Vergangenheitsplay 11

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London
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von London am 31.07.2017 10:34

(Erstmal Sorry, dass das so lange gedauert hat! Aber der Empfang hier ist grauenhaft)
Zu meinem Verwundern liess er mal keinen negativen Kommentar über meine beste Freundin vom Stapel und das, obwohl er sie sowas von nicht leiden konnte. Ich konnte auch verstehen warum er sie nicht mochte. Sie war laut, aufdringlich und neigte dazu zu reden bevor sie dachte. Sie und Finley waren eben grundverschieden.
Anfangs hatte ich noch versucht, die Beiden einander anzunähern. Aber als Kat mir dann eines nachts im Schlafsaal gesagt hatte, dass Finley zwar für ihren Geschmack zu ruhig war, aber sie ihn sich an sonsten trotzdem schnappen würde, wenn er nicht mein Freund wäre, hatte ich es dann gelassen. Denn obwohl sie meine beste Freundin war, hatte sie schon öfter solche miesen Nummern durchgezogen. Und das hatte ich unbedingt verhindern wollen.
Finley hatte ich nie erzählt, dass Kat ihn heiß fand. Ihm gegenüber hatte ich immer so getan, als ob sie ihn nicht leiden konnte. Und da Kat sich bei jedem Treffen mit mir und Finley die größte Mühe gab ein totales Ekelpaket zu sein, war das ja auch nicht ganz falsch.
Das mit dem apparieren stimmte wohl, aber das mit dem das würde sogar Kat einsehen eher nicht.
Ich hätte durchaus ihm Bescheid sagen können und hatte sogar darüber nachgedacht, aber als ich dann wirklich soweit war um mach Hause zu apparieren, hatte Kat mich angefangen und mir verklickert, dass das unnötig wäre. So gesehen er das ganze also eigentlich Kats schuld.
Das würde ich Finley aber nicht sagen. Er würde dann wahrscheinlich nur noch wütender werden, weil ich mich nicht durchgesetzt hatte. Und das obwohl ich mir sonst von niemandem etwas vorschreiben ließ.
"Ja ok, das hätte ich machen können. Entschuldige bitte.", murmelte ich. Ich war eindeutig zu müde um darüber zu streiten.
Aber Finley wurde wieder ziemlich wütend. Ich presste die Lippen zusammen und versuchte mich nicht aufzuregen. Da hatte ja keinen Sinn. Finley war nun mal verklemmt was Alkohol anging. Das würde ich nicht ändern können.
Das versuchte ich schließlich schon seit wir noch nach Hogwarts gingen.
Bei dem was er als nächstes sagte verschwand meine Wut. Das mit der aufkommenden Dunkelheit war wirklich sehr gefährlich. Durch Finley's Job kriegte ich da einiges mit und ehrlich gesagt ängstigte mich das was ich hörte. Allein der Blick in den Tagespropheten war schon immer anstrengend. Andauernd las man Dinge wie, Familie tot aufgefunden, oder Auror verschwunden.
Ich hatte jedes Mal sorge den Namen von jemandem zu lesen, den ich kannte.
"Ich weiß. Und ich will das auch nicht, aber sollen wir deswegen auf allen Spaß verzichten? Geben wir ihm dann nicht genau das was er will?", fragte ich.
Denn wenn wir uns wirklich versteckten und aus Angst nicht mehr richtig weiterleben könnten, dann hätten wir doch quasi schon verloren.
In Gedanken darüber folgte ich Finley in die Küche.
Kaum fiel mein Blick auf die Kaffeekanne und die Äpfel, die ordentlich in dem Korb lagen, merkte ich erst mal, wie hungrig ich war. Und wie dringend ich Kaffee nötig hatte.
Ich nahm mir also einen Apfel und setzte mich auf die Küchenanrichte.

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Finley
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von Finley am 31.07.2017 23:56

(Ist doch kein Problem, geniess lieber deine freien Tage, als dir um dein Internet sorgen zu machen!)

