Zukunftsplay » 11

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Ida

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Hogwarts [ehem.] Slytherin Abgeschlossen Unbekannt Gut Arbeit in der Muggelwelt Fan Diva Frei

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Re: Zukunftsplay » 11

von Ida am 02.09.2018 23:47

Ich zuckte mit den Schultern. "Es muss ja nicht unbedingt ein happy Sonnenschein sein... Typ grumpy Cat würde auch irgendwie besser zu dir passen, aber auch ein einsamer Wolf braucht mal ein wenig Gesellschaft..." sagte ich, zum Ende hin ein wenig ernster. Er hatte so ein gutes Herz, das wäre schade wenn man das nicht teilen konnte. "Und...es muss ja auch nichts festes sein." grinste ich kurz. Ich hatte mir eine lange Zeit nicht vorstellen können, eine feste Bindung einzugehen.
Ich hielt den Atem an und wartete auf seine Reaktion. Ich hoffte er würde nicht abblocken und das zulassen.
Meine Stirn runzelte sich irritiert, als er mir mitteilte, er sei nicht durch Zufall bei mir aufgekreuzt. "Oh..." sagte ich leise und neigte meinen Kopf. "Da bin ich ehrlich gesagt froh darüber." sagte ich schließlich und lächelte. "Obwohl das schon ein bisschen verrückt ist." fügte ich neckend hinzu.
Jetzt wo ich den Gedanken laut ausgesprochen hatte, glaubte ich plötzlich ganz fest daran. Ich nickte schnell. "Ja genau, er geht nach Hogwarts." sagte ich, wusste aber nicht was das damit zutun hatte. "Er würde dich sicher gerne kennenlernen." fügte ich aber hinzu und sah wieder kurz zu dem Foto.
"Weißt du...meine Eltern sind nicht meine leiblichen Verwandten, aber ich empfinde da ganz anders. Wir haben diese Verbindung und dieses Vertrauen. Man muss nicht blutsverwandt sein um sich wie in einer Familie zu fühlen. Und ich glaube auch, dass wir eine Verbindung haben...oder nicht?..." fragte ich leise.

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Cody

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Re: Zukunftsplay » 11

von Cody am 02.09.2018 23:24

"Hm, ob Sonnenschein unbedingt das Richtige ist ...", murmelte ich nur und schüttelte über ihre Frage nur den Kopf. "Nicht wirklich, ich bin eben viel gereist. Da lernt man zwar viele neue Leute kennen, aber meistens eben nichts Festes. Vor allem, weil ich definitiv nicht auf der Suche bin." Die Einzige, die irgendwie Eindruck bei mir hinterlassen hatte, war das Mädchen aus dem Café in Italien gewesen. Ich hatte in den letzten Tagen öfter bemerkt, dass sich ihr Gesicht mit dem fehlenden Schneidezahn zurück in meine Gedanken schlich und mich über ihren Namen grübeln ließ, den ich leider wieder vergessen hatte. Vielleicht war sie ja heute noch immer an dem Strand, vielleicht aber auch nicht. So wie sich das angehört hatte, wollte sie die ganze weite Welt bereisen. Sie könnte bereits in einem ganz anderen Land sein. 
"Ja, verrückt", bestätigte ich heiser. Meine Kehle war auf einmal staubtrocken. Ihre Worte machten das nicht grade besser. Sie weckten wieder diese leise, winzig kleine Hoffnung in mir, dass ich vielleicht wirklich jemanden gefunden hatte, zu dem ich gehörte. Eine Familie. 
Einen Moment lang starrte ich nur sprachlos ihre Hand an, die meine festhielt und schüttelte ungläubig den Kopf. "Das ... das wäre ..." Ich presste die Lippen zusammen und holte tief Luft, bevor ich zugab: "Ich bin nicht durch Zufall bei deiner Agentur angefangen. Ich hab dein Bild in einer Muggelzeitung gesehen und ... und mir ist diese Ähnlichkeit aufgefallen. Und ich ... ich hab nicht ernsthaft gedacht, dass da vielleicht etwas dran sein könnte, aber ich war einfach neugierig. Und offensichtlich ... nicht zu Unrecht." 
Das konnte doch alles nicht wahr sein. Ich spürte ein Gefühl in meiner Brust aufkeimen, dass mir einerseits die Luft abschnürte und gleichzeitig eine unbändige Freude auslöste. "Wenn du ... wenn du und dein Bruder auch Zauberkräfte habt, dann geht er doch bestimmt nach Hogwarts, oder?", fragte ich vorsichtig und starrte wieder auf das Foto in ihrer Hand. Dass Ida eine Hexe war verstärkte meinen Verdacht noch einmal, aber ich wollte nicht daran glauben. Wenn es doch nicht stimmte, würde die Enttäuschung nur umso größer sein. Ida hätte dann immer noch ihren Bruder. Ich hätte niemanden, nur die weggeworfene Hoffnung auf eine mögliche Familie.

