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Re: Vergangenheitsplay » 10
von Matthew am 15.06.2018 19:14Als sie endlich bei mir war, breitete sie noch ein paar Decken aus, damit wir es noch bequemer hatten. Ich nickte als Zeichen, dass ich verstanden hatte. Das war sehr gut. Wir hatten es also tatsächlich geschafft. Irgendwie machte mich das froh und trotzdem machte ich mir Sorgen. Wie würde es meinen Eltern wohl gehen? Und meiner Schwester? Würde ich es wirklich so lange ohne Ida aushalten, falls sie entschied auch ohne mich zu fahren? Nein, das würde sie nicht tun. Ich konnte mir bildlich vorstellen, wie sie sich kreischend weigerte in den Zug zu steigen. Meine Schwester konnte sich aufführen wie eine Prinzessin... im Grunde war sie es ja auch. Und wenn sie nicht bekam, was sie wollte konnte sie ungemütlich werden. Meistens liebte ich sie dafür – zumindest wenn das, was sie wollte sich nicht gegen mich richtete.
Am nächsten Morgen weckte mich eine Bewegung. Ich schlug die Augen auf und sah mich verwirrt um. Was war denn los? Wo war ich? Und vor allem, wie spät war es? Für mich war es gefühlsmäßig noch viiiiel zu früh, weswegen ich mich murrend wieder umdrehte. Leider konnte ich auch nicht wieder einschlafen, weswegen ich mich dann doch aufsetzte und mich ziemlich müde streckte. Als ich zur Seite Blickte, sah ich in das Gesicht meiner besten Freundin und mir fiel alles wieder ein. Das erklärte auch, wieso der Geruch von verbranntem Toast am Morgen fehlte. Meine Mom war nicht hier...
„Guten Morgen." gähnte ich und grinste sie verschlafen an....
Wir verließen die Plattform den Tag über kaum. Das Risiko entdeckt zu werden war uns einfach zu groß. Wir spielten Zauber – Schnipp – Schnapp, Schauch und andere Spiele und futterten so viele Süßigkeiten, dass ich am Ende wirklich etwas Bauchschmerzen hatte und mir meine Mama herbei wünschte, die das im Handumdrehen erledigt hätte. Natürlich nicht ohne über den Naschkonsum zu schimpfen....
Gegen Abend legten wir uns auf die Decken, um die Sterne beobachten zu können und versuchten, neue Bilder in ihnen zu entdecken.

Re: Vergangenheitsplay » 7
von Matthew am 12.06.2018 15:36Bei dem Gedanken, an die etwas uneleganten Werwölfe, die auf einem Besen durch die Luft sausten, musste ich lachen. „Aber die Vorstellung, wie sie sich an den Besen klammern ist schon recht albern!" ich schüttelte den Kopf um den Gedanken loszuwerden. „Hast du schon mal einen gesehen?" fragte ich sie neugierig. Ich selbst war der Begegnung mit diesen Kreaturen bis jetzt glücklicherweise entgangen. Allerdings gab es das Gerücht, dass jemand aus der Schule einen Mord durch einen Werwolf gesehen hatte. Etwas, das ich niemals erleben wollte.
Ich zog ungläubig die Augenbrauen nach oben. „In welchem Paralleluniversum bist du denn bitte erwachsen?!" neckte ich sie ich flog lachend um sie herum. Man konnte das von mir gerade im Moment allerdings auch nicht behaupten....
„ICH bin hellwach!" erwiderte ich frech und streckte ihr die Zunge raus, was ziemlich deutlich meine geistiges Alter widerspiegelte. Erwachsen würde ich wohl nie wirklich werden, aber wer wollte das schon?!
Ich folgte ihr mit etwas Abstand. Sie wirkte so frei, wie sie sich durch die Luft bewegte. Das Gefühl der Freiheit war ja auch ein ständiger Begleiter, wenn man flog. Ich liebte es.
Sie hielt vor einem der Torringe und sah mich erwartungsvoll an, doch was sie dann sagte, schockierte mich schon etwas. „Oha!" rief ich entsetzt und überlegte kurz. „Dem Schnatz nachzujagen ist bei diesen Lichtverhältnissen sowieso ein sinnloses Unterfangen. Ich würde einfach den Quaffel aus der Kiste holen und wir werfen ein bisschen? Also ich versuche durch eines der drei Ringe zu werfen und du versuchst es zu verhindern? Und dann tauschen wir." schlug ich vor. Zu zweit würde das ganze anders sowieso nicht viel Sinn machen.
Immer noch Kopf schüttelnd flog ich zu der Tür, hinter der die Bälle aufbewahrt wurden. Da demnächst kein Spiel mehr anstand, würden sie wohl dort sein und nicht in einem Büro weggeschlossen.

