Vergangenheitsplay » 10
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Re: Vergangenheitsplay » 10
von Amelia am 12.08.2018 15:10Ich betrat den Geheimgang und fühlte mich sofort irgendwie besser. Geborgen, in einem kalten, muffigen Gang. Vielleicht war ich doch ein wenig seltsam. Ich erinnerte mich daran zurück, wie Sirius mir damals den Gang gezeigt hatte und ich dachte an meine kleine Verknalltheit. Lächerlich. Ich hatte nicht im Geringsten gewusst wie sich echte Gefühle anfühlten.


Re: Vergangenheitsplay » 10
von Matthew am 12.08.2018 13:39Ich nickte. "Stimmt. Ich könnte vielleicht auch einiges machen. Aber am liebsten will ich Koch werden." gestand ich. "Oder ich fange im St. Mungos an. In der Abteilung für Zauberunfälle. Gegenmittel brauen und so. Das hat allerdings auch irgendwie etwas mit Kochen zu tun." überlegte ich laut und zuckte dann mit den Schultern.
„Ich mag den Honigtopf auch." sagte ich und grinste. „Das war im Grunde wieder eine wundervolle Vorlage, aber wir wollen das kleine Engelchen ja nicht in Verlegenheit bringen." zwinkerte ich. Auch wenn es stimmte. Sie war wirklich niedlich und ich glaubte, dass sie das auch war, wenn sie nüchtern war. Kurz huschte so etwas wie Trauer über ihr Gesicht, aber ich traute mich nicht zu fragen, warum. Denn wenn sie mehr darüber nachdachte, würde es sie vielleicht noch trauriger stimmen und das war etwas, das ich nicht wollte. Das Bedürfnis, sie glücklich zu sehen, kam jedes Mal auf, wenn ich sie sah und ich wusste nicht, woran das lag.
Ich grinste sie an. „Dann komme ich vielleicht mal vorbei." Ich stockte kurz. „Nein. Ich komme ganz bestimmt vorbei. Ein Leben ohne Süßes ist schließlich nur ein halbes Leben." Ich ließ offen, ob ich sie oder de Waren im Honigtopf meinte. Im Grunde meinte ich beides, denn es stimmte. Der Gedanke, dass sie nur wenige Gehminuten entfernt war, beruhigte mich etwas und schien mich sogar darüber zu trösten, dass meine Schwester es nicht war. Aber wieso? Diese Frage war so allgegenwärtig, dass ich fast durchdrehte.
Ich nickte ernst. „Okay. Dann hören wir jetzt auf darüber zu sprechen." sagte ich genauso ernst. Ich versuchte sie auch weiterhin so anzusehen, aber das war einfach nicht möglich. Das Grinsen breitete sich in ihrer Gegenwart einfach selbstständig aus.
Automatisch rieb ich ihr sanft die Arme, als sie zu frösteln begann. War ihr kalt? Sorgte Alkohol nicht eigentlich dafür, dass einem warm wurde? Und dann fiel mir wieder ein, dass sie mich wohl hatte 'sterben' sehen. „Entschuldige." flüsterte ich und drückte sanft ihren Arm.
„Ja." ich strahlte. „Merlin, wie ich das nur vergessen konnte!" ich schüttelte über mich selbst den Kopf. „Aber irgendetwas wahnsinnige Wichtiges fehlt mir noch. Ich spüre es. Es ist sicher nicht die Entführung. Etwas Gutes. Es zieht jedes Mal in meiner Magengegend, weil es fehlt. Oder vielleicht eine Person und nicht es. Und manchmal... das klingt vielleicht blöd, aber da wird mir das Herz schwer und ich vermisse.... irgendwas. Es ist, als würde mein Herz mir sagen, dass es doch da ist. Ich bin nur zu blind es zu sehen. Wie Liebeskummer." ich zuckte mit den Schultern und sah sie entschuldigend an. „Aber erzähl das bloß nicht meiner Schwester. Sie macht sich glaube ich schon Sorgen und ich weiß, dass ihr eigentlich mal befreundet ward..." fügte ich noch hinzu.
