Zukunftsplay » 11
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Re: Zukunftsplay » 11
from Ida on 08/30/2018 10:17 PMIch nickte nachdenklich und knabberte gedankenverloren an einem Pommes. Mein Blick huschte zu Cody. "Also ich denke vor der Kamera würdest du auch gar nicht so verkehrt aussehen..." grinste ich dann und neigte meinen Kopf. Vermutlich Würde es ihm keinen Spaß bereiten, aber hübsch genug war er dafür ja. Objektiv betrachtet. Ich staunte erneut, wie ähnlich er Matt sah. Das war heftig.
Meine Augenbrauen zogen sich zusammen und meine Lippen bildeten eine schmale Linie. "Du willst mir nicht sagen, dass du schon immer alleine warst?" fragte ich ernst und verzog die Lippen. Das konnte ich nicht glauben. Man hatte immer irgendjemanden. Es gab immer Personen die zu einem passten und was war überhaupt mit seiner Familie? Ich schob den Gedanken beiseite, dass er seine leiblichen Eltern vielleicht auch nicht kannte. Die Ähnlichkeit mit Matt war einfach...- ich unterbrach mcih selbst und wandte den Kopf ab. "Da gab es niemanden? Nie?" fragte ich leise und diese Information verstimmte mich mehr als ich gedacht hatte. Das hatte niemand verdient.
Ich schwieg einen Moment und nickte dann. "Ja, es geht ihm wieder gut. Es war schwierg für alle Beteiligten. Er hatte sogar seine eigene Freundin vergessen. Das war wirklich mies für sie..." ich lachte bitter auf. Irgendwie war ich immer noch nicht so ganz über diese Sache hinweg. Obwohl ich es wirklich versuchte. Aber das wäre eine viel zu große Hürde zu überwinden und darin tat ich mich oft nicht so gut...
Ich blickte auf und sah mich um. Ich hatte nicht die geringste Ahnng wo wir uns gerade befinden. Ich sah den Weg zurück. "Eh.... Ich glaube mein Hotel ist in diese Richtung. Du kannst auch gerne noch bleiben, falls du magst? Auch wenn du dich nicht einsam fühlst, ich mich nämlich schon. Und das meine ich jetzt alles andere als anzüglich!" fügte ich hinzu. Nicht, dass er das noch falsch verstehen könnte.


