Astronomieturm

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Sam
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Re: Astronomieturm

from Sam on 12/04/2017 12:14 AM

Keine Ahnung was mich so spät noch auf den Astronomieturm führte. Eigentlich hatte ich auch schon längst versucht zu schlafen, aber da ich dank meiner Erkältung (die ich immer noch nicht ganz los war, da ich mich stets weigerte, die Tinkturen aus dem Krankenflügel zu trinken) immer noch gefühlt alle drei Stunden aufwachte und bereits eine halbe Stunde wach gelegen hatte, brauchte ich einfach ein wenig Beschäftigung. Und vielleicht auch einfach ein wenig frische Luft, um den Kopf frei zu bekommen. Also hatte ich mir meinen Umhang übergeworfen und ein bisschen Schokolade eingepackt, die meine Schwägerin mir vor ein paar Tagen per Post geschickt hatte. Meine Schritte waren auf der Wendeltreppe zum Turm kaum zu hören. Im Nachhinein wäre es vielleicht schlauer gewesen, mehr als nur meinen Umhang überzuziehen - immerhin war es jetzt noch kälter draußen und meine Erkältung hatte sich ja immernoch nicht verabschiedet -, aber dafür war es ja jetzt sowieso zu spät. Verstohlen schob ich mir ein Stück Schokolade in den Mund und sah mich um. Der Astronomierturm war eigentlich ein Ort, an dem man gut nachdenken konnte, weil man hier so gut wie nie jemanden traf. Merkwürdig, wenn man bedachte wie viele Schüler in diesem Schloss lebten und dass es auch mehrere gab, die ihre Astronomiehausaufgaben hier machen mussten. Vielleicht hatte ich aber bisher auch immer nur Glück gehabt, dass ich niemanden getroffen hatte, aber jetzt grade wunderte ich mich zumindest viel mehr darüber, dass ich tatsächlich nicht alleine war. Und wie es der Zufall wollte stand Emmi am Fernrohr und schien mich noch nicht bemerkt zu haben. Seit dem Tag, an dem wir zusammen im See gewesen waren hatte ich sie doch wirklich nicht mehr oft gesehen. Zumindest nicht mehr so oft wie sonst, immerhin waren wir im gleichen Haus und Jahrgang. Da wir aber auch beide krank gewesen waren, hatten wir auch seitdem nicht besonders viel miteinander gesprochen. Ich hatte sie zwar nicht gemieden oder mich anders ihr gegenüber verhalten, aber ich hatte im Hinterkopf immer noch diesen Kuss im Regen, zu dem keiner von uns bisher was gesagt hatte und über den ich manchmal insgeheim immernoch grübelte, wenn ich ehrlich war.
Ich räusperte mich leicht, damit sie nicht erschrak, allerdings endetete das zu meinem Leidwesen in einem röchelnden Husten. Großartig. 

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You see the  s m i l e  that's on my mouth, it's hiding the  w o r d s  that don't come out. And all of my friends think that I'm  blessed, but they don't know my head is a  m e s s . And all of these  l i n e s  across my face tell you the  s t o r y  of who I am.
S o   m a n y   s t o r i e s   o f   w h e r e   I ' v e   b e e n   a n d   h o w   I   g o t   t o   w h e r e   I   a m .

