschte. Ich musste mal wieder lachen, wie mittlerweile so oft in seiner Gegenwart. Es kam mir beinahe so vor, als würden wir uns schon ewig kennen, und zwar wirklich gut kennen, so unbefangt wie wir die ganze Zeit Witze rissen. Amos hatte tatsächlich ein Talent dafür gute Laune zu verbreiten, was ich ihm hoch anrechnete und umso sympathischer an ihm fand. Ich hasste nämlich Miesepeter, die zu verklemmt waren, um auch nur einmal zu lachen und dafür anscheinend in den Keller gehen mussten. Ich holte mich dann jedoch relativ schnell wieder in die Gegenwart und klinkte mich wieder in unser Gespräch ein. "Von mir aus können wir das liebend gerne machen. Ich würde bestimmt einen super Typen abgeben. Und mal ganz unter uns: Ich würde es bestimmt hinkriegen mehr Mädchen, als du abzuschleppen", erwiderte ich mit einem Zwinkern. Wer weiß, vielleicht würde ich mich ja bei Mädchen geschickter mit dem Flirten anstellen, als bei Jungen. Da scheiterten meine Versuche, so schien es jedenfalls, immer kläglich. Und als ich so über Amos und Mädchen nachdachte, fiel mir eins auf: "Weißt du was mir erst jetzt so richtig bewusst wird? Ich hatte eigentlich gedacht, dass du immer etwas mit deinen ganzen Freundinnen am Laufen gehabt hättest. Besonders bei Regina war ich mir sicher gewesen", erzählte ich ihm nachdenklich. Ich wusste gar nicht, warum ich ihm das jetzt einfach so direkt sagte, weil das normalerweise nicht unbedingt meine Art war. Vielleicht lag es ja am Alkohol? Oder aber, ich fühlte mich mittlerweile so wohl bei ihm, dass ich einfach ehrlich zu ihm war? Ich konnte es mir nicht erklären. Aber ich hoffte im Moment einfach nur, dass mir Amos das Gesagte nicht übel nahm. Ich hatte nicht gedacht, dass er DER Aufreißer in Hogwarts war, aber es war mir nunmal bekannt gewesen, dass er viel Zeit mit Mädchen, und besonders Regina, verbrachte, und da war es ja wahrscheinlich auch nicht so abwegig, dass mir da dieser Gedanke schon einmal gekommen war. Und hätte ich nur seine nächste Antwort gehört, hätte sich der Verdacht auch augenscheinlich bestätigt. Doch da ich ihn mittlerweile etwas besser einschätzen konnte, wusste ich, dass das Ganze nicht der Wahrheit entsprach, weshalb ich nur antwortete: "Tut mir ja wirklich Leid für dich, Amos. Aber ich dachte, dass du dir mittlerweile denken kannst, dass ich nicht das typische 0815 Mädchen bin", meinte ich mit einem leichten Lächeln. "Wozu auch ein Tagebuch schreiben, wenn ich auch alles hier drinnen habe?",fragte ich ihn, während ich auf meinen Kopf zeigte. Wahrscheinlich waren Tagebücher auch eine gute Möglichkeit, um das Erlebte zu verarbeiten und seine Gedanken zu ordnen. Aber immer, wenn ich angefangen hatte Tagebucheinträge zu verfassen, zog ich das auch nur einige Tage durch, weil ich dann wieder die Lust verlor. Dafür war ich wohl nicht diszipliniert genug. Aber andererseits konnte ich mir auch gut vorstellen nach dem heutigen Abend wieder damit anzufangen. Amos' Anwesenheit brachte mich nämlich etwas durcheinander, weil ich ihn plötzlich mit anderen Augen ansah, und vielleicht half es ja dann meine Gedanken aufs Papier zu bringen. Unwillkürlich fragte ich mich, ob ich Amos genauso verwirrte, wie er mich. Diesen Gedanken schob ich allerdings schnell wieder beiseite und antwortete stattdessen auf seinen nächsten Satz: "Wenn du dir einfach nur mein Zimmer anschauen willst, kannst du das auch gerne sagen. Du bist dort immer willkommen. Und falls du irgendwelche Geheimnisse von mir erfahren möchtest, kannst du mich auch gerne ausfragen." Ich legte meinen Kopf etwas schief und grinste ihn an. Ob Amos mich tatsächlich mal besuchen kommen würde?
Als ich Amos beobachtete, wie er mir panisch beizubringen versuchte, dass er den Kuss auch schön fand, merkte ich, wie ich erleichtert ausatmete und die Verunsicherung verschwand. Stattdessen musste ich unwillkürlich lächeln, während ich ihm in die Augen sah und sagte: "Gut, dass wir bei dem Kuss einer Meinung sind." Nachdem ich das ausgesprochen hatte, fragte ich mich auch augenblicklich, ob ein zweiter Kuss möglicherweise noch besser wäre, als der vorherige. Aber so wie es aussah, würde es zu dem ja nicht kommen. Ich musste langsam wohl mal akzeptieren, dass Amos sich nicht auf diese Weise für mich interessierte. Wenn ich Glück hatte, würde er mich vielleicht langsam als ganz normale Freundin ansehen, mehr wahrscheinich auch nicht. Ich wandte meinen Blick wieder für einige Sekunden von ihm ab und starrte enttäuscht auf den Boden. Als er jedoch wieder zu sprechen begann, hob ich ihn wieder und versuchte dabei wieder neutral auszuschauen. Für einen kurzen Moment war ich etwas verwirrt, weil es sich so anhörte, als würde Amos mit mir flirten. Dann beschloss ich einfach mal über meinen Schatten zu springen und mit zu machen. Mehr als friendzonen konnte mich Amos ja wohl kaum. Mein Blick wanderte kurz verträumt zu dem Bett und dann wieder zu ihm. Mit einem Grinsen antwortete ich noch: "Naja, ein paar mehr Schlücke Feuerwhiskey schaden wohl nicht. Außerdem reicht es mir auch völlig, wenn wir es noch bis dahin schaffen würden." Ich sah noch einmal zu dem Bett, welches förmlich schrie: Lass dich auf meine weichen Kissen fallen! Und deshalb trank ich noch einige Schlücke von dem Whiskey, bevor ich die Flasche erneut auf den Boden stellte. Ich stand auf und machte mich auf dem Weg zu dem Bett, während ich Amos kurz ein Grinsen zu warf. Wie konnte er nur immer noch so gut aussehen? Ich war mir beinahe sicher, dass man mich mittlerweile mit einer Vogelscheuche verwechseln konnte. Ich wandte meinen Blick wieder dem Bett zu, welches ich nun erreicht hatte, und ließ mich darauf fallen. "Bei Merlin, dass ist ja noch bequemer, als es ohnehin schon ausschaut!", rief ich überrauscht aus, während ich es mir darauf noch bequemer machte.




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