Zukunftsplay » 10

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Wyatt
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 10

von Wyatt am 16.08.2017 05:21

Vermutlich war es albern und mit Sicherheit komplett unangebracht, doch mitten in ihren Worten musste ich schließlich anfangen zu schmunzeln. "Jemand der dir etwas bedeutet, ja?" Fragte ich nach. Mir war mittlerweile bewusst, dass ich ihr wohl nicht mehr gleichgültig war. Doch jetzt bedeutete ich ihr auch etwas. Und genau das machte mich gerade ziemlich happy, obwohl es wie gesagt sehr unangebracht unter diesen Umständen war. "Du bedeutest mir auch etwas Gabriella." Ich grinste und mein Tonfall war neckend, doch ich meinte das mit jeder Faser meines Körpers ernst.
Bei ihrem kleinen Vortrag, verdrehte ich allerdings nur die Augen. Das kam mir sehr bekannt vor. Hatten wir nicht schon einmal ein solchen Gespräch geführt? Nur waren damals die Rollen anders verteilt gewsen.
"Gabriella, ich...-" begann ich gerade, als sich meine Zimmertür plötzlich öffnete und mein Vater hereinstürmte. Irritiert sah ich ihn an. Es kam völlig unvermittelt. Im nächsten Moment wurde mir eiskalt vor angst. Ich kannte diesen Gesichtsausdruck sehr gut, nur galt er diesmal nicht mir sondern Gabriella. Ich konnte kaum realisieren was genau passierte, aber es gab einen lautlosen Lichtblitz und Gabriella lag ausgestreckt auf meinem Bett, mein Vater über ihr und presste seine Hände um ihre Kehle. Er wusste vermutlich auch nicht was er da tat. Er war außer sich. "Halb Muggel, was?!" Knurrte er und für einen Moment dachte ich, er würde ihr vor Abscheu ins Gesicht spucken. Doch er tat es nicht. Seine Stimme wurde ruhiger, was nicht gerade etwas positives bedeutete. Seine Stimme war schneidend. "Es wäre besser für dich, wenn das unter uns bleibt, hast du gehört?" Sagte er scharf und sein griff wurde intensiver. Es ging alles so furchtbar schnell und erst jetzt kehrte Bewegung im meinen Körper. Ich tastete nach meinem Zauberstab aber ich würde ihn nicht benutzen können. Ich war noch nicht 17. Doch bei dem Anblick benötigte ich auch keine Magie. Mein Körper zitterte vor Wut. Ohne groß zu zögern, stürzte ich mich auf meinen Vater. Er hatte nicht damit gerechnet und er stürzte zu Boden, ich auf ihn drauf. Es war nicht nur der Zorn darüber, dass er Gabriella bedrohte und ihr Schmerzen zufügte. Es war auch die Wut der letzten Jahre die jetzt hervorkam. Ich trainierte fast täglich, nicht nur für Quidditch wie die meisten wohl dachten. Auch, um mich im Notfall wehren zu können. Und das tat ich jetzt. Mit einem Präzisen schlag traf ich meinen Vater in sein abscheulich verzerrtes Gesicht. "Fass sie nicht noch einmal an." Meine Stimme zitterte vor Wut. Ich wollte erneut zuschlagen, doch mein Vater nutzte die Macht seines Zauberstabes. Ich flog nach hinten und knallte hart mit dem Kopf auf. 
Mein Vater stand ungerührt auf, rieb sich sein Gesicht und starrte mich kalt an. "Ich hatte besseres von dir erwartet. Falls ihr euch nicht fügt, kann ich euer Leben zur Hölle machen. Ihr seid Minderjährig. Wenn ihr nicht hört, ist das eigene Haus gestrichen und ihr werdet eben hier wohnen." Er sah erst zu Gabriella, dann zu mir. Und dann, kaum merklich, trat ein genüsslicher ausdruck auf sein Gesicht. "Komm bitte nach dem Abendessen in mein Arbeitszimmer, Sohn." Und mit diesen Worten wandte er sich um und verschwand aus der Tür, die er sorgfältig schloss. Wie immer hatte niemand etwas von diesem Vorfall mitbekommen. Mein ganzer Körper krampfte sich zusammen. Ich wusste genau was seine letzten Worte zu bedeuten hatten und kalter Angstschweiß brach auf meiner Haut aus. Am liebsten hätte ich mich an Ort und Stelle auf dem Boden zusammengerollt. Die Wut war verflogen. Ich war geschlagen. Doch ich durfte jetzt nicht an meine Bedürfnisse denken. 
Ich stand schnell auf und setzte mich besorgt an Gabriellas Seite. "Geht's dir gut?" Ein bitterer Geschmack stieg meine Kehle nach oben. Für einen Moment befürchtete ich, mich übergeben zu müssen. "Gabriella es tut mir so leid..." sagte ich leise. Ich konnte sie kaum ansehen. Es war beinahe ironisch, dass sie wenige Minuten zuvor noch Sorgen hatte, ich würde von ihrer Familie verletzt werden.  

