Vergangenheitsplay 11
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Tyrus
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay 11
von Tyrus am 25.06.2018 21:39Tür auf, Tür zu. Noch mit der Nase im Bierkrug schnellte mein Blick auf. Noch ein Hunne mehr, der mir auf den Sack ging und ich würde den Vollmond nicht mehr brauchen um auszurasten. Aber ich blieb lässig an die Arbeitsplatte gelehnt als mich zwei entnervte, altbekannte Augen sah. Die Laune hier drin war genauso veratmet wie die Luft, ich konnte förmlich riechen wie sofort einige Augen auf ihren besten Teilen ruhten. Aber das brachte mich nur zum Grinsen. Ein Weib mit Kurven im Haus war gut für's Ambiente und gut für die Stimmung.
"Kommen eine Kellnerin, eine Aushilfe und ein Goblin... nicht in einen Pub..", beantwortete ich ihre Frage als würde ich einen schlechten Witz anfangen und irgendwie stimmte das ja auch. Ich konnte mich immer noch darüber aufregen wie man sich im Sommer eine Grippe und überhaupt ein Kind andrehen lassen konnte, aber was half es im Endeffekt schon? Ich zuckte mit den Schultern. "Falls dein Hintern nichts zu tun hat, Adel Hatler: Ich such ne Aushilfe. Vorzugsweise mit Körbchengröße Handlich, wenn ich dich nich komplett verwechsel, trifft das auf dich zu."
Mit einem dreisten Grinsen, aber irgendwie lieben Zwinkern warf ich ihr das Spültuch ins Gesicht, legte die Kippe auf den Untersetzer, den ich als Aschenbecher benutzte und zog eine Flasche Feuerwhisky aus dem Regal. Das biestige Wesen hatte mir den Abend gerettet, da konnte man mal einen ausgeben. Und wenn wir schon dabei waren....
"Siehst aus als hätte der Graurücken wieder keinen hoch gekriegt. What's up?", fragte ich während ich die zwei Gläser auf der Theke zwischen uns füllte. Gleich darauf hob ich es an und wartete darauf mit ihr anzustoßen. "Sláinte!"
Adelaide
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay 11
von Adelaide am 27.06.2018 00:10Auf seine Worte hin nickte ich nur. Er musste nicht weiter reden, verstand ich auch so schon, was er mir sagen wollte. Sie waren also alle nicht zur Arbeit erschienen und er musste den Laden alleine schmeißen. Da konnte man fast schon Mitleid mit ihm haben. Fast.
Ich hob eine Augenbraue. Hatte er mich gerade gefragt, ob ich ihm bei der Arbeit half? Ich hob meine Hand und fing das Geschirrtuch auf, bevor es in meinem Gesicht landen konnte. Ein abschätziger Blick lag auf meinem Gesicht. „Danke, aber nein danke.", erwiderte ich nur. „Ich bin nicht fürs arbeiten gemacht, ich lasse Leute lieber für mich die Drecksarbeit erledigen."
Als ich die Alkoholfalsche in seiner Hand sah, verändere sich mein Gesichtsausdruck und wurde etwas entspannter. Alkohol war gerade etwas, was ich gebrauchen konnte. Anders konnte man diesen Abschaum hier auch nicht ertragen. Würde ich wirklich hier arbeiten, würde ich vermutlich immer betrunken an einem dieser Tische sitzen, statt mich um dieses Pack zu kümmern, welche sich Gäste schimpften.
