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Re: Vergangenheitsplay » 12
from Alexander on 10/29/2018 05:30 PMIch stand immer noch wie angewurzelt im Gang und blickte fassungslos den Artikel an. Oliver... tot? Ich senkte meinen Blick und schaute abermals das Bild auf dem Titelblatt an. Rechts oben befand sich ein Bild von Oliver, welches er wohl bei den jungen Auroren schiessen lassen hatte. Unter diesem Portraitfoto war zentriert der Tatort zu sehen. Ein von einem Leichentuch bedeckten und diversen Leuten umringter Kadaver lag neben der Themse, die langsam vor sich hinfloss. Ich wollte den Blick vom Bild abwenden, doch es gelang mir nicht. Ich wusste selbst nicht, warum mir das so nahe ging. Natürlich: Ich hatte ihn gekannt und es mochte ja sein, dass wir uns geküsst hatten, doch die Menge an Wut, Hass und Enttäuschung war beinahe unerträglich. „Reiss dich zusammen, Alex.", zischte ich mich selbst an. Wer würde denn einen jungen Auror töten?! Moment. Ich hielt inne und las den die Zeilen, die ich vorher gelesen hatte nochmals: "...Es ist bereits der dritte Mord an einem jungen Auror diesen Monat...", die Worte entglitten mir leise wie ein uraltes Geheimnis. Hatte Dad nicht gesagt, dass Oliver seine Ausbildungsstelle als Auror verloren hatte? Ich blickte skeptisch das Portrait von Oliver an, der mich anlächelte. Wenn mein Dad mir die Wahrheit gesagt hatte - und davon ging ich schwer aus - dann versuchte hier jemand bewusst zu vertuschen, dass Oliver aus der Auroren-Ausbildung geflogen war und somit kein Auror mehr war. Auf der anderen Seite könnte es auch sein, dass bis auf mein Vater und Olivers Familie niemand wusste, dass Oliver kein Auror mehr war, ehe er getötet wurde. Aber das war eigenartig. Gedankenversunken steckte ich den Artikel wieder ein. Hatte Dad recht? Wollten Leute wie Madison etwas vertuschen? Und wenn ja, was? Die Versuchung war gross meinem Vater bei den Ermittlungen gegen Madison zu helfen und mich als Scheinfreund Darrens zu geben, doch ich bremste mich selbst und entschloss, dass ich vorerst gar nichts machen würde, bis mehr ans Licht gekommen war. Ich hatte Darren bereits zum Feind und wenn ich jetzt die Freundschaftsnummer spielen würde und er das herausfand, wäre ich am Arsch. Ich schüttelte den Kopf: „Sorry Dad...", murmelte ich und blickte auf meine Hosentasche: „Sorry Oli..." Ich drehte mich um und lief ein paar Schritte mit dem Blick auf den Boden, als ich plötzlich in jemanden rein lief und erschrocken meinen Blick erhob. "Entschuldige.", meinte ich instinktiv und blickte Liam in die Augen, der zu meiner Überraschung keine Miene verzog und abwinkte: „Schon in Ordnung." Er hatte eine komische Bandage um seinen Unterarm gewickelt und sah etwas müde aus. Er wollte seinen Lauf fortsetzen, als er sich zögerlich zu mir umdrehte: „Weisst du, wo Darren... ist?" Seine letzten Worten klangen etwas angestrengt und er griff sich an den Unterarm. „Alles klar, Liam?", fragte ich besorgt und er nickte nur schmerzverzerrt: „Ich soll kurz was essen und dann wieder ins Krankenzimmer gehen." Ich nickte: „Darren ist bei uns am Tisch, ich kann dich zu ihm bringen, wenn du willst." Liams etwas blasses Gesicht blickte müde: „Das wäre nett." Ich nickte Richtung Esssaal und wir schritten gemächlich in dessen Richtung. „Gebrochen?", fragte ich halb interessiert, da ich nicht den Eindruck machen wollte, als mochte ich Darren und Liam besonders. Trotzdem war es mir auch unangenehm gar nicht zu fragen, weshalb ich diesen nur halb interessierten Ton wählte und ihn nicht gross anschaute. Ich spürte, wie Liam sich kurz verwundert zu mir drehte, den Blick aber abwandte und antwortete: „Nein. Nichts an den Knochen. Aber irgendwie hat meine Haut und mein Körper negativ auf eine magische Strahlung reagiert." Magische Strahlung? Davon hatte ich noch nie was gehört. „Hm...", gab ich von mir und schielte auf den Verband, der ein Wickel aus Kräutern und anderen Dingen zu sein. Wir schwiegen uns an und liefen Richtung Gryffendor-Tisch, als Liam etwas plötzlich scheu fragte: „Und bei dir? ...Alles... in Ordnung?" Nun war ich es, der meinen Blick reicht zu ihm wendete und ihn kurz anblickte. Hatte er mich gerade gefragt, wie es mir ging? Der Gedanke war so absurd, dass ich etwas schmunzeln musste, woraufhin Liam zu erschöpft um sich wirklich wehren zu können etwas defensiv meinte: "Du hast mich ja auch gefragt." Da musste ich ihm recht geben. Ich hatte dieses Gespräch angefangen, das war nicht seine Schuld. "Ja, soweit alles in Ordnung.", meinte ich und konnte es mir dann doch nicht verkneifen: "...Ausser dass Darren Ben ziemlich gedemütigt hat." Unsere Blicke richteten sich wieder nach vorne und während wir sprachen, blickten wir uns nicht an um keine unnötige Aufmerksamkeit zu erregen. "Ihr hattet auch eine ziemlich grosse Klappe...", meinte Liam direkt, aber nicht unfreundlich. Wieder schlich sich ein spitzes Lächeln auf meine Lippen. Dieses Gespräch war irgendwie amüsant. Ohne ihn anzuschauen meinte ich dann: "Ich verstehe trotzdem nicht, wie Darren so ein Gewaltsfanatiker sein kann... Als wäre Ben ihm eine Bedrohung." Liam antwortete nicht sofort, sondern schien sich etwas zu überlegen: "Darren ist kein Arschloch. Er mag dich einfach nicht. Das ist alles." Ich lachte. Was war denn das für eine Begründung? Darren kannte mich gar nicht. Ich zuckte mit den Schultern: "Fein. Dann muss er sich nicht an mir oder meinen Freunden vergreifen." Liam seufzte und entschied sich kein Wort mehr zu sagen, jedoch konnte ich sein Denken förmlich hören. Er schien sich Gedanken darüber zu machen, ob er mir irgendetwas sagen sollte. Wohlmöglich wollte er sich entschuldigen? Ich merkte seinen kurzen Blicke, die an mich adressiert waren, aber auf keinerlei Antwort trafen. Der sollte ruhig selbst seinen Mund aufmachen, wenn er etwas von mir wollte. Ich war doch nicht einer dieser Schüler, die vor Darren auf die Knie ging, um eine Entschuldigung zu bekommen! Das würde ihm so passen. Fakt war aber, dass mein Freund wegen diesem Volltrottel im Krankenzimmer lag und nun ein gestauchtes Bein hatte. Es dauerte keine Minute mehr, als wir auch schon bereits bei Darren und meiner Familie ankamen, die sich mehr schlecht als recht zu unterhalten schienen. Beim Blick von Darren und meinem Vater verdüsterte sich mein Gesicht: Einerseits, weil ich immer noch sauer war, dass mein Dad mich mit dem grössten Vollidioten freundschaftlich verkuppeln wollte, andererseits weil Darren ein Madison war und ich mir momentan ernsthafte Sorgen zu machen begann, was es mit seinem Vater und dem Ministerium auf sich hatte. Zu all dem kam dann noch Ben, der im Krankenzimmer lag und Oliver, der nicht mehr unter uns weilte. Als ich mich hinsetzte, schien es so, als hätten mein Dad und Darren über ein Mädchen gesprochen, denn mein Vater schickte ihr einen Gruss hinterher und Darren schaute nicht allzu begeistert, versicherte jedoch mit einem Nicken, dass er den Gruss ausrichten würde. "Sorry, dass ich ein Weilchen weg wahr, aber immerhin habe ich jemand aufgegabelt.", meinte ich gespielt gut gelaunt und merkte dann mit einem inneren Seufzer, dass ich jetzt logischerweise Liam Platz auf der Bank machen müsste, damit meine Fake-Begeisterung glaubhaft war. Also rutschte ich brav ein bisschen zu Darren rüber und fand mich zwei Sekunden später wohl in der unangenehmsten Sitzposition überhaupt: Zwischen zwei Volltrottel, von welchen der eine unglaubliche Aggressionsprobleme hatte und der andere nicht den Schneid hatte mich anzusprechen oder sich zu entschuldigen. "Hi, ich bin Jonas.", stellte sich mein Dad kurz vor, woraufhin Liam höflich nickte: "Liam, sehr erfreut." Ein paar Gryffendors liefen am Tisch vorbei und musterten mich verwundert. Ich lächelte gequält und hoffte einfach, dass man nicht das Gefühl hatte, dass ich mit Darren oder Liam befreundet war. "Was macht ihr heute noch so?", fragte mein Dad und schaute auf seine Uhr, was darauf hindeutete, dass er bald aufbrechen würde. Mein Bruder verdrehte lachend den Kopf: "Hausaufgaben. Was sonst?" Ich schmunzelte: "Und mit Hausaufgaben meinst du Emily aus der Dritten, oder?" Mein Bruder wurde rot. Emily war nicht nur ein Schwarm von meinem Bruder, sondern auch ein Mädchen, welches es faustdick hinter den Ohren hatte. Sie war ruhiger als mein Bruder, bedachter und in vieler Hinsicht reifer als er, doch er schien sie zu interessieren. Auf jeden Fall deutete ich so ihr "Ich-will-nichts-von-dir-Spiel", welches daraus bestand, dass sie so taten, als würden sie sich hassen, aber eigentlich neckten sie einander die ganze Zeit, was darauf hindeutete, dass da schon mehr war. Mein Bruder schaute mich dann kurz böse an und ich bemerkte, wie Liam mich kurz anschaute und sich ein leichtes Lachen verkneifen musste. Mein Bruder merkte das und meinte etwas provokant zu Liam: "Was machst denn du noch so, Liam?" "Ehm, ich?", meinte Liam etwas überrumpelt und schaute automatisch zu Darren rüber. Was für ein Schosshündchen. Wollte er sich etwa noch versichern, ob Darren mit ihm heute Gassi gehen wollte. Ich hatte keine Ahnung, was hinter meinem Rücken für Blicke ausgetauscht wurden, auf jeden Fall meinte Liam dann: "Ich habe noch ein paar Untersuchungen vor mir...", er legte den Arm auf den Tisch, der wie eine Frühlingsrolle einbadagiert war. "Auweia...", meinte mein Dad, "Vom Dementoren-Angriff?" Liam zögerte kurz: "Ja. Ich glaube einer hat mich gebissen." Ich runzelte die Stirn: Beissen Dementoren? Naja, konnte ja sein. Mein Vater nickte skeptisch und ging weiter zu mir und als die Blicke auf mich gerichtet waren, meinte ich vorsichtig: "Ich gehe wahrscheinlich noch bisschen Sport treiben und dann ins Bett." - "Sport?", fragte mein Vater, "Nach so einem Tag? Scheint mir keine gute Idee." Ich lachte beschwichtigend: "Keine Sorge Dad, im Schwimmbad wird es schon keine Dementoren haben." Mein Dad schüttelte den Kopf und meinte dann zu Darren: "Dich habe ich heute schon genug mit meinen Fragen belästigt. Aber vergiss' mir den Gruss nicht, ja?" Nun schaute er abermals auf die Uhr und schien zu merken, dass der Augenblick war sich zu verabschieden. Er stand auf und zog sich die Lederjacke vollständig an: "Also Jungs... Hoffentlich bis bald.", sein Blick fokussierte mich und Andy: "Und machte keine Dummheiten.", dann blickte er mich an und abermals wusste ich, dass dieser Blick auf meinen Zauberspruch anspielte: "Ja, ja...", meinte ich halb genervt, halb amüsiert. "Pass auf deinen Bruder auf, Andy...", meinte mein Dad und umarmte kurz meinen jüngeren Bruder, worauf er mit einem schnellen Teleportationszauber auf meiner Seite erschien und meinte: "Und du... Schone dich ein bisschen, ja?" Seine väterliche Stimme zwang mir ein Lächeln ab und ich umarmte ihn kurz und roch das Leder seiner Jacke. Die Umarmung war kurz, aber intensiv und ich wusste, dass er wusste, dass mir das mit Oli etwas näher gegangen war. Mein Vater klopfte Darren kurz auf die Schulter und meinte dann: "Also... Zeit zu gehen. Geniesst die Zeit hier in Hogwarts, sie war eine der besten Zeiten meines Lebens." Liam nickte kurz und wir sahen zu, wie mein Vater mit einem Dunst-Zauber in der Luft verschwand und nur blauen Rauch hinterliess. Zaubern konnte er.
Liam ging dann auf Darren zu und fragte ihn etwas, worauf ich mich meinem Bruder zuwandte: "Ich muss dir noch was erzählen, Andy..." Andy am zu mir rüber und meinte leise: "Geht es um... du weisst schon." Ich nickte kurz und fügte an: "Lass' uns das heute Abend besprechen. Neun Uhr in meinem Zimmer?" Mein Bruder protestierte: "Warum immer in deinem Zimmer?!" Ich grinste: "Weil ich der Ältere bin und das so bestimme. Basta." Mein Bruder verdrehte die Augen: "Na gut... aber Emily..." Aha. Hatte ich es doch gewusst. Er traf sich doch tatsächlich mit Emily. Ich schmunzelte: "Mach dir keinen Stress. Aber vielleicht seit ihr ja mit Rummachen bereits vor neun fertig, dann kannste ja noch vorbeikommen. Wenn nicht, dann besprechen wir das ein anderes Mal." Mein Bruder lächelte verlegen: "Können wir das nicht morgen oder so machen?" Ich seufzte, war ihm aber nicht böse. Lachend meinte ich: "Ach du liebe Zeit, Emily und du scheinen es ja echt nötig zu haben, was? Aber okay. Dann machen wir es sonst mal." Mein Bruder nickte und ich drehte mich zu den anderen zwei um, als mich Liam ansprach: "Bis wann ist heute das Bad offen?" Ich runzelte die Stirn. Warum fragte er das? "Ehm... wahrscheinlich wie immer. Für Jüngere bis acht und für die Älteren bis zehn Uhr abends... Warum?" Liam schaute Darren kurz an und meinte dann: "Weil wir vielleicht auch schwimmen gehen." Ich schaute etwas perplex. Hä? Warum wollten die jetzt schwimmen gehen? Liam hatte eh eine Wunde und ich wusste nicht, ob er wirklich damit ins Wasser gehen sollte. "Ich weiss ja nicht...", meinte ich und nickte auf seinen Verband. "Doch, doch, das geht schon. Nicht wahr, Darren?" An seinem Grinsen erkannte ich, dass dieses Gespräch etwas war, was Darren wohlmöglich nicht so hatte kommen sehen . Wollten sie mit mir reden oder was hatte es auf sich mit dem gemeinsamen Schwimmabend? Zur Prävention meinte ich einfach: "Vielleicht gehe ich auch nicht schwimmen. Muss mal schauen, wie kaputt ich bin." Liam schaute Darren erwartungsvoll an und was auch immer er im Schilde führte, Darren war wohl nicht zu hundertprozent eingeweiht worden.

