Vergangenheitsplay 11
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Finley
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Re: Vergangenheitsplay 11
from Finley on 08/16/2017 08:09 PMViel zu oft war es passiert, dass ein freier Tag schlussendlich doch unterbrochen wurde, und das war wirklich schade. Wenn man mal endlich frei bekam, blieb das leider nicht immer für den Rest des Tages so.
Nein, aber heute müssten wir nicht unterbrochen werden. Wir durften nicht unterbrochen werden. Nicht heute.
Ich lauschte ihrem Vorschlag und musste gleich wieder lächeln. Ja, das hörte sich wirklich schön an. Ich meine, auch hier hatten wir unsere Ruhe, aber draussen war doch noch was anderes.
Ausserdem, wer wusste schon, ab wann es hiess, dass solche Aktionen zu gefährlich waren. Wobei ich mich auch dann womöglich nicht von einem solchen Vorhaben abkriegen liesse.
Auch wenn ich sehr wahrscheinlich mehr Todesser an Strassenecken sah, wie da dann tatsächlich auch waren und generell um einiges vorsichtiger war wie noch vor ein paar Jahren, irgendwo wurde diese Vorsicht dann schon eher lächerlich. Auch wir hatten Zauberstäbe und wussten mit ihnen umzugehen. Nicht hinter jedem Baumstamm lauerte eine böse Person, also bitte.
Ich dachte schon wieder schwarz. Mein Gott, was war denn mit mir los?
"Die Lichtung", meinte ich schmunzelnd. "Klingt gut. Dort waren wir schon so lange nicht mehr."
Hatte sie bedacht, wie sehr mich das an die guten alten Hogwarts-Zeiten erinnerte? Damals, als alles noch harmlos gewesen war, unsere grössten Sorgen, die gewünschten UTZ's zu bekommen, alle Hausaufgaben rechtzeitig zu meistern, und dazu irgendwelche Zankereien mit Mitschülern...
Früher hatte ich selbst immer die Augen verdreht, wenn ein Erwachsener mit einem dieser 'Früher war alles besser'-Sprüche kam. Doch schon jetzt, noch nicht mal so viele Jahre nach dem Abschluss, empfand ich irgendwie dasselbe.
Ich erhob mich und nahm meinen Zauberstab, der wie so üblich beim Abräumen mithalf.
Dann nickte ich. "Ich geh dann mal die Decke suchen", sagte ich und verschwand dann aus der Küche. Im Schrank im Nebenzimmer suchte ich nicht lange, bevor ich fündig wurde.
Jetzt, da ich ein wenig vor ihr entfernt war, hielt ich kurz inne und atmete durch. Ich freute mich, doch das kleine bisschen an aufkommender Nervosität wirkte bei meiner aktuellen Gefühlslage nunmal auch mit.
Ich kriegte das schon hin.
Zufälligerweise fand ich den Korb auch gerade und ging damit wieder rüber zu Abby.
"Was willst du denn zu Essen mitnehmen?", fragte ich, da es mir nunmal wirklich egal war.
London
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Re: Vergangenheitsplay 11
from London on 08/18/2017 01:06 AMIch lächelte leicht.
Das stimmte, wir waren viel zu lange nicht mehr auf der Lichtung gewesen und das war irgendwie schade!
Als wir beide noch nicht so eingespannt in unsere Arbeit gewesen waren, da hatten wir so gut wie jedes Wochenende einen Ausflug dahin unternommen. Wir hatten im Gras gesessen, gegessen und geredet. Manchmal hatten wir auch nur still schweigend in den Himmel geguckt und die Ruhe genossen.
Ich verband viele schöne Erinnerungen mit diesem Ort. Sternennächte, Picknicks und vor allem Finley's Lächeln.
Das waren all die Dinge, an die ich sofort denken musste, wenn das Thema auf die Lichtung fiel.
Dies und unsere gemeinsame Zeit in Hogwarts.
Ich dachte immer mit Freuden an damals zurück. An die Zeit, in der ich mich nur darum gekümmert hatte, was ich zu irgendeiner kleinen Feier im Gemeinschaftsraum anzog. An die Zeit, in der ich noch um Worte gekämpft hatte, wenn ich allein mit Finley war. An die Zeit, in der wir uns manchmal nachts im Gemeinschaftsraum getroffen und die ganze Nachg geredet hatten.