Re: Vergangenheitsplay » 10
von Matthew am 11.06.2018 14:19Ich wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, oder ob überhaupt Zeit vergangen war und schon gar nicht, ob ich geschlafen hatte. Aber ich glaubte schon, denn die Nacht wirkte schwärzer und die Sterne funkelten etwas heller als zuvor. Sie waren wunderschön und schienen um die Wette zu strahlen. Ich schüttelte erneut den Kopf, als ich mich in ihrem Glitzern verlor. War ich schon wieder weggenickt? Ich wusste es nicht genau. Tatsache war jedenfalls, dass das Knacksen von Ästen mich aus den Gedanken riss. „Ina?" flüsterte ich leise und streckte den Kopf über den Rand der hölzernen Plattform. Natürlich war es Inas zerzauster Haarschopf, den ich unten erblickte. Wer sonst? Meine Schwester und meine Moms würden die Briefe erst morgen früh finden, in denen ich alles erklärt hatte. Beim schreiben eben dieser war mir aufgefallen, das wir nur ein Jahr lang warten mussten, bis wir beide nach Hogwarts konnten. Ich hatte ihnen gesagt, dass ich erst nächstes Jahr mit Ina gehen wollte. Hoffentlich würden sie nicht allzu sauer auf mich sein. Vor allem Ida nicht. Sie fehlte mir schon, wenn ich nur daran dachte, Zeit ohne sie zu verbringen. Denn auch, wenn sich alles geändert hatte, Ida war immer an meiner Seite gewesen. Immer.
Ich streckte den Arm aus, um Inas Koffer nach oben zu hieven. Ein Koffer. Für ein paar Tage. Das war so typisch Mädchen. Ich schüttelte den Kopf. „Hat alles gut geklappt?" fragte ich, während ich die Hand nach ihrer ausstreckte, um meiner besten Freundin wie immer nach oben zu helfen. „Bei mir ist alles gut gegangen. Sie schlafen alle schön." erzählte ich und grinste zu Ina herab, obwohl man das in der Nacht wohl kaum sehen konnte.

Re: Vergangenheitsplay » 10
von Matthew am 09.06.2018 00:01Ich war sehr erleichtert, sie wieder glücklich zu sehen. Das war mir alles wert. Ich lachte freudig, als sie anfing zu tanzen. Ich lachte sie nicht aus, das würde ich nicht tun, ich lachte mit ihr.
Wartend drehte ich die Kette, die wir vor so vielen Jahren gebastelt hatten, zwischen den Fingern. Wir hatten gesagt, dass wir einmal heiraten würden, wenn wir groß wären und uns daraufhin Ketten gemacht. Eigentlich war es nur ein Stück Holz an einem Faden. Auf meinem war ein 'I' für Ina eingeritzt und auf ihrem ein 'M' für Matthew. Aber es waren unsere Ketten.
Als sie ihren Freudentanz beendet hatte, wurde sie plötzlich geschäftig. Sie schien zu planen und machte sich auch gleich auf den Weg. Grinsend half ich ihr nach unten und sprang ihr dann hinterher. „Okay, wir treffen uns heute Nacht hier ja?" ich nickte ihr zu und dann brachen wir beide auf, um alles zu besorgen, was wir brauchten.