 

Ich warf einen nachdenklichen, sorgenvollen Blick auf meine zwar deutlich verkaterte, aber immer noch fast genauso bezaubernde Freundin.
"Nein", gab ich - innerlich natürlich nur widerwillig - zu. "Aber uns selbst auf dem Präsentierteller servieren auch nicht unbedingt. Ich meine, man kann ja auch Spass haben und dabei vorsichtig sein."
Ausserdem brauchte man keinen Alkohol für Spass - aber diese Diskussion nahm ich nicht nochmals auf. Dazu fehlte mir gerade schlichtwegs die Energie.
Ich brauchte gar nicht erst zu fragen, ob ich ganz nach Muggelart Kaffee kochen sollte; ich kannte Abby. Engländerin und doch Kaffetrinkerin. Sogar ich als gebürtiger Schotte trank mehr Tee als sie, wobei das inzwischen auch bei mir zurückgegangen war - ausnahmsweise passte ich mich ihr tatsächlich mal an und trank inzwischen ebenfalls regelmässig Kaffee, wenn wir unter uns waren. Bei Gästen tat es eine gute alte Tasse Tee immer noch besser.
Die Stille im Raum wurde jäh unterbrochen durch ein zumindest in unserer Welt allseits bekanntes Klopfen, welches vom Fenster her kam. Ich ging zum Fenster und öffnete es. Eine Waldohreule brachte den allmorgendlichen Tagespropheten. Ich bezahlte sie und liess das Fenster offen, als sie wieder hinausflog. Ein bisschen frische luft hier drin tat niemandem schlecht. Erst dann warf ich einen Blick auf das Titelblatt.
„Zauberer-Ehepaar von Muggeln tot aufgefunden", zitierte ich die Schlagzeile und war augenblicklich froh, heute frei zu haben. Viele freie Tage gab es in letzter Zeit nicht mehr, aber heute hatte ich es mir einrichten können – wenn nicht, würde ich von diesem Unfall nicht erst jetzt durch den Tagespropheten erfahren. Im Ministerium war das sicher keine sehr ruhige Nacht gewesen.
„Schon traurig, wie es einfach jeden treffen könnte", meinte ich geistesabwesend und legte den Tagespropheten vor Abby hin.
Na ja, so willkürlich suchten sie sich ihre Opfer ja nicht mal aus – da steckte mehrheitlich schon ein kleines System dahinter, wenn man genauer hinschaute. Leider war ich von diesem System irgendwie auch betroffen und das nur wegen meiner Muggeleltern, denen ich jeden zweiten Tag eine Eule schickte, um Bescheid zu sagen, dass es mir gut ging, und mich danach zu erkundigen, ob auch bei ihnen im Norden alles okay war.
Jedoch fühlte ich mich nicht viel unsicherer wie der rest der magischen Welt, nicht, als ob es etwas Spezielles wäre, dass ich muggelstämmig war. Ich wusste selbst nicht genau, was mir diese Sicherheit gab – vielleicht, weil ich mich perfekt als Muggel tarnen konnte und unter ihnen unterging, wenn ich es wollte – vielleicht auch einfach nur, weil ich mich irgendwie durch das Ministerium geschützt fühlte, warum auch immer.
Ich sah wieder zu meiner Freundin. Gerne hätte ich gerade nochmals gesagt, dass sie vorsichtiger sein sollte; schon nur die Vorstellung, dass jemand ihr etwas antun könnte, brach mir schier das Herz. Doch ich wollte unseren kleinen Streit nicht nochmals aufrollen. Auch wenn die Stimmung immer noch leicht komisch zwischen uns war, schlimmer sollte es heute nicht mehr werden.
Der Kaffee war inzwischen fertig und ich schenkte uns beiden je eine Tasse ein. Ein paar Mal mit dem Zauberstab geschwungen und auch der rest des Frühstücks gesellte sich zu den Tassen.
Normalerweise hätte ich etwas dazu gesagt, dass sie nichts tat und nicht mithalf, doch wie gesagt wollte ich sie heute nicht mehr reizen.

