Vergangenheitsplay » 6
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Denora
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 6
von Denora am 09.08.2018 00:19Das Xeno zurückruderte und seine Visionen als 'Träume' abstempelte nahm ich mit einem Nicken so hin, allerdings fragte ich mich trotzdem, was für Visionen das sein könnten, wenn er sie mir verschweigen wollte. Nicht, dass ich ihn deswegen verurteilte, immerhin kannten wir uns auch noch nicht sehr lange, aber ich hatte das Gefühl das mehr dahinter steckte. Vielleicht würde er mir mit einiger Zeit ja von selbst mehr darüber anvertrauen. Ich war nicht wirklich die Person, die neugierig nachfragte und ihr Gegenüber ausquetschte. Ich wartete lieber ab, bis die Person es mir von selbst erzählte. "Ach, das ist nicht verrückt", antwortete ich und nahm noch einen Schluck von meinem Tee. "Ich hatte auch schon Träume, die wie die Realität gewirkt haben. Ich bin sogar schon einmal an einem Morgen aufgewacht und habe eine geschlagene halbe Stunde nicht gewusst, wo ich überhaupt war, weil ich in meinem Traum irgendwohin gereist bin." Das war sogar tatsächlich eine wahre Geschichte. Mein Bruder hatte mich verwirrt auf dem Boden sitzend gefunden und mich angestarrt, als wäre ich ein Geist. Das ganze war allerdings schon einige Jahre her. Soweit ich mich erinnerte war ich zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal eingeschult worden.
Ich zwinkerte Xeno verschwörerisch zu. "Vielleicht ist das ja auch der Grund, warum Ihre Schüler die Küche in die Luft sprengen wollen, während meine brav ihre Hausaufgaben erledigen." Meine Tasse war mittlerweile leer, weshalb ich sie noch einmal füllte. Bis zum Unterricht war schließlich noch etwas Zeit, und außerdem genoss ich das Gespräch mit Xeno wirklich. "Obwohl Ihre Methode auch nicht schlecht ist. Wenn ich mehr Ahnung von magischen Kreaturen hätte würde ich wohl fragen, ob ich mir einen Ihrer Hippogreife ausleihen könnte, wenn mir die Ideen für die Strafarbeiten ausgehen. Aber da ich auf dem Gebiet absolut unerfahren bin würde ich meine Schüler dieser Gefahr auch nicht aussetzen." Ich wusste aus der Schule noch, wie schnell man einen Hippogreif beleidigen konnte. Eine falsche Bewegung und man konnte fast schon sein Leben an sich vorbei ziehen sehen.
"Den Tagespropheten kann man auch mit den weltbesten Artikeln nicht mehr retten", gab ich zurück und nippte an meinem Tee. "Ich glaube, dass genug andere Leute vernünftige Artikel auch dementsprechend anerkennen würden. Vielleicht ist eine neue Zeitung die dem Tagespropheten Konkurrenz macht ja die beste Lösung? Zumindest würde Ihnen dann auch niemand vorschreiben, was sie in ihren Artikeln schreiben dürfen und was nicht." Die Vorgaben beim Tagespropheten waren bestimmt eine ellenlange Liste. Da war es vermutlich ein Wunder, dass die Redakteure überhaupt noch etwas aufs Pergament brachten.
"Nun, Professor Lovegood, wie Sie sich bestimmt vorstellen können bin ich in meiner Kindheit sehr viel häufiger mit dem Krieg da draußen konfrontiert worden als andere Kinder meines Alters. Je früher wir die Kinder auf das Leben nach der Schule vorbereiten, desto besser. Sie werden der Dunkelheit da draußen nicht ewig aus dem Weg gehen können, so sehr wir sie auch versuchen zu beschützen." Mir graute es davor, eines Tages den Namen von einem meiner Schüler unter den Toten im Tagespropheten zu finden. Seit ich hier an der Schule arbeitete, hatte sich meine ganze Sichtweise verändert. Ich wollte nicht, dass meine Schüler nach ihrem Abschluss mit dieser Dunkelheit konfrontiert wurden, gegen die im Moment alle ankämpften. Und von der ich ein Teil war. Noch. Auch wenn ich vermutlich nicht allzu schnell einen Weg finden würde, der ganzen Sache zu entfliehen ...
Re: Vergangenheitsplay » 6
von Xeno am 08.08.2018 21:00Verquasselt.


Denora
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 6
von Denora am 08.08.2018 13:45Visionen? Ich runzelte die Stirn ein bisschen und setzte meine Tasse ab, als er davon sprach. "Was für Visionen?", hakte ich nach und schlug die Beine übereinander. Er hatte es schon in einem unserer vorherigen Gespräche beiläufig erwähnt, wenn ich mich recht erinnerte, aber ich hatte damals nicht weiter darüber nachgedacht. Jetzt horchte ich allerdings auf.
Als er von dem Versuch seiner Schüler erzählte, die Hauselfen zu befreien musste ich schmunzeln. "Mit Strafarbeiten", antwortete ich schlicht, fügte aber mit einem Grinsen hinzu: "Vorher würde ich sie aber wahrscheinlich noch bitten, mir meine Kekse mitzubringen. Aber danach würde ich ihnen vermutlich so lange Strafarbeiten aufbrummen, bis ihnen die ganze Aktion das nicht mehr wert ist." Ich hatte im letzten Jahr schon versucht, gut auf die Schüler einzureden, die Mist gebaut hatten. Allerdings hatte sich das als wirkungsvoll erwiesen. Außerdem hatte sich einer von ihnen einen Spaß daraus gemacht meine Tafelkreide zu verzaubern, sodass sie von selbst nur noch typische Schülersprüche an die Tafel bringen konnte. Nicht nötig zu erwähnen, dass meine Geduld mit diesem Schüler an diesem Punkt definitiv zuende war. Er hatte den ganzen restlichen Abend als Strafarbeit einen Satz an die Tafel schreiben müssen, der sich dann allerdings immer wieder ins nichts auflöste, bevor er den Punkt setzen konnte. Dieser Junge war mittlerweile einer der ruhigsten Kinder in meiner Klasse.
