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Re: Straßen von Hogsmeade
von Prudence am 14.06.2019 08:35Ich fühlte mich erniedrigt. Es reichte nicht, dass ich hier wie ein scheues Reh den halben Tag in der Ecke gewartet hatte weil mich ein junge nicht mochte. Ich musste mich jetzt auch noch vor seinen Augen so verletzen, dass ich auf seine Hilfe angewiesen war. Ja ich hätte es vielleicht allein geschafft aber wie wäre eine ganz andere Frage gewesen. So schnell hätte ich nicht gehen können und am Anfang wäre er mir auch hinter her gekommen. Irgendwann wäre dann ich eingeknickt weil ich merken würde, dass ich es alleine nicht schaffen würde oder aber ihm würde es zu doof werden und er würde gehen und dann müsste ich mich verletzt allein den langen Weg durch die kalte Nacht nach Hogwarts schleppen. Beides keine sonderlich prickelnden Optionen.
Manchmal zweifelte ich daran, ob ich überhaupt eine echte Madison war. Ich war verletzlicher, sensibler und knickte schneller ein aber doch auch nur weil ich wahrscheinlich im Gegensatz zu vielen von uns ein Herz besaß. Aber wenn man Herz hatte, so konnte es auch gebrochen werden und auch wenn ich versuchte immer die Starke zu spielen, so gelang mir das nicht immer und schon gar nicht jetzt. Ich war schlau und größtenteils auch vernünftig, wenn es nicht gerade um Jungs ging. So seufzte ich als er sich nicht abwimmeln ließ und blieb stehen. Zumindest seinen Zauber konnte ich gut gebrauchen denn mir wollte keiner einfallen und mit einer offenen Wunde standen meine Chance noch schlechter. So biss ich die Zähne zusammen und drehte den Kopf von ihm weg, während ich das unangenehme ziehen in meinem Bein spüren konnte. So ließ ich ihn machen, sah ihm aber erst wieder zu als er regelrecht auf eine Kiste schob. Meine Strumpfhose war aufgerissen die ich unter dem dunkelroten Wollkleid trug und das Knie darunter aufgeschlagen. „Spinnst du?" rief ich als ich sah wie er begann sein Hemd zu zerreißen, denn das würde ganz schön Ärger geben. „Du kannst doch nicht einfach dein Hemd zerreißen", schüttelte ich entsetzt den Kopf. War es wirklich so schlimm, dass ich einen Verband brauchte der das nötig machte?
Du weißt also seit Jahren wie es geht?, dachte ich mir, da bin ich mir sicher, du hast es mich ja spüren lassen. Wieder funkelte ich ihn aus meinen dunklen geröteten Augen an die eindeutig mehr nach verheultem Bambi aussahen als nach einer waschechten Madison. Eine waschechte Madison wäre schon längst auf die Barrikaden gegangen aber ich konnte nicht mehr. Der Tag und auch der letzte hatten mir zu viel Energie geraubt um mich jetzt auch noch alleine nach Hogwarts zu schleppen oder gar die Nacht alleine hier draußen zu verbringen. So sah ich nachdenklich und beschämt zu Boden bevor, denn ich konnte ihm nicht auch noch in die Augen schauen wenn er hilfsbedürftig und schwächlich in die Reihe seiner Eigenschaften die er in mir sah aufnahm. So stand ich irgendwie auf und auch wenn es verbunden war, so schmerzte es noch genug, dass ich die Zähne zusammen beißen musste. „Dann lass uns gehen" murmelte ich nur ohne mehr zu sagen oder ihn anzusehen. Ich wollte mich einfach nur in mein Bett oder zumindest vor einen warmen Kamin kuscheln und erst in Tagen mein Bett überhaupt wieder verlassen. Mit dem verletzten Knie schien das nicht mal so abwegig zu sein wie mir schien.

Re: Straßen von Hogsmeade
von Prudence am 13.06.2019 20:29Es war längst kein heulen mehr sondern nur noch ein schluchzen als ich ganz hinten in der letzten Ecke dieser Gasse an kam. Auf der einen Seite erwartete ich es fast, dass er mir hinter her kam und mir sagte, dass er es übertrieben hatte aber auf der anderen Seite wollte ich einfach nur noch allein sein, sodass mich niemand sah. Es war tatsächlich eine Sackgasse die direkt hinten um den Honigtopf führte. Hier war ich allein und von der Straße, der Gasse und den Menschen nichts zu sehen und nichts zu hören. So kauerte ich mich auf ein kleines Holzfass von welchem ich vorher den Schnee gekehrt hatte. Mein Mantel wärmte mich und ich hatte zum Glück meinen Taschenwärmer dabei denn irgendwann fing es an zu schneien. Am Anfang schluchzte ich laut vor mich hin aber mit Zeit wurde mehr und mehr nur ein leises wimmern und schniefen, bis die Tränen zum Schluss beinahe lautlos kullerten.
