Vergangenheitsplay » 9
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Jake
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 9
von Jake am 23.07.2018 16:36Das Abschlussjahr war wirklich verdammt nervig und man hatte kaum Luft um mal nichts zu machen. Da sitzen und Löcher in die Luft starren, das war oft eine gute Beschäftigung oder eben Sport. Quidditch war auch immer das gewesen, das ich gerne gemacht hatte. Fliegen bedeutete Freiheit und nicht noch irgendetwas sinnloses das in den Kopf musste. Aber gerade Eben half es nichts, ich musste die Arbeit schreibben und das auch noch gut um mich vor schlimmeren Konsequenzen zu bewaren. Da diejenige die meist meine Hausaufgaben machte, es geschafft hatte in den Krankenflügel zu müssen, musste ich wohl jetzt selbst in den sauren Apfel beißen und in die Kammer des Schreckens von Hogwarts. Die Bibliothek.
Schon als ich herein kam, kam mir ein unglaublicher Mief entgegen. Bei so einer Luft sollte man lernen können? Und nicht das ich Probleme mit Dreck oder Staub hätte, aber der Staub den hier gab, war schlickt weg nur unnötig. Gab es für so etwas nicht Personal? Hauselfen oder so, die Viecher waren sowieso faul und wertlos. Ich verzog kurz leicht mein Gesicht. Dann sah ich mich wo diese verdammten Verwandlungsbücher waren.
Just in diesem Moment war ich angesprochen worden. Ich erinnerte mich an dieses Gesicht. Schlammblut, schoss es mir in den Kopf und ich sah sie etwas bitter an. "Nach was sieht es denn aus?", fragte ich dann auch noch. Ich war in meinen 7 Jahren Hogwarts vielleicht dreimal hier gewesen. Einmal war es nur ein zufluchtsort gewesen um mit meiner Damaligen Freundin mal alleine zu sein. Abschätzig betrachtete ich noch einmal die Blondine und sah mich dann um, um das Rätsel ohne ihre Hilfe zu Lösen. Es musste doch irgendein System geben.
Dawn
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 9
von Dawn am 09.07.2018 17:10Wann: Irgendwann im vergangenen Schuljahr - wahrscheinlich an einem schönen Sonnentag
Heute war einer dieser Tage an dem Dawn im stehen einschlafen könnte einfach weil in der vergangenen Nacht nicht im geringsten an Schlaf zu denken gewesen war und dann war es auch noch ruhig, die Arbeit war schneller erledigt als gedacht und niemand veirrte sich in die Bibliothek. Nun gut das Wetter war auch echt herrlich, deshalb wunderte Dawn sich darüber eher weniger, immerhin wurde es hier zwischen all den Büchern ja durchaus auch mal schnell Unangenehm. Jetzt wo die Blondine so darüber nachdachte war wahrscheinlich auch das Wetter nicht unschuldig daran gewesen das sie nicht hatte schlafen können. Jedenfalls würde sie wohl auch früher hier verschwinden wenn ja eh niemand mehr vorbeikam, auch wenn es dennoch komisch war denn eigentlich gab es ja dennoch Hausaufgaben und so manch einer musste sich ja auch auf seine Abschlussprüfungen vorbereiten. Irgendwann wurde es da doch auch für die aufmerksamsten Schüler einmal Zeit oder nicht?
Zumindestg wenn sie sich da an ihr eigenes letztes Schuljahr erinnerte, dann hatte sie sich früher oder später auch in der Bibliothek sehen lassen, gut sie war ja ohnehin sehr oft dort gewesen aber dennoch, dort alleine war Dawn nur selten gewesen. Nun vielleicht lag es auch ein bisschen daran das sich Voldemort immer mehr erhoben hatte in letzter Zeit. Sagte man das so? War eigentlich auch egal wahrscheinlich würde sie darauf ohnehin keine Antwort finden. Man sollte einsehen wenn etwas auswegslos war.
Gerade wollte Dawn anfangen ihre Sachen zusammen zu packen als sich dann doch plötzlich ein Schüler ja beinahe hätte sie gesagt "her verirrte", ein Slytherin denn sie selbst nur allzu gut kannte. Auch nur so eine blöde Redensart denn eigentlich wusste sie kaum etwas über Jake Andrews, nur das er reinblütig war und Gryffindor´s nicht mochte. Aber eigentlich würde das schon genügen um ihre Laune sinken zu lassen und dann kam auch noch die schlechte Luft hinzu. Dennoch bemühte sie sich zumindest um ein neutrales Lächeln und fragte zumindest anstandshalber: "Kann ich dir irgendwie behilflich sein oder kommst du zurecht?" So ein bisschen Anstand musste immerhin sein auch wenn die Blondine nicht sicher war wie seine Erwiderung ausfallen würde.
Re: Vergangenheitsplay » 9
von Merle am 21.04.2018 12:23„Dann ist es jetzt wohl zu spät, dir alles Gute nachträglich zu wünschen, was?" es war eigentlich keine richtige Frage. Mama hatte das eine höfliche Floskel genannt. Komisches Wort. Floskel.
Hätte ich meinen Zauberstab so früh gehabt, hätte mich niemand davon abhalten können ihn zumindest heimlich zu benutzen und auszuprobieren. In dieser Hinsicht war meine Schwester sehr clever gewesen, mir diesen so lange wie möglich zu verweigern. Ich stellte angeblich schon so eine Gefahr für andere dar. Sie dramatisierte aber auch alles. Wütend knirschte ich mit den Zähnen.
„Also ich hätte das nicht durchgehalten." gestand ich und zuckte mit den Schultern.
Ich nickte. Meine Eltern hatten das Muggel- Zeugs beibringen nur bei mir sein lassen. Sie hatten einfach keine Zeit dafür gehabt. Tea hatte mir einiges gezeigt, als wir uns noch mochten. Ich schluckte, da der Gedanke an diese Zeit mich traurig stimmte. Schon wieder. Eigentlich war es nicht die Zeit an sich, sondern eher die Tatsache, dass diese Zeit vorbei war.
Glücklicherweise brachte Indigo mich nur Sekunden später dazu, diese Gedanken beiseite zu schieben und zu grinsen. „Du würdest dich also nicht auf einem Pferd halten können?" ich lachte leise. „Ich schon. Ich fliege zwar auch lieber, aber da ich Tiere mag, verbindet es das Gefühl der Freiheit mit Tieren und das ist auch sehr schön. Zumindest mal als Abwechslung." erklärte ich.