  

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Ida

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Re: Zukunftsplay » 11

von Ida am 02.09.2018 22:57

Ich wog den Kopf hin und her. "Da würde doch dieser Spruch 'vom Regen in die Traufe' passen, meinst du nicht? Ich finde dir könnte ein bisschen Sonnenschein ganz gut tun. Wie siehst denn zum Beispiel bei den Mädchen aus? Oder auch Jungs, je nachdem..." ich zwinkerte Cody grinsend zu. Tatsächlich hatte es mich oft aufgeheitert mich mit ein paar Typen zu vergnügen. Und ganz sicher fühlte ich mich wie im Himmel wenn ich mit Ilian zusammen war. Das würde Codys düsterer Aura vielleicht auch ein bisschen aufhellen.
Meine Augen weiteten sich erschrocken, als ich sah, dass Cody das Bild so anstarrte. Shit, konnte man nicht nach Azkaban oder so kommen wenn man Muggel von Zaubererzeug in Kenntnis setzte??? Ich eilte schnell zu ihm und überlegte fieberhaft wir man Menschen vergessen lassen konnte. "Ehmm..." begann ich und stopte dann doch wieder. Ich hatte noch nie jemandem die Erinnerungen genommen und befürchtete, dass das ziemlich schiefgehen konnte. Und ich wollte nicht, dass er noch die ganze Zeit mit mir vergaß. Aber dann wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Er hatte nicht darauf angespielt, dass sich das Bild bewegte, sondern wie ähnlich er Matt sah. Ich nahm das Bild vorsichtig an mich. Mein Herz schlug ein wenig heftiger. "Ja...Das ist mir auch schon aufgefallen.." meine Augen leuchteten kurz auf, als ich von dem Bild wieder zu Cody sah. "Verrückt oder?" fragte ich und lächelte kurz. Die Tatsache, dass wir beide adoptiert waren und nicht den geringsten Schimmer von unseren Eltern hatten, war nicht gerade Hilfreich. So konnte man das doch nicht einfach als Zufall bezeichnen. Ich biss mir für einen Moment zögernd auf die Unterlippe, nahm mir dann aber ein Herz. "Cody...du scheinst nicht wirklich überrascht davon zu sein, dass sich dieses Bild so bewegt und wenn ich richtig mit der Annahme liege, dass du ein Zauberer bist...und deine Eltern nicht kennst und gewisse Ähnlichkeiten mit Matt und mir aufweist... dann...-" ich hielt einen Moment inne, zuckte hilflos mit den Schultern und nahm dann eine seiner Hände. "-...bitte halte mich nicht für verrückt, das tu ich ja schon aber meinst du es besteht die Möglichkeit, dass wir verwandt sind?" ich zappelte leicht auf und ab. "Denn das wäre der Wahnsinn. Im positiven Sinne!" sagte ich aufgeregt und war ganz hibbelig. Und tatsächlich ein wenig ängstlich.

