Kitty & Ragnar ~ about last night
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Kitty & Ragnar ~ about last night
from Nott on 02/22/2019 12:24 PMNovember 1976, Zaubereiministerium.
Ich kramte die letzten Akten und Unterlagen zusammen und klemmte sie mir unter den Arm. Mit der linken Hand drückte ich meine Zigarette aus und stand vom Schreibtisch auf. Ein Blick aus dem magischen Fenster zeigte eine belebte Straße Londons, in der Muggel geschäftig hin und herrannten und in der die Überreste des ersten Schnees von gestern langsam tauten. Ein Blick auf meine Uhr sagte mir, dass ich bereits 5 Minuten zu spät war, aber das war mir im Augenblick egal. Mein Kopf pochte noch immer schmerzhaft und ich hatte kein Mittelchen dagegen mehr vorrätig gehabt. Das müsste bis zur Pause warten müssen. Ich zog die Tür zu meinem Büro zu und nickte meiner Sekretärin kurz zu, damit sie wusste, dass ich für einige Zeit nicht zu erreichen war. Ich hatte die Nacht nicht viel geschlafen. Ich erinnerte mich noch, wie ich in einem Pub nach der Arbeit eigentlich nur ein harmloses Glas Feuerwhiskey hatte trinken wollen, doch dann war dort diese Frau aufgetaucht. Wunderschön, mit goldblondem Haar, endlos langen Beinen und...ich kniff die Augen zusammen, denn in meinem Kopf drehte sich noch immer alles. Amerikanerin war sie gewesen, erinnerte ich mich, und wir hatten zusammen etwas getrunken. Jedenfalls war das eine zum anderen gekommen und noch im Halbrausch hatte ich mich morgens früh noch leise davongestohlen, um wenigstens noch etwas vor der Arbeit zu frühstücken. Dann fiel mir ein, dass ich völlig vergessen hatte, mir die Adresse zu merken, bevor ich disapparierte, weshalb ich diese Frau vermutlich nie wiedersehen würde. Ein Jammer war das schon, sie war unglaublich gewesen. Ich erinnerte mich noch, dass ich mich geärgert hatte bereits so viel getrunken zu haben, denn ich hätte das alles gerne mit voller Aufmerksamkeit genossen. Aber jetzt musste ich die Gedanken erstmal beiseiteschieben, denn ich hatte den Seminarraum erreicht, in dem sich die Mitarbeiter der Abteilung für Internationale Magische Zusammenarbeit heute zu einer Besprechung trafen. Ich schloss die Tür hinter mir und registrierte den vorwurfsvollen Blick meines Vorgesetzten, den Leiter der Abteilung. Ich grinste kurz schief und ließ mich dann auf meinem Platz sinken. Unser Chef war leider normalerweise derjenige, der chronisch zu spät kam, also sagte er meistens nicht mehr als ein paar strenge aber leere Worte, wenn einem dasselbe passierte. Gegenüber von mir saß Milton Hayes aus der Rechtsabteilung, ein untersetzter Kollege mit riesiger Brille auf der Nase und einem nervösen Blinzel-Tick und starrte mich an. Ich warf ihm einen provozierenden Blick zu und musste mich angesichts meiner aktuellen Verfassung zurückhalten, ihn nicht laut anzufahren, was er mich so anstarrte, sondern beließ es bei dem Blick. Milton sah schreckhaft schnell wieder nach vorne. Auch ich sah nun wieder ans Ende des langen Tisches, wo der Chef gerade mit seinem Monolog fortfuhr. Dann fiel mein Augenmerk auf jemanden, der auch an dem Ende saß, nur ein paar Plätze mir schräg gegenüber. Ich blinzelte kaum merklich und versuchte fieberhaft mir nichts anmerken zu lassen. Entweder war ich immer noch sternhagelvoll, oder dort saß tatsächlich meine Begegnung von gestern Nacht. Der Blick, mit dem sie mich durchbohrte war eine Mischung aus Genugtuung, Überraschung, Wut und Amüsement. „Mr. Nott? Haben Sie mich gehört?“ Die Stimme des Chefs riss mich aus meinem Starren. „Wie weit sind Sie mit dem Abkommen bezüglich Frankreich und Belgien?“ Seine Worte rieselte durch mich hindurch und ich nahm endlich die Kraft, ihn anzusehen. „Hm, äh, wiebitte?“, fragte ich mit aufeinandergepressten Lippen und einem desinteressierten Unterton. Der Tag war jetzt eh schon hinüber.


Re: Kitty & Ragnar ~ about last night
from Kitty on 02/24/2019 05:12 PMOhne jede Frage, ich war nervös. Meine Finger schlossen sich um den kühlen Porzellanrand des Waschbeckens, während ich einen letzten prüfenden Blick in den Spiegel warf und noch einmal tief durchatmete. "Ganz ruhig Kitty, du schaffst das!", murmelte ich meinem Spiegelbild Mut zu und war mehr als froh darüber, dass man mir die vergangene Nacht nicht im Gesicht ansehen konnte- ein Hoch auf die Gene. Die Tatsache, dass ich gerade das Gefühl hatte, mein Magen würde sich überstülpen konnte ich auch ganz getrost auf die kommende Stunde schieben, nicht etwa auf die etlichen Gläser Feuerwhiskey die mir gestern brennend durch den Rachen gelaufen waren. Ich hatte noch nie mit den Folgen eines Katers zu kämpfen gehabt, ganz gleich wie viel ich auch getrunken hatte. Hingegen hatte ich die Aufregung das erste Mal vor einer Gruppe von Menschen zu sprechen, die ich nie zuvor gesehen hatte, nie in den Griff gekriegt. Dies verlor sich meistens mit der Zeit, wenn ich mich wohl fühlte und Fuß gefasst hatte. Aber eben das war hier noch nicht der Fall. Es war mein erster Tag im Ministerium. Ich war die Neue. Neu in der Abteilung für internationale magische Zusammenarbeit, neu in London. Und was war meine erste brilliante Amtshandlung gewesen? Ich hatte mich hemmungslos mit einer Barbekanntschaft betrunken und diese mit nach Hause genommen, und das in der Nacht vor meinem ersten Tag auf meiner neuen Dienststelle. Großartig. Einfach großartig. Das war wohl eine dieser Situationen die meine Mutter wohl damit meinte, wenn sie mir an den Kopf knallte, dass ich wohl nie erwachsen würde. Kaum merklich schüttelte ich den Kopf, während sich ein zartes Lächeln auf meine Züge stahl, als mir klar wurde, dass ich es dennoch nicht bereute und jederzeit wieder tun würde. Er hatte gut ausgesehen. Groß, muskulös und mit diesem leicht gefährlichen Blitzen in den unfassbar blauen Augen. Als ich allerdings wach geworden war, war der Platz neben mir im Bett bereits leer gewesen; nur der Abdruck auf dem Kissen und der schwache Duft des Aftershaves darauf gaben aufschluss darüber, dass ich das alles nicht nur geträumt hatte. Ein wenig enttäuscht hatte mich das schon, auch wenn es die Peinlichkeiten, mit denen der Morgen danach manchmal verbunden war, ersparte. Erneut schüttelte ich den Kopf, dieses mal stärker um die Gedanken los zu werden, zog den grauen Bleistiftrock zurecht und verließ ein letztes Mal tief Einatmend den Waschraum, um mich zu dem morgendlichen Meeting zu begeben.