Als er erzählte, wie schnell das bei ihm gegangen war, staunte ich nicht schlecht. „Ich hab da so lange festgesessen! Teagan hat zwar gedacht, dass ich noch länger brauchen würde, aber das war schon so lange genug. Sie meinte, dass jetzt alle da sind und ich vielleicht sogar anstehen müsste, aber so war es gar nicht und am Ende habe ich mir als erste einen Platz im Zug sichern können." Erzählte ich, während ich seinen Zauberstab weiter betrachtete.
„Ich hatte keine Wahl. Mein Bruder hat es gerne gespielt und auch wenn er mich manchmal ganz schön geärgert hat, wollte er immer, dass ich mitmache. Er war ziemlich erstaunt, als meine Treiberqualitäten sich zeigten." erklärte ich stolz. „Ich liebe diese Position. Wahrscheinlich liegt das daran, das man Chaos anrichten darf und dann auch noch dafür belohnt wird." Ich lachte wieder. „Ich glaube, das würde ich auch gerne machen. Fürs Quidditch spielen bezahlt werden." meine Augen nahmen einen träumerischen Ausdruck an. „Aber ich weiß nicht, ob ich dafür gut genug bin." gestand ich. „Du doch aber bestimmt! Wir müssen unbedingt mal zusammen spielen." ich strahlte ihn an.
Es war wirklich seltsam, dieses Mal mein 'zu Hause' auf diese Art und Weise zu betreten. Aber es war großartig so viele Gleichaltrige um mich zu haben. Die anderen, etwas älteren Schüler waren zwar auch toll gewesen, aber ich glaube, das war so jetzt trotzdem besser.
Als Indigo erzählte, dass er jemanden suchte, ließ ich sofort seine Hand los. „Entschuldige." murmelte ich. Ich war häufig zu vorschnell und jetzt hatte ich ihn einfach beansprucht ohne zu wissen, ob ihm das überhaupt recht war. Ich sah auf meine Füße, die nervös ein Steinchen wegkickten. „Ich wollte dich nicht davon abhalten sie zu suchen." Natürlich nicht, ich hatte bis eben ja nicht mal von ihr gewusst. Aber es war klar, dass Zaubererfamilien sich kannten. Ich hatte ja auch Freunde gehabt. Freunde, die ich seit der... Sache mit meinen Eltern nicht mehr gesehen hatte. Es war seltsam, wie die Leute sich verhielten, sobald sie meinen Namen hörten. Das Mitleid war fast schon unangenehm. Ich war wirklich erleichtert, als ich bemerkt hatte, dass Indigo wohl eher keine Zeitungen las.
Plötzlich trat ein ebenfalls blondes Mädchen zu uns. Es strahlte übers ganze Gesicht, als sie Indigo ansah. Aspen. Sie war anscheinend das Mädchen, das Indigo gesucht hatte, von dem er eben erzählt hatte. „Ich bin Merle. Schön dich kennenzulernen." erwiderte ich und lächelte ein wackliges Lächeln. Ich fühlte mich etwas unbehaglich. Ich hatte Angst, den beiden im Weg zu sein. Es war auch komisch, die Person zu sein, die keinen kannte, währen die anderen sich bereits bestens zu kennen schienen.
Die anderen Erstklässler um uns herum setzten sich in Bewegung. Es ging zu den Booten, über den See. Ich lächelte erneut etwas unüberzeugend und machte einen Schritt in Richtung der Boote. „Es geht los." meine Stimme klang aufgeregter, als sie sollte. Schließlich hatte ich den anderen etwas voraus – ich kannte Hogwarts bereits in und auswendig. Aber es jetzt ganz offiziell zu betreten, war dann doch schon etwas anderes.
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Aspen
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 9
von Aspen am 07.04.2018 20:30Nachdem meine Eltern mich heute morgen zum Bahnsteig gebracht haben, hatte ich mir ein gemütliches Plätzchen im Zug für die Fahrt nach Hogwarts gesucht. Man konnte mir vermutlich ansehen, wie aufgeregt ich gewesen sein muss und ich war sicher nicht die einzige gewesen, der es so ging, immerhin hatten die Jungen und Mädchen, welche in meinem Abteil saßen, genauso aus wie ich. Sie hatten diesen Gesichtsausdruck, welcher sowohl Freude als auch Unsicherheit zugleich ausstrahlte. Meine Mutter hatte mir viele Gesichten aus ihrer Schulzeit erzählt, welche in meinen Augen immer dieses Strahlen auslösten, das sich vermutlich gerade ebenfalls bemerkbar machte. Jedoch hatte sich in der Zwischenzeit bestimmt auch einiges verändert, immerhin war es ja auchs chon eine ganze Weile her, dass meine Mum auf Hogwarts zur Schule ging. Was genau mich heute noch erwarten würde, wusste ich nicht genau, jedoch hatte ich schon immer eine Vorliebe für Überraschungen.
Eigentlich wollte ich mich zu Indi setzen, damit ich wenigstens schon ein bekanntes und auch freundlich gesinntes Gesicht in meiner Nähe hatte, auf das ich mich verlassen konnte, jedoch hatte ich ihm im Getümmel am Bahnhof au den Augen verloren und als ich die Abteile im Zug nach ihm durchsuchen wollte, fuhren wir auch schon los, da wollte ich nicht hin und her geschubst werden, vorallem nicht mit meinen Koffern im Schlepptau, deshalb musste ich mich wohl oder übel bei Fremden niederlassen. Dies löste in mir jedoch eine Art von Unbehagen aus, was sich aber nach einer weile auch schon wieder in Luft auflöste, als wir ins Gespräch kamen mit den anderen Kindern. Während wir uns auf dem Weg nach Hogwarts befanden, tauschten wir gegenseitig die Geschichten aus, die unsere Eltern uns aufgetischt hatten und überlegten, wie es denn nun wirklich sein würde, von nun an in diesem riesen Schloss zu leben.
