Jungenschlafsaal Jahrgang 6

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Lenja
Gelöschter Benutzer

Re: Jungenschlafsaal Jahrgang 6

von Lenja am 05.11.2017 20:46

In mir stellte sich ein schlechtes Gewissen ein. Er entzog sich mir. Toll gemacht!
Er setzte sich an das Kopfende und lud mich ein, mich direkt neben ihn zu liegen. Ich wusste nicht so recht, ob ich die Einladung annehmen sollte oder nicht. Gerade im Café war Jo diejenige gewesen, die die Stimmung hatte kippen lassen. Jetzt war ich diejenige. Der Abend war ruiniert, das wusste ich. Vielleicht wäre es besser, mich einfach zurück zu ziehen. Aber das konnte er komplett falsch verstehen. Ich steckte in einer kleinen Zwickmühle.
„Es tut mir Leid.", meinte ich ehe ich mich neben ihn legte. Eine Hand kreiste über sein T-Shirt, glättete wie so oft schon vorher die Falten die sich durch die Bewegungen gebildet hatten.
Dennoch hörte ich ihn aufmerksam zu als er die Dinge nannte. Es war eigentlich eine ziemlich banale Frage gewesen aber immerhin ein Anfang, mit dem ich schon einiges anfangen konnte. „Ich bin auch gerne draußen.", murmelte ich vor mir her. „Aber das weißt du ja schon..."
Ich seufzte einmal. Schulregeln waren in gewisser Weise hilfreich. „Die Schulregeln sollten angepasst werden. Ich finde manche recht albern. Die meisten sind wirklich sinnig. Aber einige sind einfach nur veraltet."

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Jericho
Gelöschter Benutzer

Re: Jungenschlafsaal Jahrgang 6

von Jericho am 05.11.2017 21:15

Sie zögerte etwas und entschuldigte sich zuerst bevor sie sich zu mir legte. „Schon okay, ich war ja der, der dir nichts bis jetzt über sich erzählt hat.", meinte ich nur. Sie begann wieder damit über mein Shirt zu streichen, es war irgendwie sehr beruhigend, ich mochte es wenn sie es tat.
Auf ihre Aussage hin, konnte ich ihr nur zustimmen: „Ja die sollten echt erneuert werden, wer weiß schon wie viele Jahrhunderte es die schon gibt.". Mit dem Arm, den ich um sie geschlossen hatte begann ich sie zu streicheln. „Noch etwas, das du gerne wissen möchtest, Engelchen?", fragte ich dann noch nach. Zwar mochte ich es nicht ausgefragt zu werden, aber es war mir lieber als frei etwas über mich erzählen zu müssen. So konnte ich meine Aussagen besser bedenken und sie hätte keinen Anknüpfungspunkt an dem sie mich aufhängen könnte, sollte ich sonst zu viel reden.

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Lenja
Gelöschter Benutzer

Re: Jungenschlafsaal Jahrgang 6

von Lenja am 05.11.2017 21:36

"Dennoch habe ich sie Stimmung kaputt gemacht....", murmelte ich vor mir her. Ich mochte so etwas über haupt nicht. Aber ich war hin und her gerissen gewesen und ich wollte mich nicht in eine Situation ausliefern, die ich nicht mehr kontrollieren konnte. Vorsicht war besser als Nachsicht. Nicht, dass ich noch etwas machte, was ich hinterher bereuen würde.
Dennoch hatte ich seine Zuneigung genießen können.
Meine Finger stießen auf eine Unebenheit, obwohl der Stoff glatt war. Hatte ich mich geirrt? Wahrscheinlich. "Vielleicht sind die Lehrer auch zu alt um sie zu ändern und denken, dass es noch angebracht wäre?", überlegte ich laut. Zu Hause hatte ich auch keine Uhrzeit, in der ich in meinem Zimmer sein musste. Ich konnte mich nicht daran gewöhnen, ab einer gewissen Uhrzeit in meinem Gemeinschaftsraum zu sein und nicht mehr hinaus zu dürfen. Sicherlich waren wir dort gut versorgt. Aber dennoch fühlte ich mich oft genug einfach eingeschränkt und es kam das eine oder andere Mal vor, dass ich diese Regak brach. Einfach um in die Kpche zu gehen, zum Beispiel.
Meine Finger glitten hinauf zu seiner Brust. Auch hier spürte ich wieder diese Unebenheit.Eine ähnliche, die ich etwas weiter unten schon gespürt hatte. Ich konnte mich doch nicht irren?
Ich setzte mich auf. Etwas zaghaft hob ich sein Shirt an und erschrack, als ich die Narbe sah, die sich über seinen Oberkörper erstreckte. "Woher hast du die?", wollte ich wissen und deutete nun auf seine Brust.

