Vergangenheitsplay » 2

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Remus
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Re: Vergangenheitsplay » 2

von Remus am 29.07.2018 23:45

Ich hatte die Augen geschlossen und versuchte mich zu entspannen. Ich konzentrierte mich auf die Geräusche des Windes und des knisternden Kaminfeuers. Es kam durchaus vor, dass ich im Gemeinschaftsraum einschlief, obwohl das nie meine Absicht war. Des Öfteren wachte ich dann mit Gekritzel im Gesicht auf, eines obzöner als das andere. Aber so war das eben bei den Rumtreibern. Es würde sich schon eine Möglichkeit ergeben, wo ich mich dafür revanchieren konnte.
Auch dieses Mal war ich nahe daran einzuschlafen und döste weg. Als ich erwachte, dachte ich an genau so eine Situation und fasste mir instinktiv ins Gesicht. Aber die Stimme und auch die Worte passten nicht unbedingt zu meinen Freunden. Auch, wenn Sirius ab und an bei jedem Mal solche anzüglichen Worte brachte. Gerade da die Worte geflüstert worden waren, hatten sich die Härchen in meinem Nacken aufgestellt und ein warmer Schauer lief mir über den Rücken.
Immer noch mit erhobenen Händen, drehte ich mich herum und sah ein wenig verpennt hoch in Ju's Gesicht. "Oh...hey.." sagte ich etwas verlegen. Einerseits wegen meines Zustandes und der Tatsache, dass ich offenbar eingeschlafen war. Andererseits auch ein kleines bisschen wegen seiner Worte, wobei es sich lediglich um witzelein handelte. Ich strich mir über meine glühenden Wangen und durch die Haare, in einem schwachen Versuch, sie ein wenig zu ordnen. Ich fühlte mich gerade ganz und gar nicht gesellschaftstauglich. Ich legte den Kopf in den Nacken und sah Julian jetzt kopfüber an. "Kann ich dich vielleicht auf längere Zeit als morgendlichen Wecker buchen?" fragte ich schmunzelnd und hob eine Augenbraue. Ich war immer noch etwas weggetreten, was eventuell auch an den Heiltränken liegen könnte. Aber ich wurde zunehmend wacher. Ich sah auf meine Armbanduhr und stellte fest, dass ich wirklich nur wenige Minuten weggetreten war. Darüber war ich ja doch ganz froh.

   
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Julian
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay » 2

von Julian am 30.07.2018 19:16

Remus sah süß aus wenn er schlief.  Seine Haare waren noch etwas wirrer als sie sonst waren. Sie sahen aber gleichzeitig so weich aus, weich wie das Fell von einem Kätzchen. Sein Gesicht schien auch so viel entspannter und wie es schien, war er zwar erschöpft aber glücklich. Irgendein Gedanke machte ihn furchtbar glücklich, ich hätte zu gerne gewusst welcher es war. Vielleicht war es nicht mein Recht aber ich fand es interessant. Ich tat alles dafür, meine Freunde glücklich zu sehen und Remus, der zwar ein Jahr älter war als ich, war mehr als nur ein normaler Freund für mich. 
Ich war irgendwie froh, dass er nicht nach mir geschlagen hatten als ich ihn so "sanft" geweckt hatte.  "Hey Hey, Müde?", grinste ich ihn dann an. Er war rot geworden und das war irgendwie niedlich. Ich legte eine Hand langsam an seine Wange und streichelte ihn so sanft mit meinem Daumen. Er sah aus als hätte er wieder eine schlimme Nacht hinter sich gehabt. "Nichts für ungut aber du siehst verdammt fertig aus.", meinte ich und schobt ihn etwas bestimmt wieder in den Sessel zurück. Nicht das er mir noch umkippte. Ich sah mich noch um und legte ihm eine Decke auf die Beine. "Ich bring dich ins Bett falls du wieder hier einpennst.", meinte ich dann grinsend. Ich selber würde nicht schlafen können ich hatte genug zu denken.
"Es wäre eine Ehre für mich Euer Wecker zu sein, MyLord.. Jedoch wäre Lord Black sicher nicht einverstanden.", meinte ich dann förmlich und unterdrückte ein Grinsen. Ich wollte ihn lachen sehen. Ich freute mich immer wenn er lachte, zumal sein Lachen so ansteckend war und ich dann wusste das er glücklich war. Schließlich war es dass was im Leben zählte. Freunde und Familie. Meine Familie.. Naja da gab es noch Probleme aber mit meinen Freunden sollte alles in Ordnung sein. 
Für einen kurzen Moment wich ihm seinem Blick aus. Der Gedanke daran,  ihm zu sagen, dass das vielleicht mein letztes Jahr in Hogwarts gewesen war. Aber gerade jetzt.. es war nicht der Moment dafür.  Leise seuftze ich und holte meine Bücher aus meinem Umhang und legte sie auf den Tisch. "Ich sollte mal wieder in die Bibliothek, hmm..", meinte ich dann. Mir war in der Sekunde nicht aufgefallen das die Mungos Rechnung von Mutter auf den Boden gefallen war. Gerade war ich zu fokussiert auf die Bücher und auf Remus. Ich hatte das Gefühl, dass seine Nähe mir wirklich half. Instiktiv griff ich nach einer seiner Hände.