Re: Zukunftsplay » 11
from Cody on 08/24/2018 11:10 PMSchulterzuckend stocherte ich in meiner Tüte herum. "Ich hab kein wirkliches Ziel vor Augen", gab ich zu. Ein Aufpasser im Waisenhaus hatte mir vor ein paar Jahren einmal gesagt, ich hätte einen ruhelosen Geist. Als ob ich immer auf der Suche nach etwas wäre, ohne wirklich zu wissen was es war. Das war mir damals schon albern vorgekommen, aber jetzt brachte es mich tatsächlich zum Nachdenken. Vielleicht war da ja doch etwas dran? "Aber ich hab auch noch ein paar Jahre vor mir, um mir zu überlegen was ich mit meinem Leben anfangen will ...", fuhr ich fort und steckte mir grinsend eine Fritte in den Mund. Ich war ja erst 16 Jahre alt. Sobald ich volljährig war, könnte ich mir immernoch überlegen ob ich nicht doch irgendwann ins Ministerium gehen wollte. Oder vielleicht eine Ausbildung zum Drachenwärter machte. Die Gefahr hatte mich irgendwie immer schon ein bisschen gereizt, und wenn ich mit Drachen zusammen arbeitete wäre der Kontakt zu anderen Menschen auch sehr gering ... ich konnte einfach nicht gut mit Leuten umgehen. Allerdings traf das anscheinend nicht auf Ida zu. Das Gespräch war beinahe schon angenehm, so als ... als ob wir eine Verbindung hätten. Den lächerlichen Gedanken schüttelte ich schnell ab. Die alten Damen in Italien hatten mir zu viel von ihren Lieblingsromanen erzählt, als ich ihnen ihre Eisbecher gebracht hatte.
Ein winziges, trauriges Lächeln huschte über mein Gesicht. "Man hört irgendwann auf sich einsam zu fühlen, wenn man schon immer alleine war.", erwiderte ich leise und stopfte mir schnell ein paar Fritten in den Mund. Ich hatte mich dafür entschieden, alleine zu sein. Zumindest, als ich nach meiner Ausbildung das Waisenhaus verlassen hatte. Meine Eltern hatten dieses Schicksal aber schon besiegelt, als sie mich aufgegeben hatten. Vielleicht war ich ja wirklich dazu bestimmt allein zu sein?
Nicht ihr Hüsteln, sondern ihre Worte brachten mich für einen Moment dazu sie anzustarren. Entweder sprach sie grade von irgendeiner Privatschule in England, von der ich noch nie etwas gehört hatte ... oder sie war tatsächlich im Inbegriff gewesen 'Hogwarts' zu sagen. Konnte das sein? Ich hatte nur Geschichten über diese Schule gehört, aber wenn ihr Bruder dort hin ging ... dann bedeutete das ...
"Geht's ihm denn jetzt wieder gut?", fragte ich schnell. Mein Blick flog kurz zu ihrer Hand und ich fragte mich, ob der Ring vielleicht irgendein Andenken an ihren Bruder war. Vielleicht standen sie sich ja so nahe, dass sie den Ring als Ersatz für ihn dabei hatte oder so. Auch wenn das dafür ein ganz schöner Klunker war ... aber ich wollte nicht unhöflich sein, also hielt ich den Mund.
Wir kamen an ein paar alten Hochhäusern vorbei, und ich schielte kurz hoch zu dem einen Fenster, das an einer Seite gesprungen war. Hier war mein Zimmer, das ich zumindest vorübergehend als mein neues Zuhause betitelte. Eine alte Dame stellte mir das alte Zimmer ihres Sohnes für einen unverschämt hohen Preis zu Verfügung, solange ich in der Stadt war. Da das aber das beste war, das ich in der kurzen Zeit auftreiben konnte, hatte ich ihr dankend die erste Miete direkt bar in die Hand gedrückt.
"Kann ich dich noch irgendwo hinbringen?", fragte ich schnell. Irgendwie wollte ich nicht, dass sie sah dass ich in dieser Gegend wohnte. Sie konnte sich von dem Lohn, den sie für die Fotos bekam bestimmt eine eigene Wohnung leisten. Oder zumindest ein sehr viel schöneres Zimmer als meins.


Re: Zukunftsplay » 11
from Ida on 08/24/2018 10:41 PM


Re: Zukunftsplay » 11
from Cody on 08/24/2018 04:33 PM"Interessante Theorie", erwiderte ich schmunzelnd. Ihre Art kam meiner eigenen erstaunlich nahe, aber ich schob es wieder nur auf mein Wunschdenken. Ich hatte mich schon oft genug gefragt, ob diese Art wirklich Ich war oder meine Zeit im Waisenhaus mich einfach so geformt hatte. Aber wenn Idas Art meiner eigenen so ähnlich war, dann ... vielleicht ...
Ich schüttelte den Gedanken ab. Wann hatte ich angefangen, mir über so etwas wirklich ernsthaft Gedanken zu machen?
Grinsend warf ich einen Blick zurück zu den Gebäuden, in denen heute das Photoshooting statt gefunden hatte. "Du scheinst ja schon auf dem besten Weg zu sein", erwiderte ich. Dafür, dass sie grade erst angefangen hatte schien ihre Karriere jetzt schon steil bergauf zu gehen. Zumindest wenn man an die Zeitungen dachte, die ihre Bilder schon gedruckt hatten. Da würde es bestimmt nicht mehr allzu lange dauern, bis sie für Fotoshootings an irgendwelchen Stränen gebucht wurde.
Mit meiner Antwort druckste ich ein bisschen mehr herum als ich eigentlich beabsichtigte. Normalerweise hätte ich ihr einfach irgendeine Lüge aufgetischt und das Thema damit begraben, aber irgendetwas in mir sträubte sich dagegen. Ich nahm mir außerordentlich viel Zeit dafür eine Fritte auszusuchen und zu kaufen, bevor ich mich für eine Antwort entschied. "Ich bin bisher nie lange an einem Ort geblieben", erwiderte ich nachdenklich und zuckte mit den Schultern. "Aber ich bin hier aufgewachsen, also ... vielleicht wurde es einfach mal wieder Zeit, hier vorbeizuschauen." Dass sie der eigentliche Grund war erwähnte ich natürlich nicht. Dann würde sie mich vermutlich nur für irgendeinen Stalker halten und doch noch Angst vor ihrem neuen Job bekommen, weil ich erst durch eins ihrer Bilder auf sie aufmerksam geworden war ...
Mir hatte noch nie jemand so einen ... nett gemeinten Rat gegeben wie Ida jetzt. In meiner Kindheit wurde mir oft vorgeschrieben, was ich tun und lassen konnte, aber niemals um Meinetwillen. Ich nahm Idas Worte mit einem stillen Lächeln zur Kenntnis. Ich war es nicht gewohnt so etwas zu hören, weshalb ich auch nicht wusste, was ich darauf erwidern sollte.
Als sie auf diese Gegend hinwies nahm ich meine Kapuze ab, um unsere Umgebung zu betrachten. Eine leise Stimme in mir schrie laut auf, als ich realisierte dass sie adoptiert wurde. Das alles hing viel zu nah aneinander, und ich hasste mich dafür, dass ich wirklich anfing, auf die leise Stimme in meinem Kopf zu hören.
"Hört sich nach einer schönen Kindheit an", überlegte ich laut und zwang mich zu einem kleinen Lächeln. Manche Menschen hatten einfach Glück. Und andere ... eben nicht. Und sie hatte einen Bruder. Nachdenklich beobachtete ich sie von der Seite. Ob er ihr wohl ähnlich sah? Hatte er vielleicht auch diese Augen? "Wo ist denn dein Bruder?", fragte ich leise und widmete mich meinen Fritten, als ob es mich garnicht so brennend interessieren würde wie es das grade tat.