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Gabriella
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 10

von Gabriella am 16.08.2017 22:59

Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich die Augen verdrehen, ihn böse anstarren oder grinsen sollte. Schließlich schüttelte ich lediglich den Kopf. "Echt jetzt? Das ist alles, was du aus meinen Worten mitgenommen hast?", fragte ich, musste jedoch unwillkürlich schmunzeln.
Als er dann allerdings ansetzte noch mehr zu sagen, war mein Schmunzeln schon wieder halb verblasst, denn mein Entschluss stand fest. Ich würde Wyatt nicht sein Leben wegnehmen, dafür war er mir zu wichtig. Doch der Gedanke, dass er sein Leben mit einer anderen verbrachte, machte mich nicht unbedingt glücklicher. Aber dann wurde die Tür aufgerissen und Wyatts Vater kam herin. Bisher hatte ich noch nie viel mit ihm gesprochen. Nur einmal kurz, bevor Wyatt und ich uns zum ersten Mal verlobt hatten und dann in letzter Zeit vielleicht mal ein höfliches Hallo, aber mehr nicht. Doch jetzt sah er mich an, als ob er mir am liebsten den Kopf abreißen würde und bevor ich realisierte, was passierte, lag ich auf dem Bett und Wyatts Dad war über mir und drückte mir die Kehle zu. Panik überkam mich. Ich bekam kaum noch Luft und griff nach seinen Händen, um sie von meinem Hals weg zu ziehen, während ich versuchte um mich zu treten und ihn von mir zu bekommen, aber er war viel zu stark, ich hatte nicht die geringste Chance. Ich konnte nicht einmal nicken oder irgendetwas auf seine Aufforderung erwidern. Ich hatte tränen in den Augen und langsam wurde mir schwindelig. Ich röchelte nur noch und versuchte krampfhaft Luft in meine Lungen zu bekommen. Ich bemerkte erst, dass Wyatt ihn von mir zog, nachdem ich seine Hände nicht mehr an meiner Kehle spürte und anfing zu husten und zittrig einzuatmen, auch wenn es anfangs schwerer war und meine Lunge brannte. Ich zitterte am ganzen Körper und mir flossen Tränen der Angst über die Wangen, während ich zusah, wie Wyatt seinen Vater schlug und dieser ihn daraufhin durch unsanft von sich weg fliegen ließ. Ich zuckte zusammen, als Wyatt auf dem Boden aufkam und wollte zu ihm, doch ich konnte mich kaum bewegen. Meine Beine zitterten noch zu sehr, ebenso meine Hände und ich hatte gerade panische Angst vor seinem Vater. Sein Dad und mein Onkel würden sicherlich ein Dreamteam der Abscheulichkeit abgeben.
Bei seinem Vater wollte ich definitiv nicht wohnen und gerade war mir auch absolut nicht danach, Wyatt hier weiter wohnen zu lassen. Entweder würde ihn eventuell mein Onkel umbringen oder aber sein Vater würde es tun. Da war das Eventuell irgendwie eine besser Option. Und Wyatt würde von seinem Vater weg kommen.
Ich bemerkte Wyatts Blick, als sein Vater ihn für nach dem Abendessen in sein Arbeitszummer befahl und ich wusste, dass das nichts Gutes zu bedeuten hatte. Irgendwas in meinem Inneren zog sich zusammen und wäre ich nicht schon längst am Heulen, würde ich vermutlich jetzt damit anfangen.
Mr. Turner verließ das Zimmer wieder und ich wollte mich zusammen raffen und aufstehen, aber Wyatt nahm mir das ab, indem er zu mir herüber kam. Ich schüttelte kaum merklich den Kopf. "Ich hätte es dir an einem anderen Ort erzählen müssen.", flüsterte ich, denn das Würgen hatte mir nicht nur den Atem geraubt, auch das Reden tat weh und gemischt mit den Tränen bekam ich kaum ein ordentliches Wort heraus. Kurzerhand zog ich Wyatt an mich und legte meine Arme um ihn, während ich leise an seiner Schulter schluchzte. "Nur noch ein paar Tage.", flüsterte ich ebenfalls leise. Ein paar Tage und dann wäre er hier raus. Wir wären unsere Familien damit zwar nicht los, aber zumindest hätten wir ein wenig Abstand.