Nachdem wir eine lange und teils auch lustige Zugfahrt hinter uns gebracht hatten, stiegen wir zusammen aus dem Zug aus. Ich startete einen zweiten Versuch um Indigo in diesem ganzen Getümmel von Schülern zu finden. Fehlgeschlagen. Meine Füße folgten den anderen Kindern fast wie von selbstständig in die Richtung des Wildhüters, der uns von hier aus zum Schloss bringen würde. Meine Augen blickten jedoch bei jden Schritt den ich machte von Person zu Person, bis ich letztendendes einen Jungen wahrnahm, bei dem es sich durchaus um Indi handeln könnte. Um fair zu sein, ich hatte es nicht so damit Personen zu erkennen, vorallem nicht wenn sie mit dem Rücken zu mir standen. Langsam wagte ich mich an diese Person heran und atmete erleichtern aus, als ich erkannte das es sich tatsächlich um ihn handelte. "Da bist du ja!" meinte ich dann und schenkte ihm mein freundlichstes Lächeln. Ich blickte von ihm zu dem blondhaarigen Mädchen neben ihm und lächtelte auch sie freundlich an. "Wie ich sehe hast du auch schon Freunde gefunden." erkannte ich dann und streckte ihr meine Hand entgegen. "Ich bin Aspen." stellte ich mich dann vor.
Re: Vergangenheitsplay » 9
von Indigo am 21.03.2018 20:01Es war ja nicht so, dass ich niemanden kennen würde, wären wir erstmals in Hogwarts angelangt. Irgendwo in diesen Zug sass auch noch Aspen, die schon ewig meine beste Freundin war – wahrscheinlich sass sie irgendwo weit weg von hier und hatte ebenfalls schon neue Freundschaften begonnen – und da war auch noch Nova, die ebenfalls schon ein Jahr lang hier gewesen war und mich regelrecht auf die Folter gespannt hatte, indem sie mir immer gesagt hatte, dass ich es schon noch früh genug erfahren würde, wenn ich selbst dort war. Nein, ich wollte es schon vorher erfahren! Jedenfalls, ich war trotzdem froh, schon jetzt eine neue Person kennengelernt hatte. Hätte ich mit Aspen zusammen in einem Abteil gesessen, hätten wir nur miteinander gesprochen, und wahrscheinlich hätte sich dann auch niemand zu uns gesetzt, und... Es war wichtig, dass die, die sich schon kannten, nicht untereinander blieben, sondern ebenfalls neue Kontakte knüpften. Und das Mädchen, das mir nun gegenüber sass, sah glücklicherweise nach einem Menschen aus, mit dem ich noch viele weitere Stunden verbringen würde.
„Mein Geburtstag war schon im April... Ich durfte meinen Zauberstab den gesamten Sommer über nicht benutzen. Das war echt schwierig." Ich wusste auch nicht, warum wir schon so früh einkaufen gewesen waren... Vielleicht wäre es wirklich besser gewesen, damit zu warten. „Meine Eltern sind beide Zauberer", erzählte ich weiter. „Aber besonders meine Mutter hat sich dafür eingesetzt, dass wir, also ich und mein Bruder, und auch in der Muggelwelt durchschlagen können. Dad ist das egal, solange ich die Leidenschaft für Quidditch mit ihm teile." Das tat ich ja auch – das sollte sie inzwischen bemerkt haben. „Naja, drei Strassen von uns entfernt ist ein Bauernhof, und dort hat es auch Pferde, glaube ich zumindest..." ich legte meinen Kopf schief. „Ich glaube, ich würde kläglich daran scheitern. Mir ist mein Besen eigentlich ganz recht." Ich lachte. Wieso kam ich bloss immer wieder auf das Thema Quidditch? Schon verrückt.
Ich besah mir ihren Zauberstab nochmals genauer. Eigentlich sah er gar nicht danach aus, als ob er so heikel und temperamentvoll war, wie Ollivander ihn offenbar beschrieben hatte. „Meiner ist aus Akazienholz und hat auch einen Drachenherzfaserkern", erklärte ich ihr. „Und eigentlich hat er mich ziemlich schnell gefunden... Ich glaube, es war die fünfte oder sechste Schachtel. Ollivander muss mich wohl schneller durchschaut haben..." ich zuckte mit den Schultern – ob das nun gut oder schlecht war, konnte ich nicht beurteilen. Jedenfalls konnte ich es wirklich kaum erwarten, zu lernen, wie ich ihn richtig benutze...
„Ja, das will ich", verkündete ich Merle stolz. „Naja, ich würde auch für ein anderes Team spielen, wenn mich die Arrows nicht wollen, aber... Ich wollte schon immer zu den Arrows. Mein Dad sagt immer, das wäre mir in die Wiege gelegt worden." ich grinste stolz. „Ich glaube, ich bin am besten als Jäger. Ich spiele gerne mit anderen zusammen. Klatscher sind mir irgendwie zu grob, und der der Schnatz ist viel zu klein und schnell, als dass ich ihn gut fangen könnte.. Da sind andere sicher besser als ich."
Auch ich kramte meinen noch nie gebrauchten Umhang hervor und zog diesen an, gerade noch rechtzeitig, bevor der Zug zum Stehen kam. Ich warf in dem Moment einen Blick auf Arrow und unser Gepäck, als eine Stimme durch den Zug schallte, die uns mitteilte, dass wir das Gepäck hier lassen konnten. Nun, ich nahm mal an, dass mein Kater auch zu Gepäck gezählt wurde... Ausserdem würde er sich nicht beschweren, solange er weiterschlafen durfte.
Ich war froh, dass Merle meine Hand genommen hatte – irgendwie brauchte ich das gerade jetzt. Sieben Jahre... Wenn wir nicht schon vorher gehen mussten. Das war nicht mein Ziel, und ihres wohl auch nicht – wir würden wohl trotzdem unseren Spass zusammen haben.
Hinter Merle trat ich aus dem Zug. Draussen war es dunkel, aber noch nicht so dunkel, dass man die vielen wild durcheinander gehenden Schüler nicht mehr erkennen konnte – die älter aussehenden von ihnen gingen alle in die eine Richtung, während die mutmasslichen Erstklässler alle in Richtung eines grosse, kräftig aussehenden Mannes gingen. Ob das wohl ein Lehrer war? Auch Merle und ich gingen in die Richtung, und ich durchsuchte die Menge von weiteren Hogwarts-Frischlingen nach einem weiteren Blondschopf ab, einem Blondschopf, den ich nur zu gut kannte. Irgendwo musste Aspen ja auch sein... Oder hatte sie den Zug verpasst? Nein, das glaubte – hoffte – ich nicht. Als wirklich schusselig und wahnsinnig unpünktlich kannte ich sie nicht.