Meine Vorstellung war kurz und schmerzlos verlaufen und ehe ich mich versehen hatte, war es auch schon vorbei gewesen und ich nahm wieder auf meinem Stuhl am Kopfende neben meinem Vorgesetzten platz, der das Wort wieder an sich nahm. Kaum das er angesetzt hatte wurde die Tür schwungvoll aufgeschoben und erneut wallte das Gefühl in mir auf, als sei ich gerade aus einer Achterbahngondel geklettert. Der Mann, der sich heute Morgen aus meiner Wohnung gestohlen hatte, setzte sich wie selbstverständlich auf den letzten freien Stuhl. Ich wusste nicht, welches meiner Gefühle überwog. Überraschung? Belustigung? Oder doch eher Wut über die Schmach, dass er mich wie einen faden Nachtisch ohne ein Wort zu sagen einfach hatte stehen, oder besser gesagt, liegen lassen? Sein Blick traf den meinen. Wenn es ihm gerade ähnlich erging war er definitiv ein besserer Schauspieler als ich, der man wohl gerade verschiedene Gedanken von der Stirn ablesen konnte. Ein wenig aus dem Konzept gebracht hatte ihn unser überraschend schnelles Wiedersehen offensichtlich aber auch, da er die an ihn gerichtete Frage erst beim zweiten Mal zu regestrieren schien. "Ms. Goldstein, Sie haben noch Kontakte zu Ihrem Mittelsmann in Paris?", richtete der ältere, zurückgesetzte Mann das Wort an mich, nachdem der Neuankömmling seine Frage beantwortet hatte. "Ja, Sir", nickte ich und wandte endlich den Blick von dem Blonden ab, meinem Chef zu. Offensichtlich war das genau das, was er hatte hören wollen und ehe ich mich versah sollte ich meine Bekanntschaft unterstützen. Mir ein Seufzen gerade so verkneifen könnend, lauschte ich der restlichen Versammlung nur noch mit halbem Ohr, viel zu sehr war ich mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt. Die am Morgen ersparte Peinlichkeit schien wohl doch ihren Tribut zollen zu wollen. Als der Chef die Zusammenkunft beendete, hatte ich mir bereits zehn verschiedene Strategien überlegt, von Szene bis das Gekonnte so zu tun als sei nie etwas gewesen war alles dabel. Betont lässig trat ich neben ihn an den Servierwagen, auf dem diverse Kannen standen und griff nach einer Tasse. "Danke für den Kaffee heute Morgen", grinste ich herausfordernd, die zuckersüße Ironie beflügelnd, ehe ich den Blick hob und meine Tasse immer noch lächelnd zu meinen Lippen führte. Ich hatte mich für die lockere Variante entschieden, immerhin mussten wir jetzt zusammenarbeiten und, wie bereits erwähnt, ich bereute absolut nichts von dem was wir gemacht hatten.

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Re: Kitty & Ragnar ~ about last night
from Nott on 02/24/2019 10:04 PMIn einem zweitem Anlauf beantwortete ich die Frage schließlich und ließ mich, nachdem alles gesagt war in meinem Stuhl zurückfallen. Mein Kopf schmerzte eh viel zu sehr, als dass ich den Rest der Besprechung überhaupt noch mitbekam. Zumindest dachte ich das. Denn kaum hatte ich ausgeredet, wandte sich der Boss an meine blonde Begegnung und schneller als der Teufel Quidditch sagen konnte, hatte er sie zu meiner Partnerin in diesem Anliegen gemacht. Ich quittierte diese neue Entwicklung mit einem gespielt besonders charmanten Lächeln ihr gegenüber, damit niemand Verdacht schöpfte und machte mich innerlich schon auf ein Theater später gefasst. Diese Amerikanerinnen konnten extrem großes Theater machen. Ich war erledigt. Der Rest des Meeting zog an mir vorbei, wobei ich mich immer wieder dabei erwischte, wie ich meine neue Partnerin musterte. Ich konnte nur hoffen, dass ihr das nicht aufgefallen war. Der Chef schloss das Meeting und ich sah zu, dass ich einen Kaffee bekam, um wenigstens ein bisschen Ordnung in meinem Kopf zu schaffen. Ich sah resigniert in die schwarze Flüssigkeit in meiner Tasse und wünschte mir, es wäre Whiskey. Das wäre jetzt genau das Richtige. Jemand trat neben mich und ich brauchte sie nicht anzusehen, um zu wissen wer es war. Zu meiner Überrschung folgte keine Standpauke. Sie hatte nichtmal den fauchenden Unterton, den Frauen manchmal so gerne benutzten und bei dem man wusste, dass man sich am besten in Sicherheit bringen sollte. Ihr Kommentar entlockte mir ein schiefes Lächeln. "Hey", sagte ich und sah sie an. "Hör mal, tut mir echt Leid wegen gestern, ich", ich fuhr mir mit der Hand über den Nacken und überlegte, was ich jetzt am besten sagte. Dann fiel mein Blick auf die Tasse, die sie an ihre vollen, wohlgeformten Lippen hielt und stellte meine eigene Tasse weg. "Wissen Sie, der Kaffee hier ist echt zum Kotzen, wie wäre es, wenn ich Ihnen einen wirklich guten Kaffee in der Winkelgasse spendiere? Das bin ich Ihnen wohl schuldig, Miss..." Ich grinste schief und hoffte, dass sie diese halbharte Entschädigung einfach annahm. Normalerweise kam ich nicht in solche Situationen und selbst wenn ich meine Eroberungen vom Vortag morgens nochmal traf, machte ich meistens keinen Hehl daraus, dass sie mir völlig egal waren. Doch bei ihr war das anders. Mit ihr würde ich jetzt arbeiten müssen, ob wir nun wollten oder nicht. Und wenn ich ehrlich war, hatte ich es eigentlich ziemlich gut getroffen. Sie war wirklich unglaublich gewesen und ich musste zugeben, dass sie mich neugierig gemacht hatte. Und wenn ich ihr und ihren Kurven hier bei der Arbeit nun häufiger über den Weg laufen durfte, konnte ich mich eindeutig glücklich schätzen. Und wie um das zu bekräftigen, schoss mir plötzlich ihr Name durch den Kopf. Catrina. Kitty. Normalerweise erinnerte ich mich nie an Namen, doch ihrer hallte jetzt in meinem Kopf wider. "Miss Goldstein", fügte ich hinzu und schloss damit mein Angebot. Richtig, so war ihr Name gewesen, Catrina Goldstein. Ihr Name hatte mir trotz meines Rausches gestern noch versichert, dass sie eine reinblütige Hexe war. Zumindest meinte ich zu wissen, dass es in den Staaten eine recht alte reinblütige Familie mit diesem Namen gab. Ihr herausfordernder Blick gefiel mir. Noch mehr, dass sie scheinbar ziemlich locker mit unserer Situation umging und keine von diesen anstrengenden Dramaqueens war, oder eine von denen, die sich gleich etwas aus diesem einem Mal einbildeten und so anhänglich wurden.