Gut, wir hatten auch andere Sachen gemacht, als nur geredet, doch die Nächte in denen wir einander zuhörten, waren mir die liebsten Erinnerungen.
Es war mittlerweile so unwirklich geworden, dass es mal etwas anderes gegeben haben sollte, als Finley und Abby.
Die Tatsache, dass wir nicht immer zusammen gewesen waren, war mittlerweile in weite Ferne gerückt und manchmal neigte ich sogar dazu sie zu vergessen.
Einfach zu vergessen, wie viele Nächte ich wag gelegne und mit Kat darüber getratscht hatte, was ich zu ihm sagen sollte.
Finley's Frage riss mich aus meinen schönen Gedanken rund um Hogwarts und holte mich zurück in die Küche, in der ich noch immer stand.
Ein paar Sekunden überlegte ich nur, dann musste ich Lächeln.
"Himbeertörtchen", lächelte ich, "Und Zitronenlimonade"
Für jemand Außenstehende klang das wahrscheinlich nach einer wahllosen Entscheidung, doch dem war nicht so.
Diese beiden Kleinigkeiten bedeuteten mir eine Menge.
Wenn Finley und ich uns damals zu einem Picknick am See getroffen hatten, dann waren wir vorher immer runter in die Kücjw geschlichen und hatten uns diese beiden Dinge von den Hauselfen geben lassen.
Es war irgendwie eine Tradition geworden. Ich hatte es immer geliebt, auch wenn manche Leute es für schräg gehalten hatten.
Kat zum Beispiel.
Doch was Finley anging, hatte ich so gut wie nie auf meine beste Freundin gehört.
Finley
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Re: Vergangenheitsplay 11
from Finley on 08/18/2017 07:12 PMIch lächelte sie sanft an.
"Du legst es ja wirklich darauf an, die Hogwarts-Zeiten für heute wieder zu erlangen..."
Ich schmunzelte und schloss kurz von hinten meine Arme um sie, atmete den vertrauten Duft ein und liess sie dann wieder los.
Ja, die guten alten Hogwarts-Zeiten... es tat immer gut, mal wieder darin einzutauchen und sich einzubilden, man hätte nur so wenige Sorgen im Leben wie damals eben.
In Hogwarts hatte alles begonnen. Wir hatten uns am ersten Tag kennengelernt, hatten uns jeden Tag gesehen, und mit dem Älterwerden kamen schliesslich auch mehr als nur freundschaftliche Gefühle aufgekommen.
Ich konnte mich noch genau daran erinnern, wie mein damaliger bester Freund Lucas sich stundenlang Theorien anhören musste, wie ich das schönste Mädchen des gesamten Jahrgangs auf meine Seite bekommen würde...
Doch schliesslich hatten wir beide es irgendwie geschafft und seither waren wir unzertrennlich. Wahrscheinlich wussten nicht mal meine Eltern so viel über mich wie Abby. Und selbst nach Jahren war es uns an Gesprächsstoff nie ausgegangen.
Und die Hauselfen der Küche hatten Himbeertörtchen und Zitronenlimonade zu unserer Tradition gemacht.
Ich war seit der Schulzeit einmal geschäftlich in Hogwarts gewesen. Tatsächlich war ich einem dieser Elfen über den Weg gelaufen, und er wollte mir direkt davon mitgeben. Es war irgendwie niedlich gewesen, wie sie sich immer noch daran erinnerten.
"Haben wir noch welche irgendwo?", fragte ich und überlegte. Eigentlich hatten wir immer Himbeertörtchen, wenn sie auch nicht ganz so gut wie die der Hauselfen waren, einfach nur schon aus Prinzip.
Wir waren noch nicht mal auf unserer kleinen Lichtung und ich hatte irgendwie schon jetzt das Gefühl, unsere alltäglichen Sorgen wären vergessen, wie eben zu Hogwarts-Zeiten. Und darüber freute ich mich wirklich. Wer wusste schon, wann der nächste derartige Tag kommen würde...
London
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Re: Vergangenheitsplay 11
from London on 08/19/2017 11:51 AMJa, die alten Hogwartszeiten.