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London
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von London am 02.08.2017 22:53

Als ich sah, wie Finley den Kaffee zu bereitete, verdampfte auch der letzte Rest Wut in mir. Wie sollte man auch auf jemanden wütend sein, der so aufmerksam war?
In solchen Momenten fragte ich mich manchmal, mit was in der Welt ich jemanden wie ihm verdient hatte. Er war immer in Sorge um mich und der liebevollste Mensch, den ich kannte. Ich hingegen war meist unzuverlässig und konnte öfters mal ziemlich anstrengend sein, milde ausgedrückt.
Und trotz al meiner komischen Macken war er schon seit Hogwarts an meiner Seite. Wenn das nicht Liebe war, dann wusste ich es auch nicht:
Meine Gedanken wurden von der Ankunft der Posteule jäh unterbrochen, die sozusagen ans Fenster klopfte.
Finley bezahlte sie und schlug dann die Zeitung auf. Neugierig neigte ich mich ein Stück nach vorne um mitlesen zu können.
Doch das was Finley da vorlas war alles andere als schön.
Schon wieder ein totes Ehepaar. Ich schluckte. Man las sowas mittlerweile jeden Tag und jedes Mal machte es mich traurig.
Ich kletterte von der Anrichte und nahm mir die Zeitung, die Finley abgelegt hatte um Frühstück zu machen.
Auf dem Titelblatt sah man den Artikel über das tote Ehepaar und ein Bild indem ein Auror den Tatort begutachtete.
Ich überflog schnell den Artikel und stockte als mir der Name des Ehepaars auffiel. Ehepaar Martins.
Die kannte ich. Hatte ich gekannt. Sie waren Freubde von meinen Eltern gewesen und ich hatte mit ihrer Tochter zusammen im Garten gespielt. Ob die es schon wusste? Wahrscheinlich. Als angehöriger erfuhr man es immer als erstes.
Nebenbei nahm ich auch nich Finley's Gemurmel war und musste schlucken.
Es stimmte. Es könnte jeden treffen. Aber manche waren gefährdeter als andere.
Finley beispielsweise war nicht nur muggelstämmig sondern er arbeitete auch noch in einer relativ heiklen Abteilung.
Er passte genau ins Schema dieser Todesser.
Sofort sah ich vor meinem inneren Auge, wie ich zuhause saß, es klingelte und jemand vom Ministerium mir mitteilte, dass es ihnen leidtäte, sie mir aber leider mitteilen müssten, dass Finley tot aufgefunden wurde.
Allein der Gedanke daran trieb mir Tränen in die Augen. Ich wusste nicht, was ich ohne ihn machen sollte.
Ich könnte mir mein Leben ohne ihn schon gar nicht mehr vorstellen.
Und plötzlich hatte ich das dringende Bedürfnis ihn in den Arm zu nehmen.
Also durchquerte ich die Küche und schlang meine Arme um ihn.
"Es tut mir leid!", murmelte ich, während ich mich an seine Brust schmiegte.
Er war so ein toller Mensch und ich stritt mich andauernd wegen so unwichtigen Sachen mit ihm. Das war total bescheuert!
Jemand, der dir trotzdem Frühstück machte, obwohl er sauer auf dich war, war einfach Gold wert!

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Finley
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von Finley am 03.08.2017 23:12

