Vergangenheitsplay 11

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London
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von London am 09.08.2017 20:22

Ein paar Momente standen wir einfach so in der Küche und ich lauschte dem klang seines schlagenden Herzens. Es beruhigte mich auf fast magische Weise. Als er meine Entschuldigung annahm lächelte ich dankbar, auch wenn er es nicht sehen konnte.
Er hatte so recht was das anging. Es war in solchen Zeiten wirklich dämlich sich wegen solchen Sachen zu streiten.
Wer wusste schon, ob man sich am Ende des Tages wiedersah. Ich wollte jedenfalls nicht, dass wir uns wegen so etwas zerstritten und das dann auch noch etwas passierte.
Dafür liebte ich ihn einfach zu sehr. Und dafür hatten wir auch schon zu viele Krisen durchlebt.
Krisen, die wir immer wieder gemeistert hatten, auch wenn ich das oftmals nicht gedacht hatte. Es hatte Abende gegeben, an denen ich der festen Überzeugung gewesen war, dass es das zwischen uns war. Das wir uns entfremdet hätten.
Doch diese Abende hatten dann letztendlich doch alle harmonisch geendet. Wir hatten es immer wieder geschafft uns zu vertragen.
Wahrscheinlich weil wir beide nicht ohne einander könnten.
Finley's Worte rissen mich aus meinen Gedanken.
Essen klang gut. Ich spürte, wie mein Magen, wie aufs Stichwort, anfing zu grummeln. Jetzt ein gutes Brötchen und einen Kaffee, das wäre genau das richtige.
Wir setzten uns an den kleinen Frühstückstisch, der mitten in der Küche stand und ich griff direkt nach einem Mohnbrötchen.
Nebenbei goss ich Finley und mir mit einem Wink meines Zauberstabs etwas Kaffee ein und mit einer weiteren Bewegung fügte ich noch etwas Milch hinzu. Bei mir etwas mehr und bei Finley etwas weniger. So, wie wie es immer tranken.
Während ich mein Brötchen mit Marmelade bestrich, nahm ich wieder den Tagespropheten zur Hand und blickte nochmal auf die Titelseite.
Mit einem Kopfschütteln über die Schlagzeile blätterte ich weiter, musste aber feststellen, dass auch diese sich nur mit negativen Themen beschäftigte.
Das Bild von irgendeinem Mann war darauf abgebildet und darunter stand, dass er gefährlich war und noch immer vermisst wurde.
Scheinbar waren da draußen immer mehr zwielichtige Menschen unterwegs.
"Schon wieder jemand vor dem gewarnt wird.", sagte ich ohne aufzublicken.
Wahrscheinlich war der Mann für Finley nicht unbekannt. Da er im Ministerium arbeitete, hatte er damit ja zwangsweise zu tun.
Ich wusste nicht, ob ich da arbeiten könnte. Aber ich bewunderte ihn dafür.

(Sorry, dass es sooo lange gedauert hat! Aber mein Highspeef Volumen war alle und es ging gar nichts mehr. Aber jetzt habe ich wieder Internet!)

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Finley
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von Finley am 03.08.2017 23:12