Ich spürte Merles Blick auf mir und merkte erst jetzt, dass sie ja etwas gesagt hatte... „Hmja, ich bin auch gespannt, aber auch... Ziemlich aufgeregt", gab ich zögernd zu. Mein Blick suchte erneut nach Aspen. „Weisst du, ich habe da eine Freundin... Die da irgendwo sein sollte. Vielleicht ist sie auch in die falsche Richtung gegangen... ich hoffe es mal nicht für sie." Ich lachte, wenn auch mit einem nervösen Unterton. Merle kannte Aspen ja noch nicht, aber ich war mir ziemlich sicher, dass die zwei sich gut verstehen würden...

Re: Vergangenheitsplay » 9
von Merle am 27.02.2018 23:31Ich strahlte über das ganze Gesicht. „Wie toll!" ich hatte wirklich den ersten Freund in meinem Alter! Vor lauter Freude begann ich leicht auf meinem Sitz herumzuzappeln, was mir einen bösen Blick von meinem Kater einbrachte.
Jetzt musste ich allerdings noch etwas wissen. „Wann ist denn dein Geburtstag? Und seit wann weißt du, dass du ein Zauberer bist? Versteh das nicht falsch, ich habe nichts gegen Kinder aus Muggelfamilien. Ich selbst hab irgendwo in meinem Stammbaum eine Veela. Oh, ich hoffe, du hast nichts dagegen.... Ich bin nur so neugierig und mein Dad hat meiner Schwester immer noch alles über Muggel beigebracht... bei mir ist das allerdings nicht mehr so gewesen..." quasselte ich.
Als Indigo mir eröffnete, dass sein Kater wohl nichts gegen mich einzuwenden hatte, lächelte ich. Das hatten die wenigsten Tiere. Ich hatte immer sehr gerne Tiere um mich. „Unsere ehemaligen Nachbarn hatten auch Pferde und mir wurde das Reiten beigebracht. Kannst du reiten? Also keinen Besen, sondern ein Pferd? Es geht natürlich nichts über Quidditch, aber das hat mir auch immer wirklich Spaß gemacht." Warum ich das jetzt erzählte, wusste ich nicht genau, aber wir waren gerade beim Thema Tiere..."Ich glaube allerdings nicht, dass es auf den Ländereien von Hogwarts Pferde gibt..." überlegte ich laut. „Zumindest habe ich nie welche gesehen."
Sein Zauberstab war so schön verziert! „Wow. Ist der auch von Ollivander?" fragte ich neugierig und besah ihn mir genauer. „Was ist das für Holz? Und was für einen Kern hast du?" ich legte den Kopf schräg und sah dann wieder zu dem Zauberstab in meiner Hand. „Meiner ist aus Kirschblütenbaumholz, laut Ollivander sehr selten und schwer von ihm erwählt zu werden. Ich war eigentlich nur froh, überhaupt einen bekommen zu können. Ich dachte schon, ich würde gar nicht mehr erwählt werden. Da haben sich schon so unendlich viele Boxen gestapelt und nichts hat gepasst! Er hat meine halbe Familie aufgezählt und gewusst, wer was für einen Zauberstab hatte. Das meiste davon wusste ich nicht einmal! Oh und er hat eine Drachenherzfaser als Kern." erklärte ich. Ich dachte zurück an den Mann in dem kleinen dunklen Laden. „War er bei dir auch so unheimlich? Er hat mich angesehen und gesagt, ich wäre bestimmt sehr Temperament - und Anspruchsvoll. Eben so wie dieser Zauberstab. Dabei weiß ich nicht mal wirklich, was das heißen soll." ich seufzte.
Indigo versuchte einen Zauber. Leider klappte es nicht. Aber so schnell gab er nicht auf und am Ende glaubte ich tatsächlich so etwas wie einen Funken zu sehen. „Hast du das gesehen?" fragte ich aufgeregt. Vor lauter Spannung war ich näher gekommen und betrachtete die Spitze seines Zauberstabes sehr gebannt. Dann seufzte ich frustriert und ließ mich wieder sinken. Ich bezweifelte, dass ich überhaupt so etwas hinbekam. Hoffentlich würde Hogwarts mir etwas beibringen können. Wenn ich am Ende genauso mies wäre, wie jetzt, würde ich meine Eltern nicht suchen können.
Doch das war schnell wieder vergessen, als wir die Bonbons ausprobierten. Nach dem Grandma- Bonbon folgte nun ein Hühner- Bonbon. Indigo sah ganz kurz so geschockt aus, dass ich ganz kurz vor ihm in schallendes Gelächter ausbrach. Durch das heftige Lachen hatte ich fürchterliche Seitenstechen und stütze deswegen eine Hand in die Seite. „Ja. Sag mir, wann auch immer du kannst und es geht los." ich grinste ihn an. Ich musste meine Vorräte sowieso wieder aufstocken. Da würde mir ein Trip durch den Geheimgang runter ins Dorf gerade wirklich gelegen kommen und wenn ich das dieses Mal nicht mal alleine tun müsste, wäre es ja noch besser.
Er konnte gar nicht aufhören zu erzählen und ich wollte einfach alles wissen. „Du willst auch für sie spielen? Welche Position?" fragte ich aufgeregt. „Ich bin am ehesten Treiber." Erzählte ich ihm und grinste. Ich liebte diese Position!
Ich hätte ihm noch ewig zuhören können, aber er bemerkte wohl zu recht, dass wir Hogwarts immer näher kamen. Ich sah kurz aus dem Fenster. „Ja.... Wir haben nur noch ein paar Minuten und sollten uns lieber fertig machen." sagte ich und zog schon während ich sprach meinen Umhang an.
