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Merle
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Admin Main Character Hogwarts [ehem.] Hufflepuff Jahrgang 7 Halbblut Gut Demiguise Covenant Duellierclub Schülerzeitung Treiber Veelagene Dramaqueen Frei

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Re: Vergangenheitsplay » 13

von Merle am 09.05.2018 00:31

Ich war froh, dass er die offensichtliche Frage, warum ich denn bei meiner Schwester lebte, ausließ. Es war wirklich zu lang, um das alles aufzuschreiben. Und erzählen konnte ich es aus mehreren Gründen nicht. Es waren einfach zu viele Lauscher in diesem kleinen, mittlerweile recht sauerstoffarmen Raum. Hinzu kam noch, dass jedes Gespräch sofort von dem Professor vorn unterbunden wurde. Und das Risiko, dass mir die Tränen kamen, war auch einfach zu groß.
Ich stibitzte das Papier zurück und strich die Ecken glatt. Der Smiley, den er auf das Papier gekritzelt hatte, war wirklich niedlich. Irgendwie mochte ich ihn. Er war nicht perfekt, aber besonders. Ein besonderer Smiley mit verrutschtem Grinsen. Ich grinste zurück, auch wenn es seltsam war, ein Blatt anzugrinsen.
Unauffällig steckte ich den Fetzen Pergament ein. Ich wollte ihn behalten, da es eine schöne Erinnerung war, aber ich wollte auch nicht total durchgeknallt wirken... Ich meine, wer hob so etwas schon auf? Die Antwort war einfach: Merle Marit. Das Mädchen, das Erinnerungen aufbewahrte, wo es nur konnte. Meine Hand wanderte zu dem Medaillon, welches viel zu lang – wie es nun mal war – um meinen Hals baumelte. Ich knirschte kurz mit den Zähnen und schüttelte dann reflexartig den Kopf, um eben diesen wieder klar zu bekommen.
Ich warf noch einen letzten Blick auf meine Strafarbeit, dann erhob ich mich, hängte mir meine Tasche um und schritt dicht gefolgt von meinem neuen Freund nach vorn. Ich legte das Blatt verkehrt herum auf das Lehrerpult und machte dann einen zügigen Abgang. Kaum war die Tür hinter uns zugefallen, begann ich zu kichern. So viel zum Thema nicht durchgeknallt wirken...
„Nichts wie zum Putzen..." sagte ich Augen verdrehend. Den Weg nach oben zur Strafarbeit lief ich bei Weitem nicht zum ersten Mal und auch die Leute oben würden mich wohl erkennen, denn sie sahen mich recht häufig. Das war nicht unbedingt gut, aber wenigstens hatten wir so immer ganz sicher saubere Bettpfannen. „Alsooo.. wie sieht es mit deinen Zukunftsplänen aus?" Das ich damit nicht seine Berufswahl, sondern mögliche nächste Streiche meinte, war hoffentlich klar. Ich war gerade ziemlich Ideenlos und mir fiel leider auch nichts ein, mit dem ich meine Schwester ärgern konnte. Also im Grunde schon, aber ich wollte die Früchte meiner Arbeit ja auch sehen können und leider war das bei den meisten Dingen nicht der Fall, da diese sich dann voll entfalteten, wenn ich nicht anwesend sein konnte.
Erwartungsvoll sah ich zu Castor, während ich die Stufen zum Krankenflügel hnaufstieg.

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Merle
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Re: Vergangenheitsplay » 13

