Breite Marmortreppe

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Nathaniel
Gelöschter Benutzer

Re: Breite Marmortreppe

von Nathaniel am 08.07.2017 14:39

Ich glaubte schon, unbemerkt an ihm vorbeigekommen zu sein, aber leider war dem nicht so. Die mir nicht sehr gut bekannte Stimme rief tatsächlich meinen Namen und zu seinem Glück sprach er ihn ganz aus. Auch wenn mich grundsätzlich jeder Nate, die ganz Unsensiblen und Sehbehinderten Theo nannten und ich damit eigentlich kein Problem hatte, so wirkte es dennoch zu freundschaftlich, und etwas in der Art wollte ich zwischen uns nicht entstehen lassen.
Ich atmete einmal tief ein und dann wieder aus, bevor ich mich seufzend wieder umdrehte. Ich schenkte ihm nur einen sehr kurzen Blick, ehe ich ihn wieder senkte und auf den Marmorboden sah.
War es denn so schwierig, einfach zu akzeptieren, dass ich nichts mit ihm und seinem Bruder, wer von den beiden er nun auch immer war, zu tun haben wollte? War es so komplizier, nachzuvollziehen, warum?
Ich schluckte. "Kommt drauf an, bei was", meinte ich dann und gab mir beste Mühe dabei, meinen Tonall beherrscht zu behalten, was mir tatsächlich irgendwie gelang - dennoch musste er ein ganz klein wenig wirken.
Oh Gott, für was brauchte er mich so dringend? Konnte er sich nicht jemand anderen aussuschen?

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Logan
Gelöschter Benutzer

Re: Breite Marmortreppe

von Logan am 09.07.2017 07:42

ich bemerkte sein Zögerm. Ich stand nun auf und drehte mich wieder zu ihn. Es dauerte einen Moment, bis er sich wieder zu mir umdrehte. Irgendwie verständlich.
Ich schluckte einmal, packte das Stück Erdbeerkuchen weg und steckte meine Hände in meine Hosentaschen.
Ich wusste, dass Nathaniels Zwillingsbruder verstorben war. Aber die geneuen Umstände kannte ich nicht. Ich konnte seinen Schmerz nur bedingt mitfühlen. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es wäre, ohne meinen Bruder zu leben. Er würde mir definitv so dermaßen fehlen, dass ich vrmutlich daran zerbrechen würde. Ich glaube, ich würde mich lieber erhängen um wieder bei meinem Bruder zu sein als alleine hier durch die Welt zu laufen.
Aber in diesen Zeiten konnte man sich nie wirklich sicher sein, ob man seine liebsten noch wiedersehen würde oder nicht wenn man nach Hause kam.
Ich verscheuchte diese wirklich sehr deprimierenden Gedanken. Ich wollte etws von ihm. "Ich wollte wissen, welches Buch du mir über den Vielsafttrank empfelen kannst. Im Zaubertrankbuch selber sind nicht die Informationen, die ich Slugi haben will." Ich zuckte kur mit den Schultern. Ich würde darauf wetten, dass er sich einfach wieder umdrehen würde um zu verschwinden. Zeitverschwendung...

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Logan
Gelöschter Benutzer

Re: Breite Marmortreppe

von Logan am 19.07.2017 21:24

Ich ahnte, dass ich nicht viel bei ihn erreichen würde. Ich ging ein paar Schritte auf ihn zu. "Ach, weißt du was? Vergiss es einfach.", meinte ich. Es hatte keinen Zweck. "Ich werde schon was finden. Also dann, schönen Tag noch." Ich winkte ihn zu, drehte mich und ging wieder Richtung Halle.

