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Re: Astronomieturm
from Sam on 12/07/2017 12:11 AMIch sah sie mit einem Das-glaubst-du-doch-selbst-nicht-Blick an. "Mal abgesehen davon, dass mich das nicht stören würde", bemerkte ich. "ist meine Erkältung sowieso schon so gut wie weg. Hört sich vielleicht nicht so an, aber glaub mir, du hättest mich die letzten zwei Wochen erleben müssen." Meine Stimme hatte sich da komplett verabschiedet, mein Husten hätte wahrscheinlich die ganzen Schlossmauern zusammenbrechen lassen können und ich nörgelte wie meine Großmutter, wenn mir etwas nicht gepasst hatte. Die armen Jungs in unserem Schlafsaal. Ich war so ein Weichei, wenn ich krank war, aber da ich deswegen auch ein paar mal während des Unterrichts einfach im Bett liegen geblieben war, hatte Emmi mich zum Glück nicht so erlebt. Oder sonst irgendjemand außerhalb unseres Schlafsaals.
Ich hätte jetzt grade tatsächlich gerne einen Zeitumkehrer, der mich zu dem Tag am See zurückbrachte. Dann würde ich mich wahrscheinlich aus dem Boot schubsen, damit ich jetzt nicht in dieser Situation sein musste. Ich konnte sie ja verstehen. Sogar sehr, aber das war es nicht. Vielleicht dachte ich auch einfach zu viel nach, aber mein Kopf malte sich dauern irgendwelche Szenarien aus, wie es von diesem Moment aus irgendwann in Zukunft sein könnte, und in den meisten davon sah meine Freundschaft mit Emmi nicht mehr besonders rosig aus. "Emmi, ich ...", begann ich, lies den Satz aber in der Luft hängen und schloss für einen Moment lang die Augen. Jetzt grade, in diesem Moment, da hätte ich nichts dagegen, sie zu küssen. Ich wollte es sogar. Aber irgendetwas in mir hielt mich immernoch ab, ihr einfach zuzustimmen. Ich fühlte mich, als würde mir irgendjemand die Luft abschnüren und ich unterdrückte den Drang, zu husten, weil das absolut nichts mit dieser dämlichen Erkältung zu tun hatte.
"Es war schön", sagte ich leise und suchte ihren Blick. "Aber ich ... ich will nicht ..." Verdammt nochmal, das kann doch nicht so schwer sein, Wood, jetzt spuck es endlich aus. "Ich habe einfach Angst, dass ich dich irgendwie enttäusche", sprach ich es endlich aus und presste die Lippen zusammen. Bei solchen Dingen entstanden sehr leicht Erwartungen, und ich war ein absolutes Talent darin, diese nicht zu erfüllen. "Und wir können ziemlich wahrscheinlich nicht mehr zu dem Punkt unserer Freundschaft zurück, an dem wir vorher waren, wenn wir irgendwann merken dass das nicht klappt" Obwohl das auch jetzt schon undenkbar schien. Ich fuhr mir frustriert durch die Haare, ließ meine eine Hand dann an meinem Kopf liegen und stütze ihn daran ab. "Ich ... Ich will dich einfach nicht als Freundin verlieren, Emmi", sagte ich und sah sie mit einer Spur Traurigkeit im Blick an. Konnte sie meinen Gedankengang irgendwie nachvollziehen, egal wie durchgeknallt er auch war? Normalerweise war ich immer optimistisch, egal, worum es ging, aber ich spürte trotzdem die ganze Zeit dieses drückende Gefühl in meinem Bauch, weil diese kriechende Angst, sie irgendwann zu enttäuschen und damit zu verlieren, einfach nicht weg ging.

You see the s m i l e that's on my mouth, it's hiding the w o r d s that don't come out. And all of my friends think that I'm blessed, but they don't know my head is a m e s s . And all of these l i n e s across my face tell you the s t o r y of who I am.
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Re: Astronomieturm
from Sam on 12/06/2017 12:13 PMIch schmunzelte. "Könnte gut sein. Ich bin aber trotzdem immernoch der einzige, der sich nachts die Seele aus dem Leib hustet" Ganz so schlimm war es zum Glück jetzt nicht mehr, sonst hätte mich irgendwer bestimmt schon längst dazu verdonnert, nachts auf dem Sofa im Gemeinschaftsraum zu schlafen. Oder mich zumindest in den Krankenflügel gezerrt.
