Zukunftsplay » 3

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Jack
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 3

von Jack am 17.09.2017 23:12

Mich machte es neugieirg, was Aiden da von sich gab. Ich hob eine Augenbraue an und schaute ihn prüfend an. "Was es auch sein mag, ich würde mich dennoch dafür interessieren,", gab ich deswegen sofort zurück. Er verriet nie was er wirklich dachte und das machte es mir oft so schwer, ihn einfach einzuschätzen. Er hatte irgendetwas düsteres an sich und ich wollte heraus finden, was dahinter steckte. Früher oder später würde ich das schon noch heraus finden.
Ich war mir nicht sicher, ob ich wirklich jetzt von dem Tagebuch vor versammelter Mannschaft erzählen sollte. Ich tippte mit dem Fuß auf den Boden, das machte ich oft wenn ich nervös wurde. "Nicht hier. Erzähle ich dir wenn wir alleine sind." Ich hatte da etwas gehört und wollte es bestätigt haben. Ich wusste nicht, ob mir das Tagebuch weiter helfen würde, wahrscheinlich nicht. Aber diese Frage hatte mich beschäftigt und ich wollte dem auf den Grund gehen. "Na , dann komm mit." Ich machte mit meinem Kopf eine einladende Gesteund wollte schon losgehen. Raus hier aus dieser Truppe langweiliger Schüler.

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Aiden
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 3

von Aiden am 17.09.2017 19:48

Etwas amüsiertes zuckte durch meine finstere Miene und hellte sie für wenige Sekunden auf, ehe sie sich wieder verdüsterte. Ich musste zugeben, dass die Reaktion der anderen schon nicht sehr unlustig war. Man musste nur in eine Familie hineingeboren werden, die einen gewissen Ruf hatte und schon eilte dieser einem voraus und man musste nicht mal mehr viel tun, um diesen zu bestätigen. Manchmal beneidete ich meinen Freund um seine Kindheit und Familie. Doch dann war dieses Gefühl auch schon wieder verflogen und hinterließ eine unendliche Leere. Das war auch der Grund, weshalb ich mich mit Spielchen bei Laune halten musste, denn sonst wurde diese Leere zu schwer, zu belastend und der wahre Aiden brach aus. Das hatte ich schon gehabt und gerade lief noch alles gut in Hogwarts, ich würde bald meinen Abschluss haben und dann konnte mich endlich nichts mehr aufhalten. 
"Ach, das willst du gar nicht wissen", erwiderte ich auf seine Frage und winkte nur ab. Es war ja wirklich so, niemand wollte das wissen, das schreckte alle ab. Deshalb fühlte ich mich im Inneren auch missverstanden von allen Mitmenschen, was ich jedoch niemals erwähnte oder gar zeigte. Ich war froh, dass das Gespräch wieder auf den Grund seines Besuchs kam, das war nämlich eindeutig interessanter als meine Mitschüler oder ich selbst. 
"Was für ein Tagebuch denn?", fragend hob ich eine Augenbraue. "Ich kann dir gerne bei der Suche helfen, ich hab gerade sowieso nichts interessantes zu tun", bot ich ihm direkt meine Hilfe an. Nächstenliebe war das nicht, ich war nur gelangweilt und mies drauf, weshalb Ablenkung sicher gut tat. Und um in die Verbotene Abteilung zu kommen nutzte ich wirklich jeden Grund aus. Eines war klar: Wer uns aufhalten wollte oder uns dumm kam, der konnte was erleben und nicht auf die freundliche Art. Gerade war ich sogar in der Stimmung auf einen großen Streit, der für den anderen brutaler als gedacht enden könnte. Auf die Hausaufgaben konnte ich getrost verzichten, ich würde sie ja sowieso nur von jemandem abschreiben.