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Remus
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Re: Vergangenheitsplay » 2

von Remus am 05.08.2018 01:42

Ich lächelte kurz und verdrehte leicht die Augen. "Nein ich bin hellwach..." murmelte ich halbherzig scherzend und strich mir restlichen Schlafsand aus dem Auge. Ich hatte den ganzen Tag geschlafen, wie konnte ich jetzt müde sein? Ein paar Sekunden später, war ich allerdings um einiges wacher, nämlich als Ju seine Hand auf meine Wange legte und seltsam sanft darüber strich. Naja seltsam war es nicht. Aber es war eben auch nichts alltägliches. Mein Körper spannte sich für einen Moment an, aber dann entspannte ich mich. Es fühlte sich nicht schlecht an. Eigentlich sogar ganz gut, wenn ich nicht im Detail über diese Geste nachdachte.
Ich grinste schwach bei Ju's nächsten Worten. "Das hast du echt noch lieb ausgedrückt. Ich fühl mich als hätten ein paar Trolle mit mir Ball gespielt. Naja und ich war der Ball gewesen..." ich zuckte mit den Schultern. Für mich war dieses Gefühl nichts Neues. Erneut legte sich ein Lächeln über meine Lippen, als Julian mir die Decke über legte. Ich wusste nicht womit ich das jetzt verdient hatte. Es war spät, Julian war sicher auch müde. Zumindest wäre das bei dieser Uhrzeit ganz normal. Ich zog eine Augenbraue hoch und grinste schief. "Lässt du mich mit Wingardium Leviosa in den Schlafsaal schweben oder machst du das ganz altmodisch mit tragen?" fragte ich ihn spielerisch. Ich würde in jedem Fall alleine in meinen Schlafsaal kommen, noch bevor ich hier einschlief. Ab jetzt würde das nämlich nicht mehr vorkommen.
Ein leises Lachen entglitt mir. "Ich denke Lord Black wäre das ganz recht. Der würde von dir dann vermutlich auch Gebrauch machen wollen." meinte ich schmunzelnd. Ich musste ihn an manchen Tagen drei Mal wecken, weil er jedes Mal wieder einschlief. Ihm würde diese Art Wach zu werden sicher gefallen. Obwohl Aquamenti auf jeden Fall effektiver war.
Ich ließ Julian nicht aus den Augen. Der Schalk in seinen Augen war verflogen und jetzt wirkte er irgendwie besorgt. Sofern ich das richtig deutete. Ich presste die Lippen aufeinander als er nach meiner einen Hand griff. "Willst du drüber reden?" bot ich vorsichtig an und drückte instinktiv seine Hand. Ich war schon immer ein guter Zuhörer gewesen. Und auch wenn ich jetzt am liebsten ins Bett fallen würde, würde ich nicht eher gehen, bis Julian wieder besser gestimmt war.