Ich erwiderte nichts mehr darauf, dass sie immer recht hatte. Was sollte ich auch groß noch erwidern? Wir wussten beide, dass ich öfter mal meilenweit daneben lag, während dann genau das eintrat, was Emmi vermutet hatte. Und das passierte wirklich immer, nicht nur in bestimmten Situationen.
Mir war über die letzten Wochen zwar klar gewesen, dass Emmi und ich darüber reden mussten, aber es lief definitiv nicht so ab, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte damit gerechnet, dass wir nach kurzem Gespräch einfach so weitermachten, als wäre nie etwas passiert, aber bestimmt nicht, dass wir uns so anschwiegen, während irgendetwas in mir mich dazu drängen wollte, sie wieder zu küssen. Wie konnte ein einziger Kuss unsere komplette Freundschaft so auf den Kopf stellen? Bei ihren Worten hob ich den Kopf und sah sie an, allerdings diesmal darauf bedacht, dass ein etwas größerer Abstand zwischen uns war. Andernfalls könnte ich mich vielleicht nicht zurück halten, wenn wir uns noch einmal so nah gegenüber standen. Ich sagte ein paar Sekunden lang garnichts, weil ich überlegte, was wohl die beste Lösung für diese ganze Situation war.
Ich schaute über die Plattform in den dunklen Himmel, an dem man auch von hier deutlich die Sterne erkennen konnte, auch wenn man nicht durch das Fernrohr schaute. "Keine schlechte Idee", erwiderte ich und zog die Mundwinkel ein Stück nach oben bei der Idee. Obwohl ich mir nicht sicher war, ob das das Nachsitzen, was folgen würde, sobald jemand das rausfand, wert war. Und irgendetwas in mir wollte diesen Kuss auch garnicht rückgängig machen. Es war kompliziert, ja ... aber dieser Kuss war es wert gewesen. Fand ich zumindest.
Ich atmete tief ein und machte unbewusst einen Schritt vor. So viel zum Abstand, den ich einhalten wollte. "Okay, wie wärs damit ...", schlug ich schließlich vor und sah ihr wieder direkt in die Augen. "Da ich bezweifle, dass wir irgendwo einen illegalen Zeitumkehrer auftreiben können, würde ich einfach vorschlagen, dass wir ... die Sache ... einfach auf sich beruhen lassen." Das hörte sich total bescheuert an, das wusste ich selbst. Aber es war immer noch besser, als uns anzuschweigen und unsere Freundschaft damit kaputt zu machen. Automatisch suchte ich in ihrem Blick nach irgendetwas, einer Reaktion vielleicht, die mir widersprach. "Wir ... sind schon so lange befreundet, und dass wir jetzt nicht einmal mehr normal miteinander umgehen können, ohne uns irgendwann anzuschweigen ... " Ich presste die Lippen zusammen. "Vielleicht ... sollten wir das einfach vergessen. Und so weitermachen wie vorher. Oder?" Ich sah sie nervös an und spürte, wie meine Wangen wieder heiß wurden.

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Re: Astronomieturm
from Sam on 12/06/2017 02:15 AM"Schlafen tun alle, ja. Aber ob man das ganze Schnarchen als leise bezeichnen kann ..." Ich grinste. Soweit ich das beurteilen konnte, schnarchte zwar niemand in unserem Schlafsaal, aber inwieweit ich selbst das beurteilen konnte, wusste ich auch nicht. Ich war immerhin immer der erste, der einschlief und konnte somit auch sehr wohl derjenige sein, der die anderen nachts mit seinem Geschnarche wachhielt.
Ich sah sie von der Seite an. "Immer würde ich jetzt nicht sagen", antwortete ich, schmunzelte aber. Tatsächlich hatte Emmi in den meisten Fällen Recht. Aber in manchen Situationen lag sie auch falsch, wie zum Beispiel bei unserer Diskussion, ob das Seemonster mit einem Zauberstab oder einem Dreizack bekämpft werden sollte. Zumindest war das meine Meinung.