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Wyatt
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 10

von Wyatt am 17.08.2017 01:09

Gequält sah ich Gabriella an, welche kaum sprechen konnte. "Das spielt jetzt keine Rolle mehr..." sagte ich möglichst beruhigend, obwohl mein Inneres selbst auch aufgewühlt war. Aber es stimmte doch. Wir konnten daran nichts mehr ändern. Mein Blick fuhr zu ihrem Hals und mich überkam sofort ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht schneller eingegriffen hatte.
Als sie mich zu sich zog, schlang ich meine Arme fest um sie. Meine Miene war immer noch gequält und ich hatte beinahe Angst, sie wieder loszulassen. Ich strich ihr vorsichtig über das Haar. Mein frisches Shirt war binnen weniger Minuten durch ihre Tränen durchnässt, was sich unter anderen Umständen wohl unangenehm angefühlt hätte, doch jetzt war es mir so egal. Dass unsere Familien komplette Psychos waren, war wohl nicht mehr zu leugnen.
Ich strich ihr über die Wange und hob sanft ihren Kopf, damit sie mich ansehen konnte. "Hey...Gabriella? Hör zu, wir schaffen das." sagte ich mit mehr selbstvertrauen in der Stimme, als ich gerade hatte. Aber zusammen konnten wir nur stärker sein als getrennt.
Dann schluckte ich, bevor ich sprach. "Hey, ich will dich nicht rauswerfen...aber spätestens nach dem Essen solltest du besser gehen..." sagte ich leise, aber ernst. Ich wusste, was mein Vater vorhatte und das wollte ich niemandem zumuten.

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Gabriella
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 10

von Gabriella am 17.08.2017 01:34

Ich war mir sicher, dass ich blaue Flecken oder wie eben Würgemale aussahen, davon tragen würde. Auf den Hochzeitsfotos würde sich das gewiss nicht schön machen, aber ich war mir fast sicher, dass Delilah das mit ein paar Heilzaubern wieder hinbekommen würde. Ich war mir sicher, dass sie mich so nicht auf meine Hochzeit lassen würde, wenn sie schon so akribisch Blumen aussuchte.
Ich vergrub meinen Kopf an Wyatts Schulter und hatte nicht im Geringsten das Bedürfnis ihn überhaupt wieder los zu lassen. Irgendwann hatte ich mich wieder im Griff und soweit beruhigt, dass ich Wyatts Shirt nicht noch weiter durchnässte. Ich ließ schließlich wieder ein wenig von ihm ab, als er meinen Kopf hob, damit ich ihn asehen konnte. Ich nickte leicht. Wir beide würden es irgendwie hinbekommen. Daran hatte ich nie gezweifelt. Naja zumindest nicht, seit ich Wyatt besser kannte. Und vielleicht konnten wir uns irgendwann komplett von dem Ganzen hier lösen.
Als er sagte, es wäre besser, wenn ich nach dem Essen gehen würde, schüttelte ich vehement den Kopf. "Ich lass dich nicht allein.", sagte ich mit immer noch heiserer Stimme, aber mit Nachdruck. "Ich bleib hier, bei dir. Ist mir egal, ob du willst, dass ich gehe oder dein Vater mich nicht hier sehen will... Zusammen schaffen wir das, richtig? Zusammen. Dann lasse ich dich jetzt nicht allein.", sagte ich fest und hatte Bedenken wie ein trotziges Kind zu klingen, aber ich würde nicht gehen, nicht wenn sein Vater ihm wieder weh tat. Außerdem nahm meine Stimme mir irgendwie die Authentizität hinter meinen Worten.