Seine Aussage ließ mich Grinsen, das erste mal für heute, wenn ich mich nicht irrte. Merlin, endlich konnte ich mich mal mit jemanden Unterhalten, dem ich nicht die Kehle aufschlitzen wollte. „Das übliche. Überall muss man sich mit Idioten rumschlagen." Ich zuckte mit den Schultern, ehe ich das Glas, welches er mir aufgefüllt hatte, in die Hand nahm, um ihm ebenfalls zuzuprosten. Ich setzte das Glas an meine Lippen, um es in einem Zug zu leeren. Das Brennen in meinem Hals ignorierte ich gekonnt. „Wie wäre es denn, wenn du das Pack rauswirfst und wir uns sinnlos betrinken?", fragte ich schließlich etwas abwesend, während mein Blick auf einem Mann lag, der so voll war, dass er schon nicht mehr richtig laufen konnte und mehr durch den Pub stolperte, als alles andere. Recht schnell hatte dieser mein Interesse aber wieder verloren. Sollte Tyrus meinem Vorschlag zustimmen, könnte das hier noch ein recht angenehmer Abend werden, wenn nicht, dann müsste ich mich eben alleine betrinken, um nicht noch jemanden zu töten - der betrunkene Mann würde sicherlich ein gutes Opfer abgeben.
Tyrus
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay 11
von Tyrus am 28.06.2018 12:33"Wieso war mir das klar? Mylady sind sich zu fein zum arbeiten.", erwiderte ich mit der überkandidelten Höflichkeit eines wahren Briten, nur um mir im nächsten Moment den Whisky hinter die stolze, irische Lade zu kippen und genüsslich aufzuseufzen. Nichts auf der Welt half so gut gegen Besoffene wie... sich ihnen anzuschließen. Mein Blick schweifte über den Gastraum und das Gesocks aller Schichten, das sich darin tummelte. "Auch Idioten können hilfreich sein, Yankee."
Ich zwinkerte ihr zu und goss uns Whisky nach. Dann erst deutete ich mit dem Glas in die Runde und winkte gleichzeitig einer Hexe ab, die mehr als genug hatte. Sie beschwerte sich lautstark, aber nur gerade so lange bis ich mein Glas geleert und ihr mit den angefeilten Seitenzähnen ein sehr, sehr breites Grinsen geschenkt hatte.
"Was ich eigentlich sagen wollte:", fing ich dann wieder an und nickte der Hexe und ihrer Gruppe hinterher. "Du wirst nirgends so unglaublich lustige Kombinationen finden wie in einem Pub. Und keinen Ort der Welt an denm du so viel Erpressungsmaterial auf einmal zusammen hast."
Ich hatte mich zu ihr vorgelehnt und mein charmantestes Lächeln aufgelegt als ich das sagte. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken überwand ich nun auch die letzten Zentimeter und setzte einen Kuss auf ihre Nasenspitze, wissend, dass es sie sicher noch weiter abfucken würde.
Mit einem genervten Seufzen raffte ich mich wieder hoch und sah auf die tätowierte Uhr auf meinem Handrücken. "Ist eh Sperrstunde in fünf Minuten. Ach, was solls?!", murrte ich, warf den Lappen hin und flüsterte etwas in Richtung des Hippogreifkopfes über der Tür, der daraufhin martialisch laut aufbrüllte, dass einem der Schreck in die Glieder fuhr.
Schlagartig war Stille in dem sonst so lauten Gastraum. Bis ich das Wort ergriff.
"Ihr wisst was das heißt!", rief ich. "Sperrstunde, verpisst euch! Husch, husch, ins Körbchen! Frauchen wartet sicher schon, Walker. - Und bezahlt eure verdammten Deckel, ihr Krotzen!"
Bis ich den letzten Rest zur Tür raus gefegt hatte ließ ich Adelaide links liegen, die würde schon allein klar kommen, war ja ein großes Mädchen. Und eine Flasche Whisky war ja auch da.
"Schenk ein, Deary."
Ich schloss die Tür hinter dem letzten Goblin, der unter Absingen schweinischer Lieder in die Winkelgasse stolperte und knöpfte mir das Hemd auf, einfach weil es bequemer war.
"Und dann lass mal hören wohin ihr euch alle verpisst hab! Kein Rudel, kein verdammter Wolf mehr hier. Als hätte das Ministerium euch platt gemacht."