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Emmeline

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Re: Astronomieturm

from Emmeline on 12/03/2017 11:54 PM

Ich mochte den Astronomieturm nicht besonders gerne. Es war der höchste Turm von Hogwarts und das hatte schon einiges zu sagen, da Hogwarts einfach gigantisch war. Aber durch meine etwas länger anhaltende Erkältung, hatte ich ein paar wichtige Stunden verpasst und erst jetzt standen, laut unserem Professor, die Sterne erst wieder so wie vor ein paar Wochen. Mit der Erlaubnis vom Professor, konnte ich das nun nachholen. Es stand alles bereit was ich brauchte um die genauen Koordinaten der Sterne zu vermerken und mir dazu Notizen zu machen.
Aber konzentrieren konnte ich mich nicht so recht. Die Wendeltreppe hatte es ziemlich in sich gehabt. Bei jedem Schritt, so vorsichtig ich auch gelaufen bin, hatte das ganze Gerüst leicht vibriert. Ich hatte mich bei meiner blühenden Fantasie schon am Abstürzen gesehen. Ich mochte die Höhe nicht besonders, genau so wie die Dunkelheit. Und in diesem Moment musste ich beides aushalten.
Ich blickte durch das Fernrohr und kritzelte nebenbei auf ein Blatt Pergament. Der Himmel war wunderschön und wolkenklar. Am liebsten hätte ich diesen Anblick mit anderen zusammen genossen, aber Schule ging jetzt mal vor. Ich hatte einige Anfangstests verpasst und die Noten musste ich wieder reinholen. Nicht, dass ich schlecht in der Schule war, das nicht. Aber ich hatte mir leider mal wieder viel zu hohe Ziele gesetzt.

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Athena
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Re: Astronomieturm

from Athena on 10/19/2017 09:11 AM

"Danke, das werde ich", versprach ich ihm. Zwar wusste ich, dass er meinen Dank nicht wollte, aber ich hatte dennoch das Gefühl ihm das sagen zu müssen. Ich war eben deutlich gefühlsvoller als er, auch in diesem Zustand noch. Er hatte ja keine Ahnung wie viel mir seine Anwesenheit und sein Schutz bedeutete. Manchmal fragte ich mich ob ich diese Schuld je begleichen konnte. Doch ich sprach es nie laut aus, denn ich kannte ihn dafür gut genug, dass ich wusste wie er darauf reagieren würde. Also beließ ich es dabei.
"Wir sehen uns, pass solange gut auf dich auf", ich schenkte ihm noch ein letztes Lächeln, ehe ich mich umdrehte und ging. Dabei steckte ich meine kalten Hände in meine kuschelig warmen Jackentaschen und verließ den Turm. Mein erstes Ziel war der Krankenflügel, in dem ich mir einen Schlaftrank besorgte, nur um endlich wieder ruhiger schlafen zu können. Auf diesen Schlaf freute ich mich nun regelrecht, denn ich hatte moch lange genug mit diesen Albträumen herum geschlagen. Der Trank würde nicht alle Wunden heilen, denn das brauchte einfach Zeit und Kraft, doch es war ein Anfang. Ein guter Anfang, der dafür sorgte, dass der richtige Stein ins Rollen kam. Müde brachte ich mir nicht viel und das war mir schon lange klar gewesen. Im Inneren des Schlosses war es wieder warm, sodass ich nicht mehr das Gefühl hatte frieren zu müssen, jedoch behielt ich meine Kuscheljacke noch an bis ich ich anschließend im Mädchenschlafsaal angekommen war und mit dem ruhigen Schlaf beginnen konnte.

[ Thread wieder frei! ]

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Dante
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Re: Astronomieturm

from Dante on 10/18/2017 09:55 PM

"Erhol dich gut.", fing ich an. Sie konnte eine gute Mütze Schlaf gebrauchen. Ich eigentlich auch. aber ich verbot meinen Körper, sich den Schlaf zu holen, der er so dringend brauchte. Pro Nacht schlief ich nur zwischen drei und fünf Stunden, eher drei Stunden. Es war fabelhaft. Dieses berauschende Gefühl der Müdigkeit zeigte mir auch, dass ich nicht nur ein hohles Gefäß war.
"Du weißt, wie du mich erreichen kannst.", meinte ich. Athena wusste immer, wo sie mich finden konnte. Auch wenn sie ihre kleine Gabe nutzte, so wusste sie immer, wo ich mich gerade aufhielt. Aber im Grunde genommen waren es oft einfach die selben, vertrauten Orte. Es waren Orte, die ganz früh oder abends nicht benutzt wurden. Sie waren schon fast so etwas wie eine Heimat. "Dann komm einfach zu mir. Und dann verbrennen wir das verdammte Ding gemeinsam." Ich wusste, dass das Thema damit nicht komplett geschlossen war. Es war nur ein kleiner Anfang, und wenn sie jetzt schon weiter plante und wieder langsam die Alte Athena wurde, die ich kannte und schätzte, dann war sie auf einem guten Weg.
Ich wprde sie in jeder Hinsicht unterstützen, auf meine art und Weise.