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Jack
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 3

von Jack am 15.09.2017 17:22

Ich drehte mich einmal kurz aber bedach im Kreis als Aiden die Arme ausbreitete. Ich grinste spöttisch und von oben herab. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sich irgendjemand überhaupt auf meinen Besuch freute. Meine Familie hatte einen guten Ruf und er war mittlerweile sehr weit verbreitet. Einige brauchten nur den Nachnamen zu hören, da wurde sich schon verzogen. Es wunderte mich nciht, dass wir deshalb einen so gr0ßen Auttritt hinlegten und es alle die Sprache verschlug.
In gewisser Weise sonnte ich mich in disem Ruf, doch nach einer Weile wurde es mir doch zu langweilig. "Ich sehe schon...", murmelte ich nun und grinste Aiden an. Er wirkte alles andere al fröhlich. Eher, als wenn er ziemlich böse Hintergedanken hatte. Ich schnaubte einmal kurz. "Was geht denn in deinem Kopf vor?", wollte ich wissen.
Nun stand er auf und wir standen uns gegenüber. Auf Augenhöhe. So ließ sich das Gespräch doch wesentlich besser führen und ich musste mir nicht diese unfassbar lästige Mühe machen, nach unten zu schauen.
Oh man, was war ich doch gerade faul. Oder ich hatte einen Höhenflug gerade. Was es auch war - in diesem Moment genoss ich es.
"Ich suche ein Tagebuch...", meinte ich. Ich hatte schon an sehr vielen Orten gesucht und hatte es nirgens gefunden. Nach diesem einen Tagebuch. Ich hatte eine -menge Zeit investiert und ich wollte bald mein Ziel erreichen. "Ich muss da sogar hinein.", bestätigte ich seine Aussage. In der normalen Abteilung würde ich es nicht finden. Und das Buch war wahrscheinlich sehr gut versteckt, sodass ich daraus schließen konnte, dass es nur in der Verbotenen Abteilung sein konnte, wenn es denn in der Bibliothek war.
Aber das Schloss hatte in anderen Büroräumen auch kleinere Regale stehen. Die Suche konnte also ewig dauern...

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Aiden
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 3

von Aiden am 15.09.2017 15:32

Entweder es kam mir nur wieder so vor, oder es hatten tatsächlich einige die Luft angehalten. Wieder einmal fühlte ich mich in meine Vergangenheit zurück versetzt, die mich nicht mehr gehen lassen wollte. Egal wie oft ich mich mit meinem neuen Leben betäubte und vorgab ein anderer zu sein, die Vergangenheit holte mich immer wieder ein. Irgendwann hatte ich mal durch Zufall mitbekommen, dass Reden angeblich helfen sollte. Doch wer würde mir schon freiwillig zuhören ohne mich im Anschluss direkt in die Klapse zu schicken? Ich hatte zwar keine Ahnung was sie mit Verrückten dort anstellten, doch ich konnte mir schon denken, dass es nichts Gutes werden würde und das ersparte ich mir dann doch lieber und betäubte mich mit falschen Gefühlen und Gedanken weiter. Ob das richtig war? Ich hatte nie gelernt was richtig und was falsch war, weshalb es mich auch nicht im Geringsten kümmerte. 
"Klar, wie du siehst freuen sich auch alle über deinen Besuch", damit breitete ich ausladend die Arme aus und sah in die Runde, die uns immer noch beobachtete. Mein Grinsen hatte nichts charmantes mehr an sich, eher etwas Dunkles oder wie man das sonst beschreiben sollte. Da wir uns nun auf Augenhöhe unterhielten fühlte ich mich nicht mehr so klein wie zuvor. Ich hatte zwar nie ein Problem damit, wenn jemand größer als ich war, das hatte ich noch nie gehabt, aber es war eindeutig besser sich groß zu fühlen.
"Und welches soll das sein, welches nur Hogwarts besitzen soll?", nun schwang Neugier mit, denn ich fragte mich wirklich welches Buch ihn ausgerechnet an unsere Schule führte, welcher er doch gerade erst entkommen war. "Sag mir bitte, dass du in die Verbotene Abteilung willst", meine Stimmung hellte sich kaum merklich auf. Zwar war ich noch nicht volljährig, doch ich hatte mich schon zwischendurch in diese Abteilung geschmuggelt und es machte immer wieder aufs Neue Spaß dieses Verstecken zu spielen um nicht erwischt zu werden. Heute würde ich vielleicht sogar kurzen Prozess mit der Person machen, die uns verraten wollte, falls das Buch denn überhaupt in der Verbotenen Abteilung zu finden sein würde.