Mit zwei Kissen und zwei Decken, meinem Süßigkeitenvorrat, meinem Ersparten und ein paar Büchern bewaffnet, ja sogar Wechselkleidung, stand ich an unserem Treffpunkt und gähnte. Hoffentlich hatte Ina es geschafft. Es war gar nicht so schwer gewesen, nachdem meine Eltern geschlafen hatten. Ida war etwas schwieriger gewesen. Es war, als würde sie es wissen. Sehr seltsam. Vielleicht war es aber auch wirklich so und sie spürte es, so wie ich immer spürte, wenn mit ihr etwas nicht in Ordnung war. Aber mit mir war alles in Ordnung. Mehr als das noch. Das hier würde ein Abenteuer werden. Ich kletterte nach oben und schaffte die Decken und Kissen ebenfalls auf die Plattform, wo ich sie ausbreitete, so dass wir gemütlich liegen konnten. Und dann wartete ich Schokofrösche essend auf meine weltallerbeste Freundin.

Re: Vergangenheitsplay » 7
von Matthew am 06.06.2018 10:35Ich blinzelte nach oben. "Noch nicht ganz glaube ich. Da fehlt noch ein Stückchen." Grinsend sah ich zu ihr. "Angst vor dem großen bösen Wolf? Keine Sorge, wir fliegen einfach nach oben, falls er kommt." Ich konnte immer noch nicht aufhören zu grinsen. Ich war einfach so müde, dass ich es schon nicht mehr war. Diese Nacht würde ich also nicht mehr schlafen gehen, aber das spielte auch keine große Rolle. Wer brauchte schon schlaf, wenn er fliegen und Unsinn machen konnte? Ich ganz sicher nicht und Sophelya wirkte auch nicht wirklich so, als hätte sie den Plan in nächster Zeit wieder ins Bett zu verschwinden.
Lachend sah ich zu ihr herüber. "Lustig. Sagen kleine Kinder das nicht auch, kurz bevor sie einschlafen?" Im Grunde war es keine Frage. Jeder hatte das glaube ich getan und Ida und ich waren dadrin Experten. Unsere Eltern konnten davon ein Lied singen. Irgendwann war es dann allerdings etwas schwerer geworden, uns ins Bett zu tragen...
Anscheinend war ich ein offenes Buch für sie, denn sie erkannte sofort, dass mir etwas neues eingefallen war. "Ich weiß nicht, ob das die beste Idee ist, aber wie wäre es mit etwas Quidditchtraining? Es sei denn, du willst doch ins Bett und ab jetzt artig sein?"
Unwillkürlich fragte ich mich, wann die Nachtruhe wohl vorüber war und man offiziell wieder hier sein durfte. Und wie spät es war... Mit gerunzelter Stirn warf ich noch einen Blick zum Mond, gerade so, als wüsste er die Antwort.
Beinahe hätte ich ihren Seitenhieb überhört. Beinahe. "Bevor ich müde werde, muss ich dich auffangen, weil du eingeschlafen und vom Besen gekippt bist!" erwiderte ich und flog ein paar mal um sie herum. Das würde noch sehr lustig werden. Warum genau hatte ich so etwas früher noch nicht getan? Ich hätte viele solcher Nächte erleben können, aber die meisten hatte ich mit Schlafen verschwendet! Wie dumm von mir. Was Ida wohl getan hatte? Ich schätzte meine Schwester nicht so ein, dass sie artig im Bett geblieben war. Und Sophelya? Tat sie so etwas öfter? Durchs Schloss schleichen wahrscheinlich schon... aber so etwas wie das hier? Vorher war das unerlaubteste, was ich getan hatte wohl die ein oder andere Party im Raum der Wünsche, zu der mich meine Freunde geschleppt hatten, aber sonst?

