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Re: Vergangenheitsplay » 14
from Merle on 08/22/2018 06:07 PM„Ausreden." ich verdrehte die Augen. „Du hast nur Angst, weil ich besser geworden bin als du." spielerisch streckte ich ihm die Zunge raus. Wenn er wieder in Topform wäre, hätte ich keine Chance mehr, aber das musste ich ihm ja nicht auf die Nase binden.
„Aber ich habe gewonnen. Und das ist alles was zählt. Außerdem war ich nur clever und nicht so einspurig." Kurz überlegte ich, ob es in Ordnung war, das anzufügen, was mir durch den Kopf ging, aber wenn wir nie aussprachen, was wir dachten würden wir wohl nie wieder wirklich miteinander sprechen. „Außerdem denke ich nicht, dass deine Gegner ordentlich kämpfen werden, sollte es nochmal zu so etwas kommen. Was ich nicht hoffe." ich warf ihm einen strengen Blick zu.
Als er dieselbe Dummheit beging wie ich und mit den Schultern zuckte, musste ich schmunzeln. Nicht, weil er Schmerzen hatte – bei Merlin nein! - sondern vielmehr, weil wir uns so ähnlich waren in manchen Dingen.
„An der Stimme?" wiederholte ich und sah ihn fragend an. „Was war denn so besonders? Hat sie etwas spezielles gesagt? Ein besonderer Akzent oder so?" fragend sah ich ihn an. Komischerweise stellte ich mir als aller erstes eine Todesserin mit dieser typischen Kluft vor, die eine unglaublich schweren japanischen oder chinesischen Akzent hatte. Da das nicht lustig war – also die Tatsache, dass Cas einer Todesserin begegnet war – versuchte ich nicht zu lachen und grinste still in mich hinein. Wer weiß, was sie ihm angetan hatte...
Als seine Augen etwas glasig wurden, erfüllte mich das zu gleichen Teilen mit Stolz und Unwohlsein. Stolz, weil ich diese Fähigkeit irgendwie im Griff hatte und nutzen konnte und Unwohlsein, weil diese Fähigkeit der Grund war, warum ich für ein paar Sekunden Hoffnung gehabt hatte, Cas könnte mich genauso sehr mögen, wie ich ihn. Auf die gleiche Art mögen. Aber das war jetzt egal, denn es schien zu funktionieren. Wieso hatte ich eigentlich daran gezweifelt? Wie oft hatte ich diese Fähigkeit nun schon eingesetzt, um zu bekommen, was ich wollte? Sei es der Alkohol obwohl ich noch minderjährig war oder milde bei einer Strafarbeit, obwohl ich etwas nicht wirklich entschuldbares ausgefressen hatte? Im Grunde hatte ich mich doch nur gefürchtet, weil ich diese 'Gabe' bis jetzt so gut wie möglich von Cas ferngehalten hatte. Nicht gut genug, aber eben so weit wie ich konnte.
Ich war fast fertig, als Cas etwas sagte. Ich sah ihn an, in diese glasigen Augen, die mich irgendwie ängstigten. Das taten sie sonst nie. Weder bei Ragnar, noch bei Flynch, aber Castor wollte ich nicht so sehen. Diese Ausdruckslosigkeit war schrecklich. „Ich bin gleich fertig. Nur noch ein bisschen. Halte durch" flüsterte ich säuselnd und verteilte den Rest der Salbe vorsichtig auf seinem Arm. Da ich noch ein bisschen was an den Fingern hatte, strich ich nochmal die etwas dünner eingesalbten Stellen an seinem Bauch nach. Ich konnte nicht sagen, dass mir das nicht gefiel, aber mir wäre es schon lieber, wenn er keine Schmerzen hätte...
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Re: Vergangenheitsplay » 14
from Merle on 08/22/2018 03:27 PMIch nickte einfach nur. Das würde ich, darauf konnte er Gift nehmen. Kurz schoss mir durch den Kopf, wie dämlich diese Redewendung war, aber ich schüttelte den Gedanken ab. Das spielte jetzt keine Rolle.