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Jack
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 3

von Jack am 14.09.2017 12:19

Es war, als wäre ein längst verschollener Freund wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Oder jemand, der enorm vie Respekt verdient hatte, alleine weil er den Raum betreten hatte. Alles wurde still, alle Augen waren auf Aiden und mich gerichtet. Doch war mir ds gerade ziemlich egal. Ich war nicht der Einzige, der die Schule nach seiner Schulzeit immer wieder besuchte.
Niemand geringeres als Newt Scamander war mir gerde über den Weg gelaufen. Das war doch ein gutes Beispiel. Wie alt war der Kerl? Um die achzig bestimmt und noch immer lief er durch das Schloss.
"Ja, wirklich sehr.", gab ich im ebenfalls sarkastischen Tonfall zurück. Ich steckte die Hände in die Hosentaschen und wippte leicht mit den Füßen. "Irgendwann musste ich das Schloss doch wieder mit meiner Anwesenheit beehren." Es klang arg selbstgefällig und eingebildet. Das war mir gerade aber sowas von egal.
Aiden und ich waren ziemlich gute Freunde. Eigentlich war er sogar mein bester Freund. Aber ich konnte ihn nicht immer einschätzen. Er wirkte oft einfach glatt, als ob er keine Ecken und Kanten hatte. Er war immer äußerst charmant und schien nie schlechte Laune zu haben. Ich ahnte, dass da mehr hinter stecken musste aber ich hatte es bisher nicht nachgefragt. Wenn er reden wollen würde, hätte er sich schon geöffnet. Entweder mir gegenüber oder jemand anderen. Und wem er sic öffnete, konnte ich wenig beeinflussen. Ich wollte es auch nicht. Jedem das seine und mir ds meiste war oft mein Motto.
Doch freute ich mich immer, ihn zu sehen.
Nun stand er auf und wir waren auf Augenhöhe. Ich grinste ihn an. "Ich suche ein bestimmtes Buch. Ich finde es nirgendwo und ich hatte gehofft, dass ich es hier finden würde."

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Aiden
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 3

von Aiden am 14.09.2017 10:53

Da wurde ich dann doch tatsächlich angesprochen. Gereizt kannten mich die Leute bisher nicht wirklich, weshalb das mal was Neues von mir war. Doch gerade hatte ich keine Lust mehr die Menschen um mich herum zu blenden, nur damit sie nicht sahen wie ich wirklich war. Ich besaß kaum Gefühle und die ständig vorzugaukeln wurde auf Dauer anstrengend, vor allem, wenn man sowieso nicht gut drauf war. Am liebsten hätte ich demjenigen den Hals umgedreht, der es gerade wagte mich in meinen Gedanken zu unterbrechen. Aber als ich aufsah erkannte ich meinen besten Freund, der mich da kurz angrinste.
"Hi, Jack. Sieht so aus, was machst du denn hier? Hat dir Hogwarts etwa gefehlt?", gab ich sarkastisch zurück. Gut, wir waren Freunde, aber so wirklich bedeutete mir das nicht viel. Es zählte nur, dass er hinter mir stand, sobald er nutzlos und langweilig wurde würde ich ihn aus meinem Leben verjagen, so einfach ging das mit Freunden. Vielleicht würde ich ihm das Leben nicht zur Hölle machen, das war der Bonus, wenn man es geschafft hatte seine Treue zu beweisen. Während ich auf eine Antwort wartete hob ich eine Augenbraue fragend, denn es kam mir nicht in den Sinn wie man freiwillig zurück in diese Schule gehen sollte. Wenn ich endlich volljährig war, dann würde ich die Schule sofort abbrechen und auf eigenen Füßen stehen. Im Augenwinkel sah ich wie die Schüler um uns herum stiller wurden, so als ob sie zuhören wollten was vor sich ging, doch das kümmerte mich so gar nicht, denn ich hatte nur meinen Freund mit dem Blick fixiert. Nachdem ich wieder aufgestanden war hatten wir ungefähr die gleiche Höhe erreicht, sodass wir auf Augenhöhe miteinander reden konnten. Wir gingen zwar alles andere als herzlich miteinander um, doch so waren wir nunmal und das würde vermutlich auch solange bleiben bis ich ihn nicht mehr brauchte. Manchmal wünschte ich mir, dass ich auch akzeptiert würde, wenn alle wüssten wie ich wirklich war, doch dies würde wohl niemals der Fall sein. Welcher Mensch mochte schon einen Soziopathen, der sich einfach nur danach sehnte er selbst sein zu können? Meine Selbstfindungsphase hatte ich schon lange hinter mir und doch konnte ich das niemandem offen zeigen, denn ich wusste ja was dann passierte.