von Merle am 06.05.2018 22:57

Ich las schnell, was er geschrieben hatte und natürlich auch das Durchgestrichene. Ich seufzte leise und antwortete dann. Ich bin nicht sitzen geblieben, falls du das meintest. Ich bin auch erst elf. Aber meine Schwester ist Lehrerin hier und ich musste mit hierher ziehen. Ein Jahr zu früh. Aber es ging angeblich nicht anders. Das mit meiner Stinkbombe ist wirklich schon etwas her. Aber das mit dem Vertuschen ist lustig und würde ihnen ähnlich sehen. Ich kicherte, während ich mir vorstellte, wie sie versuchten so etwas wie einen stinkenden Flur zu verstecken. Bestimmt gab es dafür einen Zauber.
Als ich sein 'Gern' entdeckte, hüpfte ich kurz freudig auf und ab, niemand hielt mich lange auf einem Stuhl. Ich hatte einfach zu viel überschüssige Energie, die ich wohl gleich bei meiner Strafarbeit – mit meinem neuen Freund zusammen - loswerden konnte. Ich war mir ziemlich sicher, dass die Lehrer diese Entscheidung noch bitter bereuen würden, aber mir war es nur recht. Wenigstens konnten wir die Zeit so sinnvoll nutzen und uns ein paar neue Dinge ausdenken.
Gleich nachdem ich ihm unsere Aufgabe genannt hatte, begann er zu schreiben. Hatte ich mich doch in ihm getäuscht und er war doch recht brav? Wahrscheinlich, so eifrig wie er die Aufgabe in Angriff nahm. Doch als ich dann endlich eine Blick auf seinen Zettel werfen konnte, konnte mich nichts mehr halten und ich begann zu kichern. Das brachte mir einen bösen Blick der Professorin ein, aber ich konnte es einfach nicht kontrollieren. Ich verdrehte theatralisch die Augen. „Fertig?" fragte ich flüsternd und deutete auf das Stück Pergament vor ihm. Weder sein Aufsatz noch meiner würde irgendjemanden zufriedenstellen, aber mich kümmerte das nicht und ich zweifelte doch sehr stark daran, dass es Castor stören würde. Ich beugte mich zu ihm und flüsterte ihm leise:"Sobald ich die Blätter abgegeben habe, müssen wir ganz ganz schnell in den Krankenflügel zu unserer Strafarbeit verschwinden, sonst müssen wir das wirklich noch schreiben." ins Ohr. Ich grinste ihn verschwörerisch an, packte meine Sachen zusammen und hielt ihm dann meine Hand hin, um seinen 'Aufsatz' entgegenzunehmen.

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Re: Vergangenheitsplay » 6

von Merle am 21.04.2018 13:34

Ich spürte die heißen Tränen auf meinen Wagen. Teils aus Angst, aber größtenteils vor Erleichterung. Die Tatsache, dass meine Schwester bei mir war, beruhigte mich etwas, raubte der Angst ihre Kraft.
Ich versuchte zu nicken. An den Sturz erinnerte ich mich, aber an nichts weiteres. Ich runzelte die Stirn. „Und danach?" fragte ich mit dieser kratzigen, fremd klingenden Stimme.
Irgendetwas benebelte mich seltsam. Ich wusste, dass etwas in mir nicht mit Teagan gerechnet hatte. Als hätte dieser Teil gedacht, sie würde nicht kommen, wenn mir etwas passierte. Aber was löste diesen Teil aus? Ich bekam es nicht zusammen, ich wusste nur, das es so war.
Bei Bewusstsein. Ich war es nicht die ganze Zeit gewesen. Natürlich nicht. Aber... aber wie lange?
Als Tea plötzlich aufstand, ergriff die Panik mich erneut. „Teagan..." ich wimmerte leise. Ich fühlte mich so klein. Es fühlte sich ein bisschen an, wie damals, als sie in den Zug stieg und ich zusehen musste, wie meine beste Freundin mich für eine lange Zeit verließ. Andere Freunde fand. Nur dieses Mal war es schlimmer. Ich brauchte sie, ganz egal, was diesen Teil, der sie für irgendetwas an das ich mich nicht erinnern konnte, verachtete. Dieser Teil sagte mir, dass ich sie verloren habe.
„Geh nicht weg..." meine Stimme wurde leise, verzweifelter „Geh niemals weg..." bat ich. Ich wusste, dass ich sie darum schon einmal gebeten hatte. Aber das schien Jahre zurückzuliegen, denn sie war mir seltsam fremd und schrecklich vertraut zu gleich. Mir fehlten so viele Erinnerungen. Ich wusste nur, das ich ziemlich zerrissen war, was Tea anging, aber solang ich nicht mehr wusste, was geschehen war, verdrängte ich die schlechten Gefühle. Mein Körper schien einfach nicht fähig zu sein so viel verschiedenes zu empfinden, dafür war er zu erschöpft. Doch meinem Gedächtnis schien das egal zu sein, denn während Teagan ging, strömten schreckliche Erinnerungen auf mich ein. Wie sie unsere Eltern verraten hatte. Mich. Wie sie mich angeschrien hatte und mich allein ließ. Wie ich sie verletzte, Dinge sagte, die sie verletzen sollten. Mein Kopf tat weh und dennoch war ich dankbar wieder zu wissen, was alles geschehen war. Was hatte ich da denn bitte gesagt? Sie sollte nicht gehen? Sie war doch schon längst fort! Hatte mich verlassen! Was auch immer mich so benebelte, es tat mir nicht sonderlich gut, denn ich sprach dumme, kindliche Wünsche aus, die sie mir niemals erfüllen würde.