Manchmal fragte ich mich schon, wie Abby und ich so grundverschieden und dennoch immer noch ein Paar sein konnten. So oft hatte dies an das nahezu Unmögliche gegrenzt, denn das gerade eben war nicht unser erster und bei weitem nicht unser schlimmster Streit gewesen.
Zu viele Male hatte sogar ich geglaubt, dass wir zerbrechen würden.
Doch wir waren nunmal immer noch zusammen, das war Fakt. Ich brauchte sie genauso sehr wie sie mich. Ein Leben ohne Abby konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen. Mit all ihren Fehlern und Unterschieden im Vergleich zu mir gehörte sie zu mir und ich zu ihr.
Und das würde hoffentlich noch lange so bleiben. Hoffentlich stellte sich weder ein Todesser noch der Tod persönlich so schnell zwischen uns.
Während ich Frühstück nicht ohne eine gewisse Mithilfe meines Zauberstabes zubereitete, warf ich immer wieder einen verstohlenen Blick auf Abby. Auf ihrem wunderschönen, verschlafenen Gesicht konnte ich Sorge und auch etwas Schock erkennen, jedoch empfand ich nicht den Drang, etwas dazu zu sagen. es war schlimm, was da wieder mal berichtet wurde. Egal, ob das nun Fremde waren oder Bekannte.
Ihre nächste Aktion kam ziemlich überraschend. Einen Moment lang stand ich sichtlich überrascht da, bevor ich schaltete und sie reflexiv an mich drückte.
Ich hatte keine Ahnung warum, doch ich konnte nichts dagegen tun, traurig zu lächeln. "Ist schon gut", raunte ich beruhigend. "Mir auch."
Eine Weile lang standen wir einfach nur stumm da, aneinander geschmiegt und wohl beide in unsere Gedanken versunken. Dann räusperte ich mich und löste mich sanft von ihr.
"Hey", wisperte ich sanft. "Wir sollten aufhören, über solch lächerliche Dinge zu streiten. Nicht in solchen Zeiten."
Es könnte jederzeit sein, dass wir uns das letzte Mal sahen, und im Streit auseinandergehen sollten wir deswegen nie mehr.
Ich drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.
"Und jetzt iss. Ich weiss, dass du Hunger hast."

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London
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von London am 02.08.2017 22:53

Als ich sah, wie Finley den Kaffee zu bereitete, verdampfte auch der letzte Rest Wut in mir. Wie sollte man auch auf jemanden wütend sein, der so aufmerksam war?
In solchen Momenten fragte ich mich manchmal, mit was in der Welt ich jemanden wie ihm verdient hatte. Er war immer in Sorge um mich und der liebevollste Mensch, den ich kannte. Ich hingegen war meist unzuverlässig und konnte öfters mal ziemlich anstrengend sein, milde ausgedrückt.
Und trotz al meiner komischen Macken war er schon seit Hogwarts an meiner Seite. Wenn das nicht Liebe war, dann wusste ich es auch nicht:
Meine Gedanken wurden von der Ankunft der Posteule jäh unterbrochen, die sozusagen ans Fenster klopfte.
Finley bezahlte sie und schlug dann die Zeitung auf. Neugierig neigte ich mich ein Stück nach vorne um mitlesen zu können.
Doch das was Finley da vorlas war alles andere als schön.
Schon wieder ein totes Ehepaar. Ich schluckte. Man las sowas mittlerweile jeden Tag und jedes Mal machte es mich traurig.
Ich kletterte von der Anrichte und nahm mir die Zeitung, die Finley abgelegt hatte um Frühstück zu machen.
Auf dem Titelblatt sah man den Artikel über das tote Ehepaar und ein Bild indem ein Auror den Tatort begutachtete.
Ich überflog schnell den Artikel und stockte als mir der Name des Ehepaars auffiel. Ehepaar Martins.
Die kannte ich. Hatte ich gekannt. Sie waren Freubde von meinen Eltern gewesen und ich hatte mit ihrer Tochter zusammen im Garten gespielt. Ob die es schon wusste? Wahrscheinlich. Als angehöriger erfuhr man es immer als erstes.
Nebenbei nahm ich auch nich Finley's Gemurmel war und musste schlucken.
Es stimmte. Es könnte jeden treffen. Aber manche waren gefährdeter als andere.
Finley beispielsweise war nicht nur muggelstämmig sondern er arbeitete auch noch in einer relativ heiklen Abteilung.
Er passte genau ins Schema dieser Todesser.
Sofort sah ich vor meinem inneren Auge, wie ich zuhause saß, es klingelte und jemand vom Ministerium mir mitteilte, dass es ihnen leidtäte, sie mir aber leider mitteilen müssten, dass Finley tot aufgefunden wurde.
Allein der Gedanke daran trieb mir Tränen in die Augen. Ich wusste nicht, was ich ohne ihn machen sollte.
Ich könnte mir mein Leben ohne ihn schon gar nicht mehr vorstellen.
Und plötzlich hatte ich das dringende Bedürfnis ihn in den Arm zu nehmen.
Also durchquerte ich die Küche und schlang meine Arme um ihn.
"Es tut mir leid!", murmelte ich, während ich mich an seine Brust schmiegte.
Er war so ein toller Mensch und ich stritt mich andauernd wegen so unwichtigen Sachen mit ihm. Das war total bescheuert!
Jemand, der dir trotzdem Frühstück machte, obwohl er sauer auf dich war, war einfach Gold wert!