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Katy
Gelöschter Benutzer

Re: Breite Marmortreppe

von Katy am 09.10.2017 17:58

Der Tag war mal wieder anstrengender gewesen als gedacht. Vielleicht lag das aber auch ganz einfach an mir selbst. Seit den Sommerferien hatte ich mich nur noch in Schularbeiten gestürzt und war sämtlichen Freunden aus dem Weg gegangen. Es war allgemein bekannt, dass meine Mutter verstorben war und ich konnte diese mitleidigen Blicke nicht mehr ertragen. Sie erinnerten mich nur daran wen ich da verloren hatte. Immerhin war meine Mutter nicht einfach nur meine Mutter gewesen, sondern auch mein Fels in der Brandung, mein Vorbild, mein Ruhepol. Sie war immer für mich da gewesen und hatte immer ein warmes Wort für mich übrig gehabt, egal worum es ging und egal wann ich ihr eine Eule geschickt hatte. Doch trotz diesem Bild hatte sie mein Vertrauen stark erschüttert, da sie mir meine halbe Familie einfach vorenthalten hatte. Nicht ein Wort hatte sie über meinen Vater oder meinen Bruder verloren, erst ganz zum Schluss hatte ich von ihnen erfahren und dann hatte ich nicht einmal genügend Zeit gehabt diese Information zu verarbeiten, denn dann war ich mit dieser Situation schon alleine gewesen. Ich ließ es mir nicht anmerken, doch ich kam momentan einfach nicht damit klar. Es waren auch erst ein paar Wochen vergangen und ich hatte nichts besseres zu tun als mich in den Schulstoff zu vergraben oder gelegentlich mal nach meinem Bruder zu sehen, nur um mir ein besseres Bild von ihm machen zu können. 
Gerade kam ich durch die Eingangshalle rein und sah die Marmortreppe. Niemand schien sich an diesen ruhigen Ort verlaufen zu haben, sodass ich mir eine kurze Pause gönnte und mich einfach auf die zweitunterste Stufe setzte. Mein Umhang bedeckte noch meinen Körper, mein dunkles Haar war zu einem Zopf zusammen gebunden und der Riemen der Tasche lag über meiner Schulter. Die Tasche selbst stellte ich auf der Stufe ab und befreite meine Schulter vom Rest. Langsam ließ ich meinen Kopf in die Hände sinken und hoffte darauf einfach für den Moment alleine zu sein. Einsamkeit stand mir nicht und tat mir eigentlich auch nicht gut, aber es war besser als ständig gefragt zu werden wie es mir ging und wann ich endlich wieder die Alte werden würde. Das wusste ich ja selbst nicht mehr. Wenn ich morgens in den Spiegel sah erkannte ich nicht die fröhliche Seele, die einen großen Hang zur Dramatik hatte und darum immer Dramaqueen genannt wurde, sondern eher einen Geist meiner selbst. 

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Liv
Gelöschter Benutzer

Re: Breite Marmortreppe

von Liv am 10.10.2017 15:38

Ich kratzte mich mit meiner freien Hand am Kopf und seuftze auf. Es war alles etwas chaotisch. Seitdem ich Vertrauensschülerin für Gryffindor des siebten Jahrgangs war, hatte ich viel mehr zu tun. Aber schließlich hatte ich mich dafür beworben, weil ich mich für geeignet hielt. Und ich wollte doch eigentlich noch in die Bücherei, die Bücher abgeben, dachte ich noch. Und einen brief an meine Eltern schreiben. In meine Gedanken versunken ging ich die breite Marmortreppe hinunter, ich wollte in die Große Halle. Mit einem Stapel Bücher im Arm wollte ich gerade in die Große Halle, als ich ein etwas traurig blickendes Mädchen am Rand der Treppe sitzen sah. Ich kannte sie flüchtig, denn als Vertrauensschüler kannte mal ziemlich viele Schüler: Katy Carr, Jahrgang 5. Ich lief auf sie zu und sprach sie an: "Heyy. Ist irgendwas?" fragte ich sachte und legte meine Bücher ab.