Re: Zukunftsplay » 11
from Ida on 08/24/2018 12:34 PM


Re: Zukunftsplay » 11
from Cody on 08/24/2018 12:09 AMUnbewusst breitete sich ein Grinsen auf meinem Gesicht aus. "Das kenne ich", gab ich zu und versuchte, den neutralen Gesichtsausdruck wieder aufzusetzen. Was mir kläglich misslang. Ich bildete mir schon wieder viel zu sehr darauf ein, dass wir eine kleine Gemeinsamkeit hatten ...
Ich sah auf, als sie mich fragte, woher ich grade kam. Erst als mein Blick wieder auf das Geld in meinem Beutel fiel realisierte ich, woher sie wissen konnte, dass ich noch nicht lange wieder hier war. "Italien", antwortete ich und lächelte leicht, bevor ich meinen Geldbeutel wieder wegsteckte. "Ich bin vor einer Woche wieder hergezogen", fügte ich hinzu, ohne wirklich zu wissen warum ich das tat. Vielleicht interesseirte sie das ja überhaupt nicht.
Ich fischte wieder nach den Fritten in meiner Tüte. Ja, das hatte mir definitiv gefehlt. Ich selbst war zwar ein ganz passabler Koch, aber meistens zu faul um mich selbst hinter den Herd zustellen. Deswegen hatte ich in den letzten Monaten vermutlich so viel Pizza verputzt wie eine normale Person in ihrem ganzen Leben. "Ich hab' ganz vergessen, wie gut das schmeckt", nuschelte ich und schluckte dann peinlich berührt den restlichen Bissen hinunter. "Sorry", entschuldigte ich mich schnell.
"Also ... Ida", fragte ich beiläufig und betonte ihren Namen ein wenig. Ich fragte mich, ob das wohl eine Abkürzung für irgendetwas war. "Wo kommst du denn her?", erwiderte ich die Frage, während ich noch eine Fritte aus meiner Tüte zog.