Re: Vergangenheitsplay » 12
from Alexander on 10/28/2018 10:23 PMAls wir den Raum verlassen hatten, ging es keine Sekunde, bis ich meinen Vater anfuhr: "Dad, was sollte das denn?!" Mein Dad runzelte verwundert die Stirn, während er seine Lederjacke wieder anzog: "Was denn? Die kleine Auseinandersetzung mit Mister Madison?" Ich schaute ihn an und hob eine Augenbraue: "Ja..." Mein Dad lachte kurz vor sich hin und machte sich an die Erklärung. Andy und ich lauschten unserem Dad und liefen jeweils rechts beziehungsweise links von ihm, während dieser zwischen uns lief. "Also...", meinte Dad und anhand seines Einatmens wusste ich, dass er etwas ausholen würde, "Mr. Madison aka Markus aka Markie arbeitet im Zauberministerium und ist ein ziemlich hohes Tier. Nun ist es so, dass ich seit einigen Monaten dort unterwegs bin in einem Auftrag, von dem ich euch nichts erzählen darf. Fakt ist jedoch, dass irgendetwas nicht im Zauberministerium stimmt." Mein Bruder und ich rückten etwas näher zu meinem Dad und Andy meinte: "Was stimmt denn nicht mit dem Ministerium?" Mein Dad sprach nun deutlich leiser, auch wenn nicht viel Schüler in diesen Gängen unterwegs waren: "Das versuche ich herauszufinden. Fakt ist aber, dass in den letzten Monaten strategisch Leute aus dem Ministerium rausgeworfen und eingeschleust wurden." Ich kratzte mich am Kinn und hakte nach: "Naja. Ist das Zauberministerium nicht für interne Konflikte bekannt?" Mein Dad seufzte, als er merkte, dass seine zwei Söhne genau so neugierig und kombinatorisch begabt waren wie er. "Das ist es nicht.", erklärte er, "Mögt ihr euch noch an die Mutter von Nathalie erinnern?" Andrew meinte in fragendem Ton: "Helena Thompson?" Mein Vater nickte: "Oder was ist mit dem Vater von eurem Freund Oliver?" Ich war mir nicht sicher, weshalb mein Vater diese Fragen stellte und unterbrach ihn: "Du meinst Oliver... der Ravenclaw?" Mein Vater nickte abermals. Oliver war nun bereits aus der Schule, da er zwei Jahrgänge über mir gewesen war. So viel ich wusste, wollte er die Ausbildung zum Auror anfangen, denn er war ein exzellenter Zauberer gewesen. Er hatte mir seinerseits einige Kniffe beigebracht und als ich ihn damals im vierten Jahrgang herausgefordert hatte, hatte er mich grausam zur Schnecke gemacht. Doch er war nicht demütigend gewesen, sondern genoss seinen Sieg in Massen. Ich mag mich noch gut daran erinnern, wie er nach dem Duell zu mir kam und mir seine Hand reichte und mir half aufzustehen. "Was ist mit Oliver?", fragte ich also nach, da es mich nun doch Wunder nahm, was mein Vater uns mitteilen wollte. "Sein Vater wurde gefeuert. Fristlos. Aufgrund Diebstahls. So sagt man zumindest...", erklärte mein Vater Augen verdrehend. Der Vater von Oliver? Ein Dieb? Niemals. Sein Vater war damals des Öfteren nach Hogwarts gekommen, um den Schülern über das Zauberministerium zu unterrichten. Er war bereits ein älterer Mann, aber erfahren und loyal dem Ministerium gegenüber. Dass er das Ministerium beklauen würde, konnte ich mir wirklich nicht vorstellen. Warum sollte er auch? Doch damit nicht genug, denn mein Vater doppelte gleich nach: "Und du darfst dreimal raten, wer in derselben Woche seine Ausbildung als Auror abbrechen musste." Meine Augen weiteten sich: "Oliver?!" - "Jepp.", meinte mein Vater und nickte traurig, "Sein Zauberstab wurde konfisziert aufgrund Vermutung an diversen Übergriffen magischer Art." Andrew, der Oliver auch noch gekannt hatte, öffnete den Mund sprachlos. Ich meinte entrüstet: "So etwas würde er doch nie tun! Ausserdem ist er schwul... oder?" - "Oh.", meinte mein Vater und runzelte verwirrt die Stirn. Das hatte er in diesem Fall nicht gewusst. Oliver war um ehrlich zu sein mein erster Schwarm hier in Hogwarts gewesen, wobei ich mich damals nicht getraute irgendjemandem von meinem Interesse an Jungs zu erzählen. Ich konnte mich noch gut erinnern, wie ich Oliver unglücklicherweise das erste Mal in der Umkleide sah, als er sich für ein Quidditch-Turnier angezogen hatte. Seit diesem Augenblick wusste ich, dass ich auch auf Jungs stand. Der Ravenclaw war ein Mannsbild gewesen, hatte blonde, zerzauste Haare gehabt und war ziemlich trainiert gewesen. Oliver hatte später gesagt, dass er schon damals wusste, dass ich auf Jungs stehen würde. Das hätte man meinem Blick ablesen können. Als wir uns etwas angefreundet hatten und der letzte Schultag von Oliver zu Ende ging, verabschiedete er sich von mir und gab... mir einen Kuss. Ja. Das war der erste Kuss, den ich je mit einem Mann ausgetauscht hatte. Nicht, dass wir ein Päärchen gewesen wären oder so, doch als ich ihm gestanden hatte, dass ich mir unsicher war, ob ich nicht auch auf Typen stände, war er immer für mich da und nahm mir die Angst. Insofern war es schon etwas Spezielles zwischen uns gewesen und auch wenn wir keine Beziehung führten, war doch eine gewisse Vertrautheit zwischen uns da gewesen. Seit seinem Abschluss hatten wir uns aber nicht mehr gesehen. Wie schon gesagt: Es war keine Liebesbeziehung oder so etwas. Ich glaube, Oliver wollte mir nur zum ersten Kuss mit einem Jungen verhelfen. Ich wurde durch die Stimme meines Vaters aus den Gedanken gerissen, der bereits weiter gesprochen hatte: "Und Ms. Thompson... die Mutter von Nathalie... Sie hat jahrelang im Sekretariat des Ministeriums gearbeitet und nun ist auch sie weg vom Fenster.", er schüttelte den Kopf, "Ich verstehe das nicht. Und diese Fälle häufen sich. Altbekannte Gesichter werden Stück für Stück aus dem Gefüge des Ministeriums entfernt, damit...", ich beendete seinen Satz: "...damit neue Stücke ins Gefüge eingesetzt werden können..." Meine Miene wurde nachdenklich. "Glaubst du in dem Fall, dass die gestohlenen Dinge, von welchen Mr. Madison gesprochen hatte, gar nicht gestohlen worden sind?" Mein Vater lachte bitter und ehe wir in den Esssaal betraten zog er uns auf die Seite, um das Gespräch sicher weiterführen zu können. Er nahm Andrew und mich vor sich und legte uns je eine Hand auf die Schulter: "Jungs, was ich euch sage, müsst ihr für euch behalten, ja?" Wir nickten artig und mein Dad schaute kurz um sich, ehe er leise meinte: "Ich weiss, dass diese Artefakte nicht geklaut wurden, denn ich habe sie gesehen... Sie wurden versteckt. Die Diebstähle sind gar nie geschehen." Andrew prustete unvorsichtig aus sich heraus: "Moment, du bist ins Ministerium eingebro-...?!" Mein Dad und ich hielten meinem Bruder zeitgleich den Mund zu. "Spinnst du?!", zischte ich leise und mein Vater meinte ruhig, aber bestimmt: "Das darf niemand erfahren, verstanden?!" In meinem Kopf ratterte es. Es wurden also diverse Leute entlassen, die bereits lange Zeit im Ministerium gearbeitet hatten und die bekannt dafür waren, dass sie diesem loyal gegenüber gestanden hatten. Zudem wurde wahrscheinlich Olivers Vater ein Diebstahl eines magischen Artefakts angehängt, welches er gar nie gestohlen hatte. Mein Kopf rechnete eins und eins zusammen und als Dad meinem Bruder die Hand wieder von dem Mund nahm, fragte ich skeptisch: "Welche Rolle spielt Mr. Madison in dem ganzen Gefüge?" Mein Vater schaute mich eindringlich an und er konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Wenn eure Mutter noch leben würde und wüsste, was ich gerade für illegalen Scheiss abziehe um die Wahrheit ans Licht zu bekommen, würde sie mich umbringen.", er räusperte sich, "Mr. Madison spielt eine zentrale Rolle in diesem Gefüge, denn er war in den meisten Fällen der Richter, der das Urteil gefällt hat." - "Urteilsmanipulation?", fragte ich instinktiv und mein Dad zuckte mit den Schultern: "Ich weiss es nicht. Fakt ist, dass dieser Typ irgendetwas zu verbergen hat. Ob er schuldiger als befürchtet oder unschuldiger als vermutet ist, kann ich nicht sagen. Dafür fehlen mir noch die Beweise. Fakt ist, dass er in ungefähr 80 Prozent der Fälle eine Richterfunktion innehatte." - "Aber mit welchem Ziel sollte er Unschuldige ausliefern?", fragte mein Bruder unschuldig. Mein Vater lachte trocken: "Wenn ich das wüsste, Andrew... Man munkelt das eine oder andere. Aber das ginge zu weit. Wenn ich euch das erzählen würde, könnte ich euch gleich der dunklen Magie zum Frass vorwerfen. Fakt ist, dass momentan immer mehr Zauberer von der Bildfläche verschwinden und an ihrer Stelle seltsame Persönlichkeiten eingesetzt wer-..." Mein Vater konnte den Satz nicht mehr beenden, da in diesem Moment ein Zeitungsjunge durch die Gänge lief und jedem seine Zeitung andrehte. Mein Vater schien sehr interessiert und warf ihm eine Münze zu und ergatterte sich so ein Papier und überflog es. Sein Blick schien hektisch nach etwas zu suchen und als er die Titelseite gesehen hatte, blätterte er ungeduldig durch die Zeitung und blieb bei einer Seite stehen und las fixiert den Text. Andrew und ich standen verloren da und schwiegen und liessen die verwirrten Blicke der anderen Schüler über uns ergehen, die uns dabei beobachteten, wie wir vor unserem Vater standen und einfach nichts taten. Der Blick meines Vaters verdüsterte sich, doch er schien nicht wütend, sondern viel mehr... traurig. Ein Seufzen entglitt ihm und er hob langsam den Blick. Er schaute Andrew und mich an und schien sich zu überlegen, ob er sagen sollte, was er sagen wollte. Er entschied sich dann nichts davon zu erzählen und faltete die Zeitung zusammen und verstaute sie mit einem Verkleinerungszauber in seiner Hosentasche. "Lasst uns essen gehen, Jungs...", meinte er und er bemühte sich die schwerfällige Miene abzuschütteln, was ihm mehr oder weniger gelang.