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Finley
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von Finley am 31.07.2017 23:56

(Ist doch kein Problem, geniess lieber deine freien Tage, als dir um dein Internet sorgen zu machen!)

 

Ich warf einen nachdenklichen, sorgenvollen Blick auf meine zwar deutlich verkaterte, aber immer noch fast genauso bezaubernde Freundin.
"Nein", gab ich - innerlich natürlich nur widerwillig - zu. "Aber uns selbst auf dem Präsentierteller servieren auch nicht unbedingt. Ich meine, man kann ja auch Spass haben und dabei vorsichtig sein."
Ausserdem brauchte man keinen Alkohol für Spass - aber diese Diskussion nahm ich nicht nochmals auf. Dazu fehlte mir gerade schlichtwegs die Energie.
Ich brauchte gar nicht erst zu fragen, ob ich ganz nach Muggelart Kaffee kochen sollte; ich kannte Abby. Engländerin und doch Kaffetrinkerin. Sogar ich als gebürtiger Schotte trank mehr Tee als sie, wobei das inzwischen auch bei mir zurückgegangen war - ausnahmsweise passte ich mich ihr tatsächlich mal an und trank inzwischen ebenfalls regelmässig Kaffee, wenn wir unter uns waren. Bei Gästen tat es eine gute alte Tasse Tee immer noch besser.
Die Stille im Raum wurde jäh unterbrochen durch ein zumindest in unserer Welt allseits bekanntes Klopfen, welches vom Fenster her kam. Ich ging zum Fenster und öffnete es. Eine Waldohreule brachte den allmorgendlichen Tagespropheten. Ich bezahlte sie und liess das Fenster offen, als sie wieder hinausflog. Ein bisschen frische luft hier drin tat niemandem schlecht. Erst dann warf ich einen Blick auf das Titelblatt.
„Zauberer-Ehepaar von Muggeln tot aufgefunden", zitierte ich die Schlagzeile und war augenblicklich froh, heute frei zu haben. Viele freie Tage gab es in letzter Zeit nicht mehr, aber heute hatte ich es mir einrichten können – wenn nicht, würde ich von diesem Unfall nicht erst jetzt durch den Tagespropheten erfahren. Im Ministerium war das sicher keine sehr ruhige Nacht gewesen.
„Schon traurig, wie es einfach jeden treffen könnte", meinte ich geistesabwesend und legte den Tagespropheten vor Abby hin.
Na ja, so willkürlich suchten sie sich ihre Opfer ja nicht mal aus – da steckte mehrheitlich schon ein kleines System dahinter, wenn man genauer hinschaute. Leider war ich von diesem System irgendwie auch betroffen und das nur wegen meiner Muggeleltern, denen ich jeden zweiten Tag eine Eule schickte, um Bescheid zu sagen, dass es mir gut ging, und mich danach zu erkundigen, ob auch bei ihnen im Norden alles okay war.
Jedoch fühlte ich mich nicht viel unsicherer wie der rest der magischen Welt, nicht, als ob es etwas Spezielles wäre, dass ich muggelstämmig war. Ich wusste selbst nicht genau, was mir diese Sicherheit gab – vielleicht, weil ich mich perfekt als Muggel tarnen konnte und unter ihnen unterging, wenn ich es wollte – vielleicht auch einfach nur, weil ich mich irgendwie durch das Ministerium geschützt fühlte, warum auch immer.
Ich sah wieder zu meiner Freundin. Gerne hätte ich gerade nochmals gesagt, dass sie vorsichtiger sein sollte; schon nur die Vorstellung, dass jemand ihr etwas antun könnte, brach mir schier das Herz. Doch ich wollte unseren kleinen Streit nicht nochmals aufrollen. Auch wenn die Stimmung immer noch leicht komisch zwischen uns war, schlimmer sollte es heute nicht mehr werden.
Der Kaffee war inzwischen fertig und ich schenkte uns beiden je eine Tasse ein. Ein paar Mal mit dem Zauberstab geschwungen und auch der rest des Frühstücks gesellte sich zu den Tassen.
Normalerweise hätte ich etwas dazu gesagt, dass sie nichts tat und nicht mithalf, doch wie gesagt wollte ich sie heute nicht mehr reizen.