Erneut war da dieser Schatten. Etwas bedrückte ihn. Nur was? Ich sollte ihn erst später danach fragen, darauf hatten wir uns gerade erst indirekt geeinigt, aber ich würde ihm so gerne helfen. Ich wollte nicht, dass er die ganze Zeit an etwas zu knabbern hatte, von dem ich einfach nicht wusste, was es ist! Aber ich würde ihn nicht bedrängen, also biss ich die Zähne zusammen und schwieg. Es ging vorerst nur darum, dass er wieder vollends gesund wurde. Mehr zählte im Augenblick nicht, weder meine wirren Gefühle, noch unsere angeknackste Freundschaft oder die Vergangenheit, die ihn mehr zu beschäftigen schien, als er zugeben wollte.
Herausfordernd sah ich ihn an. Dann beugte ich mich ganz langsam vor, bis meine Lippen fast sein Ohr berührten. „Das glaube ich nicht." flüsterte ich und setzte mich dann grinsend wieder normal hin. „Aber wir können das gerne herausfinden. Einen Zauberstab könnte ich organisieren." schelmisch zog ich die Augenbrauen nach oben. „Letztes Mal habe ich auch gewonnen!" feixte ich triumphierend. Mein Lächeln verrutschte kurz etwas, als ich an den Teil dachte, der danach kam, aber ich überspielte es einfach und tat so, als wäre nichts gewesen. In seinem Zustand würde es ihm entgehen. Zum Glück.
Bei seinen Worten stellte ich mir vor, wie die Todesserin herumtanzte, um den Flammen zu entgehen. Wie Rumpelstilzchen. Ich grinste. Doch als ich mir dann vorstellte, wie die Flammen auf Cas übergriffen, verging mir das Grinsen ganz schnell wieder. Und dann fiel mir etwas auf. „Du sagtest Todesserin... also eine sie. Weißt du, wer sie war? Würdest du sie wiedererkennen?" fragte ich schnell und sah ihn aufgeregt an. Ich war noch nie bewusst einem Anhänger Voldermorts wirklich begegnet. Ich wusste zwar grob, wie die Kluft dieser Unmenschen aussah, aber da hörte es auch schon wieder auf, Im Grunde sollte ich wohl froh darüber sein. Ich war es eigentlich auch, wenn ich mir die anderen und Cas so ansah. Wenn ich daran dachte, dass zwei meiner Mitschüler das Aufeinandertreffen nicht überlebt hatten... Ich schluckte. Der, um den es mir aus tiefstem Herzen gegangen war, saß lebendig vor mir. Ich lächelte. „Mein Held." ich legte eine Spur Sarkasmus mithinein, nur damit er nicht erkannt, wie ernst ich das meinte. Immerhin gehörte er mir nicht wirklich.
Als ich die Salbe auftrug, sah ich den Schmerz in seinen Augen. Er versuchte ihn zu verstecken, aber es war nicht vollends möglich. Ich beugte mich noch etwas näher und hoffte, dass das so funktionieren würde, wie ich es mir dachte und nicht zu heftig. Ich ließ meine Veela- Gene wirken. Vielleicht würde es ihn genug vom Schmerz ablenken. Nur eben nicht zu heftig. Es war ein schwieriges Maß von dem ich nicht sicher war, ob ich es einhielt...
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Re: Vergangenheitsplay » 14
from Merle on 08/22/2018 01:54 PMIch suchte in seinem Gesicht nach der Lüge, aber sie war nicht zu finden. Ich runzelte die Stirn. „Das ist doch sicherlich nicht alles spurlos an dir vorbeigegangen?" Zuerst war ich skeptisch, aber dann huschte ein Schatten über sein Gesicht. Eine böse Erinnerung? Ich blinzelte, doch als ich ihn wieder ansah, war es verschwunden, was auch immer es gewesen war. Einbildung vielleicht?
Er wandte den Blick ab und schien nicht sehr begeistert davon zu sein, dass ich das angesprochen hatte. „Tut mir leid." wisperte ich und senkte den Blick. „Tut mir leid." wiederholte ich und meinte damit nicht nur, dass ich das Thema angebrochen hatte, sondern viel mehr auch, dass ich gefallen war, dass ich weggelaufen war – vor ihm. Dass ich diesen Streit irgendwie losgebrochen hatte. Diese drei Worte waren mein Schuldeingeständnis.