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Athena
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Re: Astronomieturm

from Athena on 10/18/2017 09:13 PM

Die Spannung, die sich in meinem Körper ausbreitete war gut. Sehr gut sogar. Ich hörte auf durch die Gegend zu schleichen und mich selbst fertig zu machen. Das hatte ich auch nicht nötig. Ich war es schon von klein auf gewöhnt nicht immer die Bestätigung zu bekommen, die ich mir erhoffte, weshalb ich darauf nicht mehr unbedingt Wert legte. Jedoch hatte ich schnell erkannt welche Fähigkeiten ich besaß und als meine Großmutter noch am Leben gewesen war hatte sie mich nach bestem Wissen und Gewissen unterstützt. Vor allem was meine Gabe betraf war sie mir eine große Hilfe gewesen. Weshalb genau meine Eltern diese ablehnten und nichts mit ihr zu tun haben wollten hatte ich bis jetzt noch nicht heraus bekommen. Ich wusste aus Erfahrung, dass es nicht immer schön war sie zu besitzen, denn man sah manchmal Dinge, die man nicht sehen wollte und vor allem am Anfang war es schwer etwas richtig zu deuten, doch ich hatte bald eine Faszination entwickelt, sodass ich jedes Buch über die Wahrsagerei regelrecht verschlang. Teeblätter zu deuten war inzwischen einfacher geworden und ich mochte den kleinen Einblick in die Zukunft inzwischen sogar ein wenig. Meine Selbstachtung war dadurch wesentlich gewachsen, jedoch hatte ich dadurch kein übermäßiges Ego entwickelt, worüber ich auch sehr froh war. Ich konnte Menschen mit Selbstüberschätzung nicht leiden und falls ich zu einer solchen Person werden würde, dann könnte ich nicht mehr in den Spiegel sehen. Darum gab ich mein Wissen auch so gerne weiter, um mich daran zu erinnern bodenständig zu bleiben, egal was die Zukunft noch für mich bereit hielt. Stolz durfte man besitzen, er brachte einen auch manchmal weiter, jedoch nicht zu viel davon, sonst wurde man hochmütig und Hochmut kam bekanntlich vor dem Fall. 
In den nächsten Tagen würde sich zeigen wie viel ich durch die Erholung an mir selbst arbeiten konnte. Vielleicht gelang es mir sogar einen Teil meines Lebens wieder zu ordnen, denn ich konnte das Chaos nicht leiden. Weder in einem Zimmer, noch in meinem Kopf. Ordnung, Disziplin, Ehrgeiz, Wissen. Das alles sorgte dafür, dass man schneller ans Ziel kam als man am Anfang vermutete und dieses Leben wollte ich leben. 
Ich verließ mich auf Dantes Worte, denn er hatte mich noch nie angelogen und ich war der festen Meinung, dass sich dies auch nicht ändern würde. Dafür kannten und mochten wir uns zu sehr.
"Ich werde nach dem Frühstück mal anfangen meinen Schlaf nachzuholen und werde in den nächsten Tagen alles aufschreiben, was mir einfällt. Dann werde ich sicher gegen Ende der Woche soweit sein und mich davon befreien können", teilte ich ihm meine Planung mit. Er konnte sich schon denken, dass ich mein Wort hielt, denn setzte ich einmal eine Planung an, dann verfolgte ich sie auch bis sie zum gewünschten Ziel geführt hatte. Ich freute mich auch innerlich darüber, dass er dabei sein würde, denn er hatte mich aus dieser Lage befreit und er würde dabei sein, wenn sie sich endlich auslöschte. Symbolisch natürlich, denn die Erinnerungen würden bleiben. 