Auch meinen Proviant packte ich schon mal ein, als auch schon die Bremsen quietschten und wir langsam in den Bahnhof von Hogsmeade einfuhren. Ich sah grinsend zu Indigo, der irgendwie besorgt wirkte. „Alles wird gut." sagte ich aufmunternd und nickte ihm zu. Mit einem Ruck kam der Zug zum stehen und ich stand auf. Casper war schon aufgesprungen und miaunste die Glastür an. „Schon gut." murrte ich und zog diese auf. Er spürte, dass er zu Hause war. Sofort sprintete er los und ich wusste, dass ich ihn erst in meinem neuen Bett wiedersehen würde. „Er kennt sich aus und wird mein künftiges Bett wahrscheinlich schon vor mir gefunden haben." Ich lachte und nahm Indigos Hand um ihn hochzuziehen. Ich drückte sie leicht um ihn aufzumuntern und zog ihn dann hinter mir her den Gang hinunter und aus dem Zug heraus. „Vor uns liegen 7 Jahre, die wir ausgiebig nutzen müssen." ich grinste und atmete tief die frische Luft ein. Und ich würde alle Regeln brechen. Das wird ein Spaß! „Ich kann es jetzt kaum noch abwarten zu wissen, in welches Haus ich komme." sagte ich. Allerdings war ich auch ein bisschen nervös.
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Re: Vergangenheitsplay » 9
von Indigo am 21.02.2018 17:29Falls meine Augen schon nicht vorher genug geleuchtet hatten, so taten sie das jetzt. Ich hatte eher unbewusst das magische Wörtchen wir benutzt, und ich war froh, dass sie dieses nun auch erwiderte – vielleicht hatte sie ja nur mit den Freunden, die sie in dem Jahr schon gemacht hatte, ihre Runden durch Hogwarts ziehen wollen. „Lass uns das so machen", stimmte ich mit einem freudigen Lächeln zu. „Ich leiste dir gerne dabei Gesellschaft." Das tat ich wirklich gerne, besonders, wenn sie tatsächlich schon so viel Erfahrung hatte – Dumbledore hatte bei ihr vielleicht eine Ausnahme gemacht, da sie noch nicht mal eine Schülerin gewesen war, aber um ehrlich zu sein, wollte ich nicht gleich im ersten Jahr aus der Schule herausgeworfen werden.
Ich beobachtete stumm, wie sie meinen Kater streichelte, der das sogar über sich ergehen liess, wenn auch mit der üblichen nicht vorhandenen Begeisterung. Merle schien einen Draht zu Tieren zu haben. Ich konnte richtig sehen, wie sehr sie ihren Casper liebte – und wie sehr dieser sie zurück liebte. Die beiden sahen irgendwie niedlich zusammen aus, sodass ich mich dafür entschied, da für den Moment nicht dazwischenzugehen – wenn wir uns später noch öfters treffen würden, würde ich immer noch die Gelegenheit haben, Bekanntschaft mit dem getigerten Kater zu machen. „Er mag dich wirklich", sprach ich die Tatsache aus – ohne Neid, wohlgemerkt. Arrow zeigte zwar nichts derartiges, aber das brauchte ich auch nicht dringend. Ich hatte sowieso immer meinen Besen mehr geliebt als den Kater, der nun schon seit Jahren im gleichen Haus wie ich lebte und mich nie sonderlich beachtet hatte. Sobald mir das erlaubt war, würde mein Besen mein treuer Begleiter für Hogwarts sein.
Auch ich zog die Schachtel hervor, öffnete sie und nahm den Zauberstab darin, mein Zauberstab, heraus. Er war aus für Akazie typisch rötlichem Holz gefertigt und war, bis auf das Ende, das von den Schnitzereien an die Feder eines Vogels erinnerte, ziemlich schlicht. Ich hatte ihn von dem Moment, in dem er in Ollivanders Laden Funken gesprüht hatte, sobald ich ihn ihn meine Hand genommen hatte, gemocht. „Ja, sie sind wirklich schön", meinte ich schon fast ein wenig andächtig und bestaunte auch ihren Stab.
Ich überlegte einen Moment, dann fuhr ich mit meinem Zauberstab die Form eines Halbmonds nach und sagte dazu bestimmt „Lumos". Es war ein Zauberspruch auf einer der ersten Seiten in einem meiner neuen Bücher. Eigentlich sollte er wie eine Muggeltaschenlampe funktionieren, doch bei mir passierte in diesem Moment rein gar nichts. „Nun, eigentlich sollte da Licht kommen...", kommentierte ich mit einem schiefen Grinsen und probierte es noch einige Male, jedoch ohne grossen Erfolg – das schwache Glimmen beim letzten Versuch bildete ich mir wahrscheinlich nur ein. Aber dafür gingen wir ja nach Hogwarts.
Gespannt beobachtete ich, wie sich der Zauber des Bonbons seine Wirkung entfaltete – und brach, genau wie sie, in Gelächter aus, als ihre Stimme urplötzlich wie die meiner Grandma klang. Ich schnappte mir auch eines und war erst enttäuscht, als es wie eine der Bertie Bott's-Bohnen mit normalem Geschmack schmeckte, doch als ich mich darüber beschweren wollte, war das Gackern eines Huhns zu hören – und das schockte und amüsierte mich gleichzeitig so sehr, dass ich laut lachen musste, was weiterhin nichts mehr als Gackern war. Erst, als die Wirkung nachgelassen hatte, beruhigte ich mich wieder einigermassen. „Jetzt muss ich nur noch dringender nach Hogsmeade", sagte ich lachend – wenn sich dort noch mehr solcher kleiner magischen Süssigkeiten finden liessen, würde ich Feuer und Flamme für den laden namens Honigtopf sein, das war klar.
Da Merle mich weder wirklich stoppte noch gelangweilt aussah, erzählte ich weiter, mit all meiner Begeisterung und Leidenschaft für den magischen Sport und der Liebe für mein Team, das Team, in dem ich auch irgendwann mal selbst spielen wollte. Dabei rückten meine Eltern und der Abschied, der meiner Meinung nicht hätte sein müssen, meine Nervosität und Neugier, in welches Haus ich kommen würde, und meine Angst, keine Freunde zu finden, in den Hintergrund – was mir im Moment gerade sehr gelegen kam. Vor dem Fenster wurden die Wälder dichter, die Felder weiter und die Berge höher, ein Zeichen dafür, dass wir immer weiter in den Norden unserer Insel fuhren. Davon bemerkte ich aber nicht viel, da ich nicht gross rausschaute.
Erst, als es vor langsam begann, dunkler zu werden, bemerkte ich wirklich, wie viel Zeit vergangen war. Ich machte eine Pause und warf einen tatsächlichen blick nach draussen, der Zug fuhr gerade durch einen dichten, dunkel wirkenden Nadelwald. „Meinst du, wir kommen bald an?", fragte ich in einem Tonfall, der genauso gut leicht ängstlich wie erwartungsvoll sein könnte – nicht mal ich konnte das wirklich einschätzen. Sie wusste wohl deutlich mehr über die Umgebung von Hogwarts wie ich, weshalb ich ja auch gefragt hatte...