Re: Vergangenheitsplay » 7
von Matthew am 27.05.2018 22:21Ich verdrehte die Augen. Ja, diese Rivalität war mir bereits bekannt gewesen. „Wir sind ja aber auch mit die Besten!" schmunzelte ich und schüttelte den Kopf. Es war entspannend und sehr erfrischend einfach so mit ihr reden zu können, herumzualbern und zu scherzen. Nicht, dass ich sonst nicht ich selbst sein konnte, aber dennoch hielt man sein ganzes verrücktes Wesen normalerweise zurück. Die ganze Dosis vertrug dann doch eher selten jemand. Doch die Nacht entlockte einem alles und es war großartig.
Ihr Kompliment nahm ich grinsend an. „Klar. Wer denn sonst?" feixte ich. Ich war mir ziemlich sicher, dass sie nicht alle kannte, aber das spielte auch keine große Rolle.
Auf ihre Reaktion zu meinem kleinen Geständnis, zuckte ich nur entschuldigend die Schultern und war zugegeben ziemlich erleichtert, als sie sich nicht weiter darüber beklagte.
Ihre Kommentare brachten mich immer wieder zum schmunzeln und schließlich jagten wir den Sternen entgegen. Ich wollte nicht der erste sein, der sich über die Kälte beklagte, denn immerhin trug ich zwei Pullis, aber langsam spürte ich die Kälte selbst durch diese Stoffschichten kriechen und ich begann mir Sorgen zu machen, dass ihr schrecklich kalt war.
Glücklicherweise war es ihr auch bald hoch und wahrscheinlich auch kalt genug. Ich folgte ihrem Blick nach unten und nickte. "Diese Aktion mit Höhenangst verbunden wäre wohl ein einziger Alptraum gewesen." stimmte ich ihr zu. Mein Blick wanderte über die Landschaft unter uns und blieb schließlich am Quidditchfeld hängen. Ein Grinsen schlich sich auf meine Gesichtszüge. Aber nein, das wäre zu viel des Guten, oder? Mein Blick wanderte kurz zu Sophelya und dann wieder zurück zum Spielfeld. Eigentlich war ich immer noch nicht müde, aber unser Glück so sehr herauszufordern war wohl doch etwas lebensmüde....

Re: Vergangenheitsplay » 10
von Matthew am 27.05.2018 21:50Es ist schrecklich sie so traurig, so verzweifelt zu sehen. Diese Trauer ist fast greifbar, als würde sie in der Luft zwischen uns hin und her schweben, wie ein Tuch, welches jeden frohen Gedanken unter sich begräbt. Meine kurzzeitig aufgekommene Freude darüber, diesen Brief erhalten zu haben, ist verpufft. Um ehrlich zu sein frage ich mich, wie ich mich überhaupt jemals hatte darüber freuen können. Die Antwort war einfach: Ich hatte nicht sofort begriffen, was es für Ina und mich bedeuten würde. Ich hatte nicht daran gedacht, dass wir uns trennen müssten. Ehrlich gesagt hatten wir dieses Thema immer Tod geschwiegen und geschickt umgangen. Im Grunde hätten wir wissen sollen, dass wir nicht zusammen dort hin gehen können....
Ihr Lachen klingt schwach und traurig, gar nicht so, wie ich es liebe. Nicht so, wie Inas Lachen normalerweise klingt – laut und voller Leben.
Als ich sie in meine Arme ziehe, klammert sie sich an mich, so als könnten wir dieses Problem lösen, indem sie mich einfach festhielt, bis sie alt genug war. Und ich verstand es. Wenn die Lösung nur so einfach wäre.
Als sie wieder sprach, klang sie immer noch verzweifelt und unendlich traurig. Es tat weh und ich wollte alles tun, damit sie wieder meine fröhlich Ida sein würde. Alles. Mit ihrem Vorschlag hatte ich allerdings nicht gerechnet. „Hmmm..." meinte ich leise. Im Grunde war die Idee gar nicht so schlecht. Wir müssten auch nicht ewig wegbleiben, nur so lange, bis das Jahr in Hogwarts angefangen hatte, denn dann konnte ich nicht mehr nachkommen und müsste abwarten. Allerdings würde das für mich bedeuten, mich von einer anderen Person zu trennen, die für mich überlebenswichtig war. Ida, mein Zwilling, ohne den ich nicht leben konnte. Sie war immer da. Von Anfang an. Aber bedeutete ich ihr nicht genauso viel? Würde sie nicht auch hier bleiben, wenn ich nicht mitkommen würde? Ich musste es versuchen. Entschlossen sah ich zu Ina herab. „Okay. Wir holen ein paar Sachen und schleichen uns heute Nacht raus. Wir treffen uns hier." Ich würde meinen Eltern und natürlich meiner Zwillingsschwester, einen Brief schreiben, schließlich sollten sie sich keine Sorgen machen.