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Dante
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Re: Astronomieturm

from Dante on 10/18/2017 07:47 PM

Athena fing an, sich wieder zu fassen. Sie wischte sich ihre Tränen weg, die verwischte Schminke und straffte ihre kleinen Schultern.
Automatisch machte ich einen Schritt zurück, ich hatte ihr das gegeben, was sie im Moment brauchte. Und mehr konnte ich ihr gerade nicht geben. Es hatte mich schon überrascht, dass ich sie innerhalb kürzester Zeit gleich zwei Mal in meine Arme geschlossen hatte. So etwas war wirklich selten und kam hächstens ein Mal in einem halben Jahr vor. Ich begrüßte nicht einmal meine wenigen Freunde mit einer Begrüßung. Es war unnötg. Ein einfaches Hallo und angemessener Abstand war alles, was was man dazu brauchte.
Wobei reden mit meinen Freunden sich eh schon als äußerst schwirig gestaltete. Ich hatte oft Themen in meinem Kopf, über die ich ich unterhalten konnte. Aber es wollte patu nichts aus mir heraus kommen. Ich war wortkarg , aber ich fand einiges einfach als unnötig.
Ich verstand die Leute nicht, die den ganzen Tag vor sich her brabbelten und alles mögliche kommentieren mussten oder zu allem ihre Meinung abgeben mussten. Fanden sie ihre eigene Stimme so schön dass sie nicht genug davon bekamen? Oder lag es daran, dass sie mit ihren eigenen Gedanken nicht zurecht kamen und deswegen einfach versuchten, ihre Stimme in ihren Kopf zu übertönen?
Denkbar wäre es.
Aber ich mochte es, wie ich in meinem Kopf tickte und ich hatte nicht vor, daran etwas zu ändern.
"Es wird dich weiter bringen.", versprach ich ihr. "Sag mir nur, wann du soweit bist." Ich würde sofort alles stehen und liegen lassen, damit ich meiner besten Freundin weiter helfen konnte. Es war mir sogar ganz recht, dann musste ich nicht durch diese Menschenmengen oder konnte ma wieder schwänzen.
Ich liebte schmerzen, oft zog ich mich dann einfach in den Wald, auf einen der Türme oder in mein Bett zurück. Hautpsache, es war ein Ort, an dem ich komplett alleine war und mich kein Lehrer sah.

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Athena
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Re: Astronomieturm

