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Re: Professor van de Ferres' Turmzimmer
von Ophelia am 21.04.2018 14:01Sie sah nicht unbedingt positiv gestimmt aus, während sie die Zeilen dieses Heftes überflog. Was das für mich bedeutete, wollte ich einerseits nicht wissen und andererseits interessierte mich nichts mehr. Ein erneutes Kichern entfuhr mir. Eigentlich war mir gar nicht nach Lachen zu mute, aber mein Körper tat einfach, was er wollte. Diese Situation war sehr unangenehm und sollte schnellst möglich behoben werden. „Vicky..." eigentlich sollte das eher wie ein ungeduldiges Quengeln klingen, aber die Nebenwirkung machte mir das zunichte, da ich ihren Namen eher gluckste. Ganz ganz toll. So würde mich keiner ernst nehmen!
Sie trat zu mir und ich atmete kichernd auf. Ich hoffte, endlich zu erfahren, was denn nun Sache war, doch stattdessen war ich im nächsten Augenblick gefesselt. „Vicky- Was soll das?" kicherte ich. Leider war das alles andere als die wütende Stimme, die ich eigentlich beabsichtigt hatte.
Einen Tee. Warum fesselte sie mich dann bitte? Was spielte sie für ein Spiel? Würde es etwa noch schlimmer werden? Was wusste sie, was sie mir verschwieg?
Ich versuchte es mit einem Finite – Zauber, da ich ja glücklicherweise keinen Zauberstab benötigte. Aber es wirkte nicht. Ich runzelte die Stirn. Was war denn jetzt los? Was hatte meine sogenannte 'beste Freundin' getan und noch wichtiger – warum? Ich versuchte die Fesseln nun auf Muggelart loszuwerden, indem ich mich einfach bewegte und etwas an ihren zerrte. Das unaufhörliche Kichern schwächte mich allerdings erheblich. Hinzu kam noch, dass das magische Fesseln waren und im Grunde war mir auch mehr als bewusst, dass das Rumgezappel zu nichts nütze war.
Vicky küsste mich auf die Stirn, was die ganze Situation nicht unbedingt besserte, mir aber versicherte, dass sie das nicht aus reiner Böswilligkeit tat. Wirklich geglaubt hatte ich das ja nicht.
Und dann ging sie sich tatsächlich einen Tee kochen und ließ mich hier kichernd und gefesselt zurück. Ich glaubte es kaum. Ich sah ihre Elfe, immer noch kichernd, hilfesuchend an.
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Re: Professor van de Ferres' Turmzimmer
von Ophelia am 17.04.2018 21:53Mir wurde plötzlich unglaublich heiß. Meine Körpertemperatur schien neue Rekorde aufstellen zu wollen und das Zittern, welches sich meines Körpers bemächtigt hatte, wollte einfach nicht nachlassen.
Verzweifelt sah ich zu meiner besten Freundin, die schon wieder wie ein aufgescheuchtes Hühnchen durch ihr Zimmer eilte. Ich hielt sie heute wohl ganz schön auf Trab.
Ihr Blick, welcher auf einer Seite eines weiteren Hefts klebte, welches sie aus einem Stapel Bücher gezogen hatte, verhieß nichts Gutes.
„Was ist?" kicherte ich, obwohl mir so gar nicht nach Lachen zu Mute war. Wenn Zaubertränke schief gingen, konnte alles mögliche passieren. Zwar war die lästige Wunde nun verschwunden, aber an den Nebenwirkungen dieses Trankes schien ich wohl zu verglühen.
Durch die nicht kontrollierbaren Zitterattacken, rutschte ich immer näher an die Kante des Möbelstücks, auf dem ich saß. Ich biss die Zähne lautstark aufeinander und zwang mich wieder mehr auf den Sessel hinauf, was mich allerdings so einiges an Kraft kostete. Es gefiel mir überhaupt nicht, nicht mehr Herrin über meinen Körper zu sein.
Mit immer noch zusammengebissenen Zähnen konzentrierte ich mich wieder auf die immer noch lesende Vicky. „Was nun?" presste ich zwischen meinen Zähnen hervor und krallte die Hände in den Sessel unter mir, um an Ort und Stelle zu bleiben – leichter gesagt als getan.