Adelaide
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay 11
von Adelaide am 28.06.2018 14:47Desinteressiert zuckte ich mit den Schultern. Es war kein Geheimnis, dass ich mir in der Hinsicht nicht gerne die Finger schmutzig machen wollte. Seit dem Tag, an dem mir klar wurde, dass ich mein altes Leben komplett über Board werfen musste, war mir klar, dass ich keinen normalen Job haben werde. Nachdem meine Eltern mir klar gemacht hatten, dass ich nun ebenfalls zu Abschaum geworden war und ich mich Fenrir angeschlossen hatte,war nichts mehr so wie es mal war. Selbst die Beziehung zu meiner Schwester war anders geworden, war sie auf einmal wie besessen davon, mich zu heilen - sogar heute noch, auch wenn ich glaubte, dass sich seit unserem letzten Treffen noch mehr zwischen uns geändert hatte. Den Gedanken an meine Schwester schob ich wieder beiseite, bevor ich noch zu viel Zeit damit verschwenden konnte. „Können sie, aber einmal mit Profis zu arbeiten wäre eine willkommene Abwechslung."
Ich nahm das Glas wieder in meine Hand, nachdem er es aufgefüllt hatte. Mein Blick wanderte ebenfalls zu der Frau, die eben lauter wurde. Ich musterte sie kurz, irgendwo her kannte ich sie, doch wirklich zuweisen konnte ich sie nicht. Vermutlich jemand für mich unwichtigen. Ich konnte nicht anders, als kurz nickend zuzustimmen. „Damit hast du wohl recht." Hier blamierte sich sicherlich der ein oder andere oder erzählte etwas aus dem Nähkästchen, was eigentlich niemand wissen sollte. Menschen waren dumme Wesen, die einfach nicht wussten, wie weit sie gehen konnten. Sie machten Fehler, immer und immer wieder. Gut, dass wir Werwölfe etwas anders tickten - nicht alle, natürlich, aber viele.
Ich hob eine Augenbraue, als er meine Nasenspitze küsste. Derart Liebkosungen mochte ich ganz und gar nicht. Ich hasste es, wenn man mich so behandelte, weil ich mich wie ein dummes Kind fühlte - und er wusste dies. „Mach das nochmal und ich werde dir dein Herz aus der Brust ziehen, Liebster.", sagte ich mit süßlichem Unterton.
Ich leerte mein Glas schließlich, ehe ich Tyrus grinsend ansah, als er meinem Vorschlag zustimmte. So könnte der Abend also wirklich etwas werden. Ich drehte mich von der Bar weg, um in die Menge zu schauen, welche erschrocken zu uns sahen, hatte sie das laute Geräusch wohl erschrocken. Nachdem Tyrus sie liebevoll zum gehen aufgefordert hatte, konnte man deutlich sehen, wie ihr erschrockener Blick in einen mürrischen überging. Sie wollten also noch nicht gehen, wie süß. Zufrieden sah ich dabei zu, wie einer nach dem anderen den Pub verließ, bis nur noch wir beide übrig waren. „Endlich.", sagte ich nur etwas genervt, ehe ich mich wieder der Bar zuwand.
Grinsend griff ich nach der Flasche und füllte unsere Gläser wieder auf. Einen kurzen Blick über seinen Körper konnte ich mir nicht verkneifen. Er sah gut aus, das konnte niemand leugnen. Ich nahm mein Glas und prostete ihm nochmal zu, ehe ich es leerte.