from Athena on 10/18/2017 03:43 PM

Weinen tat manchmal richtig gut, denn man ließ alles raus, was einen daran hindern könnte weiter zu gehen. Aber heute brachte es mir im Wesentlichen Kopfschmerzen und ich fühlte mich ausgelaugt. Vielleicht lag das aber auch nur daran, dass ich seit Monaten schlecht schlief und sich das schon länger an meiner Kondition bemerkbar machte. Ich mochte vielleicht äußerlich makellos aussehen, doch ich kämpfte jeden Tag dagegen an nicht aufzugeben. Bisher war es mir gelungen und ich konnte zwischen Realität und Erinnerungen unterscheiden. Nicht auszudenken wie weit es hätte gehen können und ich vielleicht sogar im St. Mungos gelandet wäre. Diesen Gedanken strich ich sofort aus meinem Kopf, denn es war nicht so weit gekommen und ich war stark genug um eine solche Nachwirkung zu verhindern. Ich musste es einfach sein. Ich war nicht allein, auch wenn es sich in der Gefangenschaft ganz anders angefühlt hatte. Doch genau das hatte er gewollt. 
Ich sah nicht gerade wie das blühende Leben aus, denn ich kam gerade mal so über die Runden. Aber meine Entschlüsse waren gefasst und jeder, der mich nur halbwegs gut kannte, der wusste, dass ich sehr stur sein konnte und mein Ehrgeiz trieb mich letztendlich immer zu meinem gewünschten Ziel. Es war ein harter und steiniger Weg bis ich mein Leben wieder unter Kontrolle hatte, doch diesen Weg zu gehen war nun meine Aufgabe und am Ende würde er mich stärker machen. Ja, mit dieser Einstellung würde ich es schaffen, egal was jetzt noch kommen sollte. Mit einem Finger strich ich mir unterhalb des Lidstrichs entlang und schaffte es, ohne es zu sehen, die Schminke ein wenig auszubessern. Vor einem Spiegel würde mir das besser gelingen, doch das war jetzt nicht weiter wichtig.
"Bisher war das immer der Fall und ich habe nicht vor das jetzt zu ändern", stimmte ich seinen Worten mit einem kleinen Lächeln zu und straffte die schmalen Schultern. Alleine dieser stille Moment mit ihm, in dem ich mich bei ihm ausheulen konnte, hatte mir so viel Kraft gegeben, dass ich ein wenig mehr nach vorne blicken konnte. Für einen Moment lang dachte ich über seine Idee es zu verbrennen nach. Irgendwo war das nicht mal schlecht. So waren die Erinnerungen einmal rausgelassen und für die Nachwelt nicht mehr zu erreichen. Ich wollte nicht, dass jemand erfuhr was mir passiert war, weil es für mich schon schlimm genug war, da wollte ich verhindern, dass sich jemand anderes da auch nur vorstellte. Meine Freunde liebte ich dafür zu sehr um sie diesen Erinnerungen auszusetzen. Auch mir konnte es schaden, wenn ich sie noch einmal las, weshalb ein Untergang in den Flammen nicht übel war.
"Das ist eine sehr gute Idee. Ich bin dabei und vielleicht bringt es mich auch weiter zu sehen wie alles zu Asche wird", während ich mir vorstellte wie es wohl aussah all diese aufgeschriebenen Worte in Flammen aufgehen zu lassen und somit ein Teil meiner Vergangenheit ließ einen Hoffnungsschimmer in mir aufkeimen. 

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Dante
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Re: Astronomieturm

from Dante on 10/18/2017 10:59 AM

Ich drückte sie ebenfalls noch einmal kurz, um ihr die Kraft zu geben, auf das zu reagieren, was ich ihr vorgeschlagen hatte. Um ihr Kraft zu geben, gleich wieder nicht in Tränen auszubrechen.
Ich hasste es, wenn sie weinte, ich konnte es nicht mit ansehen. Aber manchmal war das doch deutlich besser, als alles in sich hinein zu fressen und nich vorran zu kommen. Gewisse Dinge gehörten einfach verabreitet. Oder soweit verarbeitet, dass man damit Leben konnte. Die Sorgen sollte niemanden auslaugen oder gar auffressen. Wenn man den Alltag beschreiten konnte, konnte man den Rest verdrängen. Es würde später noch einmal hochkommen, aber dann konnte man die Dinge weiter verarbeiten. alles auf einmal konte einen ziemlich fertig machen und man war viel zu lange aus dem Alltag raus. Vielleicht rannte man sogar noch tier in seine Sorgen hinein und kam gar nicht mehr heraus.
Aber da musste jeder seinen eigenen Weg finden. Ich fand meinen am Besten.
Ich hatte oft versucht, einfach mal zu weinen. Aber als ich es probierte, kam nicht eine einzige Träne. Wieder ein Beweis dafür, dass ich ein leeres, hohles Gefäß war. Das Gefäß hatte nur Platz für Panik und Flucht.
war es das wirklich?
Ich schaute Athena eingehend an und prägte mir ihre Gesichtszüge ein, die etwas verschmierte Schminke, ihr blondes kurzes Haar. Es steckte noch viel mehr in diesem Gefäß, als Flucht und Panik. Eine tiefverbundene Freundschaft. Ich war dazu in der Lage, mir Freunde zu suchen. Aber ich war nicht gut darin, jemanden wirklich nah an mich heran zu lassen.
Das Gefäß war nicht gänzlich hohl. Es war nicht gänzlich nur mit Negativem gefüllt. Das war irgendwie befreiend für mich. "Darüber würde ich mir bei dir auch keine Gedanken machen. Du bekommst das wahnsinnig gut hin." Davon ging ich aus. Und wenn sie jetzt schon wieder Pläne anfing zu schmieden, dann war sie auf den Weg der Besserung. Ihr würde es bald wieder gut gehen. Wieder etwas, was mich ungemein erleichterte. "Willst du es wirklich wegschließen?", fragte ich nach. Ich hatte Angst, dass sie es irgendwann heraus kramen könnte und nochmal lesen konnte. "Wie wäre es damit: Wir suchen uns ein stilles Örtchen." Ich lächelte sie einmal an. "Ich kann dir da ein paar empfelen.", fügte ich hinzu. "Und dann verbrennen wir es gemeinsam. Dann hast du einen endgültigen Abschluss." Mein Vorschlag klang doch gar nicht so verkehrt. Er klang sogar richtig gut.