Der kleine, unsichere Indigo, der irgendwo in sich Angst hatte, dass der sprechende Hut oder gar er selbst sich vor der Schule blamieren würde, war mit dieser nur kurzen Pause von seinem Lieblingsthema mit einem Schlag wieder zurück. Ich schluckte und schaute dann wieder zu Merle. War sie genauso nervös wie ich? Oder war sie mehr gewappnet auf das, was auf uns zukommen mochte?

Re: Vergangenheitsplay » 9
von Merle am 18.02.2018 23:03Er blickte mich an, als hätte ich beim Glücksrad drehen den Hauptgewinn erzielt, weswegen ich ihm traurig lächelnd erklärte: „Es war schon toll...meistens. Ich habe auch schon Freunde, die jetzt in die zweite Klasse kommen, aber die hatten eher selten Zeit für mich. Sie mussten ja zum Unterricht. Und immer alleine zu sein war jetzt auch nicht sooo toll. Natürlich hatte es seine Vorteile, das Schloss schon in Ruhe erkunden zu können." Ich grinste und meine Augen blitzten schelmisch.
„Ich nehme dich einfach mal mit. Ich habe schließlich niemals behauptet, offiziell dagewesen zu sein." Als er von 'uns' sprach, machte mich das unheimlich glücklich und erst jetzt merkte ich, dass ich wohl doch ein kleines bisschen Angst davor gehabt hatte, keine Freunde zu finden. Oder zumindest Leute, die mit mir auskamen und mich um sich haben wollten. Ich strahlte ihn an und nickte dann. „Wenn du magst, können wir gerne weitere Erkundungstouren unternehmen. Ich weiß zufällig, wann die Gänge nachts leer sind." Ich grinste erneut. „Ich habe zwar auch immer tagsüber Zeit gehabt, aber nachts war es noch viel spannender. Einmal hat ausgerechnet Dumbledore mich erwischt. Aber er hat nur so komisch gelächelt, als wüsste er schon lange, was ich in seine Schule so treibe und vor allem wann und das war echt unheimlich. Ach und er hat mir so eine Muggeltaschenlampe gegeben und gesagt, dass ich im fünften Stock den Südgang meiden sollte. Noch habe ich den irgendwie nicht gefunden. Vielleicht ist es noch ein Geheimgang, den er meinte! Wenn du Lust hast, können wir das nächste Mal gemeinsam suchen." Ich sah ihn hoffnungsvoll an.
Ich besah mir meinen eigenen Kater nochmal. Er war mir gegenüber sehr loyal und dass das nicht so üblich war, hatte ich schon gehört. „Casper ist auch ein kleiner Prinz. Alles was er möchte, bekommt er." ich verwöhnte ihn wohl manchmal auch etwas zu viel. „Zumindest, wenn es sich einrichten lässt." fügte ich dann noch hinzu. Dann stand ich auf und ging langsam zu Arrow und kniete mich auch genauso langsam vor ihn. „Dann wollen wir doch mal sehen, was er von mir hält." sagte ich und hielt ihm vorsichtig meine Hand hin. „Hallo mein Hübscher." ich lächelte. Er schnupperte kurz und ließ mich ihn dann streicheln. Sein Gesichtsausdruck sah zwar immer noch aus, als hätte ich versucht ihm vergammelten Fisch als Delikatesse anzudrehen, aber er beschwerte sich sonst nicht, was ich als positiv einstufte. „Test bestanden würde ich sagen." ich kraulte ihn noch kurz, dann setzte ich mich wieder auf meinen Platz. Mein eigener Kater sah mich ziemlich entsetzt an, woraufhin ich ihm beruhigend über sein grau – getigertes Fell strich. Er schnurrte versöhnlich und legte seinen Kopf wieder auf die Pfötchen.
Ich verdrehte theatralisch die Augen. „Alles ist gefährlich, bevor man es geübt hat. Warum dann nicht schon jetzt üben?" Ich grinste und zog die Schachtel aus dem Rucksack. Ich lächelte und öffnete diese dann vorsichtig. „Sie sind so hübsch, nicht wahr?" fragte ich und befreite meinen vorsichtig aus der Verpackung. Er war relativ dunkel und hatte eine interessante Form, wie ich fand. An einigen stellen glitzerte er goldig. Nachdenklich betrachtete ich Indigo. „Und jetzt? Fällt dir ein Zauber ein?" ich hatte noch keines meiner Bücher angerührt...
Es tat mir leid, dass er seine Eltern so schrecklich vermissen würde, aber er wusste wenigstens wann und vor allem DAS er sie wiedersehen würde. Er wirkte aber wirklich sehr traurig...ob ich wohl auch so aussah?
Lächelnd beobachtete ich, wie auch er sich mit Süßkram eindeckte und als wir all unsere Vorräte auf den kleinen Abteiltisch ausbreiteten um besser teilen zu können, konnte ich ein Strahlen nicht mehr verbergen. Ich hoffte wirklich, ihn als meinen Freund bezeichnen zu dürfen und hoffentlich im selben Haus zu landen wie er. Ich fischte auch noch die Getränke aus meinem Rucksack und ein paar Wunderbonbons. Ich deutete auf diese und erklärte:"Die sind von meinem letzten Beutezug aus dem Honigtopf. Einige davon verändern für kurze Zeit deine Haare und andere deine Stimme. Manch lassen dich auch Tierlaute machen." Ich grinste und griff nach einem gelblichen Bonbon. Er schmeckte eigentlich einfach nur süß, aber es ging ja auch viel mehr um die Wirkung. „Ich weiß gar ni...oh." begann ich, stockte aber, weil ich die Wirkung in diesem Moment hörte. Ich schlug mir eine Hand vor den Mund und begann dann zu lachen, aber selbst mein Lachen klang- wie meine Stimme eben - wie das einer sehr alten Frau. Erst, als mein Kichern wieder nach mir klang, konnte ich mich beruhigen.