   
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Julian
Gelöschter Benutzer

Re: Vergangenheitsplay » 2

von Julian am 05.08.2018 20:53

Ich hob eine Augenbraue über seinen Scherz, eher weil mir nicht klar gewesen war, dass er jetzt schon zu Scherzen aufgelegt war. Vermutlich war aber meine Rabiate aufweckmehtode nicht ganz unschuldig. Während ich seine Wange streichelte rückte ich jetzt auch etwas näher zu ihm und grinste ihn dann leicht an. "Du bist wohl ziemlich genau, was rasieren angeht.", meinte ich dann noch und kniff ihm sanft in die Wange.
"Hey!", meinte ich dann aufmunternt, " Dafür siehst du aber nicht allzu schlimm aus. Hübsch wie eh und je.", meinte ich, während ich ihn zu deckte.  Ich machte keinen Hehl daraus, das ich sowohl auf Mädchen als auch auf Jungen stand. Das Geschlecht war mir eigentlich ziemlich egal, mir war die Chemie wichtiger. Mit jedem mit dem ich schon etwas Gehabt hatte, verband mich wesentlich mehr als nur das. Leicht grinsend sah ich wieder zu Remus. "Nein ich werde dich tragen, wie meine Braut.", mein Grinsen wurde etwas breiter. "Über die Schwelle bringt Glück." Und ich würde dann noch dafür sorgen das er gut schlafen konnte. Das hieß schauen ob etwas zu trinken, also Wasser, dort  war und auch das es ihm nicht zu kalt oder zu warm wurde. Das war wichtig für seine Ruhe. Immerhin musste er sich ja gut erholen. 
Auf sein Lachen hin musste ich grinsen. Ich hatte mein Ziel erreicht. "Nun denn.. Auf euer Geheiss, Lord Lupin, werde ich natürlich auch für Lord Black zur Verfügung stehen.", säuslte ich wieder vollständig ernst. Warum nicht. Ich war jemand der nicht viel schlief, aber gern schlief.. Naja es würde mich nicht umbringen die Beiden zu wecken. Ich wusste auch schon wie ich Sirius wach bekäme. Auf Stinkmorcheln und ähnliches reagierte eigentlich wohl jeder. Ich bezweifelte, das mein Raunen ihn wecken würde. Plus.. Remus war der einzige Pretty Boy hier. 

Der Druck seiner Hand bestärkte mich irgendwie, die Wahrheit los zu werden. "Ich...", setzte ich langsam an. "Ich werde vermutlich nicht mehr.. nach Hogwarts kommen.", meinte ich dann etwas leiser. ".. Ich kann es mir nicht mehr leisten.. ", murmelte ich dann unsicher. Ich wusste schon, wie sehr ich das alles vermissen würde und wie gerne ich wieder herkommen würde. Nur... ohne Geld war das nicht möglich. Leider Gottes..  Ich verschrenkte meine Finger mit denen von Remus. Seine Hände waren warm und ich wollte gerade einfach nur seine Nähe fühlen. Langsam hob ich meinen Blick um ihm in die Augen zu sehen. Diese warmen, treuen, braunen Augen...

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Remus
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Re: Vergangenheitsplay » 2

von Remus am 15.08.2018 22:11

Ich biss mir für einen Moment auf die Unterlippe. Ehrlich gesagt war rasieren bei mir noch nicht so ein Thema. Erst nach und nach entdeckte ich einige Stoppeln. Aber ja gut, selbst da war ich sehr genau. Also sagte ich einfach mal nichts dazu, sondern zuckte nur leicht ertappt mit den Schultern. Er durchschaute mich eben.
Ich wusste nicht, ob mich eh jemand mal als hübsch bezeichnet hatte. Nicht unattraktiv oder so, aber hübsch war recht neu zu hören. Wie auch immer. Ich lächelte leicht, als er mich zudeckte. "Ich gebe das einfach mal zurück..." antwortete ich und meinte es auch aufrichtig.
Ich musste kurz lachen und schüttelte den Kopf. "Nagut, ich beklage mich nicht. Auch wenn ich recht oft die Rolle der Frau zugewiesen bekomme was so etwas angeht. Aber...dafür gibt es sicher gut Gründe." es machte mir eigentlich nichts aus. Ich nahm das Meiste mit Humor. Und das war wohl mein Glück. Mir wurde ein wenig warm im Gesicht, als ich daran dachte wie Ju mich den Schlafsaal hinauftragen würde.
Meine Augenbrauen zogen sich ernst zusammen und mein Mund wurde ganz schmal. Ich war eigentlich gut darin schlechte Nachrichten aufzunehmen, aber es schockierte mich einfach zu sehr. Die meisten Schüler die nicht wieder nach Hogwarts kamen, sind gestorben. Sonst kam eigentlich jeder wieder. Ich biss mir auf die Unterlippe und überlegte fieberhabt nach einer Lösung. "Sprich doch mit Professor Dumbledore! Der kann meistens irgendwas drehen, glaub mir. Seine Schüler sind ihm wichtig, jeder einzelne." sagte ich leise und ermutigend. Ich wusste genau wovon ich sprach.