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Cody

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Re: Zukunftsplay » 11

von Cody am 01.09.2018 17:28

Ich konnte gar nicht anders, als Ida von der Seite aus anzugrinsen. "Ich versuch's", versprach ich ihr und schüttelte dann leicht den Kopf. Wenn es einer schaffen konnte, meine Mauern einzureißen ... dann war das wohl Ida. Zumindest hatte sie einen sehr starken ersten Eindruck bei mir hinterlassen. Es war beinahe so, als würde ich sie schon längst kennen. Merkwürdig. 
Ihre Fassungslosigkeit überraschte mich nicht. Die meisten Leute reagierten so, wenn ich denn mal mit meiner 'traurigen' Vergangenheit heraus rückte. Ich schob meine Hände in die großen Taschen meines Pullovers. "Das muss dir nicht leid tun", erwiderte ich schulterzuckend. "Das ist schon sehr lange her, und ... naja, vielleicht war das ja besser so. Für mich, meine ich. Wer weiß schon wie mein Leben ausgesehen hätte, wenn ich bei solchen Menschen aufgewachsen wäre?" Ich hatte mich ja auch mittlerweile damit abgefunden. Irgendwie. Zumindest redete ich mir das ein, auch wenn ich mich oft genug fragte wie meine Eltern wohl gewesen waren. Vielleicht stand Ida ja auch schon einmal vor dem Spiegel und hatte sich gefragt, von welchem Elternteil sie wohl die Augenfarbe oder die Form ihres Kinns geerbt hatte. Ich tat das, auch wenn ich mich schnell abwandte, wenn ich mich selbst dabei erwischte. 
Das Hotel, in dem Ida anscheinend im Moment wohnte sah riesig aus. Alleine die Anzahl der Stockwerke haute mich vom Hocker. Ich hatte noch nie in so einem riesigen Hotel übernachtet. Darin gearbeitet, ja, aber danach hatte ich mich meistens in eines der kleinen Zimmer verzogen, die ich meistens bewohnte. Irgendein verlassenes Zimmer, für das sich sonst kaum jemand interessierte. Obwohl das hier auch seinen Reiz hatte ...
Ich ließ mich von Ida in ihr Hotelzimmer führen und biss mir auf die Lippe, damit meine Kinnlade nicht herunter fiel. Das ganze Zimmer war mindestens drei oder vier Mal so groß wie das, in dem ich momentan schlief. Merlin sei Dank hatte Ida eben nicht bemerkt, dass das schäbige Haus vorhin mein derzeitiges Zuhause war. Ich ging hinter ihr her und betrachtete ein paar der herumliegenden Sachen - wobei der Gedanke, dass es hier nicht komplett aufgeräumt war extrem beruhigte, warum auch immer -, bis mein Blick an etwas hängen blieb. Auf einem kleinen Schrank (vielleicht war es ja ein Kleiderschrank? Sie brauchte vermutlich nicht mal einen großen, sie konnte ihre Kleidung ja quasi auf der Arbeit verstauen) lagen ein paar Bücher, Zettel und ein paar Fotos. Ich machte unbewusst einen Schritt darauf zu und betrachtete die Person, die darauf zu sehen war. "Wow ...", entfuhr es mir leise, als ich weiter in das Gesicht starrte. Dass die Person auf dem Foto sich bewegte fiel mir gar nicht auf - ich war es ja gewohnt -, weil die Ähnlichkeit mit meinem eigenen Gesicht viel zu verblüffend war. 
Mein Mund musste vor Verblüffung mittlerweile komplett offen stehen. Ich ging noch einen Schritt näher an den Schrank und zog das Foto zwischen den restlichen Papieren und Büchern hervor, um es noch näher zu betrachten. Die Augen waren anders, aber sonst kam es mir vor, als ob ich in einen Spiegel schauen würde. Verrückt. 
Ich sah zu Ida und wieder zu dem Foto. Vielleicht war das ja nur ein riesiger Zufall. Je länger ich das Gesicht betrachtete, desto mehr Unterschiede fielen mir auf (oder redetete ich mir ein). Ich setzte ein Grinsen auf und hob mit einem leichten Lachen das Foto hoch. "Hey, der sieht ja aus wie ich", meinte ich leichthin und deutete mit dem Finger auf das Grinsen des anderen Jungen. Vielleicht hatte Ida sich ja nur weiter mit mir unterhalten, weil mein Gesicht ihr bekannt vor kam? 
Ich räusperte mich und legte das Foto vorsichtig wieder zu den anderen Sachen, wobei ich feststellte, dass meine Finger zitterten. Vielleicht war das ja irgendein Freund aus der Schule. Oder ihr Verlobter. Obwohl eine winzige Stimme in meinem Hinterkopf mir zuflüsterte, dass diese ganzen Zufälle sich viel zu sehr häuften ...