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Jack
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 3

von Jack am 13.09.2017 12:19

Ich konnte es kaum glauben. Man hätte meinen können, dass ich nach meinem Abschluss nicht mehr in die Schule gehen musste. Aber nun hatte ich die Pforten des Schlosses übertreten und ich befand mich wieder an einen alt bekannten Ort: Hogwarts.
Ich verband sowohl positive als auch negative Erinnerungen an das Schloss. Aber wer tat das nicht? So viele hatten sich hier schon in den Korridorn gestritten, wieder versöhnt. Oder waren einfach von den Professoren genervt weil sie einem so unbändig viele Hausaufgaben aufgegeben hatten und die es zu bewältigen gab. Alles auf einmal und am besten zum nächsten Tag.
Auch ich hatte mich mit den Hausaufgaben gequält. Ich erinnerte mich an die eine oder andere sehr kurze Nacht. Nächte, in denen ich über meinen Büchern gehockt hatte um alles in irgendeiner Form abzuschreiben. Oder um Texte umzuformulieren. Irgendwann hatte ich wenig Lust gehabt, alles aus dem Kof heraus zu schreiben. Da hatte ich es mir zur Angewohnheit gemacht, einfach nur stumf abzuschreiben. Am Ende hatte sich heraus gestellt, dass das die beste Variante gewesen war. So war mir tatsächlich am meisten im Kopf hängen geblieben.
Ich war nicht ohne Grund im Schloss unterwegs. Ich war gerade dabei, mich mit einem dunklen Zweig der Magie auseinander zu setzen. Und nirgendwo hatte ich das passende Buch gefunden. Deswegen hoffte ich, dass ich hier in der Bibliothe fündig werden würde.
Ich machte mich schnurstraks auf den Weg dorthin, ich ignorierte alle Blicke und verscheuchte ein paar Jüngere indem ich sie böse anfunkelte. Es war nicht erade die höflichste Variante, doch nach reden war mir gerade so gar nicht.
Ich war gerade dabei, in den Regalen herumzustöbern und nach diesem einem Buch zu suchen. Ich entdeckte Aiden an einem Tisch, er sah ziemlich - was war das passende wort dafür? Er wirkte alles andere als zufrieden, eher gereizt und genervt.  Ich wandte mich ihm zu, verschrenkte die Arme vor der Brust. "Hallo Aiden. Lange nicht mehr gesehen.", meinte ich trocken und grinste einmal kurz.

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Aiden
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 3

von Aiden am 13.09.2017 11:58

Jack & Aiden: Circa ein Jahr in der Zukunft.