Andrew und ich fragten nicht weiter und nickten stumm, ehe wir den Esssaal betraten und zum Gryffendor-Tisch sassen. Einige meiner Schulfreunde kannten meinen Dad und grüssten ihn, als sie ihn sahen und man machte uns Platz am Tisch, worauf wir uns dankend setzten. Während den kommenden Minuten lockerte sich Stimmung auf und die ernsten Gespräche wichen Alltagsgesprächen. Wir hätten hier eh nicht über so heikle Themen sprechen können, die das Ministerium betrafen, denn eine falsche Information im falschen Ohr zur falschen Zeit am falschen Ort konnte desaströs werden. Stattdessen sprachen wir über Prüfungen, allfällige zukünftige Schwiegertöchter und sonstige Ereignisse, worüber sich das Sprechen lohnte. Während Andrew und ich uns Weintrauben in den Mund schmiessen und die Zeit mit unserem Vater genossen, schaute Dad plötzlich auf und richtete seine Aufmerksamkeit auf eine Person am Eingang des Saales. Ich bemerkte die Abwendung und drehte mich um, worauf eine Weintraube in meinen Haaren landete, die mir Andy angeschmiessen hatte. "Hey.", meinte ich eher beiläufig und suchte die Person, die mein Vater anvisiert hatte und hätte am liebsten gleich wieder weggeschaut: Darren. Was hatte mein Vater nur mit ihm? "Das ist doch dein Freund, oder?", meinte mein Dad und schaute mich an. Ich meinte entgeistert: "Nein, ist er nicht." Mein Vater schaute mich an: "Ach was..." Ich protestierte, als ich sah, wie er seine Hand hob: "Nein, Dad." Mein Dad winkte Darren zu uns. "Nein, Dad...", meinte ich nochmals und stiess an seine Bein. Er lachte mich nur an und meinte: "Jetzt hab' dich nicht so, Alex. Er ist auch nur ein Mensch." Ich verdrehte die Augen: "Lass es! Ich will nicht-..." Es war zu spät. Nun hatte mein Dad Darren direkt angesprochen und Darren reagierte zu allem Überfluss darauf. Na toll. Während Darren auf uns zukam, drehte mein Dad sich zu mir um: "Willst du mir einen Gefallen tun?" Unerfreut darüber, dass mein Dad meinen derzeitigen Erzfeind zu Kaffee und Kuchen einlud, meinte ich schnaubend: "Was?" Mein Vater zuckte mit den Schultern und wollte ansetzen, war aber zu langsam, denn Darren war bereits bei uns angekommen. Stattdessen wandte er sich von mir ab und widmete sich in aller Liebe Darren, was mich schier dazu brachte zu kotzen, weil Darren allerhöchsten eine Faust ins Gesicht verdient hätte. Auf die Antwort hin, ob Darrens Vater noch hier war, wich ich Darrens Blick kalt aus. Der Junge konnte mich kreuzweise und wenn er hoffte, dass ich ihn von diesem Tisch gehen lassen würde, weil es für ihn beschämend war sich mit Gryffendors abzugeben, hatte er sich heftig geschnitten. Er sollte selbst schauen, wie er seine Ehre retten konnte, falls er überhaupt je Ehre besitzt hatte. Mein Vater musterte Darren und meinte: "Und sonst? Wie läuft es zuhause?" Ich hob fragend die Augenbraue. Was wollte er das wiss-...?! Plötzlich machte es Klick. "Dad, so etwas fragt man doch nicht...", intervenierte mein Bruder Andy, worauf ich ebenfalls einstieg und mich unehrlicherweise bei Darren entschuldigte: "Entschuldige... mein Dad ist manchmal etwas aufdringlich..." Mein Dad wehrte sich: "Stimmt doch gar nicht. Mich interessiert es nur, wie es dem Freund meiner Jungs geht." "Moment...", überlegte ich laut und wurde etwas energisch und schaute kurz entschuldigend zu Darren: "Kann ich kurz einen Moment mit meinem Dad haben? Andy kann ja mit dir reden." Ich wartete gar nicht lange auf eine Antwort, sondern zog meinen Dad halbwegs vom Tisch weg und verzog mich in die Ecke des Raumes, wo man uns nicht hörte. "Was soll das, Alex?", meinte mein Vater unverständig. "Was das soll?!", hauchte ich leise, "Das solltest du mir sagen!" Mein Vater runzelte die Stirn, doch ich wusste, was er vorhatte: "Du glaubst, dass Darren und ich Freunde sind und dass du über mich an Darren und die Madisons rankommst? Vergiss das. Darren würde mich eigenhändig erwürgen, ehe er mir überhaupt was erzählt!" Mein Dad schien überrascht: "Wow. Du bist wirklich klug, mein Junge. Ja. Das war mein Plan: Wenn ich nicht von Madison die Informationen bekomme, dann wohlmöglich von seinem Sohn." Ich schaute ihn fassungslos an: "Du willst, dass ich eine Zweckfreundschaft aufbaue?" Mein Vater hob die Hände: "Was?! Nein! Du musst gar nichts! Aber ich habe gedacht, dass du mir eventuell helfen könntest bei meinen Ermittlungen." Ich schüttelte den Kopf und wurde sauer. Ich mochte es nicht, wenn Menschen ausgenutzt wurden. Auch wenn sie Darren hiessen und echt zum Kotzen waren: "Nein. Das mache ich nicht. Erstens weil mich der Typ ankotzt und zweitens weil ich Menschen nun mal nicht ausnutze." Mein Vater schmunzelte: "Du hast recht. Ich habe es falsch formuliert. Ich will nicht, dass du ihn ausnutzt. Ich will lediglich, dass du vorsichtig bist, wenn du eine Freundschaft mit ihm aufbaust." Ich lachte bitter: "Keine Sorge. Eine Freundschaft baue ich nicht auf. Nicht mit ihm." Mein Vater nickte: "In Ordnung. Ich verstehe. Ich dachte, vielleicht würdest du mir helfen wollen." Das wollte ich auch. Aber nicht so! "Sorry, Dad. Aber das mache ich nicht." Mein Vater seufzte und ich sah es seinem Blick an, dass er nichts Böses wollte. Mein Vater war nicht so manipulativ, wie er sich gerade gab, aber um die Wahrheit herauszufinden, würde er Extrameilen gehen... aber diese Extrameile wäre zu viel. Zu viel für mich. Ich zweifelte auch nicht daran, dass mein Vater Darren mochte, doch er sah sicher auch den Vorteil darin Darren als möglichen Zeugen zu haben. Und hinter dem konnte ich nicht stehen. "Hier.", meinte mein Vater und zog den Zeitungsartikel hervor. "Was ist das?" Mein Vater schaute mich an: "Habe ich vorhin gelesen... vielleicht überlegst du es dir nochmals, ob du mir nicht helfen willst." Mit diesen Worten machte er sich zurück auf den Weg zu Darren und Andy und meinte: "Ich bin bei Darren und Andy. In zwanzig Minuten muss ich gehen, mach' also nicht zu lang." Ich verliess kurz den Esssaal und stand in den Gang und las den Artikel: "Oliver Sullivans (20) tot am Flussufer aufgefunden." Meine Augen weiteten sich. ...Oliver? ...Tot? Ich sah mir das Bild am Fluss mit dem Leichentuch an und den Leuten, die darum standen und las den Text leise vor mich hin: "Man vermutet, dass es sich um einen Mord handelt. Es ist bereits der dritte Mord an einem jungen Auror diesen Monat. Man geht davon aus, dass die Täter bei allen Auroren die gleichen waren." Ich kniff meine Augen kurz zusammen und musste mich zusammen reissen, um eine Träne zu unterdrücken. Oliver war tot. Hatte das etwas mit dem Ministerium zu tun?

Re: Vergangenheitsplay » 12
from Alexander on 10/26/2018 04:45 PM„Na also, dann lass' uns deinen Bruder suchen, dann essen wir gleich zusammen was. Cate ist auf einer Klassenreise, habe ich vernommen?", fragte mein Vater, der sich auf meine Bettkante gesetzt hatte und seine Lederjacke ausgezogen hatten und lässig mit einem lockeren Hemd da sass. Ich nickte: „Ja, Cate ist auf Exkursion zu den Eiswichteln." Mein Vater lachte: „Ja, ja, die Eiswichtel... ein ganz witziges Volk..." Cate, meine jüngste Schwester, war erst 13 und somit in der ersten Klasse hier in Hogwarts. Die Eiswichtel zu besuchen gehörte zum Standardprogramm des Unterichtfaches „Magische Geschöpfe" und da diese Wichtel mehr lustig als gefährlich waren, waren sie das perfekte Exkursionsziel für jüngere Zauberer. Mein Vater hatte bereits in seiner Schulzeit die Eiswichtel besucht, weshalb sein Lachen darauf hindeutete, dass er dasselbe wie Cate erlebt hatte. Während Dad und ich geplaudert hatten, hatte sich auch Ben zu uns gesellt, der nun fertig mit der Untersuchung war und bei welchem eine mittelschwere Prellung festgestellt wurde und ein gestauchter Arm, aber ansonsten nichts. Leise und unbemerkt schleuste er sich in den Kreis und mein Dad, der Ben schon länger kannte, betrachtete die Krücke und den einbadagierten Arm. „Da habt ihr beide aber nochmals Glück gehabt..." Ben nickte nachdenklich: „Ja, das hätte auch anders ausgehen können." Mein Vater nickte und schaute mich nochmals belehrend an, woraufhin ich lauter ausatmete und ihm damit andeutete, dass ich seine Andeutung bezüglich meines Zaubers verstanden hatte. "Gestaucht?", hakte mein Dad nach, woraufhin Ben nickte und seinen einbandagierten Arm langsam hob. Ben und mein Dad unterhielten über die jüngsten Ereignisse, als sich schliesslich auch noch Andrew zu uns gesellte und die Coopers somit komplett waren - naja, bis auf Cate, doch die war ja auf Exkursion. "Alles klar?", checkte mein jüngerer Bruder die Lage und blickte dann an meinem Dad vorbei zur anderen Seite des Zimmers. Ich folgte seinem Blick und bemerkte erst jetzt, dass auch Darren im Zimmer war und scheinbar mit jemandem redete. Ich wusste nicht genau, wer diese Person war, doch sie hatte irgendetwas autoritäres an sich. Die Körperhaltung war nahezu perfekt und der Kopf war würdevoll erhoben - nur sein Blick schien Darren zu fokussieren und seine Lippen formten Worte, die ich nicht verstehen konnte. Er war in einem stattlichen Anzug gekleidet und hatte sauber frisierte Haare. Es könnte sich um einen Zauberminister handeln, der hier Untersuchungen unternahm oder aber es könnte auch ein Verwandter von Darren sein. Vielleicht war es ja sogar sein Vater? Ich musterte den Mann und Darren abwechselnd und schloss aus der Ähnlichkeit, die man erahnen konnte, da sie mindestens Onkel und Neffe sein müssten, wenn nicht mehr. Allzu lange wollte ich aber den Blick nicht mehr auf den zweien ruhen lassen, da ich es unhöflich fand Familiengespräche zu belauschen und es mir ausserdem angenehm war von Darren fern zu bleiben. Noch nie hatte eine einzige Person mein Leben innert vier Tagen in so ein Durcheinander gestürzt. Zuerst der Punkteabzug für die Gryffendors und dann auch noch mein Unterarm, der etwas Schaden genommen hatte aufgrund Darrens Drang Ben eine auszuwischen. Ich wünschte ihm innerlich gute Besserung, doch damit hatte es sich auch. Ich wollte einfach nur noch in Ruhe gelassen werden. Er ging mir ziemlich auf den Keks.
Mein Bruder betrachtete mich und erklärte aus dem Nichts: "Das ist Markus Madison, Darrens Vater...", seines Stimme war leise und seine Lippen nahe an meinem Ohr, so dass es niemand hören konnte. "So sieht er auch aus...", meinte ich mit einer Mischung aus Abschätzung und Mitleid. Ich wusste nicht, woher das Mitleid kam, doch wenn ich Darren und Markus verglich, schien ein Ungleichgewicht vorhanden zu sein. Nicht direkt, was die Körpergrösse anging, sondern vielmehr das Zwischenmenschliche. Darren schien ja bereits ein Grossmaul zu sein, aber neben Markus wirkte er plötzlich... Kleiner und viel weniger bedrohlich. Selbstverständlich war das alles nur reine Spekulation, denn noch wusste ich nicht, wie Markus und Darren zueinander standen. Ben und mein Dad hatten ihr Gespräch beendet und Ben meinte zu meinem Vater: "Ich gehe kurz bequemere Schuhe anziehen, dann bin ich gleich wieder bei euch." Mein Vater meinte, er solle sich ruhig Zeit lassen und dann einfach nachkommen und als Ben den Raum verlassen hatte, wandte er sich zu mir und meinem Bruder um und fragte: "Andy, willst du auch mit deinem Bruder und mir was essen gehen?" Andy überlegte kurz und ich wusste auch warum. Er hatte ein Mädchen kennen gelernt, eine Ravenclaw mit Namen Cassie, in der sich meiner Meinung nach etwas verguckt hatte. Wohlmöglich wollten sie auch heute Abend zusammen essen, so wie sie es bereits die letzten Tage getan hatten. Mein Bruder runzelte kurz die Stirn, schaute mich an und meinte dann zu unserem Dad: "Klar. Lass' zusammen essen." Mein Vater nickte erfreut und packte seine Lederjacke und stand auf, als plötzlich eine mir unbekannte Stimme das Wort erhob. Obschon ich die Stimme nicht kannte, blickte ich automatisch zu Darren und seinem Vater rüber und blickte mit hilflosem Blick zu Darren, als sein Vater meinen Vater fragte, ob er irgendwelchen Hirngespinsten nachjagte. Warum sollte mein Vater Hirngespinsten nachjagen?! Man hat früher auch gedacht, dass Dementoren sowas wie Hirngespinste sind, bis sie einige Dutzend Menschen umgebracht hatten... so viel zum Thema Hirngespinste. Was mich aber noch mehr verwunderte, war die Antwort die mein Vater gab: "Markus, sieh dich an. Dass wir uns genau wieder hier sehen..." Meine Augen weiteten sich und nun blickte ich Darren auf der anderen Seite verwirrt an. Woher bitte schön kannte Darrens Vater meinen Vater und umgekehrt. Natürlich: Sie waren wohlmöglich beide hier zur Schule gegangen, doch so wie mein Vater einen Schritt auf Markus zuging, schien es, als würden sie sich besser kennen, als uns lieb war. "Wir müssen uns nicht beim Nachnamen nennen, Kumpel...", meinte mein Dad und gab Darrens Vater einen Klaps auf die Schulter, was mich und Andy dazu brachte uns mit Unbehagen anzuschauen. Unser Dad war ein wirklich toller Vater und ein geselliger dazu, doch einem Mann mit Krawatte und Anzug einen Klaps auf die Schulter zu geben? Naja. Entweder sie kannten sich wirklich etwas besser oder es war einfach nur peinlich. Die nächsten Sekunden sollten uns die Antwort liefern, denn Darrens Dad schaute etwas abschätzig auf die Stelle, wo unser Dad ihn berührt hatte und richtete seinen Anzug etwas: "Na gut, Jonas.", meinte dieser mit würdevollem, aber etwas verachtendem Blick, wobei er zugleich irgendwie grinste und meinem Vater den obersten Knopf seines Hemdes zu knüpfte. Was zur Hexenküche sollte denn das hier werden? Andy und ich schauten abwechselnd uns, Darren und unsere Väter an. Mein Vater liess sich widerwillig den Knopf zu machen und meinte dann: "Lass gut sein, Markus. Wir sind hier nicht im Ministerium. Ich bin nicht geschäftlich unterwegs oder auf der Suche nach Hirngespinsten, sondern wollte nur meinen Sohn besuchen. Wie du anscheinend auch." Der Blick von Darrens Vater gleitete scharf an der Wange meines Vaters vorbei und traf zuerst Andy und dann mich, worauf wie beide verschmitzt grinsten. Auch wenn Markus uns nicht direkt hasserfüllt oder böse angeschaut hatte, war sein Blick respekteinflössend und ich fragte mich automatisch, inwiefern Darren diese Eigenschaft von seinem Dad geerbt hatte. Darrens Vater musterte unseren Dad und meinte dann: "Alles klar. Dann sind wir ja beide mit dem gleichen Ziel da." Auf seinen Mundwinkeln formte sich ein eigenartiges Lächeln, von welchem ich nicht wusste, was es zu bedeuten hatte. Die zwei Väter musterten sich einige Sekunden und mein Blick suchte abermals Darrens. Die Situation war so eigenartig wie selten etwas, das ich je erlebt hatte. Mein Vater brach dann das Schweigen und meinte plötzlich zu Darrens Vater: "Dein Sohn hat meinem Jungen das Leben gerettet. Du kannst stolz sein auf ihn." Er beugte sich etwas zur Seite, so dass er Darren sehen konnte und so wie ich ihn kannte, würde er ihm anerkennend zu zwinkern. Darrens Vater drehte sich ebenfalls zu Darren um und meinte dann etwas trocken: "Ich habe auch nichts anderes erwartet. Auch wenn es bereits die reinste Katastrophe ist, dass es hier überhaupt Dementoren gibt. Aber ich habe es schon länger gedacht: Diese Schule braucht dringend bessere Sicherheitsmassnahmen." Mein Dad runzelte die Stirn - das konnte merkte ich sogar, auch wenn er mit dem Rücken zu mir stand - : "Jetzt übertreibst du, aber. Das war ein Sonderfall." Darrens Dad gab mit halb zischender, halb belehrender Stimme zurück: "Du weisst ganz genau, dass dem nicht so ist. Dass es diese Wesen bereits bis hierher geschafft haben, ist katastrophal." Mein Vater blieb ruhig und meinte gelassen, aber etwas provozierend: "Also weisst du doch mehr, als du vorgibst zu wissen, was?" Darrens Dad machte einen kleinen Schritt zurück und musterte meinen Vater kalt: "Zum letzten Mal: Ich habe nichts mit dem Ganzen zu tun. Ich weiss nicht, was du bei mir suchst, aber du wirst es nicht finden." Mein Vater schüttelte lächelnd den Kopf: "Ich weiss selber noch nicht, was ich genau suche. Aber Fakt ist, dass ich finden werde, was man versucht zu verstecken. Egal, ob das Zauberministerium, der Orden oder Hogwarts da drin hängt." "Gut so.", meinte Markus und funkelte meinen Dad an, "Denn wenn du nochmals so ein Wirbel im Ministerium machst, werde ich härtere Massnahmen ergreifen müssen." - "härtere Massnahmen?", fragte ich aus Versehen und weckte die zwei Väter aus ihrem Streitgespräch auf. Mein Dad blickte mich an und ich sah ihm an, dass er vergessen hatte, dass wir ja auch noch im Raum waren. "Nichts, Alex. Es ist alles in Ordnung. Es geht um einen Fall." - "Du meinst, es geht um die Fälle, Cooper.", unterbrach Madison ihn, woraufhin mein Dad ihn anfuhr: "Lass gut sein, Markus. Das müssen unsere Kinder nicht wissen." Mein Vater atmete genervt aus und Markus entwich ein schmales Lächeln von den Lippen: "Ihr Coopers wart schon immer schlampig, wenn es darum ging, transparent zu arbeiten." Ich runzelte die Stirn. Waren wir Coopers schlampig? Nein... oder? Mein Dad meinte etwas gereizt: "Aber das nur, weil gewisse Familien alles manipulieren würden, wenn man transparent vorgehen würde." Die Stimmung war gespannt und obschon unsere Dads keinerlei Körperkontakt hatten und eigentlich in einem freundlichen Ton miteinander sprachen, machte es die Situation nur noch schlimmer. Ich versuchte das Ganze zu stoppen: "Dad, wollten wir nicht noch was essen gehen? Du musst in einer halben Stunde gehen..." Mein Dad drehte sich um und sein Blick wurde weich. Dann wandte er sich zu Madison um und meinte: "Lass' uns das dann besprechen, wenn die Zeit dafür reif ist, ja?" Madison lachte: "Worüber willst du reden? Den Armreif? Die Grosche oder gleich über die verschwundenen Kugeln?" Ich schaute fragend zu Markus, der mich direkt anschaute und ich wusste, dass er dies gesagt hatte, damit ich begann an der Ehrlichkeit meines Vaters zu zweifeln. Doch das würde ich nicht tun. Mein Vater gab Madison keine direkte Antwort, sondern meinte nur höflich: "Ich werde jetzt was mit meinen Jungs essen gehen, wenn du also entschuldigst...", er blickte Darren an, "Und danke nochmals für deine Hilfe, Darren...", dann blickte er wieder Madison an: "Und danke für das tolle Gespräch..." Ich versuchte aufzustehen, damit wir los konnten und war gespannt, was es mit den Objekten auf sich hatte, die Markus aufgezählt hatte. Ich würde sie mir merken und danach recherchieren.
