Krankenflügel
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Re: Krankenflügel
von Lily am 31.01.2018 00:00Ich lächelte über Remus' Reaktion. Es war schön, dass wir den gleichen Musikgeschmack teilten und ich machte ihm gerne damit eine Freude; mir reichte es schon, ihn deswegen so strahlen und die Schmerzen für einen Moment von seinem Gesicht verschwinden zu sehen.
Das Lächeln wich garnicht mehr von meinem Gesicht. "Ich hab dich auch sehr sehr lieb, Remus", erwiderte ich leise und drückte kurz sanft seine Hand. Ich konnte sehen, wie ihm immer mal wieder die Augen zu fielen und blieb deshalb still. Er brauchte den Schlaf und ich wollte ihn nicht davon abhalten. Ich war immerhin nur gekommen, um ihm eine kleine Freude zu machen und nicht, damit er noch länger im Krankenflügel bleiben musste, weil er so erschöpft war.
Ich beobachtete, wie er langsam in den Schlaf sank. "Gute Nacht", flüsterte ich als Antwort, war mir aber nicht sicher ob er das überhaupt noch hörte. Noch eine ganze Weile blieb ich neben ihm liegen und döste selbst ein bisschen, aber als die ersten Sonnenstrahlen durch das große Fenster fielen krabbelte ich vorsichtig aus dem Bett. Darauf bedacht, bloß nicht Remus zu wecken, schlüpfte ich wieder in meine Pantoffel. Dann legte ich den Rest der Schokolade, die ich mitgebracht hatte, auf das kleine Tischchen neben seinem Bett, auf dem bereits die Schallplatte lag. So würde er es sofort sehen, wenn er aufwachte.
Ich wäre liebend gerne noch hier geblieben, aber ich wollte nicht doch noch von Madam Pomfrey erwischt werden. Mein Glück hatte bis jetzt gehalten, da wollte ich es nicht überstrapazieren. Deswegen schlich ich auf Zehenspitzen aus der Tür, sodass niemand außer Remus wusste, dass ich überhaupt hier gewesen war.

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Re: Krankenflügel
von Remus am 29.01.2018 23:25Ich merkte wie Lily sich zu mir in das Krankenbett stahl und lächelte automatisch. Menschliche Wärme tat mir schon immer sehr gut, dass hatte ich einmal mehr gemerkt, als Teddy und ich zusammen gewesen waren. Im Sommer hatte sie mich direkt nach einer Vollmondnacht besucht und war nicht von meiner Seite gewichen. Bis dahin war es der angenehmste Tag nach einer Verwandlung gewesen. Aber das hatte natürlich auch enden müssen...
Lily verbannte meine trüben Gedanken und sorgte dafür, dass ich unwillkürlich Grinsen musste. "Ich knabber vielleicht ein bisschen.." erwiderte ich leichthin und hielt mir dann die Hand vor den Mund als ich gähnte. Ich war die ganze Nacht lang wach gewesen im Prinzip und war durch den Wald gerannt. Ich war so erledigt...
"Hmm...?" machte ich und schlug neugierig die Augen auf. Sie weiteten sich noch ein kleines bisschen, als ich eine Schallplatte entdeckte. Von den Beatles, wie mir Lily immer verraten hatte. "Oh wow..." machte ich und für eine Sekunde konnte ich nicht anders als sie anzustrahlen. "Vielleicht sag ich es nicht oft genug, aber ich hab dich sehr sehr lieb, Lil's." sagte ich leise und lehnte für einen Moment meine Stirn gegen ihre. Ich war so froh, dass ich sie an meiner Seite hatte. Das Leben wäre um einiges trüber ohne sie auf der Welt. Am liebsten würde ich mir das neue Album jetzt sofort anhören, doch das würde nur Madame Pommfrey anlocken und das wollte ich jetzt auf gar keinen Fall. Außerdem fielen mir meine Augen sekündlich zu. Ich brachte gerade noch ein "Gute Nacht..." hervor, bevor ich im Land der Träume versank.
--> Remus Ende (beende das mal, weil ja morgen die party anfängt :*)