Ich wusste nicht wie lange ich dort saß und vor mich hin starrte. Ja ich mochte vielleicht nicht die beste Person der Welt sein und auch ich machte Fehler aber er war doch auch irgendwie mein Freund. Eigentlich mochte ich ihn doch wirklich, gerade weil er keiner dieser Madisons war die meinten ihr Name würde sie in den Adelsstand erheben oder sonst was. Chandler war schlau, belesen und leidenschaftlich aber das war etwas anderes gewesen. Ich wusste nicht was aus ihm gesprochen hatte aber er hatte nicht mal aufgehört als er gesehen hatte wie sehr er mich verletzte und er musste es gesehen haben auch wenn ich versuchte es zu verstecken. Es war das eine jemandem egal zu sein aber für jemandem einfach nur abstoßend zu wirken und so wenig Wert zu haben, dass es einem egal war was man mit ein bisschen verletztem stolz anrichten konnte. Ich konnte mich nicht an alle seine Worte erinnern, da zwischendurch zu viele gefallen waren die mich mehr trafen als andere aber nun war ich mir sicher, dass ich einfach nur im Boden versinken wollte. Niemand durfte mich so sehen, denn es würde nicht nur mir peinlich sein sondern ein schlechtes Licht auf meine Familie werfen. Vielleicht war ich ein schwaches Glied weil ich nicht so hart war wie alle anderen aber ich hatte eben noch Gefühle auch ich mir dort in der Zeit mehr als einmal überlegte, ob ich sie nicht einfach ausschalten sollte. Einfach nichts mehr fühlen, würde dann vielleicht alles leichter fallen? Ich könnte mich mit jedem arrangieren den mir meine Eltern vorschlagen würden, denn Chandler das wusste ich jetzt, wollte mich offensichtlich sowieso nicht. Wahrscheinlich war es auch nur gelogen, dass er seinem Vater etwas erzählt und zugestimmt hatte, weil er mich endlich ruhig stellen wollte wo ich ihm ja so auf die Nerven ging. So saß ich da sinnierte über Gott und die Welt und hatte mir schließlich ein kleines Feuer gemacht um mich zu wärmen. Schließlich war ich 17 und durfte zaubern und selbst wenn, sollten sie doch meine verheulten Augen sehen. Ich für meinen Teil ging jedenfalls nicht nach Hause solange es hell war auch wenn das Ärger bedeuten würde.
Es war noch winterlich, und so dauerte es nicht lange, bis es dunkel genug war um aus meinem kleinen Versteck hervor zu kriechen. Ich wusste nicht mal wirklich wo ich war, meine Augen brannten und mein Kopf dröhnte und am liebsten hätte ich einen Schluck Feuerwhisky gehabt. Ich hatte nicht mitbekommen wie es kälter geworden war und so schlich ich mich aus der dunklen Gasse. Ich wollte sichergehen, dass mich niemand sehen oder geschweige denn erkennen konnte weshalb ich erst einen Moment wartete und dann auf die Straße trat. Ich dachte nichts böses, als ich auf einmal jemandem aus den drei Besen kamen sah und sich mein Magen sofort umdrehte. Es war Chandler mit einer Tasse dampfenden Irgendwas in der Hand. Wie es aussah, hatte er seinen Triumpf wohl auch noch gefeiert. Mir wurde speiübel und so wollte ich mich im Schatten der Gasse eilig verstecken bevor er mich sehen konnte. Aber ich hatte die Rechnung nicht mit dem Eis gemacht das sich gebildet hatte, rutschte aus und fiel hin. Etwas hölzernes krachte und ich hatte keine Ahnung was ich da zertrümmert hatte aber auf jedenfall war auch ich nicht unverletzt geblieben. „Autsch" fluchte ich. Das hatte mir gerade noch gefehlt, ausgerechnet jetzt und hier. Ich blieb erst Mal liegen, versuchte keinen Ton zu machen in der Hoffnung, dass Chandler mich nicht gehört hatte aber da hatte ich mich wohl ebenso geirrt wie in ihm. Ich hörte seine Stimme und versuchte mich an der Wand auf die Beine zu ziehen aber es tat