Das sechste Schuljahr hatte begonnen. Mich nervte es zusehens in den Ferien zurück ins Waisenhaus zu müssen. Doch das hatte ich mir selbst zuzuschreiben, ich war ja selbst Schuld daran ein Waise zu sein. Wenn ich mir das so recht dachte, dann war ich doch lieber im Waisenhaus als bei meinem Vater, der mich jeden Tag misshandelt hatte, nur weil ich für den Selbstmord meiner Mutter verantwortlich gewesen war. 
Als ich an diesem Tag durch den Schulgang lief war ich sehr schlecht drauf. Das war ungewöhnlich für mich, denn ich fand in fast allen Situationen meinen Spaß. Nur heute nicht. Anscheinend umgab mich auch eine Aura, die nicht gerade ansprechend war, denn meine Mitschüler gingen mir aus dem Weg. Das war bloß gut so. Ich fand meinen Weg in die Bibliothek, um mich dort an einen der freien Tisch zu setzen. Erst merkte ich noch gar nicht, dass mir eine Person näher kam, denn ich war so vertieft in meine miese Laune, dass ich um mich herum kaum etwas wahr nahm. Sollte mir heute jemand auf den Fuß treten, dann würde ich wohl meine Fassade nicht mehr aufrecht halten können und ich würde allen Schaulustigen zeigen was wirklich in mir steckte. Gerade war mir das seltsamerweise egal, sollten sie mich doch der Schule verweisen, wenn die Lehrer merkten, dass ich nicht normal tickte. Normal war was für Langweiler und genau das war ich nicht. 

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Carina
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 3

von Carina am 09.07.2017 12:40

Ich schüttelte nur Fassungslos den Kopf. "Helden quälen keine Menschen.", sagte ich langsam. "Helden verurteilen niemanden wegen ihrem Wesen. Helden verrichten Großartiges, nicht Grauenvolles, Jordon. Egal was du versuchst, du wirst so niemals ein Held sein. Dafür stehst du auf der falschen Seite. Vor Helden soll man sich nicht fürchten, man soll sie ehren und lieben und zumindest vom Letzteren verstehst du ja scheinbar überhaupt nichts.", meinte ich.
Ich biss die Lippen aufeinander und sah Jordon nur stumm an. Das hier war nicht mein Freund, den ich zu Kindheitstagen hatte. Das war nicht der Junge, in den ich mich verliebt hatte. Das hier war... ich weiß nicht, was das war, aber es gefiel mir nicht. Noch mehr machte mir allerdings ein anderer Gedanke Sorge. Wenn ich kein Squib wäre, wäre ich unter genau diesen Umständen aufgewachsen, wie Jordon. Genauso hätte ich jetzt aussehen können. Kalt, Abwesiend, Vorurteilsbelastet und mich für etwas Besseres haltend. Und zum ersten Mal in meinem Leben war ich heilfroh, dass ich keinerlei magischer Kräfte aufwies und meine Familie mich einfach nur verabscheute.
"Dir ist es wert für meinen Tod nach Askaban zu gehen? Ich bin gerührt. So viel Aufopferung hat für mich lange niemand mehr gebracht.", meinte ich trocken. Aber meinetwegen. Ich war lieber tot, als in diesem Zauberergefängnis zu sitzen, aber das würde ich ihm nicht auf die Nase binden, sonst würde er mir nur wieder mit blöden Sprüchen kommen und mein Maß davon war für heute reichlich voll.
Er sprang mir nicht nach. Vermutlich war er gerade heilfroh, mich endlich los zu werden. Und auch wenn mir das einen Kloß im Hals verbasste, schwamm ich weiter. So lange, bis ich keine Luft mehr hatte und wieder auftauchte, um tief einzuatmen. Ich sah Jordon nicht. Vermutlich hatte er sich mit dem zufrieden gegeben. Ich hoffte es. Ich hoffte, dass er es mir abkaufte, denn egal, was ich nun machen würde, irgendwie endete alles damit, dass ich am Ende tot wäre und irgendwie gefiel mir diese Option nicht. Ich könnte weg laufen, aber was brachte mir das? Wo sollte ich ihn? Ich hatte niemanden. Nirgendwo. Nur Erin, aber die war hier.

T H R E A D   F R E I

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.07.2017 12:48.