Ich nickte auf ihre Worte hin leicht mit dem Kopf und vermied es, ihr in die Augen zu schauen. Ja, kompliziert konnte man das nennen. Es erschreckte mich fast, wie anders diese Unterhaltung zwischen uns war im Vergleich zu den früheren. Nicht wegen dem Thema, sondern einfach mit der Art, wie wir miteinander umgingen. Normalerweise hätten wir Scherze gemacht, hier und da berührt, ohne dass es komisch war oder vielleicht umarmt, und jetzt war ich nicht mal in der Lage, ihr für längere Zeit in die Augen zu schauen. Das lag vielleicht daran, dass ich jetzt nicht mehr nur Emmi sah, wenn ich sie ansah. Jetzt, wo wir darüber sprachen konnte ich fast schon wieder fühlen, wie wir da im Regen standen, als wäre es erst vor ein paar Sekunden passiert. Ich hatte vor ihr schon andere Mädchen geküsst, aber der Kuss mit Emmi war anders als alles andere zuvor. Vielleicht lag es daran, dass sie mich damit völlig überrascht hatte oder dass wir nie auch nur darüber gesprochen hatten, ob da mehr war als Freundschaft. Aber war es das? Keine Ahnung. Ich hatte mir bisher jeden Gedanken daran verboten, weil ich der Meinung war, dass sowas nur unsere Freundschaft schädigen würde. Aber nur mal angenommen ...
Ich stoppte mich selbst bei dem Gedanken und sah auf sie hinab, als sie noch ein Stück näher zu mir trat. Sie stand jetzt nah genug, dass ich mich nur ein Stück vorbeugen müsste, um sie zu küssen und gleichzeitig auch nah genug, um sich auch so schon bei mir anzustecken. Ich vermutete, dass sie mich nur aufziehen wollte, allerdings suchte ich trotzdem in ihren Augen nach irgendeinem Ausdruck der mir verraten würde, ob sie das ernst meinte. "Dann würden wir wohl doch noch beide den Krankenflügel unsicher machen.", sagte ich leise. Mein Blick flackerte einen Moment zu ihren Lippen, dann trat ich einen Schritt zurück und atmete tief ein. Hätten wir noch eine Sekunde weiter so dagestanden, dann hätte sie sich vielleicht davon abhalten können. Aber bei Merlin, ich mit Sicherheit nicht.
"Alles gut", nuschelte ich ein wenig und räusperte mich nochmal. Ich sah einen Moment lang zu, wie sie versuchte, diesen Tintenfleck abzuwischen, allerdings zog ich dann ein Taschentuch aus meiner Jacke und hielt es ihr hin. "Hier, nimm lieber das", sagte ich. Eine Erkältung war wohl doch zu etwas gut.

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Re: Astronomieturm
from Sam on 12/06/2017 01:04 AM"Hey, der Astronomieturm ist meistens der beste Ort, wenn man mal von dem Trubel wegwill" Oder nachts nicht schlafen kann, fügte ich im Kopf hinzu. "Ich bin bestimmt nicht der Einzige, der schon auf die Idee gekommen ist.", entgegenete ich, ließ mich dann aber im nächsten Moment ohne zu Widerrede von ihr zum Fernrohr ziehen. Ich beäugte das Ding vor mir einmal kritisch, sah dann aber hindurch. Astronomie war eigentlich noch nie ein Fach gewesen, was mich besonders interessierte, und ich hatte bisher meilenweit einen Bogen um alles gemacht, was nicht als Pflicht galt, um das Fach zu bestehen. Trotzdem musste ich zugeben, dass ich wirklich ein wenig erstaunt von dem war, was ich durch das Fernrohr sehen konnte. Emmi hatte recht, es war wirklich eine schöne Nacht, und ich könnte es vielleicht sogar noch ein wenig mehr wertschätzen, wenn ich in Astronomie besser aufgepasst hätte. "Du hast Recht" Ich stellte mich wieder aufrecht hin und sah Emmi lächelnd an. "Da bereue ich ja fast schon, das Fach abgewählt zu haben" Aber nur fast, sonst müsste ich jetzt wahrscheinlich auch grade hier sitzen und Hausaufgaben machen.