Ich lachte. „Ha! Das wollen wir ja erstmal sehen! Wetten das nicht?!" feixte ich. Normalerweise war er vielleicht ein ganz kleines Bisschen im Vorteil, aber im Moment, würde ich ihn wohl schlagen. Allerdings war das letzte Mal nicht sonderlich gut für mich ausgegangen... Ich schluckte die Erinnerung herunter, bevor der Schmerz mich erreichen konnte. Ich musste mich einfach auf die Freunde fokussieren, dass er wieder hier war, bei mir. Als mein bester Freund und weitestgehend heil. Weitestgehend. Es war nichts, was ein bisschen Magie nicht wieder hinbekam.
Als Castor die Luft anhielt, legte ich einen Zahn zu – vielleicht strengte ihn das doch mehr an, als er zugab - typisch Mann eben – und ich wollte ihm ja nicht weh tun.
Als er sagte, dass er sich das selbst zugefügt hatte, ließ ich fast die Schale fallen. „Was?!" fragte ich entsetzt und mir entgleisten die Gesichtszüge. Fassungslos sah ich ihn an und meine Hand zuckte. Ich hätte ihn gerade unglaublich gerne geschlagen. „Was hast du Idiot denn bitte davon gehabt?!" zischte ich wütend zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.
Ich trat näher, mittlerweile waren es Tränen der Wut und der Verzweiflung über diesen unglaublich dämlichen Jungen, die aus meinen Augen quollen. „Oh, ich hoffe das hier" ich hielt die Schale hoch „brennt ordentlich. Verdient hättest du es." ich war immer noch wütend, weil er anscheinend der Meinung gewesen war, sich selbst in Brand stecken zu müssen. Ohne wirklich eine Antwort abzuwarten, beugte ich mich über ihn und begann, seine Wunden einzusalben. Es roch wirklich nicht besonders gut, aber immer noch besser als der Trank, den er hatte schlucken müssen.
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Re: Vergangenheitsplay » 14
from Merle on 08/22/2018 12:39 PMIch grinste einfach weiter vor mich hin. Schadenfreude war schon immer mein Ding gewesen. Solange der Schaden nicht zu groß war. Und eine widerliche Mixtur zu trinken war nun wirklich keine zu große Sache. Sie würden ihn schon nicht umbringen. Im Gegenteil.
Ich zog die Stirn in Falten. „Physisch vielleicht." grummelte ich und sah ihn ernst an. Als ob es ihm wirklich gut ging. Ich konnte mir immer noch nicht vorstellen, was er wirklich erlebt hatte. Ich wusste auch nicht wirklich, ob ich das wollte. Und selbst wenn er es mir erzählte, würde ich es nie ganz nachvollziehen können. Vielleicht sollte ich darüber auch ganz froh sein. Mindestens genauso froh, wie ich war, dass er nicht verstand, wie es sich anfühlte von einem Besen in die Tiefe geschleudert zu werden. Ich erschauderte bei dem Gedanken. Nein, das waren Dinge, die man erst verstand, wenn man sie erlebt hatte.
Misstrauisch beäugte ich seinen Arm, als würde ich seine Verletzungen durch den Verband sehen können. „Das wird bald wieder. Mich haben sie ja auch wieder hin gekriegt. Und ich bin ein paar Meter in die Tiefe gestürzt – falls du dich erinnerst." versuchte ich zu scherzen, aber meine Stimme zitterte leicht. Den Schock hatte ich – im Gegensatz zu dem was ich vorgab – immer noch nicht verwunden.
Als Castor sich in seinem Hemd verfing, wie eine Fliege in einem Spinnennetz, musste ich wieder lachen, was Dank der Schmerzmittel dieses Mal auch nicht so weh tat. „Vielleicht gefällst du mir ja aber so hilflos ausgeliefert lieber?" grinste ich, half ihm dann aber doch. „Merlin! Castor!" ich zog ihm das Hemd erstmal wieder an. „Das Ding hat Knöpfe du Idiot!" ich lachte wieder, während ich es aufknöpfte. Glücklicherweise saß er bereits, so gestaltete sich das ganze etwas leichter.