Re: Vergangenheitsplay » 7
von Matthew am 19.05.2018 12:36Nachdem ich endlich etwas sehen konnte, betrachtete ich die Besen eingehend. Nun gut, den normalen Schulbesen schenkte ich keine sonderliche Beachtung, da ich schon auch etwas anderes anstrebte, als bloß geradeaus zu fliegen. Die Besen für die Quidditchspieler, die nicht mit dem Glück gesegnet waren, einen Besen ihr eigen zu nennen, waren auf jeden Fall akzeptabler.
Nachdem sie sich einen ausgesucht hatte, griff ich nach dem neusten, den ich entdecken konnte. Neu im Gegensatz zu den anderen.
Sophelya schien kurz mit sich zu hadern, griff dann aber doch nach dem Pullover eines Gryffindorspielers. Ich zuckte mit den Schultern. „Ich hab nichts gegen Gryffindor. Wenn es ums Gewinnen geht schon, aber im Grunde hat man dann doch was gegen alle anderen Häuser oder?" ich grinste sie wieder schief an. „Ich hätte dir ja meinen geben können, aber dann wäre das ja auch Ravenclaw und immer noch nicht Slytherin." erwiderte ich. Immerhin hatte ich zwei.
Der Pullover passte Sophelya erstaunlicherweise, auch wenn er etwas locker saß. „Ich schätze mal, dass der nicht James Potter gehört. Obwohl... er ist ja relativ... nun ja, klein und eben ideal als Sucher." ich zuckte mit den Schultern.
Als sie von der ersten Flugstunde erzählte, musste ich grinsen. Auch ich hatte schon Übung gehabt und trotzdem hatte das ganze in einem Desaster geendet. Als sie dann davon erzählte, wurde mir klar, dass sie davon direkt betroffen gewesen war. Schuldbewusst grinste ich sie an. „Tut mir immer noch leid... Ich war früher etwas unaufmerksam, wenn ich mich mit meiner Schwester in die Haare bekommen habe." ich grinste entschuldigend. Ich hatte mit Ida herumgealbert und nicht nachgesehen, wohin ich flog und hatte dann jemandem vom Besen gestoßen. Anscheinend Sophelya. Das hatte vielleicht Ärger gegeben. „Sorry." sagte ich nochmal und folgte ihr dann nach draußen.
Ich beobachtete sie kurz beim Fliegen, dann kam ich hinterher. Ich liebte es ebenfalls. Ich machte erstmal einen Looping und flog dann neben ihr her. „Ich hab nur gute Ideen." grinste ich sie herausfordernd an. „Was glaubst du, wie hoch kommen wir?" fragte ich und deutete aufwärts.