Ich spürte den Schweiß auf meiner Stirn, so sehr strengte es mich an einerseits das Lachen zu unterdrücken und andererseits das Herunterfallen auf den Boden zu verhindern. Hoffentlich fand Vicky bald eine Lösung für mein neues Problem.
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Re: Professor van de Ferres' Turmzimmer
von Ophelia am 02.04.2018 21:38Ich betrachtete sie und vor allem die Tasse in ihrer Hand sehr skeptisch, als sie näher kam. Sie setzte sich neben mich und hielt mir das Zeug unter die Nase. Erstaunlicherweise roch es gar nicht mehr so schlimm. Ganz im Gegenteil, es hatte eine leicht zimtige Note.
Ich nahm ihr die Tasse aus der Hand und schlürfte den Inhalt vorsichtig. Der Trank war nicht wirklich heiß, trotzdem wärmte er mich so gründlich durch wie es normalerweise nur ein Butterbier vermochte. Es schmeckte auch überraschend gut und ich fragte mich, wie das sein konnte, nachdem Gestank von vor wenigen Sekunden.
Ich reichte Vicky die Tasse und kaum hatte sie diese an sich genommen, zuckte ich heftig zusammen. Ein unangenehmes Ziehen zog sich die Wunde entlang. Kurz kniff ich die Augen zusammen, als der Schmerz durch meinen Körper fuhr.
Doch genauso schnell wie er gekommen war, verschwand er auch wieder. Ich blinzelte und betrachtete vorsichtig die Stelle, an der nur Sekunden zuvor eine offene Wunde geprangt hatte. Jetzt jedoch war nur noch eine Narbe in Form eines weißen, schmalen Strichs zusehen, die an die lebensbedrohliche Wunde erinnerte.
Ich fühlte mich viel besser und mir war endlich warm. „Danke. Du bist ein Schatz." sagte ich und sah meine beste Freundin dankbar an. Meine Stimme klang auch wieder normal und nicht mehr so brüchig wie vor dem Trank.
Etwas war jedoch komisch. Es fühlte sich an wie Energie, die sich in meinem Körper gefangen fühlte. Sie wollte heraus. Meine Hände begannen zu zittern und ich musste unkontrolliert lachen. Ich hatte plötzlich das Gefühl, ich könnte durch das ganze Schloss rennen, stundenlang ohne müde zu werden, so viel Energie hatte ich. Aber das war doch nicht normal. Panisch sah ich wieder zu Vicky, als mein ganzer Körper zu zittern begann. „Vicky? Was für Nebenwirkungen hat das Zeug?" fragte ich misstrauisch. Bestimmt besser als zu verbluten, aber auch nicht unbedingt angenehm oder erstrebenswert.
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Re: Professor van de Ferres' Turmzimmer
von Ophelia am 30.03.2018 11:40Die Geräusche um mich herum wurden immer klarer, was bedeutete, dass ich tatsächlich aus meiner beinahe Ohnmacht zurückkehrte. Also schien dieses Ding wohl wirklich zu helfen.
Dankbar nickte ich der Elfe zu und suchte den Raum dann nach Vicky ab.
Als ich sie endlich entdeckte – versteckt in einer Nische – wandte ich den Blick schnell wieder ab. Der komische Geruch, den ich vernommen hatte, kam von ihr. Oder viel mehr dem, was sie da vor sich zusammenbraute. Ich schickte ein Stoßgebet an Merlin, dass ich das nicht würde trinken müssen. Natürlich würde ich es tun, wenn es denn sein musste um am Leben zu bleiben. Ich würde diesem Hund nicht die Genugtuung geben zu sterben. Außerdem hing ich schon etwas an meinem Leben.
Schnelle Schritte ließen meinen Blick doch wieder durch den Raum zu Vicky wandern. Sie rannte zum Fenster und riss dieses auf. Die beste Idee, die ich seit langem wieder wahrgenommen hatte. Die frische Luft wehte zu mir herüber und ich sog sie dankbar ein.
Jetzt, da meine beste Freundin selbst am Fenster stand und die frische, unverpestete Luft einsog, konnte ich einen Blick auf den kleinen Topf werfen, der munter vor sich hin brodelte. Er sendete definitiv diesen Gestank aus, den der Luftzug glücklicherweise überdeckte.