weh und ich konnte kaum laufen, wahrscheinlich war ein Nagel in dem gewesen das ich zertrümmert hatte, jedenfalls schmerzte es so. Ich seufzte als er mich gesehen hatte und drehte ihm den Rücken zu. „Verschwinde einfach", zischte ich. Wenn ich jemand jetzt am wenigsten bei mir haben wollte, dann war es definitiv Chandler dem ich das alles zu verdanken und offensichtlich sogut wie nichts zu bedeuten hatte. Mir vielen so viele Sachen ein die ich ihm an den Kopf werfen wollte aber ich schaffte es einfach nicht. Stattdessen versuchte ich irgendwie so um ihn herum zu humpeln, ohne das er dabei ein Blick auf mein Gesicht werfen konnte. Es war erniedrigend genug hier überhaupt von ihm gefunden zu werden. Er musste wissen, dass ich nicht erst seit wenigen Minuten hier war, das ich mir wegen ihm aber auch noch die Augen aus dem Kopf geheult hatte setzte dem ganzen noch die Krone auf. Die Krone der Schande und ich war die Prinzessin. „Ich bin doch eine verwöhnte Ziege, den schadet es nicht mal zu lernen auf eigenen kaputten Beinen zu stehen. Wäre doch ein spitzen Artikel für den Niffler mit der Überschrift. „Wie holt man jemand von seinem hohen Ross"". Ich malte es mit meinen Fingern über mich bevor ich mich langsam versuchte aus der Situation weg zu bewegen. Ich hatte genug geweint und einfach keine Tränen mehr dachte ich aber da waren noch genug übrig denn die Schmerzen in meinem Bein halfen nicht gerade sie zu unterdrücken und so biss ich mir auf die Lippe.

Re: Straßen von Hogsmeade
von Prudence am 13.06.2019 19:14Ich war noch nicht lange fertig mit den Fragen die ich mich schon so lange fragte als Chandler hinter mit einfach stehen blieb. Ich merkte es nicht sofort weshalb ich mich nach ein paar Schritten erst umdrehte und ihn verwirrt und skeptisch ansah, indem ich eine Augenbraue hoch zog.
Seine abfällige Art zeigte Chandler nie. Er war ebenso ein Madison wie wir alle auch wenn es ihm nicht gefiel. Die Art wie er schon mit dem erhobenen Zeigefinger auf mich los ging, ließ mein Blutdruck bereits ansteigen aber dann noch dieser Blick in seinen Augen, voller Verachtung und ich begann bereits die Lippen zu kräuseln. Es war als würde die Glocke für die erste Runde im Ring eröffnet werden und schon ging er los sein Vortrag.
Ich wollte ihm schon nach seinem ersten Satz reinreden und ihn unterbrechen aber ließ es nicht zu und machte immer weiter, begann mich mehr und mehr zu provozieren. Ich kochte vor Wut und ich konnte es nicht verhindern, dass meine Augen glasig wurden. Es brodelte in mir und mit jeder Beleidigung die er mir mehr rechts und links gab wollte ich ihm mehr an die Gurgel gehen. Er holte Luft und das wäre meine Chance gewesen aber diesmal ging er definitv zu weit. Ich hatte ihm gesagt wie verletzt ich war aber er ging auf ein Niveau hinab das mich treffen und mich absichtlich verletzen sollte. Das Blut rauschte in meinen Ohren und das Herz schlug mir bis zum Hals wo es mir die Kehle zuschnürte. Meine Lippen zitterten und auch meine Hände die ich zu Fäusten in der Tasche geballt hatte. Das er in mich verknallt war hörte ich dabei gar nicht mehr. In meinem Kopf schwirrten nur seine Worte. Zimtzicke, nächste Gelegenheit, heuchlerisch, kindisch, albern, einsam, verwöhnt,... und diese Liste war noch lange nicht zu Ende. Es tat weh ihn überhaupt noch anzusehen nach all dem was er mir an den Kopf geworfen hatte. Ich konnte kaum atmen so tobte ich innerlich aber ich blieb still. Er hatte eine Grenze überschritten, oder besser gesagt meine Schmerzgrenze überschritten. Einer dieser Sätze hätte ausgereicht aber mich so zu beleidigen und vorzuführen.