  

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Ida

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Re: Zukunftsplay » 11

von Ida am 01.09.2018 14:09

Ich lächelte kurz und biss mir auf die Unterlippe. "Tja...ich würde sagen, diese Herausforderung werde ich annehmen. Und meistern. Das kann ich dir versichern, denn für gewöhnlich erreiche ich das was ich möchte. Du kannst also auch gleich kapitulieren und die Mauern einstürzen lassen, da ersparst du uns beiden eine Menge Arbeit." ich grinste kurz und stupste ihn freundschaftlich an. Ob ich Grenzen respektierte? Manchmal. Kam darauf an. In diesem Fall merkte ich allerdings, dass es mir jetzt schon irgendwie wichtig war, wie es um Cody stand. Und auch wenn es ihm offenbar nicht viel auszumachen schien, konnte ich das nicht glauben. Das war unnatürlich. Oder ich war nur zu stur und empathielos.
"Neben einem Wanderweg???" fragte ich ungläubich nach. Das war grausam. Er hätte sterben können. Welche Menschen waren dazu in der Lage?! Ich presste die Lippen aufeinander und atmete tief ein. "Das tut mir leid..." sagte ich und meinte es auch so. Hatte er irgendwann mal in seinem Leben das Gefühl gehabt von jemandem gewollt zu werden? Ich persönlich wusste nicht wie Matt und ich weggegeben wurden. Uns wurde nie etwas darüber erzählt. Ich hatte mich auch nie gefragt wie es dazu gekommen war. Vielleicht ja schon im Krankenhaus? Zwillinge waren sicher nicht einfach auf die Welt gebracht zu werden.
Ich musste ebenfalls lachen. "Ja, das haben mir schon oft welche gesagt." sagte ich grinsend und schüttelte den Kopf. Ruhig war nicht wirklich mein Ding. Es sei denn man befand sich gerade an einem Sandstrand un hatte etliche Lichter um sich herum und einen frischen Verlobten neben sich...
Ich zuckte mit den Schultern. "Dann sind es die Meisten auch einfach nicht wert." erwiderte ich nur und wir betraten mein Hotel. Mein Zimmer befand sich sehr viel weiter oben. Ich fragte mich ob ich aufgeräumt hatte und konnte mir die Frage gleich mit 'nein' beantworten. Verdammt. Egal. Ich schloss die Tür auf und winkte Cody einladend in das kleine Chaos herein.