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Re: Vergangenheitsplay » 9

von Merle am 21.04.2018 12:23

„Dann ist es jetzt wohl zu spät, dir alles Gute nachträglich zu wünschen, was?" es war eigentlich keine richtige Frage. Mama hatte das eine höfliche Floskel genannt. Komisches Wort. Floskel.
Hätte ich meinen Zauberstab so früh gehabt, hätte mich niemand davon abhalten können ihn zumindest heimlich zu benutzen und auszuprobieren. In dieser Hinsicht war meine Schwester sehr clever gewesen, mir diesen so lange wie möglich zu verweigern. Ich stellte angeblich schon so eine Gefahr für andere dar. Sie dramatisierte aber auch alles. Wütend knirschte ich mit den Zähnen.
„Also ich hätte das nicht durchgehalten." gestand ich und zuckte mit den Schultern.
Ich nickte. Meine Eltern hatten das Muggel- Zeugs beibringen nur bei mir sein lassen. Sie hatten einfach keine Zeit dafür gehabt. Tea hatte mir einiges gezeigt, als wir uns noch mochten. Ich schluckte, da der Gedanke an diese Zeit mich traurig stimmte. Schon wieder. Eigentlich war es nicht die Zeit an sich, sondern eher die Tatsache, dass diese Zeit vorbei war.
Glücklicherweise brachte Indigo mich nur Sekunden später dazu, diese Gedanken beiseite zu schieben und zu grinsen. „Du würdest dich also nicht auf einem Pferd halten können?" ich lachte leise. „Ich schon. Ich fliege zwar auch lieber, aber da ich Tiere mag, verbindet es das Gefühl der Freiheit mit Tieren und das ist auch sehr schön. Zumindest mal als Abwechslung." erklärte ich.
Als er erzählte, wie schnell das bei ihm gegangen war, staunte ich nicht schlecht. „Ich hab da so lange festgesessen! Teagan hat zwar gedacht, dass ich noch länger brauchen würde, aber das war schon so lange genug. Sie meinte, dass jetzt alle da sind und ich vielleicht sogar anstehen müsste, aber so war es gar nicht und am Ende habe ich mir als erste einen Platz im Zug sichern können." Erzählte ich, während ich seinen Zauberstab weiter betrachtete.
„Ich hatte keine Wahl. Mein Bruder hat es gerne gespielt und auch wenn er mich manchmal ganz schön geärgert hat, wollte er immer, dass ich mitmache. Er war ziemlich erstaunt, als meine Treiberqualitäten sich zeigten." erklärte ich stolz. „Ich liebe diese Position. Wahrscheinlich liegt das daran, das man Chaos anrichten darf und dann auch noch dafür belohnt wird." Ich lachte wieder. „Ich glaube, das würde ich auch gerne machen. Fürs Quidditch spielen bezahlt werden." meine Augen nahmen einen träumerischen Ausdruck an. „Aber ich weiß nicht, ob ich dafür gut genug bin." gestand ich. „Du doch aber bestimmt! Wir müssen unbedingt mal zusammen spielen." ich strahlte ihn an.
Es war wirklich seltsam, dieses Mal mein 'zu Hause' auf diese Art und Weise zu betreten. Aber es war großartig so viele Gleichaltrige um mich zu haben. Die anderen, etwas älteren Schüler waren zwar auch toll gewesen, aber ich glaube, das war so jetzt trotzdem besser.
Als Indigo erzählte, dass er jemanden suchte, ließ ich sofort seine Hand los. „Entschuldige." murmelte ich. Ich war häufig zu vorschnell und jetzt hatte ich ihn einfach beansprucht ohne zu wissen, ob ihm das überhaupt recht war. Ich sah auf meine Füße, die nervös ein Steinchen wegkickten. „Ich wollte dich nicht davon abhalten sie zu suchen." Natürlich nicht, ich hatte bis eben ja nicht mal von ihr gewusst. Aber es war klar, dass Zaubererfamilien sich kannten. Ich hatte ja auch Freunde gehabt. Freunde, die ich seit der... Sache mit meinen Eltern nicht mehr gesehen hatte. Es war seltsam, wie die Leute sich verhielten, sobald sie meinen Namen hörten. Das Mitleid war fast schon unangenehm. Ich war wirklich erleichtert, als ich bemerkt hatte, dass Indigo wohl eher keine Zeitungen las.
Plötzlich trat ein ebenfalls blondes Mädchen zu uns. Es strahlte übers ganze Gesicht, als sie Indigo ansah. Aspen. Sie war anscheinend das Mädchen, das Indigo gesucht hatte, von dem er eben erzählt hatte. „Ich bin Merle. Schön dich kennenzulernen." erwiderte ich und lächelte ein wackliges Lächeln. Ich fühlte mich etwas unbehaglich. Ich hatte Angst, den beiden im Weg zu sein. Es war auch komisch, die Person zu sein, die keinen kannte, währen die anderen sich bereits bestens zu kennen schienen.
Die anderen Erstklässler um uns herum setzten sich in Bewegung. Es ging zu den Booten, über den See. Ich lächelte erneut etwas unüberzeugend und machte einen Schritt in Richtung der Boote. „Es geht los." meine Stimme klang aufgeregter, als sie sollte. Schließlich hatte ich den anderen etwas voraus – ich kannte Hogwarts bereits in und auswendig. Aber es jetzt ganz offiziell zu betreten, war dann doch schon etwas anderes.