Nachdem ich sie durch das Eingangsportal getragen hatte, stellte ich fest, dass sie tatsächlich eingeschlafen war. Sie wirkte so ruhig und entspannt und ich würde sie nicht wecken. Ganz bestimmt nicht. Allerdings kam ich nicht in ihren Gemeinschaftsraum und selbst wenn, ich würde sie dort nicht schutzlos zurücklassen. Ohne, dass ich mich wirklich dazu entschieden hatte, trug ich sie die Treppen zum Turm nach oben, in dem sich mein Schlafsaal befand. Der Raum, in dem ich jetzt noch ein Jahr länger schlafen würde, war wie ausgestorben. Alle schienen irgendwo anders zu sein. Vielleicht noch auf der Party, vielleicht in fremden Betten. Für sie war es schließlich der letzte Abend, ihnen konnte sowieso nichts mehr passieren. Das Schuljahr war vorüber, alle Punkte ausgezählt. Trotzdem legte ich Amelia vorsichtig in mein Bett. Das Risiko, dass die anderen doch noch zurück in ihre Betten fanden, war mir einfach zu groß. Ich streifte ihr nur die Schuhe von den Füßen, aber den Rest ließ ich so, wie es war. Ich wollte sie am nächsten Morgen nicht ängstigen. Leise und vorsichtig legte ich mich neben die friedlich schlafende Amelia und deckte uns beide zu. Anders als bei ihr, hatte ich mich allerdings umgezogen. Ich trug nun ein graues Shirt und eine Boxershorts wie immer zum Schlafen.
Und dann schlief ich schneller ein, als ich es gedacht hatte, da ich im Grunde gar nicht so müde gewesen war...
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Etwas... oder jemand bewegte sich und nahm die angenehme Wärme mit sich fort. Aber ich wollte die Augen nicht öffnen. Es hatte sich bis eben noch so richtig angefühlt. Wieso musste sich das jetzt ändern? Ein leises Geräusch ließ mich dann doch die Auge öffnen. Amelia war fort. Sie fehlte... irgendwie. Aber wo war sie? Sofort kam etwas Sorge in mir auf und ich stand auf. Ich schlüpfte in einen Pullover und eine Jogginghose, dann stieg ich die Treppen hinunter. Dort befanden sich nun einige meiner Hausgenossen, die nicht gerade gesund aussahen.Ich konnte nicht alle vor dem Alkohol bewahren. Amelia hatte Priorität. Trotzdem sah ich kurz, ob sich Ina unter den komatösen Mitschülern befand. Als ich sah, dass das nicht der Fall war, folgte ich Amelia. Nur um zu sehen, dass sie sicher ankam.
Gerade, als ich sie entdecke, schien sie in der Wand zu verschwinden. Panik machte sich in mir breit. Ich könnte sie verlieren. Erneut war da diese Kettenreaktion. Die Panik sie zu verlieren. Die Entführung. Amelia, die ich beinahe tot geglaubt hatte. Amelia! Oh Merlin! Amelia!
Nun wusste ich auch, wo sie hin war. Schnell folgte ich ihr in den Geheimgang – diesen einen bestimmten Geheimgang.
Sie war noch nicht weit. „Lia!" rief ich und rannte zu ihr, schloss sie in die Arme und wirbelte sie herum. „Amelia!" wiederholte ich und lehnte sie an die Wand. Ich strich ihr über die Wange. „Lia." flüsterte ich und dann küsste ich sie. Ich hatte sie so vermisst ohne zu wissen, dass ich es tat. Ich legte all die Sehnsucht nach ihr, alle Liebe und all die Angst, die ich immer verspürt hatte, wenn es darum ging sie verlieren zu können, in den Kuss. Ich würde sie einfach nie wieder loslassen.

Re: Vergangenheitsplay » 10
von Amelia am 12.08.2018 11:19- Nach der Absch(l)ussparty -
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Es war noch dunkel, als ich erwachte. Ich nahm an, dass ich bei mir war, auch wenn ich nicht wusste, wie ich dahingelangt war. Ich erinnerte mich im Halbschlaf wage an die Party. Ich wollte mich im Bett umdrehen und lag plötzlich halb auf jemandem drauf. Ich erstarrte und blinzelte mehrmals. Ich brauchte nicht lange um zu erkennen, dass es Matti war. Irgendwie spürte ich das schon. Ich rührte mich nicht. Mein verschlafenes Ich war gruselig, wie es ihn anstarrte. Aber ich konnte nicht anders. Seine Locken waren ihm ins Gesicht gefallen und seine Gesichtszüge so entspannt und dennoch sah man die Andeutungen seiner Grübchen.


