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Ophelia

34, Weiblich

Hogwarts Nicholas Flamel University [ehem.] Hufflepuff Abgeschlossen Muggelstämmig Gut Orden des Phönix Hauslehrer Professor Fan Zauberstablose Magie Wortlose Magie Tollpatsch Frei

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Re: Seitengasse

von Ophelia am 22.01.2018 02:01

Mir war mittlerweile speiübel. Der metallische Geruch von Blut haftete an ihm. Er drehte mir den Magen um und seine Worte waren nicht unbedingt ein Mittel gegen Übelkeit. Sein Grinsen ließ das Blut in meinen Ohren nur noch lauter Rauschen und während er darüber nachdachte, was er mit mir anstellen wollte, überschlug ich die Wahrscheinlichkeit mit der mir ein Relaschio- Zauber gelingen würde. So unwahrscheinlich der Erfolg auch war- teils weil seine Hand an meiner Kehle meine Sprachfähigkeit stark einschränkte und teils, weil Wut und Angst jedes Fünktchen Konzentration aus meinem Körper zu vertreiben drohten- wenn es darauf ankam, würde ich es versuchen müssen. Ich schloss meine Augen um alle Konzentration, die ich aufbringen konnte, zu sammeln.
Als er dies jedoch plötzlich als meinen 'Glückstag' beschrieb und mich tatsächlich herunter ließ, riss ich sie wieder auf. War das ein Trick? Ein Spiel? Ich suchte nach Anzeichen dafür in seinem Gesicht. Ein hämisches Grinsen ließ mich sofort sicher sein. Er spielte. Das nächste was ich spürte, war ein brennender, reißender Schmerz und dann etwas warmes, klebriges, das durch meinen Umhang sickerte. Es war so schnell gegangen, das ich nicht einmal Schreien konnte. Tränen durch den Schmerz verursacht kämpften sich einen Weg in meine Augen, doch diese Genugtuung würde ich ihm nicht geben. Ich holte nur noch zitternd Luft- jeder Atemzug tat scheußlich weh und schien die Wunde weiter aufzureißen. Sein widerlicher, warmer Atem an meinem Ohr ließ die Übelkeit wieder in mir aufsteigen. Nein, er hätte mir kein Andenken 'schenken' müssen. Ich hätte ihn auch so niemals vergessen. Aber so machte es ihm natürlich mehr Spaß. Seine Blutgier war weit und breit bekannt. Und gefürchtet.
Er stieß sich von der Wand ab und entfernte sich. Ich musste hier weg. Doch noch war er nicht an meinem Zauberstab vorbei und ihm nun doch noch zu offenbaren, dass ich diesen gar nicht brauchte, kam mir mehr als dumm vor. Adrenalin schoss erneut durch meine Adern und mein Mund bewegte sich schneller, als ich ihn stoppen konnte. "Kennst du deine Opfer?" Diese eine Frage. Diese eine Frage, die mich schon lange gequält hatte, sprudelte einfach aus mir heraus. Mir selbst war klar, wie dumm das war. Was würde mir die Gewissheit bringen, dass er Lucas getötet hatte? Ob er sich an ihn erinnerte? Im Grunde riskierte ich nur mein Leben...