Re: Kitty & Ragnar ~ about last night
from Kitty on 02/25/2019 09:50 PMMir waren die verstohlenen Blicke während des restlichen Meetings nicht entgangen, ob sie aber von einem schlechten Gewissen oder aber den neuerlichen Ereignissen her rührten, vermochte ich nicht zu sagen. Bei ersterem stellte sich zudem die Frage, ob er überhaupt sowas wie Gewissensbisse empfand. Immerhin hätte man es unter anderen Umständen als beispielhaften One Night Stand verbuchen können. Wer hatte schon damit rechnen können, dass wir künftig zusammenarbeiten würden. Merlin, das konnte sicher heiter werden.
Als ich allerdings neben ihn an den klapperigen Holzwagen mit der spärlichen Auslage vertrockneter Kaffeestückchen und steinharter Kekse trat, schien er weniger überrascht. Mit gehobener Braue und immer noch deutlich amüsierten Grinsen lauschte ich seiner sehr dürftigen Erklärung, in der er plötzlich stockte und meiner Bewegung folgte. Die Wendung die er dann einschlug, ließ mich abermals grinsen, ebenso die plötzlich so förmliche Anrede. Wir waren schließlich nicht unter uns und es konnte wohl kaum in unserem Interesse sein, wenn gleich jeder Bescheid wusste, dass wir uns eben nicht erst hier kennen gelernt hatten. "Ich schätze, dass ist angemessen", gab ich flötend zurück, bevor ich mir leicht über die Schulter blickte um mich zu versichern, dass uns niemand zuhörte, ihn wieder lächelnd ansah und meine Stimme ein wenig senkte, "Immerhin haben Sie mich schon nackt gesehen, Mr. Nott!". Eventuell machte ich mir auch gerade einen Spaß aus dem Spiel mit dem Feuer. Es hatte einen gewissen Reiz, den ich nicht leugnen würde. Dem nichts weiter hinzufügend nahm ich den letzten Schluck des wirklich dünnen Kaffees, verzog angewidert das Gesicht und suchte wieder grinsend den Blick aus den durchdringend hellblauen Augen, die mich letzte Nacht schon fasziniert hatten, "Du hast recht, der Kaffee hier ist echt zum Kotzen!". Vom Gebäck wollte ich gar nicht erst anfangen. Gerade als ich wieder ansetzen wollte, das Gespräch in vertraulichere Gefilde zu lenken, kamen zwei Kollegen zurück in den Raum. Ich strich mir eine lose Strähne zurück hinter das Ohr, bemüht nicht ertappt zu wirken, und knüpfte wieder an unser Geschäftsgespräch an. "Ich müsste noch meine Jacke holen und dann werde ich Ihnen gerne über die Arbeit mit Frankreich berichten. Begleiten Sie mich zu meinem Platz? Ich kenne mich hier noch nicht wirklich aus, nicht das ich mich noch verlaufe!", fragte ich mit unschuldigem Lächeln an Ragnar gerichtet. Meine Schauspielkunst würde ich noch ausbauen müssen, wenn ich hier nicht mit offenen Karten spielen wollte. Auch wenn die Kollegen es nicht merkwürdig zu finden schienen. Vielleicht musste ich mich auch einfach von diesem krampfhaften Gedanken befreien. Dem Dunkelblonden voran, schritt ich aus dem Saal und entschleunigte meinen Schritt, damit er aufholen konnte. "Ich hatte keine Ahnung, dass du hier arbeitest", begann ich mich zu rechtfertigen, er sollte nicht denken, dass ich eine verrückte Stalkerin war.