Ich seufzte. "Jaaaa ..." Ich zog das Wort extra lang. Es war doch ziemlich unwahrscheinlich, dass ich sie anstecken würde. Oder vielleicht doch nicht, wenn sich das vom See noch einmal wiederholen würde ... Ich schüttelte den Gedanken ab und versuchte, nicht die ganze Zeit nervös das Gewicht von einem Bein auf das andere zu verlagern. Ob etwas anders war? Naja, offensichtlich schon, allerdings wusste ich nicht genau was. Wir hatten doch schon so viel zusammen unternommen und waren so gut befreundet, und so ein kleiner Kuss brachte uns beide komplett aus dem Konzept? Ich schüttelte sofort den Kopf, als sie fragte, ob mir das peinlich sei. "Nein, es ist nur ...", begann ich und suchte nach den richtigen Worten. Nervös fuhr ich mir mit einer Hand durch die Haare, stoppte aber mitten in der Bewegung, weil ich mir dieser Angewohnheit eigentlich abgewöhnen wollte. Bisher hatte es ganz gut geklappt, aber ich tat es trotzdem noch unbewusst, wenn ich nervös war. Ich ließ den Arm sinken und atmete tief ein. "Es ist mir nicht peinlich oder sonst irgendwas", fing ich schließlich nochmal an. "Ich - ... ich weiß nicht. Ich wusste nur nicht so recht, was ich ... davon halten sollte, weißt du. Weil ich da ja auch nicht ganz ... unbeteiligt war" Ich zuckte mit den Schultern und sah auf meine Füße. Ich war mir nicht ganz sicher, was sie von mir hören wollte, und ich hatte auch irgendwie Angst, dass ich mit nur einem einfachen Satz unsere Freundschaft kaputt machen könnte. Ich hob schließlich wieder den Kopf und sah ihr in die Augen, bevor ich vorsichtig sagte: "Ich wusste einfach nicht genau, was ich sagen sollte. Weil sowas ja schnell ... ziemlich kompliziert enden kann"

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Re: Astronomieturm
from Sam on 12/06/2017 12:11 AM"Auch wenn's das wahrscheinlich nicht besser macht, aber ich hab auch eigentlich nicht damit gerechnet, dass jetzt jemand hier ist" Und erst Recht nicht mit jemandem, den ich tatsächlich kenne. Und dann auch natürlich nicht mit Emmi. Ich meine, wie wahrscheinlich war es denn bitte, dass wir uns mitten in der Nacht zufällig auf dem Astronomieturm trafen wenn wir uns schon die letzten Wochen über kaum gesehen hatten?
Ich drehte mich ein wenig zu ihr, als sie sich neben mich an die Wand lehnte. Dann verdrehte ich die Augen. "Du hörst dich schon an wie meine Mum", beschwerte ich mich leicht und schüttelte den Kopf, räusperte mich aber leicht, weil ich das Gefühl hatte noch einmal Husten zu müssen. "Nichts was ein guter Kamillentee nicht wieder in Ordnung bringen kann", versicherte ich ihr und grinste leicht. Meine Mum hatte mir schon mindestens fünf Briefe geschickt, seit ich in einem erwähnt hatte, dass ich ein bisschen erkältet war. In jedem kam auch mindestens dreimal vor, dass ich mich sofort zum Krankenflügel bewegen sollte, allerdings konnte sie mich von Zuhause aus kaum zwingen. Emmi dagegen war hier und ich traute es ihr durchaus zu, dass sie mich ohne Gnade in den Krankenflügel zerren würde.
Ich nickte auf ihre Antwort hin nur und sah zu dem Fernrohr hinüber, an dem sie eben noch ihre Hausaufgaben gemacht hatte. Irgendwie war ich ja froh darüber, dass Emmi diese Stille offenbar genauso unangenehm war wie mir. Allerdings rutschte mir trotzdem fast das Herz in die Hose, als sie den Kuss erwähnte. Um das - und die Tatsache, dass ich schon wieder die Hitze in meinen Wangen spüren konnte - zu überspielen, nickte ich und fuhr mir durch die Haare. "Ähm, ja", antwortete ich, nicht ganz sicher, worauf sie hinaus wollte. Ich war eher der Typ Mensch, der um den heißen Brei herum redete, anstatt die Dinge direkt anzusprechen. Nicht die beste Eigenschaft, aber bisher war ich damit immer überall ganz gut durchgekommen.