Ich wartete einen Moment als Chandler schließlich aufhörte zu reden und die Hände zurück steckte. „So du lässt dir das also nicht mehr gefallen?" fragte ich zynisch und mit einem beinahe schon leicht irren Blick in den Augen, da ich verzweifelt versuchte die Tränen zu unterdrücken. „Weißt du was Chandler, wenn ich so armselig bin wie du es anscheinend findest und es so ein Abschaum und eine offensichtliche Plage für dich bin. Warum vergessen wir das dann? Mach doch was du willst mit wem du willst. Ich werde dich jedenfalls nicht länger belästigen". Ich bekam kaum mehr ein Wort raus und musste schlucken, während ich sein Bild kaum mehr klar sehen konnte. „Such dir doch einfach jemand anderen. Vielleicht macht dich jemand anders ja glücklich" zischte ich und fügte noch, und küsst dir deine beschissenen arroganten Stiefel, hinzu. Ich wollte nur noch weg! Sein Verhalten bisher war nicht die beste Art gewesen auch wenn es meine vielleicht ebenso nicht gewesen war aber das hier hatte den Bogen abgeschossen und was ich jetzt noch weniger wollte, war das er sah wie ich weinen oder besser heulen würde. Ich hatte mich in diesen Mistkerl verliebt und wenn hier jemand Spielchen spielte, dann war er es. Mehr konnte ich nicht machen, denn da kullterte die erste Träne los und als diese draußen war, war der Rest nicht mehr zurück zu halten und die Schleusen wurden geöffnet. So schnell ich konnte rannte ich also durch die kleine Gasse weg von den Menschen, der Hauptstraße und vor allem weg von Chandler auch wenn ich nicht wusste wohin oder ob das hier überhaupt ein Weg oder gar eine Sackgasse war.

Re: Straßen von Hogsmeade
von Prudence am 13.06.2019 18:01Ich kochte und zwar gewaltig. Was fiel ihm ein sich hier so aufzuspielen, nachdem er sich nach der Sache an Silvester einen Dreck um mich gekümmert hatte. Er hatte mich geküsst und beinahe wäre noch viel mehr passiert und er tat so als wäre nichts gewesen? Was stimmte nicht mit ihm? Das neue Halbjahr hatte noch nicht lange angefangen und der Frühling stand erst vor der Tür aber irgendwie hoffte ich schon auf die nächsten Ferien um endlich etwas Ruhe zu haben und mich wirklich ordnen zu können.
Stattdessen stand ich nun hier und konnte Chandler nicht ausweichen und irgendwie wollte ich das auch überhaupt nicht. Es hatten sich so viele Emotionen in mir aufgestaut ob positive und auch negative und für mich war der Punkt erreicht wo ich keine Lust mehr hatte sie zurück zu halten. Das Schicksal meinte es offensichtlich auch noch besonders lustig als es immer enger wurde wir uns näher kamen, bis ich so nah vor Chandler stand, dass ich ihn riechen und die Farbei in seinen Augen sehen konnte. Eigentlich mochte ich die Nähe zu Chandler bis auf in diesem Moment. Hier wurde es mir zu viel, der Platz zu eng und es fühlte sich so an als würde es mir nach und nach umso mehr die Kehle zu schnüren. Natürlich entschuldigte er sich aber ich war mir immer noch nicht sicher ob er wirklich wusste was er da gerade ausgelöst hatte. Wäre ich ein anderes Mädchen gewesen, wäre ich wahrscheinlich einfach weg gelaufen oder hätte mich einlullen lassen aber ich hatte ihm so einiges zu sagen und wenn ich dafür durch das nasskalte Tauwetter draußen stapfen musste. Ich lief erst schweigend vor mich hin als wir draußen ankamen und versuchte meine Gedanken zu ordnen um nicht einfach nur total hysterisch zu klingen. „Ach ja? Das macht dich also nicht zufrieden? Weißt du was mich nicht zufrieden macht? Wenn man mich küsst und offensichtlich noch ganz andere Dinge beabsichtigt und sich dann einen Scheiß für einen interessiert. Das macht mich nicht zufrieden. Genauso macht es mich nicht zufrieden wenn man meint mich besitzen zu können. Meine Freunde sind meine Freunde und da wirst auch du nichts daran ändern klar?", begann ich meine Tirade und ließ einfach mal alles raus ohne ihn wirklich anzusehen. Es war nicht sonderlich emotional und ich weinte auch nicht aber ich hatte das Gefühl es aussprechen zu müssen wenn das mit uns auch nur die Chance einer Zukunft haben sollte. „Und dazu, dass du mich nicht leiden sehen willst. Das hättest du dir auch ein bisschen früher überlegen sollen und mich nicht wochenlang in dem Gefühl lassen nur ein Stück Fleisch für dich gewesen zu sein". Ich war wirklich sauer aber vor allem weil er mir wirklich etwas bedeutete. „Ich würde einfach mal gerne wissen was du wirklich denkst. Ich meine was soll das hier zwischen uns sein? Soll das jetzt ewig so weiter gehen, dass du dich nie entscheiden kannst was ich für dich sein soll? Und das hat nichts mit dieser Verlobungskiste zu tun das weißt du genau". Ich war ehrlich und zeigte ihm auch, dass er für mich mehr war als nur mein Cousin oder mein Versprochener, während wir die Hauptstraße und damit auch den Trubel langsam hinter uns gelassen hatten.