Ich wandte meinen Blick wieder zum Fenster und stellte erschreckt fest, dass diese kleinen Bewegungen mich einiges an Kraft kosteten. Ich sollte das wohl lieber einstellen, wenn ich weiterhin bei Bewusstsein bleiben wollte.
Jetzt konnte ich jedoch endlich nach draußen sehen. Es war spät am Abend, der Mond war bereits aufgegangen – ein sehr beruhigender Halbmond. Ob er ab - oder zunahm war mir nicht ganz klar. Es spielte auch keine Rolle. Ich seufzte müde und sah weiterhin hinaus. Einerseits, weil ich so nur die frische Luft roch und nicht den Gestank des Zaubertranks und andererseits, weil jede weitere Bewegung mich vielleicht das Bewusstsein kostete. Außerdem liebte ich es, die Sterne zu betrachten.
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Re: Professor van de Ferres' Turmzimmer
von Ophelia am 28.03.2018 13:03Ich beobachtete schwerfällig, wie Vicky die Seiten des Buches durchblätterte. Ich hoffte wirklich, dass sie bald etwas finden würde. Ich blinzelte müde, als sie mir das Buch unter die Nase hielt. Was dort stand, konnte ich nicht sehen. Das lag vor allem daran, dass mir die Sicht langsam schwand, denn alles wurde immer verschwommener, aber größtenteils lag es an der Kürze der Zeit, die sie mir gab um die Seite überhaupt zu erahnen. Im Grunde war es mir auch egal, solange es nur half.
Ich bekam nur am Rande mit, wie ihre Elfe wiederkam.
Kurz flackerte meine Wahrnehmung und mein Bewusstsein schien sich schon verabschieden zu wollen, doch ein komisches Gefühl, holte mich zurück ins hier und jetzt. Es pikste unangenehm an meinem Arm in Höhe meiner Armbeuge. Ich gab ein leises Grummeln von mir, ließ es aber geschehen, da sie mir ja nur helfen wollten.
Ich öffnete die Augen wieder und blinzelte zu der Apparatur, die nun mit mir verbunden war. Nicht sehr überzeugt von dieser Technik, obwohl ich schon spüren konnte, dass es half, betrachtete ich diese.
Dann sah ich wieder zu Vicky, die mich bedeutungsvoll ansah. Was wollte sie mir gerade mitteilen? Hatte ich was verpasst? Ich blinzelte erneut und sah von ihr zu ihrer Elfe.
Langsam nahm ich wieder andere Dinge wahr und nicht nur den schrecklichen Schwindel. Obwohl ich diesen, dem seltsamen Geruch, den ich nun vernahm, fast vorzuziehen glaubte. Ich runzelte die Stirn und rümpfte die Nase. „Was ist das?" fragte ich und klang dabei mehr als nur ein bisschen verschlafen.
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Re: Professor van de Ferres' Turmzimmer
von Ophelia am 11.03.2018 20:43Zum Glück schien Vicky nach dem ersten Schock recht schnell zu schalten. Ihr Gesichtsausdruck änderte sich vom puren Entsetzten, anbei gesagt glaubte ich ziemlich genauso ausgesehen zu haben, als ich dem Wolf begegnete, zu fachmännisch.
Als sie und ihre Elfe mich auf ihren Sessel beförderten, nuschelte ich leise Proteste "Vicky...nein...deine Möbel...ich ruiniere sie...", aber davon ließ sie sich nicht abhalten, so dass ich am Ende ihre Möbel mit meinem Blut besudelte.
Da meine Lider erneut zuflackerten, sah ich nicht, was um mich herum geschah. Ich spürte etwas nasses oder kaltes auf meinem Brustkorb und dann ein leichtes Ziehen, welches den Schmerz mitsich nahm, als es verschwand. Ich seufzte erleichtert und hielt die Augen geschlossen. Vicky wusste schon, was sie tat, da würde ein Nickerchen doch bestimmt nicht schaden? Ich war so erschöpft und die Müdigkeit legte sich wie Blei auf meine Augen.