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Re: Kitty & Ragnar ~ about last night
from Nott on 02/27/2019 11:40 PMSie stieg auf das Spiel ein, was mich positiv beeindruckte. Sie hatte offenbar verstanden, worum es mir ging, wobei ich auch zugeben musste, den Gedanken nicht loszuwerden, dass das hier vielleicht doch kein Zufall war. Wie gering war bitte die Wahrscheinlichkeit, dass irgendeine Frau, die ich gestern in irgendeinem Pub getroffen hatte, heute zufällig nicht in irgendeiner Abteilung aufkreuzte, sondern genau hier. Und dass sie zufällig auch noch mir als Partnerin zugeteilt worden war, konnte eigentlich auch nicht mit rechten Dingen zugehen. In mir keinte der Verdacht auf, dass es sich bei meinem One-night-stand hier um eine Aurorin des Macusa handeln könnte, die versteckt gegen mich oder gegen Todesser im allgemeinen ermittelte. Ich beschloss, auf der Hut zu bleiben, bis ich mir Gewissheit geschaffen hatte. „Und diesen Anblick würde ich wirklich nicht missen wollen, Miss Goldstein“, gab ich in einem ähnlichen Ton gedämpft zurück. Dann schenkte ich ihr noch ein schelmisches Grinsen, bevor wir uns wieder zu den anderen umdrehten. „Aber natürlich, Ma‘am, ich begleite Sie, Frankreich kann schließlich nicht ewig warten!“ Ich warf Hayes noch einen Blick zu, weil er uns ein wenig zu kritisch beäugte und hielt Catrina dann die Tür auf. Ein wenig weiter im Korridor dahinter schloss ich zu ihr auf und sie versicherte mir, dass sie das hier nicht gewusst oder geplant hatte. Ich schenkte ihr ein Lächeln, das vielleicht etwas ZU gutgläubig herüberkam. „Ach, wer hätte das schon ahnen können?“ Wenn sie Aurorin war, würde ich es herausfinden, irgendwann verrieten sie sich immer. Aber bis dahin würde ich weiter mitspielen, wenn sie das so haben wollte. Oder vielleicht, ganz vielleicht, war es ja wirklich nur ein Zufall und ich entwickelte hier gerade schon so paranoide Wesenszüge wie Nyx. Beim Gedanken an sie warf ich unweigerlich einen schnellen Blick hinter uns, doch der Korridor war leer. Ich hatte gerade herzlich wenig Lust mich in irgendeiner Weise mit ihr auseinandersetzen zu müssen. „Was treibt dich denn nach England? Das Wetter kann es unmöglich sein.“ Gerade liefen wir an einem der magischen Fenster vorbei, das zeigte, wie es in Strömen goss und auch die letzten Häufchen Schneematsch wegspülten. Ich wusste, wieso ich normalerweise dem Gespräch nach der Nacht aus dem Weg ging. Mir fiel beim besten Willen nichts besseres ein, als über das Wetter zu faseln, was so ziemlich jedes Klischee bediente. Vielleicht sollte ich wirklich weiter mit der Schiene fahren, indem ich so tat, als wäre mir das alles egal. Nur, dass wir jetzt eben zusammenarbeiten mussten. Aber die Art, wie wir in nächter Zeit zusammenarbeiten würden, entschied sich hier und jetzt mit den nächsten Worten, die wir miteinander wechseln würden und ich war mir wirklich nicht sicher, was mir lieber war. Für mich war ein One-night-stand eben ein One-night-stand. Man verhinderte, dass Frauen zu anhänglich wurden, indem man es eben bei diesem einem Mal beließ. Oder man reizte es eben weitere Male aus und hoffte, dass sie mit der Zeit nicht mehr wollte. Doch bei dieser Frau hier war ich mir nicht sicher. Vielleicht lag es daran, dass sie Amerikanerin war und es mir schwerer fiel, sie einzuschätzen, oder es war immer noch der Gedanke dazwischen, dass sie vielleicht doch Aurorin war. Aber jetzt musste ich erstmal dieses Gespräch nutzen, um ihre eigentlichen Beweggründe herauszufinden und zu wissen, was mir bevorstand, wenn ich mit dieser Frau in den nächsten Wochen sehr viel Zeit verbringen musste.


Re: Kitty & Ragnar ~ about last night
from Kitty on 03/01/2019 04:58 PMSeine kecke Antwort ließ mich abermals grinsen, jedoch verbiss ich mir jeden weiteren Kommentar. Natürlich hätte ich ihm noch vor den Bug knallen können, dass er dafür aber ziemlich schnell verschwunden war, aber ich wollte den Bogen nicht überspannen. Mit einer unüberlegten Aussage könnte unsere weitere Zusammenarbeit zum absoluten Alptraum werden, abgesehen davon war ich nicht nachtragend. Mit kraus gezogenen Lippen trank ich den letzten Schluck der lauwarmen Plörre und stellte die leere Tasse auf den Wagen zurück. Noch ein charmantes Lächeln an die Kollegen, die uns argwöhnisch beäugten und ich war mit einem ehrlichen 'Danke' vor Ragnar aus der offen gehaltenen Tür geschlüpft.
Ich atmete hörbar aus, als sei in dem kleinen Besprechungsraum nicht genug Sauerstoff gewesen. Ob ich nun froh darüber war mit ihm alleine zu sein wusste ich noch nicht, was weniger an meiner Verunsicherung oder ähnlichem lag, als viel mehr daran, dass ich ihn immer noch unglaublich anziehend fand und mir daher selbst nicht traute. Das Lächeln welches auf sein Gesicht trat, wirkte sehr angestrengt. Na toll, er hielt mich also wirklich für einen wahnsinnigen Groupie. Schnell wandte ich meinen Blick ab, um seinen Eindruck nicht noch zu bestärken. Das er sich über die Schulter umsah, entging mir nicht dennoch nicht. "Erwartest du noch jemanden?", fragte ich und tat es ihm gleich, in den verlassenen Korridor hinter uns zu gucken. Wahrscheinlich war er verheiratet oder vergeben und nun in Sorge, dass ihm sein Fehltritt nachgewiesen wurde. Wäre nicht das erste Mal, dass ich unfreiwillig und unwissend zu eben jenem Fehltritt in einer eigentlich intakten Ehe geworden wäre. "Oder hast du nur Angst mit mir alleine zu sein?", hing ich mit leicht spöttischem Ton neckend an, ihm meine Aufmerksamkeit doch wieder voll zuwendend. Er zählte definitiv zu der Sorte Mann, vor der meine Mutter mich immer gewarnt hatte- was seiner Attraktivität alles andere als einen Abbruch tat. Er war geheimnisvoll und irgendwie gefährlich. Zu behaupten dies hätte keinerlei Wirkung auf mich wäre gelogen. Bei seiner nächsten Frage schaute ich aus dem Fenster zu meiner linken. Es bot sich ein ähnlicher Anblick wie bereits gestern. Ich zuckte kurz mit den Schultern. "Zu der Entscheidung her zu kommen, trugen wohl mehrere Sachen bei, schätze ich. Das Wetter war wohl keine davon", gab ich lächelnd zurück. Allen voran wohl meine Mum, die es sich in den letzten Monaten zur Aufgabe gemacht hatte, mich unter die Haube zu kriegen, nachdem meine letzte Beziehung katastrophal und schmerzhaft gescheitert war- was ich ihm aber sicher nicht sagen würde. "Der Kollege der eigentlich hier her versetzt werden sollte, hat erst Nachwuchs gekriegt und seine Frau wollte nicht umziehen, da hab' ich mich angeboten! Nicht wirklich spektakuläre Beweggründe, wie du siehst". Ich war mir nicht mal sicher, ob es ihn wirklich interessierte oder ob er mir einfach nur ein bisschen auf den Zahn fühlen wollte. Konnte er ruhig, mein Leben war bisher so spannend wie ein Groschenroman gewesen- sprich, ich hatte bis auf die üblichen Jugendsünden und ein unglückliches Händchen bei der Männerwahl wirklich nichts zu verbergen. "Wie lange arbeitest du schon hier?", fragte ich und wandte ihm wieder meinen Blick zu.