Manchmal fragte ich mich schon, wie Abby und ich so grundverschieden und dennoch immer noch ein Paar sein konnten. So oft hatte dies an das nahezu Unmögliche gegrenzt, denn das gerade eben war nicht unser erster und bei weitem nicht unser schlimmster Streit gewesen.
Zu viele Male hatte sogar ich geglaubt, dass wir zerbrechen würden.
Doch wir waren nunmal immer noch zusammen, das war Fakt. Ich brauchte sie genauso sehr wie sie mich. Ein Leben ohne Abby konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen. Mit all ihren Fehlern und Unterschieden im Vergleich zu mir gehörte sie zu mir und ich zu ihr.
Und das würde hoffentlich noch lange so bleiben. Hoffentlich stellte sich weder ein Todesser noch der Tod persönlich so schnell zwischen uns.
Während ich Frühstück nicht ohne eine gewisse Mithilfe meines Zauberstabes zubereitete, warf ich immer wieder einen verstohlenen Blick auf Abby. Auf ihrem wunderschönen, verschlafenen Gesicht konnte ich Sorge und auch etwas Schock erkennen, jedoch empfand ich nicht den Drang, etwas dazu zu sagen. es war schlimm, was da wieder mal berichtet wurde. Egal, ob das nun Fremde waren oder Bekannte.
Ihre nächste Aktion kam ziemlich überraschend. Einen Moment lang stand ich sichtlich überrascht da, bevor ich schaltete und sie reflexiv an mich drückte.
Ich hatte keine Ahnung warum, doch ich konnte nichts dagegen tun, traurig zu lächeln. "Ist schon gut", raunte ich beruhigend. "Mir auch."
Eine Weile lang standen wir einfach nur stumm da, aneinander geschmiegt und wohl beide in unsere Gedanken versunken. Dann räusperte ich mich und löste mich sanft von ihr.
"Hey", wisperte ich sanft. "Wir sollten aufhören, über solch lächerliche Dinge zu streiten. Nicht in solchen Zeiten."
Es könnte jederzeit sein, dass wir uns das letzte Mal sahen, und im Streit auseinandergehen sollten wir deswegen nie mehr.
Ich drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.
"Und jetzt iss. Ich weiss, dass du Hunger hast."

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London
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von London am 09.08.2017 20:22

Ein paar Momente standen wir einfach so in der Küche und ich lauschte dem klang seines schlagenden Herzens. Es beruhigte mich auf fast magische Weise. Als er meine Entschuldigung annahm lächelte ich dankbar, auch wenn er es nicht sehen konnte.
Er hatte so recht was das anging. Es war in solchen Zeiten wirklich dämlich sich wegen solchen Sachen zu streiten.
Wer wusste schon, ob man sich am Ende des Tages wiedersah. Ich wollte jedenfalls nicht, dass wir uns wegen so etwas zerstritten und das dann auch noch etwas passierte.
Dafür liebte ich ihn einfach zu sehr. Und dafür hatten wir auch schon zu viele Krisen durchlebt.
Krisen, die wir immer wieder gemeistert hatten, auch wenn ich das oftmals nicht gedacht hatte. Es hatte Abende gegeben, an denen ich der festen Überzeugung gewesen war, dass es das zwischen uns war. Das wir uns entfremdet hätten.
Doch diese Abende hatten dann letztendlich doch alle harmonisch geendet. Wir hatten es immer wieder geschafft uns zu vertragen.
Wahrscheinlich weil wir beide nicht ohne einander könnten.
Finley's Worte rissen mich aus meinen Gedanken.
Essen klang gut. Ich spürte, wie mein Magen, wie aufs Stichwort, anfing zu grummeln. Jetzt ein gutes Brötchen und einen Kaffee, das wäre genau das richtige.
Wir setzten uns an den kleinen Frühstückstisch, der mitten in der Küche stand und ich griff direkt nach einem Mohnbrötchen.
Nebenbei goss ich Finley und mir mit einem Wink meines Zauberstabs etwas Kaffee ein und mit einer weiteren Bewegung fügte ich noch etwas Milch hinzu. Bei mir etwas mehr und bei Finley etwas weniger. So, wie wie es immer tranken.
Während ich mein Brötchen mit Marmelade bestrich, nahm ich wieder den Tagespropheten zur Hand und blickte nochmal auf die Titelseite.
Mit einem Kopfschütteln über die Schlagzeile blätterte ich weiter, musste aber feststellen, dass auch diese sich nur mit negativen Themen beschäftigte.
Das Bild von irgendeinem Mann war darauf abgebildet und darunter stand, dass er gefährlich war und noch immer vermisst wurde.
Scheinbar waren da draußen immer mehr zwielichtige Menschen unterwegs.
"Schon wieder jemand vor dem gewarnt wird.", sagte ich ohne aufzublicken.
Wahrscheinlich war der Mann für Finley nicht unbekannt. Da er im Ministerium arbeitete, hatte er damit ja zwangsweise zu tun.
Ich wusste nicht, ob ich da arbeiten könnte. Aber ich bewunderte ihn dafür.