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Jericho
Gelöschter Benutzer

Re: Jungenschlafsaal Jahrgang 6

von Jericho am 05.11.2017 22:12

Auf ihre Aussage schüttelte ich nur leicht lächelnd den Kopf, es brachte nichts darüber zu diskutieren wer jetzt schuld war, es ist passiert und jetzt konnte man auch nichts mehr machen.
„Ja, das kann schon sein, aber ich denke eher, dass die vom Ministerium ihren alten Idealen nachhängen.", erwiderte ich, es machte für mich zumindest mehr Sinn. Es war egal ob es in der Zaubererwelt die Minister waren, oder die Politiker der Mugglewelt, am Ende waren es immer die, die an der Macht waren, die mit den bescheuerten Regeln kamen und es jedem anderen schwer machen. Es waren immer sie und sie werden es auch immer bleiben: der Grund warum Menschen es schwer hatte, vor allem Menschen wie ich. Die nicht so viel hatte, die nicht von reinem Blut waren, die Armen, die der unteren Schichten.
Ihr Finger glitt weiter über mein Shirt und ich schloss die Augen, ich mochte ihre Berührungen. Zuerst bekam ich es gar nicht mit, als sie mein Shirt anhob, erst als sie erschrak öffnete ich die Augen wieder und mir kam in den Sinn was sie mit ihrer Frage meinte. Die Narbe. Ich hatte total auf sie vergessen. Normalerweise bekamen sie ja nur wenige Leute zu sehen: Die Jungs meines Schlafsaals, welche nicht nachfragten und JoJo, die genau wusste woher sie stammte. Die streichelnden Bewegungen was Lenja machte war ich schon gewohnt, JoJo machte das auch immer gern, nur sie fuhr meistens der Narbe entlang, deshalb vergas ich meistens auf sie und mir war oft gar nicht bewusst, dass ich sie hatte.
Etwas daneben strich ich mein Shirt wieder nach unten und meinte nur: „Lange Geschichte. Es...es wäre mir lieber wenn du nicht nachfragen würdest.". Ich schätzte Lenja nicht für den Typ Mensch ein, der sich mit dieser Art von Aussage begnügen würde, doch ich hoffte es dennoch.

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Lenja
Gelöschter Benutzer

Re: Jungenschlafsaal Jahrgang 6

von Lenja am 06.11.2017 13:19

"Was hat denn das Ministerium mit den Schulregeln zu tun?", wollte ich wissen. "Die Schulleitung macht die doch und meines Wissens nach arbeiten die nicht für das Miisterium." Ich hatte bisher noch nicht gesehen, dass Dumbledore oder McGonegall für das Ministerium arbeiteten. Ab und zu gingen Gerüchte herum, dass sie dort ziemlich oft dort sein mussten. Aber gerade bei Dumbeldore konnte ich es nicht verdenken. Er war der mächtigste Zauberer und er liebte seine Schule. Natürlich musste die Schule auf den akutellsten Stand der Dinge gehalten werden, genauso was die Sicherheitsmaßnahmen betraf. Aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass Dumbledore für das Ministerium arbeiten sollte.
Jericho schien die Berührung sichtlich zu genießen. Aber dennoch hatte mich die Unebenheit neugierig gemacht. Ich konnte einfach nicht anders, als nachzufragen.
Ihn schien es unangenehm zu sein, dass ich nach der Narbe gefragt hatte. Was ich ihn nicht verübeln konnte. Ich presste meine Lippen aufeinander und beobachtete, wie er sein Shirt glatt strich. Ich konnte verstehen, dass ich nicht nachfragen sollte. Jede Narbe hatte eine Geschichte und jede Geschichte musste nicht unbedingt erzählt werden. Manche Geschichten blieben besser unausgesprochen.
Dennoch war ich zwischen meine Neugierde und seiner Bitte hin und hergerissen. Deswegn konnte ich einfach nur das sagen, was in mir vorging. "Ich würde gerne wissen, wie das passiert ist. Aber wenn du nicht darüber reden willst, kann ich das verstehen." Ich ließ ihn die Wahl. Er musste es mir nicht sagen. Dennoch würde ich es gut finden, wenn er es mir eines Tages erzählen würde.