Das nächste, das ich spürte war eine Ohrfeige, die sich gewaschen hatte. Geschockt riss ich die Augen auf. "Was?" fragte ich entsetzt, doch dann wurde mir klar, dass ich nicht schlafen durfte, solange mein Kreislauf noch nicht wieder richtig funktionierte. Ich war aber anscheinend nicht die einzige, die etwas entsetzt von den Handlungen meiner besten Freundin war, da ihre Hauselfe mir einen Kuss auf die geschlagene Stelle gab. Ich versuchte mich an einem Lächeln in ihre Richtung- nicht sicher, ob es mir gelang. Ich hatte diese Elfe schon immer gut leiden können und ich war froh, dass Vicky zu den Menschen gehörte, der Hauselfen als Hilfe ansahen und sie nett behandelte und nicht wie einige der anderen Zauberer, die Elfen immer noch als Sklaven und wertlos empfanden.
Als nächstes bekam ich eine Tasse unter die Nase gehalten, aus der ich ohne groß zu überlegen ein paar Schlucke nahm. Ich vertraute Vicky bedingungslos. Das Zeug schmeckte sehr süß, aber nicht unbedingt schlecht und ich bemerkte fast augenblicklich, wie mein Herz wieder etwas kräftiger den Rest meines Blutes durch meine Adern pumpte.
Erst jetzt bemerkte ich, dass Twinky verschwunden war. Sie holte wohl noch etwas für Vicky beziehungsweise mich. Während wir, wie ich glaubte, auf Twinky warteten, schnappte Vicky sich ein paar Bücher und begann daraus vorzulesen. Ich versuchte ihr wirklich zuzuhören, aber meine Konzentration war wirklich gerade nicht die allerbeste und so gab ich es nach einigen Sekunden bereits auf und lauschte einfach ihrer Stimme, ohne mich groß auf ihre Worte zu konzentrieren.
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Re: Professor van de Ferres' Turmzimmer
von Ophelia am 08.03.2018 20:17Meine Sicht wurde immer mal wieder unscharf, aber ich kämpfte hartnäckig um mein Bewusstsein. Wenn ich jetzt ohnmächtig wurde, wusste ich nicht, ob ich wieder aufwachen würde. Vermutlich war es gar nicht so schlimm und ich dramatisierte gerade etwas, aber ich hatte immer noch fürchterliche Angst. Sie saß mir in den Knochen und hatte sich dort festgebissen, seit Fenrir Greyback mich angesprochen hatte. Es war erst wieder wirklich schlimm geworden, als mein Körper auch den letzten Rest Adrenalin verbraucht hatte. Seitdem zitterte ich am ganzen Körper, obwohl der Blutverlust wohl auch dazu beitrug...
So zusammengekauert wartete ich auf meine beste Freundin, die mir hoffentlich würde helfen können. Es schien ewig zu dauern, vielleicht waren es aber auch nur Minuten, die vergingen, mir wurde auf jeden Fall von Sekunde zu Sekunde kälter und die Augen offen zu halten war auch recht kritisch und am Ende schon fast nicht mehr möglich, als ich endlich Schritte hörte. Ich blinzelte in eben diese Richtung und glaubte sogar die blonde Mähne von Vicky zu erkennen.
Ich musste wohl noch schrecklicher aussehen, als ich mich fühlte, denn Vicky erschreckte sich fürchterlich. "Hey." nuschelte ich und versuchte mich hochzukämpfen. Jedoch drehte sich daraufhin alles so wahnsinnig schnell, das ich es dann doch lieber sein ließ und zurück gegen die Tür sank. Auf die Frage zu meinem Befinden schüttelte ich nur den Kopf. Schlechte Idee. Mir war jetzt wieder unglaublich schwindelig und ich hatte das Gefühl, die Welt würde sich schneller um mich herum drehen. Ich schloss stöhnend die Augen. "Fenrir Greyback ist passiert. Ich hab mich verlaufen und bin ihm in einer dunklen Gasse begegnet und er wollte mich wohl dauerhaft an dieses Treffen erinnern." erklärte ich und deutete mit einem zitternden Finger auf die Wunde, die durch die Bewegung, meinen armseligen Versuch mich aufzusetzten, nun zu sehen war. Es sickerte immer noch Blut aus der Wunde und sie schien sich langsam aber sicher zu entzünden. "Kriegst du das hin?" fragte ich und meine Stimme begann nun ebenfalls zu schwächeln. Mir war eiskalt und ich war mir ziemlich sicher, dass mein Körper gerade auskühlte.