Re: Zukunftsplay 13
von Prudence am 05.06.2019 12:58Ich ließ meinen Blick durch die große Halle gleiten, überall lagen sich Schüler in den Armen die gar nicht erst nach Hause wollten und vor allem die Siebtklässler, die sich wahrscheinlich fast alle für lange Zeit oder für immer aus den Augen verlieren würden fielen besonders auf. Einige weinten und schworen sich ewige Freundschaften, Pärchen aus älteren und etwas jüngeren Schülern klebten nur so aneinander als würde man sie gleich für immer trennen und dazwischen saß ich. Ich hatte immer noch Magenschmerzen und sah Ray erst gar nicht an. Selbst als er mir antwortete wollte ich ihn nicht ansehen. Ich wollte einfach nicht, dass er sah wie schwach ich war weil mich das alles so mitnahm. Ich hatte immer gedacht, dass ich mich einfach mit Chandler arrangieren würde, dass ich mich aber in ihn verlieben würde war nie mein Plan gewesen. Ich wusste, dass Ray nicht schlecht abgeschlossen hatte aber genaueres wusste ich nicht und eigentlich interessierte es mich im Moment auch nicht wirklich. So nickte ich nur, doch als er mich nach der Schlägerei fragte, zuckte ich zusammen. Er hatte umschweife den Nervt getroffen, der sofort die Bilder von Chandler und mir und Ares vor mein inneres Auge holte. Gänsehaut breitete sich auf meinen Armen aus und ich konnte nicht sprechen. Es dauerte ein paar Augenblicke bis ich mich wieder gefangen hatte. „Ich.... Mir geht's gut! Sind ja endlich Ferien!" log ich. Er konnte schließlich nicht wissen was ich wusste und ich hoffte mal, dass er nicht wusste, dass die Madisons wie gewöhnlich die Ferien gemeinsam verbrachten. Das heißt ich würde die gesamten Sommerferien in Chandlers Augen blicken müssen und das konnte ich unmöglich ertragen. „Ich werd dich vermissen Ray, weißt du das?" fragte ich noch und nicht mal jetzt wusste ich so recht ob er es verstehen und mich abhalten sollte oder es einfach auf seinen Abschluss schieben und sich nichts weiter dabei denken sollte.