„Das Ministerium kommt nicht mal in die Nähe von uns, das sollte dir bewusst sein." Ich zuckte mit den Schultern, ehe ich weiter sprach. „Wir halten uns etwas bedeckter, war Fenrirs Anweisung, nicht meine." Eigentlich stand ich immer auf Fenrirs Seite, doch irgendwie verstand ich nicht ganz, was seine Intentionen waren. „Ich weiß nur, dass ich genervt bin. Ich habe echt keine Lust noch weiter im Hintergrund zu arbeiten, so, als hätte ich angst vor irgendwas." Es war ein Fakt, dass ich tatsächlich nicht wirklich angst vor irgendwas hatte. Wovor auch? Voldemort? Sicherlich nicht. „Also keine Ahnung was momentan hier passiert und ich hab auch echt keine Lust mich jetzt gerade damit zu beschäftigen." Noch während ich sprach hatte ich mein Glas wieder aufgefüllt und im nächsten Atemzug wieder geleert. Ich musste schon viel zu lange auf Alkohol verzichten.
Tyrus
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay 11
von Tyrus am 28.06.2018 19:16Adelaide war richtig beschissen drauf, ich merkte es schon. Nicht mal den kleinen Kuss auf die Nasenspitze vertrug sie, nicht den kleinsten Scherz. Aber vielleicht war das auch der Alkoholentzug, dem würden wir Abhilfe verschaffen. Zurück hinter der Theke zog ich zwei Krüge heran und zapfte uns ein schönes, dunkles Bier ab. Ich murmelte leise etwas in Richtung des alten Schallplattenspielers und der jetzt so stille Gastraum bekam zumindest ein bisschen was an Geräuschen.
Ich hörte zu wie die Musik meiner Heimat spielte und schloss für einen Moment die Augen. Das war alles was mir von Irland geblieben war. Das und der Alkohol. Aber nicht für ewig, redete ich mir ein. Nicht für immer. Dublin wartete nur auf mich.
"Mein Herz?", schnurrte ich dann in meiner angenehmsten Stimmlage und blitzte sie frech von der Seite an. "Das hast du mir schon längst gestohlen, Deary... wie sollst du es mir da heraus reißen?"
Ich liebte es wenn sie so war, eine Kratzbürste durch und durch. Auch wenn ich manchmal das Gefühl hatte, dass das mehr an ihrer Zuneigung zu Greyback lag, der was auch immer gerade wieder austüftelte. Sollte er machen, er hatte ja genug, die ihm folgten. Bei mir biss er da bis heute noch auf Granit, dabei hatte ich gar nichts gegen den Kauz. Er war Ire, wie ich - und er hatte seine Ziele, die er eisern verfolgte. Dafür war er hier immer gern gesehen.
"Vielleicht wird er einfach alt.", mutmaßte ich deswegen laut und trat mit dem Bier hinter dem Tresen heror. Ich stellte die Gläser auf einem der Tische ab und redete einfach weiter während ich hier und da etwas flüsterte und damit Lappen, Besen, Schwämme und Staubwedel in Bewegung setzte, die sofort und unermüdlich anfingen die Bude wieder auf Klarschiff zu trimmen. "Alten Wölfen fallen die Zähne aus, das wirds sein!"
Bei ihr angekommen legte ich einfach von hinten die Arme um sie - eigentlich nur um nach den Whiskygläsern und der Flasche zu greifen - und vergrub für einen Moment wohlig knurrend das Gesicht in ihrem Haar. Sie roch einfach immer so unglaublich gut, dass ich meine Brust für einen Moment an ihren Rücken drückte.
"Auf, Adel, pflanz deinen hübschen Knackarsch zu mir.", raunte ich ihr zu und kniff sie in den Hintern, nur um sofort mit Gläsern und Flasche zu verschwinden. Die irische Melodie vom Plattenspieler nachpfeifend warf ich mich auf einen der Stühle, schubste einen der Lappen fort und steckte mir eine Kippe in den grinsenden Mundwinkel. "Oder hast du etwa Angst vor mir..?"
Adelaide
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay 11
von Adelaide am 28.06.2018 20:04Als die Musik zu spielen begann, konnte man deutlich in seinem Gesicht sehen, wie sehr er sie genoss. Wenn ich ehrlich war, dann musste ich zugeben, dass sie gar nicht mal so übel war, weswegen ich auch keinen dummen Kommentar von mir gab, sondern einfach kurz die Musik genoss, welche eine deutlich angenehmere Atmosphäre einbrachte. Wenn ich nicht ich wäre, dann könnte ich mich dabei fast entspannen.