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Re: Kitty & Ragnar ~ about last night
from Nott on 03/05/2019 03:08 PMIhr entging nicht, dass ich mich kurz umsah und fragte, ob ich noch jemanden erwartete. Ich schüttelte den Kopf. „Nein eigentlich nicht, der kleine mit der Brille hat nur die unangenehme Angewohnheit, andere Leute bei ihren Gesprächen zu belauschen.“ Das war nichtmal gelogen, auch wenn er nicht mein eigentliches Problem darstellte. Ich lächelte Catrina an. „Und das könnte in unserer aktuellen Lage etwas heikel werden.“ Wir liefen den Korridor entlang und ihr Kommentar entlockte mir ein leises Lachen. „Ja, ich muss sagen, gestern hast du mir beinahe Angst gemacht“, sagte ich mit einem Schmunzeln. „Du bist unberechenbar, im guten Sinne“, fügte ich hinzu und lächelte, damit sie wusste, dass ich das als Kompliment meinte. Natürlich hatte ich keine Angst in dem Sinne, aber die Nacht gestern war einfach überraschend gewesen und in ihr steckten Talente, die man ihr auf den ersten Blick gar nicht so ansah. Auf jeden Fall hatte es mich zur Abwechslung wirklich mal geärgert, als ich ohne weiteres morgens disappariert war, ohne mir ihre Adresse zu merken und gewusst hatte, dass ich sie wahrscheinlich nie mehr wiedersehen würde. Und normalerweise verschwendete ich nie einen Gedanken an meine Eroberung am nächsten Tag. Im Gehen zog ich meine Hemdärmel etwas weiter runter und ging sicher, dass die Knöpfe am Handgelenk geschlossen waren. Gestern hatte ich dafür gesorgt, das dunkle Mal mit einem Zauber zu verbergen, wie gewöhnlich, wenn ich nicht wusste, was der Tag oder der Abend so bringen könnte. Doch immer wenn man das Mal versuchte mit einem Zauber zu verdecken, war es vielleicht nicht mehr sichtbar, aber man spürte es dafür umso stärker. Es brannte wie um einen daran zu erinnern, dass es dort war. Ich trug es mit Stolz, aber leider war unsere muggelliebende Gesellschaft noch nicht bereit für einen alles verändernden Umbruch. Doch bei der Arbeit verzichtete ich meistens auf den schmerzhaften Zauber, da ich eh immer Hemd oder Umhang trug. „Und wie ist dein Eindruck von London bisher so?“ Ich musterte sie diskret, während wir an dem Fenster standen und das Treiben draußen beobachteten. Ihre Augen strahlten in einer Weise, die mich verwirrte. Und ihre goldenen Locken, die ihr schönes Gesicht umrahmten verstärkten diesen Effekt nur noch. Ich war mir sicher, dass sie durch und durch ein guter Mensch war. Sie war wild, das hatte ich gestern erlebt, wie eine Raubkatze, und doch glich ihr Erscheinungsbild eher dem eines Engels. Aber ich musste mich zusammenreißen, das gestern war eine einmalige Sache gewesen und bei ihr würde ich es mir sicher nicht verzeihen können, wenn ich sie zu mir herunterzog. Ich hatte schon schlimme Dinge getan. Grausame Dinge, auf die ich nicht immer stolz war und trotzdem gab es in mir diese Neigung, dass ich Gefallen an ihnen hatte. Ich tat, was ich tun musste und ich tat es mit Leidenschaft. Machte mich das zu einem Psychopathen? Vermutlich eindeutig ja. Aber ich schob das auf meine Gene, immerhin bestand meine ganze Familie und die meisten ihrer Freunde aus Psychopathen. Da konnte man nichts machen. Jedenfalls redete ich mir das gerne ein, um mich selbst zu entschuldigen. „Nein, du hast recht“, gab ich zu. „Aber in dieser Welt ist es manchmal auch gar nicht so schlecht, wenn nicht alles einen spektakulären Grund hat, oder nicht?“ Vielleicht war es am besten, wenn wir unseren Job hier gemeinsam schnell erledigten und sie dann hier verschwand. Ich wusste, dass der Dunkle Lord nicht mehr allzu lange warten würde, bis wir das System umstürzen sollten und dann würden hier eine Menge Geausamkeiten passieren. Irgendetwas in mir wollte nicht, dass sie das miterlebte. Auch, wenn sie als reinblütige Hexe natürlich nichts zu befürchten hatte. Vielleicht unterschätzte ich sie auch maßlos, aber der Gedanke ließ mich gerade einfach nicht los. Auf ihre Frage hin überlegte ich kurz und runzelte die Stirn, während ich die Zeit abzählte. „Etwa 4 Jahre, war vorher an der Uni und habe direkt danach hier angefangen.“ Ich lächelte sie an. „Wie lange bist du schon in dem Bereich tätig?“


Re: Kitty & Ragnar ~ about last night
from Kitty on 03/06/2019 09:14 PMSeine Antwort hatte zur Folge, dass ich mich ebenfalls erneut umsah. Ich hatte den Namen des Kollegens vergessen, über den er gerade sprach, aber er war einer derer gewesen, die uns eben ganz genau im Auge behalten hatten. Normalerweise gab ich nichts auf solches Gestarre, vieles davon lag wohl tatsächlich an dem gescheiterten Genexperiment welches mit meinem Blut durch meine Venen floss. Aber die Art wie mein neuer Arbeitskollege uns angesehen hatte, lag wohl eher an dem, was Ragnar gerade andeutete. "Du hast wohl recht. Könnte peinliche Fragen aufwerfen", gab ich zurück, mir selbst vornehmend bei dem bebrillten Mann Vorsicht walten zu lassen. Andererseits war es vermutlich ziemlich naiv, dem attraktiven Mann, den ich in einer Bar aufgegabelt hatte, blind zu vertrauen. Der Kommentar, der als nächstes seine schönen Lippen verließ, ließ mich peinlich berührt grinsend den Boden vor uns musternd. "Man sollte mir nicht zu viel Feuerwhiskey geben", ein ebenso leises Lachen entwich mir, ehe ich wieder selbstbewusst den Blik hob, um den seinen zu suchen, "Vielleicht hat mich aber auch meine Gesellschaft dazu animiert!". Es war wohl eine Kombi aus Beidem gewesen, aber zu behaupten es sei noch nie vorher so abgelaufen, wäre sicher auch gelogen. Aber irgendwie musste ich das Kompliment ja zurückgeben. Außerdem hatte es mich wirklich geärgert, dass er am Morgen nicht mehr neben mir gelegen hatte.