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Re: Zukunftsplay » 9

von Merle am 30.03.2018 11:01

Fina sah nicht wirklich gesund aus, aber sie machte trotzdem mit. Ich lächelte müde. Die Erschöpfung breitete sich in meinen Knochen aus und das Ragnar mich streichelte, als wäre ich ein Kätzchen, trug auch nicht unbedingt dazu bei, dass ich wacher wurde. Ich mochte es wirklich, aber gerade war es kontraproduktiv. Wenn das heute noch was werden sollte, mussten wir bald verschwinden. Ich drehte mich leicht zu ihm, grinste und zog verschwörerisch die Augenbrauen nach oben. Dann nickte ich bedeutungsvoll zur Tür und war sehr froh, als er zu verstehen schien.
Ich wollte gerade aufstehen und mit Ragnar die Flucht ergreifen, als mein Name fiel. Ich sah auf und erblickte Fina. Sie sah wirklich nicht gut aus, ganz blass... Trotzdem wählte ich. Wahrheit, damit es vielleicht schneller ging.
Die Frage ließ mich grinsen. „Was glaubst du denn? Wie hätte ich sonst wohl Astronomie bestanden?!" eigentlich wollte ich noch weiter reden, doch Fina wirkte wohl nicht nur besonders blass und etwas kränklich, sie war es wohl auch. Sie stürzte aus dem Raum, die Hände vor den Mund geschlagen. Besorgt sah ich ihr nach.
„Oh oh... May? Mein Magen ist dafür einfach nicht stark genug... Kannst du nach ihr sehen? Flynch darf ja nicht aufs Mädchenklo und Oliver... naja, du auch nicht, aber so wie du aussiehst, haben wir dann gleich noch jemanden, den man in den Krankenflügel verfrachten darf." ich lächelte entschuldigend, stand auf und nahm Ragnars Hand.
„Wenn ihr weiterspielen wollt, kann jemand meinen Part übernehmen." sagte ich noch schnell. „Ich bin...hm... müde." ich zwinkerte Flynch zu und zog Ragnar dann mit mir hinaus. Ins Bett gehen würde ich wohl, ob in meins war jedoch fraglich.