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Ophelia

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Re: Seitengasse

von Ophelia am 08.01.2018 10:32

Sein Lachen war ziemlich übelerregend. Das Blut war wirklich überall und die Säure in meinem Magen begann langsam zu rumoren. Seine Antwort beruhigte mich nicht im Geringsten. Ich 'kannte' ihn gut genug um zu wissen, dass er auch außerhalb seiner Wolfsgestalt sehr gefährlich werden konnte. 
Als er mich packte und unsanft am Hals gegen eine Mauer gedrückt hielt, hatte ich erst mit einer überwältigenden Übelkeit zu kämpfen. Ich konnte das Blut nun auch riechen. Es roch metallisch und etwas rostig. Außerdem klingelten mir Lucas' Schreie in den Ohren. Ich konnte die Bilder, die sich vor meinem inneren Auge abspielten nicht aufhalten. Lucas am leblos Boden. Blutüberströmt. Der Werwolf über ihm, Blutbeschmiert. Damals hatte er mich zwar riechen, aber nicht sehen können- ein Zauber hatte mich getarnt. Ich merkte kaum, wie er mir den Zauberstab entwendete, ich war viel zu sehr damit beschäftigt, dass meine Angst sich langsam in blinde Wut wandelte. Und das war alles andere als gut. Wut könnte tödlich enden. Das mir hier niemand helfen würde, war mir klar, das musste er nicht erst sagen. Widerwillig antwortete ich auf seine Fragen, während er das Blut in meinen Haaren verteilte, indem er mir mit seiner freien Hand durch selbiges strich. "Ophelia. Ich bin Lehrerin in Hogwarts. Ich wollte ursprünglich zu Ollivander, da mein Zauberstarb....man könnte sagen kaputt ist." Ich wusste nicht, was ihm diese Informationen nutzen würden und ich hoffte inständig, es wäre nicht viel nützliches dabei, aber wirklich wohl war mir bei der ganzen Sache nicht. Falls er es gewesen war, der Lucas ermordet hatte, würde er von mir wissen? Meinen Namen kennen? Nein. Bestimmt nicht. Fenrir interessierte sich sicherlich nicht mehr für seine Opfer, nachdem er sie getötet hatte. 
Der Druck an meinem Hals wurde langsam unangenehm- nicht das er jemals angenehm gewesen wäre- und ich überlegte unwillkürlich, ob ein Zauber jetzt clever wäre. Ich wusste auch schon, welchen ich nehmen müsste. Kurz schielte ich zu meinem Zauberstab weit entfernt von mir. Ich versuchte schon wieder mich abzulenken. Alles war besser als an den Mörder zu denken, der nicht vorzuhaben schien, mich je wieder lebendig loszulassen-

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Re: Seitengasse

von Ophelia am 05.01.2018 04:22

Als seine Stimme die Stille zerriss, begann ich noch schneller zu laufen. Er meinte bestimmt nicht mich. Hier waren noch andere Leute gewesen. Ja, bestimmt meinte er jemand anderen. Ich hatte ihn zwar schon hunderte Male gesehen- nicht selten war er Gastdarsteller in meinen schlimmsten Alpträumen, aber seine Stimme hatte ich noch nie vernommen. Ich hatte sie mir ganz anders vorgestellt. Eher wie ein nicht menschliches Knurren.
Ein Teil von mir registrierte, dass ich nur über seine Stimme nachdachte, um mich von der Angst abzulenken, die ganz langsam wie eiskaltes Wasser in meine Knochen sickerte und dort einzog.
Erneut bellte er den Befehl, jemand solle stehen bleiben durch die schmale Gasse. Und als dann plötzlich die Hauswand vor mir zusammenbrach, genau traf dies ja nicht zu- wie baufällig sie auch aussah- er hatte sie zusammenstürtzen lassen, war mir klar, dass dort keine andere Person war. Er hatte mit mir geredet. Er hatte mich bemerkt. Mit einem gemurmelten Zauberspruch und einer fahrigen Handbewegung, hinderte ich die herabstürtzenden Steine daran, mich zu erschlagen. Allerdings konnte man dies nun drehen und wenden, wie man wollte, Fakt war: Ich saß in der Fall. Ich war eingekesselt zwischen einem komplett eingestürzten Haus, durch das ich nicht schnell genug hindurchkommen konnte und meinem allerschlimmsten Alptraum. Der aufgewirbelte Staub hatte sich in meine Lunge vorgedrungen und das dadurch resultierende Husten machte jeden Zauberspruch unmöglich. Und ich hatte vorhin wirklich noch geglaubt, viel schlimmer könnte der Tag nicht mehr werden. Hustend drehte ich mich um, die Hände hatte ich erhoben. Ich war bereit mich zu verteidigen. Doch ich hatte nicht damit gerechnet, dass der Wolf so nah sein würde. Er war nur noch wenige Meter entfernt- er stank nach dem Blut, das ihn überall befleckte. Ich hatte ihn nicht näher kommen hören, woran teilweise wohl auch mein immer noch nicht ganz verklungendes Husten schuld war. Ich sammelte all meinen Mut zusammen, sah auf und antwortete mit erstaunlich fester Stimme:"Was willst du?" Dieser Satz implizierte mehr Mut, als mein ganzer Körper eigentlich aufbringen konnte, aber ich war auf eine gewisse Weise stolz auf mich. Meine innere Stimme jedoch verfluchte mich und riet mir flehendlich, ihn nicht zu provozieren. Instinktiv sah ich nach oben, als würde der Mond mir zu dieser frühen Stunde schon verraten können, wieviel Zeit noch bis zum nächsten Vollmond blieb. Ich schickte ein Stoßgebet an den Himmel, dass es noch lange, lange hin wäre. Als noch eine übriggebliebene Mauer nachgab und laut krachend zu Boden ging, nutze ich die Gelegenheit des Lärms um einen Schutzzauber über mich selbst zu legen, der ein gewisses Maaß an Flüchen abwehren konnte. Gegen seine Zähne wirkte der Zauber jedoch nicht... Und wieder einmal war ich mehr als froh, nicht auf einen Zauberstab angewiesen zu sein. Was Fenrir allerdings anging... Ich könnte ihn mit einem einfachen Entwaffnungszauber überraschen, allerdings wusste ich wirklich nicht, wann Vollmond war und ich wollte ihn ja nicht reizen. Also beschloss ich es vorerst dabei zu belassen, die Angst zu verdrängen und seinem durchdringenden Blick nicht auszuweichen.