   
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Henry
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Re: Vergangenheitsplay » 2

von Henry am 01.10.2018 22:28

 

H A Z E L  &  H E N R Y

{der Abend des ersten Septembers}

 

Hogwarts war ein wunderschöner Ort. Vielleicht lag das für mich nur daran, dass ich in dieser Schule nicht unter der permanenten Beobachtung meiner Familie stand, weil jetzt ein ganzer Ozean zwischen uns lag. Die ganze Willkommenszeremonie über hatte ich wie auf heißen Kohlen an dem Tisch für die Austauschschüler gesessen. Ich wollte meine neugewonnene Freiheit ausleben, ein bisschen das Schloss erkunden, während die restlichen Schüler sich in ihre Gemeinschaftsräume zurück zogen. Ich verspürte die ganze Zeit über ein Kribbeln im Nacken, so als ob jemand versuchte sich mit seinem Blick durch meine Haut zu bohren ... aber das war vermutlich nur Einbildung, immerhin wurde unser Tisch ohnehin von allen anderen Schülern neugierig angestarrt.
Nach dem Essen war ich einer der Ersten, der auf den Beinen war und aus der Halle stürmte. Meine Beine trugen mich - nicht wie die der ganzen anderen Schüler zu den Treppen - zum großen Tor, das nach draußen auf das Schlossgelände führte. Den großen See hatte ich schon aus der Kutsche gesehen, die uns vom Bahnhof aus zum Schloss gebracht hatte, und das schien mir der perfekte Ort zu sein, um meinen ersten Abend in Hogwarts während dieses perfekten, freien Jahres ausklingen zu lassen.
Am Ufer waren ein paar große Steine auf den Kieselsteinen. Vom Schloss aus konnte man die Stelle, die ich mir ausgesucht hatte zum Glück nicht so gut sehen. Ich wollte nicht, dass dieser Moment allzu schnell von einem Lehrer unterbrochen wurde. Ich lehnte mich mit dem Rücken gegen einen der größeren Steine und kramte in der Tasche meines Umhangs nach der Zigarettenpackung, die ich mitgebracht hatte. In letzter Zeit hatte ich mich so an das rauchen gewöhnt, dass ich es schon aus Gewohnheit machte. Eigentlich war es nur eine weitere Trotzaktion gegen meinen Vater gewesen, aber mittlerweile erwischte ich mich in Momenten wie diesen immer wieder selbst dabei. Jetzt grade war es mir aber egal, wie schädlich es für meine Gesundheit war oder wie abhängig ich mittlerweile wirklich davon war. Ich nahm meinen Zauberstab, zündete damit vorsichtig das eine Ende der Zigarette an und nahm einen tiefen Zug daran. Ich hatte ja noch ein ganzes Jahr Zeit, um mir den Mist wieder abzugewöhnen. Und ein kalter Entzug war ja bekanntlich auch nie die beste Lösung ...