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Katy
Gelöschter Benutzer

Re: Breite Marmortreppe

von Katy am 10.10.2017 17:13

Bisher hatte mich noch kein Professor angesprochen ob ich mich nicht überarbeitete, doch das übernahmen meine Freunde für mich, wenn ich ihnen denn dann mal die Zeit gab mit mir zu reden. Doch es war gerade die beste Methode mit der Lage fertig zu werden, oder eher die einzige, die ich mir gerade vorstellen konnte. Vermutlich war mein Blick verklärt, aber das tat jetzt nichts zur Sache. Wichtig war nur, dass ich irgendwie über die Runden kam und die vergangenen Wochen hatte ich das auch überstanden. Die Schritte, die sich mir von oben näherten hatte ich zwar gehört, doch hoffte ich noch, dass die Person einfach an mir vorbei gehen würde. Vielleicht war es einer aus Slytherin, auf diese Leute war ich nach wie vor nicht gut zu sprechen, da die meisten von ihnen nur auf Streit aus waren und sich benahmen als würde die Welt ihnen gehören. Doch meine Hoffnung zerschlug sich genau in dem Moment, in dem ich eine Stimme hörte, die mich ansprach. Langsam hob ich den Blick und sah in das Gesicht der Vertrauensschülerin meines Hauses.
"Hey. Ach nein, nur der übliche Wahnsinn", erwiderte ich auf ihre Frage hin und schüttelte den Kopf. Gerade war ich mal wieder sehr froh, dass ich mich zusammen riss und nicht anfing zu weinen, denn jetzt konnte ich meine Traurigkeit einfach überspielen. "Hast du viel zu tun? Also jetzt als Vertrauensschülerin?", lenkte ich das Thema direkt auf sie und damit gleichzeitig von mir ab. Ich versuchte mich an einem Lächeln, welches eindeutig an Glanz verloren hatte, doch es war besser als nichts und ich musste ja auch irgendwie zurück in mein altes Leben finden, denn sonst würde ich nie auf einen grünen Zweig und schon gar nicht erst an mein Ziel kommen. Meine Mutter hätte es sicher nicht gewollt, dass ich alles hinschmiss und mein Leben einfach wegwarf, weshalb ich mich aufrappeln und weiter machen musste. Lächeln war da schon ein erster Schritt in die richtige Richtung.

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Liv
Gelöschter Benutzer

Re: Breite Marmortreppe

von Liv am 10.10.2017 17:54

Ich seufzte erneut. Sie sah irgendwie nicht so glücklich aus, auch wenn sie mir erzählt hatte, das dies für sie nur der übliche Wahnsinn wäre. Wenn sie mir nicht mehr sagen wollte, dann würde ich es dabei belassen. Denn das war eines der ersten Dinge, die man mir eingeschärft hatte, bevor ich meinen Vertrauensschülerposten offiziell angenommen hatte: Sei immer offen und freundlich und wenn die Person nichts erzählen will, versuche nicht, es herauszupressen. Was ich natürlich nicht tat. "Wenn ich noch irgendwas für dich tun kann, sag Bescheid." meinte ich einfühlsam zu ihr. "Und als Vertrauensschüler darf ich die Erstklässler während Stundenhöhlräume im Gemeinschaftsraum betreuen und schauen, dass alle die Schulordnung einhalten. Und als Vertrauensperson ist man ja immer als Ansprechperson für andere Schüler da." meinte ich und sah mich um. "Also, falls dir irgendetwas fehlt oder du einfach mal reden möchtest, die Vertrauensschüler sind immer da." sagte ich vertrauensvoll zu Katy.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 10.10.2017 18:08.

Katy
Gelöschter Benutzer

Re: Breite Marmortreppe

von Katy am 10.10.2017 20:03

Mein Lächeln wurde ehrlicher und etwas breiter, als ich die Worte der Vertrauensschülerin hörte. Diese Schüler wurden also nicht blind links ausgesucht, sondern mit Bedacht. Zuvor hatte ich das noch gar nicht so realisiert, da ich niemanden in diesem Posten gebraucht hatte. Liv machte einen sehr vertrauensvollen Eindruck und ein Teil von mir überlegte schon ob Reden manchmal nicht doch besser war. Doch was war, wenn mich die Trauer und Frustration überwältigte? Ich war mir nach wie vor unsicher, weshalb ich erst einmal sparsam mit meinen Worten blieb.
"Ich danke dir, vielleicht werde ich demnächst auf dein Angebot zurück kommen. Momentan weiß ich nur selbst nicht wer mir wie helfen kann. Kennst du das, wenn deine ganze Welt einstürzt und du die Trümmer irgendwie wieder richten musst?", nun hatte ich doch etwas verraten, aber es würde sicher nicht lange brauchen bis meine Situation auch zu ihr durchgedrungen war. Gerüchte, ob wahr oder falsch, verbreiteten sich hier rasend schnell, schneller als man gucken konnte. "Na dann hoffe ich doch, dass die Erstklässler dir nicht zu viel Sorge bereiten", wieder wurde mein Lächeln ein Stück breiter. Vermutlich war der Weg, mich mit Stoff zuzuschütten, doch nicht ganz richtig gewesen. Erst jetzt realisierte ich wie sehr ich mich damit selbst unter Druck setzte, nur um mich nicht mit meinen eigentlichen Problemen beschäftigen zu müssen. Traurig aber wahr. Noch was es nicht zu spät um mein Leben wieder in die Hand zu nehmen und der Welt zu zeigen, dass ich nicht so zerbrechlich war wie ich aussah. 