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London
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von London am 31.07.2017 10:34

(Erstmal Sorry, dass das so lange gedauert hat! Aber der Empfang hier ist grauenhaft)
Zu meinem Verwundern liess er mal keinen negativen Kommentar über meine beste Freundin vom Stapel und das, obwohl er sie sowas von nicht leiden konnte. Ich konnte auch verstehen warum er sie nicht mochte. Sie war laut, aufdringlich und neigte dazu zu reden bevor sie dachte. Sie und Finley waren eben grundverschieden.
Anfangs hatte ich noch versucht, die Beiden einander anzunähern. Aber als Kat mir dann eines nachts im Schlafsaal gesagt hatte, dass Finley zwar für ihren Geschmack zu ruhig war, aber sie ihn sich an sonsten trotzdem schnappen würde, wenn er nicht mein Freund wäre, hatte ich es dann gelassen. Denn obwohl sie meine beste Freundin war, hatte sie schon öfter solche miesen Nummern durchgezogen. Und das hatte ich unbedingt verhindern wollen.
Finley hatte ich nie erzählt, dass Kat ihn heiß fand. Ihm gegenüber hatte ich immer so getan, als ob sie ihn nicht leiden konnte. Und da Kat sich bei jedem Treffen mit mir und Finley die größte Mühe gab ein totales Ekelpaket zu sein, war das ja auch nicht ganz falsch.
Das mit dem apparieren stimmte wohl, aber das mit dem das würde sogar Kat einsehen eher nicht.
Ich hätte durchaus ihm Bescheid sagen können und hatte sogar darüber nachgedacht, aber als ich dann wirklich soweit war um mach Hause zu apparieren, hatte Kat mich angefangen und mir verklickert, dass das unnötig wäre. So gesehen er das ganze also eigentlich Kats schuld.
Das würde ich Finley aber nicht sagen. Er würde dann wahrscheinlich nur noch wütender werden, weil ich mich nicht durchgesetzt hatte. Und das obwohl ich mir sonst von niemandem etwas vorschreiben ließ.
"Ja ok, das hätte ich machen können. Entschuldige bitte.", murmelte ich. Ich war eindeutig zu müde um darüber zu streiten.
Aber Finley wurde wieder ziemlich wütend. Ich presste die Lippen zusammen und versuchte mich nicht aufzuregen. Da hatte ja keinen Sinn. Finley war nun mal verklemmt was Alkohol anging. Das würde ich nicht ändern können.
Das versuchte ich schließlich schon seit wir noch nach Hogwarts gingen.
Bei dem was er als nächstes sagte verschwand meine Wut. Das mit der aufkommenden Dunkelheit war wirklich sehr gefährlich. Durch Finley's Job kriegte ich da einiges mit und ehrlich gesagt ängstigte mich das was ich hörte. Allein der Blick in den Tagespropheten war schon immer anstrengend. Andauernd las man Dinge wie, Familie tot aufgefunden, oder Auror verschwunden.
Ich hatte jedes Mal sorge den Namen von jemandem zu lesen, den ich kannte.
"Ich weiß. Und ich will das auch nicht, aber sollen wir deswegen auf allen Spaß verzichten? Geben wir ihm dann nicht genau das was er will?", fragte ich.
Denn wenn wir uns wirklich versteckten und aus Angst nicht mehr richtig weiterleben könnten, dann hätten wir doch quasi schon verloren.
In Gedanken darüber folgte ich Finley in die Küche.
Kaum fiel mein Blick auf die Kaffeekanne und die Äpfel, die ordentlich in dem Korb lagen, merkte ich erst mal, wie hungrig ich war. Und wie dringend ich Kaffee nötig hatte.
Ich nahm mir also einen Apfel und setzte mich auf die Küchenanrichte.