[Merle & Ragnar obviously out]

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Re: Vergangenheitsplay » 6

von Merle am 19.03.2018 12:13

Alles um mich herum war durchdringend schwarz. Da war keine Gefühl, keine Sorge. Es war nichts. Ich hatte kein Zeitgefühl oder irgendein anderes Empfinden. Es war das absolute Nichts. Deswegen fiel mir die Veränderung auch sofort auf. Die Schwärze wurde weniger undurchdringlich, als würde sie sich langsam zurückziehen, sich lichten...
Das erste, was ich spürte, als die Dunkelheit mich freigab, war Kälte. Mir war eisig kalt. Konnte nicht irgendjemand ein gottverdammtes Feuer anmachen?! Oder war dort ein Feuer und ich musste nur näher heran? Ich versuchte ein Knistern auszumachen. Langsam drangen Geräusche durch die Stille. Da war jemand. Ein Lied. Ein sehr vertrautes Lied. Gedanklich stimmte ich sofort mit ein. Ich liebte dieses Lied. Ich sang es so gerne mit.
Aber was war passiert? Ich strengte meinen Kopf an, um mich wieder zu erinnern. Da war ein Sturz Ich war vom Besen gefallen... Maxon hatte mich gestoßen. Oder? Hatte Mama mich ins Bett gebracht? Verzweifelt versuchte ich meine Erinnerungen zurück zu bekommen. Als ich das jedoch nicht schaffte, konzentrierte ich mich auf den Text oder eher versuchte ich mich an diesen zu erinnern. Aber die Worte waren nicht greifbar. Immer, wenn ich glaubte, den Text wieder vor mir zu haben, entglitt er mir wieder. Ich runzelte verärgert die Stirn. Ich kannte den Text doch!
Hush little baby don't say a word . Fetzen des Textes fielen mir nun doch langsam wieder ein. Gedanklich sang ich schon die nächste Zeile. Mama's gonna buy you a mockingbird. Was kam danach? Ich konnte mich nicht erinnern...
Ich spürte, dass ich zitterte. Warum war es denn so kalt? Ich blinzelte vorsichtig. „Mama?" flüsterte ich leise, da ich eigentlich nicht wollte, dass sie aufhörte zu summen. Es war so beruhigend und das meine Erinnerung so durchlöchert war, ängstigte mich etwas. Meine Stimme jedoch war unglaublich kratzig und das Sprechen war unangenehm. Als hätte ich meine Stimme eine Ewigkeit nicht mehr richtig benutzt. Und mir war kalt... Vielleicht konnte Mama etwas dagegen machen. Mama konnte alles. Sie und Tea könnten die ganze Welt regieren. Ich kicherte wegen dieses Gedankens, aber das tat seltsam weh,weswegen ich schnell wieder verstummte.
Und dann schlug ich die Augen auf und sah... meine Schwester. Nicht Mama. Die Erinnerungen strömten nur so auf mich ein. Die einzelnen Teile setzten sich zusammen, zu einem sehr unschönen Bild. Mama war schon lange fort. Nicht Maxon hatte mich vom Besen gestoßen. Es war ein Klatscher gewesen. Zwei Klatscher. Und ich war nicht nur einen knappen Meter gefallen, sondern um einiges Tiefer. Doch da wurde meine Erinnerung verschwommen. Ich konnte mich nicht mal mehr daran erinnern, aufgekommen zu sein. Was war passiert? „Tea..." jammerte ich leise, in der Hoffnung, sie könnte mir erklären, was passiert war, und versuchte mich etwas aufzusetzen, aber es funktionierte nicht. Ich konnte mich kaum bewegen. Panik machte sich in mir breit. Warum ging das nicht? Ich wimmerte leise.