[Du kannst das Gespräch gerne weiterführen zwischen den Dads. Du darfst davon ausgehen, dass ALex mit seiner Familie in den Esssaal gehen würde, wenn nichts mehr passiert und das Alex Darren in dieser Situation nicht allzu negativ gegenüber gestimmt ist, da er so verwirrt wie Darren selbst ist bezüglich ihren Vätern]

Re: Vergangenheitsplay » 12
from Alexander on 10/25/2018 03:04 PMIch lag am Boden und der kleine Timothy beugte sich besorgt über mich und meinte: „Du blutest ja..." Mir gefiel es gar nicht hier am Boden zu liegen und nichts zu tun, während Ben da draussen um sein Überleben kämpfte, also stützte ich mich langsam auf meinen Ellbogen auf und wollte mich aufraffen, als Ms. Levyne, eine leitende Professorin in Heilkunde mich unsanft zu Boden drückte: „Nein, nein, nein, Mr. Cooper. Sie bleiben mir schön hier. Es hat schon genug Verletzte geben und ich will nicht, dass Sie sich für irgendeine waghalsige Heldentat noch mehr Schaden zufügen." Ihr Stimme war scharf und streng, sodass ich es unterliess mich weiter zu wehren und mich nach hinten ins weiche Gras plumpsen liess, während ich hinter den Schaulustigen und Ms. Levyne Klänge von Zaubern vernahm. Es schien wirklich so, als seien die Professoren zur Hilfe geeilt. Ich schaute instinktiv zu Timothy, der mich besorgt mit seinen grossen Augen musterte: „Danke, Kleiner.", meinte ich anerkennend und wollte ihm auf die Schulter klopfen, doch mein Körper war gerade so müde, dass er sich kein Millimeter bewegen wollte. Timothy nickte nur und schaute zu Ms. Levyne, die daran war meine Wange zu säubern. Sie drehte sich kurz um und schaute dann wieder zu mir und meinte mit etwas freundlicherer Stimme: „Den Anderen geht es gut." Wieder wollte ich mich instinktiv aufrappeln um mich selbst davon zu überzeugen, als mich die Lehrerin nur vorwurfsvoll anblickte und ich wieder zurück ins Gras fiel. So gross würde die Wunde gar nicht sein. Ausserdem war ich körperlich einwandfrei gesund, so viel ich wusste. Ms. Levyne tüpfelte noch mit einem Wattetuch auf meiner Wange rum, als ich links und rechts von uns Zauberer erblickte, die vom Ort des Kampfes zurück Richtung Schloss zu laufen schienen. Inmitten den Getümmels glaubte ich auch Ben und Darren zu sehen. Wo Liam war, konnte ich in diesem Augenblick nicht ausmachen. Darren wurde von jemandem gestützt, worauf er sich aber von der Person loszulösen schien. Wäre ich bei besserer Gesundheit gewesen, hätte ich einen blöden Spruch gemacht über Darrens Stolz und Eitelkeit, doch da wir alle gerade dem Tod entronnen waren, beliess ich es einfach bei einem leichten Kopfschütteln. Weshalb die Dementoren hierher gekommen waren? Und wie sie hierher gekommen waren? Ob in Askaban etwas geschehen war? Meine Gedanken schweiften zu meinem Vater, der Teil des Orden des Phönix war und als Auror unterwegs war. Wohlmöglich würde er der Sache auf den Grund gehen, wenn er davon Wind bekam, dass Dementoren frei durch die Welt streiften. Mein Vater war ein begnadeter Zauberer und während ich glaubte von meiner Mutter die Begeisterung für Zaubersprüche geerbt zu haben, war ich überzeugt, dass das Talent des Zauberns von meinem Vater kam. Ich hatte schon immer zu ihm aufgesehen, er war mein Held und mein Vorbild. Besonders nachdem meine Mutter getötet wurde, war er nicht einer dieser Väter, die in einer Trinksucht oder Ähnlichem versank, sondern er rappelte sich auf und war für mich und meine Geschwister da. Jetzt, da ich etwas älter war, war ich meinem Vater nur noch dankbarer dafür, dass er die Familie nicht hingeworfen hatte. Ich hätte keine Ahnung, was aus uns Kindern geworden wäre. Wohlmöglich wären wir zu unserer Tante gezogen, die zwar eine sehr nette Tante war, doch was Organisation anging, eine totale Katastrophe war. Ich wollte mir gar nicht erst ausmalen, wie sie den Haushalt bewältigen wollte, wenn sie zwei halbpubertierende Jungs und ein Mädchen im Haus gehabt hätte. Als hätte Ms. Levyne erahnt, dass ich an meine Familie dachte, meinte sie auch schon: „Andrew!" und winkte meinen zwei Jahre jüngeren Bruder her, der sich ebenfalls unter den paar Schülern stand, die schaulustig dastanden. Ich hörte Schritte im Gras und innert Sekunden war Andy bei mir angekommen und fragte besorgt: „Alles klar?" Ich nickte dem Braunhaarigen leicht zu. „Was ist passiert?", wollte mein immerzu neugieriger Bruder wissen, worauf ich ihm kurz und knapp erklärte, wie plötzlich Dementoren hier aufgetaucht waren und Liam, Ben und Darren mit mir versucht hatten diese zu vertreiben. „Darren Madison?", fragte Andy belustigt, „Seit wann hast du denn mit dem etwas am Hut?" Ich verdrehte die Augen: „Eigentlich habe ich gar nichts mit ihm zu tun, bis..." Mein Satz wurde von Ms. Levyne unterbrochen, die einige Sanitäter anwies mich auf eine Trage zu legen. Ich wollte mich zuerst dagegen wehren und sagen, dass sie sich keine Umstände machen sollten, doch anders als Darren schien ich nicht so überzeugend zu sein und so befand ich mich keine Minute später wie ein toter Pharao auf der Trage. Aus den Augenwinkeln erkannte ich, dass auch Liam mit einer Trage abtransportiert wurde, wobei er um einiges erschöpfter wirkte als ich. Ben wurde von ein paar Freunden gestützt, konnte aber laufen und Darren... den hatte ich bereits aus dem Blickfeld verloren. Wahrscheinlich war er vorausgegangen. Als ich an Darren dachte, stellte ich mit Erstaunen fest, dass ich ihm mein Leben am heutigen Tage zu verdanken hatte. Er hätte mich ja auch verrecken lassen können. Für einen kurzen Augenblick überlegte ich mir sogar sein Image in meinem Kopf von „Abscheulich" zu „Schwer ertragbar" aufzuwerten, doch als ich daran dachte, dass es er war, der Ben so missbilligend behandeln wollte, beliess ich es bei „abscheulich". Doch danken würde ich ihm trotzdem. Keine Ahnung wann. Aber irgendwann würde ich es tun. Ich war ihm zu Dank verpflichtet und mein Vater hatte mich stets gelehrt dankbar zu sein und Dankbarkeit zu zeigen, da das ja irgendwann ja mal zurückkommen könnte. Die Trage wurde magisch in der Luft gehalten und Andy spazierte neben mir her und hakte nach: „Also wie ist es dann dazu gekommen?" Ich kippte meinen Kopf zur Seite und meinte etwas unverständig: „Ich habe dir doch erzählt, dass es Dementoren waren..." Andy schüttelte den Kopf: „Nein... wie kommt es, dass du mit jemandem der Madisons abhängst." Natürlich. Ich hatte ihm gar noch nicht erzählt, wie es dazu gekommen war, dass Darren und ich uns in die Haare gekommen waren. Während die Trage durch die Luft Richtung Schloss balancierte, nutzte ich also die paar Minuten und gab ihm einen kleinen Überblick über die jüngsten Ereignisse. Andy hörte interessiert zu und meinte schliesslich: „Respekt, Bro. Hätte nicht gedacht, dass in dir ein richtiger Mann steckt." Ich lachte und wollte ihm einen Schubs von der Trage aus geben, doch meine Arme waren noch zu müde: „Du Arsch." Meine Augen weiteten sich plötzlich und winkte Andrew etwas näher, worauf er nah an die Trage kam: „Ich habe den Licht-Zauber von Dad eingesetzt...", meinte ich leise begeistert, woraufhin Andy mich schief grinsend anschaute: „Ohne dass es dich nach hinten geschleudert hat?" Ich verdrehte enttäuscht die Augen: „Naja... Das mit dem Rückstoss habe ich wohl etwas unterschätzt." Andrew lachte und meinte: „Nächstes Mal klappt's bestimmt. Sieh' du erst mal zu, dass du wieder gesund wirst.", er lachte, „Und sieh zu, dass Dad nichts davon erfährt, dass du solche Zauber hier verwendest, sonst haut er dir einen Besen um den Kopf." Ich lachte.
Nach einigen Minuten wurde ich von der Trage auf ein Bett gehoben und nickte ziemlich schnell für eine gute Stunde ein. Als ich meine Augen öffnete, schaute ich um mich und realisierte erst da, dass ich im Sanitätszimmer der Schule war. Man hatte mir den Unterarm eingebunden, aber ansonsten schien alles einwandfrei. Ich bewegte meine Beine langsam und meine Arme. Ich drehte den Hals und seufzte erleichtert auf. Ich spürte Alles. Ich konnte Alles bewegen. Das war ein gutes Zeichen. Ich betrachtete eine Weile die Zimmerdecke, als die Türe plötzlich aufgemacht wurde und ich etwas aufschreckte. „Keine Sorge...", meinte eine Stimme, die erstaunlicherweise tiefer als diejenige von Ms. Levyne war und ich richtete mich augenblicklich auf. „Dad?", mein Gesicht wurde von einem breiten Grinsen gezeichnet, worauf mein Vater schnellen Schrittes auf mich zukam und mir eine warme Umarmung gab und mir einen Kuss auf die Stirn drückte. Er strubbelte mir durchs Haar und meinte: „Bin ich froh, dass dir nichts passiert ist. Diese Viecher treiben mittlerweile überall durch die Gegend..." – „Sind sie ausgebrochen? Aus Askaban?", fragte ich meinen Dad, woraufhin er den Kopf schüttelte: „Nein. Die in Askaban sind immer noch dort, auch wenn sie in letzter Zeit unruhig wurden, aber...", er kam etwas näher zu mir und flüsterte geheimnisvoll: „Es scheint so, als gäbe es noch viel mehr Dementoren, als wir vermutet haben und aus irgendeinem Grund zeigen die sich jetzt. Da braut sich was zusammen, Alex. Und das gefällt mir ganz und gar nicht.", sein Blick erhellte sich, „Aber dass es dir gut geht, ist Grund genug heute einen guten Tag zu nennen." Meine Gedanken schweiften plötzlich zu Ben und ich fragte meinen Dad: „Weißt du, wo Ben ist? Hast du ihn gesehen?" Dad nickte: „Ja. So viel ich weiss, hat er sich irgendetwas verstaucht und ist gerade bei einem Arzt. Aber keine Sorge. Deinem Freund geht es gut. Auch Darren." Ich runzelte die Stirn. Darren? Wie kam er denn jetzt bitte auf Darren? „Ehm... Darren?", meinte ich nur etwas verwundert. Mein Vater nickte: „Ja. Darren. Ich habe ihn vorhin im Gang getroffen. Scheint mir ein guter Junge zu sein." Ich schüttelte den Kopf: „Darren ist nicht mein Freund. Wenn du wüsstest, was er Alles anstellt. Lauter Scheiss." Mein Vater schmunzelte: „So wie du einen Zauberspruch eingesetzt hast, den ich dir ausdrücklich verboten hatte zu verwenden, bis der richtige Zeitpunkt da ist?" Ich protestierte: „Es war der richtige Zeitpunkt." – „Der richtige Zeitpunkt ist dann, wenn du den Zauber vollkommen beherrscht. Und das hast du nicht getan.", korrigierte mich mein Vater und nickte nur zu meinem Unterarm: „Das hätte um einiges schlimmer ausgehen können, mein Junge." Ich seufzte. „Was ich dir damit sagen will, ist, dass jeder seine Schattenseiten hat. Fakt ist aber, dass Darren dir anscheinend geholfen hat, nicht wahr?" Ich schaute ihn fragend an. Woher er jetzt das wieder wusste? Mein Dad war wirklich einer der einzigen Menschen, der mich ins Staunen brachte. Mein Vater erklärte sich: „Ich habe mit Ben vorhin geredet. Er hat es mir erzählt." – „Betreibst du hier Recherche?", fragte ich amüsiert. Mein Vater klopfte mir auf die Schulter: „Gehört zum Job. Aber nein: Ich bin nicht hier um Recherche zu betreiben. Ich bin hier um zu sehen, wie es meinem Sohn geht." Ich lächelte. Wie ich meinen Dad liebte. Er war ein sehr respekteinflössender, starker und autoritärer Mann, der einiges auf dem Kasten hatte, doch wenn es um seine Kinder ging, war er der beste Dad auf der Welt. Mein Vater schaute auf die Uhr: „Ich kann leider nicht mehr eine ganze Stunde bleiben, aber wenn du magst, können wir noch was essen gehen. Ist doch sowieso gleich Zeit fürs Abendbrot, oder?" Ich nickte: „Alles klar. Ich habe einen Bärenhunger."