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Hazel

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Re: Vergangenheitsplay » 2

von Hazel am 01.10.2018 23:01

Ich konnte mich noch ganz genau an das kleine Figürchen aus meiner Kindheit erinnern. Es war ein hölzerner Dalmatiner mit einem roten Halsband und einem stetig lächelnden Gesicht. Als Kind hatte ich ihn immer und immer wieder zum einknicken gebracht, doch er hatte sich jedes Mal wieder nach oben gekämpft und mich aus großen Hundeaugen fröhlich angesehen. Es hatte mir Spaß gemacht ihn immer wieder auf den Boden zu drücken und zu beobachten wie er es anstellte wieder aufrecht zu stehen. Später fand ich heraus, dass es ein Steh-auf-Männchen war und meine Moms erzählten mir, dass man im Leben immer wieder aufstehen musste, wenn man am Boden war. Auch wenn es einem nicht halb so leicht fallen mag wie diesem kleinen Hund. Ich hatte diesen Rat in den letzten 1 1/2 Jahren oft im Kopf gehabt und mich so gut es ging daran gehalten. Aber mittlerweile hatte ich das Gefühl, eine unsichtbare Hand würde mich immer und immer wieder mit eisernem Griff auf den Boden drücken. Das einzige was ich tun konnte, war nach Luft zu schnappen und zu hoffen, dass der Schmerz bald nachlassen würde.
Aber Tonys Tot schien mir den Rest gegeben zu haben. Die eine Hälfte der Sommerferien hatte ich an seinem Krankenhausbett verbracht, die zweite Hälfte in meinem eigenen dunklen Zimmer. Meine Moms mussten mich schließlich zwingen nach Hogwarts zu gehen. Ich hatte nicht wieder herkommen wollen. In den letzten Monaten hatte ich mehr und mehr Erinnerungen mit Tony an diesem Ort geschaffen und ich wusste nicht ob ich es aushalten könnte jetzt durch diese Korridore ohne ihn zu gehen.
Immer wenn ich meine Augen schloss sah ich sein herzliches, liebevolles Gesicht vor mir. Es machte mich wahnsinnig. Ich hatte das Gefühl mein Leben war verflucht.
Und als ich schließlich an meinem Haustisch Platz nhm und geistesabwesend meinen Blick durch die große Halle gleiten ließ, verstärkte sich dieses Gefühl nur noch. Wie elektirisert saß ich auf meinem Platz und starrte an den Tisch für die Austauschschüler. Dieser Junge hatte Tonys Gesicht. Er hatte sein Profil, seinen Rücken und auch ein wenig die Art wie er sich bewegte. Ich blinzelte mehrmals, sah jedoch nicht weg. Ich wurde tatsächlich verrückt.
Nach der Feier trugen mich meine Füße ganz automatisch hinter dem Schüler her. Mir fielen Details auf. Unterschiede. Ganz feine, aber sie waren da.
Ich folgte ihm bis zum See und blieb in einiger Entfernung stehen. Ich war geschockt und sprachlos und misstrauisch. Aber vor allem verspürte ich tiefe Sehnsucht.

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Henry
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Re: Vergangenheitsplay » 2

von Henry am 01.10.2018 23:27

Der See war überraschend friedlich. Eigentlich hatte ich gedacht, dass das Wasser permanent in Bewegegung sein würde, zumindest nach allem, was angeblich darin hauste. Aber vielleicht hatten selbst diese Wesen mal Ruhe, wenn die Stille so friedlich über den Ländereien lag ... 
Trotzdem hatte ich plötzlich wieder dieses Gefühl, so als ob der Blick von jemandem sich förmlich in meinen Nacken brannte. Vielleicht war es diese leicht paranoide Art, die ich an mir hatte, vielleicht aber auch nur wieder eine dieser merkwürdigen Visionen, die ich zur Zeit immer öfter hatte. Jedenfalls brachte mich das Gefühl - woher es auch immer stammte - dazu, mich kurz umzudrehen. Und - tatsächlich! Dort stand jemand im Halbdunklen, ein ganzes Stück entfernt. Im Schatten des Schlosses, aber im Mondlicht doch gut zu erkennen. Vorsichtig richtete ich mich auf und hielt die Zigarette zwischen meinen Lippen fest, um mit meiner Hand vorsichtig nach meinem Zauberstab zu tasten. Warum zur Hölle starrte sie mich so an? Merlin, das war doch nicht schon wieder ein Versuch meines Vaters, mich auch außerhalb des Landes zu kontrollieren? 
Ich zog die Augenbrauen nachdenklich zusammen, nahm die Zigarette aus meinem Mund und bließ eine Rauchwolke aus, bevor ich etwas lauter rief: "Bist du eine dieser Vertrauensschüler, die mir direkt am ersten Abend eine Predigt darüber halten will, dass ich mich jetzt nicht mehr hier aufhalten darf?" Ich nahm noch einen Zug an der Zigarette, ließ sie dann achtlos zwischen die Kiessteine fallen und trat kurz darauf, damit sie nicht ausversehen das Gras ein paar Meter weiter durch einen Funken in Brand steckte.
Neugierig ging ich ein paar Schritte näher an das Mädchen heran, dass sich immernoch nicht bewegt hatte. Ihr Gesicht kam mir auf seltsame Weise sehr bekannt vor, aber ich wusste nicht woher. Nachdenklich fuhr ich mir durch die Haare und musterte sie. Vielleicht war sie ja wirklich eine Angestellte meines Dads, die mich beobachten sollte. "Ist das eure Art hier in Hogwarts? Wie ihr neue Schüler begrüßt?", harkte ich nach, als sie noch immer nichts sagte. Nein, eine Angestellte meines Vaters hätte mich schon längst angefahren, endlich wieder ins Schloss zurück zu kehren. Dieses Mädchen hatte so etwas anscheinend gar nicht im Sinn. Sie wirkte eher so ... als hätte sie einen Geist gesehen. Merkwürdig.