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Jericho
Gelöschter Benutzer

Re: Jungenschlafsaal Jahrgang 6

von Jericho am 06.11.2017 16:32

Ich grinste auf ihre Aussage hin. „Und du glaubst das Ministerium hat nicht überall seine Finger drin? Die schauen sicher, dass die Regeln...moderat genug sind.", meinte ich dann nur. Ich konnte mir das nicht anders vorstellen, egal wo man hin sah, die ganz oben hatten immer ihre Finger irgendwie mit drin. „Ich glaube das Ministerium hat noch mehr Einfluss und bestimmt mehr als den meisten Leuten bekannt ist.", fügte ich noch hinzu. Es machte einfach Sinn, je mehr Macht desto mehr würden sich Menschen überall einmischen.
Dass sie jetzt schon das mit der Narbe wusste und nachfragte gefiel mir nicht wirklich, von der Geschichte würde ich ihr nicht erzählen, zumindest noch nicht. Es würden zu viele weitere Fragen Folgen wie: was habt ihr da in dieser Gasse gemacht um diese Zeit, ob ich kriminell sei, oder gar ob das bedeutet ich wäre über den Sommer immer an solchen Orten. Und je mehr dieser Fragen ich dann beantworten würde, desto näher käme sie der Wahrheit über mich und das wollte ich nicht. Sie sollte nicht wissen wer ich außerhalb der Schlossmauern war, es ging sie auch nicht wirklich viel an, dazu waren wir uns noch zu fremd. „Ich...Ich will wirklich nicht darüber reden. Tut mir Leid, irgendwann vielleicht, aber nicht jetzt.", sagte ich nur. Wann dieses ‚irgendwann' wäre, war eine andere Sache, dazu kam es drauf an wie das zwischen uns weiter lief. Ich müsste ihr blind vertrauen können, davor würde ich darauf nicht eingehen.

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Lenja
Gelöschter Benutzer

Re: Jungenschlafsaal Jahrgang 6

von Lenja am 06.11.2017 19:51

Ich nickte. "Ich fände es irgendwie kurios wenn das Ministerium in Sachen Schule die Finger mit drinnen hat. Glaubst du, dass Dumbledore sich reinreden lässt? Er hat doch schon das eine oder andere gemacht, was das Ministerium nicht so toll fand." Ich bezweifelte, dass das Ministerium so einflussreich war, dass es sich gerade in Hogwarts einmischen konnte. "Und die Kobolde in Gringotts ziehen doch auch einfach ihr Ding durch. Die lassen sich doch auch nicht beeinflussen." Ich fand es interessant, wie er über die ganze Situation dachte. Ich war da komplett anderer Meinung. Aber das war doch gut, so konnte man sich austauschen. Und vielleicht voneinander lernen. Das wäre doch gut.
Ich hoffte, dass irgendwann tatsächlich eintreten würde. Ich bezweifelte es eigentlich nicht. "Schon gut. Ich werde nicht weiter nachfragen.", versicherte ich ihn.  Ich würde ihn einfach auf mich zukommen lassen müssen. Solche Geschichten brauchten Zeit. Die würde ich ihn geben. Denn irgendwann war ein Zeitraum. "Kann ich trotzdem wieder zum kuscheln kommen?", wollte ich wissen.
Ich konnte verstehen, wenn er mich sogar direkt wieder in mein Schlafsaal schicken würde. Die Stimmung war hinüber. Schon wieder am heutigen Tag.