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Finley
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von Finley am 29.07.2017 18:49

Ich schnaubte. Glaubte sie ernsthaft, sie könnte sich mit Kat rausreden?
Abby und ich waren ja das perfekte Beispiel dafür, dass Gegensätze sich anzogen, doch bei ihr und kat war das anders. Die Beiden waren sich einfach viel zu ähnlich. Das war ja bei ruhigeren Charakteren auch kein Problem, aber bei Kat und Abby...
Ich wartete immer noch darauf, dass die Bombe zwischen den beiden Freundinnen hochging.
Eigentlich hatte ich gehofft, dass die Freundschaft mit unserer gemeinsamen Hogwarts-Zeit aufhörte, aber leider war das nicht eingetroffen.
Jedoch verkniff ich mir diesmal einen Kommentar zu Kat. Sie kannte meine Meinung zu ihr und an meiner Miene sollte sie erkennen, was ich dachte. Ich mochte diese Freundschaft nicht, doch sie war ihr Ding. ich verlangte auch nicht, dass sie all meine Freunde mochte. Wenn sie dadurch glücklich wurde...
"Abby, du bist eine verdammte Hexe. Einmal hierher zu apparieren und Bescheid zu sagen kann doch nicht so schwer sein, das sollte sogar Kat einsehen..."
Wobei... es hatte seine Gründe, warum Kat noch nie eine wirklich ernsthafte Beziehung gehabt hatte.
Ausserdem fand ich meine Aussage immer fragwürdiger, je länger ich darüber nachdachte. Wenn sie kurz hier gewesen wäre, um Bescheid zu sagen, hätte ich sie sicherlich nicht mehr so schnell gehen lassen.
"Oh, tut mir leid, dass ich das hinterfragt habe", entgegnete ich ebenso trotzig wie sie. Einige Stunden länger in der Nähe von Alkohol hiess einige Gläser mehr und einige Gläser zu viel. Wobei, wahrscheinlich wäre sie nicht so ring nach Hause gekommen, wenn sie tatsächlich so viel getrunken hätte.
Eine Sorgenfalte zierte meine Stirn. "Da wäre ich mir nicht so sicher. Du-weisst-schon wer wird immer mächtiger... Ich will dich nicht wegen Unachtsamkeit beerdigen müssen. Oder, noch schlimmer, dich mit dem Imperius-Fluch belegt sehen." Ich schauderte schon nur von der Vorstellung.
Ja, gut, es mochte sein, dass ich mir zu viele Sorgen machte, doch durch meinen Job bekam ich die schrecklichen Ereignisse dieser Zeit nunmal hautnah mit. Schon zahlreiche Muggel mussten zahlreiche für sie rätselhafte Tode vergessen.
In der Annahme, dass sie mir folgen würde, ging ich aus dem Raum und in die Küche. Nicht, dass ich weglaufen wollte - ich hatte einfach Hunger, und sie wahrscheinlich auch. Ausserdem hielt ich es nie lange aus, nichts zu tun, während ich streitete.

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London
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von London am 29.07.2017 17:02