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Cody

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Re: Zukunftsplay » 11

von Cody am 31.08.2018 01:27

Der Verdacht, dass sie vorhin wirklich von Hogwarts gesprochen hatte schien sich ja tatsächlich zu bestätigen, als sie von ihrer eigenen Schule erzählte. Vielleicht war Ida ja wirklich eine Hexe, und ihr Bruder ein Zauberer, aber vielleicht malte ich mir auch nur Sachen aus, wie ich sie sehen wollte. So große Zufälle konnte es doch nicht geben, oder? 
"Meine Komfortzone ist nicht besonders groß", gab ich zu. "Wobei es ja auch noch nie wirklich jemanden gab, der da durchgebrochen ist, von daher ..." Ich grinste Ida von der Seite aus an. Ich verspürte kaum noch das Bedürfnis nach irgendjemandem, der diese Herausforderung annehmen wollte. Auf ihre nächste Frage schüttelte ich wieder nur mit dem Kopf, konnte aber nicht verhindern, dass ein paar Gesichter vor meinen Augen auftauchten. "Zumindest niemand, der geblieben ist", antwortete ich deshalb. Ich hatte ien Talent dafür, Freundschaften zu verlieren. Mit Ida würde das vermutlich auch so sein, obwohl es sich mit ihr wirklich irgendwie anders anfühlte als mit den anderen Menschen, die ich bisher getroffen hatte. Als hätte ich sie vorher schon gekannt. Aber vielleicht lag das auch einfach daran, dass ich ihr Bild schon vorher in der Zeitschrift gesehen hatte.
"Vielleicht war es ja auch gar nicht zu schlimm. Zumindest für die anderen Kinder nicht, allerdings waren die auch nie das seltsame Kind, das neben einem Wanderweg gefunden wurde", murmelte ich leise vor mich hin und fischte die letzte Pommes aus meiner Tüte, bevor ich sie zerknüllte und in den nächsten Mülleimer saß. Ob Idas leibliche Eltern sich wohl die Mühe gemacht hatten, sie und ihren Bruder irgendwo abzugeben? Bestimmt. 
Ich sah sie von der Seite aus an, wandte den Blick dann aber schnell wieder ab. "Ich bin mir nicht sicher, ob man meinen Weg unbedingt teilen möchte", gab ich ehrlich zu. Ich blieb nie lange an einem Ort. Sobald ich ein wenig über Ida heraus gefunden hatte und bemerkte, dass meine ganzen kindischen Hoffnungen kompletter Unfug waren, würde ich meine Zelte hier wieder abbrechen und mir ein neues Ziel suchen. Vielleicht Schweden. Oder Kroatien. Irgendwo, wo ich weit weg von all dem hier sein würde, um nicht dauernd daran denken zu müssen. Irgendwo, wo ich noch nicht war. 
Ah, eine große Hochzeit also. Ich betrachtete sie einen langen Moment lang prüfend, bevor ich grinsend den Blick abwende. "Ganz ehrlich? Ich kenne dich ja kaum, aber was anderes hätte ich tatsächlich nicht erwartet.", prustete ich in meinen nicht vorhandenen Bart. 
Wir schlenderten jetzt wieder die gleiche Straße hinauf, die wir eben bereits abgelaufen hatten. Ein paar Hotels kamen in Sichtweite, und ich fragte mich unweigerlich ob Idas Zimmer in einem von denen war. "Komfortzone, erinnerst du dich?", meinte ich und tippte mir gegen die Schläfe. "Nicht viele Leute kommen damit klar, wie ich mich... naja, anderen Leuten gegenüber verhalte. Da verliert das ganze für die Meisten schnell ihren Reiz." Nicht, dass ich das nicht irgendwie nachvollziehen könnte. Aber ich hatte bisher ja immer darauf gebaut, so schnell wie möglich meine Ruhe zu bekommen. Kein Wunder, dass Freundschaften da schnell zerbrachen, wenn ich es so darauf anlegte.

  