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Re: Professor van de Ferres' Turmzimmer
von Ophelia am 24.02.2018 17:22Wie ich so schnell meinen Weg zurück gefunden hatte, obwohl ich vorher Stunden damit zugebracht hatte, wusste ich beim besten Willen nicht. Tatsache war, dass ich nun über die Wiesen zum Schloss eilte. Meine Wunde brannte und mein Umhang, den ich so umgelegt hatte, dass man weder Wunde noch Blut sehen konnte- ich wollte meine Schüler schließlich nicht verschrecken- würde auch nicht mehr lange alles zurückhalten können. Langsam sickerte das Blut auch durch diesen.
Ich stand einen Moment lang sehr unschlüssig vor dem großen Eichenportal. Wohin sollte ich denn jetzt? Das ich versorgt werden musste, stand außer Frage. Aber zur Heilerin von Hogwarts? Nein. Wenn dort Schüler waren... Ich wollte mir die gerüchte und die Sorgen nicht einmal ausmalen! Ganz zu schweigen von den Fragen, die aufkommen würden. Wem konnte man so etwas denn noch anvertrauen und wer wäre außerdem in der Lage, sich gut um dieses Problem zu kümmern? Ich hatte sehr großes Glück, dass es gerade Abendessen war, so dass ich mich unbemerkt durch die Eingangshalle und die erste Treppe hinaufstehlen konnte. Aber wohin dann? Mich selbst versorgen würde schwer werden. Dafür hatte ich einfach nicht die Fähigkeiten. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Das ich da nicht gleich drauf gekommen bin! Jemand mit allerlei Kräutersalben und einem Händchen für Heilmittel... Vicky. Meine beste Freundin! Wie auch immer ich sie hatte vergessen können!
Schnell lief ich die Treppen nach oben und ich hatte Glück, das diese mitspielten und ihre Richtung bis zur letzten beibehielten. Es war ein Wunder, aber ich begegnete keiner Menschenseele! Keiner!
Mittlerweile musste ich meine Hand auf die Wunde pressen, da der Umhang nun wirklich nichts mehr aufnehmen konnte und das Mistding wollte nicht aufhören zu bluten. Ich verfluchte auf dem Weg in Vickys Turm, dass sie sich ein Zimmer so weit oben aussuchen musste. Und den Werwolf, dem ich wohl eine Narbe verdanken würde, die sich gewaschen hat. Falls ich nicht vorher verblutete. Zum Glück hatte Vicky mir mal erzählt, wie man hier hereinkam und so war es ein leichtes in ihr Zimmer zu gelangen und mich erschöpft auf den Boden sinken zu lassen. Die Tür fiel hinter mir ins Schloss. Jetzt musste ich nur noch darauf warten, dass Vicky vom Essen kam. Hoffentlich würde das bald der Fall sein....
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Re: Seitengasse
von Ophelia am 27.01.2018 01:55Die Minuten bis er antwortete, verstrichen quälend langsam. Ich beobachtete jede seiner Bewegungen, während er schweigend an seiner Zigarette zog. Mehrmals. Von Sekunde zu Sekunde wurde ich unruhiger. Natürlich war mir klar, dass er genau das wollte. Ich bezweifelte, dass er erst überlegen musste, ob der Name ihm etwas sagte.
Als er nach gefühlten Stunden endlich seine Stimme erhob, sprach er sehr abschätzend und mir wurde sofort klar, dass er mich mit jedem Wort provozieren wollte. Ich wusste nicht warum, ich verstand es nicht, es war auch nicht logisch, aber ich wurde ruhiger. Ich glaubte ihm, dass er sich nicht daran erinnerte. Es klang nach der Wahrheit. Wieso sollte er auch lügen?
Ich war mir ziemlich sicher, dass ich ihn verwirrte, als ich ihn plötzlich wissend belächelte und den Kopf schüttelte. "Du bist es gar nicht gewesen." stellte ich fest. All die Jahre, hatte ich die falsche Person für den Mörder gehalten. All die Jahre hatte ich die falsche Person gehasst. Man konnte Fenrir bestimmt für mehrere Morde verantwortlich machen, aber nicht für den an Lucas. Lucas war verfolgt worden. Ich wusste damals nicht ganz, warum. Er hatte mir erzählt, dass er immer wieder den selben Mann gesehen hatte- in der Nähe seines Hauses. Es war ein geplanter Mord gewesen. Und ich dachte, es wäre Fenrir gewesen, da sie immer ihn schickten um zu Töten. Die Theorie, was seine Unschuld in zumindest diesem Fall anging, stützte sich zwar auf sein Wort, auf das ich eigentlich recht wenig gab- ich bezweifelte, dass man ihm trauen konnte- aber wenn er nicht gelogen hatte, bedeutete das, dass ich gar keine Ahnung hatte, wer Lucas wirklich getötet hatte. Genaugenommen konnte ich es dann nicht einmal auf die Todesser zurückführen.