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Liv
Gelöschter Benutzer

Re: Breite Marmortreppe

von Liv am 10.10.2017 20:20

"Deiner Beschreibung nach... " Ich dachte kurz über die Situation nach. "Nein, diese Situation hatte ich bisher noch nicht. Hört sich echt furchtbar schlimm an." meinte ich mitfühlend zu ihr. Ich konnte durchaus spüren, wie sie langsam Vertrauen zu mir aufbaute, ihre Ängste wichen langsam. Langsam - aber besser als gar nicht, fand ich zumindest.
Es gingen zwar in letzter zeit viele gerüchte um, aber man konnte ihnen nie trauen, sie könnten auch etwas ganz falsches behaupten. Ich hatte keins gehört, das auf speziell diese Situation zutraf. Das übliche halt.
"Hast du denn irgendetwas vor, heute noch?" fragte ich und erwiederte ihr Lächeln freundlich. Ich hatte das Gefühl, sie damit von ihren Sorgen ablenken zu können, damit sie diese zumindest für eine Weile vergaß. Dann würden wir weitersehen."Und wenn nein, hast du Lust, etwas mit mir zu machen?" Ich hatte heute nämlich nichts vor, es gab keine wichtigen Termine und Hausaufgaben, und ich hatte keine AG- oder Clubtreffen. "Wir könnten zum Beispiel draußen spazierengehen oder so etwas..."

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Katy
Gelöschter Benutzer

Re: Breite Marmortreppe

von Katy am 10.10.2017 21:34

"Dann hast du echt Glück gehabt und ich hoffe, dass sich das nicht ändern wird", murmelte ich leise. Auch wenn einige Charakterzüge gerade nicht ganz durchkamen war meine Nächstenliebe noch immer sehr gut vorhanden. Das war auch der Grund, weshalb ich mich immer wieder mit meinem Bruder beschäftigte, egal wie oft er mir vor den Kopf stieß und versuchte Distanz zwischen uns zu bringen. Wir waren nun einmal Geschwister und nichts und niemand konnte etwas daran ändern. Ich war in dem Glauben erzogen worden, dass jeder Mensch eine Chance verdient hatte und dass man den Menschen offen gegenüber treten sollte. Genau das versuchte ich nach wie vor, auch wenn ich manchmal glaubte gegen eine Wand zu reden. "Ich denke irgendwann wird sich alles bei mir regeln und dann werde ich auch mit dieser Situation klar kommen", das redete ich mir jedenfalls voller Optimismus ein. Wieder etwas, was ich von meiner Mutter geerbt hatte, worum ich auch sehr stolz war. Ich würde Liv wohl nicht meine Lebensgeschichte anvertrauen, aber es tat zur Abwechslung mal gut nicht gleich mit dem Verlust konfrontiert zu werden, sondern Ablenkung zu bekommen. Ablenkung, die ich dringend brauchte. Über die Tagesplanung überlegte ich einen Moment.
"Ich denke etwas Abwechslung vom Lernen täte mir sogar ganz gut. Heute ist kein Clubtreffen angesetzt, also hätte ich sowieso nur vor mich in Büchern zu vergraben. Darum mache ich gerne was mit dir, wenn du es mir schon so schön anbietest", nun lag in meiner Stimme eine Spur Dankbarkeit, denn so konnte ich mich, wenn auch nur für ein paar Stunden, von meinen Gedanken lösen und wieder etwas anderes sehen. Draußen war ich in letzter Zeit nur gewesen, wenn ich Unterricht gehabt hatte oder mal wieder ein Clubtreffen angestanden hatte, aber als Freizeitbeschäftigung hatte ich nicht einmal am Fenster frische Luft geschnappt.

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