Als wir das Oberteil endlich los waren, griff ich um ihn herum, um den Verband zu lösen. Damit er sich nicht mehr als nötig bewegen musste, kletterte ich über ihn, stützte mich aber am Bett ab, um ihm nicht weh zu tun. Ich linste über seine Schulter, um sehen zu können, was ich da tat und entknotete seinen Verband. Das meine Haare ihm im Gesicht kitzelten, war nicht mein Problem.
Vorsichtig und mit dem einen Ende des Verbandes in der Hand, stieg ich aus dem Bett. Dort drehte ich meine Hand samt Verband so, dass ich ihn abwickelte. Bei der letzten Umwicklung wurde ich etwas vorsichtiger um die beschädigte Haut nicht noch mehr zu verletzen. Als ich die Stellen sah, die sich bereits im Heilungsprozess befanden, sog ich die Luft scharf ein. Es sah immer noch böse aus. „Was haben sie nur getan?" ich hatte gar nicht bemerkt, dass die Tränen wieder liefen, bis eine auf den Verband in meiner Hand tropfte. Ich wand mich ab und nahm die Paste, die ich gleich wohl auf die Wunden geben würde. Aber erst musste ich mich zusammenreißen. „Bereit?" fragte ich leise.
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Re: Vergangenheitsplay » 14
from Merle on 08/21/2018 08:20 PM„Ohhh. Entschuldige krankes Häschen." grinste ich mit diesem sarkastisch – mitleidigen Unterton. Als er sich bewegte, streckte ich automatisch die Hände nach ihm aus, als ob ich ihm irgendwie helfen konnte, aber das konnte ich nicht. Er schaffte es ganz alleine.
Ich verdrehte übertrieben deutlich die Augen – ungefähr so, wie er es gerade übertrieb. „Einbildung ist auch eine Bildung..." nuschelte ich und schüttelte den Kopf.
Als er mich stumm dazu aufforderte, ihm das Fläschchen zu reichen, kam ich dem nach. „Nein. Das hilft und ich brauche dich wieder gesund." stellte ich entschieden fest. „Ich würde dir ja gerne etwas untermischen, das den widerlichen Geschmack vielleicht etwas überdeckt, aber ich befürchte, das hindert die Medizin dann daran, ihre Wirkung zu entfalten. Also Pech gehabt." ich zucke mit den Schultern und grinse weiter. Mitleid hat noch keinem geholfen und ich musste zugeben, dass es sogar irgendwie Spaß machte, ihn zu ärgern. Nicht, dass es mir gefiel, dass er litt – das mochte ich ganz und gar nicht – aber... Ehrlich gesagt war ich mir auch nicht sicher, ob ich mich damit nicht indirekt für meinen eigenen Schmerz rächen wollte.
Mittlerweile hatte Cas mit das Zeug abgenommen und heruntergewürgt. Ich schüttelte mich, als der Geruch zu mir herüberkam. „Igitt." jammerte ich und hielt mir die Nase zu. „Okay, sie wollen dich wohl doch vergiften." mutmaßte ich mit immer noch zugehaltener Nase.
Als er plötzlich das Gesicht schmerzerfüllt verzog, streckte ich sofort wieder meine Hände nach ihm aus und strich ihm über die Wange. „Alles klar?" fragte ich vorsichtig, wurde aber von der Hauselfe unterbrochen. Sie drückte mir ein Tablett in die Hand – auf diesem befanden sich Handschuhe, eine Tinktur und eine Paste, von der ein ekliger Geruch ausging – und beäugte mich, als wäre ich Ungeziefer. Ich sah ihr etwas verdattert nach, als sie verschwand. Mich nützlich machen? Okay... Mein Blick wanderte wieder auf das Tablett und ich entdeckte meinen Namen auf der Tinktur. Meine Schmerzmittel. Meine Knochen waren zwar größtenteils wieder geheilt, was etwas länger gedauert hatte, da sie zertrümmert gewesen waren – aber mein Körper erinnerte sich noch an den Schmerz, weswegen meine Muskeln sich verkrampft hatten. Es fühlte sich an, wie ganz böser, sehr heftiger Muskelkater und blaue Flecke hatte ich auch noch überall. Vorsichtig stellte ich das Tablett ab. Als erstes kippte ich schnell meine eigenen Schmerzmittel herunter, zumindest die Hälfte, den Rest reichte ich Cas. „Schmeckt gar nicht so übel und hilft wirklich gut." ich zuckte mit den Schultern.