Re: Zukunftsplay 13
von Prudence am 31.05.2019 10:03Das dieses Jahr so werden würde hatte ich nicht gedacht als ich an Silvester das Haus zu unserer Party verlassen hatte. Ich wollte doch einfach nur mein letztes Jahr in Hogwarts genießen in welchem ich nicht mit büffeln auf irgendwelche Prüfungen beschäftigt war. Doch alles kam so anders. Chandler welchem ich schon als Kind versprochen wurde, schien auf einmal gefallen an mir zu finden. Er wickelte mich noch an Silvester um den Finger nur um mich kurz darauf wieder fallen zu lassen. Dass das aber nicht alles war, zeigte sich wenig später als es zu der Prügelei zwischen ihm und Ares kam. Es ging immer hin und her, ein auf und ab und bis zuletzt hatte ich wirklich gedacht, dass er mich wollte als er seinem Vater zur Verlobung zugestimmt hatte. Ich war ihm verfallen, in Chandler verliebt und er machte mit meinem Herz was er wollte, was am Abend vorher nun erst recht unter Beweis gestellt wurde. Es waren die letzten Tage vor den Sommerferien und ich hatte es sowieso kaum erwarten können endlich mal eine Pause von den üblichen Zickereien zu bekommen als Will mich ansprach und mich fragte, ob ich eigentlich von der Sache von Chandler wusste. Ich wusste nicht von was er sprach und dann erzählte er mir, was Chandlers Plan hinter der ganzen Sache war. Er wollte mich einfach nur von meiner Familie trennen? Er wollte mich umdrehen weil ich ihm so nicht passte? So kochte ich vor Wut. Es war also alles nur eine Show gewesen und ich Dummerchen war darauf reingefallen? Ich tat so als wäre das nichts neues für mich, doch innerlich kochte ich. Er hatte mir das Herz rausgerissen und war darauf rum getrampelt. Doch ich war auch immer noch eine Madison und würde für ihn keine Träne verschwenden die meinen Status an der Schule gefährden könnte. Stattdessen hatte ich die Nacht wachgelegen und einen Plan geschmiedet. Ich wusste nicht, ob es überhaupt noch irgendjemand auf der Welt gab dem ich vertrauen konnte oder dem ich noch unter die Augen treten wollte bist auf einen. Ray war wie ein großer Bruder für mich und gerade jetzt wo ich am liebsten einfach durchgedreht wäre, war er meine letzte Hoffnung. Meinen Koffer hatte ich vorher schon gepackt und so tigerte ich nun durch das Schloss. Ich war ziellos und doch fand ich irgendwie den Weg in die große Halle, wo ich schon Ray unserem Tisch liegen sah. Ich konnte nicht sagen ob ich mich verabschieden wollte oder wollte, dass er mich von meinem Plan abbrachte aber ich musste noch einmal mit ihm reden. So setzte ich mein charmantes Lächeln auf, auch wenn man die tiefen dunklen Augenringe wahrscheinlich schon aus zehn Metern Entfernung sehen musste und setzte mich zu ihm. „Hey, na wirst du es vermissen?" fragte ich und es kostete mich alle Kraft so zu tun als würde ich mich auf die Ferien mit den Madisons freuen und mich gerade wirklich für nichts anderes als seinen Abschluss interessieren.

Re: Straßen von Hogsmeade
von Prudence am 29.05.2019 10:25Wie immer wenn ich nervös war spielte ich mit meinem Anhänger den ich normalerweise immer trug und den ich von meiner Großmutter bekommen hatte. Natürlich hätte ich auch einfach bei Chandler am Krankenbett bleiben können aber er wusste auch, dass Ares immer noch ein guter Freund von mir war und es war in meinen Augen nichts verwerfliches wenigstens einmal nach ihm zu sehen. Das Chandler aber so sauer war verstand ich einfach nicht. Es machte mich gleichermaßen wütend und traurig. Wir hatten doch so eine Verbindung zu einander hergestellt und dann war da auch noch, dass er seinem Vater in die Verlobung eingewilligt hatte. Als er gehen wollte und Flynch ihn zurück hielt war ich mir nicht sicher ob er ihn nicht besser gehen lassen hätte sollen. Ich verstand es einfach nicht und fühlte mich wie zu Eis erstarrt nachdem er mich auch noch direkt an fuhr. Ich schluckte. Das konnte unmöglich sein ernst sein und auch das er sich entschuldigte änderte daran nichts. Meine Stimme zitterte wie meine Hände. Ich wusste nicht ob ich wütend sein wollte oder einfach weinen wollte. Ich entschied mich sauer zu werden schließlich war ich eine Madison. „Ich hab dir nicht versprochen, dass ich wieder komm und ja ich war kurz bei Ares da du ihn auch geschlagen hast. Ich wollte sehen ob es ihm gut geht und falls es dich beruhigt, wir haben uns sogar gestritten". Umso mehr ich sagte umso mehr redete ich mich in Rage. Chandler war ein Madison wie ich und hätte wissen müssen, dass man mir so etwas nicht an den Kopf warf ohne das ich auf die eine oder andere Weise ausflippen würde. „Meinst du es ging nur dir gestern schlecht? Ich weiß nicht wie lange ich rum gelaufen bin und auch geschlafen hab ich eigentlich gar nicht. Und? Bist du jetzt zufrieden?". Ich wollte nichtmal hören wie er sagte, dass er wollte, dass ich kam und blieb. Ich war an diesem Tag immer noch empfindlich und vielleicht sogar noch mehr als am Tag zuvor denn ich hatte Chandler in mein Herz gelassen, mich in ihn offensichtlich verliebt und bei ihm wusste man einfach nie woran man war. Ich wollte ihn links liegen lassen und einfach nur noch verschwinden, da sich die ersten der anderen Kunden bereits zu uns umdrehten. Außerdem wusste ich nicht, ob ich es heute wieder nicht vermeiden konnte den aufsteigenden Tränen nachzugeben und das durfte auf keinen Fall jemand sehen und schon gar nicht Chandler.