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Re: Vergangenheitsplay » 6

von Merle am 17.03.2018 21:26

Und dann hörte ich sie. Diese eine Stimme, die ich mehr als alles andere auf der Welt hatte hören wollen. Ob es Einbildung war? Ich bezweifelte es. Ich hatte diese Stimme noch nie so gehört, so voller Sorge. Ich kannte Castor nur lachend. Oder wütend, wenn er sich über jemanden aufregte. Diese Sorge hatte ich noch nie gehört.
Ich wollte ihn sehen. Ich musste ihn ansehen. Aber meine Lider waren schwerer als dieser dämliche Topf in Zaubertränke, den ich verrücken wollte. Sie wollten nicht aufgehen. Aber ich musste ihn doch sehen! Und dann schaffte ich es – ich riss die Augen auf und sah Cas. Die Sorge stand ihm nicht und er sah sehr elend aus. Ich wollte sein Lächeln sehen. „Lächle...bitte..." nuschelte ich. Ich musste es nochmal sehen, alles andere zählte nicht.
Er sprach weiter und ich versuchte, mich an seiner Stimme festzuhalten, wach zu bleiben. Für ihn. „Cas." wimmerte ich. „Es tut so weh." eigentlich hatte ich das nicht sagen wollen. Es gab wichtigeres zu sagen.
Doch die Schwärze war wie ein tiefes Gewässer, das mich hinabsog. Ich versuchte verzweifelt an der Oberfläche zu bleiben, aber ich hatte das Gefühl, desto mehr ich es versuchte, desto stärker wurde der Sog.
Ich spürte, wie er mich hochhob, denn die Bewegung sandte Wellen des Schmerzes durch meinen Körper. Es riss mich zurück aus der Schwärze. Ich wimmerte und sprach nun endlich die Worte aus, die Cas so dringend hören sollte. Musste. „Es tut mir leid...." ich wusste nicht, ob ich wirklich laut gesprochen hatte, aber in meinem Kopf hallten meine Worte schmerzhaft wieder.
Ich spürte, dass er sich bewegte, denn jede noch so kleine Erschütterung, jagten weitere Schmerzwellen durch meinen Körper. Ich wusste, dass jeder Knochen gebrochen war. Ich spürte es. Ich konnte kein einziges Körperteil bewegen. Mir war fürchterlich schlecht und das schwarze Wasser wurde immer stärker. Stärker und stärker. Stärker als ich. Ich war so müde. Mir war kalt und alles tat weh. Wieso sollte ich nicht aufgeben? Ich wusste, dass die Schwärze alles unangenehme forttragen würde. Cas war da, ich hatte ihn gesehen. War das nicht alles was zählte?
Meine Lider flatterten. Ich wollte sie nur ganz kurz schließen. Es war so fürchterlich anstrengend, sie offen zu halten.
Ich schloss die Augen und das dunkle Wasser gewann. Der Schmerz und die Kälte verschwanden. Alles verschwand und verblasste im Nichts.

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Re: Vergangenheitsplay » 6

von Merle am 17.03.2018 20:37

Das ich langsamer wurde, bemerkte ich nicht. Die Luft um mich herum war eisig und betäubte mich. Leider nicht genug, um den Aufprall nicht zu spüren.
Der Schmerz war überall. Mein Körper zitterte und ich spürte das Blut aus meiner Nase laufen. Auch spürte ich die warme Flüssigkeit an meinem Kopf fließen, aber ich konnte kein Körperteil bewegen. Alles tat weh. Stumm rannen mir die Tränen die Wangen herab.
Ich würde hier sterben. Ganz allein. Alles begann langsam sich zu drehen und die Schwärze schob sich langsam in mein Blickfeld. Wieso ich überhaupt noch wach war, war mir nicht klar. Jeder Atemzug trieb Wellen des Schmerzes durch meinen Körper. Warum konnte ich nicht schneller sterben? Bitte...
Es war bitterkalt und ich war so allein. Es tat so weh...
Ich schloss die Augen und versuchte verzweifelt, den Schmerz loszuwerden, aber die Ohnmacht kam nur langsam. Wieso? Was war nur los? Eigentlich hätte ich schon beim Aufprall sterben sollen, aber ich lebte noch. Gerade so, aber noch lebte ich.
Durch das Rauschen des Blutes und meinen verzweifelten Herzschlag, vernahm ich plötzlich Schritte. Da war jemand! Ich wollte meinen Kopf zu der Person drehen, ihr mitteilen, dass ich noch lebte und sie sich beeilen sollte, denn nun, wo es Hoffnung gab, schien sich das Blatt zu wenden. Die Bewusstlosigkeit versuchte mich nun doch schneller in die Schwärze zu ziehen, als hätte der Tod plötzlich die Befürchtung, ich würde ihm entrinnen.
Leider konnte ich meinen Kopf nicht bewegen. Einzig meine Augen, die ich jedoch nur gerade so weit drehen konnte, dass ich mein Bein sehen konnte, das in einem unnatürlichen Winkel abstand. Ich schluchzte und das tat nur noch mehr weh. Alles tat weh. Aber ich wollte nicht sterben. Also musste ich wach bleiben, statt mich der Bewusstlosigkeit hinzugeben, die ich mir noch nur Sekunden zuvor herbeigesehnt hatte. Ich durfte nicht aufgeben. Ich musste noch mit Cas sprechen. Ich musste ihm sagen, dass... doch meine Gedanken konnte ich nicht mehr vollenden, denn der Schmerz überschattete alles. Das Denken wurde immer schwerer.
Die Schritte verstummten nun genau neben mir. Sehen konnte ich immer noch nichts, da die Tränen mir die Sicht nahmen. Alles wurde langsam unscharf und dunkler.