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Wyatt
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 10

von Wyatt am 17.08.2017 21:30

Gabriella in meinen Armen zu halten war mittlerweile eine Sache, über die ich nicht groß nachdenken musste. Ich tat es einfach und es war nicht seltsam oder so. Mittlerweile hatten wir, auch wenn wir uns erst so kurz kannten, schon ziemlich viel zusammen erlebt. Ich hatte das Gefühl, gerade weil unser Start nicht der Beste war, war unsere Beziehung echt. Obwohl ich mir nicht sicher war, ob wir tatsächlich eine Beziehung hatten. Ich meine, wir waren verlobt. Aber hieß das auch gleich für uns Beziehung? Ich hatte viel mit anderen gehabt, als wir uns noch nicht verstanden hatten. Aber bald war eh die Hochzeit. Dann würde das keine Rolle mehr spielen. Dann gab es für mich nur noch die Eine.
Ich strich ihr über den Kopf. Dass sie sich wiegerte zu gehen, löste verschiedenste Gefühle in mir aus. Einerseits wachsende Zuneigung. Mein Entschluss kam wirklich ins Wanken. Ich würde sie gerne hier haben. Doch die ganze Sache belastete mich schon zu sehr. Außerdem hatte ich Angst, mein Vater würde dann auch sie zu sich bitten. "Wenn wir verheiratet sind, kannst du gerne für mich da sein. Außerdem will er womöglich nur reden. Vielleicht Sachen die den Ehevertrag betreffen." sagte ich zuversichtlich. Natürlich war das bullshit. Aber ich hatte eine Routine. Ich kam klar. Ich hatte es auch sonst alleine geschafft. Außerdem war es immer sehr beschämend. Es war vielleicht dumm so zu denken, aber ich wollte vor Gabriella stark wirken und ihr das Gefühl vermitteln sie beschützen zu können.

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Gabriella
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 10

von Gabriella am 22.08.2017 23:08

Ich wusste, dass er log. Ich wusste, dass er nichts wegen des Ehevertrags besprechen würde. Aber ich wollte nicht auf ihm rum hacken und hier bleiben, wenn er es nicht wollte. Auch wenn ich gern bleiben würde. Aber er schien sich dagegen zu sträuben, auch wenn ich nicht ganz begriff wieso.
Schließlich nickte ich nur leicht, löste mich wieder aus der Umarmung und strich ihm vorsichtig über die Wange. "Dann gehe ich, wenn du das möchtest.", sagte ich leise.
Und genau das tat ich auch, als das Abendessen vorbei war. Ich stand auf und schloss mich David und Delilah an, als diese das Haus verließen und zu uns Nachhause gingen. Ich hatte die Sachen, die Hazel und ich durchwühlt hatten, alle wieder fein säuberlich zurück in die Regale gelegt. Man würde nicht erkennen, dass jemand auch nur einen Finger daran gelegt hatte. Der Gedanke daran, was meine Familie meinen Eltern angetan hatte, was Wyatts Vater ihm antat, generell seine Drohung und was unsere Familien wohl machen würden, wenn sie das mit Hazel raus bekämen oder dass wir Diana zur Flucht verholfen hatten, ließ mich ziemlich unruhig schlafen und nicht nur diese Nacht, auch die kommenden Nächte schaffte ich es kaum richtig einzuschlafen, weil mir so viele Gedanken durch den Kopf gingen.