Seine Worte ließen mich grinsend den Kopf schütteln. „Das wundert mich natürlich nicht.", erwiderte ich. Wenn man mich so sah, war ich mir ziemlich sicher, dass man mir niemals zu trauen würde, mal anders gewesen zu sein. Dass jemand wie ich wirklich mal schüchtern und ohne Selbstbewusstsein war. Eine Sache, die ich nur zu gerne für mich behielt. Ich wollte nicht, dass jemals jemand erfuhr, was ich mal war. Sie sollten mich fürchten, so wie die meisten es schon taten.
„Alt?" Ich dachte kurz über seine Worte nach und eigentlich, wenn man es mit mir verglich, dann war er schon alt. Während ich noch Anfang zwanzig war, war er schon in den dreißigern, was ihn allerdings nicht weniger attraktiv für mich machte. „Ich glaube nicht, dass das das Problem sein wird.", sagte ich mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Tyrus und Fenrir waren sich ziemlich ähnlich, vermutlich mochten sie sich deswegen so überhaupt nicht, während ich mich ziemlich gut mit den beiden verstand. Ich hatte wohl einen Typ, auf den ich stand, anders konnte ich mir nicht erklären, wieso ich beide gerne um mich hatte. Ich hatte schon eine Vermutung, wieso Fenrir manche Dinge so anders entschied, als zuvor. Er hatte sich den Todessern angeschlossen, etwas, was ich absolut nicht verstehen konnte. Was für einen Nutzen zog er daraus, machte Fenrir schließlich nichts ohne Hintergedanken. Es war allgemein bekannt, dass Todesser uns verabscheuten. Tyrus konnte ich von meiner Vermutung nicht erzählen, war dies schließlich etwas, was Fenrir nur mir erzählt hatte und ich wusste, dass es dumm war, interne Dinge weiter zu erzählen.
Ich folgte Tyrus mit meinem Blick. Schließlich blieb er hinter mit stehen und für einen kurzen Moment, lehnte ich mich gegen ihn und genoss seine Nähe. Ja, auch jemand wie ich mochte Nähe, allerdings nur von Leuten, die ich mochte, alle anderen konnten mir gestohlen bleiben.
Er musste mich nicht zwei mal bitten, weswegen ich auch gleich aufstand und ihm zu einem der Tische folgte. Ich ließ mich auf den Stuhl ihm gegenüber sinken. „Angst vor dir?" Ich sah ihn mit einem spöttischen Grinsen auf den Lippen an. „Ich habe vor nichts und niemandem angst, das weißt du doch, Tyrus." Ich lehnte mich kurz vor, um ihm etwas näher zu kommen. Mein Blick fiel in seine Augen, während ich mich seinen Lippen näherte, allerdings nur, um ihn kurz abzulenken und seine Zigarette abzuholen. Ich zog einmal an dieser und pustete ihm den Rauch ins Gesicht, ehe ich mich wieder nach hinten in den Stuhl sinken ließ. „Hast du denn angst vor mir?", fragte ich, ehe ich ein weiteres Mal an der Zigarette zog.
Tyrus
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay 11
von Tyrus am 28.06.2018 21:37An meiner Brust konnte ich noch immer ihre Wärme spüren als ich mich an den Tisch lehnte und meinen Bierkrug fasste. Zusammen mit dem verwohnten Ambiente des Pubs (der bei vielen absolut keine zärtlichen Gefühle weckte, bei mir aber schon) und der leisen Musik im Hintergrund schaffte das ein unglaublich heimeliges Gefühl bei mir entstehen zu lassen. Eines, das es bereute, dass Adelaide sich so weit von mir fort setzte.