Re: Zukunftsplay » 11
from Ida on 08/23/2018 11:52 PM


Re: Zukunftsplay » 11
from Cody on 08/23/2018 10:55 PMAn dem Gerücht, dass Models sich nur von Luft und weiß Merlin war ernährten stimmte wohl nicht ganz. Idas riesige Tüte Fish and Chips brachte meinen Magen ein wenig zum grummeln. Für Mittagessen hatte ich heute keine Zeit gehabt, weil ich dabei helfen musste die nächsten Kulissen aufzubauen. Eigentlich hatte ich mir unterwegs eine Pizza bestellen wollen ...
"Hmm ...", machte ich nachdenklich, zog dann aber tatsächlich die Hand aus meiner Tasche und nahm mir eine von ihren Fritten, um sie zu probieren. Schmeckte wirklich überraschend gut. "Oh, ich glaube ich bestelle mir eine eigene Portion, ich will dir ja nichts wegessen.", erwiderte ich und lächelte kurz, bevor ich mir bei dem Typen im Kiosk das gleiche bestellte.
Ich warf nochmals einen kurzen Blick auf den Ring an ihrer Hand, bevor ich ihre Hand nahm. "Cody", stellte ich mich vor und erwiderte das Lächeln für einen kleinen Moment, bevor ich auch ihre Hand wieder los ließ.
Als mir meine Tüte Fish und Chips gebracht wurde zog ich schnell meinen Geldbeutel raus, bevor Ida ihren zücken konnte. Ich wusste nicht, wie viel man als Model so verdiente, aber es behagte mir trotzdem nicht mir von ihr etwas spendieren zu lassen. "Das mit dem Kaffee hab' ich doch gerne gemacht", erwiderte ich und fischte zwischen den vielen Euroscheinen in meinem Geldbeutel nach ein paar Pfundnoten. "Außerdem werde ich dafür bezahlt, also sollte ich wohl eher dir danken.", merkte ich an und grinste leicht, als ich dem Mann vor mir das Geld für mein Essen gab. Zufrieden kaute ich auf einer Fritte herum. Es war wirklich Ewigkeiten her, seit ich das letzte Mal so etwas gegessen hatte. In meinem Ernährungsplan hatte es in den letzten Monaten so gut wie immer nur Eis, Pizza und Nudeln gegeben. Meistens eben das, was im Café übrig blieb.


Re: Zukunftsplay » 11
from Ida on 08/23/2018 10:23 PM


Re: Zukunftsplay » 11
from Cody on 08/23/2018 10:03 PMIrgendwie hatte ich den Wunsch wieder umzudrehen und ihr zu sagen, weshalb ich hier war. Den Gedanken schüttelte ich aber ganz schnell ab und machte mich wieder auf den Weg zu den Leuten, die mir Arbeitsanweisungen gaben. Was auch immer sich da in meinem Kopf zusammen spinnte, das war doch alles nur reine Spekulation. Es konnte gar nicht stimmen. Wann hatte ich in meinem Leben jemals Glück gehabt? Es war mehr als unwahrscheinlich, dass ich ganz zufällig jemandem über den Weg lief, der vielleicht mit mir verwandt war. Nein, es war absolut unmöglich.
Der Arbeitstag neigte sich dem Ende, aber ich war ohnehin schon seit ein paar Minuten fertig mit meinen Aufgaben. Wenn man darüber nachdachte, war dieser Job wirklich die pure Drecksarbeit. Und lausig bezahlt wurde ich auch. Aber ich war ja nicht wegen des Geldes hier.
Ich schnappte mir meinen Kapuzenpullover aus meinem Spind im Raum für die Arbeitskräfte und machte mich auf dem Weg nach draußen. Für Anfang September war es doch schon ganz schön frisch, aber so war London nun mal. Ich verabschiedete mich von einem Kollegen, dessen Namen ich schon wieder vergessen hatte und verließ schnell das Gelände.
Zum Glück hatte ich in der kurzen Zeit eine Bleibe gefunden; ein schäbiges, kleines Zimmer bei einer alten Dame, aber auf ein 5-Sterne-Hotelzimmer hatte ich ohnehin nicht gehofft. Ich war weitaus Schlimmeres gewohnt, und solange es zum Schlafen geeignet war, war es ausreichend für mich.
Beinahe hätte ich Miss Croft übersehen, die einige Meter von mir entfernt lief und anscheinend ebenfalls nach Hause wollte. "Hey!", rief ich ihr zu und joggte zu ihr hinüber. Vielleicht sollte ich sie mal nach ihrem Namen fragen, wo wir doch sowieso schon beim Du angekommen waren? "Und, den Morgen überstanden?", erkundigte ich mich und steckte die Hände in die weichen Taschen meines Pullis. Sie sah sehr viel fröhlicher aus als heute morgen, allerdings war ich mir nicht sicher ob das vielleicht an der ganzen Schminke lag, die ihr vermutlich für die Fotos ins Gesicht gekleistert wurde.



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