Das Nesteln an seinen Hemdärmeln, ließ meinen Blick fast automatisch zu seinen Unterarmen gleiten, über denen der Stoff bereits spannte. Ich hatte schon immer eine Schwäche für physische Stärke gehabt, was nur einer der vielen Gründe gewesen war, weswegen er gestern Nacht ein leichtes Spiel gehabt hatte. Denn die Konversation war es sicher nicht gewesen. Die hatte mit jedem Glas an Sinn verloren und war mit jedem weiteren immer offensichtlicher geworden. Was mich wieder zu meinem Entschluss brachte, dass nur eine Närrin ihm vertrauen konnte. Und gerade zu dieser schien ich zu mutieren. "Es ist nass", meinte ich schlicht, während ein Munwinkel sanft zuckte und ich weiterhin aus dem Fenster vor uns sah, "Aber ich mag Scones und Tee... und soweit ich weiß, sollen Briten ganz attraktiv sein!". Es blieb nicht mehr ausschließlich beim Zucken meiner Mundwinkel, unwillkürlich verzogen sich meine Lippen zu einem frechen Lächeln. Das war doch verrückt, wir waren fortan Kollegen, ich sollte mich zurück nehmen. Aber wann tat ich schon, was ich sollte... "Irgendwelche schrecklich überfüllten Touri-Sightseeing-Tipps?", fragte ich ihn direkt, mich wieder vom Fenster wegdrehend, mit der Hüfte noch an der Fensterbank lehnend und mein Gegenüber wieder mit einem Lächeln musternd. "Immerhin will ich meine neue Heimat besser kennen lernen und mir nicht jedes Mal eine Karte angucken müssend, um meine Wohnung wieder zu finden!". Der Blick mit dem er mich im Auge behielt war unergründlich. Aber er verunsicherte mich nicht. Nicht im geringsten. Zwei Sickel für deine Gedanken, schoss es mir durch den Sinn, während ich ohne es selbst zu merken den Kopf etwas schräg legte. Er war der Erste, den ich hier kennen gelernt hatte- und das war übertrieben, immerhin kannten wir uns gar nicht. Trotzdem hätte meine Wahl um einiges schlechter ausfallen können. Meinen Kopf wieder aufrichtend, nickte ich zustimmend. "Doch, da hast du recht. Andererseits, was wäre das Leben ohne ein paar Wagnisse und Abenteuer?". Ein Leben wie meine Mutter zu führen, war als kleines Mädchen schon nie eine Option für mich gewesen. Ich respektierte die Art und den Stil, wie sie es führte, aber das hieß nicht, dass ich tauschen wollte. Sie hatte die Staaten nie verlassen, keinen Job erlernt und war immer nur Hausfrau und Mutter gewesen. Und damit war sie zufrieden, was mich für sie freute. Mich in diese Richtung zu drängen, war ein eher gescheitertes Projekt ihrerseits. "Etwas mehr als ein Jahr", erwiderte ich auf seine Frage und sein Lächeln. Ich hatte ebenfalls gleich nach der Uni das Glück gehabt, eine Stelle bei den MACUSA zu bekommen, was mich damals unglaublich stolz gemacht hatte. "Na los Mr. Nott, du schuldest mir noch einen Kaffee" grinste ich, ehe ich an ihm vorbei ging und spitzbübisch anfügte, "Streng genommen ein Abendessen, aber ich werd mich wohl mit dem Kaffee zufrieden geben- vorerst!". Natürlich hätte ich den Weg zu meinem Platz auch alleine gefunden, ich war schließlich nicht auf den Hinterkopf gefallen, aber so machte es eindeutig mehr Spaß. Den Blazer von der Stuhllehne ziehend, warf ich das Bild meines Neffen um, welches ich am Morgen erst dort aufgestellt hatte, was mich leise fluchen ließ; auch weil uns das mehrere Blicke der angrenzenden Schreibtische einbrachte, an denen die normalen Angestellten saßen. Das Bild von Thomas wieder aufrichtend, fragte ich mit gedämpfter Stimme an Ragnar gewandt, bevor wir los konnten: "Wo ist eigentlich dein Schreibtsich?".