Viele nervte es, ekelte es zum Teil sogar an, dass ich dauernd mit jemand anderem ins Bett ging. Jungen, Alten, Männern, Frauen - scheinbar wahllos. Wie oft hatte ich zu hören bekommen ich wäre schwanzgesteuert? Was diese Leute nicht begriffen war, dass ich absolut wählerisch war. Wer mit in mein Bett kam, dem musste ich schon was abgewinnen, der musste mich ansprechen, den wollte ich dann bei mir haben. Auch einfach so. So wie jetzt, so wie mit Adelaide.
Also wartete ich fröhlich ab worauf ihr Zulehnen zu mir hinaus lief und fing ihren Blick sobald ihre Wimpen aufschlugen. Sie würde es so nie sagen, aber sie war Fenrirs Mädchen und das war okay. Wölfe teilten gern. Und so überließ ich ihr meine Kippe und lachte rau in mich hinein als ihr Rauch mein Gesicht traf.
"Angst..?", überlegte ich laut und nahm nachdenklich einen großen Schluck Bier. "Wenn ich ehrlich bin: Ja."
Für eine kleine Weile blieb dies in der Luft zwischen uns hängen. Ich wartete auf ihre Reaktion, auch wenn ich mir sicher war, dass sie mich nicht für voll nehmen würde. Ich lehnte mich auf meinem Stuhl zurück und streckte die Beine aus, den Blick noch immer fest an ihrem geheftet. "Ich zittere vor Angst...", hauchte ich ihr dann entgegen, mit jedem Wort sarkastischer. "Ich schüttele mich. Ich kann mich kaum beherrschen... so sehr fürchte ich dich."
Erst als ich wieder vom Bier trank prustete ich in den Krug vor Lachen.
Allerdings hatte ich in diesem Moment genügend Zeit gehabt meinen Fuß in ihren Stuhl zu klemmen und sie jetzt samt des Sitzmöbels in einem Ruck zu mir ziehen. Flink wie wir Wölfe waren hatte ich mich vorgelehnt, den Arm um ihre Hüfte gelegt und den schlanken Körper auf meinen Schoß gezogen. Strähnen ihrer dunklen Haare kitzelten mein Gesicht... ich vergrub meine Nase, meine Lippen an ihrem Hals und atmete einmal tief ein, dass mir wohlige Schauer über den Rücken liefen.
"Kommen wir mal zur Sache, hm?", schnurrte ich und suchte wieder ihren Blick. "Warum bist du hier? So langweilig kann euch doch nicht sein, da draußen fangen sie an sich die Schädel einzuschlagen und dir ist langweilig genug um bei deinem Notnagel vorbei zu schauen?"
Vorwurfsvoll aber verspielt schnalzte ich und schüttelte den Kopf. Sie sollte gar nicht erst versuchen mich übers Ohr ziehen zu wollen. Adelaide Hale.... war so verführerisch wie gefährlich. Und selbst wenn sie keinen Hintergedanken gehabt hatte... wollte ich hören, dass sie ihren dreckigen Iren ein klein wenig vermisst hatte. Die kleine Furie.
Adelaide
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay 11
von Adelaide am 28.06.2018 22:47Ich hob fragend eine Augenbraue. Er wollte mich definitiv auf den Arm nehmen, wusste ich schließlich, dass er keine Angst vor mir hatte. Wenn ich ehrlich war, dann wollte ich dies auch nicht. Er gehörte tatsächlich zu den Menschen, die ich respektierte und Merlin, es gab sehr wenig Menschen, die sich dies verdient hatten. Ich sagte erstmal nichts, sondern beobachtete ihn einfach. Etwas, was ich seit meinem Werwolf da sein sehr gut beherrschte. Menschen beobachten. Sie lesen. Ihre Schwächen herausfinden. Töten. Das war das, wofür ich ausgebildet wurde. Zu gerne nutzte ich dies, wenn auch nicht gerade in dieser Situation. Tyrus schien ernst zu sein, aber ich wusste, dass er dies nicht so meinte. Als er ein weiteres Mal den Mund öffnete und etwas sagte, bestätigte er mir dies, was mich die Augen verdrehen ließ. Ich erwiderte immer noch nichts darauf und verkniff mir jeglichen Kommentar.