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Ida

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Re: Zukunftsplay » 11

von Ida am 31.08.2018 01:03

Ich winkte schnell ab. "Alles gut, ich glaube nur für die Wenigsten ist das der Traumjob. Der ist ja sogar mir manchmal schon zu viel. Was die vielen Menschen angeht... Naja ich war das Jahre lang gewohnt. ich war eigentlich nie alleine. In meiner Schule teilen wir uns einen großen Schlafsaal, wir haben Gemeinschaftsbäder und all das und wenn ich nicht in der Schule war, dann hatte ich mindestens meinen Bruder um mich herum. Ich kann Troubel ziemlich gut ausblenden. Aber...erzähl mir mal mehr über deine Komfortzone. Wo ist die Grenze? Umarmungen sind wohl nicht so dein Ding, richtig?" ich schmunzelte leicht. Ich hatte wohl gemerkt, dass ihm das vorhin nicht ganz behagt hatte.
"Ja...Nein mir ist klar, dass du schon irgendjemanden gehabt haben musst bei dem du wohnst und der für dich sorgt. Ich meinte eher die Richtung Vertraute. So etwas wie Freunde." murmelte ich und verzog die Lippen nachdenklich. Eine Zeit lang war ich beinahe süchtig nach Menschen und Aufmerksamkeit gewesen. Ich glaube in der fünften Klasse. Ich hatte mich ausgetestet, hatte mit meiner Persönlichkeit gespielt. Ich hatte geguckt, was die Menschen mochten und wie man sie manipulieren konnte. Slytherin war wohl doch gar kein Fehlschlag gewesen. Und irgendwann kam ich dann doch zu dem Ergebnis, dass ich mich nicht verstellen wollte. Ich hatte auch so einige Menschen um mich herum denen ich etwas bedeutete und andersherum. Man brauchte doch zwangsläufig jemanden.
"Waisenhaus..." wiederholte ich leise und blickte kurz auf meine Schuhe. Ich konnte mir das gar nicht schön vorstellen. Ich merkte wieder einmal, was für ein Glück ich gehabt hatte. Matti und ich. Wir hatten immerhin einander. Es hätte noch sehr viel schlimmer sein können. Ich nickte. "Meine Freiheit war mir auch immer sehr wichtig. Ich hab schon als Kind nie zugelassen, wenn jemand anderes über meinen Kopf hinweg entscheiden wollte. Ich wollte immer selbst entscheiden können und tun was ich will." ich verdrehte leicht die Augen, kam aber nicht umhin Cody ein wenig zu bewundern. Er hatte sich schon so jung selbst durchschlagen müssen und hatte er recht gut geschafft soweit ich sehen konnte. Ich schluckte schwer. "Aber man kann auch den Weg mit anderen teilen...." fügte ich noch hinzu und sah wieder hoch. Es musst ja nicht einmal für lange sein. Aber ich wollte ihn gerne dazu ermutigen das zu tun.
Ich nickte heftig. "Oh ja. Dazu noch von einer wundervollen Familie. Ich bin mir dessen mittlerweile auch bewusst." sagte ich und lächelte kurz.
"Hm...Vermutlich nicht vor dem nächsten Sommer. Er ist noch dabei seinen Abschluss zu machen. Näheres haben wir auch noch gar nicht geplant... Aber ich hätte es gerne sehr groß und Pompös." ich lachte leise. Etwas anderes hatte ich mir nie vorstellen können, WENN ich denn überhaupt gedacht hatte, dass ich heiraten würde.
"Sicher nicht..." ich schüttelte den Kopf. Ich denke, dass Cody viele Leute mögen würden. Ich denke auch, dass Cody es aber nicht darauf anlegte Bekanntschaften zu machen und es deshalb nicht dazu kam, dass jemand seine Gesellschaft genoss.