Grinsend verdrehte ich die Augen. „Meine Nase funktioniert, ich weiß, wie das riecht. Aber danke, dass du es nochmal erwähnst." meine Ton war ziemlich schnippisch, aber er kannte das ja schon. Wie eine Ärztin – oder zumindest so, wie ich mir diese vorstellte – zog ich die Handschuhe über und ließ das Gummi kurz schnipsen. „Dann ziehen Sie sich mal aus Mister Peakes." mein Tonfall war immer noch wie zum scherzen aufgelegt, aber ich spürte meine Wangen rot werden. Das passierte mir nie. Mir war soetwas nicht peinlich. Vor allem hatte ich ja einen triftigen Grund, ihn dazu aufzufordern und trotzdem spürte ich die glühende Hitze in meine Wangen schießen.
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Re: Vergangenheitsplay » 14
from Merle on 08/21/2018 10:33 AMAls er verneinte, schwand die Eifersucht etwas. Allerdings blieb ein Teil von ihr zurück. Er würde mir bestimmt nicht auf die Nase binden, wen er so mochte....
Als er weitersprach, als er erzählte, dass alle anderen wahrscheinlich tot wären, wenn er und die anderen nicht gegangen wären, hatte ich augenblicklich ein schlechtes Gewissen. Weggezogen. Was sie mit ihr gemacht haben. Mir wurde schlecht. Ich wollte fragen, was sie getan hatten, hoffend, dass meine Fantasie schlimmer war, als das, was wirklich geschehen war. Aber sein Tonfall ließ mich zweifeln. Ich würde ihn das alles später fragen. Jetzt schien eindeutig der falsche Zeitpunkt zu sein. Wir waren beide erschöpft und seine Erlebnisse waren noch zu frisch. Vielleicht würde er das ganze nicht so schnell nochmal durchleben wollen. Allerdings interessierte es mich auch, was mit Hazel war. Immerhin war sie ebenfalls Treiberin – was nicht hieß, dass ich ihr etwas schlechtes wünschte!
Als Castor ausgesprochen hatte, prustete ich los. Ich konnte nicht aufhören, auch wenn es schrecklich weh tat, weswegen ich immer wieder mal ein 'Aua' zwischen meinen Lachanfällen fallen ließ. Im Allgemeinen musste das ziemlich dämlich klingen, aber ich konnte nicht aufhören.
Nach einiger Zeit, mir tat mittlerweile wieder alles weh, hatte ich mich wieder beruhigt und nur noch mein breites Grinsen verriet, wie witzig ich die ganze Situation fand.
„Du weißt, dass ich beides könnte.... Aber.... hm. Sieh es als deine Strafe, für die hirnrissige Aktion, die dein Leben hätte kosten können." ich grinste ihn frech an. Doch dann wurde mein Blick sanfter. Das Grinsen wurde zu einem zaghaften Lächeln. „Außerdem soll dir das Zeug" ich warf einen Blick auf die zähflüssig aussehende Tinktur „helfen, wieder gesund zu werden. Und desto schneller du gesund wirst, desto schneller kann ich mich wieder mit dir streiten. Oder anderen das Leben zu Hölle machen." Früher hatte ich immer gesagt 'meiner Schwester das Leben zu Hölle machen.', doch nun hatte ich es ersetzt. Solange ich nicht wusste, was mit mir und Tea war, würde ich wohl erstmal vorsichtig sein... „Sag mir, was ich tun kann, damit es besser wird, das Zeug zu schlucken. Ich tue alles." versprach ich leise und strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht.