Die würde ich wirklich gerne zurück haben. Die Probleme, die ich damals hatte, waren lächerlich im Vergleich zu denen, die ich jetzt hatte.
Also, warum nicht für ein paar Stunden zu tun, als ob alles wieder einfach wäre. Als ob mein einziges Problem wäre, cool und gefasst rüber zu kommen. So, wie damals.
"Die Hogwartszeiten waren ja auch immer schön!", lächelte ich und genoss kurz seine Nähe, bevor ich mich wieder daran machte, Sachen einzupacken.
Ich überlegte kurz ob wir noch etwas von den Sachen hatten, dann nickte ich.
Irgendwo in einem der vielen Schränke musste noch eine Flasche rumstehen und Himbeertörtchen hatte ich erst gestern gekauft.
Sie waren im Kühlschrank.
Schnell suchte ich die Sachen heraus, die wir mitnehmen wollten und verstaute sie in dem Korb.
Als ich endlich alles hatte, drehte ich mich zu Finley um.
"Wollen wir los?", fragte ich.
Ich wollte endlich raus aus der Stadt und zu der Lichtung.
Manchmal hielt ich es nämlich einfach nicht aus in dieser Großstadt. Dieses Gedränge und diese Hektik waren manchmal einfach zu anstrengend.
Vor allem, da ich den Großteil meiner Kindheit auf dem Land verbracht hatte.
Nicht, dass ich die Stadt nicht lieben würde, schließlich gibt es dort eine Menge Orte zum feiern. Aber ab und zu wünschte ich mir wieder auf dem Land zu wohnen.
Vielleicht in einem kleinen Anwesen mit Finley. Vielleicht könnten wir das irgendwann mal machen.
Irgendwann, wenn wir beide die Stadt satt hätten.
Dich vorerst würde wir wohl noch hierbleiben und auf Tage wie diesen zurückgreifen müssen.
Finley
Deleted user
Re: Vergangenheitsplay 11
from Finley on 08/19/2017 04:22 PM"Das ist wahr", stimmte ich ihr lächelnd zu.
Wenn ich in eine frühere Zeit zurückreisen könnte und für immer darin leben dürfte, wären es definitiv die Hogwarts-Zeiten, die ich wählen würde. Gerne wäre ich nochmals in dieser naiven Vorstellung des Lebens nach dem Abschluss...
Während Abby die Törtchen holte, durchsuchte ich den Schrank, in dem ich die Limonade vermutete, und wurde dort auch fündig. Ich legte sie in den Korb und sah dann zu meiner Freundin.
Ich nickte und nahm den Korb in die eine, den Zauberstab in die andere Hand.
Ich konnte es kaum erwarten, von hier wegzukommen. Nicht, dass ich unsere kleine Wohnung mitten in London nicht mochte. Es war nicht weit weg von unserer beider Arbeit und brauchte keine Anti-Muggel-schutze - wenn einer davon sich zufälligerweise hierher verirren würde, würde er die Besitzer dieses Ortes wahrscheinlich als komisch betiteln, aber nicht weitere Verdachte schöpfen. Es deutete nichts direkt auf ein Zauberer-Pärchen hin, zumindest, wenn wir aufgeräumt hatten. Ich wusste immer noch nicht warum, aber irgendwie gefiel mir diese Tatsache.
Auch wenn ich kein grosser Fan von Lärm und Trubel war, so mochte ich das Grossstadtleben irgendwie trotzdem. es war immer noch interessanter als die schier endlosen Weiten aus Hügeln Schottlands, zwischen denen ich aufgewachsen war.
Gut, etwas direkter an der Natur könnte es schon sein, gegen einen Garten hätte ich nichts einzuwenden, aber eigentlich war ich ganz zufrieden mit der jetzigen Lage.
Nahezu gleichzeitig disapparierten wir aus den vertrauten vier Wänden und erschienen ganz kurz darauf mitten auf unserer Lichtung wieder.
Das Wetter war für unser Vorhaben einfach perfekt. Einige Wolken am strahlend blauen Himmel nahmen einem das Gefühl, von der Sonne verbrannt zu werden. Es war angenehm warm, aber nicht zu warm. Einfach ideal eben.