Mit verzogenem Gesicht hörte ich mir seine Standpauke an.
Er erinnerte mich in solchen Momenten immer stark an meine Mutter. Die hatte es auch geliebt mir immer wieder irgendwelche dämliche Vorschriften zu machen. Und sie hatte wirklich streng darauf bestanden, dass ich sie auch einhielt. Natürlich hatte mich das damals nur noch trotziger gemacht und ich hatte erst recht gegen all ihre Regeln verstoßen. Das war auch der Grund gewesen, weshalb die Beziehung zwischen mir und meiner Mum nie ganz... naja einfach gewesen war. Und auch der Grund, warum ich ziemlich früh ausgezogen war.
Ich hatte gehofft endlich selbst bestimmen zu können, wenn ich nicht mehr bei ihr lebte, doch dem war wohl nicht so. Jetzt hatte ich ja Finley, der darauf achtete, dass ich auch bloß pünktlich zuhause war. Ich unterdrückte den Reiz die Augen zu verdrehen.
Eigentlich hatte ich nämlich überhaupt keine Lust auf Streit am Morgen. Doch um wieder Harmonie zwischen uns zu erzeugen, mussten wir das wohl erst ausdiskutieren.
In diesem Punkt fand ich das erwachsenen alter echt anstrengend. Immer musste ich mit ihm diskutieren. Über unsere Einkäufe, unsere Arbeit, eben über alles. Es war so viel einfacher gewesen, als wir noch in Hogwarts gelebt hatten.
Seufzend wandte ich mich ihm zu. Die trotzige Seite an mir hätte am liebsten weiter so getan, als wäre nichts, aber die andere wolllte sich wieder mit Finley vertragen, also redete ich etwas ruhiger.
"Es tut mir leid, dass du dir Sorgen machen musstest. Das war nicht meine Absicht. Aber du weißt ja, wie Kat sein kann. Die lässt einen dann einfach nicht gehen.", versuchte ich mich zu entschuldigen.
Ich war mir fast sicher, dass ich mir jetzt gleich einen Kommentar über meine beste Freundin anhören durfte. Finley hatte sie schon in Hogwarts nicht gemocht und sogar jetzt verstanden sie sich nicht gerade blendend.
Als er mir dann aber vorwarf, dass ich mich bestimmt an nichts mehr erinnern konnte, würde ich wieder wütend. Ich wusste ganz genau, wie viel ich trinken durfte und ich versuchte stets diese Grenze nicht zu überschreiten. Es war wirklich super, wie wenig er mir zutraute...
"Natürlich kann ich mich erinnern!", stieß ich hervor und zuckte dann kurz zusammen, als er du Vorhänge Aufriss und die Sonnenstrahlen mich blendeten.
Doch noch bevor ich mich richtig hinein steigern konnte, würde Finley wieder ruhiger und Sorge sprach aus seiner Stimme.
Ich fand es ja wirklich süß von ihm, dass er sich so um mich sorgte und das sprach ja auch für ihn, doch ich war erwachsen. Ich konnte gut auf mich selbst aufpassen.
"Das wird nicht passieren!", versicherte ich ihm und richtete mich dabei so auf, dass ich mich auf die Bettkante setEn konnte.
"Ich kann auf mich selber aufpassen!"
Um meine Worte zu unterstreichen, stand ich nun auch auf und griff nach der Strickjacke, die am Bettende gelegen hatte.
Ich wickelte mich in ihr ein und blickte dann wieder meinen Freund an.

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Finley
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von Finley am 28.07.2017 23:19

Ich blieb neben Abby sitzen, schaute sie jedoch nicht an. Aus dem Augenwinkel bekam ich mit, wie sie das Glas in einem einzigen Zug lehrte. Dies bestätigte meine Vermutung, dass sie nicht nur die Zeit vergessen, sondern auch erneut total übertrieben hatte.
Wie viele Typen hatten sie wohl angestarrt? Wie viele Drinks hatten sie ihr bezahlt? Mit wie vielen von ihnen hatte sie getanzt?
Eigentlich war dies ja nur ein Grund mehr dafür, ihr endlich diesen Ring an den Finger zu bringen, damit sie in Ruhe gelassen wurde - nur war ich gerade zu sehr aufgebracht, um diesen Gedanken Wirklichkeit werden sehen.
Ich schnaubte. Ich wüsste nicht, was es da zu reden gibt. Pah.
"Oh, nein stimmt, da gibt es wirklich nichts zu sagen, jetzt, wo du es sagst", meinte ich sarkastisch. "Gar nichts, nur vielleicht, dass sich manche Menschen Sorgen machen, wenn andere ganze zwei Stunden zu spät kommen, ohne irgendwie Bescheid zu sagen. Oder, dass zu viel Alkohol vielleicht ungesund sein könnte. Aber das ist doch alles kaum der Rede wert."
Ich stand auf, lief ein paar mal hin und her, kam dann aber zur Erkenntnis, dass es mich nur noch nervöser machte, liess es und blieb stehen, die Arme vor meiner Brust verschränkt.
Jetzt, da sie nicht mehr schlief, sah sie nicht mehr ganz so niedlich aus. Man sah ihr den Kater deutlich an. Dass sie dann immer noch derart übertreiben musste...
"Erinnerst du dich überhaupt noch an gestern?", keifte ich mit einer Mischung aus spöttisch, vorwurfsvoll und aufgebracht.
Ich ging zum Fenster und riss die Vorhänge ruckartig auf. Frrühmorgendliches Sonnenlich durchströmte das Zimmer. Dass Abbygail mit ihrem Kater davon nicht sehr erfreut sein würde, war mir voll und ganz bewusst.
Eigentlich war mir ja bewusst, dass diese Diskussion abermals nichts bringen würde, denn es war nicht das erste Mal, dass wir sie führten. Und bisher hatte es rein gar nichts gebracht. Wenn wir beide eine grosse Gemeinsamkeit hatten, dann war es Sturheit. Dennoch war es keine Option, jetzt einfach zu lächeln und darüber hinwegzusehen und Nein, ist doch kein Problem, dass du mich so lange Sorgen machen liessest zu sagen. Oh nein. Dafür war sie mit dem falschen Kerl zusammen.
"Irgendwann wird jemand deinen zugedröhnten Zustand noch ausnutzen, und ich will wirklich nicht, dass dir etwas passiert", sagte ich, nun wieder in einem ein wenig ruhigeren Ton. Selbst wenn man als Zauberer oder Hexe schnell disapparieren konnte, wie schnell ging das, wenn man die Welt um sich herum nicht mehr richtig wahrnahm?
Momentan waren nicht gerade die besten Tage, um unachtsam zu sein. Wer wusste schon, wer das nächste Opfer des Unnennbaren wurde.