ALEX' BRUDER [ANDREW, 16, ohne Tattoos]:
ALEX' DAD [JONAS COOPER, 43]

Re: Vergangenheitsplay » 12
from Alexander on 10/23/2018 11:27 PMDas Gewicht auf meiner Brust, verdoppelte, verdreifachte, vervielfachte sich, ehe ich meinen Zauberstab halbwegs loslassen musste, da mir der Dementor nun auch die Arme nach unten drückte. Das gesichtslose Wesen war nun direkt auf mir und obschon ich mit meinen Beinen wie wild zappelte, hatte er mich fest im Griff. Voller Angst blickte ich ins Schwarz über mir und glaubte für einen Augenblick dem Tod selbst in die Augen zu sehen. Der eisige Atem des Dementors ruhte ruhig über mir, wie ein Wolf, der sich langsam an ein Reh anpirschte um es zu erlegen. Ich wehrte mich mit allem, was ich hatte - physisch, psychisch und geistlich. Doch je länger ich kämpfte, umso mehr wurde mir die Überlegenheit meines Feindes bewusst, der mich nun vollends auf den Boden gedrückt hatte, so dass mein Brustkorb unsanft nach innen gedrückt wurde. Der Dementor schien mich kurz zu betrachten - mit welchen Augen auch immer - bevor ich spürte, wie ein Sog mein Gesicht entlang zog. Ich schüttelte den Kopf und bäumte mich heftig auf, doch es brachte nichts - vor verschwimmendem Tageslicht sah ich, wie blauer Nebel von mir aufstieg und in die Richtung des Dementors entwich. Es war, als würde mir jemand die Luft aus der Lunge saugen, mit dem Unterschied, dass ich mich psychisch immer leerer fühlte. Ich spürte, wie Gedanken, Erinnerungen, Ideen, Hoffnungen und Träume meinen Körper allmählich verliessen gleich Schafen, die zur Schlachtbank geführt wurden. Ich wusste, dass mich wehren musste, doch meine Kraft war bereits so geschwunden, dass mein Körper meinem Geist nicht mehr gehorchte. So blieb mir nichts anderes übrig, als es geschehen zu lassen. Selbst wenn ich wollte - verteidigen konnte ich mich nicht und das, was ich noch undeutlich von der Umwelt wahrnahm, waren die Geräusche eines Kampfes um Leben und Tod. Meine Gedanken entwichen allmählich und ich fühlte, wie meine Augen schwer wurden. Ich versuchte sie offen zu halten, doch die Last dieses Tages war zu gross und drückte meine Augen nieder. Irgendwie war es gar nicht so schlimm: Das Sterben. Ich fühlte zwar den Schmerz und die Zerstörung meines Wesens, doch wenn man sich gehen liess, war es nicht ansatzweise so schlimm, wie gewisse Leute meinten - dachte ich zumindest in diesem Moment. Die Erinnerungen und Gedanken flossen unentwegt aus mir heraus und erstaunlicherweise war ich noch in der Lage zu merken, dass der Dementor sich von der Gegenwart in meine Vergangenheit frass, bis ich dann wahrscheinlich meinen Tod finden würde. Erinnerungen flackerten gleich Kerzenlichter vor meinem inneren Augen vorbei: Die neuesten Erinnerungen zuerst, dann die älteren. Da war zum Beispiele die Erinnerung an ein Date, dass ich letztes Jahr gehabt hatte, dann die Duellturniere, die ich bestritten hatten, wie Ben und ich im verbotenen Wald nach einem Einhorn gesucht hatten und wie ich am ersten Tag in Hogwarts vom sprechenden Hut Gryffendor zugeteilt wurde und mein Vater voller Stolz war, als er dies vernahm. Weiter gingen die Erinnerungen vor meiner Zeit in Hogwarts: Meine ganz frühen Jugendjahre und die Primarschulzeit. Es kamen auch wieder Erinnerungen auf von meiner Mutter, bevor sie getötet wurde und als ich spürte, wie mir die Erinnerung an ein Weihnachtsfest entzogen wurde, passierte etwas eigenartiges. Der Fluss der Erinnerungen schien zu stagnieren. Die anderen Erinnerungen waren an mir vorbei geflogen, die Erinnerung an das Weihnachtsfest als ich acht Jahre alt war schien stabiler. Mit einem Mal befand ich mich im Wohnzimmer und erblickte mich, Andrew, mein kleiner Bruder und Catherine, die gerade drei geworden war am Kamin mit meiner Mutter. Dad war kurz in die Küche gegangen um uns heisse Schokolade zu machen und ich beobachtete, wie er aus der Küche raus spazierte und uns lächelnd zwei normal grosse Tassen und eine kleine Tasse für Cate mitbrachte. Mit einem Mal war ich nicht mehr Zuschauer der Situation, sondern wieder in dem achtjährigen Alexander.
"Also...", meinte meine Mum und strich Cate, die bereits totmüde war und ihren Kopf auf Mums Beine gelegt hatte, durch das Haar, "Heute werde ich euch eine ganz neue Geschichte erzählen." Andrew und ich hielten gespannt unsere Tassen in den Händen und ich schlürfte ein wenig von meiner Schokolade, wobei ich mir die Zunge verbrannte und leise aufjaulte. Mein Vater schüttelte den Kopf: "Sachte, Grosser...", meinte er geduldig und nahm mir die Tasse ab und stellte sie auf den Tisch. Als er die Tasse abgelegt hatte, rückte ich etwas näher zu Dad und kuschelte mich an seine Brust, was er gerne zuliess. Meine Mum nahm den Faden wieder auf: "Ich will euch eine Geschichte erzählen, die von den Anfängen der Zauberei berichtet. Es handelt sich um eine Legende." Dads Atem war beruhigend und ich liebte es an seiner Brust zu liegen und seinem Herzschlag zu lauschen. Obschon ich meine Mum unglaublich mochte, war ich doch ein Vaterkind. Andrew hingegen war eher derjenige gewesen, der sich lieber zu meiner Mum gesellte, doch da Cate diese gerade in Anspruch genommen hatte und friedlich vor sich hin schlummerte, musste Andrew mit einem Plüsch-Tiger vorlieb nehmen, den er diese Weihnachten bekommen hatte. "Die Geschichte heisst: Die Kinder des Mondes und der Sonne." Ich runzelte die Stirn und fragte: "Was hat den das mit den Zauberer zu tun?" Meine Mutter spitzte die Lippen zu einem sanften Lächeln an: "Man sagt, dass vor der Geburt der Zauberstäbe und Zaubersprüche Naturgeister diese Welt belebten, darunter auch der Geist des Mondes und der Geist der Sonne. Es waren eben genau diese Geister, die Magie möglich machten - ganz ohne Sprüche und Stäbe." Ich lauschte gespannt zu und spürte, wie Dad mir über den Rücken strich. "Alle lebten in Harmonie, bis sich einige Geister gegen den Geist der Sonne, welcher der höchste Geist war, auflehnten und so stürzten die Geister die Welt in Chaos." Meine Augen hefteten sich an Mums Lippen: "Und dann?" - "Nun ja, der Geist der Sonne erwählte einen jungen Magier, den ersten Magier, und verlieh im seine Kraft um die Macht des Bösen zu brechen... Der erste Zauberer war geboren." - "Und das ganz ohne Zauberstab...", flüsterte Andrew mir verwundert zu, worauf ich nickte. "Und dann?", fragte ich.
Meine Mum bewegte die Lippen zwar, doch ich konnte sie nicht mehr hören und der Herzschlag meines Vaters verstummte, ehe die ganze Szenerie verschwam. Meine Schwester und mein Bruder waren auch nicht mehr zu sehen, genauso wenig unser Wohnzimmer und der Kamin. Die Erinnerung entglitt mir und so spürte ich wieder die Vergänglichkeit meines Wesens. Doch zu meiner Überraschung zogen die Erinnerungen nicht unentwegt weiter, sondern ich glaubte plötzlich zu spüren, wie zurück kamen. Langsam aber stetig. Während Licht mein Auge begann zu füllen, merkte ich, wie mein Kopf schwer wurde durch all die Gedanken, Erinnerungen und Träume, die zurück kehrten, so dass mir fast etwas schwindlig wurden. Mit einem Mal schlug ich die Augen auf und sah den bewölkten Himmel über mir. Ein lautes Keuchen und Stöhnen, dann ein Schreien durchdrang die Luft, ehe ich eine Männerstimme hörte, die mich aufmunterte aufzustehen und mir ein Mann die Hand zu reichen schien. Ich brauchte einen Augenblick, bis ich merkte, wer es war: Darren. Für einen Augenblick wirkte alles so surreal. Der Kampf der Dementoren bemerkte ich nicht einmal mehr, so vertieft in meinen Gedanken war ich anfangs noch. Darren stützte mich etwas: Wackelte ich etwa? Ich konzentrierte mich um wieder mein Gleichgewicht zu finden und antwortete Darren: "Ich glaube, es ist alles in Ordnung..." Meine Antwort war zwar nicht so überzeugend, aber sicher genug, dass Darren mich alleine lassen konnte. Denn im nächsten Augenblick blickte dieser entgeistert auf den Hügel, von welchem ich mich erinnerte gefallen zu sein. Ein "Fuck" aus seinem Mund erklärte mir die Gefahr der Situation genug, ehe er los sprintete und in die Richtung einer Dementorengruppe rannte. Mein Kopf klärte sich und die Geschichte meiner Mutter hallte in meinem Kopf nach: "Kinder des Mondes... und der Sonne...", mein Kopf drehte sich noch etwas. Was hatte es mit der Geschichte auf sich? Hatte die Grosche der mysteriösen Frau etwas mit dem Mond zu tun gehabt? Ich schüttelte den Kopf: "Das ist doch nur eine Legende... eine Kindheitsgeschichte...", redete ich mir ein und bemerkte gar nicht, was auf dem Hügel abging. Ich war noch so absorbiert, dass ich einige Sekunden einfach dastand um erst mal zu realisieren, dass ich überhaupt noch WAR. Dass ich noch existierte.
Ein weiterer Schrei von Liam riss mich dann plötzlich aus den Gedanken. Liam hatte bereits einmal geschrien. Das wiederholte Schreien konnte also nichts Gutes bedeuten. Ich blickte zum Hügel und erblickte Darren, Liam und Ben, der etwa am Rande stand und mit drei Dementoren gleichzeitig kämpfte. Als ich die drei so beim kämpfen sah, füllte sich plötzlich mein Herz mit dem Willen ihnen zu helfen und das Böse nicht siegen zu lassen. Nach weiteren Sekunden - ich war sicher bereits insgesamt drei Minuten hier gestanden - kam ich langsam in die Gänge und machte vorsichtig einen Schritt nach vorne und dann den nächsten. Und so weiter. Bis ich joggte und dann rannte. je schneller ich wurde, desto klarer wurde mein Kopf und als ich oben ankam, war ich wieder so klar im Kopf, dass ich mit einem elektrischen Schlag einen Dementor wegschleudern konnte. Ich blickte um mich und erblickte Liam, der eindeutig das Ziel der Bestien war. Er wehrte sich wie ein Weltmeister, doch die Mühe stand ihm ins Gesicht geschrieben. Ich hob langsam den Zauberstab und richtete ihn auf die Horde Dementoren. Genau wie schwarze Magie, gab es auch einige Sprüche im Orden des Phönix, die unbekannt waren und hoch komplex. Dafür auch hochwirksam. Mein Dad hatte mir einige davon beigebracht, besonders nach Mums Tod. Ich hielt meinen Zauberstab etwas zittrig vor mir und knirrschte mit den Zähnen, ehe ich ein konzentriertes: "Lucifugus" von mir gab und zehn Lichtkugeln meinen Zauberstab verliessen und die Dementoren trafen und ich nach hinten geworfen wurde, wo ich liegen blieb. Die Kugeln bohrten sich durch die Körper der Kreaturen. Mein Dad redet immer von materialisiertem Licht - aber wer wusste schon genau, was das war. "Alex!", hörte ich Timothys Stimme ehe ich seine Hand an meiner spürte. "Ich habe gesehen was passiert ist...", meinte Timothy, "und habe die Lehrer geholt." Neben mir hörte ich ein halbes Dutzend Leute zum Hügel rennen, während ich einfach auf dem Boden liegen blieb. "Wir bringen dich nachher zur Sanität.", meinte eine Frau, während sie mir über die Wange strich und ich erst jetzt merkte, dass ich blutete.