Ich atmete die frische Luft ein und betrachtete die Lichtung. Es hatte sich ausser der Jahreszeit nichts verändert.
Ich stellte den Korb ab und sah dann zu Abby.
"Irgendwie ist es trotzdem jedes Mal schöner, als man es in Erinnerung hatte", meinte ich lächelnd.
London
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Re: Vergangenheitsplay 11
from London on 08/20/2017 08:31 PMAls wir endlich aus der Wohnung rausapparierten, war ich schon voller Vorfreude.
In meinem Kopf hatte sich das Bild des grünen Grases und des blauen Himmels schon breit gemacht und ich wollte nun endlich das Gras unter meinen Füßen spüren können.
Endlich erreichten wir die Lichtung und ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen.
Die Bäume am Rande der Lichtung trugen ihre grünen Blätter stolz und spendeten so etwas Schatten. Das Gras war ein wenig wild, aber in einem so herrlichen Grün, das es gar wie gemalt wirkte. Der Himmel war blau, es war still und nicht zu warm.
Kurzum es war einfach perfekt.
Ich war so damit beschäftigt meinen Blick über dieses kleine Plätzchen schweifen zu lassen, dass ich Finley's Frage kaum mitbekam.
Leicht verwundert blickte ich zu ihm, bevor mein Kopf endlich realisierte, was er gerade eben gesagt hatte.
"Du hast Recht! Meine Erinnerungen werden diesem Platz gar nicht gerecht.", antwortete ich lächelnd.
Schnell schlüpfte ich aus meinen Schuhen und schnappte mir die Decke, die wir dabei hatten, und breitete diese im weichen Gras aus.
Ich wählte einen Platz Nähe am Waldrand, damit wir ein wenig Schatten hatten und stellte den Korb daneben.
Dann legte ich mich auf die Decke und schloss kurz die Augen.
Vogelrufe waren das einzige, was ich hören konnte und es war so unglaublich beruhigend hier zu liegen.
Doch ich schlug meine Sugen schnell wieder auf und blickte in den Himmel über mir.
Ein herrliches Meer aus blau gestört von ein paar weißen flecken. Es war wirklich wunderschön.
Ich richtete meinen Blick auf Finley, der sich auch neben mich gesetzt hatte.
Er ergänzte das Bild der Lichtung perfekt. Auch er war wunderschön.
Wieder musste ich Lächeln.
"Ich liebe es hier!", sagte ich, den Blick immer noch auf meinen Freund gerichtet.
Ich wünschte mir sogar, wir könnten für immer hier bleiben. Es wäre so schön einfach jeden Tag hier zu sitzen und in den Himmel zu blicken.
Vielleicht könnte man sich ja ein Haus hier bauen. Es war schließlich nicht weit von der Stadt entfernt.
Aber diese Gedanken waren wohl etwas unrealistisch.
Allein wegen unseren Jons war das ungünstig. Die Nähe, die unsere momentane Wohnung bot, war eben zu praktisch.
Finley
Deleted user
Re: Vergangenheitsplay 11
from Finley on 08/23/2017 08:21 PMAbbys Blick hatte schon fast etwas andächtiges. Sie war wohl wirklich viel zu lange nicht hier draussen gewesen.
Dabei war es für uns doch so einfach - wir konnten einfach apparieren und mussten nicht erst durch den Wald laufen, um hierher zu gleangen. Eigentlich sollte es ja kein Problem sein, wenigstens für ein Paar Minuten hierher zu kommen...
Na ja, anderseits... wenn, dann richtig. Eine Viertelstunde war dann auch nicht das Gleiche - da konnte man ja nicht mal richtig vom Stress des momentan harten Alltags abschalten.
Ich folgte meiner Freundin in den Schatten und wartete, bis sie die Decke ausgebreitet hatte, ehe ich mich neben sie setzte und sie liebevoll betrachtete.
Das war einfach Abbygail. Einerseits die Königin jeder Party, hitzköpfig, lebensfroh und übermütig, andererseits eine der naturfreundlichsten, nachdenklichsten und hilfsbereitesten Menschen, die ich je kennen gelernt hatte.
Auch wenn ich irgendwie alles an ihr liebte, musste ich wohl kaum erwähnen, welcher dieser Seiten ich mehr mochte.