Meine Gedanken begannen augenblicklich zu kreisen und nun, da das Adrenalin langsam verebbte, spürte ich die Erschöpfung an mir nagen. Ich war seit Stunden unterwegs, es war kalt geworden und das Adrenalin hatte all meine Kraftreserven aufgebraucht. Außerdem kämpfte mein Körper immer noch mit dem stetig brennenden Kratzer. Ich musste schnellstmöglich Vicky und ihre Wunderkräuter aufsuchen. Aber erst musste ich hier lebend verschwinden.
All diese Erkenntnisse zu erlangen hatte nicht mal ganz eine Minute gedauert. Eine Minute, in der ich den Wolf vor mir anstarrte, um mögliche Angriffe so schnell wie möglich abzublocken, aber es geschah nichts. Ich wartete. Ich musste hier weg. Ich musste meine Gedanken ordnen und dafür brauchte ich Ruhe und keine lebensbedrohliche Person vor mir.
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Re: Seitengasse
von Ophelia am 23.01.2018 12:24Er drehte den Kopf zu mir herum und sah mich an. Einen kurzen Moment lang glaubte ich so etwas wie Erstaunen in seinem Blick zu sehen. Der Moment verging jedoch genauso schnell wieder, wie er gekommen war, es könnte also auch Einbildungen gewesen sein. Anscheinend war selten jemand so dumm sein Glück auf die Probe zu stellen und ihn erneut auf sich aufmerksam zu machen, obwohl er sich schon von einem abgewandt hatte. Doch der Zorn in mir spornte mich an, die dümmsten und lebensbedrohlichsten Dinge zu tun und das Adrenalin überzeugte mich davon, dass ich es mit ihm aufnehmen könnte. Seine Antwort klang ehrlich, genügte mir jedoch nicht. Damit war ich nun genauso schlau wie vorher. Er wandte sich wieder ab, nur um sich kurz darauf vollständig wieder umzudrehen. Er rauchte. Der Qualm schlängelte sich in Richtung Himmel. Der Geruch rief eine Erinnerung in mir wach. Mein Großvater hatte ebenfalls geraucht. Ich habe es gehasst. Es roch widerlich. Unwillkürlich rümpfte ich die Nase.
Seine nächste Frage ließ mich unruhig werden. Mir hätte klar sein müssen, dass er darauf kommen würde. Nur jemand, den es betraf würde soetwas fragen. Seinen Namen zu nennen, könnte meine Frage klären. Ich wollte nur wissen, wer es gewesen war. Ob es Absicht oder Versehen war. Oder aber pure Freude am Töten und Leid anderer. Gleichzeitig könnte ich ihn aber auch darauf stoßen, wer ich war. Aber er hatte mich noch nie gesehen- wie sollte er mich denn dann erkennen? Ich könnte ja auch eine Bekannte gewesen sein. Ich holte tief Luft, ignorierte das stetige Brennen des Kratzers, den Geruch von Qualm und Blut und sprach zum ersten Mal seit Jahren seinen Namen aus:“ Lucas. Lucas Waylen.“ Meine Anspannung ließ meine Hände zittern. Was, wenn er wusste, dass ich damals anwesend war? Dass ich da gewesen war, als Lucas starb?
Mein Blick wanderte ein weiteres Mal zu meinem Zauberstab. Ich hing an ihm, auch wenn ich ihn nicht brauchte. Er hatte Lucas gehört. Schnell richtete ich meine Aufmerksamkeit wieder auf den Wolf vor mir. Er war gefährlich und meine Instinkte schrieen danach, ihn nicht aus den Augen zu lassen. Bis zum Zerreißen gespannt, wartete ich auf seine Reaktion. Ich beobachtete ihn genau, damit mir auch ja keine Regung entging. Alles, was ihn verraten könnte, würde ich erkennen. Ich würde mir nichts entgehen lassen.
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