(Sorry, dass es sooo lange gedauert hat! Aber mein Highspeef Volumen war alle und es ging gar nichts mehr. Aber jetzt habe ich wieder Internet!)

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Finley
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von Finley am 11.08.2017 17:28

Eine Weile lang schwiegen wir beide und jeder ass für sich.
Ich war wirklich froh, jemanden wie Abby für mich gefunden zu haben. Selbst in diesem Moment, in dem wir nicht mal miteinander agierten, genoss ich ihre Anwesenheit.
Ja, das mochte kitschig klingen. Früher hätte ich etwas derartiges niemals gedacht. Niemals.
Doch heute war nicht früher. Es waren andere Zeiten gekommen, als es nahezu jeder in unserer kleinen Welt erwartet hätte. Und das jetzt war erst der Anfang.
Es waren keine schönen Zeiten. Es würden keine schöne Zeiten kommen.
Und gerade in solchen Zeiten war eine Person wie Abby Gold wert. Eine Person, die einen liebte. Eine Person, die man lieben konnte. So unterschiedlich wir auch sein mochten, zusammen waren wir das perfekte Team.
Und das würden wir auch hoffentlich noch lange bleiben.
Unbewusst hatte sich ein Lächeln auf meine Lippen geschlichen. Gedankenverloren tastete ich unter dem Tisch nach einer Hand, die ich drücken konnte - da jedoch beide auf der Tischplatte ruhten, streifte ich nur kurz ihr Knie und zog meine Hand dann wieder zurück.
Ich schreckte aus meinen Gedanken auf, als ich Abby sprechen hörte.
"William Blackwood", meinte ich, ohne hinzusehen, beugte mich über den Tisch und legte meinen Kopf schief, um einen Blick in die Zeitung zu werfen. Tatsächlich hatte ich Recht. Na sowas.
Klar, ich hatte gewusst, dass das Gesicht dieses Mannes bald wieder im Tagespropheten zu sehen wäre, doch so früh hätte ich nicht erwartet.
Soweit ich es bei der Arbeit mitbekommen hatte, hatten sie damit warten wollen, weitere Unruhen zu verstreuen, bis Blackwood erneut gefährlich wurde. Und wir hatten eine ganze Zeit lang nichts von ihm gehört.
Also musste er wieder etwas angestellt haben.
"Wahrscheinlich glauben sie, er steckt hinter dem Tod dieses Ehepaars", kombinierte ich, mehr für mich selbst als für Abby.
Mit grosser Wahrscheinlichkeit konnten sie es noch nicht klar sagen - und wenn sie eines nicht gerne taten, dann Fehler zuzugeben. Also rückten sie noch nicht mit der Sprache raus. So war das Ministerium nunmal.
Man las so wenig schönes in letzter Zeit.
"Du hast heute frei, nicht?", fragte ich und hoffte damit, vorerstvon diesen unschönen Themen abzulenken.
Nicht, dass ich es nicht schon wüsste. Warum sollte ich mir denn ebenfalls ausgerechnet heute frei nehmen?

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London
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von London am 11.08.2017 23:03