Re: Straßen von Hogsmeade
von Prudence am 21.05.2019 18:40Nachdem ich aus dem Krankenflügel verschwunden war, hatte ich etwas Zeit für mich gebraucht um mich zu sammeln. Ich tigerte eine ganze Weile nur durch die Gänge, gedankenverloren und erwischte mich dabei, wie auch ab und zu wieder eine Träne zu kullern begann wenn ich meine Gedanken nicht unter Kontrolle hatte. Irgendwann stand ich schließlich vor Ares Gemeinschaftsraum und versuchte irgendwie zu ihm zu kommen aber das war nicht so einfach, doch ich schaffte es und wir redeten nicht lange. Er war sauer und das zurrecht und doch sagte er Dinge dich mich verletzten. Ich wusste, dass ich nach dieser Aktion einen meiner besten Freunde verloren hatte.
So wanderte ich spät abends wieder umher, bis ich irgendwann selbst in meinem Schlafsaal stand und schlafen ging. An Schlaf war allerdings nicht zu denken und ich wälzte mich die halbe Nacht von der einen zur anderen Seite. Ich konnte nicht schlafen, in Gedanken war ich wieder bei Silvester, bei Chandlers Händen überall aber auch bei der Situation am Nachmittag. Wie hatte es nur so weit kommen können? Ich konnte aber nicht leugnen, dass es mir gefiel, wie Chandler um mich gekämpft hatte.
Am nächsten Morgen war ich noch geräderter und schaffte es kaum ein Stück Toast am Frühstück hinunter zu würgen, als auf einmal Ariadne vor mir stand. Sie wollte unbedingt nach Hogsmeade und ich hatte mir eigentlich vorgenommen zu Chandler zu gehen um zu sehen wie es ihm ging, ließ mich aber überreden.
So wanderten wir hinunter ins Dorf und eigentlich hätte ich nichts lieber getan als mich in die drei Besen zu setzen und etwas Butterbier zu trinken aber Ariadne schleppte mich mit Flynch in den einzigen Buchladen von Hogsmeade. Ich trug ein dunkelrotes Kleid, von welchem ich wusste wie edel ich darin aussah. Meine Haare lagen offen in wellen über meine Schultern und meine Lippen hatte ich wie immer passend zu meinem Kleid rot geschminkt. So wanderte ich hinter Ariadne her durch die Regale, bis auf einmal hinter mir etwas rumpelte. Ich dachte mir nichts als ich den Mensch mit der Kapuze sah, bis ich die Stimme dazu hörte. Es war Chandler und so standen wir sogleich bei ihm. Ariadne konnte sich keinen Spruch verkneifen und ich wollte gerade fragen wie es ihm ging als er auch schon mit spitzer Zunge etwas fragte. Ich hatte keine Ahnung was ich falsch gemacht hatte um das zu verdienen aber seine Sticheleien trafen mich, weshalb ich schlucken musste. "Ch...Chandler?" fragte ich obwohl es mehr wie eine Feststellung klang. Meine Stimme war wie immer wenn ich vor ihm stand nicht besonders fest und ich fühlte mich unsicher, obwohl ich ihm wenn es nach mir ging, am liebsten um den Hals gefallen wäre um ihn zu küssen.

Re: Krankenflügel
von Prudence am 20.05.2019 15:05Am liebsten hätte ich nie wieder eine solche Situation erlebt wie gerade zwischen Chandler, Ares und mir aber nachdem was an Silvester passiert war, wunderte es mich kein Stück. Ich war durcheinander und Chandler ging es gar nicht gut. Ares hatte ihn ganz schön eine verpasst und manchmal hasste ich ihn dafür, dass er so ein Angeber war und immer auf Beschützer spielen musste. Chandler war da nicht viel besser aber anders ging es wohl nicht. Das war das Blut der Madisons was auch durch seine Adern floss und wir alle waren sehr leidenschaftliche Menschen.