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Re: Vergangenheitsplay » 6

von Merle am 17.03.2018 19:26

Ich wusste nicht, wie viele Klatscher ich schon durch die Gegend geschmettert hatte, nur langsam war ich echt fertig. Trotzdem lachte ich immer noch. Es machte einfach zu viel Spaß.
Lachend drehte ich eine Schraube nach oben, um dem Klatscher zu entgehen, wirbelte dann herum und pfefferte ihn quer über das Feld – genau durch eines der Tore. Das hatte ich noch nie hinbekommen, weswegen ich freudig aufschrie.
Natürlich kehrte er sofort um und schoss wieder auf mich zu – ich war schließlich die einzige Spielerin auf dem Feld, sonst konnte er niemanden verfolgen.
Ich flog ein bisschen vor ihm davon und als ich einen gewissen Abstand gewonnen hatte, schlug ich ihn erneut fort und beobachtete, wie er davon flog. Dabei fiel mein Blick auf eine Person, die unten stand. Ich konnte allerdings nicht erkennen, wer es war, da er oder sie im Schatten einer der Säulen stand. Lange konnte ich mich auch nicht auf die Person konzentrieren, da mein Klatscher zurückkam. Wiedereinmal, beförderte ich ihn weit weg von mir, doch noch bevor er einen Meter entfernt war, nahm ich neben mir eine Bewegung war. Es war der zweite Klatscher. Der, der eigentlich unten in der Kiste sein sollte... Ich musste ihn ausversehen auch gelockert haben, aber wirklich darüber nachdenken konnte ich nicht. Ich konnte allerdings auch nicht wirklich reagieren – zwei Klatscher und das auch noch unerwartet, waren einfach zu viele.
Er zerschmetterte mein Handgelenk und ich schrie auf vor Schmerz und ließ den Schläger fallen. Das nächste, das ich spürte, war die Rückkehr des anderen Klatschers. Er traf mich in der Seite und raubte mir den Atem. Ich verlor den Halt und fiel von meinem Besen. Blitzschnell griff ich mit der Hand nach diesem, um in der Luft zu bleiben, nur dummerweise mit meiner verletzten Hand. Durch diese zog sich ein so heftiger Schmerz, dass ich wieder loslassen musste.
Und dann fiel ich. Und das sehr tief. Ich musste mindestens zwölf Meter in der Luft gewesen sein. Ich konnte nicht einmal schreien, da der Zug mir die Luft aus der Lunge presste.
Nein, nein, nein! Ich will nicht sterben... Vor meinem inneren Auge zogen Gesichter vorbei. Juno. Isis. Teagan. Castor. Lily. Indigo. Juno. Flynch. Teagan. Und dann blieb es bei Castor stehen. Ich hatte das Gefühl, seine Stimme zu hören. Panisch oder erschrocken – ich wusste es nicht, aber ich dankte meiner Imagination für seine Stimme. Ich wusste, dass es gleich fürchterlich weh tun würde und versuchte mich auf den Schmerz vorzubereiten. Unmöglich.

