Vergangenheitsplay » 5
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Gabriella
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Re: Vergangenheitsplay » 5
from Gabriella on 05/28/2017 05:09 PMDas Mädchen starrte mich so unentwegt an, sagte nichts, sah wieder weg, dann wieder zu mir. Ich wusste gar nicht, wie mir geschah. Wer sollte so etwas denn machen und weswegen? Ich war drauf und dran auf zu springen und sie an zu schreien, sie solle mir mein Gesicht zurück geben, doch auch, wenn ich im Inneren schon anfing zu toben, blieb ich nach außen hin ruhig. Ich konnte nicht anders. Ich war wie gelähmt von ihrem Anblick.
"Sollte ich das nicht eher fragen?", fragte ich sie meinerseits und verengte wütend die Augen. "Wer hat dich engagiert und weswegen?", zischte ich, während ich langsam aus meiner Tasche meinen Zauberstab fischte. Das hier konnte nicht real sein. Es konnte nicht noch jemanden geben, der aussah wie ich. Das ergab überhaupt keinen Sinn.
Ich meine, ich wusste, dass meine Eltern tot waren und ich hatte mir früher immer vorgestellt, dass ich irgendwo da draußen noch einen großen Bruder hätte, den alle für tot gehalten haben, aber der dann wieder auf taucht und dann hätte ich Geschwister und eine richtige Familie. Eine Schulter zum Anlehnen und sowas. Aber das war nur ein Wunschdenken gewesen. Und jetzt saß mir ein Mädchen gegenüber, das aussah, wie ich und ich war nur mehr verwirrt.
"Du bist im Übrigen eine sehr schlechte Nachmache von mir. So einen hässlichen Pullover würde ich niemals anziehen.", meinte ich und rümpfte die Nase. Schneeflocken. Wie kitschig.
Re: Vergangenheitsplay » 5
from Hazel on 05/28/2017 04:52 PMIch mochte das bunte Treiben auf Bahnhöfen, wenn sich Familien von den Schülern verabschiedeten. Bei den jüngeren flossen noch Tränen, die Älteren wehrten ihre Mommys und Daddys genervt ab. Alle waren so verschieden und doch erkannte man bei manchen gleiche Gesichtszüge wieder. Ich mochte es, in einer Familie nach gleichen Details zu suchen. Die gleiche Nase, das gleich Lächeln, die gleiche Art wie sie die Stirn krausten. Vielleicht lag es daran, dass ich das nie machen konnte. Nicht mal meine Haarfarbe ähnelte die meiner Moms. Ich hatte tiefbraune wellige Haare, meine eine Mom dünne, Blonde meine andere Mom kringelige rote Haare.
Ich sah aus dem Fenster und suchte mit den Augen nach James. Also eigentlich wollte ich das nicht, aber ich konnte nicht anders. Es hatte direkt vor den Ferien einen Kuss gegeben. Ich hatte überlegt ob ich ihm schreiben sollte...die ganzen Ferien war ich aus dem Häuschen gewesen und konnte nicht mal richtig Süßigkeiten essen. Ich hatte viel zu viel Aufregung im Bauch.
Ich entdeckte ganz hinten einen schwarzen Haarschopf und wollte mich gerade strecken um mehr erhaschen zu können, dann öffnete sich die Abteiltür. Ich erwartete meine Freundinnen zu sehen oder sonst ein bekanntes Gesicht...und irgendwie war es dann ja auch so. Vor Überraschung weiteten sich meine Augen und mein Mund öffnete sich langsam. Irritiert legte ich den Kopf schief und kniff de Augen zusammen. Ich nahm die Person vor in jedem Detail wahr, mit einer Präzision, mit der ich selten Menschen abcheckte. Ich wagte nicht zu sprechen, sondern saß einfach nur da und starrte dieses Mädchen an. Als sie sich mir schräg gegenüber hinsetzte, saß sie mir direkt auf Augenhöhe. Was wohl daran lag, dass wir auf den Centimeter die gleiche Größe hatten. Ich schluckte schwer, als ich ihr direkt ins Gesicht sehen konnte. Ich blinzelte und blinzelte gleich nochmal. War das ein Scherz? Hatte irgendjemand Vielsafttrank zusammengemischt? Aber weshalb? Ich musterte das Mädchen immer noch intensiv. Sie sah aus wie ein Ebenbild von mir. Nur hatte sie einen klassischen, edlen Stil und einen stolzen Blick. Ich wandte den Blick ab und sah dann wieder scheu zu ihr zurück. "Soll das ein schlechter Scherz sein?" fragte ich kopfschüttelnd und versteifte mich auf die Theorie. Alles andere wäre ja auch Wahnsinn.