Re: Vergangenheitsplay » 12
from Alexander on 10/22/2018 12:05 AMDer Rauch, den Darrens Sicht komplett vernebelte, gab Ben genug Zeit aufzustehen und zu mir zu rennen und sich zu positionieren. Ich hatte den Zauber insofern ausgefeilt und erweitert, dass er unter der Haut brannte. Er würde keine physischen Spuren hinterlassen, jedoch fühlte er sich so an, als wäre die Unterseite der Haut mit Glut versetzt worden. Nicht ganz harmlos, doch für einen Duellant von Darrens Kaliber eigentlich nichts, wovor er sich fürchten musste. Dennoch qualmte ich vor Wut. Wenn dieser Slytherin ein Problem hatte, sollte er das gefällig mit mir selbst erledigen. Die Dame im schwarzen Rauch hatte ich für den Augenblick vergessen und visierte Darren an, der sich aus dem Rauch befreite und mich böse anblickte. Hatte es ihn etwa verwundert, dass ich, Alexander Cooper, mehr auf dem Kasten hatte als seine überbewertete Gruppe seiner sogenannten Freunde? Zu meinem Leid stand nun auch Liam neben dem Slytherin, jedoch schien dieser immer noch von einem Schockzustand eingenommen zu sein, was mich unweigerlich an die Dame in der Rauchwolke denken liess. Die Grosche, die sie anhatte: Sie musste was spezielles sein. Es war ein Halbmond gewesen, der einen weissen Edelsteinen in sich trug. Was auch immer es mit dieser Grosche auf sich hatte: Bereits der Gedanke an dieses Schmuckstück liess mich frösteln. Doch ich liess mich nicht zu sehr ablenken von diesem Gedanken, denn Darren Madison würde keine Rücksicht zeigen. Als Darren den Zwei-Gegen-Zwei-Kampf selbstbewusst ankündigte, lächelte ich nur müde zu Ben und nickte ihm zu. Ben, der wieder etwas Farbe im Gesicht hatte, nickte zurück, was mich ehrlich gesagt ziemlich ermutigte. Alleine wollte ich Darren ungern gegenüber stehen, auch wenn ich wirklich gut im Duellieren war. Ich spürte, dass Ben sich relativ schnell wieder gefasst hatte und grinste Darren herausfordernd zurück: "Zwei zu zwei, in dem Fall." Für einen kurzen Augenblick legte sich einen Schleier der Spannung und der Still über uns. Ich durchdrang mit meinem Blick Liam und Darren, genauso wie sie es mit ihrem bei uns taten. Plötzlich wirbelte der Schwarzhaarige rum, hob den Stab, zielte auf mich und feuerte einen Fluch ab. Hätte Liam in diesem Augenblick von der Seite angegriffen, hätte ich bestimmt Schaden davon getragen, doch da Darren der Einzige zu sein schien, der angriff, lenkte ich den Zauber unbeeindruckt ab. Darrens Wut über das Versäumnis seines Freundes stand ihm ins Gesicht geschrieben. Liam schaute Darren nur entschuldigend an und murmelte etwas, das ich nicht verstand. Die Situation war ziemlich eigenartig, denn es war nicht so, dass wir wie wild kämpften, sondern es erschien eher so, als würden wir vier auf etwas warten. Da Darren und Liam nun ein Schwätzchen hielten, nutzten Ben und ich die Chance und streckten die Köpfe zusammen: "Wir müssen sie trennen.", meinte Ben strategisch woraufhin ich nickte: "Lass uns durch einen Wurzelzauber eine Wand zwischen ihnen kreieren. Wenn sie nicht mehr kommunizieren können, dann...", ich drehte meinen Blick zu den anderen zweien und hob den Zauberstab instinktiv. Doch diese schienen weder an Ben noch an mir interessiert zu sein. Ich spürte ein Tippen auf meinem linken Arm und blickte zu Ben, der mit offenem Mund dastand. "Was ist?", meinte ich etwas durcheinander und folgte seinem Blick, worauf sich auch meine Augen weiteten, "Was zum...", entwich es mir und ich machte ein paar Schritte zurück und gliederte mich in die Reihe von Liam und Darren. Ben stolperte etwas nach und stand schlussendlich mit uns in einer Reihe und wir blickten in die mittlerweile neblige Landschaft, deren Kälte unsere Haut frösteln liess. Aus unseren Mündern qualmte warmer Dampf, der uns beweiste, dass wir noch am Leben waren. Noch. Denn würden die Dementoren nahe genug an uns herankommen, würden sie uns eben genau diesen Atem gerne entziehen. Vor uns hatte sich eine schwarze Wand aufgestellt, die aus ungefähr 15 Dementoren bestand. Sie flogen nicht wahnsinnig schnell auf uns zu, sondern näherten sich uns ziemlich langsam - aber stetig. Mein Atem verschnellerte sich. Wir waren eindeutig in der Unterzahl, doch mit der richtigen Strategie konnten wir es schaffen. Oder zumindest einige von uns. "Was wollen die hier?", meinte Liam plötzlich mit eisigem Atem. Ich bemerkte erst verzögert, dass er mich und nicht Darren gefragt hatte und schaute ihn verunsichert an: "Keine Ahnung." Ben blickte Darren an und ich hörte ihn fragen: "Hast du eine Idee?" Die Antwort von Darren bekam ich nicht mit, da meine Gedanken bereits wieder bei der schwarzen Wand war, die langsam auf uns zu kam. Das war gar nicht gut. Unser Grüppchen rutschte etwas näher zusammen, wobei Liam und Ben die Flanken bildeten und der Slytherin und ich in der Mitte standen. Ich hob meinen Stab und meinte: "Das zwischen uns muss jetzt warten. Was auch immer gleich passiert, wir müssen zusammenhalten, sonst sind wir tot." Ich überlegte mir bereits einige Zaubersprüche, als Ben mich abermals anstupste und auf die Dementoren zeigte. Die schwarze Wand war tatsächlich zum Stillstand gekommen - ungefähr fünfzehn Meter vor uns. Ben und ich schauten uns skeptisch an. "Weshalb gehen sie nicht weiter?", fragte Liam in die Runde, worauf ich ratlos mit den Schultern zuckte. Plötzlich erblickte ich, wie ein einzelner Dementor in der Mitte ein paar Meter nach vorne kam und sich seine zerfetzte Gestalt plötzlich in einen schwarzen Umhang verwandelte und sein abstrakter Körper Beine und Füsse bekam, wobei das Gesicht wieder von der Kapuze überdeckt war. Dieselbe weibliche Stimme, die ich bereits vorhin gehört hatte, richtete sich an Liam und beantwortete seine Frage: "Weil ich ihnen befohlen habe, von euch fern zu bleiben." Erst jetzt entdeckte ich wieder die Brosche, die unnatürlich im Nebel funkelte. Die Stimme fuhr fort und meinte: "Du.", eine zarte Hand erschien unter dem Umhang und zeigte mit dem Zeigefinger auf Darren, "Der Tag wird kommen, an dem du hoffen würdest kein Madison zu sein." Die Stimme war eisig und als ich das Gras um uns anblickte, bemerkte ich, wie sich Frost auf den einzelnen Grashalmen gebildet hatte. Was auch immer diese Gestalt war: Sie war mehr als ein Dementor. Ich hob die Augenbraue. Was meinte die Gestalt mit ihrem Satz. Ich blickte kurz zu Darren und meinte zähneknirschend und flüsternd: "Was meint sie damit?" Wieder kam mir die Dame zuvor und antwortete: "Nichts, was dich angeht, Cooper. Auch wenn... du eine nicht ganz unwichtige Rolle in der ganzen Geschichte spielst...", die Stimme machte eine Pause und atmete unter ihrer Kaputze weissen Dampf aus, "...aber keine Sorge. Alles zu seiner Zeit. Das soll euch einfach als Erinnerung dienen, wer hier wirklich am längeren Hebel sitzt." Die Hand bewegte sich elegant zwischen uns vieren hin und her und blieb bei Liam stehen: "Tötet ihn." Meinte die Frauenstimme zart und schrecklich und im selben Augenblick löste sich die Frau in Nebel auf, worauf die Dementoren kreischend auf uns zu rasten. "Expector Patronum!", schrie ich und liess meinen Panther auf die Dementoren los. Ich sah, wie auch Liam und Ben ihre Patroni zum Einsatz brachten und wie wir uns verteilten. Jeder hatte ungefähr vier Dementoren am Hals und während unser Schutzpatron sich jeweils um einen Dementor kümmerte, wehrten wir die anderen mit Zaubern ab... So gut es ging. Ich hatte gerade zwei Dementoren verjagt, als ich in dem Durcheinander stolperte und den Hügel runterpurzelte. Ich fasste mir an die Wange und spürte eine warme Wunde. Mist! Ich hatte mir eine Schürfwunde geholt.
Ich wollte mich aufrappeln, als sich drei Dementoren auf mich stürzten und mich zu Boden drückten. "Expec...", weiter kam ich nicht, denn ich spürte, wie mein Lebensatem eingesogen wurde. Ich musste was unternehmen, doch ich hatte keine Chance.
[Bitte lass Liam NICHT sterben xD]

Re: Vergangenheitsplay » 12
from Alexander on 10/12/2018 07:38 PMIch rannte innert Minuten durch das Schloss und stiess Ms. Lievers um, die eine unserer Tränke-Professorinnen war. Noch halb im Rennen drehte ich mich um und entschuldigte mich bei der bereits etwas älteren Dame, die verdutzt an eine Säule gelehnt war und deren Papiere wie wild in der Luft umher flogen, ehe sie geräuschlos auf dem Boden zu Liegen kamen. "Reversio!", murmelte ich im Rennen und drehte mich ein zweites Mal um, um erleichtert zu sehen, wie mein Zauber den Papierstapel meiner Professorin wieder in Ordnung brachte. Das tat mir wirklich leid. Nicht, dass ich das Fach besonders mochte, welches Ms. Lievers unterrichtete - im Gegenteil: Ich war grottenschlecht, wenn es um Zaubertränke ging und es war kein Geheimnis, dass mein Tisch in der Vergangenheit des Öfteren in Flammen gestanden hatte, weil ich ein Kraut mit dem anderen verwechselt hatte oder dern Dosierungen durcheinander gebracht hatte. Da waren Zaubersprüche um einiges leichter. Apropos Zaubersprüche: Als wäre die Situation nicht schon genug hektisch gewesen, traf ich im Zaubergarten auf Liam, der aus Spass einen Wurzelzauber sprach, um mich dazu zu bringen umzufallen. Ich stolperte, fing mich aber wieder und meinte: "Nicht jetzt, du Hirni." Meine Augen funkelten ihn an und ich rannte weiter, um meinem Freund zur Hilfe zu eilen, der wohlmöglich in grösseren Schwierigkeiten steckte, als mir lieb war. Ich war ziemlich sportlich gebaut und ging regelmässig joggen, weshalb ich relativ schnell unterwegs war, jedoch musste ich nach einigen Metern eine Verschnaufpause einlegen, da der Baum sich auf einer Anhöhe befand und der Hang nicht der flächste war. "Fuck...", keuchte ich, während ich mir den Schweiss von meiner Stirn wischte. Ich hoffte, dass Darren kein böses Spiel mit meinem Freund trieb, denn so liebenswürdig und emotional intelligent Ben auch war - ein Duell gegen Darren würde er wohl kaum heil überstehen. Und dieser arrogante Slytherin würde sich definitiv nicht zurück halten all seinen Frust über sein verkorkstes Leben an meinem besten Freund auszulassen. Instinktiv zuckte ich verächtlich mit den Schultern: Aggressionsprobleme - nichts Neues. Ich schaute wieder zur Anhöhe, die noch ein Stückchen entfernt war und wischte mir abermals mit der Hand durchs Gesicht. "Durchhalten, Bennie." Ich nickte zu mir selbst und rannte abermals los, so dass meine Lungen sich unter Schmerzen hoben uns senkten. Der Baum rückte näher und als ich ihn in Sichtweite hatte, sah ich, wie ein Körper in die Luft gehoben wurde. Das musste Ben sein! Obschon ich noch gute hundert Meter entfernt war, hob ich den Zauberstab, um einen magischen Strahl abzufeuern, als ich plötzlich... was... war... das? Vor mir türmte sich eine Wand von schwarzem Rauch auf und versperrte mir die Sicht auf Darren und Ben. Der Rauch war in Bewegung und umkreiste mich blitzschnell, so dass ich mich in einem Strudel befand und bald meine Umgebung nicht mehr wahrnahm. Dementoren? Hier, in Hogwarts? Ich hob meinen Zauberstab und wollte gerade den Patronus-Zauber sprechen, als sich vor mir eine Rauchsäule bildete und eine Art Geist auf mich zukam. Er hatte Ähnlichkeiten mit einem Dementor, doch irgendwie schien er... bodenständiger. Sein Gesicht war verhüllt und der Körper war in einen schwarzen Mantel eingefasst, an welchem eine goldene Grosche hing, welche einem Halbmond ähnlich sah, jedoch um einiges komplizierter in der Verarbeitung sein musste. Ich hob den Zauberstab und fragte drohend: "Wer bist du?!" Die schwarze Gestalt, deren Körper nun definitiv die Gestalt eines Menschen angenommen hatte, deren Gesicht jedoch nach wie vor verdeckt war, meinte mit einer weiblichen Stimme: "Lass. Deine. Finger. Von. Ihm." Die Stimme klirrte wie der Winterwind und ich bekam Gänsehaut, als ich die weibliche Stimme hörte. Es war, als wäre sie die Kälte selbst, die langsam in meinen Körper eindringen wollte. - "Was? Wie? ...Von Darren?", fragte ich immer noch etwas verwirrt durch die weibliche Stimme, die aus dieser Gruselgestalt gekommen war. Als Antwort drehte sich die Gestalt um und löste sich innert Sekunden auf. Die Rauchsäule verschwand abrupt, was mich nach hinten schleuderte und die Sicht auf Ben freigab, der nun kopfüber in der Luft hing. Hatten sie das nicht gesehen? Dieser schwarze Rauch? Diese Gestalt? Ich rieb mir am Kopf und rappelte mich auf, als jemand hinter mir schrie: "Alex, hinter dir!" Ich drehte mich um und blickte in das Maul eines Dementors, der mich zu Boden drückte. Liam, der mir anscheinend gefolgt war, zögerte nicht lange und hob seinen Zauberstab: "Expectamus Patronos!" Der Zauber war etwas abgeändert und bewirkte, dass Liam an meiner Stelle den Patronus-Zauber wirkte und somit seinen und gleichzeitig meinen Patronus heraufbeschwor. Aus seinem Zauberstab erschien ein Adler, der auf den Dementor über mir sauste, während aus meinem Zauberstab ein Panther erschien, der dem Gespenst in die Seite biss und das Biest zum Aufjaulen brachte. Als sich der Dementor von mir löste, sprang ich auf und Liams und mein Patronus vertrieben den Dementor, der kreischend davon flog. Ich schaute Liam kurz an und nickte ihm ungern zu, aber ich tat es: Er hatte mich gerettet. Oder mir zumindest geholfen. Zwei Sekunden später schaute ich zu Ben, der einige Meter am am Boden lag und mich anvisierte. Liam schaute mich fragend an: "Was? Ein Demen-...? Hier in Hogwarts?" Als ich Darren sah, drehte ich mich ohne ein Wort von Liam ab und rannte die restlichen Meter zu Darren und liess den Zauberstab gleich oben. Meine Stirn war schweissüberströmt und meine Augen funkelten, als ich den Hufflepuff am Boden sah. " Das geht zu weit! Tenebrae!", schrie ich und richtete meinen Zauber gegen den Himmel, so dass der Schattenstoss von oben auf Darren zusauste und ich mich in der zwischenzeit bereit zur Abwehr machen konnte. Jetzt konnte ich das, was ich Timothy beibrachte, gleich selbst anwenden. "Steh auf!", schrie ich Ben zu und hörte, wie Liam hinterher gerannt kam und noch genauso perplex sein musste wie ich, was dn Dementor betraf. Wie konnte sowas möglich sein? Und wer war die geheimnisvolle Gestalt, die mir verboten hatte Darren anzurühren? Egal, wer es war: Ich würde ihn anrühren und wenn nicht auf die feine, dann auf die harte Tour. Mein Zauberstab war bereit. Mein Blick fokussiert. Ich würde Darren nicht sein Unrecht geniessen lassen.