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Re: Seitengasse

von Ophelia am 04.01.2018 23:06

Ich atmete dreimal tief ein und wieder aus. Als ich mich einigermaßen beruhigt hatte, konnte ich auch wieder klarer denken.
Ich war von der Winkelgasse falsch abgebogen und durch sehr viele Abzweigungen in eine Seitengasse der Nokturngasse geraten. Zumindest war ich dieser näher, als der Winkelgasse. Erneut versuchte ich mir meinen Weg ins Gedächtnis zu rufen. Zuerst war ich geradeaus gelaufen, dann nach links und dann...hatte ich den Faden verloren. Ich sah, von  mir selbst ziemlich genervt nach oben und bemerkte jetzt erst, dass es bereits dämmrig wurde. Ich sollte also schleunigst hier verschwinden. Seufzend stieß ich mich von der Wand ab, an der ich stand und beschloss einfach solange geradeaus zu laufen, bis ich irgendwo ankommen würde. Ich machte mir gerade Sorgen, da ich gar nicht wusste, was auf der anderen Seite der Nokturngasse war, als ein sehr vertrautes Geräusch hinter mir ertönte. Jemand war appariert. Er war genau hinter mir angekommen. Ganz ganz vorsichtig und in der Hoffnung nicht gleich die gesamte Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, drehte ich mich herum. Es war ein Mann. Er stand mit dem Rücken zu mir und schien etwas zu essen. Als ich einen genaueren Blick auf seine Hand warf, gefror mir das Blut in den Adern. Eine rötliche Flüssigkeit tropfte von der 'Nahrung' des Mannes. Er selbst hatte es überall und mir wurde schlagartig bewusst, dass das nur Blut sein konnte. Als der Mann erneut abbiss, erkannte ich sein Profil sofort. Ich hatte ihn schon so oft gesehen. Sein gehässiges Grinsen, sein bösartig verzerrtes Gesicht. Die Fahndungsplakate hingen überall. Er war der Alptraum, der Eltern dazu trieb ihre Kinder nachts wegzuschließen. Er könnte es gewesen sein, der Lucas getötet hatte. Ich wollte wegrennen, so schnell und so weit weg wie es nur ging. Doch ich war wie erstarrt. Fenrir Greyback war wirklich das allerletzte Monster, dem ich in der Dämmerung in einer mir völlig fremden Gegend begegnen wollte. Auch sonst war er so ziemlich der letzte, dem ich begegnen wollte.
Ich sollte rennen, solange ich noch konnte und er mich nicht bemerkte, doch mein Körper gehorchte mir nicht mehr. Mein Herz hämmerte schrecklich laut und ich dachte schon, es würde gleich abheben. Ich hatte panische Angst vor Werwölfen, vor allem seit ich mitansehen musste, wie Lucas vor meinen Augen von einem zerfetzt worden war. Ich war zwar entkommen, aber die Bilder verfolgten mich noch heute. Und Fenrir war der wohl grausamste und sadistischste von allen.
All diese Gedanken und Gefühle strömten auf mich ein, während ein anderer Teil meines Gehirns feststellte, dass der Wolf sich von mir entfernte. Er lief in die entgegengesetzte Richtung. Ein Stein fiel mir vom Herzen. Ich hatte weder gewagt zu atmen, noch zu blinzeln und musste dies nun nachholen. Ich schloss kurz die Augen und atmete schnell und möglichst leise ein und aus. Ohne meine Augen nocheinmal auf ihn zu richten, drehte ich mich schnell und möglichst leise um, bereit so zügig und unauffällig wie möglich zu verschwinden.