Re: Krankenflügel
von Lily am 28.01.2018 01:51Es war wirklich, als wäre mir ein ganzer Haufen Steine vom Herzen gefallen, und dieses neue, befreiende Gefühl beflügelte mich fast schon. Ich nickte auf seine Worte hin. Das hier, dieses wortlose Verständnis war genau das, was ich an unserer Freundschaft liebte. Remus kannte mich und verstand mich auch ohne Worte, und anders herum war das nicht anders.
Ich blickte noch einmal vorsichtig zur Eingangstür und zu der Flügeltür, die in Madam Pomfreys Büro führte. Als ich sicher war, dass ich nicht im Begriff war erwischt zu werden schlüpfte ich aus meinen Pantoffeln, die ich eben auf die Schnelle angezogen hatte, und kroch zu Remus in Bett. Es war definitiv sehr viel bequemer als der Stuhl, auf dem ich gesessen war. Vielleicht sogar bequemer als mein Himmelbett im Mädchenschlafsaal, und für einen winzigen Moment war ich neidisch auf Remus' weiche Kissen. Allerdings nur so lange, bis ich mir wieder in den Sinn rief wieso er überhaupt hier war und mich sofort abgrundtief schlecht fühlte.
"Du beißt doch nur, wenn es um Schokolade geht", erwiderte ich augenverdrehend, kuschelte mich an meinen besten Freund und beobachtete seine schon halbgeschlossenen Lider. Wahrscheinlich sorgte ich grade dafür, dass er den Schlaf nicht bekam, den er zur Genesung benötigte. Und wieder war da mein schlechtes Gewissen, aber ich verdrängte es geschickt.
"Ich hab' dir noch etwas mitgebracht", flüsterte ich. Durch die Nähe fiel es mir noch schwerer, in diesem riesigen Raum in normaler Lautstärke zu sprechen, aber da meine Stirn beinahe an der von Remus lehnte konnte er mich auch so ohne Probleme verstehen. "Das ist auch der eigentliche Grund warum ich hier bin. Ich hab' zu Weihnachten das neue Album der Beatles bekommen und hab dir eine Kopie davon mitgebracht", wisperte ich und grinste leicht. Hach, Magie war herrlich. Und es war ja wohl auch keine Schande, Remus mit Hilfe eines kleinen Zaubers eine Freude zu machen.

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Re: Krankenflügel
von Remus am 28.01.2018 01:28Ich lauschte Lilys Erklärungen und konnte nicht anders als zu lächeln. "Shh, shh...du musst da auch nichts zu sagen..." erwiderte ich dann leise. Aber es tat trotzdem so gut ihre Worte zu hören. Sie war auch meine beste Freundin, abgesehen von den Rumtreibern und es war mir eine Ehre, dass sie mein Geheimnis wusste und somit mein Leben in der Hand hatte. Ich vertraute es ihr an. Ich würde ihr alles anvertrauen.
Ich rutschte ächzend zur linken Seite meines Bettes und bedeutete ihr sich zu mir zu legen. "Nur...also nur wenn du möchtest. Der Stuhl ist ja doch recht unbequem.." murmelte ich und legte mich zurück in die Kissen, die recht weich waren für einen Krankenzimmer. Früher war das jedenfalls nicht so. Ich fragte mich instinktiv ob ich mittlerweile meine eigenen Kissen bekommen hatte. So als Stammgast...
Ich legte mich zur Seite, sodass Lily und ich beinahe Stirn an Stirn ligene würden, wenn sie mein Angebot annehmen würde. Wenn Madame Pomfrey ihre Runden zog, würde das weniger auffallen als wenn jemand neben mir sitzen würde. Naja und ich hatte das Gefühl meine Schrammen würden schneller heilen wenn ich in Gesellschaft war. Langsam fielen mir allerdings wieder die Augen zu. "Keine Angst, ich beiß nicht..." sagte ich, schon wieder halb am eindösen und lächelte kurz in Lilys Richtung.


Re: Krankenflügel
von Lily am 11.01.2018 00:10Ich knabberte an meinem Stück Schokolade und schwieg für einen Moment. Irgendwie hatte ich die ganze Zeit ein mulmiges Gefühl im Bauch, entweder wegen der Angst, dass Madam Pomfrey doch aufgewacht war oder dass Remus drei andere Freunde plötzlich durch die Tür stürzten, weil sie sich wieder durch irgendeinen ihrer Tricks an den ganzen Vertrauensschülern auf den Fluren vorbeigeschlichen hatten. Irgendeinen Trick musste es da doch geben ... zumindest wollte ich nicht glauben, dass wirklich alle Vertrauensschüler so blind waren, dass sie nie erwischt wurden. Nicht, dass ich besonders scharf darauf war, Punkte für Gryffindor zu verlieren, aber ich wollte wissen, was ihr Trick war. Oder ob es da überhaupt einen gab.
"Du musst da auch nichts zu sagen", begann ich vorsichtig, zupfte wieder an der Bettdecke, weil ich nicht wusste, was ich mit meinen Händen sonst anstellen sollte. Meine Mundwinkel zogen sich ein Stückchen nach oben, als ich über meine nächsten Worte nachdachte. "Ich wollte einfach ... ehrlich zu dir sein, weißt du? Ich laufe schon so lange damit durch die Gegend, weil es nichts daran ändert, wie ich über dich denke - ich meine, du bist mein bester Freund, natürlich ändert das nichts! -, aber ich wollte dich nicht anlügen und so tun, als ob ich von nichts wüsste. Das hat sich so ... unaufrichtig angefühlt"
Mein Lächeln jetzt war aber aufrichtig. Remus' Hand hielt ich immer noch fest, aber ich dachte garnicht daran, sie loszulassen.