Re: Vergangenheitsplay » 10
von Matthew am 15.06.2018 19:14Als sie endlich bei mir war, breitete sie noch ein paar Decken aus, damit wir es noch bequemer hatten. Ich nickte als Zeichen, dass ich verstanden hatte. Das war sehr gut. Wir hatten es also tatsächlich geschafft. Irgendwie machte mich das froh und trotzdem machte ich mir Sorgen. Wie würde es meinen Eltern wohl gehen? Und meiner Schwester? Würde ich es wirklich so lange ohne Ida aushalten, falls sie entschied auch ohne mich zu fahren? Nein, das würde sie nicht tun. Ich konnte mir bildlich vorstellen, wie sie sich kreischend weigerte in den Zug zu steigen. Meine Schwester konnte sich aufführen wie eine Prinzessin... im Grunde war sie es ja auch. Und wenn sie nicht bekam, was sie wollte konnte sie ungemütlich werden. Meistens liebte ich sie dafür – zumindest wenn das, was sie wollte sich nicht gegen mich richtete.
Am nächsten Morgen weckte mich eine Bewegung. Ich schlug die Augen auf und sah mich verwirrt um. Was war denn los? Wo war ich? Und vor allem, wie spät war es? Für mich war es gefühlsmäßig noch viiiiel zu früh, weswegen ich mich murrend wieder umdrehte. Leider konnte ich auch nicht wieder einschlafen, weswegen ich mich dann doch aufsetzte und mich ziemlich müde streckte. Als ich zur Seite Blickte, sah ich in das Gesicht meiner besten Freundin und mir fiel alles wieder ein. Das erklärte auch, wieso der Geruch von verbranntem Toast am Morgen fehlte. Meine Mom war nicht hier...
„Guten Morgen." gähnte ich und grinste sie verschlafen an....
Wir verließen die Plattform den Tag über kaum. Das Risiko entdeckt zu werden war uns einfach zu groß. Wir spielten Zauber – Schnipp – Schnapp, Schauch und andere Spiele und futterten so viele Süßigkeiten, dass ich am Ende wirklich etwas Bauchschmerzen hatte und mir meine Mama herbei wünschte, die das im Handumdrehen erledigt hätte. Natürlich nicht ohne über den Naschkonsum zu schimpfen....
Gegen Abend legten wir uns auf die Decken, um die Sterne beobachten zu können und versuchten, neue Bilder in ihnen zu entdecken.

Ina
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Ina am 13.06.2018 16:35Ich stand unten und er schob seinen Kopf über den Rand er Plattform. Klar reichte er mir wieder die Hand zur Hilfe und ich nahm sie dankend an, der Koffer war doch echt schwer geworden und ich konnte ihn nicht alleine hochhieven. Er fragte mich ob alles geklappt hatte. Ich meinte," ja ich musste zwar leise sein, aber sie sind relativ schnell schlafen gegangen, dann konnte ich mich rausschleichen." Bei ihm war auch alles gut gegangen. Sehr gut dann ging hoffentlich nichts mehr schief, denn den wichtigsten Schritt hatte wir hinter uns. Ich lachte leise und freute mich auf die nächsten Tage. Ich breitete noch ein paar meiner Decken aus und nahm Sammy und legte mich hin, ich wollte das Matty sich auch hinlegte und ich seinen Herzschlag spüren konnte nur um sicher zu gehen, dass das hier alles nicht nur ein Traum war. Also zog ich ihn nach hinten und sagte ihm, dass er sich doch auch hinlegen könnte. Ich legte meinen Kopf auf seine linke Brust und hielt Sammy in meinem linken Arm. Ich spürte wie er seinen Arm fest um mich legt und sein Herzschlag immer ruhiger wurde. So schlief ich ein und wurde am nächsten Morgen von den ersten Sonnenstrahlen geweckt, die mich an der Nase kitzelten und mich sanft weckten. Ich blickte hoch und sah in sein ruhiges Gesicht. Er sah so süß und friedlich aus. Was süß, ich hatte noch nie über ihn gedacht, dass er süß war? Was war los bei mir?
Ich schüttelte leicht meinen Kopf und hatte ihn vermutlich durch diese Bewegung geweckt, denn er öffnete die Augen und sah mich an.