Chandler versuchte wie immer zu lächeln und charmant zu sein, während er in dem Bett lag und ich ihm seine Stirn tupfte. Er wollte schon wieder anfangen zu reden aber ich legte meinen Finger auf meinen Mund und wies ihn an ruhig zu sein. "Schhhht, du hast recht es ist kompliziert und wir werden es auch heute nicht klären können". Sie merkte, dass es Chandler noch alles andere als gut ging und es hatte so kaum einen Wert weiter darüber zu reden. Er musste sich erst einmal erholen und dann würden sie weiter sehen. Außerdem musste sie nach Ares sehen. Er hatte sich wegen ihr geprügelt und sie schuldete ihm wenigstens sich darum zu sorgen wie es ihm ging. Sie würde es Chandler nicht sagen wohin sie gleich gehen würde, denn es würde ihn sicher nur aufregen aber es musste sein. Aber noch würde ich einen Moment warten, bis ich sicher gehen konnte, dass es Chandler wirklich wieder besser ging. Er nahm meine Hand und verschränkte seine mit meinen Fingern und ich ließ es zu. Madame Pomfrey verschwand wieder in ihrem Büro und für einen kurzen Moment hatten wir Zeit für uns. So beugte ich mich etwas zu ihm vor um leiser sprechen zu können. "Ruh dich aus, ich komme nachher wieder. Ich schicke nur schon mal eine Eule nach Hause zu dir und zu mir, bevor die von der Schule dort ankommen" beteuerte ich. Das ich aber einfach nur Zeit für mich wollte, konnte ich ihm gerade schließlich kaum ehrlich sagen. So beugte ich mich weiter un gab ihm einen zärtlichen Kuss auf die Stirn ehe ich mich erhob und langsam seine Hand losließ um gleich darauf durch die große Tür zu verschwinden.

Re: Krankenflügel
von Prudence am 02.05.2019 19:17Während ich Chandler zum Krankenflügel brachte, entging es natürlich den anderen Schülern nicht das seine Nase immer noch tropfte und bei seinem bleichen Gesicht war der Kontrast zu dem dunklen Blut noch viel größer, was dabei nicht unbedingt hilfreich war. Seine letzten Worte schwirrten mir immer noch durch den Kopf als wir schließlich die großen Türen öffneten und in den lichtdurchfluteten Raum traten. Wir wurden direkt empfangen und ich musste bei Madame Pomfreys Spruch kurz etwas verlegen auf die gegenüberliegende Wand schauen. Wenn man es schließlich genau nahm, war ich diejenige, die ihm das eingebrockt hatte. Von Ares war keine Spur als ich mich nach ihm umsah was mich beruhigte aber doch fragte ich mich ob mit ihm wirklich alles in Ordnung sein würde. Sofort überkam mich ein schlechtes Gewissen und ich war froh, für Chandler das Wasser holen zu können. Ich ging zu einem der Tische, füllte ein Glas mit Wasser aus einer Kanne bevor ich tief durchatmete und dann wieder zu Chandlers Bett zurückkehrte. Ihm schien es immer noch nicht unbedingt gut zu gehen aber in Madame Pomfreys vertrauensvollen Händen würde sich das sicherlich bald ändern. Madame Pomfrey hatte mir angewiesen mich um den Lappen auf seiner Stirn zu kümmern was ich natürlich gerne übernahm. So saß ich seitlich auf seinem Bett und sah zu ihm hinab. Das er sich entschuldigte hatte ich nicht erwartet da er sonst ja eigentlich eher einer der stolzen Sorte war. Ich begann sanft zu lächeln. „Ich... ich war ja auch nicht ganz unschuldig" murmelte ich schließlich. „Ich hätte dich nicht so provozieren sollen und... schon gar nicht mit Ares". Beschämt ließ ich meinen Kopf sinken. Ich hatte mich nicht mal um ihn gekümmert oder war sicher gegangen wie es ihm ging sondern hatte mich nur für Chandler interessiert was ich keinesfalls bereute aber sonderlich besser fühlte ich mich deshalb trotzdem nicht.


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