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London
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von London am 28.07.2017 18:30

Die Nacht war mal wieder länger geworden, als ich es geplant hatte. Anstatt den Club um 12 zu verlassen, wie ich es ursprünglich geplant hatte, war ich erst irgendwann nach 2 Uhr aus dem Club verschwunden und war nach Hause disapparriert, wo ich mich dann eher schlecht als recht ins Bett geschlichen hatte.
Ich hatte schon bevor ich von zuhause zum Club aufgebrochen war, gewusst, dass ich ganz klar nicht rechtzeitig nach Hause schaffen würde, doch ehrlich gesagt war es mir herzlich egal gewesen. Meine beste Freundin hatte Geburtstag gehabt und da würde nun einmal gefeiert. Das war doch selbstverständlich.
Zumindest für die meisten Leute auf dieser Welt. Nicht aber für Finley. Warum auch immer, war er dem feiern sowas von abgeneigt. Kat, meine beste Freundin hatte mir gesagt, dass er ruhig mitkommen könnte, doch natürlich hatte er keine Lust dazu. Ich hätte mir die Frage also auch direkt schenken können. Also war ich halt ohne ihn in diesen Club gegangen. Und das obwohl ich mir jedes mal dezent dämlich vorkam, wenn meine Freundinnen mit ihrer Typen auf die Tanzfläche stürmten und ich allein an der Bar sitzen blieb und mir so fragen gefallen lassen konnte, wie wo denn mein Freund wäre. Meistens fauchte ich die Leute dann nur an, dass sie das nichts anginge. Danach hörten sie eigentlich immer auf zu fragen.
Doch manchmal wünschte ich mir auch, dass Finley mehr wie ich wäre. Das wir zusammen so etwas erleben könnten. Aber ich konnte und wollte ihn eigentlich nicht ändern. Denn sosehr er sich auch von mir Unterschied, sosehr brauchte ich ihn auch. Ohne ihn fühlte ich mich nämlich irgendwie nicht komplett. Egal, wie schnulzig das vielleicht klang, so war es nun einmal. Er war eben der Einzige, für den ich jemals etwas so starkes empfinden hatte. So etwas, wie echte Liebe.
Von der Liebe, war aber herzlich wenig zu bemerken, als er mich ziemlich unsanft weckte und mir ein Glas in die Hand drückte.
Schnell kippte ich den Inhalt des Glas hinunter, denn allein das aufrichten hatte eine Welle von Schmerz durch meinen Kopf gejagt und mir mal wieder klar gemacht, dass ich es übertrieben hatte.
Ich stellte das nun leere Glas auf den Beistelltisch und wandte mich nun meinem Freund zu. Dessen Gesicht war, nicht wie sonst, von diesem niedlichen Lächeln gezeichnet, dass ich so an ihm liebte, sondern wirkte fast schon versteinert.
Ich konnte ihm ansehen, dass er wahrscheinlich extrem enttäuscht von mir war, dazu musste ich nicht mal seinen Worten folgen.
Sofort machte sich bei mir dieser, mir immer im Weg stehende, Trotz in mir breit.
Schließlich war das hier mein Leben und ich war erwachsen, also konnte ich doch wohl frei darüber entscheiden, wann ich nach Hause kam.
Das ging ihn doch eigentlich nix an. Trotzig verschränkte ich die Arme.
"Ich wüsste nicht, was es da zu reden gibt.", machte ich ihm meinen Standpunkt klar.
Ich wusste, dass es eigentlich nicht fair von mir war ihn so anzumeckern, denn schließlich war ja wirklich ich diejenige, die Mist gebaut hatte.
Aber ich möchte es nun mal nicht, wenn man mir etwas vorschrieb.