Gabriella
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Re: Vergangenheitsplay » 5
from Gabriella on 05/28/2017 04:36 PMHogwarts. Die Schule, an die ich auf keinen Fall wollte. Warum hatte ich nicht in Durmstrang bleiben können? Da konnte ich mir wenigstens sicher sein, dass dort keine Schlammblüter herum liefen. In Hogwarts wusste man nicht, ob man sich irgendwo dran die Hände schmutzig machen könnte oder wem man überhaupt trauen sollte. Und jetzt musste auch auch noch Stunden lang mit einem Zug fahren, der voller Schüler war, die ich nicht kannte.
David, der mich zum Zug gebracht hatte, sagte ich nicht einmal ordentlich auf Wiedersehen, so wütend war ich. Ich liebte Weihnachten, aber dieses Jahr war es mir von den schlechten Nachrichten kaputt gemacht worden. Ich sollte nach Hogwarts, würde verlobt werden, nach meinem Abschluss heiraten. Ich hatte immer gehofft, ich würde einen der gutaussehenden Durmstrang-Jungs abbekommen. Die Briten sahen doch allesamt nicht gut aus. Überhaupt nicht mein Geschmack.
Ich hievte meinen Koffer in den Zug und drängelte mich dann durch den Flur, um irgendein Abteil zu finden, das noch nicht besetzt war und welches ich dann für mich einnehmen konnte. Ich zog meinen Koffer hinter mir her und lugte in jedes Abteil. Da ich den Flur schon zwei Mal auf und ab gelaufen war und kein freies Abteil gefunden hatte, beschloss ich mich in das leerste Abteil zu setzen. Ich fand eines, in dem nur ein Mädchen saß. Ihr Blick war zum Fenster hin gerichtet, weswegen ich nur ihre Haare sah, die den Rest des Gesichtes verdeckten. Ich fragte sie jedoch nicht einmal, ob hier noch frei war und ich mich zu ihr setzen dürfte. Ich öffnete einfach die Abteiltür, zog meinen Koffer herein und packte ihn dann auf die Gepäckablage, während ich dem Mädchen keine Beachtung schenkte. Erst als ich mich schräg gegenüber von ihr auf den Platz setzte, musterte ich sie kurz. Zumindest hatte ich vor sie nur kurz an zu sehen, doch als ich ihr Gesicht sah, vergaß ich einen Moment lang das Atmen.
"Ach du heilige...", flüsterte ich fassungslos. Das war doch jetzt ein schlechter Scherz. Das konnte doch unmöglich wahr sein!
Re: Vergangenheitsplay » 5
from Hazel on 05/28/2017 04:34 AM
Twinning
Irgendwie war es schon seltsam, wenn meine Moms mich aus Schottland nach London fuhren, nur damit ich praktisch wieder nach Schottland mit dem Zug fuhr. Ich diese Zugfahrten hatte ich sehr lieb gewonnen. Ich war schon relativ früh da, weil meine eine Mom einen Pünktlichkeitstick hatte. Vor allen anderen also hatte ich die Qual der Wahl der Abteile. Ich setzte mich in das erstbeste und wartete auf meine Freunde. Noch trug ich meine normalen Klamotten, Rollkragenpulli mit Schneeflöckchen drauf und eine zerknitterte Jeans. Und die Zeit wollte einfach nicht vergehen...


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