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Cody

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Re: Zukunftsplay » 11

von Cody am 30.08.2018 23:48

Die Anspielung auf meine Augen ließ mich einen Moment lang stutzen. Also war ihr die Ähnlichkeit zu ihren Augen auch aufgefallen? Ich bemerkte gar nicht, dass ich sie ein paar Sekunden lang anstarrte, bis ich den Blick abwandte. "Vielleicht komme ich ja mal darauf zurück, wenn ich nicht weiß was ich sonst machen soll." Erst eine Sekunde später realisierte ich, wie sich das anhörte. "Also, nicht, dass es kein toller Job wäre, nur ... ich arbeite nicht so gerne mit vielen Menschen zusammen, und ich gehe stark davon aus dass du alleine Morgens in der Maske mit mehr Leuten konfrontiert wirst, die in meine Komfortzone passen würden."
Idas offene Art, ihre Gefühle zu zeigen störte mich komischer Weise keineswegs. Irgendwie erinnerte es mich an mich selbst. An ein jüngeres Ich, bevor ich gelernt hatte meine Gefühle vor allen anderen zu verstecken. "Ich bin ja nicht komplett alleine auf der Straße aufgewachsen ...", erwiderte ich schulterzuckend und fügte insgeheim hinzu: Auch wenn ich es oft genug darauf angelegt habe. "Ich habe bis ich vierzehn war in einem Waisenhaus hier in London gelebt, und seit ich da raus bin, bin ich sehr viel glücklicher als vorher. Sehr viel ... freier, als vorher. Weißst du, was ich meine?" Ich zuckte nochmals mit den Schultern. "Außerdem habe ich die letzten zwei Jahre ja überlebt, also war es wohl doch keine so schlechte Entscheidung, meinen eigenen Weg zu gehen."
Ich lauschte dem, was sie mir da über ihren Bruder erzählte. Das hörte sich tatsächlich nach einer sehr komplizierten Geschichte an. "Na gut, das kann ich nachvollziehen ...", gab ich zu und zog die Augenbrauen zusammen. Wenn sie wirklich beinahe seinen Tod verschuldet hatte ... ich war mir nicht sicher, wie ich reagieren würde, aber wahrscheinlich kam meine eigene Ansicht der von Ida sehr nahe. "Aber wow, Zwillinge? Dann hast du ja riesiges Glück gehabt, auch noch zusammen mit deinem Bruder adoptiert zu werden. Es gibt ja genug Kinder, die nicht in die gleiche Familie gebracht werden ..." und es gab genug Kinder, die überhaupt nicht adoptiert wurden. Aber den Gedanken schob ich schnell wieder beiseite.
Überrascht hob ich die Augenbrauen, als sie von ihrem Verlobten erzählte. "Hört sich ja ganz nach einer sehr interessanten Hochzeit an", erwiderte ich und grinste leicht. "Wann ist es denn soweit?"
Ich machte auf dem Absatz kehrt und ging in die Richtung, aus der wir gekommen waren und in der offensichtlich ihr Hotel lag. "Wirklich nicht? Dann bist du wohl die erste", erwiderte ich grinsend und mit einem Tonfall, von dem man nicht recht auf Sarkasmus oder Wahrheit schließen konnte. Ich stocherte in meiner Tüte herum, um an die letzten Fritten zu kommen und stellte frustriert fest, dass ich mein Abendessen während unseres Gesprächs tatsächlich schon aufgegessen hatte.

  

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Ida

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Re: Zukunftsplay » 11

von Ida am 30.08.2018 23:14

Ich grinste breit und zuckte mit den Schultern. "Ich wollte es nur mal gesagt haben weißt du? Mit diesen Augen hättest du gute Chancen." fügte ich hinzu und biss mir für einen Moment auf die Unterlippe. Ob ihm auch schon aufgefallen war, dass unsere Augen sich wirklich verblüffend ähnelten? Darauf ansprechen würde ich ihn jedenfalls nicht. Ein wenig seltsam war es ja...
Ich schüttelte den Kopf. So eine Aussage wollte ich nicht akzeptieren. Das störte ihn nicht? Wollte er sein ganzes Leben lang alleine verbringen? Ich schüttelte nochmals den Kopf. "Das kann nicht dein Ernst sein..." sagte ich leise und runzelte die Stirn. "Das ist traurig." sagte ich sehr direkt und verbarg meine Gefühle dem Gegenüber nicht. Ungewollt schlich sich auch ein wenig Mitleid ein. Kein Mensch sollte alleine sein, geschweige denn für immer bleiben.
Ich versteckte ein kurzes Grinsen. "Das könnte man meinen..." sagte ich und seufzte tief. Dann hoben sich meine Augenbrauen und mein Blick huschte ebenfalls zu meinem Ring. Mein wundervoller Ring. Ich lächelte automatisch und merkte erneut wie sehr ich diesen Typen vermisste, der mir den Ring an den Finger gesteckt hatte. Ich sah wieder hoch zu Cody. "Das ist eine wirklich komplizierte Geschichte." grinste ich kopfschüttelnd. "Aber zu allererst ist das kein Geschwisterding. Zumindest nicht von meiner Seite aus. Matt, mein Zwilling, stellt sich da um einiges mehr an als ich. Was seine Freundin angeht...Sie war im Prinzip Schuld an seinem Unfall bei dem er fast gestorben wäre. Es ist noch sehr viel verworrender, aber so sehe ich das. Deshalb fällt es mir schwer deren Beziehung...abzusegnen." sagte ich leise und verzog die Lippen. Dann hob ich meine Hand etwas an und ließ die Steine im Sonnenlicht funkeln. "Ilian, mein Verlobter, ist lustigerweise der beste Freund meines Bruders. Das ist nicht unbedingt das was ich mir immer erträumt hatte, aber sie stehen mir von allen Menschen am nahsten, also ist das schon okay..." ich lächelte wieder. Ich könnte noch viel länger über die beiden reden. Wie das alles angefangen hatte und von der Verlobung... Ich vermisste sie.
Ich wartete ab und nickte schließlich lächelnd. "Das freut mich. Und deine Gesellschaft ist bisher alles andere als nervig, glaub mir." ich schmunzelte kurz. Zwar wurde ich wirklich nicht schlau aus ihm, aber es war trotzdem eine angenehme Unterhaltung.