Das dunkle Braun von Abbys Augen war nun wieder auf mich gerichtet. Ich lächelte.
"Ich auch." Ich legte mich ebenfalls hin, ohne wirklich den Blick von ihr abzuwenden. "Und, ich liebe dich."
Ich strich ihr sanft eine Haarsträhne aus dem Gesicht und betrachtete weiterhin die wunderschönen, mir nur zu bekannten Gesichtszüge vor mir.
Ich glaubte, wenn ich Abby verlieren würde, würde ich es nicht verkraften.
Die Zeiten, bevor sie einen Grossteil meiner Gedanken eingenommen hatte, verblassten langsam, aber sicher - nein echt, es war kaum noch vorzustellen dass es jemals noch eine Zeit davor gegeben hatte.
Und ich war mir auch ziemlich sicher, dass sie die Eine war. Die Liebe meines Lebens. Ich wollte so gerne den Rest meines Lebens mit ihr verbringen - und hatte dennoch immer noch Angst, dass sie das nicht wollte.
Ich meine, wieso sollte sie? Oder, wieso sollte sie nicht? Nein. Wieso sollte sie?
Unbewusst hatte ich meinen Blick abgewendet, was wohl ganz schlau war, sie sollte sich nicht zu viele Sorgen machen.
Eigentlich sollte ich jetzt irgendwas sagen, dass sie sich wirklich keine Sorgen machte.
"Wieso haben wir nur so wenig Zeit für solches..."
Naja, ich hatte sowas schon besser gemacht. Wirklich.
Aber Hauptsache, ich hatte etwas gesagt.
London
Deleted user
Re: Vergangenheitsplay 11
from London on 08/26/2017 03:35 PMIch konnte sehen, dass auch Finley es genoss wieder hier zu sein. Ich sah es in seinen Augen. Er wirkte entspannt, was bei ihm nicht oft vorkam. Vor allem in letzter Zeit wirkte er immer gestresst, was an seinem job lag. Jetzt aber war dieser ständige ausdruck von anspannung einem dieser liebevollen Blicke gewichen, die ich so liebte.
Ich merkte, dass er mich ansah und asl ich mich dann lächelnd zu ihm drehte, konnte ich mir wieder die drei magischen Wörter anhören.
"Ich dich auch.", lächlte ich und liess zu, dass er mir eine dieser nervigen Haarsträhnen aus dem Gesicht strich.
Früher waren mir diese drei Worte irgendwie immer schwer gefallen. Ich hatte sie immer als eine Art heiligtum angesehen. Etwas, das man nur sagen darf, wenn man es auch wirklich so meint, weil es alles verändert. Ich liebe dich zusagen, war etwas ganz anderes als ein ich hab dich lieb! Es hatte soviel mehr bedeutung.
Als ich es das erste mal zu Finley gesagt hatte, war ich erst etwas überrascht gewesen, weil ich es nicht wirklich geplant hatte. aber ich hatte tief in mir gespürt, dass es die Wahrheit war.
Mittlerweile war ich es so gewohnt es zu ihm zusagen, dass ich mir vorher keine Gedanken mehr machte. Es war eben so. Ich liebte ihn.
Doch als ich ihm antwortete, veränderte sich sein Gesichtsausdruck wieder.
Er schien wieder über irgendetwas nachzudenken, wollte es aber offensichtlich nicht mit mir teilen, denn bevor ich nachfragen konnte, was los war, fing er schon weider an zu reden.
Das was er sagte klang ein wenig lasch, sodass ich direkt wusste, dass es nicht das war, orüber er nachgedacht hatte. Aber, wenn es etwas wichtiges wäre, dann würde er mir das schon mitteilen.
"Ich weiss es nicht", antwortete ich.
Finley
Deleted user
Re: Vergangenheitsplay 11
from Finley on 08/28/2017 08:36 PMIch konnte mich noch genau an das erste Mal Ich liebe dich erinnern. Das erste Mal an Abby gerichtet - und dazu auch das erste Mal überhaupt. Schon seit Liebe in meinen Augen nicht mehr total doof war, hatte ich eigentlich nur Augen für Abby gehabt, und Gott sei Dank hatte dies auf Gegenseitigkeit beruht, so lange es auch gebraucht haben mochte, bis wir uns das eingestanden hatten.