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Re: Kitty & Ragnar ~ about last night
from Nott on 03/10/2019 10:48 PMZum Glück kaufte sie mir meine Ausrede ab und wir setzten unseren Gang fort. Was ich als nächstes sagte, schien sie an einem wunden Punkt zu treffen, denn sie sah kurz peinlich berührt zu Boden. Ich setzte ein aufmunterndes Lächeln auf und winkte ab. „Ach was eigentl...“ ich konnte den Satz nicht beenden, weil sie mir dann schlagfertig entegenbrachte, dass es auch meine Gesellschaft gewesen sein könnte, die sie dazu animiert hatte. „Ach ja?“ Ich hob lachend die Augenbrauen und beugte mich ein Stückhen zu ihr vor. „Dann sollten wir aufpassen, dass dieses Gespräch hier nicht aus dem Ruder läuft“, raunte ich und nahm den Kopf wieder zurück. „Von unserer zukünftigen gemeinsamen Arbeit ganz zu schweigen.“ Mein Lächeln zeigte jedoch, dass ich sie nur aufzog. Wie auch immer unsere gemeinsamen Arbeitsstunden aussehen würden, ich hatte jedenfalls keine Lust es mir hier und jetzt mit ihr zu verscherzen - vorausgesetzt, sie war eben kein Undercover-Auror, der mich ausspionieren sollte. Ich hatte schon Glück genug, dass sie mir gestern Abend „verziehen“ hatte und ich mich hier jetzt nicht mit einer Gift versprühenden Frau auseinandersetzen musste. Mal wieder ein Zeichen dafür, dass ich trotz viel zu viel Alkohols noch den richtigen Riecher bei der Damenwahl besaß. Auch wenn mein kleiner Bruder immer das Gegenteil behauptete. „Aber abgesehen davon...“, ich wollte gerade etwas Zweideutiges hinterhersetzen, aber räusperte mich dann. „...davon, dass...die aktuellen Marktschwankungen in Europa...“, ich nickte einem Mann zu, der an uns vorbeilief. Er war just in dem Moment um die Ecke gebogen, sodass ich schnell hatte improvisieren müssen. Kurz hielt ich inne, bis der Mann am Ende des Korridors abbog und aus unserem Sichtfeld verschwand, bevor ich mich wieder meiner hübschen blonden Partnerin zuwandte. „Zu schade, dass meine Familie so sehr darauf beharrt, sich als skandinavisch zu bezeichnen und nicht als britisch.“ Wir waren bereits seit Jahrhunderten in England, aber ein großer Familienzweig lebte noch immer verstreut in Norwegen, Schweden und Island, während es unseren Teil mit der Eroberung Britanniens durch die Wikinger herverschlagen hatte. Jedenfalls hatte uns das unser Großvater, der inzwischen wieder in Island lebte, immer erzählt. „Hier heißt es immer, Amerikanerinnen seien allesamt fett und ungeschickt“, gab ich zu bedenken und lächelte sie schief an. „Ich kann aus Überzeugung behaupten, dass das nicht im Entferntesten zutrifft.“ Ich erwiderte ihr freches Lächeln und fuhr mir mit der Hand über den Nacken, während ich überlegte. „Vermeide die ganze Innenstadt“, gab ich schließlich zurück und sah aus dem Fenster. „Alles voller Muggel da.“ Ich war fast von mir selbst überrascht, dass ich den abwertenden Unterton fast gänzlich unterdrückt hatte und es eher wie eine Feststellung klingen ließ. „Man findet sich hier recht schnell zurecht“, antwortete ich und musterte sie. „Wo genau“, beiläufig sah ich aus dem Fenster. „Wohnst du denn eigentlich genau?“ Ich konnte mir mein Schmunzeln nun doch nicht verkneifen, denn die Situation war wirklich bescheuert. Aber vielleicht konnte mir ihre Adresse Aufschluss darüber geben, ob sie vielleicht doch eine Spionin war oder nicht. Ich hatte einen Kontaktmann in der Aurorenzentrale, der an gewisse Informationen über Leute leichter herankam als andere. Wenn ich mit ihr zusammenarbeiten sollte, durfte ich mich von ihrem Aussehen nicht blenden lassen, sondern musste wissen, mit wem ich ws zu tun hatte. Ich riss mich aus meinen Gedanken los. Merlin, was war nur los mit mir? Ich klang beinahe so krankhaft paranoid wie Nyx, die alles und jedem misstraute. Catrina war einfach eine wunderschöne, talentierte Hexe, die der Himmel geschickt hatte, um mir bei meiner Arbeit behilflich zu sein. Und vielleicht auch noch bei anderen Dingen. Aber das würde sich noch zeigen. „Nicht viel“, stimme ich zu. Wagnisse und Abenteuer sagte sie? Sie hatte ja kaum eine Ahnung, wie sehr sie bereits mittendrin steckte. Wenn sie ein guter Mensch war, wagte sie unbewusst schon viel zu viel, indem sie sich übehaupt weiter mit mir auseinandersetzte. Andererseits war die letzte Nacht alles andere als etwas gewesen, dass ein Mädchen mitmachen würde, wenn es durch und durch gut und allesliebend war. In ihr steckte definitiv mehr, als der Sonnenschein, der sie auf den ersten Blick vielleicht war. Sie ließ mich nicht lange grübeln sondern erinnerte mich an mein Versprechen und wir lösten uns von dem Fenster. „Gut, dass wir in nächster Zeit des Öfteren Nachtschichten schieben werden müssen, da wird sich schon ein Zeitpunkt finden, um meine Schuld zu begleichen.“ Wir kamen in den Raum, in dem ihr Schreibtisch stand, wo sie ihren Blazer von der Stuhllehne griff. Dabei fiel jedoch ein gerahmtes Foto um, was sie leise fluchen ließ. Ich grinste in mich hinein. Nein, sie war definitiv kein braves Mädchen. Ich warf den starrenden Arbeitern an den angrenzenden Tischen einen warnenden Blick zu und alle machten sich wieder an die Arbeit. Mein Blicl fiel auf das Foto, das einen Jungen zeigte, der fröhlich in die Kamera grinste. „Und das ist...?“ Ich wusste nicht so recht, was ich sagen sollte. Dein Sohn? Bruder? Neffe? Ich hatte auch einen Bruder, der um einiges jünger war, aber der Junge auf dem Foto war noch jünger als Ray. Ich drehte mich um und deutete auf eine Tür, die vom Korridor abging. „Dort“, antwortete ich und zuckte mit den Schultern. „Ich habe seit einiger Zeit meine Ruhe.“ Als ich zum Leiter befördert worden war, war das der größte Komfort gewesen. Mich hatten die Leute um mich herum wahnsinnig gemacht, mit ihrem Geblätter und Schreibmaschinengetippe. In meinem Büro hatte ich meine Ruhe. Ich hatte sogar eine Sekretärin, die dafür sorgte, dass mich keiner ohne guten Grund störte. Ich sah wieder zurück zu Catrina. „Du hast also Glück und musst sein Gesicht nicht allzu oft sehen.“ Mein Blick fiel auf einen pickeligen, hageren Kerl, der den Schreibtisch neben ihr besetzte und sie anstarrte, als wäre sie die erste Frau, die er je in seinem Leben aus solcher Nähe gesehen hatte.


Re: Kitty & Ragnar ~ about last night
from Kitty on 03/11/2019 08:44 PMEilig versuchte er noch zu reagieren, als habe er Angst, mich mit einer eigentlich schmeichelnden, unbedachten Aussage verletzt zu haben. Ich schien wohl wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben- wenn auch einen nicht ganz zutreffenden. Andererseits waren wir wohl Beide nicht mehr wirklich im Besitz unserer vollen geistigen Fähigkeiten gewesen, als wir zusammen abgestürzt waren, also woher sollte er auch wissen, dass ich wirklich unkompliziert war. Aber ich hatte ihm weder den Kopf abgerissen, noch eine Hollywoodreife Drama-Szene hingelegt, für seinen wortlosen Abgang in aller früh, das sprach ja wohl für mich. Als er sich zu mir vor lehnte und mir in seiner schönen, dunklen Stimme antwortete, überlief mich ein wohliger Schauer, während Szenen unserer gemeinsam verbrachten Stunden bruchstückhaft vor meinem inneren Auge auf flimmerten. Was wahrscheinlich Sinn und Zweck dieses Kommentars gewesen war. „Oder wir sollten es in einem diskreteren Raum fortsetzen", säuselte ich mit gesenkter Stimme, den Kopf dabei leicht neigend und herausfordernd grinsen. Als sei er der Einzige, der das Spiel beherrschte. Auch jetzt, nüchtern, schien er sich als echter Glücksgriff zu entpuppen. Zumindest unser Gespräch, was deutlich an Gehalt gewonnen hatte, erheiterte mich zunehmend. In wie weit sich dies künftig so fortsetzten würde stand allerdings noch in den Sternen. Vielleicht gingen wir uns ja auch Morgen schon gewaltig auf den Zeiger. Unwahrscheinlich, aber wer wusste es schon so genau.