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Re: Krankenflügel
von Remus am 10.01.2018 02:38Ich grinste schief und wir aßen zusammen Schokolade. Ich hatte immer noch ein wenig Ansgt, dass Madame Pommfrey gleich kommen und Lily wegschicken würde. Warum verstand die Heilerin nicht, dass mir Gesellschaft einfach gut tat. Mittlerweile war es beinahe lästig jeden Monat verarztet zu werden und jedes Mal so behandelt zu werden als ob ich schrecklich krank wäre. Ich würde wieder in Ordnung werden. Meine Freunde konnten das doch nur besser machen.
"Ich würde das nie wagen ihm das zu sagen." erwiderte ich schmunzelnd. Für einen Moment wünschte ich mir allerdings, dass Sirius selbst es gehört hatte und jetzt breit grinsend durch die Tür auf uns zukam um Lily aufzuziehen. Ich hatte ihn seit dem Morgen nur kurz gesehen. Ihn und die anderen. Die ich natürlich auch gerne hier haben würde. Aber Lilys Gesellschaft genoss ich in allen zügen.
Ich presste meine Lippen wie sie aufeinander und schüttelte kurz den Kopf. Ich würde ihr meine Gedankengänge ja erklären, aber sie würde es ja nicht verstehen. Das tat niemand. Selbst Teddy nicht, die meine Gedanken ja sogar hatte hören können. Es wurde einfach immer kompliziert. Jeder der sich mit mir abgab war indirekt davon betroffen. Und gerade die Lily, die irgendwie das empathischste Wesen überhaupt war würde das ziemlich nahe gehen. Und das tat mir jetzt schon leid. Ich sah es ihr ja jetzt schon an. Ich erwiderte den leichten Druck um ihre Hand und schluckte kurz. Ich ließ mich zurück in die Kissen sinken und schloss die Augen. "Ich weiß aber nicht was ich sonst dazu sagen soll..." sagte ich ehrlich und blinzelte Lily an.


Re: Krankenflügel
von Lily am 07.01.2018 17:46Ich grinste verlegen und spielte mit dem Papier der Schokodrops in meiner Hand, bevor ich: "Ich weiß." erwiderte. Einen Moment lang herrschte Stille, bevor ich hinzufügte: "Aber ich glaube du wirst den Tag nicht erleben, an dem ich meine Schokolade nicht mit dir teile ... egal was ihr vier wieder anstellt." Es war wohl bekannt, dass ich nicht der größte Fan von den ganzen Streichen war, die über die Jahre hinweg den Rumtreibern zugeschrieben wurden. Während ich James und Sirius oft eigentlich direkt meine Meinung darüber mitteilte, hielt ich mich Remus gegenüber eigentlich zurück. Wahrscheinlich aber auch nur weil er sowieso meistens genau wusste was ich dachte, wodurch meine Worte dann ohnehin nicht mehr notwendig wären.
Meine Stirn legte sich in Falten. "Stimmt wohl. Aber sag ihm das lieber nicht." Die Kommentare, die ich mir dann von Sirius anhören konnte, würden mir wahrscheinlich die letzten Nerven rauben. Ich schüttelte den Kopf, lächelte aber leicht, als ich den Druck an meiner Hand spürte.
Die Stille die folgte war nicht unangenehm oder bedrückend, aber die ganze Situation schien sich bei meinen Worten ruckartig zu ändern. Ich suchte nach irgendetwas in Remus Blick, das mir offenbarte, was grade in seinem Kopf vorging, aber seine Worte darauf brachten dafür mich ein wenig aus dem Konzept. Wofür entschuldigte er sich? Er war doch der Letzte, der sich wegen irgendetwas entschuldigen musste ... vorher wäre eher ich dran, weil ich ihm nicht gesagt hatte, dass ich es schon so lange wusste.
Aber seine Worte bewiesen auch, dass ich mit meiner Vermutung - mehr war es bisher ja nicht gewesen; das hier war das erste Mal, dass ich überhaupt darüber sprach - nicht daneben lag. Er wusste, wovon ich sprach und er versuchte auch garnicht, mir irgendeine Ausrede aufzutischen oder so zu tun, als wüsste er nicht, wovon ich sprach. Irgendetwas in mir hatte trotzdem gehofft, dass er genau das tun würde; nicht meinetwegen, sondern um seiner selbst willen. Dass er mir doch sagte, dass ich mich irrte. Dass es ihm gut ging und er sich nicht jeden Monat unter Schmerzen verwandeln musste.
"Du ... du musst dich nicht entschuldigen", sagte ich leise und presste die Lippen zusammen, ließ seine Hand aber nicht los, sondern umklammerte sie fast schon. Ein leises, trauriges Lachen kam über meine Lippen. "Du kannst doch nichts dafür, dass ich ... einfach von alleine darauf gekommen bin. Irgendwie. Du bist der letzte, der sich entschuldigen müsste.", murmelte ich und drückte seine Hand noch einmal.