Wenn ich ehrlich war, dann hatte ich dies nicht kommen sehen, weswegen für einen Augenblick ein überraschter Gesichtsausdruck auf meinem Gesicht erschien, allerdings fing ich mich recht schnell wieder. Bei jedem anderen hätte ich mich gewehrt, doch ich saß nicht zum ersten mal auf seinem Schoß und eigentlich, saß ich da auch ganz gerne. Ich saß ihm immer noch gegenüber, nur eben nicht mehr so weit weg, wie zuvor noch.
Für einen Moment schloss ich meine Augen und genoss seine Lippen an meinem Hals, die mir kurz eine Gänsehaut bereiteten. Keine dieser unangenehmen, verstand sich. Er wusste wo er mich anzupacken hatte, das hatte er nun mehr als einmal bewiesen. Ich legte meine Hände schließlich auf seinen Schultern ab, während mein Blick seinen traf. Ich legte meinen Kopf schief, als er zu sprechen begann. Gerne hätte er die Klappe halten und weiter machen können.
„Zur Sache?" Wie ich gerade hoffte, dass er die selbe Sache meinte, wie ich gerade im Kopf hatte, doch ich wurde enttäuscht. Ich lehnte mich etwas zurück, bis ich den Tisch in meinem Rücken spürte. Ich nahm mein Bier in meine Hand und trank erstmal einen großen Schluck daraus, ehe ich es wieder hinter mir abstellte. Ich ließ mir extra Zeit, bis ich antwortete.
„Nun.", begann ich schließlich. „Würde ich die Schädel einschlagen, dann wäre ich sicherlich nicht hier." Diese Aussage war etwas gelogen, wusste ich, dass ich gerne auch das unterbrochen hätte, um her zu kommen, denn heute war ich hier, weil ich ihn sehen wollte und weil ich es satt hatte, mich mit dem Rudel rumzuschlagen. Wieso war eigentlich er meine Anlaufstelle geworden? Was genau hatte er an sich, was mich so faszinierte? Ich sprach nicht weiter, sondern fuhr lieber mit meinem Finger über meine eigenen Lippen. Ich hatte gerade wirklich anderes im Kopf, als reden.
Tyrus
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay 11
von Tyrus am 01.07.2018 23:29Ich liebte es wenn aus der Kratzbürste ein kleines Reh wurde. Anders konnte man den Blick mit dem sie mich anstierte als ich sie rüber zog nicht nennen. Riesige, überraschte Augen und leicht geöffnete, reglose Lippen. Sie war übertölpelt worden und das liebte ich. Frech hob ich eine rote Braue und blitzte sie an.
Als sie sich zurück lehnte legten meine Finger sich schon wie automatisch auf ihrem Bauch ab. Mit der freien Hand griff ich mein Bier und trank während sie sprach. Und nicht nur das, meine Finger begannen derweil ganz unaufdringlich ihrem Bauch zu kraulen, etwas, das ich selbst absolut liebte und auch die meisten Frauen, die ich kannte.
"Hmmm...", war der Laut zwischen Verstehen und Sarkasmus, der es am besten traf. Sie hatte mich vermisst. Sie hatte mich sehen wollen. Ihr Ego war nur zu groß, das laut auszusprechen, aber sie hatte es zugegeben auf ihre ganz eigenwillige Art.
Langsam schoben sich meine Finger unter den Saum ihrer Bluse und spielten mit ihrem Bauchnabel.