Immer noch in den Tagespropheten vertieft, nahm ich sein Lächeln nur aus den Augenwinkeln war. Ich wusste zwar nicht, was ihn zum Lächeln gebracht hatte, aber das machte nichts. Denn ich liebte dieses Lächeln, seit ich es damals im ersten Jahr in Hogwarts gesehen hatte.
Es war so aufrichtig, so treu und ich hatte es von Anfang an toll gefunden. Vor allem, wenn er mich so ansah.
Die leichte Berührung an meinem Knie lies mich vom Tagespropheten aufblicken, doch sein Lächeln war schon wieder verschwunden und er wirkte wieder nachdenklich. Ein weiterer Gesichtsausdruck, den ich bei ihm nur allzugut kannte.
Als ich dann anfing zu reden, schreckte er leicht auf. Er war also tatsächlich tief in Gedanken gewesen.
Automatisch fragte ich mich worüber er wohl nachgedacht hatte, aber ich fragte nicht nach, sondern hörte ihm lieber zu, als er mir den Namen des Mannes nannte.
William Blackwood. Schon der Name des Mannes hörte sich düster an. Das er die Martins umgebracht haben sollte klang bei seinem Aussehen plausibel. Er sah einfach aus wie ein Todesser. An etwas bestimmten festlegen konnte ich das nicht, aber ich hielt mich von Leuten, die aussahen wie er, generell gern.
Vielleicht dachte ich viel zu sehr in diesem schwarz weiß Schema, doch in Zeiten wie diesen könnte man nicht vorsichtig genug sein.
Das Finley dann das Thema wechselte, war mir nur recht. Ich hätte auch wirklich genug von all den negativen Neuigkeiten im Moment und etwas Smalltalk konnte nicht schaden..
"Ja habe ich. Bella hat die Schicht mit mir getauscht.", erläuterte ich.
Es kam selten vor, dass ich mal das Glück hatte ein ganzes Wochenende frei zu haben.
Als Heilerin hatte man immer alle Hände voll zu tun auf der Arbeit und freie Tage waren nun mal Mangelware.
Umso erfreuter war ich gewesen, als meine Arbeitskollegin Bella mich gefragt hatte, ob ich ihre Schicht nächste Woche übernehmen könnte und sie dafür meine.
Ich liebte meinen Job zwar sehr, aber so konnte ich wenigstens ein ruhiges Wochenende mit Finley verbringen.
"Sie fliegt runter nach Italien um ihre Schwester zu besuchen. Die hat nämlich gestern ein Baby bekommen.", erzählte ich weiter, während ich eine Erdbeere halbierte und mir eine Hälfte in den Mund schob.
Sie hatte heute auf der Station Fitos von dem kleinen Ding rumgereicht und ich musste wirklich zugeben, dass es ein sehr süßes Baby war.

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London
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von London am 11.08.2017 23:06

(Irgendwie hat das jetzt zweimal gepostet🤔)

Antworten Zuletzt bearbeitet am 11.08.2017 23:07.

Finley
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von Finley am 12.08.2017 16:37

Wir beide hatten heute frei und irgendwie hingen wir trotzdem beim Thema Arbeit fest.
Irgendwie war das ja auch berechtigt. Sowohl Abby als auch ich hatten zur Zeit viel zu tun. Nicht selten hatten wir Überstunden und waren darüber hinaus sogar ausserhalb der Arbeit gedanklich dabei.
Wenn man dann mal endlich frei hatte, war es umso schwerer, einfach abzuschalten, was bei so wenig freier Zeit schade war.
Nicht, dass ich meinen Job nicht gerne machte, nein. Ich liebte ihn, war mir sicher, dass es das richtige für mich war. Wenn man mich fragte, warum, konnte ich nie eine genaue Antwort geben, doch es war einfach so.
Ich lächelte wissend, als sie es bestätigte.
Ich hatte schon eine ganze Weile lang darauf gewartet, dass sie endlich einen solchen Tag haben würde - und der heute war bei weitem nicht der Erste. Heute war nur der erste, an dem auch ich es hingekriegt hatte, frei zu bekommen.
Morgen würde mir wahrscheinlich abermals unter die Nase gedrückt werden, dass ich gefehlt hatte. Heute musste ziemlich viel los sein. Aber das war mir egal. Ich heute Wichtigeres zu tun, jetzt, wo wir mal einen ganzen Tag für uns hatten.
"Ich auch", meinte ich.
Ich kannte Bella nur flüchtig. Ich wusste, dass sie und Abby zusammen arbeiteten, und war ihr ein Paar mal über den Weg gelaufen. Mehr nicht.
Jedoch war ich ihr - oder ihrer Schwester und dem Baby - dankbar, denn irgendwie war sie für diesen Tag mitverantwortlich.
"Wenn wir heute schon mal beide einen freien Tag haben", mein Lächeln wurde ein wenig breiter, "was wollen wir denn unternehmen? Hier bleiben oder irgendwo hingehen?"
Tatsächlich hatte ich in dieser Hinsicht nichts geplant. Wobei, doch, schon. Aber das betraf den Ort nicht.
Die alte Eule von Abbys Eltern würde uns finden. Egal, wo wir waren. Und sie würde ein kleines Päckchen mitbringen. Und in dem Päckchen würde sich eine Schatulle befinden und in der Schatulle ein Ring...
Auch wenn Abby und ihre Eltern nicht das allerinnigste Verhältnis pflegten, wusste ich, dass die Familie meiner Freundin wichtig war. Ebenfalls war mir bewusst, wie kritisch ihre Eltern mir anfangs gegenüber gestanden waren und dass unser Verhältnis seither nicht allzu warm war.
Und Betty die Eule war ein Symbol für Abbys Familie. In den Sommerferien in Hogwartszeiten hatte sie mir Briefe von Abby gebracht und war mit Antworten von mir zurückgeflogen.
Ich kannte Abbys Neugier und hatte deswegen auch beschlossen,den Ring ganz weit weg von hier zu deponieren. Und Betty würde auch gleich übermitteln, dass ich die Erlaubnis ihrer Eltern hatte.