E I N E   W O C H E   S P Ä T E R


Ich stand in meinem Zimmer vor meinem Spiegel und konnte nicht anders, als mein Spiegelbild ein wenig ungläubig anzustarren. Ich hatte mich zwar schon in dem Kleid gesehen, aber jetzt hatte ich das Kleid und die Haare gemacht und einen Strauß weißer Lilien in der Hand. Ich wusste, dass ich nicht schlecht aussah, aber ich hatte mich selten schöner gefühlt und war gleichzeitig auch noch nie so nervös, wie jetzt. Meine Hände zitterten und mir wäre schon zwei Mal beinahe der Brautstrauß aus der Hand gefallen. Ich hatte Angst, dass der Tag heute grauenvoll werden würde. Dass ich mich unwohl fühlen würde in der Gegenwart meiner Familie oder Wyatts Familie. Sein Bruder war in Ordnung, sein Vater machte mir Angst, mit seiner Mutter hatte ich rein gar nichts zu tun.
Delilah kam in mein Zimmer, aber ich drehte mich nicht um, blickte nur weiterhin meinem Spiegelbild entgegen. "Die Kutsche ist da. Dein Onkel und ich warten dann bei den anderen Gästen.", sagte sie und zopfte noch einmal an meinem Kleid herum. Am liebsten hätte ich ihre Hand weggeschlagen, aber ich ließ sie einfach machen. Ich mochte das Kleid. Es war schlicht, fiel relativ schmal und war nicht so pompös. Es hatte kaum irgendwelchen Schnickschnack dran. Genauso sah auch meine Frisur aus. Schlicht und einfach. Und das, obwohl ich normalerweise nicht der Typ für schlicht und einfach war. Aber es gefiel mir so irgendwie besser.
Delilah schien fertig zu sein, denn sie blickte mich jetzt über meine Schulter hinweg im Spiegel an. Ein kleines Seufzen entwich ihren Lippen. "Du siehst so erwachsen aus.", sagte sie und lächelte mir entgegen. Ich presste die Lippen aufeinander und setzte dann ein sehr zwanghaftes Lächeln auf. Mir war gerade gar nicht daran sie anzulächeln. "Nervös?", fragte sie mich dann und blickte mich weiterhin durch den Spiegel an. "Ein wenig.", gestand ich schließlich. Wobei 'ein wenig' haltlos untertrieben war. Delilah lächelte mir entgegen. "Das war ich auch, als ich deinen Onkel geheiratet habe. Aber es hat schon alles seine Richtigkeit so.", erwiderte sie. "Du wirst damit leben können und der Truner-Junge ist eine gute Partie." Fast hätte ich die Augen verdreht. Als wäre das Leben nur ein Spiel und wir Schachfiguren, die herumgeschoben wurden. Im Prinzip fühlte es sich ja genauso an. "Ich meine... Sein Vater hat viel Geld, er sieht gut aus... Eure Kinder werden umwerfend aussehen." Sie zwinkerte mir zu, aber ich rührte keine Miene. Natürlich sah Wyatt gut aus, über das Geld seines Vaters machte ich mir herzlich wenig Gedanken und über Kinder wollte ich aktuell auch noch nicht nachdenken. Delilah hatte keine Kinder. Naja, bis auf mich. Damals hatte ich geglaubt, sie könnte keine bekommen, bis ich sie einmal darauf angesprochen hatte. Sie hatte mir nur erklärt, dass sie keine Kinder wollte und je mehr ich darüber nachdachte, desto schlüssiger wurde mir, weswegen. Sie war mit David verheiratet. Von dem Kerl würde ich die Brut auch nicht züchten wollen, nur damit er sie am Ende vielleicht noch umbrachte.
Schließlich ließ ich Delilah einfach in meinem Zimmer stehen, das ich eh bald ausräumen würde, weil Mr. Turner uns glücklicherweise die eigene Wohnung nicht gestrichen hatte. Ich lief nach draußen und setzte mich in die Kutschte, die von einem gruseligen Kerl gefahren wurde, der komplett in schwarz gekleidet war und so gar nicht in das Bild der weißen Kutsche passte, die von den weißen Pferden gezogen wurde. Ich erkannte nicht einmal sein Gesicht, aber ehrlicherweise achtete ich auch herzlich wenig darauf. Ich setzte mich lediglich in die Kutsche, der Kerl schloss dann die Tür hinter mir und wir fuhren los. Ich wusste nicht, ob die Kutsche vielleicht magisch beschläunigt wurde oder so, aber die Langschaft flog an mir vorbei, fast wie im Hogwartsexpress und es dauerte nicht lange, bis ich vor Wyatts Haus stand. Oder eher dem riesigen Garten, den man dort vorfand. Ich lugte durch das kleine Fenster und erblickte den Traubogen, der mit grünen Ranken verziert war und dann auf die Menge von Leuten, die dort waren. ich war mir sicher, dass ich vielleicht von 10% der Anwesenden den Namen kannte und der Rest vermutlich nur zur Deko oder zum Essen hier war. Aber es machte mich nur noch nervöser. Schließlich öffnete der Kutscher die Tür und reichte mir eine Hand entgegen, damit ich mich beim Aussteigen daran festhalten konnte. Ich wollte sie eigentlich nicht ergreifen. Der Kerl war mir suspekt. Aber meine Beine fühlten sich an wie Butter und ich wollte nicht stürzen, mir das Kleid ruinieren und mich vor der versammelten Menge lustig machen. Also ergriff ich die Hand und stieg aus. Ich blickte mich ziemlich nervös um und klammerte mich an den Brautstrauß, während ich einige unsicher Schritte nach vorn trat.
Dann fiel mein Blick auf Wyatt, der dort unter dem Bogen stand und sofort fiel sämtliche Anspannung von mir ab. Ich dachte nicht mehr an die anderen Leute, die hier noch waren, ich dachte nicht an meine Tante und meinen Onkel, an Wyatts Vater oder seine Drohung. Ich dachte nur daran, dass ich den Jungen dort vor mir jeden Augenblick heiraten würde und gerade fühlte sich das einfach nur richtig an und ich konnte kaum anders, als ihm strahlend entgegen zu lächeln.