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Re: Vergangenheitsplay » 14
from Merle on 08/20/2018 12:54 PMIch schnaubte. „Das rechtfertigt noch lange nicht alles!" Ich wusste selbst, dass das sehr wenig Sinn ergab, aber wenn es etwas gab, dass schlimmer war, als zu sterben, dann war es ihn zu verlieren. Und ich durfte das sagen, denn ich hatte beides erlebt. Auch wenn ich den Tod im Allgemeinen nicht favorisieren würde.
Ich hatte einen Namen schon herausgefunden. Aber den würde ich ihm bestimmt nicht nennen. Er kannte Matthew, so viel wie ich wusste. Sie waren befreundet. Gut sogar. Und sein Tod würde die Heilung bestimmt nicht beschleunigen, weswegen ich schwieg. Wie es Isis wohl ging? Meine arme Freundin musste wohl gerade durchdrehen. Ich war vom Besen gefallen und es war unklar, ob ich es schaffen würde. Bis vor einigen Tagen zumindest. Dann war ihre beste Freundin entführt worden und wahrscheinlich auch noch schuld an dieser Entführung und ihr Jahrelanger Lernpartner war ermordet worden. Nie dachte jemand an die Zurückgeblieben. Ich wusste, wie es war zurückzubleiben und das war kein Spaß. Dieser Gedanke machte mich noch trauriger, weswegen ich mich darauf konzentrierte, dass mein bester Freund, den ich so sehr liebte wie sonst niemanden, noch am Leben war. Eine leise Stimme in meinem Hinterkopf flüsterte den Namen meiner Schwester, aber ich brachte sie zum Schweigen. Ich wusste nicht, was das zwischen uns war. Das musste auch noch geklärt werden. Vielleicht hätte ich das klären sollen, bevor ich zu Cas gegangen war, denn ich würde jemanden brauchen, falls mir das Gespräch mein Herz erneut brechen würde. Oder eher sobald es mir das Herz erneut brechen würde. Er bereute die Art, wie er mir gesagt hatte, dass er nicht dasselbe empfand, aber das änderte den Umstand an sich nicht. Doch auch daran wollte ich jetzt noch nicht denken.
Langsam sickerte sein Argument durch meine Gedanken. „Ich glaube nicht, dass es Absicht war. Isis kennt sie. Sie ist wohl ganz lieb und eher schüchtern. Wenn sie es war, dann nicht, weil sie es wollte." ich zuckte mit den Schultern und bereute es sofort, da der Schmerz enorm war, der dadurch ausgelöst wurde. Und auch wenn ich sie ebenfalls irgendwie verteidigte, durchbohrte mich die Eifersucht. Sie schwang in meiner Stimme mit. Er verteidigte sie. Mochte er sie vielleicht? Ich schluckte schwer. „Bist du wegen ihr mitgegangen?" fragte ich leise und versuchte das grüne Monster zu verstecken, das in meinem Herzen Samba tanzte, aber es klappte nicht wirklich. Selbst wenn er zugedröhnt war bis zum geht nicht mehr, er kannte mich gut genug um die Eifersucht aus meinen Worten triefen zu hören. Ich biss mir heftig auf die Lippe, sosehr, dass ich sogar Blut schmeckte. Verdammt.
Ich zog die Decke um ihn fester, damit ihm warm wurde. Auch, wenn das den Körperkontakt größtenteils unterbrach. Es war wichtiger, dass er nicht fror. Es kam selten vor, dass ich das Wohl eines anderen über mein eigenes stellte. Ich seufzte leise. Ja, im Normalfall war ich ein recht egoistischer Mensch.
Cas schlief dann doch recht schnell ein und ich beobachtete ihn eine Weile. Irgendwann kam er näher und zog mich an sich. Das warme Gefühl, das mich durchströmte war herrlich! Ich lächelte und kuschelte mich an ihn. Bevor ich die Erleichterung, das er noch am Leben war, mich in den Schlaf tragen ließ, küsste ich ihn auf die Stirn.