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Matthew am 11.06.2018 14:19Ich wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, oder ob überhaupt Zeit vergangen war und schon gar nicht, ob ich geschlafen hatte. Aber ich glaubte schon, denn die Nacht wirkte schwärzer und die Sterne funkelten etwas heller als zuvor. Sie waren wunderschön und schienen um die Wette zu strahlen. Ich schüttelte erneut den Kopf, als ich mich in ihrem Glitzern verlor. War ich schon wieder weggenickt? Ich wusste es nicht genau. Tatsache war jedenfalls, dass das Knacksen von Ästen mich aus den Gedanken riss. „Ina?" flüsterte ich leise und streckte den Kopf über den Rand der hölzernen Plattform. Natürlich war es Inas zerzauster Haarschopf, den ich unten erblickte. Wer sonst? Meine Schwester und meine Moms würden die Briefe erst morgen früh finden, in denen ich alles erklärt hatte. Beim schreiben eben dieser war mir aufgefallen, das wir nur ein Jahr lang warten mussten, bis wir beide nach Hogwarts konnten. Ich hatte ihnen gesagt, dass ich erst nächstes Jahr mit Ina gehen wollte. Hoffentlich würden sie nicht allzu sauer auf mich sein. Vor allem Ida nicht. Sie fehlte mir schon, wenn ich nur daran dachte, Zeit ohne sie zu verbringen. Denn auch, wenn sich alles geändert hatte, Ida war immer an meiner Seite gewesen. Immer.
Ich streckte den Arm aus, um Inas Koffer nach oben zu hieven. Ein Koffer. Für ein paar Tage. Das war so typisch Mädchen. Ich schüttelte den Kopf. „Hat alles gut geklappt?" fragte ich, während ich die Hand nach ihrer ausstreckte, um meiner besten Freundin wie immer nach oben zu helfen. „Bei mir ist alles gut gegangen. Sie schlafen alle schön." erzählte ich und grinste zu Ina herab, obwohl man das in der Nacht wohl kaum sehen konnte.

Ina
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Ina am 11.06.2018 12:19
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Matthew am 09.06.2018 00:01Ich war sehr erleichtert, sie wieder glücklich zu sehen. Das war mir alles wert. Ich lachte freudig, als sie anfing zu tanzen. Ich lachte sie nicht aus, das würde ich nicht tun, ich lachte mit ihr.
Wartend drehte ich die Kette, die wir vor so vielen Jahren gebastelt hatten, zwischen den Fingern. Wir hatten gesagt, dass wir einmal heiraten würden, wenn wir groß wären und uns daraufhin Ketten gemacht. Eigentlich war es nur ein Stück Holz an einem Faden. Auf meinem war ein 'I' für Ina eingeritzt und auf ihrem ein 'M' für Matthew. Aber es waren unsere Ketten.
Als sie ihren Freudentanz beendet hatte, wurde sie plötzlich geschäftig. Sie schien zu planen und machte sich auch gleich auf den Weg. Grinsend half ich ihr nach unten und sprang ihr dann hinterher. „Okay, wir treffen uns heute Nacht hier ja?" ich nickte ihr zu und dann brachen wir beide auf, um alles zu besorgen, was wir brauchten.

Mit zwei Kissen und zwei Decken, meinem Süßigkeitenvorrat, meinem Ersparten und ein paar Büchern bewaffnet, ja sogar Wechselkleidung, stand ich an unserem Treffpunkt und gähnte. Hoffentlich hatte Ina es geschafft. Es war gar nicht so schwer gewesen, nachdem meine Eltern geschlafen hatten. Ida war etwas schwieriger gewesen. Es war, als würde sie es wissen. Sehr seltsam. Vielleicht war es aber auch wirklich so und sie spürte es, so wie ich immer spürte, wenn mit ihr etwas nicht in Ordnung war. Aber mit mir war alles in Ordnung. Mehr als das noch. Das hier würde ein Abenteuer werden. Ich kletterte nach oben und schaffte die Decken und Kissen ebenfalls auf die Plattform, wo ich sie ausbreitete, so dass wir gemütlich liegen konnten. Und dann wartete ich Schokofrösche essend auf meine weltallerbeste Freundin.