Um uns herum begannen die Haushaltsgeräte nach und nach damit ihre Arbeit einzustellen, einfach weil sie fertig waren. Die Musik meiner Heimat wurde dadurch nur wieder weiter in den Vordergrund gerückt, gerade jetzt wo keiner von uns etwas sagte. Ich sprach aus Kalkül nicht, genauso wie ich nicht aufdringlicher wurde in meinem Streicheln. Ich summte nur mit dem alten irischen Liebeslied mit, ganz leise. Spürte ihre warme Haut unter meinen Fingern und das Heben und Senken ihres Körpers während sie atmete. Meine Augen hingen an ihren, neckten sie, forderten sie heraus wie das leichte Grinsen auf meinen Lippen. Wenn sie etwas wollte... dann sollte sie ruhig kommen und sich das alles holen.
Ganz langsam, summend, legte ich den Kopf schief. Musterte ihre wundervollen, gefährlichen Züge vor mir. Stellte mein Bier auf einem Stuhl neben mir aub und ließ die nun freie Hand auf ihren Oberschenkel sinken.
Wir hätten ein wunderbares Motiv für ein Stillleben abgegeben.
Wenn nicht bald etwas passieren würde... würden wir wahrscheinlich für die Ewigkeit so versteinern.
Adelaide
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay 11
von Adelaide am 08.07.2018 17:35(Sorry, hatte die letzten Tage keine Zeit x.x ♥)
Ein Schmunzeln huschte über meine Lippen. Ich wusste, dass er gerade das gleiche in seinem Kopf hatte, wie auch ich. Dies merkte ich an seiner Körperhaltung, daran, wie er mich berührte. Ich wusste, dass ich heiß war und wie ich meine Reize einzusetzen hatte. Mein Blick traf seinen. Es mussten keine Worte fallen, damit wir wussten, was gleich passieren würde.
Ich nahm mein Bier in die Hand und trank einen Schluck daraus, ehe ich es wieder hinter mir auf dem Tisch abstellte. Dann lehnte ich mich nach vorne, um seinem Gesicht näher zu kommen. Ich begann damit seinen Hlas zu küssen und hielt an, als ich bei seinem Ohr war. „Ich wusste, dass du mich erfolgreich ablenken kannst.", hauchte ich in dieses. Ich küsste mich schließlich weiter zu seinen Lippen, hielt aber erstmal inne.
Ich ignorierte alles um mich herum, das einzige, was ich noch bewusst wahr nahm, war die Musik, die dem Raum etwas leben einhauchte. Es wäre besser, dass jetzt niemand hier reinplatzen würde, würde ich diesem Jemanden wahrscheinlich die Kehle rausreißen. Lebendig, wohl bemerkt.
Schließlich verschloss ich seine Lippen mit meinen und zog ihn damit in einen leidenschaftlichen Kuss, während ich meine Arme auf seinen Schultern ablegte. Ich genoss seine Anwesenheit, das konnte man deutlich sehen, würde ich sonst auch nicht meine Zeit hier bei ihm verbringen. Wann genau wir beide zueinander gefunden hatten, wusste ich gar nicht mehr und auch wenn wir uns öfter mal gegenseitig anstachelten, musste ich zugeben, dass ich ihn nicht mehr aus meinem Leben wegdenken wollte. Ich war mir sicher, dass ich ihm sogar helfen würde, würde er diese denn irgendwann mal benötigen - etwas, was bei mir schon was zu heißen hatte, waren mir Menschen im allgemeinen wirklich ziemlich egal. Ganz im Gegenteil. Mir ging es immer nur um mein eigenes Wohl, welches ich stets vor alles andere stellte. Hatte ich keinen persönlichen Nutzen, würde ich nicht mal einen Finger krumm machen - außer für meine Schwester, die nach alldem, was sie getan hatte, immer noch ein wichtiger Teil meines Lebens war. Fluch und Segen zugleich.
Ich löste den Kuss schließlich wieder, um ihn anzuschauen. Ohne meinen Blick abzuwenden, griff ich wieder nach meinem Bier, um genüsslich einen Schluck daraus zu trinken.
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