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Re: Astronomieturm
from Sam on 12/05/2017 12:49 PMIch hob instinktiv die Hände schützend vor meinen Körper, obwohl mir das ja auch herzlich wenig gebracht hätte, falls sie wirklich einen Zauberspruch auf mich losgelassen hätte. "Sorry", erwiderte ich, musste aber ein wenig Grinsen, als ich die Tinte in ihrem Gesicht im Mondschein wahrnahm, die sie sich vor Schreck selbst ins Gesicht gemalt hatte. Ich zuckte mit den Schultern. "Ich wollte dich nicht erschrecken. Eigentlich hab ich viel eher nach einer Möglichkeit gesucht, die dich nicht so sehr erschreckt dass du gleich freiwillig vom Turm springst, aber... Naja" Ich hustete einmal demonstrativ. "Das war grade nicht im Bereich des Möglichen"
Ich senkte den Kopf und presste die Lippen zusammen. "Vielen Dank", erwiderte ich ironisch. Mir war klar, dass es albern war, lieber mit einer Erkältung herumlaufen als die Medikamente zu nehmen, aber ich würde jetzt sicherlich nicht klein bei geben. Ich wäre diese lästige Erkältung auch ohne irgendein Zeig aus dem Krankenflügel schon längst los gewesen, allerdings war ich Idiot natürlich trotzdem noch morgens in der Kälte joggen gegangen. Allerdings musste ich das ja niemandem unter die Nase reiben.
Ich sah mich ein wenig auf dem Turm um und versuchte nach irgendeinem Gesprächsthema zu suchen, weil mir die Stille irgendwie unangenehm war. Warum eigentlich? Das hatte ich Bei Emmi sonst nie gehabt. Mein Blick flog zu ihren Notizen. "Astronomie-Hausaufgaben?", fragte ich in die Stille. Etwas kreativeres war mir auf die Schnelle nicht eingefallen, dafür war es für meine Wenigkeit schon viel zu spät, und dafür dass ich eben schon ein bisschen geschlafen hatte war mein Gehirn trotzdem noch erstaunlich kommunikativ.

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Re: Astronomieturm
from Sam on 12/04/2017 12:14 AMKeine Ahnung was mich so spät noch auf den Astronomieturm führte. Eigentlich hatte ich auch schon längst versucht zu schlafen, aber da ich dank meiner Erkältung (die ich immer noch nicht ganz los war, da ich mich stets weigerte, die Tinkturen aus dem Krankenflügel zu trinken) immer noch gefühlt alle drei Stunden aufwachte und bereits eine halbe Stunde wach gelegen hatte, brauchte ich einfach ein wenig Beschäftigung. Und vielleicht auch einfach ein wenig frische Luft, um den Kopf frei zu bekommen. Also hatte ich mir meinen Umhang übergeworfen und ein bisschen Schokolade eingepackt, die meine Schwägerin mir vor ein paar Tagen per Post geschickt hatte. Meine Schritte waren auf der Wendeltreppe zum Turm kaum zu hören. Im Nachhinein wäre es vielleicht schlauer gewesen, mehr als nur meinen Umhang überzuziehen - immerhin war es jetzt noch kälter draußen und meine Erkältung hatte sich ja immernoch nicht verabschiedet -, aber dafür war es ja jetzt sowieso zu spät. Verstohlen schob ich mir ein Stück Schokolade in den Mund und sah mich um. Der Astronomierturm war eigentlich ein Ort, an dem man gut nachdenken konnte, weil man hier so gut wie nie jemanden traf. Merkwürdig, wenn man bedachte wie viele Schüler in diesem Schloss lebten und dass es auch mehrere gab, die ihre Astronomiehausaufgaben hier machen mussten. Vielleicht hatte ich aber bisher auch immer nur Glück gehabt, dass ich niemanden getroffen hatte, aber jetzt grade wunderte ich mich zumindest viel mehr darüber, dass ich tatsächlich nicht alleine war. Und wie es der Zufall wollte stand Emmi am Fernrohr und schien mich noch nicht bemerkt zu haben. Seit dem Tag, an dem wir zusammen im See gewesen waren hatte ich sie doch wirklich nicht mehr oft gesehen. Zumindest nicht mehr so oft wie sonst, immerhin waren wir im gleichen Haus und Jahrgang. Da wir aber auch beide krank gewesen waren, hatten wir auch seitdem nicht besonders viel miteinander gesprochen. Ich hatte sie zwar nicht gemieden oder mich anders ihr gegenüber verhalten, aber ich hatte im Hinterkopf immer noch diesen Kuss im Regen, zu dem keiner von uns bisher was gesagt hatte und über den ich manchmal insgeheim immernoch grübelte, wenn ich ehrlich war.