Re: Vergangenheitsplay » 12
from Alexander on 10/06/2018 12:39 PMZwei Tage nach der wohlen schlimmsten Party in meiner Hogwarts-Karriere war ich dabei Timothy zu trainieren. Zu meinem Erstaunen hatte sich der Kleine gut von seinem Rückschlag erholt und nachdem ich einen Tag zuvor nochmals mit ihm gesprochen hatte, hatte er sich selbst motiviert hart zu trainieren und zu üben, bis er auch die stärksten Zauber abwehren könnte. "Abwehr ist gut, Angriff besser.", meinte ich und blickte mein Gegenüber auf dem Übungsplatz an. Sullivan war so lieb gewesen mir den Schlüssel für einen alten Trainingsraum zu geben - wahrscheinlich auch ein bisschen aus einem schlechtem Gewissen, da er Gryffendor Punkte abziehen musste und es eigentlich sonnenklar war, dass ich von mir aus nicht zu solchen drastischen Massnahmen gegriffen hätte. Aber naja: Was wollte man machen? Sullivan hatte Recht. Was er nicht gesehen hatte, konnte er nicht beurteilen. Timothy, der gegenüber mir stand und die letzten 15 Minuten schön pariert hatte, blickte mich an: "Bringst du mir also bei, wie man angreift?" Ich schmunzelte und schüttelte den Kopf: "Nein. Ich werde dir lediglich helfen deine Zauber zu perfektionieren und irgendwann vielleicht...", ich lächelte verschmitzt, "Bringe ich dir einen der richtig coolen Zaubersprüche bei, okay?" Timothy nickte begeistert und ich sah seinen Augen an, dass er sein Bestes geben würde. Ich hoffte einfach, dass diese Zuversicht das nächste Mal schwinden würde, wenn er vor einem Duellier-Gegner stand. Aber ich würde mein Bestes geben, um meinen Schützling so aufzubauen, dass er irgendwann genug Selbstvertrauen hatte, um selbst gegen Ältere anzutreten. Denn Duellieren hatte sehr selten nur mit dem Alter zu tun. Es bedurfte der Technik, der Strategie - und der richtigen Zaubersprüche zur rechten Zeit. So weit ich wusste, hatte man ab dem vierten Schuljahr alle basischen Zaubersprüche gelernt, die man brauchte, um ein gutes Duell zu bestreiten. Zusätzliche Zaubersprüche und exotischere Strategien waren ein Plus, jedoch nicht notwendig um ein Duell in Hogwarts zu bestreiten - sofern der Gegner auch auf nicht allzu extravagante Sprüche zurück griff. Ich ergriff das Wort abermals und führte meine Erklärungen fort: "Die nötigen Zauber für ein Duell lernst du bereits bei deinen Lehrer. Was du bei mir lernst, ist die Strategie, die Technik und die Perfektionierung und Varianten eines Zaubers." Timothys Glänzen im Gesicht wich kurz einem enttäuschtem Blick. Ich wusste doch, wie aufregend es sein konnte neue Zauber zu lernen. Und ich hatte auch nichts dagegen Timothy neu Sprüche beizubringen. Was ich jedoch gemerkt hatte, war, dass man gar nie wirklich das wahre Potential der bekannteren Zaubersprüche ausschöpfte, weil man stets so darauf fokussiert war neue zu lernen. Als ich Timothys enttäuschte Erwartung sah, meinte ich etwas herausfordernder: "Also, Timothy. Schluss mit dem Rumgschmolle. Ein Feind wird nicht darauf warten, bis du dich eingekriegt hast und wenn es hart auf hart kommt, musst du mit dem auskommen, was du hast." Ich nickte ihm herausfordernd zu und stellte mich breitbeinig hin und öffnete meine Arme, so dass ich eine Zielscheibe wurde. Timothy wusste nicht so recht, was das sollte und fragte: "Soll ich jetzt auf dich schiessen?" Ich nickte: "Ein so leichtes Ziel bekommst nicht immer, also nutze die Chance." Timothys Gesicht zeigte eine Unsicherheit und ein schlechtes Gewissen, ehe er den Zauberstab hob: "Tenebrae.", meinte er zögerlich, worauf ein schwarzer Rauch aus seinem Stab entwich und sich elegant um mich rum schlängelte und mich verfehlte. "Ein Schattenstoss...", meinte ich anerkennend, "gute Wahl. Das ist ein Zauber, mit dem man Diverses anstellen kann. Probiere es nochmals, dieses Mal überzeugter." Ich liess Timothy weiter vier Mal auf mich zielen und ermunterte ihn stets noch etwas selbstsicherer zu sein, mich anzuvisieren und den Zauber sauber zu beschwören. Beim fünften Mal traf er mich am rechten Arm, worauf er erschrocken aufschrie, da er dachte, dass er mir weh getan hatte. Ich lachte: "Ich hoffe, du reagierst nicht so, wenn du einen Gegner triffst. Ich habe einen Schutzzauber auf mich, also keine Sorge." Als ich das mit dem Schutzzauber gesagt hatte, fasste Timothy mehr Mut und ging härter rein. So gefiel mir das. Er beschoss mich weitere fünf Minuten und traf mich zweimal am Bein, dreimal an der Schulterregionen und einmal sogar in der Bauchregion. Ein Schattenstoss war gewiss nicht der einfachste basische Zauber, denn der Strahl war rauchähnlich und demnach sehr beweglich, was ihn von vielen anderen Zaubern unterschied. Nach ein paar weiteren Übungen, hob ich die Hand und meinte: "Ich habe dir ja was von Varianten eines einzigen Zaubers gesagt. Schau mir jetzt mal zu." Ich hob den Zauberstab und meinte: "Tenebrae!" und schoss den Strahl senkrecht nach oben und schwang meinen Zauberstab nach unten, worauf der Rauchstrahl auf mich selbst runtersauste, auf dem Boden aufprallte und ringförmig alles wegfegte, was um mich herum stand - inklusive Timothy, der nach hinten auf seinen Hintern purzelte. Timothy rappelte sich wieder auf und meinte fasziniert: "Wow! Wie hast du das gemacht?" Ich wollte ihm antworten, als mein Zauberstab leicht begann zu leuchten: Ben schien anzurufen. Ich erwiderte Timothy: "Zauberstab hoch und dann ganz stark nach unten schwingen." und ging einige Meter auf die Seite, um den Anruf zu erwidern, während Timothy sich eher schlecht als recht anstellte den Zauber nachzumachen. Als Ben mich fragte, wo ich sei, fasste ich mir an die Stirn: "Shit! Sorry Bro, ich habe es total verschwitzt.", beim Wort Schwitzen roch ich instinktiv kurz unter den Achseln und merkte, dass die Stunde extra Training mit Timothy mich wirklich zum Schwitzen gebracht hatte, "Bin gleich bei dir!", versicherte ich ihm. Ehe er antworten konnte, hörte ich plötzlich, wie er etwas schockiert "Oh fuck" meinte. Etwas abgelenkt durch Timothy, der sich gerade selbst angegriffen hatte, meinte ich: "Was ist los...?" Ich verstand nicht viel, doch als der Name Darren fiel, war mir klar, dass mein Freund in Schwierigkeiten sein musste. "Ben, was ist los? Ben?!", der Zauberstab leuchtete nicht mehr. Hatte er aufgelegt? Oder hatte Darren was damit zu tun? Ich nahm meine Sporttasche in die Hand und rief zu Timothy: "Aufgabe aufs nächste Mal: Probiere den Rauchzauber gegen oben aus. Ich muss los! Mein Freund steckt in der Klemme! Sorry Kleiner!" Mit diesen Worten liess ich den Jungen stehen und rannte durch das Schloss. Ben würde sich bei der alte Birke befinden, wo er sonst immer so gerne war. Es würde einige Minuten dauern, bis ich dort wäre. Ich hoffte, dass er keinen Schaden davon trug - was auch immer Darren dort machte.

Re: Vergangenheitsplay » 12
from Alexander on 10/05/2018 12:19 AM"Das ist wieder einmal typisch!", rief ich nun bereits etwas lauter aus, doch da im Saal so viel Lärm war, würde uns eh kein Schwein hören. "Ich habe verhindert, dass sich die zwei Vollidioten den Kopf einschlagen und wer ist die Person, die dafür den eigenen Kopf hinhalten muss?! ICH!", ich warf beide Hände von mir und funkelte den Tisch böse an, der vor Bens und meiner Couch stand. Doch noch war mein Frust nicht entladen. Das konnte doch nicht wirklich Sullivans Ernst sein, oder?! Er wusste haargenau, dass ich niemals soweit gegangen wäre, wenn es nicht einen plausiblen Grund gegeben hätte! Als hätte Ben meine Gedanken gelesen, meinte er vorsichtig: "Sullivan hat es nun mal nicht gesehen...", worauf er gleich mit etwas hellerer Miene anfügte: "Aber hey: So viele Punkte wird es uns nicht kosten. Die haben wir ziemlich schnell wieder auf unserem Konto!" Ich murrte nur und antwortete: "Weg ist weg. Die Punkte sind ja das eine, aber diese scheiss Slytherins das Andere..." Ohne dass ich es merkte, drehte sich ein Mädchen mit Slytherin-Wappen auf dem Rücken ein paar Meter von uns um und da mir vor lauter Frust momentan eh egal war, was die Welt dachte, übernahm Ben die Entschuldigung und stammelte: "Ehm... er meint nicht alle Slytherins...", ich hörte wie er dem Mädchen gespielt zuflüsterte und auf mich zeigte, als würde er ihr ein Geheimnis über mich verraten: "Es geht um ein Mädchen, weisst du...", er fuchtelte bisschen neben mir rum und zeigte hin und wieder mit seinem Finger auf meine Schläfe: "Mein Freund... Liebeskummer... Ärger...", flüsterte er dem Mädchen zu, welches sich anschliessend mit einem von Mitleid zeugendem Kopfnicken zu ihren Mädels umdrehte. Liebeskummer? Ich lachte bitter in mich rein. Mordlust wäre das bessere Wort gewesen. Ben rempelte mich etwas an, als die Mädels wieder unter sich waren und meinte etwas leiser: "Dude, du kannst doch nicht solche Sachen an einer Slyth-Party sagen...", ich liess mich nach hinten in die Couch fallen und schwang im selben Augenblick meine Füsse hoch, die ihren Platz auf der Glasablage des Tisches vor uns fanden. "Warum nicht? Die Slytherins stehen doch darauf, wenn man über sie redet..." Ben lehnte sich nun auch nach hinten und meinte beschwichtigend: "Alex, das meinst du jetzt nicht ernst. Wir kennen so viele Slytherins, die ganz okay sind. Es sind nicht alle so.", er hob eine Augenbraue freundlich an, "Und das weisst du besser als ich." Ich schnaubte. Normalerweise war ich der, der auf diese Art und Weise sprach, doch momentan war mir dazu gar nicht zumute. Ben nutzte die Schweigesekunden, um sich einen weiteren Schluck seines Drinks zu gönnen und wartete auf meine Reaktion. Ich seufzte. Er hatte ja Recht: Es war nicht fair, alle Slytherins in einen Topf zu werfen, denn es gab einige aus unserem Jahrgang, die wirklich gute Zauberer waren und noch einen besseren Charakter innehatten als viele andere, die ich kannte. Doch es war wirklich ein bisschen ein Muster, dass Slytherins tendenziell eher zu den Streitsüchtigen gehörten. Oder täuschte ich mich. Als ich zu Ben rüberschaute, der mich mit grossen Augen beobachtete, während er an seinem Strohhalm die Flüssigkeit nach oben zog, konnte ich ehrlich nicht anders als zu lachen: "Bro, man schaut doch nicht eine Person so an, wenn man an einem Strohhalm saugt!", meinte ich und stiess ihn aus Spass etwas von mir. Ben protestierte grinsend: "Wieso? Du hast auch schon mal vor mir eine Banane gegessen..." Ich verdrehte die Augen und konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Das war Ben, einer meiner besten Freunde. Und ich wusste auch, was ich so an ihm schätzte: Er brachte es immer wieder hin Licht ins Dunkle zu bringen und mir ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, auch wenn mir in diesen Momenten eher der Kopf nach einer Prügelei stand. Ich schüttelte etwas lachend den Kopf: "Ja, aber ich habe dich ganz sicher nicht so angeschaut. Schon gar nicht, wenn ich eine Banane dabei gegessen hätte!" Nun lachte auch Ben auf. Es war schön, dass ich auf ihn zählen konnte, er war wirklich ein echter Freund - und ein amüsanter noch dazu. Als Ben seinen Drink fertig geschlürft hatte, nutzte ich die Situation um zu fragen, was ich wohlmöglich verpasst hatte: "Und...?", ich schaute ihn viel-wissend an: "Apropos Banane: Wie ist es gelaufen...?" Ben runzelte die Stirn verwirrt: "Wie jetzt? Wie es mit der Banane gelaufen ist?" Ich lachte und gab ihm einen leichten Boxer auf den Oberarm: "Nein, mit dem Mädchen von eben!" Bens Gesicht erhellte sich ein wenig, als er erkannte, von wem ich sprach: "Ah, du meinst Gwen! Also Gwendolyn.", er kratzte sich am Kinn, "Ja, war ganz gut..." Ich runzelte die Stirn: "Und...?" Ben verwarf die Hände: "Was und? Wir heiraten ja nicht gleich." Mein Grinsen wich für einen Augenblick einem enttäuschten Lächeln - wäre zu schön, wenn mein Freund bald sein Mädchen finden würde. Allein für das, was er immer wieder für mich getan hatte, würde ich ihm dieses Glück mehr als nur freiwillig gönnen. "Was ist mit dir?", fragte Ben zurück, "Wir haben schon lange nicht mehr über solche Themen gequatscht." Ich schüttelte lächelnd den Kopf: "Ich bin ganz zufrieden.", ich stupste ihn an, "Ich habe ja dich. Eine Frau könnte mich nie so erotisch anschauen, wie du gerade eben mit dem Strohhalm." Ben schrie vergnügt auf und gab mir einen sanften Schlag auf den Oberarm: "Du Arsch!" Ich schaute Ben ins Gesicht, dann zu seinem leeren Glas und dann wieder in seine Augen: "Ich gehe wahrscheinlich nachher ins Bett...", meinte ich nach kurzem Überlegen, "Mir ist die Lust auf die Party bisschen vergangen nach dem Drama heute Abend. Aber du kannst gerne noch bleiben und etwas mit Gwendolyn...", ich nickte in ihre Richtung, "...abhängen." Ben schaute kurz rüber zu Gwendolyn, die sich mit einem Jungen und zwei Mädchen an einen Bartisch gesellt hatte und mit diesen redete. Dann schaute mich Ben zufrieden an und schüttelte den Kopf: "Ne, ich glaube, ich komme gleich mit dir mit, ich...", er schaute nochmal zu Gwen, "...finde die Party eh nicht der Oberhammer." Es war natürlich schön, dass Ben mit mir mitkommen wollte, doch zur Sicherheit fragte ich nochmals nach: "Sicher? Ich kann auch easy alleine gehen." Ben bestätigte mit festem Blick: "Nein, wirklich. Ich glaube, es ist besser so." Seine Augen hafteten auf Gwendolyn. Was war denn jetzt mit ihm los? Aber in Ordnung. Ich würde nicht nein sagen, wenn Ben noch bisschen mit mir abhing. "Wir können auf Netflix was schauen....", meinte ich grinsend, worauf Bens Augen mich begeistert fixierten: "Ja, lass machen!" Ich wollte gerade erzählen, was wir Alles schauen könnten, als sich plötzlich eine dritte von mir nicht gern gehörte Stimme einmischte. In dem Augenblick, als ich die Stimme hörte, verhärteten sich meine Gesichtszüge und als ich gehört hatte, was Darren sagte, wandte ich mich ihm zu und blickte ihn von der Couch unten an. Er hatte den Zauberstab auf uns gerichtet, doch ob er selbst merkte, wie zittrig er den Stab hielt, war fragwürdig. Wohlmöglich hatte er etwas zu viel intus. Sein Fauchen erwiderte ich ohne grosses Drama und meinte nur trocken: "Gerngeschehn. Ich habe dir gerne das Leben gerettet. Keine Ursache. Immer wieder." Dann stand ich auf, um Darren wirklich auf die Frage zu antworten und mit mir Ben. Ich schaute dem Slytherin in die dunklen Auge und kam einen Schritt näher zu ihm, so dass sein Zauberstab meine Bauchregion bepickste: "Warum ich das gemacht habe?", funkelte ich etwas, "Weil ich nun mal ein soziales Wesen bin und mich um mehr als nur um mich selbst kümmere.", meinte ich giftig in sein Gesicht. Ich spürte, wie die Wut in mir aufkochte und meinte: "Warum hast du nicht die Wahrheit gesagt? Warum hast du mich dastehen lassen, wie ein Psychopath, der ohne Grund Schüler einfriert?" Plötzlich drängte sich ein braunhaariger junger Mann zu uns und meinte zu Darren: "Alles klar, Darren?" Dann stellte er sich zwischen mich und den Slytherin und meinte: "Wenn du an ihn ran willst, musst du zuerst an mir vorbei kommen." Ich seufzte. Langsam wurde mit das echt zu blöde mit der ganzen Darren-Clique. Also meinte ich gleichgültig zu Ben: "Gehen wir? Ich habe keinen Bock auf das ganze Theater hier...", ich schaute zuerst Liam, dann Darren an. Danach drehte ich mich zu Ben um und nickte Richtung Ausgang, als wären die anderen zwei nicht da: "Na, los. Gehen wir, ich bin extrem müde..." Ich lief an Darren vorbei, da mir die ganze Diskussionen zu dumm waren. Besonders mit solchen Vollidiote. Ich ging bereits RIchtung Ausgang, als ich hörte, wie Liam Darren was zu sagen schien beziehungsweise kurz mit ihm redete. Da es doch ein bisschen unhöflich war das Gegenüber stehen zu lassen, drehte ich mich doch schliesslich nochmals um: "Gibt es noch etwas, was du sagen willst? Denn ich habe echt keinen Bock auf die Scheisse.", ich zuckte mit den Schultern, "Zudem bin ich müde.", meinte ich gähnend, und es stimmte - jedoch hätte ich locker noch eins zwei Stunden bleiben können. Doch Darren und seine Crew hatten mir diese Lust endgültig genommen: "Ich gehe ansonsten mal...", meinte ich zu Darren und Liam und lief mit Ben in die RIchtung des Ausgangs.