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Re: Seitengasse

von Ophelia am 03.01.2018 23:02

Ich bog um die nächste Ecke, in der Hoffnung etwas bekanntes zu entdecken. Fehlanzeige. Ich hatte mich total verlaufen...Ich wusste nicht einmal mehr genau, wo ich war. Ich konnte es nur noch auf London einschrecken, hoffte ich zumindest.
Ich könnte ja nach dem Weg fragen, aber die Menschen oder eher Wesen, die hier unterwegs waren, waren ganz eindeutig nicht von der hilfsbereiten Sorte.
Gerade wurde ich schon wieder von einem vermummten Etwas angestarrt. Mir lief es eiskalt den Rücken herunter und ich drehte mich herum und machte, dass ich wegkam. Wo war ich hier nur gelandet?!
Eigentlich wollte ich nur in den Zauberstabladen und fragen, ob es eine Art Pflegemittel gab- ich hatte meinen Zauberstab mal wieder in ein Tintenfass getaucht und langsam schien er mir das auch übel zu nehmen, denn er spritze neuerdings ständig Tinte und gerade als Professor für Zauberkunst war das nicht nur peinlich, sondern auch sehr unpraktisch. Tja und dann hatte ich auf dem Weg einen Hund in einer Seitengasse jaulen gehört und war dem nachgelaufen. Als das Gejaul verstummt war, war es bereits zu spät gewesen und seitdem irrte ich mit der Befürchtung in der Nokturngasse zu sein durch die verwinkelten Straßen.
Hier und da wurde ich von zahnlosen Zauberern und humpelnden Hexen angegrinst und plötzlich wurde mir mehr als klar, woher die ganzen Schreckensgeschichten mit bösen Hexen und Zauberern kamen, denn die hier sahen alles andere als freundlich aus. Ich wünschte mir sehnlichst einen Wegweiser herbei oder den Mut jemanden zu fragen. Ich sah mich um und entdeckte tatsächlich jemanden, der mehr aussah wie ein normaler Mensch, als alle anderen hier. Ich nahm all meinen Mut zusammen und ging auf die junge Frau zu, die einem Spiegel zugewand dastand. "Entschuldigung ich..." Sie hatte sich umgedreht und sah nun gar nicht mehr normal aus. "...habe sie mit jemanden verwechselt." sagte ich hastig, machte kehrt und lief so schnell ich konnte davon. Was sollte ich nur tun? Ziemlich entnervt lehnte ich mich an eine Wand. Um zu Disapparieren konnte ich mich hier einfach nicht genug konzentrieren und den Wegweiserzauber konnte ich nicht benutzen, weil mein Zauberstab nicht so wirklich funktionierte. "Verflucht!" schimpfte ich und schloss frustriert die Augen um mich wieder zu sammeln.

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