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Wyatt
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 10

von Wyatt am 23.08.2017 02:19

Gabriella ging wirklich nach dem Abendessen, wofür ich ihr sehr dankbar war. Ich hatte die Hoffnung, dass es das letzte mal war, dass mein Vater mich unter diesen Umständen zu sich rief. Und dieses eine Mal konnte ich ruhig alleine hinter mich bringen. Im Vergleich zu den etlichen Malen in den Jahren vorher, war mein Vater fast sanft. Vermutlich wollte er wegen der Hochzeit nicht allzu viel riskieren. In knapp einer Woche würden sämtliche Menschen auf mich blicken. Da sollte ich wohl keinen größeren Schaden davontragen.
In den nächsten Tagen benahm ich mich tadellos. Ich unterstützte meine Eltern und die Hochzeitsvorbereitungen. Mein Vater nahm uns unsere Wohnung nicht weg. Alles schien gut zu laufen. Und ich würde mit allen Mitteln dafür sorgen, dass es auch so bleiben würde.

E I N E   W O C H E   S P Ä T E R

Da Echo als mentale Unterstützung bei mir übernachtet hatte, hatte ich noch weniger Schlaf bekommen als ich so wahrscheinlich bekommen hätte. Wir hatten viel geredet. So viel wie lange nicht mehr. Die Umstände in letzter Zeit hatten das einfach nicht zugelassen. Wir hatten unter anderem über Katie gesprochen, über Diana, über die Zukunft und nicht zuletzt über Gabriellas Vorgeschichte und die Drohung meines Vaters. Es hatte gut getan mit ihm darüber zu reden. Zwar konnte er mir nicht wirklich helfen, aber er war da und das bedeutete mir alles.
Ich trug zur Hochzeit einen schlichten, dunklen Anzug und meine Eltern hatten mich leider auch dazu gezwungen einen Stilechten Zylinder zu tragen. Bei der erstbesten Möglichkeit, würde ich das Ding abnehmen und weit, weit weg schaffen. Echo bot sich mir an es zu verbrennen. Ich würde vielleicht darauf zurückkommen.
Ich stand jetzt unter einem Bogen, vor dem Altar. Echo an meiner seite. Ich hatte mich durchgesetzt was das angeht und wollte nur ihn neben mir haben.
Nervös kratzte ich mich am Hinterkopf. Es war ein sonniger Tag. Ein unschuldiger Tag, der wohl mein Leben auf den Kopf stellen würde. Ein wenig Angst hatte ich, was meine Eltern tun würden, wenn sie von unserer Namensänderung erfuhren würden. Oder was Gabriellas Tante und Onkel tun würden...
Immerhin nahmen wir den Nachnamen von Gabriellas Mom an. Einer Muggelstämmigen. Mir kamen noch mehr Sorgen in den Sinn, doch dann fuhr schließlich die weiße Kutsche vor. Mein Herz blieb für einen Moment stehen. Dann stieg Gabriella aus und es blieb ein weiteres Mal stehen.
Ihr Anblick war wirklich atemberaubend. Ich meine, sie war schön, so oder so. Das wusste ich. Doch heute hatte ihre Schönheit ein neues Level erreicht. Sie schritt auf mich zu und ich konnte den Blick nicht von ihr abwenden, auch nicht als sie direkt neben mir stehen geblieben war. Die Musik, die im Hintergrund zu spielen begonnen hatte, erreichte mich kaum.
Ich trat ein wenig dichter an Gabriellas Seite, so dicht wie es uns hier gestattet war. Ein winziges Lächeln umspielte meine Lippen und auf einmal hatte ich keine Angst mehr. Der Mann vor uns begann zu sprechen. Irgendein langweiliges Zeug... Ich achtete kaum darauf. Wir hatten das alles schon durchgesprochen. Die Worte waren unpersönlich und die Trauung nicht romantisch. Es war schließlich eine Zweckhochzeit. Irgendwann wurden uns die Ringe gereicht. Die verfluchten Ringe. Ich hatte früher eine Heidenangst vor deren Symbolik gehabt. 'Für immer'. Doch jetzt schaffte ich es, Gabriella den Ring mit Leichtigkeit an ihre zierlichen Finger zu stecken.
Richtig spannend wurde es allerdings erst an dem Part, als der Mann sagte 'Sie dürfen die Braut jetzt küssen'. Denn das wollte ich schon die ganze Zeit tun. Ich wandte mich Gabriella voll zu und legte sanft eine Hand an ihre Wange. Ein kurzer Blick in ihre Augen ließ mich schaudern. Dann küsste ich sie, mit einer ernsthaftigkeit die ich nicht von mir kannte. Es war kein spielerischer Kuss, wie die meisten oder besonders leidenschaftlich. Er war inniger und bestimmter. Ich musste mich zwingen mich von ihr loszureißen. Ich richtete mich wieder auf. Die Menge applaudierte. Ich war nun verheiratet.