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Re: Krankenflügel
von Remus am 07.01.2018 16:46Unwillkürlich musste ich schmunzeln. "Ich weiß genau wozu du alles fähig bist..." erwiderte ich und nahm mir dann zögernd einen Schokodrop. Ich legte ihn auf meine Zunge und genoss den Geschmack und die Süße. Viel besserer Stoff als diese dämliche Suppe...
Was Lily anging...Ich hatte sie mehr als einmal aufgebracht erlebt. Es hörte sich vielleicht komisch an, wenn ich sagte, dass ich es ziemlich cool fand. Es schien immer so als würde der ganze Raum in Flammen stehen. Jeder Blick war dann auf sie gerichtet und man musste ihr einfach zu hören. Zumindest war das so für mich. Sie klang so bestimmt und was sie sagte war 100% richtig. Das war dann jedem klar. Sie entschärfte die Situation mit einer kleinen Explosion, würde ich sagen. Aber allzu oft kam das noch nicht vor.
Ich verzog ganz leicht die Lippen. "Das hätte auch von Sirius kommen können..." antwortete ich und hob leicht die Augenbrauen. Es würde mich nicht wundern, wenn er sich die Worte 'No risk, no fun' auf den Körper tättowieren lassen würde. Ich warf Lily ein kurzes Lächeln zu. Ich machte ihr ja keinen Vorwurf oder so. Ich fand es sehr schön, dass sie hier bei mir war. Lily nahm sich wieder einen Schokodrop, doch kurz bevor sie ihre Hand wegzog, hielt ich sie für einen Moment fest und drückte sie dankbar. Manche Gesten konnten besser beschreiben was man fühlte als irgendwelche Worte.
Dann schob ich mir ebenfalls wieder einen Schokodrop in den Mund. Wir schwiegen. Eine ganze Weile sogar. Jeder irgendwie in seinen Gedanken. Lilys Stimme klang ein wenig rau, als sie leise wieder sprach. Es waren nur drei winzige Worte und doch welche, die mich komplett aus der Bahn warfen. Dabei hatte ich es ja schon irgendwie gewusst. Ich hatte kaum gemerkt, dass Lily meine Hand nahm. Ich schluckte den Rest Schokolade hinunter und sah Lily unergründlich an. Irgendwann kam ein leises, erdrücktes "Entschuldigung..." über meine Lippen. Ich konnte nicht einmal sagen weshalb ich mich entschuldigte. Vielleicht, weil ich ihr es nicht selbst gesagt hatte. Oder weil ich mich dafür schämte, dass sie jetzt irgendwie auch Teil der Sache war. Gwenog hatte damit nicht umgehen können. Das klang einfach leichter als es letztendlich war...