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Athena
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Re: Astronomieturm

from Athena on 10/17/2017 08:33 PM

Dante war für mich schon immer die Oase der Stille gewesen. Wann immer ich aufgedreht war fand ich in seiner Gegenwart wieder zur gewünschten Ruhe. Es war beinahe so, als würde ich ihn brauchen, damit ich nicht vom Boden abhob, wenn ich mal wieder einen Höhenflug wagte. Ein Leben ohne ihn konnte und wollte ich mir nicht vorstellen. Auch wenn meine Freundinnen das nicht verstanden. Sie fanden ihn zu unnahbar und konnten ihn nicht richtig einordnen. Anfangs hatte er ihnen sogar Angst gemacht und sie hatten alles versucht um mich von ihm fern zu halten. Doch egal was sie versucht hatten, sie hatten sich gegen meine Sturheit nie behaupten können. Inzwischen akzeptierten sie ihn als Teil meines Lebens, auch wenn sie immer noch nicht hinter dem Berg hielten, dass sie ihn nicht mochten. Aber das war auch nicht weiter wichtig, denn es war nur notwendig, dass ich ihn mochte und ich war noch nie gut darin gewesen mir etwas vorschreiben zu lassen. Ich tat immer das was ich für richtig hielt und das was mir gut tat. Im Moment war das zwar häufig schwer zu erkennen, weil jedes Gefühl und jede Erfahrung verschleiert war, doch irgendwas sagte mir, dass ich aus diesem Teufelskreis wieder herausfand und wieder auf den richtigen Weg kam. Auch wenn es sich oft danach anfühlte, ich war nicht alleine. Alle meine Freunde standen mir zur Seite und unterstützten mich. Ich brauchte nur nach den helfenden Händen zu greifen und die Isolation, die mich noch immer gefangen hielt, aufbrechen. 
Ich hatte mich wieder gesammelt, sodass ich nur für eine Sekunde nochmal kurz an mich zog und dann einen Schritt zurück trat. Auch jetzt hatte ich nicht vergessen wie viel Überwindung ihn diese Umarmung vermutlich kostete, weshalb ich ihn nicht zu sehr strapazieren wollte. Denn das wenigste was ich jetzt brauchen konnte war, dass er sich vor mir zurück ziehen musste. Meine Idee fand er gut, was mich etwas erleichterte. Diese Rückmeldung bestärkte mich in diesem Vorhaben nur noch.
"Am besten ich gehe noch vor dem Frühstück hin und melde mich für den ganzen Tag krank. Um den Stoff mache ich mir keine Gedanken. Wenn ich wieder konzentrierter bin, dann kann ich auch besser lernen und gleichzeitig hab ich durch einen oder zwei verlorene Tage noch etwas mehr zu lernen", bei diesem Gedanken fiel mir wieder ein, dass ich auch gleichzeitig mal wieder bei meinen Nachhilfeschülern vorbei sehen könnte. Aktivität war genau das was ich brauchte um zurück auf den richtigen Weg zu finden. Es war viel zu leicht und einfach sich in der Vergangenheit aufzuhalten und dabei stehen zu bleiben. Vielen gelang es ihr gesamtes Leben nicht weiter zu kommen, doch ich war der festen Meinung, dass ich nicht zu diesem Menschen gehörte. Ich wollte nicht zu ihnen gehören. Denn ich war nicht so weit gekommen, um mich von jemandem zerbrechen zu lassen, der wohl keine anderen Ziele im Leben hatte als andere Menschen zu zerstören. Schon in der Gefangenschaft hatte ich mir geschworen ihn nicht über mich siegen zu lassen und diesen Schwur wollte ich auch jetzt nicht brechen.
"Ich hab vorhin mein Tagebuch gesehen. Vielleicht fange ich wieder an zu schreiben. Wenn ich schon nicht darüber reden kann, dann tut es vielleicht gut es zu Papier zu bringen und es dann wegzuschließen", überlegte ich laut. Da hätten wir es. Ich war wieder dabei Pläne zu machen und unbewusst kam dabei gleichzeitig ein Teil meiner alten Persönlichkeit wieder zum Vorschein. Der Grundstein meiner psychischen Genesung war gelegt, sodass ich nur damit weiter machen musste und in ein paar Wochen würde vielleicht schon alles anders aussehen.