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Jericho
Gelöschter Benutzer

Re: Jungenschlafsaal Jahrgang 6

von Jericho am 06.11.2017 21:28

Ich fand ihre Meinung interessant, aber auch etwas naiv. Es gab immer Leute in höheren Positionen, die sich einmischten, das wäre hier nicht anders. „Die Kobolde sind ein anderes Thema, aber die Schule unterliegt den Gesetzen, welche vom Ministerium beschlossen werden. Was glaubst du würde passieren, wenn Dumbledore irgendetwas total Verbotenes machen würde? Wenn er zum Beispiel den Schülern unverzeihliche Flüche beibringen würde und ihnen gestatten würde sie einfach so einzusetzen?", fragte ich sie. Es wäre klar, er wäre innerhalb von einem Tag nicht mehr der Schulleiter und das Ministerium würde McGonagall als Leiterin einsetzen.
Ich war froh, dass sie nicht weiter nachfragen würde, es machte das Ganze um einiges leichter.
„Du kannst gerne andere Sachen fragen, aber bitte nicht über das Thema, okay?", bot ich ihr eine Zwischenlösung an. Ihre Frage ob sie weiter her kommen könnte, verwunderte mich, ja die Stimmung war nicht mehr die Beste, aber was war das überhaupt für eine Frage? Ich gab ihr einen Kuss auf die Stirn und meinte: „Klar, ich sehe nichts was dagegen spricht.", und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.

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Lenja
Gelöschter Benutzer

Re: Jungenschlafsaal Jahrgang 6

von Lenja am 06.11.2017 22:20

Etwas ungläubig schaute ich Jericho an. "Ich glaube nicht, dass Dumbledore so etwas erlauben würde. Er hat auch die Lehre der dunklen Magie verboten. Sie darf nicht unterrichtet werden. Anders als in Durmstrang." Es war allgemein bekannt, dass Dumbledore einen Gräul gegen dunkle Magie hegte und sie verbieten hatte lassen. "Aber es klingt logisch, dass das Ministerium ein Auge auf die Schule haben will. Aber was macht denn Dumbledore, wenn die etwas wollen, was er nicht umsetzen möchte?", stellte ich die Gegenfrage. Es war das erste Mal, dass ich mir über das Ganze System Gedanken machte. Irgendwo musste es doch an allem ein Hacken geben. Es konnte doch nicht sein, dass nur eine Behörde alles komplett kontrollierte. Das war doch Diktatur. "Eigentlich müssten sich die Behörden doch gegenseitig kontrollieren um Fehler zu vermeiden. Und sie dürfen sich nicht absprechen. Das wäre ziemlich unfair." Das ganze Thema strengte mich ungemein an. Ich wollte es eigentlich gar nicht soweit kommen lassen, dennoch machte es gewissen Spaß.
"Ich glaube, ich lasse die Fragerei erstmal. Heute scheint ein ziemlich kurioser Tag zu sein.", beschloss ich.
Sein Kuss auf meine Stirn wiekte wie eine Einladung. Seine Aussage war definitv eine.
Mit einem Lächeln legte ich mich wieder neben ihn um mich an ihn zu kuscheln. Ich seufzte leise.

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Jericho
Gelöschter Benutzer

Re: Jungenschlafsaal Jahrgang 6

von Jericho am 07.11.2017 18:23

„Es war auch nur ein theoretisches Szenario, ich sage nicht, dass Dumbledore so etwas tun würde, ich meine nur, da würde das Ministerium schon einmischen.", stellte ich meine vorherige Aussage klar. Es ging mir nicht darum Dumbledore etwas zu unterstellen, ich wollte nur ein Szenario aufzeigen, in dem sich das Ministerium offen einmischen würde. „Was Dumbledore dann macht, weiß ich nicht, es kommt sicher auf die Art der Anordnung drauf an. Entweder sie lassen mit sich reden, oder wenn er es nicht macht, dann ist er nicht mehr länger unser Schulleiter.", meinte ich dann noch zu ihr. Wenn es nur eine Kleinigkeit wäre, dann lässt das Ministerium sicher mit sich verhandeln, bei großen Sachen hingegen, wie bei meinem Szenario sehe das anders aus.
„Ja, heute ist echt ein komischer Tag.", stimmte ich ihr zu. Doch der Abend schien nicht ganz im Eimer zu sein, da sie sich dann wieder zu mir kuschelte. Das Ganze war um einiges schwieriger wie gedacht, es würde sicher immer Probleme geben, wenn ich jemanden näher kennen lernen würde. Jeder würde Fragen stellen, das würde ich auch. Ich seufzte ebenfalls. „Warum muss eigentlich immer alles kompliziert sein?", fragte ich noch und schloss meine Augen.

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