Re: Vergangenheitsplay » 7
von Matthew am 18.05.2018 20:55Zuerst wirkte sie etwas verschreckt, aber dann schien sie zu verstehen. Wie konnte man das angesichts dieses durchgeknallten kleinen Geistes auch nicht?
„Sorry." murmelte ich, nachdem ich sie wieder losgelassen hatte. „Aber der Schreck, wenn der uns gesehen hätte, wäre um einiges größer und unerfreulicher gewesen." lachte ich leise.
Ich nickte und machte eine halbe Verbeugung. „Vielen Dank, was für eine Ehre." Zum Glück wussten die meisten hier schon, dass ich einen Knall hatte. Und Ida hatte ihr das bestimmt nicht vorenthalten. Erneut nickte ich, dieses Mal allerdings etwas ernster. Ich wollte unser Glück auch nicht weiter herausfordern. Ein drittes Mal gerade so zu entkommen war dann doch recht unwahrscheinlich und ich bezweifelte, dass uns das gelingen würde.
Als wir es problemlos nach draußen geschafft hatten, atmete ich erleichtert aus. Mein erster Blick galt erneut den Sternen, die nun um einiges weiter von uns entfernt waren, aber immer noch atemberaubend hell funkelten. Sophelya schien andere Dinge im Kopf zu haben, als wieder mal die Sterne zu betrachten, denn sie sah sich erstmal um. Im Nachhinein, war das eine sehr gute Sache, da wir jetzt zwar das Schloss verlassen hatten, aber immer noch entdeckt werden konnten. Vom Wildhüter und natürlich auch von jedem beliebigen Menschen, der einen Blick aus dem Fenster warf.
Auf ihren Vorschlag hin, drückten wir uns an der Wand entlang. Die Steine waren eiskalt, aber der Wind, der uns zweifelsfrei um die Ohren pfeifen würde, sobald wir uns auf den Besen befanden, würde wohl noch etwas unangenehmer sein. Ich war gerade mehr als froh, dass ich nicht nur einen Pullover, sondern auch noch eine Jacke trug. So war mir sehr warm – fast zu warm, was allerdings auch an unserem kleinen Abwärtssprint liegen könnte.
Die Tür hinter der die Besen gelagert wurden, war schnell erreicht und auf die Frage der Sicherheit hin, zuckte ich mit den Schultern. „Das werden wir gleich wissen." antwortete ich dann und zückte meinen Zauberstab. „Alohomora." flüsterte ich und ein leises, klickendes Geräusch verriet, dass die Tür entriegelt war. Erleichtert sah ich wieder zu Sophelya und grinste. „Du hast die Ehre." sagte ich und deutete auf die Tür. Sie dürfte sich meinetwegen zuerst einen Besen aussuchen, es waren sowieso nur Schulbesen und nichts besonderes, um das man sich großartig streiten konnte.

Re: Vergangenheitsplay » 10
von Matthew am 14.05.2018 23:20Ich beobachte sie still, während sie ldie Zeilen überfliegt. Mir ist klar, dass sie es eigentlich gar nicht lesen müsste. Wir wissen beide, was da drin steht und was es zu bedeuten hat. Ich werde gehen. Ohne sie. Und es würde lange auern, bis ich sie wiedersehen könnte. Naja, zumindest vergleichsweise. Wir sahen uns täglich, aber der Brief änderte das schlagartig.
Sie sieht sehr traurig aus, weswegen ich trotz der Wärme die Arme nach ihr ausstrecke und sie in eben diese ziehe.
Ich wollte nicht, dass sie weint.
Ich streiche ihr vorsichtig über den Rücken, so wie meinen Moms das immer bei mir und Ida gemacht hatten, wenn es uns schlecht ging.
Ich schluckte, hielt sie in armeslänge von mir und sah sie ernst an. "Ich will gar nicht ohne dich gehen." sage ich traurig. Meine Stimme ist Tränenschwer. "Vielleicht kann ich auch einfach noch zwei Jahre warten, und dann gehen wir zusammen hin." ich versuche mich an einem Grinsen, aber wir beide wissen, dass das, was ich da gerade gesagt habe totaler Blödsinn ist. Man konnte sich nicht einfach aussuchen, wann man zur Schule ging und wann nicht. Ich zuckte mit den Schultern. "Oder vielleicht passt du ja in meinen Koffer, wenn ich sonst nur wenig Sachen mitnehmen. Oder wir verwandeln dich in eine Kröte oder Katze oder so und dann kommst du als mein Haustier mit!" schlug ich vor, merkte aber selbst, dass das, was ich sagte immer unlogischer wurde. Ich konnte noch keine Zauber und einen Menschen in ein Tier zu verwandeln schaffte ich schon mal gar nicht. Ich seufzte.
"Ich wünschte, ich müsste nicht gehen. Ohne dich, meine ich." traurig sehe ich wieder zu ihr. "Wenn meine Moms und meine Schwester nicht dabeigewesen wären, hätte ich ja so tun können, als hätte ich ihn gar nicht bekommen..." ich seufzte. Es gab einfach keine Lösung für dieses sehr unschöne Problem. Meine Unterlippe zitterte und ich spürte das Brennen der Tränen in meinen Augen. Ich würde sie schrecklich vermissen. Trotzdem schaffte ich es, die Tränen zu verdrängen. Ich war schon groß, da weinte man nicht mehr!


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