Re: Krankenflügel
von Lily am 05.01.2018 19:22Ich öffnete die Tüte mit den Schokodrops, schob mir selbst eins in den Mund und legte den Rest auf die Bettdecke, damit Remus sich auch daran bedienen konnte. "Du würdest dich wundern, wozu ich fähig bin", erwiderte ich grinsend und mit einem Funkeln in den Augen. Dabei kannte Remus mich eigentlich so gut wie niemand anderer, außer Severus vielleicht. Aber da waren die beiden wahrscheinlich auf der gleichen Stufe, denn Remus hatte mich auch schon als 'Lily, die Vertrauensschülerin' erlebt, die auch ziemlich aufbrausend werden konnte. Auch wenn das garnicht mal so oft vorkam.
Wie mein Blick in diesem Moment aussah wusste ich nicht, aber anscheinend konnte man mir meine Gedanken daran ablesen, sodass Remus sich verbesserte. Ich seufzte. Irgendwie ahnte ich, was Remus dachte. Wahrscheinlich kannten wir uns mittlerweile einfach zu gut, und es belastete mich, dass sein Geheimnis irgendwie immer zwischen uns stand.
Es war nicht schwer gewesen, eins und eins zusammen zu zählen und dahinter zu kommen, warum Remus jeden Vollmond plötzlich krank war oder wegen sonst einer Ausrede im Unterricht fehlte. Ich hatte ihn nie darauf angesprochen, weil es für mich so oder so keinen Unterschied machte, aber manchmal fragte ich mich trotzdem, wie lange die anderen Rumtreiber schon von seinem Geheimnis wussten, denn es war offensichtlich, dass sie es wussten. Ob er es ihnen erzählt hatte oder nicht und manchmal auch, warum er es mir nicht einfach erzählt hatte. Zu Anfang zumindest, denn mittlerweile ... machten wir uns beide etwas vor, indem wir es nicht zugaben.
Ich zupfte an seiner Bettdecke und strich das Laken neben dem Haufen an Schokolade glatt, bevor ich ihn wieder ansah. "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, oder?" Sanft lächelte ich.
Ich hatte ihn schon oft im Krankenflügel besucht, wenn er offiziell als krank galt, aber meistens ein paar Tage später und tagsüber, aber noch nie so kurz nach dem Vollmond und dann noch so spät in der Nacht. Etwas in mir drängte mich dazu, ihm endlich zu sagen, dass ich Bescheid wusste. Dieses Wissen schien irgendwie unsere Freundschaft zu belasten, und das wollte ich nicht. Ich wollte für ihn da sein, und ich wollte dass er das wusste. Und dafür musste ich es nun einmal aussprechen, aber irgendwie ... fand ich nie den richtigen Moment. Andererseits gab es wahrscheinlich nie einen richtigen Moment dafür.
Ich atmete ruhig ein und nahm seine Hand. "Ich weiß Bescheid.", sagte ich schließlich leise und sah ihn direkt an, allerdings fühlte ich auch wie mir im gleichen Moment ein Haufen Steine vom Herzen fielen.

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Re: Krankenflügel
von Remus am 05.01.2018 18:27Als ich auf ihre Wort hin lachen musste, schmerzten mir sämtliche Körperteile, aber das war es mir auf jeden Fall Wert. "Diese Grausamkeit hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut..." antwortete ich und rutschte dann autoamtisch ein Stück weg, als Lily sich neben mir nieder ließ.
breites Grinsen welches sich bei dem Anblick der vielen Schokolade auf meinem Gesicht breit gemacht hatte verblasste langsam wieder. Und dann fragte Lily wie es mir ging. Wieder einmal überkam mich das Gefühl, dass sie schon lange wusste was ich war. Ich vertraute darauf, dass keiner der Marauder, nicht einmal James, ihr davon erzählt hatte. Teddy und Gwen hatten mit Sicherheit auch alles für sich behalten, da hatte ich keine Zweifel. Ich hatte mich beim ersten Verdacht, dass sie es wusste gefragt wie zu Merlins Bart sie davon wissen konnte. Aber die Antwort war viel zu einfach. Lily war nicht dumm. Sogar eher das gegenteil davon. Und ich war glücklich darüber, sie seit mehreren Jahren meine beste Freundin nennen zu können. Eigentlich wäre ein ein Wunder, wenn sie es nicht irgendwann herausbekommen hatte. Und dennoch blieb die Frage offen, weshalb sie mich nicht ein einziges Mal damit konfrontiert hatte. Warum blieb sie und entfernte sich nicht? Ich hätte nicht einmal den Grund erfahren, sie hätte sich einfach ganz langsam aus der Affäre ziehen können. Niemand wäre zu Schaden gekommen.
Das alles ging mir nun durch den Kopf. Ich sah weg und dann doch wieder zu Lily. "Gut." antwortete ich ruhig. Ich hatte jetzt nicht die Energie das anzusprechen. Ich nickte nachdrücklich. Dann nahm ich Lily's Skepsis wahr und verbesserte sofort. "Besser." ich seufzte und sah Lily an. "Du wagst ziemlich viel." murmelte ich dann und meinte damit nicht nur, dass sie womöglich von Madam Pommfrey erwischt werden würde.



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