Während wir aßen, erzählte er von einem Spiel, das er besucht hatte. Es war wahnsinnig spannend und ich lauschte seinen Worten ganz genau. Ich sog sie auf und gab häufig erschrockene oder gespannte Laute von mir. Manchmal rutschte mir auch ein entsetztes „Wirklich?!" heraus. Wie gerne wäre ich auch dabei gewesen. Die Zeit verging wie im Flug und ich konnte gar nicht genug von all seinen Erfahrungen bekommen. Was ich alles verpasst hatte! Unglaublich.
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Re: Vergangenheitsplay » 9
von Indigo am 18.02.2018 13:50Merles Erzählungen faszinierten mich und schüchterten mich zur gleichen Zeit auch ein wenig ein. Hogwarts war einfach eine aussergewöhnliche Schule, ein altes Schloss, dass irgendwie sein eigenes Leben zu führen schien, was manchmal wohl doch nicht ganz so ungefährlich für seine Bewohner war. Irgendwie war ich auch ein wenig neidisch auf sie. Ich wünschte, ich hätte schon die Chance gehabt, Hogwarts vor meiner Schulzeit zu erkunden... Wobei... Ich hätte mich auch nicht gerne auch nur eine Sekunde früher von meiner Familie getrennt.
„Auf Hogsmeade freue ich mich auch, aber da darf man ja noch nicht ab der ersten Klasse hin, oder? Es muss so toll für dich gewesen sein, trotzdem schon dort gewesen zu sein..." Fast schon ein wenig wehmütig sah ich sie an. „Aber du musst mir diese Geheimgänge unbedingt zeigen. Vielleicht entdecken wir ja noch mehr!"
Ich lächelte erleichtert. „Das ist wirklich nett von dir, wirklich." Ich kannte Merle gerade mal... wie lange fuhren wir denn schon? Jedenfalls hoffte ich, dass wir in dasselbe Haus kamen. Sie konnte mir und bestimmt auch anderen sicherlich ein paar Hogwarts-Anfängertipps geben.
Erneut sah ich zu dem schon etwas älteren Kater. „Ich weiss es nicht... Ich meine, manchmal hat er Lust auf Streicheln und dann wird er auch gestreichelt, ohne Widerrede. Und an anderen Tagen verkriecht er sich lieber und ist nicht auffindbar. Ich glaube, wenn ich nicht da bin, würde er sicher zu einer anderen Person laufen, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen." Zumindest den rest meiner kleinen, aber feinen Familie hatte er immer gemocht, und wenn Aspen bei uns war, akzeptierte er sie meistens still – das kleine Muggelmädchen im Haus neben uns jedoch konnte er gar nicht ausstehen. Katzen hatten eben Charakter, deswegen mochte ich sie auch so sehr.
Ich lachte. Je länger ich hier sass, desto mehr bekam ich den Eindruck, dass Merle wohl eine dieser Mädchen war, vor denen mich Mum ständig gewarnt hatte, eine derjenigen, die angeblichen einen schlechten Einfluss auf gute Jungs wie mich hatten. Das hatte sie früher ziemlich oft gesagt, ohne es je böse zu meinen – immerhin hatte sie Aspen schon lange akzeptiert, sodass ich mir auch sicher war, dass sie Merle nach kürzester Zeit mögen würde.
„Ich habe meinen Zauberstab schon länger, aber Mum hat ihn bis heute morgen weggesperrt, dass ich nichts zertrümmere... Angeblich ist es gefährlich, die ohne magische Bildung zu benutzen." Das hatte mich aber nicht daran gehindert, ihn manchmal heimlich aus der dunklen Schachtel mit der Ollivander's-Aufschrift herauszunehmen und ihn still zu bewundern.
Eigentlich wollte ich jetzt nicht mehr an meine Eltern denken – das machte mich nur traurig. Trotzdem nickte ich als Antwort auf ihre Frage. „Bis Weihnachten ist eben eine lange Zeit... Und Briefe sind halt nicht das gleiche." Ich schaute nachdenklich aus dem Fenster, sah die Landschaft draussen vorbeiziehen. Wenigstens hatten meine Eltern mit zum Zug kommen können. Merle hatte sich wohl schon vor längerer Zeit verabschieden müssen.
Merle wirkte so traurig und ich wusste nicht warum – ich hatte das ungute Gefühl, dass es an mir lag, dass ich vielleicht zu viele Fragen gestellt hatte. Vermisste sie ihre Eltern so sehr? Wollte sie nicht an sie denken, hatte sie sich mit ihnen gestritten? Ich traute mich nicht zu fragen, ich wollte sie ja nicht noch trauriger machen... Aber ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Wäre es nicht zu unsensibel, wenn ich jetzt auf ein völlig anderes Thema umlenkte? Sollte ich doch noch etwas dazu sagen?
Glücklicherweise riss mich die freundlich aussehende Hexe mit dem Wagen voller Süssigkeiten aus meinen Gedanken. Dad hatte mir etwas Geld für Verpflegung mitgegeben, sodass ich mir zwei Kürbispasteten, ein paar Schokofrösche und einen kleinen Beutel mit Bertie Bott's Bohnen leisten konnte. Dazu holte ich mir die Brote von Mum aus meinem Rucksack und stellte alle meine Schätze so hin, dass auch Merle hinkam – ich teilte gerne. Ich nahm dankend eine der Erdbeeren und genoss den süssen Geschmack in meinem Mund.
„Hey, hast du von dem Spiel der Arrows gegen die Wimbourner Wespen im August gehört?", fragte ich sie – keine Ahnung, wie ich gerade jetzt darauf kam, aber ich wollte sie ja irgendwie ablenken, und sie hatte ja gesagt, ich sollte ihr von meinen Live-Erfahrungen erzählen. „Ludo Bagman hätte da fast den Schädel einer Arrows-Jägerin zertrümmert... Das war echt gruselig, selbst für erfahrene Zuschauer." Ich begann, von der äusserst spannenden und ziemlich aggressiven Partie zu erzählen, den beiden Suchern, die ihr Publikum immer wieder nach Luft schnappen lassen hatten, der waghalsigen neuen Taktik unserer Jäger und dem spektakulären Schnatz-Fang des Wespen-Suchers, der dabei fast in den Boden geprallt wäre. Es war eine sehr knappe Niederlage für uns Arrows gewesen, denn unsere Jäger hatten deutlich besser gespielt als die der Wespen, auch wenn sie sich von Bagmans Klatschern hatten fürchten müssen.