Ich räusperte mich leicht, damit sie nicht erschrak, allerdings endetete das zu meinem Leidwesen in einem röchelnden Husten. Großartig.

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Re: Fette Dame
from Sam on 10/03/2017 04:08 PM"Hey", währte ich mich und fuhr mir durch die Haare, nachdem sie meine komplette Frisur zerstört hatte. Okay, so viel müde gab ich mir auch nicht damit, aber jetzt standen alle Haare in den verschiedensten Richtungen ab und ich versuchte das zu retten, was noch einigermaßen zu retten war. "Meine Haare brauchen keinen Flow, die gefallen mir so wie sie sind." Ich verbrachte morgens nicht übermäßig Zeit damit, meine Haare so zu richten wie sie aussehen sollten, und ich hatte auch nicht vor, das in Zukunft irgendwie zu ändern.
"Wie wär's wenn du dir die Krawatte einfach um die Stirn bindest und auf das eine Ende das Passwort schreibst. Dann hast du das immer direkt griffbereit und direkt zwei Probleme aus der Welt geschafft" Ich ginste sie frech an und beäugte die Krawatte um ihren Hals. Ich selbst trug die Krawatte auch nur dann, wenn ich es wirklich musste und war froh, sie wieder ablegen zu können, aber ich fand es immer faszinierend, wie Emmi sie sich immer auf die verschiedensten Arten zuknotete.
"Vergiss es. Da musst du wohl bis zu deinem Geburtstag warten" Ich streckte ihr demonstrativ die Zunge raus. Ich wusste, wie sie Geheimnisse hasste, das hatte ich schon sehr früh gemerkt. Seitdem machte ich mir ab und zu einen Spaß daraus, ihr von so etwas zu berichten, damit sie sich über das Geheimnis ärgerte.
Ich versuchte mir Emmeline als Mutter vorzustellen und musste unwillkürlich grinsen. "Naja, wenn du irgendwann Kinder in die Welt setzt hoffe ich doch sehr dass sich bis dahin dein Gedächtnis verbessert.", neckte ich sie. "Sonst vergisst du nachher noch wann du die zuletzt gefüttert hast oder so." Natürlich war das nur ein Scherz, aber ich stellte es mir doch sehr lustig vor. Trotzdem wäre es wahrscheinlich besser, wenn sie den passenden Partner an ihrer Seite hatte, damit sie mit einem Kind nicht auf einmal alleine da stand. Das würde sie bestimmt irgendwann in den Wahnsinn treiben. Oder das Kind, je nachdem.
Ich ließ mich von ihr mitreißen und konnte zum Glück mit ihr Schritt halten, bevor ich der Nase lang hinfiel. "Vielleicht", erwiderte ich schulterzuckend. "Hast du mich denn genauso vermisst?", fragte ich, während ich neben ihr her ging und wir uns auf den Weg zum See machten.
(Alles klar. :) Dann ist der Thread hier jetzt frei. :))

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Re: Fette Dame
from Sam on 10/03/2017 12:25 AMIch runzle bei ihren Worten sofort demonstrativ die Stirn, grinse daraufhin aber wieder breit. "Dann bin ich nicht nur der größte Depp an der Schule, dann werden die anderen Schüler mich wahrscheinlich auch kopfüber vom Astronomieturm hängen lassen oder so. Dafür würden sie noch nicht einmal einen Grund brauchen", erwidere ich verschwörerisch. "Du könntest aber auch einfach versuchen mich so nicht zu verlieren, dann kann ich dir das Passwort auch sagen. Damit würdest du zum gleichen Ergebnis kommen, nur dass mir der öffentliche Spott erspart wird."
Ich verdrehte die Augen. "Ich bitte dich, sich das Passwort zum Gemeinschaftsraum zu merken ist schwer im Gegensatz zu deinem Geburtstag.", erwiderte ich leichthin. "Und außerdem wirst du zum Geburtstag ein volles Programm bekommen." Ich hatte schon angefangen zu planen, als ich die Karte von ihr zu meinem Geburtstag gesehen hatte. In meinem Kopf war ich schon alle möglichen Muggel-Feuerwerke durchgegangen, die ich vielleicht verzaubern konnte, um Emmi eine kleine Show zu bieten.