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Cody

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Re: Zukunftsplay » 11

von Cody am 30.08.2018 22:48

Ich warf Ida einen ungläubigen Blick zu und schüttelte dann grinsend den Kopf. "Oh, nein danke", erwiderte ich und hüstelte, um mein Lachen zu verbergen. Ich vor der Kamera? Das wäre ja die pure Ironie. "Ich bleibe lieber dahinter. Da, wo ich nicht unbedingt mit jedem am Set sprechen muss", gab ich zu und kaute nachdenklich auf meiner Fritte. Ida war tatsächlich die einzige Person, mit der ich mich einmal etwas länger unterhalten hatte. Nicht nur hier bei dem Job in London, sondern generell überall, wo ich bisher gearbeitet hatte. Ich hatte es bisher erstaunlich gut geschafft, anderen Menschen aus dem Weg zu gehen. 
Einen Moment lang sah ich sie prüfend von der Seite aus an, dann schüttelte ich mit dem Kopf. "Nein, niemanden", bestätigte ich und zuckte dann mit den Schultern. "Aber das stört mich nicht, wirklich. Man - ... Man gewöhnt sich mit der Zeit dran." Sie hatte zumindest ihren Bruder gehabt. Wie es sich wohl anfühlte, wirklich Teil einer Familie zu sein? Die anderen Kinder im Waisenhaus hatten mir nie besonders nah gestanden, zumindest nicht so nah, dass ich sie als meine Familie bezeichnen würde. 
Ihr Tonfall ließ mich aufhorchen. "Sie scheint dich ja nicht grade zu begeistern", stellte ich fest und verrenkte die Augen.
"Oder ist das so ein 'Geschwister-Ding', dass du die Freundinnen deines Bruders nicht magst?", ruderte ich zurück. "Ich meine, ich habe keine Geschwister, aber irgendwie ist das das, was ich mir darunter vorgestellt hab. Mag dein Bruder den Typen auch nicht, der dir den Ring da an den Finger gesteckt hat?" Die Frage platzte einfach so aus mir heraus, ohne dass ich groß darüber nachdachte. Die Neugier hatte dann doch gesiegt. 
Ich schielte kurz ein weiteres Mal zu dem Fenster hoch. Es zog mich nichts an diesen Ort. Mein Zauberstab lag zwar auf meinem Nachttisch, aber den würde ich nicht unbedingt brauchen, um mich zu verteidigen. Und außerdem war ich viel zu neugierig auf das Mädchen, das vor mir stand. "Okay, also auf eine ganz freundliche, nicht anzügliche Weise ...", begann ich und grinste kurz. "würde ich tatsächlich gerne mit kommen. Wenn dich meine Gesellschaft bis jetzt noch nicht nervt." 

  

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