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Gabriella
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 10

von Gabriella am 23.08.2017 04:38

Mein Lächeln verschwand nicht von meinen Lippen, die ganze Zeit über nicht. Solange ich Wyatt anblickte, fühlte ich eine gewisse Sicherheit, weswegen ich meinen Blick auch nicht von ihm nahm. Ich würde ihn am liebsten sofort küssen, einfach weiterhin die Leute um uns herum ausblenden, aber ein wenig Vernunft besaß ich ja doch noch.
Also ließ ich den Kerl vor uns reden, was er eben redete, hörte nicht hin, sonden lächelte Wyatt nur weiterhin entgegen. Das einzige mal, das ich den Blick richtig von ihm nahm, war als ich ihm den Ring an den Finger steckte. Meine Hände hatten aufgehört zu zittern, was gut war, denn sonst hätte ich den Ring vermutlich eine Weile lang nicht richtig auf seinen Finger bekommen. Ich nahm meinen Blick noch ein zweites Mal von Wyatt, als er seine Hand an meine Wange legte und sich dann zu mir beugte und mich küsste. Ich schloss flatterhaft meine Augen und spürte, wie mein Herz gegen meine Brust hämmerte. So eine Aufregung hatte ich nicht einmal bei meinem ersten Kuss verspürt. Schließlich lösten wir uns wieder voneinander und ich konnte kaum fassen, dass Heiraten so einfach ging. Ich hatte es mir irgendwie immer viel schlimmer vorgestellt. Aber das hier war ganz und gar nicht schlimm. Zumindest solange ich mir nicht ansah, welche Leute hier auf unserer Hochzeit herum schwirrten.
Schließlich gratulierten uns die Leute, wobei ich bei niemandem das Gefühl hatte, dass es ernst gemeint war. Außer vielleicht Wyatts Freund Echo. Bei dem hatte ich das Gefühl, er würde Wyatt vor Überschwänglichkeit gleich selbst küssen und war überrascht, als er mir sogar eine kurze Umarmung schenkte, wenn sie auch ein wenig steif war. Vielleicht lag es aber auch damit zusammen, dass ich in dem Moment ein wenig überfordert davon war. Delilah war die einzige andere, die mich ebenfalls umarmte. Sie hatte tatsächlich ein Taschentuch in ihrer Hand, als hätte sie wirklich erwartet, bei dieser 'emotionalen' Trauung weinen zu müssen. Die anderen schüttelten mir nur recht distanziert die Hand. Es wurden Gruppenfotos gemacht, die ich mir gewiss nicht mehr ansehen würde und dann auch nur Fotos von Wyatt und mir, bevor es schließlich und endlich ans Buffet ging. Ich aß nicht viel. Ich hatte die ganze Zeit Angst mir mein Kleid zu ruinieren. Aber das was ich aß, schmeckte wirklich gut.
Ich saß zu Wyatts Linken und irgendwann griff ich einfach nach seiner Hand, auch wenn es das Essen für mich erschwerte. Doch ich mochte seine Nähe und gerade wollte ich nichts lieber, als mit ihm irgendwo allein zu sein, ohne diese Menschen hier, die wir beide vermutlich nicht kannten. Aber ich blieb brav sitzen. Und ich hoffte, dass wir keinen Eröffnungstanz tanzen mussten. Ich war zwar nicht schlecht im Tanzen, aber musste auch nicht als einzige vor so vielen Leuten tanzen...