Ich ging hinter ihr her, als sie wieder auf dem Gemeinschaftsraum ging. "Babys sind eigentlich gar nicht so schlimm. Also solange sie nicht schreien oder sabbern ist alles noch ganz einfach." Dann werde ich ein wenig nachdenklich. "Keine Ahnung, ich kann mir schon vorstellen, irgendwann Kinder zu haben. Nicht in allzu naher Zukunft - ich meine, der Enkel-Druck liegt ja grade auf meinem Bruder und damit nicht so schnell auf mir. Aber irgendwann, ja, vielleicht." Ich zuckte mit den Schultern.
Ihren Vorschlag mit dem Boot fand ich garnicht mal so schlecht, deshalb nickte ich zustimmend. "Ich wäre dabei. Das könnte unsere letzte Gelegenheit dieses Jahr sein, bevor es zu kalt wird." Der Herbst stand mit seinen kalten Temperaturen ja schon vor der Tür, und das Wetter war alleine in den letzten Tagen schon deutlich vom Sommer zum Herbst gewechselt.
Ich klopfte mir mit der Hand ein paar Mal auf die Brust, um einen Herzschlag anzudeuten, und erwiderte ihr Lächeln. "Oh ja. Sehr sogar." Ich grinste, allerdings war das nicht mal gelogen. Hogwarts und meine ganzen Freunde hatten mir in den Ferien sowieso gefehlt, aber vorallem Emmis Art hatte ich vermisst. Ich konnte bei jedem Spruch, den ich mir selbst in der Gegewart meiner Familie verkneifen musste, ihre Stimme in meinem Ohr hören und war froh, jetzt wieder so unbeschwert mit ihr reden und lachen zu können.

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Re: Fette Dame
from Sam on 10/02/2017 10:43 PMIch verdrehte die Augen. Wenn das Passwort für den Gryffindorgemeinschaftsraum in die falschen Hände geriet, würden wahrscheinlich wirklich nur ein paar Hausaufgaben oder Schulbücher geklaut werden. Aber wenn jemand wirklich den Drang hatte, in einen anderen Gemeinschaftsraum hinein zu gelangen, dann fand dieser jemand auch einen Weg. Natürlich war es einfacher, so an das Passwort dran zu kommen als irgendwelche Erstklässler auszuquetschen, aber am Ende kam es ja doch zu dem gleichen Ergebnis. Ich zuckte mit den Schultern. "Du musst es ja nicht auf irgendetwas schreiben, dass du verlieren kannst. Oder du verzauberst einfach die Schrift, sodass nur du sie sehen kannst", schlug ich vor. Irgendeinen Weg gab es da ja immer. Trotzdem fügte ich hinzu: "Ich bin aber natürlich immer gerne zur Stelle, wenn du jemanden benötigst, der sich das Passwort merken kann." Ein Grinsen breitete sich auf meinem Gesicht aus, als sie versuchte sich irgendeine Eselsbrücke für das Passwort zu bilden. Ich konnte gar nicht sagen, wie ich selbst es mir merkte... mein Kopf hatte es anscheinend einfach als Wichtig! abgespeichert, sodass ich es nicht mehr vergaß.
Grinsend schüttelte ich wieder den Kopf. "Trotzdem danke. Nicht jeder riskiert es, für sowas beinahe den Zug zu verpassen.", sagte ich und wollte ihr durch das Porträtloch in den Gemeinschaftsraum folgen, blieb aber fast direkt wieder stehen, als sie sich wieder zu mir umdrehte. "Klar, warum nicht. Ich folge dir.", entgegnete ich schulterzuckend. Ich würde auch jegliche andere Tätigkeit dem vorziehen, was mich im Gemeinschaftsraum wohl erwarten würde. "Nicht unbedingt das Himmelbett an sich, eher das Durschlafen." Ich gähnte demonstrativ. "Ich war drei Wochen lang bei meinem Bruder und durfte jede Nacht um 4:23 Uhr mit dem Baby aufstehen." Mein Neffe war ja wirklich süß und ich würde ihn auf keinen Fall missen wollen, aber das frühe Aufstehen und das Windelnwechseln überließ ich dann liebend gerne seinen Eltern. Ich grinste Emmi an, als sie mir zuzwinkerte. "Und dich natürlich.", fügte ich hinzu.

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