[Liam und Darren können sie gerne noch aufhalten, wenn du willst. Bei einseitiger Aktion, nämlich, dass Darren Alex antwortet, Alex aber nicht Darren, darfst du davon ausgehen, dass Ben und Alex in das Zimmer des Gryffendors verschwinden]

Re: Vergangenheitsplay » 12
from Alexander on 10/03/2018 09:06 PMKaum hatte ich mich aufgerappelt, wollte ich mich schon wieder nach hinten fallen lassen, als ich den Riesen vor mir stehen sah und sein Gesicht musterte, dass mich am liebsten mit blossem Blicke getötet hätte. Was hat der Typ bloss? Er sollte sich mal einen Psychologen suchen, denn für so einen selbstüberzogenen Typen hatte der echt schwache Nerven. Da das Reden bereits vorhin nichts gebracht hatte, liess ich es dieses Mal und drehte mich bereits in eine bessere Position, um mich zu verteidigen, auch wenn ich ein paar Zauber abbekommen würde. Zu meiner Überraschung war es dieses Mal Darren, der die Initiative ergriff und den Dickschädel seinerseits mit einem nicht ganz schwachen Zauber von mir wegbeförderte. Des Feindes Feindes ist also mein Freund, was? Ich nutzte den Augenblick und rappelte mich auf, wobei ich spürte, dass meine Bauchregion sich immer noch nicht ganz erholt hatte und mir ein bisschen übel wurde. Die verdammte Bauchregion! Ich mochte es gar nicht, wenn man mich dort angriff, wo ich mein Essen verarbeitete. Ich wollte Darren zunicken, doch der hatte nur Augen für Gorden und innert wenigen Sekunden begann ein Feuerwerk aus Flüchen aus seinem Zauberstab zu entweichen, einer schlimmer als der andere. Ich intervenierte vorerst nicht - also zumindest nicht bei Gorden und Darren, sondern nutzte deren Abgelenktheit um einen meiner allerersten selbsterfundenen Zaubersprüchen einzusetzen: "Quiritatio", flüsterte ich meinem Zauberstab zu, der ganz fein begann zu leuchten und warm wurde, worauf ich Bens Stimme hörte: "Alex, wo bist du? Ich habe dich vorhin gesucht und...", ich unterbrach ihn kurzerhand, "Ich bin draussen auf der Terasse und dieser Gorden und Darren schlagen sich gleich die Köpfe ein, wenn du nicht jemanden holst..." Ich konnte mir Bens verwirrtes Gesicht nur zu gut vorstellen, als er über unser "Funk-Zauberstab-Telefon" nachhakte: "Was machst du überhaupt mit denen zwei, dass sind doch..." Meine Augen weiteten sich und ich senkte den Zauberstab, als ich Darren einen mir unbekannten Zauber zu wirken, der jedoch zu stark war, als dass er erfunden hätte sein können. Einen Augenblick war ich wirklich fasziniert, denn Zauberei und Sprüche hatten mich schon als kleinen Gryffendor extrem interessiert. Was Darren hier jedoch ablieferte, war nochmal eine Klasse für sich. Gorden wurde von dem Zauber, den er nicht zu ablenken wusste getroffen und zeitgleich verdüsterte sich mein Gesicht. War das eine Wunde? Ich kniff die Augen im Dunkeln zusammen und glaubte eine nicht kleine Wunde zu entdecken. "Darren!", schrie ich und Ben, der immer noch an seinem Zauberstab war, meinte nur verwirrt: "Hast du mir überhaupt zugehört?" Gorden rappelte sich auf und griff Darren nun noch heftiger an, doch durch den Rückstoss hatte seine Zielgenauigkeit gelitten, wodurch es ein Kinderspiel für seinen Freund und Feind war die Zauber zu parieren. Ich knirrschte mit den Zähnen und rief jetzt beinahe aggressiv gegen meinen Zauberstab: "Hol' sofort Sullivan hierher! Sofort!" Mit diesen Worten liess ich den Anruf enden und hoffte, dass alle hier noch lebten, bis einer unser Duellierleiter hier ankam. Wohlmöglich würde ich uns dreien durch diese Aktion Ärger aufbinden, doch das, was momentan hier abging, bereitete mir viel mehr Sorgen. Die Jungs spürten sich gar nicht mehr und lieferten sich ein Kampf der Extra-Klasse. Naja, Extra-Klasse... sagen wir ein Kampf der Extra-Dummen-Testosterongesteuerten-Unnötigen-Arroganten-Klasse. Plötzlich hob der Dunkelhaarige seinen Zauberstab und sprach einen Zauber, den ich nicht in so kurzer Zeit zu verstehen oder übersetzen wusste, doch die Auswirkungen wurden bald sichtbar. Und hörbar. Gorden knickte ein und hielt sich schreiend am Bauch, während er sich langsam in eine Embryo-Stellung begab. Auf Darrens Gesicht bildeten sich extrem angestrengte Falten: Das konnte kein Spruch sein, der für Schüler wie uns gedacht war! "Darren, stopp!", rief ich nun nicht flehend, sonder wütend. Der Typ hatte doch nicht mehr alle Tassen im Schrank! Doch sein Blick blieb starr auf seinem Opfer, dass vor Schmerz zappelte und dessen Kopf bereits rot angelaufen war. "DARREN!", rief ich nochmals und hob den Zauberstab gegen ihn, "Hör auf der Stell auf damit!" Darren liess den Zauberstab erschöpft sinken, worauf ich aufatmete. Er hatte auf mich gehört, gab es sowas? Gorden rappelte sich ebenfalls langsam auf, während Darren verschnaufte und den etwa eineinhalb Kopf grösseren Riesen erschöpft anschaute. Hatte der Wahnsinn endlich ein Ende? Ich wollte gerade zu den zwei rüber gehen, als Gorden abermals seinen Zauberstab hob. "NEIN, NEIN, NEIN! Herrgott nochmals!", schrie ich wutentbrannt und liess dieses Mal keine Zeit um zu diskutieren: "Levitatio!" Mein Zauberstab entfachte in grünem Licht und liess den Dickschädel in einer grünen Aura in der Luft schweben. Ich erfasste mit einem Zauberspruch Darren, der noch erschöpft war: "Agglutinatio!" Ein Zauber, den Darren an der Stelle behalten sollte, in welcher er sich gerade befand. Eigentlich war es der gleiche Zauber wie bei Gorden, abgesehen, dass Gorden in der Luft schwebte und Darren am Boden befestigt war. "WAS FÄLLT EUCH VOLLIDIOTEN EIN?!", rief ich nun ohne Hemmung aus, "Seid ihr noch ganz bei Verstand?! Ihr habt euch fast umgebracht!" Ich funkelte Gorden an: "Du solltest dringend mal deine Aggressionsprobleme in den Griff bekommen und du...", ich drehte mich sauer zu Darren um und schnaubte: "Was sollte das?! Du hast ihn ernsthaft verletzt!" Mein Blick wanderte besorgt zum Arm, der blutüberströmt war. "Fuck, Darren...", murmelte ich, als ich Wunde sah und schaute ihn an, "Warum tut man sowas?", ich funkelte ihn an, als Gorden plötzlich wieder aus der Starre erwachte und auf dem Boden landete. "Was? Wie?", überlegte ich laut, als Gorden bereits seine Faust in meine Richtung schwang, der ich knapp ausweichen konnte. Eine weitere Person stellte sich neben Gorden. Irgendeiner aus der Gruppe heut' Mittag. Ich meinte angepisst und flehend: "Jungs, können wir nicht endlich mit dem Scheiss aufhören?!" und löste den Zauber, mit dem ich Darren festgehalten hatte - nur für den Fall der Fälle. Ohne Vorwarnung entluden die zwei Jungs einen Energiestrahl in meine Richtung, den ich mithilfe eines magischen Schildes abblockte, was jedoch zunehmend schwerer wurde. Auf Darrens Hilfe zählte ich nicht, denn der war wahrscheinlich ziemlich erschöpft von seinem nicht ganz ungefährlichen Zauber. Die Strahlen prallten auf meinen magischen Schild und je länger je mehr, konnte ich es nicht mehr halten und wählte eine andere Alternative: "Ascensio!", rief ich und die beiden Strahlen gingen gegen den Himmel und verschwanden in der Wolkendecke, worauf ich gleich nachlieferte: "Tempestas nivosa!" Eisige Kälte entwich meinem Stab und schleuderte die zwei Jungs in voller Härte und Eiseskälte einige Meter nach hinten. Je länger ich den Zauber aufrecht erhielt, desto mehr Schnee und Eis kam aus meinem Zauberstab, was die Jungs daran hinderte sich aufzurappeln. "Cooper!", schrie plötzlich eine Stimme hinter mir und ich drehte mich ertappt um. Sullivan trat auf uns zu und schaute sich uns vier mit halb nach Verständnis suchenden, halb zornigen Augen an. "Au Backe.", war das Einzige, was ich rausbrachte. "Bringt den zwei unterkühlten Jungen Wolldecken.", befahl Sullivan Ben und einem Mädchen, die sich sofort aufmachten, während Jason und Gorden in der sowieso schon kühlen Nachtluft zitterten wie Eiszapfen. Sullivan musterte abermals die Situation und schaute uns funkelnd an. Ich wollte ansetzen: "Es ist nicht so, wie es aus-..." Sullivan unterbrach mich mit einer Handbewegung: "Klar, Mr. Cooper. Es ist nie so, wie es scheint. Ausser dass sie gerade zwei Ihrer Mitschüler in lebendige Eiszapfen verwandelt haben." "Aber, ich...", stotterte ich und gestikulierte etwas unbeholfen. "Punkteabzug für das Haus Gryffendor!", erklärte er und Ben, der gerade mit einer Decke kam, meinte entrüstet: "Was?! Nein! Mr. Sullivan, Alex ist unschuldig!" Mr. Sullivan schüttelte nur den Kopf: "Das kann wahrscheinlich jeder hier sagen. Ihn habe ich gesehen, die Anderen nicht." Ich blickte ungläubig zu Darren und den Anderen: "Ihr Ernst?!" Mr. Sullivan legte mir eine Hand auf die Schulter: "Nimm's nicht persönlich, du weisst, dass du einer meiner Lieblingsschüler bist. Aber ich darf nicht parteiisch sein. Schon gar nicht als Duellierleiter." - "Aber Mr. Sullivan, ich habe gar ni-...!", protestierte ich und merkte, dass er mir gar nicht zuhören würde. Ich verzog das Gesicht und funkelte die anderen drei an. Das war zu viel gewesen! Dass ich jetzt einen Punkteabzug für unser Haus verursacht hatte, war einfach ungerecht und ignorant. Mr. Sullivan zeigte seinen guten Willen gegenüber, indem er mir und Ben sagte: "Na los, geht schon." Ich schnaubte und kickte in die Luft und funkelte Alles an und Jeden an, den ich sah - inklusive Darren. Drinnen angekommen, meinte Ben: "Willste noch was trinken?" Ich schüttelte sauer den Kopf: "Nein. Ist grad alles Scheisse." Ben nickte nur stillschweigend, denn er wusste, wie ich aussah, wenn ich nicht gut gelaunt war. Ben rang mir die Einwilligung ab noch auf ihn zu warten, bis er seinen Drink fertig geschlürft hatte und so setzte ich mich kurz mit ihm auf eine Couch in einer etwas verlasseneren Gegend des Raums und klagte ihm meinen Frust und meine Wut über diese Vollidioten, während er geduldig an seinem Getränk schlürfte. Dieser Darren und seine Esel... sollen die doch für immer in einer Wahrsagerkugel eingesperrt sein!



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