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London
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von London am 16.08.2017 18:32

Es freute mich wirklich, dass Finley auch frei hatte. Es war bestimmt schon eine halbe Ewigkeit her, dass wir beide mal einen ruhigen Tag miteinander verbracht hatten. Wenn wir nämlich schon mal beide am selben Tag frei hatten, was sehr selten vorkam, dann war es häufig so, dass irgendwer von uns immer nochmal weg musste.
Häufig waren es irgendwelche Notrufe. Ich würde manchmal gerufen, weil irgendwelche schwierigen Fälle eingeliefert wurden und bei Finley war es ähnlich.
Wenn das Ministerium mal wieder jemanden hatte der oblivioert werden muss, dann musste Finley meist los und so platzte dann auch oftmals ein romantisches Abendessen oder ein Kinobesuch.
Umso besser war es, dass wir nun beide mal etwas unternehmen konnten.
Und das ich sogar entscheiden durfte, wohin wir gehen würden, gefiel mir noch mehr.
"Lass uns irgendwo hingehen, wo es etwas ruhiger ist.", überlegte ich.
So gerne ich unter Menschen war, so wollte ich doch manchmal auch meine Ruhe haben. Und gerade an solchen Tagen, liebte ich es mit Finley irgendwo in Ruhe zu sitzen und seine Nähe einfach zu genießen.
"Wie wäre es mit dem kleinen Wladstück in der Nähe", schlug ich vor.
Ich hatte große Lust auf einer kleinen Decke zu sitzen und den Geräuschen der Vögel zu lauschen.
Und was eignete sich da besser als eine kleine, abgelegene Waldlichtung.
Vor allem, da ich diesen Ort einfach liebte. Er erinnerte mich immer an die Zeit in Hogwarts.
Dort hatten Finley und ich auch oft am Rand des verbotenen Waldes gesessen und über irgendwelche Mitschüler getratscht oder uns über Hausarbeiten beschwert. Es war immer schön gewesen.
Wenn ich so daran dachte, dann vermisste ich diese Zeit irgendwie. Es war eine schöne gewesen. Irgendwie unbeschwert und leicht.
Jetzt war alles so dunkel und angespannt.
Man musste wirklich jeden Moment nutzen um ihn zu etwas besonderem zu machen.
"Wir könnten uns auch noch eine Kleinigkeit mitnehmen und da picknicken oder so.", lächelte ich, während ich anfing den Tisch wieder abzuräumen.
Je schneller ich damit fertig war, desto eher könnten wir es uns auf der kleinen Lichtung gemütlich machen.

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