Jordon
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 3

von Jordon am 02.07.2017 00:01

Sie verstand es nicht. Nein, sie verstand es einfach nicht. Aber was erwartete man auch von einem Squib? Die Welt war hart, das Leben war hart. Man musste sich seinen Platz in der Hackordnung suchen, und meiner war garantiert bei den Todessern. Ich würde dazugehören, ich würde Großes verrichten. Da war ich mir einfach sicher.
"Ich plappere nicht nach, was ich gehört habe. Denkst du, ich habe nicht nachgedacht? Denkst du, ich fälle leichtfertige Entscheidungen? Nein, aber ich lebe mein Leben. Und ich will als Held in die Gesichte eingehen, ich will dazugehören, ich will, was er will. Du verstehst das alles nicht." Und es war keine Gehirnwäsche. Wieso sollten sie. Es war richtig, so wie sie dachten, so wie der dunkle Lord dachte. Er verkörperte einfach alles, was Macht und Intelligenz zu bieten hatte. "Ich scheiße auf deine Meinung. Was soll die schon wert sein. Die kannst du deinen Muggelfreunden erzählen, aber das hier ist nicht mehr deine Welt. Es ist aber meine Welt und ich bilde meine eigenen Urteile, aber danke für den Einblick in deine Gedanken, er hat mich nicht interessiert!"
Ich schnaubte. "Ach mach doch, was du willst. Du wirst schon sehen, was am Ende dabei herauskommt. Aber anscheinen lebst du lieber in Schande, wo du dich verstecken musst, anstatt dass du gehst." Ich fragte mich gerade, wen ich hier eigentlich überzeugen wollte. Sie oder mich?
"Du weißt gar nichts über mich", brachte ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. "Halt einfach dein dreckiges Maul, Squib."
Ich lachte. "Oh wie niedlich, da hat sich jemand schlau gemacht. Aber ich kenne ein paar Leute und ich denke, das hier könnte auch die anderen interessieren, also kann ich riskieren. Ich glaube nicht, dass ich bestraft werden würde und wenn... Das ist es mir wert, nach Azkaban zu gehen."
Ich starrte sie an, als sie sagte, dass sie mich immer noch gern hatte. Nein, ich hatte unsere Freundschaft nicht aus den Gedanken gestrichten, das war mir nie gelungen, auch wenn ich es oft genug versucht hatte. Es funktionierte einfach nicht. Und das schlimme war, sie hatte Recht. Wenn ich das benutzen würde, um in der Gunst des dunklen Lords zu steigen, dann würde er mich zwar sicher dafür belohen, aber ich wäre auch ein Verräter. Die Frage war eigentlich nur, ob ich damit leben konnte, oder nicht.
"Nein, die Fähigkeit, rational zu denken und mit den Händen Werkzeuge zu bedienen, das ist es, was uns von den Tieren unterscheidet", berichtigte ich. Tiere fühlten genauso. Aber das hatte mich noch nie wirklich interessiert.
Ich hatte gehört, der sanfteste Tod wäre erfrieren, aber meinetwegen. Ich hatte auch gerade keinen Eisschrank dabei. "Mach nur", gab ich hitzig zurück. Allerdings hätte ich nie erwartet, dass sie es wirklich tun würde. Eines musste man ihr lassen. Sie hatte immer schon einen eigenen Kopf gehabt und den hatte sie trotz allem nicht verloren. Wenn sie wirklich starb, dann auf ihre eigene Weise. Und irgendwie beeindruckte mich das ein wenig.
"Nein, Carina", rief ich, als die Wellen sie erfassten und ich merkte, dass ich nicht wollte, dass sie starb. Jetzt war es allerdings zu spät. Ich konnte nicht besonders gut schwimmen und irgendwie glaubte ich auch nicht, dass sie es wollen würde, wenn ich ihr nachsprang. Vielleicht doch, vielleicht erwartete sie jetzt auch etwas heldenhaftes von mir. Vielleicht steckte jedoch wirklich nur ein Selbstmord dahinter.
Lange starrte ich auf die Störmung, bevor ich einmal tief durchatmete, wütend eine einsame Träne aus den Augenwinkeln wischte, die Schultern straffte und die Böschung hinaufging.

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