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Hazel

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Re: Vergangenheitsplay » 2

von Hazel am 02.10.2018 15:07

Ich fühlte mich unbehaglich, während ich ihm nachging, aber die Neugierde und das Verlangen siegten schließlich. Es war unheimlich. Als ob er von den Toten wieder auferstanden war. Ich hatte Zombieromane und Filme schon immer gemocht, aber ich wollte keinesfalls, dass es sich als mein Leben herausstellte.
Ich stand schließlich im Schatten und wagte nicht einmal zu blinzeln, weil ich Angst hatte sein Anblick würde verschwinden. Ich fröstelte und zog meine dünne Jacke enger um mich herum. Der Junge, wer auch immer er war, steckte sich eine Zigarette an und ich kräuselte unwillkürlich meine Nase. Tony hatte nicht geraucht, das hätte er auch niemals, da war ich mir sicher. Dennoch konnte ich mich nicht einfach abwenden und gehen, so sehr ich es auch wollte. Ich konnte nichts dagegen tun, als mir heiße Tränen in die Augen schossen.
Ich verlor jedes Zeitgefühl, während ich so dastand und nicht-Tony anstarrte. Und dann drehte er sich um, als habe er meinen Blick gespürt und sah mir direkt ins Gesicht. Für einen Moment spürte ich wie meine Gesichtszüge entgleisten, bevor ich mich wieder fassen konnte. Die Ähnlichkeit jagte mir einen Schauer über den Rücken und als er Sprach, hallten Tonys letzte Worte in meinem Kopf. Er war nicht Tony. Es gab deutliche Unterschiede. Wie er sprach, was er sagte, wie er sich bewegte. Und trotzdem zog es mich einfach zu ihm hin.
Ich presste die Lippen aufeinander und ging langsam auf ihn zu, als er sich ebenfalls auf mich zubewegte. Vielleicht sollte ich mich ertappt fühlen, doch ich war viel zu gefesselt von seinem Blick, der so viel dunkler war als der von Tony. Ich schüttelte auf seine Frage den Kopf. Ich brachte noch kein Wort heraus. Vertrauensschüler hätten ihn schon sehr viel eher aufgehalten.
Als wir uns schließlich gegenüberstanden, neigte ich meinen Kopf und erwiderte seinen musternden Blick. Es war wirklich unheimlich. Meine Hände zitterten leicht und ich verschränkte sie schnell ineinander um das zu kaschieren. Ich überging seine weiteren Fragen ebenfalls und runzelte leicht die Stirn. "Wer bist du?" fragte ich leise und ein wenig heiser. Ich brauchte all meine Widerstandskraft um nicht die Hände nach ihm auszustrecken.

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Henry
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Re: Vergangenheitsplay » 2

von Henry am 03.10.2018 14:20

Irgendetwas hatte dieses Mädchen an sich, dass mich dazu brachte ihr jetzt nicht einen meiner üblichen, sarkastischen Sprüche an den Kopf zu werfen. Ihr Gesicht kam mir merkwürdig bekannt vor, so als ob ich sie schon einmal gesehen hatte ... nur war das mehr als unwahrscheinlich. Vor dem Essen in der Großen Halle waren wir noch nie aufeinander getroffen, und selbst da hatte ich sie noch nicht unter den Schülern gesehen. Vielleicht kam sie mir auch einfach nur bekannt vor, weil ich sie mit jemandem verwechselte ... ?
"Henry", erwiderte ich nur, mit deutlicher Verwunderung in meiner Stimme. Seltsam, wie sie da stand und mich nur anstarrte, um mich dann nach meinem Namen zu fragen. Machten die Mädchen in England das so? In dem Jahr würde ich mich wohl noch öfter über das eine oder andere hier wundern ... Ich musterte sie weiter, bis mir auffiel dass ich sie wohl der Höflichkeit halber auch nach ihrem Namen fragen sollte. "Wer bist du denn?", fragte ich deshalb stirnrunzelnd. Bildete ich mir das nur ein, oder sah es wirklich so aus als würde sie gleich in Tränen ausbrechen? Vielleicht war das auch nur der Mondschein, der mich austrickste. Aber ihr Gesicht sah für einen winzigen Moment sehr traurig aus ...

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