Ein seltsames Geräusch, riss mich aus meinen Träumen. Ich schlug die Augen auf und sah direkt in das Gesicht einer mürrisch dreinblickenden Hauselfe. Sie hatte den Vorhang weggezogen, wodurch das Geräusch entstanden war. „Aufwachen." bluffte sie, stellte ein Fläschchen – vermutlich Castors Medizin - auf dem Tisch ab und ging dann wieder – glücklicherweise nicht ohne den Vorhang wieder zurückzuziehen. Ich stöhnte frustriert auf und ließ meinen Kopf wieder auf das Kissen sinken. So wollte ich nie wieder geweckt werden. Doch dann fiel mir wieder ein, wessen Wärme ich da neben mir spürte, weswegen ich die Augen wieder aufriss und den Kopf herumdrehte, um in Castors Gesicht sehen zu können.
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Re: Vergangenheitsplay » 14
from Merle on 08/16/2018 08:04 PMSein Kopfschütteln frustrierte mich etwas. Niemand erzählte einem hier etwas. Ich würde wohl nie wirklich etwas erfahren. Aber ich würde ihn auch zu nichts drängen. "Wir reden später." Ich wusste, dass das ein bisschen nach einer Drohung geklungen hatte und ich musste gestehen, dass das auch in etwa hinkam.
Und schon wieder brachte er mich zum kichern, welches jedoch von meinen Tränen getrübt wurde. "Ich wünschte, du würdest. Cas... wenn du nicht wiedergekommen wärst." Wiederholte ich meinen schlimmsten Alptraum nochmals und wimmerte leise - der Laut überraschte mich selbst. Er klang so gequält und das obwohl er mehr oder weniger - eher weniger - wohlbehalten vor mir lag. Angeknackst, aber lebendig. "Naja, wenn ich ganz ehrlich bin, wäre ich bestimmt auch mitgegangen..." gestand ich dann leise. Spontan fiel mir da sofort eine Person ein, der das überhaupt nicht in den Kram gepasst hätte. Vor meinem Unfall hatte ich immer gedacht, es wäre ihr egal, was mit mir geschah, aber mittlerweile war ich mir da nicht mehr so sicher. Meine Schwester wäre vor Sorge ausgeflippt, das wusste ich jetzt. Ich lächelte. Davon würde ich Cas auch noch erzählen müssen.
Frustriert schüttelte ich den Kopf, dann fiel mir wieder ein, dass er die Augen nicht wirklich öffnen konnte, weswegen ich dann doch zu einer verbalen Antwort ansetzte. "Mir sagt keiner was. Ich habe von einem toten Ravenclaw... naja, zwei toten Ravenclaws gehört und das war's. Kein 'Keine Sorge, dein bester Freund ist nicht unter den Toten' oder so. Ich wusste nicht mal wirklich, ob du lebst..." erneut mussten meine Worte einem erstickten Schluchzen weichen. "Vielleicht weiß Isi etwas über Freya. Sie ist besser mit ihr befreundet. Aber Hazel... ich kenne sie kaum." Und dann fiel mir noch etwas ein. "Warum sorgst du dich überhaupt um Freya? Sie hat euch das Ganze doch überhaupt erst eingebrockt!" murrte ich. Zumindest hatte ich das gehört.
Ich kuschelte mich vorsichtig näher an ihn. "Du bist ganz schön kalt." klagte ich leise, aber das war im Grunde egal, solange ich bei ihm war. Jetzt war, wenigstens für diesen Augenblick, alles so in Ordnung, wie es in solch einer Situation eben sein konnte.
Ich spürte, wie er immer ruhiger wurde, konzentrierte mich auf seinen gleichmäßigen Herzschlag, was mich letztendlich dann doch ins Reich der Träume beförderte. Endlich...
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Re: Vergangenheitsplay » 14
from Merle on 08/12/2018 10:57 PMWieder lachte ich leise. Es ging ihm also gut genug solche Scherze zu machen. Selbst auf seinem Sterbebett würde er das wohl noch behaupten. Kurz verschluckte ich mich, da mich der Gedanke erschreckte, aber wenigstens verschwand der Schluckauf dadurch.