Wie immer, wenn ich über Quidditch redete, war meine Stimme voller Spannung, als sässe ich immer noch auf meinem Platz auf der Tribüne, und meine Augen glänzten. Hoffentlich langweilte ich sie nicht nur... Über das Spiel war schliesslich ausführlich im Tagespropheten berichtet worden, doch es war nicht das Gleiche, wie wenn man tatsächlich dabei gewesen war.

Re: Vergangenheitsplay » 9
von Merle am 17.02.2018 10:53Ich grinste bei seinen Worten. Bei mir war es auch so gewesen. Ich hatte durch meine Geschwister schon so viel von Hogwarts gehört, dass ich mein erstes Schuljahr gar nicht abwarten konnte. Und dann hatte der Traum sich in einen Alptraum verwandelt und ich hatte meinen Wunsch so schnell wie möglich nach Hogwarts zu kommen, erfüllt bekommen. So viel zu dem Spruch: Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünschst - weil es sich vielleicht erfüllt. Hogwarts hatte mich nicht enttäuscht. Keine Sekunde lang und trotzdem wollte ich nicht dort sein. Ich seufzte. Erneut begrub ich diese heute wirklich oft auftretenden traurigen Gedanken.
Als er von den versteckten Winkeln des Schlosses sprach, grinste ich ihn verschwörerisch an. „Ich habe schon einige Geheimgänge entdeckt und wenn jemand wüsste, wo ich schon überall ohne Erlaubnis gewesen bin, würde ich wohl mächtigen Ärger bekommen. Aber ich habe den Besitzer vom Honigtopf - das ist der Süßigkeitenladen in Hogsmeade – um den Finger gewickelt. Er sagt, er würde niemals seine beste Kundin verraten." ich lachte. Einmal hatte ich es allerdings übertrieben und so viele Süßigkeiten genascht, dass ich schreckliche Bauchschmerzen bekommen habe. Aber das verschwieg ich an dieser Stelle. „Oh, und es gibt eine Treppe, die ist wirklich gemein! Da verschwinden ständig Stufen und du sinkst einfach ein und wenn du richtig Pech hast, kommst du nicht mehr wirklich raus und steckst richtig fest. Letztes Jahr ist das einem Schüler passiert und der steckte wohl eine Schulstunde lang fest. Ich weiß nur davon, weil Peeves ihn mit Tomaten beworfen hat. Aber mach dir keine Sorgen, ich zeige dir einfach, welche Stufen du meiden solltest." Ich wollte ihm ja keine Angst machen. Allerdings war ich wohl auf dem besten Weg dahin...Upps.
Ich besah mir meinen Kater nochmal. Ob er wohl nur so tat? Ich runzelte die Stirn. „So verschlafen, wie er mich immer anguckt glaube ich das nicht so." Ich lachte. „Außerdem lasse ich ihm seine Ruhe auch wenn er schläft eher selten." Ich kraulte seinen Nacken und stupste gegen seine Ohren, die sofort zu zucken anfingen. Das sah so niedlich aus. „Lässt Arrow sich eigentlich streicheln? Also auch von anderen oder nur von dir? Bei Casper ist es nämlich recht...merkwürdig. Es ist, als wüsste er, wen ich mag und wen nicht. Alle die ich nicht mag, faucht er an und der Rest darf ihn nach eingehender Musterung auch streicheln." ich sah wieder zu Arrow, der tatsächlich sehr müde aussah.
Als er sagte, das er früh schlafen nicht mochte, sah ich auf und grinste wieder. „Ich mag schlafen auch nicht. Es ist so eine Zeitverschwendung!" beschwerte ich mich. „Was man alles machen könnte, wenn man nicht ständig schlafen müsste! Stell dir das mal vor!" Meine Augen glänzten. Ich würde wahrscheinlich nur noch mehr Mist bauen, aber das ist ja auch spaßiger als Schlafen. „Und stimmt. Es gibt schließlich immer noch Ecken im Schloss, die ich nicht kenne. Und einige Türen, die man ohne Zauberstab einfach nicht auf bekommt." Ich zwinkerte ihm zu. „Das ist glaube ich einer der Gründe, weshalb meine Schwester das mit meinem Zauberstab so weit wie möglich raus gezögert hat. Sie sagte einmal, ich würde schon genug Schaden anrichten ohne Magie. Das hat Mom auch immer gesagt. Aber sie hat dabei gelächelt. Tea hat böse geguckt...Okay, ich hatte ihr auch kurz davor einen Streich gespielt..." ich zuckte mit den Schultern und ignorierte den Stich, den mir die Erinnerung verpasste.
„Sie wären bestimmt gerne dabei gewesen..." mutmaßte ich. Aber auch er schien etwas traurig zu sein. „Vermisst du sie schon?" fragte ich. Eine anderer Grund fiel mir gerade nicht ein. Sie waren ja da gewesen, oder...? Eigentlich wusste ich das nicht. Ich hatte nur gesehen, dass er jemandem gewunken hatte und war einfach davon ausgegangen, dass es seine Eltern gewesen waren,
Als er weitersprach, biss ich die Zähne zusammen. „Ja, das hoffe ich auch...." flüsterte ich. Ich glaubte nicht, das sie tot waren. Sie waren nur weg. Meine Geschwister hatten die Hoffnung schon aufgegeben, hatten unsere Eltern aufgegeben. Sie wollten sie nicht mal suchen! Aber so bald ich alt genug war und genug gelernt hatte um sie finden zu können, würde ich damit anfangen. Nur für den Fall, dass sie bis dahin noch nicht wieder aufgetaucht waren. Aber sie würden wiederkommen. Sie mussten einfach.
Als die Abteiltür aufging, zuckte ich erschrocken zusammen. Es war die Hexe mit dem Süßigkeitenwagen. Ich grinste Indigo an und kaufte mir noch ein paar Schokofrösche, da ich meine ja schon verspeist hatte. Ich liebte Süßigkeiten. Aber erst mal steckte ich diese ein und zog die Erdbeeren aus meinem Rucksack und begann zu essen. Wenn ich etwas mehr liebte als Schokolade, dann waren es definitiv Erdbeeren. „Willst du auch?" fragte ich und bot ihm die Erdbeeren an. Wir mussten doch schon eine Weile unterwegs sein, wenn die Süßigkeitenhexe schon kam. Unglaublich, wie schnell die Zeit verging.
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