Als sie es als Erste gesagt hatte, war es so total unerwartet gekommen, sodass ich rgelrecht schockiert gewesen war; ich hatte sie nie gefragt, aber wahrscheinlich war sie kurz davor gewesen, enttäuscht wegzulaufen, weil ich so lange einfach gar nichts erwidert hatte.
Irgendwann hatte ich es aus dieser Schockstarre rausgekommen, hatte es erwidert und damit die volle und ganze Wahrheit ausgesprochen.
Inzwischen war es irgendwie normal geworden, es entsprach immer noch der Wahrheit, aber es war nicht minder herzerwärmend und stärkend geworden.
Auch wenn ich sie nicht direkt und nur aus dem Augenwinkel heraus ansah, wusste ich, dass sie misstrauisch war, und das war gar nicht gut.
Wenn sie fragen würde, warum ich gerade kurz abwesend gewesen war, würde ich keine genug überzeugende Antwort bereit haben, und dann bekam sie erst recht das Gefühl, dass ich ihr etwas verheimlichte...
Und... nein, einen Streit konnte ich jetzt ganz und gar nicht gebrauchen. Nicht schon wieder.
Also musste ich jetzt noch etwas besseres hinzufügen, dass sie hoffentlich ablenkte und auf andere Gedanken brachte.
Und dafür musste ich die friedliche Stimmung zumindest vorüber zerstören. Verdammt.
Ich schluckte. dann drehte ich mich wieder zu ihr und beugte mich etwas mehr zu ihr-
"So riskant das für unsere Arbeiten auch sein mag, wir sollten uns öfters um einen freien Tag prügeln", wisperte ich. "Ich... habe so Angst, dass der heutige der letzte sein könnte. Falls wir irgendwann... getrennt werden sollten, dann braucht es doch noch möglichst viele gute Erinnerungen..."
Und damit waren wir jetzt offiziell bei den dunklen Tagen, die momentan herrschten, zurück. So oder so fühlte ich mich deswegen richtig mies.
Aber es war immer noch besser als wütend, wenn sie besorgt war.
London
Deleted user
Re: Vergangenheitsplay 11
from London on 09/02/2017 12:15 PM(Es tut nur so leid! Ich habe übersehen, dass du schon geantwortet hast!)
Anscheinend war er mit den Gedanken wirklich ganz woanders gewesen. Bei weniger positiven Sachen.
Ich fragte mich, wie er bei einer so herrlichen Stimmung und einer so schönen Umgebung auf so negative Gedanken kam.
Ich hatte seit wir hier sind nicht einen einzigen Gedanken an die Arbeit oder an noch weit deprimierendere Dinge gedacht.
Aber Finley offenbar schon. Ich wusste nicht, wieso er darüber nachdachte, dass wir irgendwann getrennt sein würden.
Das würde nicht passieren. Niemals!
Wenn meine Freunde und meine Eltern uns nicht trennen konnten, dann wusste ich nicht, wer es könnte.
"Warum denkst du denn an sowas? Das wird niemals passieren!", versuchte ich irgendwie meine Gedanken zum Ausdruck zu bringen.
Ich hätte auch schon mal darüber nachgedacht, was alles passieren konnte, aber doch nicht jetzt.
Jetzt war ein Moment zum glücklich sein. Wir hatten beide frei, wir hatten nach Ewigkeiten mal wieder frei und er sorgte sich.
Er bräuchte sich nicht zu sorgen, aber es hörte sich so an, als würde er diesen Gedanken nicht das erste mal haben.
Es schien eher, als würde er andauernd darüber nachdenken.
Vielleicht war das der Grund, warum er immer so wütend reagierte, wenn ich mal wieder zu spät kam.
Als sich seine Miene nicht wirklich aufhellte, legte ich meine Hand auf seine Schulter.
"Vertrau mir Finley! Uns wird nichts trennen, nichts auf der Welt.", sagte ich sanft.
Ich wollte nicht, dass er noch länger so traurig blieb.
Er sollte wieder Lächeln und mit mir die Törtchen genießen.
Das war alles, was ich mir in diesem Moment wünschte.
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