Ina
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Ina am 05.06.2018 14:06Okay? Ich musste einfach nochmal fragen um es zu glauben. Okay? Er hatte ja gesagt. Matty war bereit seine Familie für mich für zwei Jahre zu verlassen und das, damit wir nicht getrennt wurden. Mein Herz machte einen so großen Sprung, dass ich schon befürchtete es gleich aus meiner Brust heraushüpfen zusehen, so sehr freut ich mich.
Doch gleich setzte mein schlechtes Gewissen wieder ein, konnte ich es ihm wirklich antun?
Aber mein rasender Herzschlag übertönte alle Zweifel und ich schlang meine Arme noch fester um ihn um ich zu zeigen wie sehr ich mich freute. Ich hatte beinahe Angst ihn zu erdrücken und ließ deshalb wieder ab um wie einen kleinen Kindischen Freudentanz zu machen. Der Vermutlich zum Totlachen aussah aber mir war ein so großer Stein vom Herzen gefallen, dass ich dachte ich könnte fliegen.
Als es mir doch ein wenig peinlich wurde, blieb ich stehen.
Wir müssten jetzt beide so schnell wie möglich Sachen packen und verschwinden, bevor irgendwas dazwischenkam. Also machte ich mir wieder an den Abstieg und sah ein wenig hilfesuchend zu Matty. Und fragte lächelnd nach seiner Hand für die ersten Meter des Abstiegs, da dort ja die Stufen so weit auseinander waren, dass ich schon mehr als einmal beim alleine Klettern heruntergefallen war. Nie jedoch, wenn er mir half. Mir viel ein, dass mir noch nie wirklich was passiert war, wenn er in der Nähe gewesen war und ich hoffte, dass das auch in Zukunft so bleiben würde und uns solange nichts passieren würde, bis ich ebenfalls meinen Brief erhielt.
Re: Vergangenheitsplay » 10
von Matthew am 27.05.2018 21:50Es ist schrecklich sie so traurig, so verzweifelt zu sehen. Diese Trauer ist fast greifbar, als würde sie in der Luft zwischen uns hin und her schweben, wie ein Tuch, welches jeden frohen Gedanken unter sich begräbt. Meine kurzzeitig aufgekommene Freude darüber, diesen Brief erhalten zu haben, ist verpufft. Um ehrlich zu sein frage ich mich, wie ich mich überhaupt jemals hatte darüber freuen können. Die Antwort war einfach: Ich hatte nicht sofort begriffen, was es für Ina und mich bedeuten würde. Ich hatte nicht daran gedacht, dass wir uns trennen müssten. Ehrlich gesagt hatten wir dieses Thema immer Tod geschwiegen und geschickt umgangen. Im Grunde hätten wir wissen sollen, dass wir nicht zusammen dort hin gehen können....
Ihr Lachen klingt schwach und traurig, gar nicht so, wie ich es liebe. Nicht so, wie Inas Lachen normalerweise klingt – laut und voller Leben.
Als ich sie in meine Arme ziehe, klammert sie sich an mich, so als könnten wir dieses Problem lösen, indem sie mich einfach festhielt, bis sie alt genug war. Und ich verstand es. Wenn die Lösung nur so einfach wäre.
Als sie wieder sprach, klang sie immer noch verzweifelt und unendlich traurig. Es tat weh und ich wollte alles tun, damit sie wieder meine fröhlich Ida sein würde. Alles. Mit ihrem Vorschlag hatte ich allerdings nicht gerechnet. „Hmmm..." meinte ich leise. Im Grunde war die Idee gar nicht so schlecht. Wir müssten auch nicht ewig wegbleiben, nur so lange, bis das Jahr in Hogwarts angefangen hatte, denn dann konnte ich nicht mehr nachkommen und müsste abwarten. Allerdings würde das für mich bedeuten, mich von einer anderen Person zu trennen, die für mich überlebenswichtig war. Ida, mein Zwilling, ohne den ich nicht leben konnte. Sie war immer da. Von Anfang an. Aber bedeutete ich ihr nicht genauso viel? Würde sie nicht auch hier bleiben, wenn ich nicht mitkommen würde? Ich musste es versuchen. Entschlossen sah ich zu Ina herab. „Okay. Wir holen ein paar Sachen und schleichen uns heute Nacht raus. Wir treffen uns hier." Ich würde meinen Eltern und natürlich meiner Zwillingsschwester, einen Brief schreiben, schließlich sollten sie sich keine Sorgen machen.


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