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Wyatt
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 10

von Wyatt am 31.08.2017 20:18

Ich hatte schon damit gerechnet, dass dieser Tag irgendwie surreal sein würde. Das war es auch, aber auf eine ganz andere Art. Ich hatte mir nicht vorstellen können, wie meine Hochzeit ablaufen würde und ich war verblüfft darüber welche Gefühle mich dabei überkamen. Gabriella und ich hielten uns die ganze Zeit an den Händen, auch beim Essen. Doch selbst da wirkte es nicht verkrampft. Es war eher eine Art Anker. Es war immer noch eine formelle Hochzeit, von uns wurde etwas verlangt. Wir mussten das durchziehen so gut wir konnten und erst danach einfach von diesem seltsamen Gefühl treiben lassen, was Gabriella sicher auch ergriffen hatte. Ich warf ihr oft lange Blicke zu.
Als es dann Zeit wurde zu tanzen, stand ich auf und nahm sie an den Händen. Auch wenn strippen nicht dazugehörte, konnte ich schon recht gut tanzen. Ich lächelte ein wenig aufmunternd. Ich merkte, dass Gabriella das nicht so ganz wollte. Ich selbst schüttelte das Gefühl ab, beobachtet zu werden. Die anderen Menschen spielten jetzt keine Rolle.
In der Mitte der Tanzfläche angekommen, legte ich eine Hand an ihre Hüfte und zog sie dann sanft mit mir, als wir begannen zu tanzen. Es war ein klassisches Lied, nichts besonderes und eigentlich spielte es auch nur in meinem Hinterkopf. Ich ließ Gabriella keinen Moment aus den Augen, selbst, als ich sicher war, dass wir irgendeinen Rhytmusfehler hatten. Das spielte auch keine Rolle.
Die Tanzfläche füllte sich schnell und irgendwann gingen wir wieder zurück auf unsere Plätze. Es kamen nun viele Fremde die Fragen stellten und uns gratulierten und ich war fast dankbar, als der Tag endlich ein Ende fand.
Gabriella und ich würden nun verabschiedet werden und in unser neues Heim fahren. Eins meiner Highlights des Tages. Die Wohnung dürften wir bald selbst einrichten, wie es unseren Wünschen entsprechen würde. Doch bis dahin, musste es so gehen wie es unsere Vormünder geplant hatten.
Ich atmete befreit auf, als Gabriella und ich uns schließlich endlich alleine in dem kleinen Hausflur wiederfanden. Ich wusste gar nicht was ich als erstes tun wollte. Schließlich schlang ich die Arme um sie und umarmte sie einfach nur fest. Ich war froh, dass sie es war.

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Lucas
Gelöschter Benutzer

Re: Zukunftsplay » 10

von Lucas am 12.10.2017 19:05

Den ganzen Sommer über kein Brief, keine Nachricht. Hätte ich ihr schreiben sollen? Nein! Sie war auf der Party doch einfach gegangen und hat mich stehen lassen. Wütend trat ich gegen einen Stein der hier im Innenhof herum lag. Ich wollte Lily wieder sehen, aber ich würde sie nicht anbetteln.
Schlurfend bewegte ich mich durch den Hof, dem Stein hinterher, als ich im Augenwinkel mir nur alzubekannte feuerrote Haare wahrnahm.

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