Als er meine recht zaghafte Begrüßung erwiderte, lächelte ich. Dann schüttelte ich den Kopf. „Was hast du dir nur dabei gedacht?!" schimpfte ich dann leise. „Was, wenn dir etwas wirklich wirklich schlimmes passiert wäre... Was, wenn du nie wieder zurückgekommen wärst." die letzten Worte sprach ich recht undeutlich aus, da meine Tränen meine Stimme abwürgten. In letzter Zeit weinte ich viel zu häufig. Dank seines nächste Kommentars wurden meine Tränen jedoch wieder durch ein leises Lachen ersetzt. „Besser nicht. Es reicht mir fürs erste, wenn einer von uns sich einem Selbstmordkommando anschließt." beteuerte ich. Ja, im Moment hatte ich wahrhaftig genug von Lebensbedrohlichen Situationen. Es sollte einfach alles gut werden.
Ich grinste. „Meins auch." Naja, zumindest war es das bis vor kurzem gewesen, doch die Heiler hatten das ganz gut auf die Reihe bekommen. Ich nickte und beobachtete, wie versuchte beiseite zu rutschen, was ihm misslang. Dann musste das wohl ausreichen. Ich kletterte zu ihm, kleinlichst darauf bedacht, seine Verletzungen nicht zu berühren. Das schmale Bett bot nicht sehr viel Platz, weswegen ich ihm plötzlich ziemlich nah war und das, obwohl zwischen uns immer noch nichts geklärt war. Aber ich schob das vorerst beiseite. „Wir haben später einiges zu bereden." gähnte ich, während ich mich vorsichtig an ihn kuschelte. Mir egal, ob das hier erlaubt oder praktisch war. Ich wollte jetzt hier sein. Sein Herzschlag war beruhigend und ich verbannte jeden unangenehmen Gedanken, jede Sorge und jedes negative Gefühl. Ich konzentrierte mich nur auf das Klopfen seines Herzens.
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Re: Vergangenheitsplay » 14
from Merle on 08/07/2018 10:52 AMDas Bett quietschte leise als Cas sich bewegte und eine erneute Welle der Erleichterung durchströmte mich. Die Erleichterung und das daraus resultierende Glücksgefühl betäubten den Schmerz etwas. Seine leise Antwort brachte mich doch tatsächlich zum Lachen. Es musste total bescheuert klingen, da die Mischung aus Schluchzen, weinen und lachen nicht die angenehmste war. Ich verschluckte mich und bekam prompt Schluckauf. Jedes leise ‚Hicks‘ jagte einen Schmerzschauer durch meinen Körper, aber das war vorerst egal. Jetzt ging es um Cas. Trotzdem hielt ich kurz die Luft an, um den Schluckauf loszuwerden.
Als er endlich aufhörte, krabbelte ich - zu mehr war ich durch den Schmerz, der meinen Körper heimsuchte einfach nicht fähig- zu ihm. Ich sollte nach mehr Schmerzmittel fragen, aber damit würde ich eventuell meine Schwester auf den Plan rufen und ich fand unser Verhältnis seit dem Krankenhaus noch um einiges schwieriger.... Ich wusste einfach nicht mehr, was ich von ,uns‘ halten sollte.
Ich kniete jetzt auf Kopfhöhe vor ihm und strich ihm vorsichtig durchs Haar. Seine Hand, beziehungsweise sein Arm, war bandagiert, mehr konnte ich allerdings nicht sehen. Was nichts Gutes bedeuten musste. Ich legte meinen Kopf, auf meinen linken Arm gelegt, auf der Matratze ab und fuhr mit der rechten weiter durch seine Augen. „Hey.“ flüsterte ich leise. Meine Stimme war immer noch Tränenschwer, was kein Wunder war, schließlich liefen sie immer noch in Sturzbächen über meine Wangen. „Das gibt noch Ärger, sobald es dir besser geht.“ drohte ich leise und tippte ihm gegen die Nasenspitze.
Ich rutschte etwas auf dem Boden herum. „Wenn du mir sagst, wo ich besser nicht drankommen sollte, komme ich auch ins Bett. Der Boden ist unbequem.“ quengelte ich leise und drückte mich schwerfällig vom Boden hoch. Merlin! Wie konnte mir nur immer noch alles weh tun?
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