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Dante
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Re: Astronomieturm

from Dante on 10/17/2017 06:23 PM

Minutenlang standen wir hier einfach nur, ich hatte sie in meine Arme  geschlossen und sie hatte ihre Hände auf meine Schultern gelegt.
Wir brauchten keine Worte, das Schweigen war angenehm und ich gab ihr die Möglichkeit, sich wieder zu beruhigen. Es dauerte eine Weile, aber schließich schaffte sie es und ich war dankbar darum.
Ich fand es interessant, dass gerade ich, der niemandes Nähe zulassen konnte, ihr diesen Halt geben konnte, den sie gerade so brauchte. Wäre das mit ihren Freundinnen genauso gewesen wie mit mir, wenn einer von ihnen sie gefunden hätte und die Erstversorgung übernommen hätte?
Ich konnte es nicht genau sagen, ich kannte ihre Freundinnen nicht genug dafür, sie hassten mich. Wahrscheinlich wweil ich unnahbar wirkte oder sogar etwas düsteres ausstrahlte. Mir war es egal, dass sie mich nicht mochten, denn ich mochte sie auch nicht wirklich. Ich mochte kaum jemanden, hatte nur wenige Freunde. Und jeder meiner Freunde wusste, wie ich tickte und wie ich mich ihnen gegenüber gab, wenn sie mir in irgendeiner Form zu nahe traten.
Ich brauchte auch niemanden, den ich mein Herz ausschütten konnte. Es gab nicht viel, was ich erzählen konnte und wollte. Es mochte zwar verrückt klingen, aber ich legte keinen großen Wert auf Freundschaften.
Ich war wie ein einsamer Wolf, der durch die Gegend streifte. Hier und da suchte auch ich mal soziale Kontakte aber meistens blieb ich nie lange. Ich machte mich immer ganz schnell auf den Weg, eine neue rute zu entdecken.
Und irgendwann würde ich komplett alleine sterben. So wie der einsame Wolf es tun würde. Irgendwo in einer einsamen Gegend, niemand war weit und breit zu sehen und niemand würde mich vermissen. Es würde noch nicht einmal auffallen, wenn ich die Welt verlassen sollte.
Außer vielleicht bei Athena. Ihr würde es auffallen.
Ich nickte ihr zustimmend zu. "Das solltest du. Schlaf dich mal richtig aus, zur Not meldest du dich krank. Und keine Sorge, den ganzen Unterrichtsstoff wirst du im Nu nachholen können." Ich wollte ihr nicht anbieten, für sie die Hausaufgaben zu organsieren. Das würden ihre Freundinnen schon machen. Und ich wollte mich nicht unnötig durch die Flure schlängeln nur um irgendetwas aufzuschreiben.
Athena war meine beste Freundin, aber ich konnte es einfach nicht über mich bringen, so etws für sie zu tun. Wahrscheinlich würde ich automatisch wieder flüchten.

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