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Re: Vergangenheitsplay » 6

von Merle am 17.03.2018 17:53

Tag der D.C. - Entführung
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Erneut war ich mit Castor aneinander geraten. Und schon wieder hatte ich einen meiner Freunde einfach stehengelassen. Dieses Mal allerdings nicht Isis, sondern Remus. Aber Castor Vincent Peakes war auch einfach unmöglich!
Wütend wischte ich mir die Tränen aus den Augen. Und jetzt? Was sollte ich jetzt machen? Zu diesem D.C.- Treffen konnte ich einfach nicht gehen. Ich würde nur schlechte Stimmung verbreiten und die Gefahr, Castor schon wieder zu sehen, war einfach zu groß.
Ich fauchte das Passwort für meinen Gemeinschaftsraum nur so und stapfte dann wütend hinein und pfefferte die Tür hinter mir zu.
Remus war so lieb gewesen und hatte mich beruhigen können und kaum war dieser, dieser aufgeblasene Typ, den ich mehr liebte als alles andere auf dieser Welt, dahergekommen, war meine Laune wieder auf dem Tiefpunkt.
Ich ging in den Schlafsaal und warf als erstes dieses gar nicht zu mir passende Kleid auf mein Bett. Als ich sah, wie sich das Kleid plötzlich bewegte, hatte ich schon meinen Zauberstab gezückt. Was war das denn? Als es dann plötzlich fauchend wackelte, wurde mir klar, was ich meiner armen Katze gerade angetan hatte. „Oh Merlin! Casper! Das tut mir so leid!" Schnell befreite ich ihn und wollte ihm eigentlich beruhigend über den Kopf streichen, aber er sah mich wütend an und rannte meckernd davon. Ich konnte es einfach nie jemandem Recht machen. Meinem Kater nicht, Castor nicht und meiner Schwester schon gar nicht!
Ich räumte mein Kleid weg und sah mich unentschlossen im Zimmer um. Mein Kater hätte mich vielleicht wirklich beruhigen können mit seinem schönen, gleichmäßigen Schnurren, aber da er sauer auf mich war, konnte ich das wohl vergessen. Und nach Menschen war mir gerade gar nicht zu mute, was für mich ungewöhnlich war.
Das Wetter draußen schien sich meiner Laune angepasst zu haben. Es war grau und stürmisch, regnete aber nicht. Nein, meine Tränen waren fürs erste versiegt. Wahrscheinlich aber auch nur, weil ich die Wut über die Trauer schieben konnte...
Wiedereinmal wünschte ich mich in die Zeit zurück, in der ein paar aufmunternde Worte meiner Schwester und eine heiße Schokolade alles gewesen waren, was es brauchte um den Schmerz zu vertreiben. Aber zu Teagan konnte ich nicht mehr. Das war vorbei. Ich war kein kleines Kind mehr. Isis wollte ich auch nicht schon wieder mit meiner schlechten Laune behelligen. Außerdem würde sie es sowieso nur ratsam finden, mit Castor zu sprechen. Aber mit diesem Jungen konnte man einfach nicht normal sprechen! Eine leise Stimme in mir piepste, dass man das sehr wohl konnte und ich es im Normalfall auch sehr gerne tat. Aber der Normalfall würde wohl nie wieder eintreten. Eine einzelne Träne floss meine Wange herab, als mir klar wurde, was ich alles verloren hatte.
Ein paar ziemlich trockene und armselige Schluchzer später, überlegte ich immer noch, was ich nur tun sollte. Vielleicht sollte ich zu Indi gehen und mich von ihm in ein Gespräch über Quidditch verwickeln lassen? Ich liebte es, mit ihm darüber zu reden. Seine Begeisterung war so schön! Ich lächelte und war schon kurz davor, diesen Plan in die Tat umzusetzen, als es mir wie Schuppen von den Augen fiel. Ich war wütend und hatte daher viel zu viel Energie angestaut. Wie konnte ich mich denn bitte besser abreagieren, als auf ein paar Klatscher einzuschlagen?! Ich konnte mir ja Castors Kopf vorstellen....
Schnell zog ich mir meine Quidditchuniform an, schnappte mir meinen Besen und stiefelte hinaus. Hoffentlich hatte gerade keiner der anderen Training.
Draußen machte ich erst gar nicht halt, sondern rannte gleich durch das Eingangsportal hinaus auf die Ländereien, hin zu meinem geliebten Spielfeld. Noch bevor ich wirklich da war, stieg ich auf meinen Besen, stieß mich vom Boden ab und flog den Rest. Der Wind war wirklich fürchterlich und peitschte mir recht unangenehm die Haare ins Gesicht und vor allem in die Augen, aber das machte nichts. Ich war frei. Ich flog ein paar Loopings und drehte einige Kreise, bevor ich landete um einen der Klatscher aus der großen hölzernen Truhe zu befreien. Er schoss davon und ich lachte – das erste mal seit Tagen wieder - frei und offen, schwang mich wieder mit einem Schläger bewaffnet in die Lüfte und verfolgte den Klatscher. Oder er mich? Wer wusste das schon?

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 17.03.2018 17:53.
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