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Finley
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay 11

von Finley am 28.07.2017 17:51

Mit einem Blubbern und Zischen löste sich die Kopfschmerztablette im Wasserglas auf und färbte das Wasser weiss, bis von der Tablette selbst nichts mehr zu sehen und das Wasser leicht trübe geworden war.
Ich seufzte leise. Manche Menschen behaupteten doch tatsächlich nach Jahren Langzeitbeziehung, ihren Partner zu durchschauen, ihn in so gut wie allen Hinsichten zu verstehen, seine Beweggründe zu kennen. Manchmal, aber nur manchmal, konnte ich dieses gefühl tatsächlich nachvollziehen - doch an anderen Tagen war mir Abby mehr als nur fremd. Und ein solcher Tag war heute.
Abbygail war gestern Abend viel zu spät vom Feiern nach Hause gekommen, dafür, dass sie in einer verdammten Beziehung war. Wahrscheinlich hatte sie nicht mal mitbekommen, dass ich noch wach im Bett lag. Ich verstand leider immer noch nicht, warum Leute Alkohol brauchten, um glücklich zu sein, warum man sich freiwillig in einen vollgestopften, stickigen Raum begab. Warum man diese Kopfschmerzen am nächsten Tag auf sich nahm, nur um ein paar Stunden lang abzuschalten
Dafür gab es doch viel bessere Mittel...
Nein, ich verstand es wirklich nicht, und ob ich jemals tun würde, war fraglich.
Dennoch stand ich jetzt hier und warf eine dieser Anti-Kater-Tabletten der Muggel in ein Wasserglas und verstärkte diese zusätzlich mit einem Zauberspruch, und das alles nur für meine Freundin, die einfach nicht damit aufhören konnte, zu feiern. Tatsächlich war mein Argwohn darüber heute um einiges gedämpfter als an anderen Tagen. Ich war eher... enttäuscht. Ich liebte Abby über alles, keine Fragen, und ich wusste eigentlich auch genau, dass dies auf Gegenseitigkeit beruhte, doch nach solch langen Partynächten konnte ich einfach nicht anders, als daran zu zweifeln.
Und heute waren diese Zweifel stärker als sonst. Ich glaube, jedes männliches Geschöpf dieser Welt griff nach jeder Gelegenheit, Zweifel zu sähen, wenn es... wenn es kurz davor stand, die Frage zu stellen.
Erneut verliess ein Seufzer meine Lippen, ehe ich aufstand, das Glas nahm und rüber in das Schlafzimmer lag. Einen Moment lang blieb ich in der Tür stehen, staunte aufs Neue, wie wunderschön Abbygail beim Schlafen aussah. Dann gab ich mir einen Ruck und ging die letzten paar Schritte bis zur Bettkante.
Auch wenn es mir schwer fiel, ihr bei dem Anblick böse zu sein, es musste nunmal sein. Ich konnte einfach nicht jedes Mal lächelnd darüber hinwegsehen.
"Aufstehen! Das war genug Schlaf für heute" Meine Stimme war nicht rücksichtsvoll leise und wahrscheinlich viel zu nahe an ihrem Ohr, aber das war mir egal.
Ich setzte mich neben sie und wartete geduldig darauf, dass sie sich aufrichtete. Dann streckte ich ihr das Glas entgegen.
"Trink aus. Dann reden wir darüber, warum es schon wieder so spät werden musste."

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