Seinen brisanten Themenschwung verstand ich ohne mich umzusehen, mir war klar, dass gerade jemand unsere Zweisamkeit gestört hatte. Also nickte ich eifrig, ein perfektes Pokerface zur Schau tragend. Meinen eigentlichen Ärger darüber, dass mir so vorenthalten blieb, was er eigentlich zu sagen hatte, tapfer unterschluckend. Wir waren hier definitiv nicht vor hellhörigen Ohren gefreit. Amüsiert lauschte ich seine weiteren Ausführung, die verriet, dass wir wieder alleine im Korridor waren. „Ganz schön von dir selbst überzeugt, dass du dich automatisch dazu zählst!", schmunzelte ich neckend. Es war ihm wohl ebenso klar wie mir, dass ich diese wahllose Behauptung ausschließlich wegen ihm angebracht hatte. Immerhin sah man an ihm die Bestätigung dieser These. „Skandinavien also?", harkte ich interessiert nach, „Woher genau?". Besah man sich Ragnar genau, waren eben jene Wurzeln noch deutlich zu sehen. Die markanten Gesichtszüge, das starke, kantige Kinn, die blonden Haare, der verwegene Blick aus den stahlblauen Augen. „Na ja, es gibt eben sehr viel leckeres frittiertes Essen bei uns", zuckte ich grinsend die Schultern, was meiner Meinung schon die Erklärung der Theorie war. „Danke, aber ich schätze, mich darf man in einer solchen Wertung nicht berücksichtigen", wieder fanden meine Schultern unbeteiligt den Weg in Richtung meiner Ohren. Ich hatte mir diese Veela-Anteile nicht ausgesucht, auch wenn sie mich im Allgemeinen nicht störten- nur eben wenn meine Mutter sie im Rahmen meiner Bindungsunfähigkeit gegen mich missbrauchte.
Mein Blick folgte seinem auf die nasse, fast menschenleere Gasse vor dem Fenster, als ich seinem Rat folgte. Von No-Majs überlaufene Touri-Attraktionen waren mir von Zuhause nicht fremd, weswegen ich als Zeichen in verstanden zu haben kurz nickte. „Du scheinst es ja wirklich eilig gehabt zu haben, hm?", murmelte ich grinsend, die kleine Neckerei konnte ich nicht lassen- auch wenn ich wieder einen kleinen Stich in meinem Ego spürte. „85 Kensington High Street", antwortete ich dennoch, immer noch lächelnd und es ihm weiterhin gleichtuend aus dem Fenster sehend, „Ich orientier mich immer an einem Nudel-Restaurant!". Ein leises Lachen verließ meine Lippen. Das war wirklich albern, aber der Laden hatte mir in mehr als einer Hinsicht das Leben gerettet. „Wohnst du auch in der Stadt oder eher außerhalb?", ich konnte nicht lange ohne ihn doch wieder interessiert anzusehen. Aber so funktionierte Kennenlernen doch, oder nicht? Und ich wollte ihn kennenlernen. Sehr gerne sogar. Er hatte mein Interesse geweckt. In mehr als einer Hinsicht. „Nachtschichten?", fragte ich überrascht, während des Gehens einen Blick über meine Schulter zu ihm zurückwerfend. Alleine mit ihm in einem leeren Büro... und wieder schossen mir Bilder der letzten Nacht durch den Kopf und dadurch die Röte in die Wangen, weswegen ich schnell wieder gerade aus blickte. Merlin, hoffentlich würde das vergehen.
„Thomas, mein Sohn. Er ist bei seinem Dad in den Staaten geblieben", flunkerte ich, ohne mit der Wimper zu zucken. Aber keinesfalls um Ragnar zu vertreiben, viel mehr für meinen lästigen Schreibtischkollegen, der mich den ganzen Morgen schon auf diese unangenehme Weise angestarrt hatte. Normalerweise war ich nicht so, aber Walter war wirklich penetrant. Außerdem gruselte es mich, dass er nur stierte, sich darin nicht beirren ließ, aber kaum was sagte. Ich würde es bei meinem gutaussehenden Begleiter später richtig stellen, wenn wir wieder unter uns waren. Ich folgte Ragnars Bewegung und sah zu der Tür, hinter der er seinen Schreibtisch hatte. „Ich dachte, da säße der Abteilungs...", langsam klickten die Rädchen in meinem Kopf zusammen. Schlimm genug, dass ich vor meinem ersten Tag mit einem Kollegen geschlafen hatte, der sich jetzt als mein direkter Vorgesetzter entpuppte. Wenn das rauskam, hätte ich hier ganz schnell den Ruf weg, wie ich mich auf der Karriereleiter fort zu bewegen pflegte. Dann war ich nicht mehr die Neue, dann war ich das Büro-Flittchen, na super. Das hatte er bisher verschwiegen, was mein leicht ärgerliche Blick auch gerade verdeutlichte. Leise seufzend wandte ich mich kurz ab, murmelte ein ‚Ich bin soweit' und sah dann zu meinem Sitznachbar. „Wenn jemand nach mir sucht, ich bin bald zurück, Walter! Ich erzähle Mr.Nott nur von meiner bisherigen Korrespondenz mit Frankreich, wegen eines neuen Projekts!". Ehe ich besagtem schweigend aus dem Büro folgte.

And the truth is, I was wrong when I said I was bored.
Any street that I'm walking on with you, anywhere with you could be New York.



![[ehem.] Slytherin](https://static2.yooco.de/n/ee/408293/images/usergroups/orig/e87c12c7744df3d23b520d143dffb70e.png)












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