"Die Redakteure vom Tagespropheten würden auch selbst einen Aufstand anzetteln um einen guten Artikel schreiben zu können.", bemerkte ich und verdrehte die Augen. "Nun, es ist ja noch nicht zu spät. Wenn Sie die Artikel schreiben würden, hätte ich vermutlich sogar endlich einmal Freude daran, die Zeitung aufzuschlagen und zu lesen." Ich lächelte, allerdings zogen sich meine Mundwinkel leicht nach unten, als er von unseren 'Feinden' sprach. Vermutlich würde ich als einer von diesen gelten, wenn man diese näher definieren würde. Mein Nachname sprach auch eigentlich schon für sich, aber er wusste ja garnicht, dass meine Familie und ich den Todessern tatsächlich angehörten. "Wir können ihnen beibringen, sich selbst zu beschützen", entgegnete ich und presste die Lippen zusammen. "Wir können nicht jeden von ihnen beschützen, aber wir können sicher gehen, dass sie sich verteidigen können."
Re: Vergangenheitsplay » 6
von Xeno am 07.08.2018 09:07Ich fuhr mir durch die Haare, sie sahen jetzt mehr wie die eines verrückten Professors aus, ich war noch ziemlich durch den Wind, doch der Tee wirkte so langsam und so beschloss ich meiner guten Freundin und Kollegin von meinen Problemen zu erzählen. " Nun, eigentlich nichts...doch diese Visonen machen mich zu schaffen. Ich erinnere mich kaum an diese...nur Bilder...und Namen, ich startete tief durch.
" Und dann noch Verlarc und sein Freund...die stiften nur Unruhe...langsam kann ich das nicht mehr gutheissen. Wie würden Sie reagieren wenn ihre Lieblingsschüler die Küche der Hauaelfen anzünden wollen um alle Hauaelfen zu befreien. Klingt ja ganz nett aber ich glaube sie wollen nur einfach kokeln ", ich lachte leise.
Schliesslich beobachte ich wie sie den Keks wusste, sie gab mir gerade mehr Kraft als ich hätte aufwenden können, so nahm ich Fan doch einen Keks. " Ich komme auf Sie zurück was die Kekse angeht. Wenn die Jungs nicht vorher alles in die Luft jagen vorrausgesetzt!", ich grinste und knabberte an der Leckerei.
"Ich wollte eigentlich Redakteur werden, von echten Ereignissen berichten und keine Klatschpresse. Ich glaube, dass vieles erfunden ist. Sie machen Angst und Schrecken...um gute Menschen während die echten Täter da draussen rum rennen und weiter morden", sagte ich und lachte ironisch auf. "Hier scheint noch alles in Ordnung zu sein, die Schüler wahren sich in Sicherheit doch auch Ihnen scheint klar zu sein, dass es das nicht ist", ich seufzte.
" Ich bin mir sicher , dass unsere Feinde schon unter uns sind...doch wie sollen wir unsere Kinder schützen...".


Denora
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 6
von Denora am 07.08.2018 01:39Als ich mich zu ihm an mein Pult setzte, musterte ich ihn kurz von der Seite. Er sah müde aus. Vielleicht hatte er ja gestern Abend in den Gänden patrouilliert und hatte deshalb so wenig Schlaf bekommen. Allerdings wurde ich das Gefühl nicht los, dass ein anderer Grund dahinter steckte, als er seufzend an seinem Tee nippte.
"Ist gestern Abend irgendetwas geschehen?", fragte ich beiläufig und goss mir selbst etwas von seinem Tee in meine Tasse. Xenos machte immer den besten Tee, den man hier in Hogwarts bekommen konnte. Ich fragte mich, was wohl sein Geheimnis war. "Weil du so schlecht geschlafen hast, meine ich. Oder ist etwa Vollmond?" Es hieß doch, dass manche Menschen bei Vollmond an Schlafproblemen litten. Ich selbst hatte nie damit zu kämpfen gehabt, aber das hieß ja nicht gleich, dass es nicht bei anderen Personen auftreten konnte. Der Tee schien wahre Wunder am Morgen zu wirken. Ein Schluck und ich fühlte mich komplett von innen aufgewärmt.
"Ich will dich natürlich nicht zwingen, etwas zu essen - die Kekse werden bei mir auch garantiert nicht schlecht, das kann ich dir versprechen", antwortete ich grinsend und nahm mir auch einen. Eine der Hauselfen wusste, dass das meine Lieblingskekse waren und brachte mir immer frisch gebackene, wenn ich der Küche einen Besuch abstattete.
Seufzend folgte ich seinem Blick zum Tagespropheten. "Ich sollte auch langsam aufhören, diesen Mist zu lesen. Die Artikel sind entweder uninteressant oder so dramatisch ausgeschmückt, dass man schon am Wahrheitsgrad zweifeln muss" Ich verdrehte die Augen und drehte die Zeitung um, damit uns das Bild auf der Titelseite nicht mehr beobachten konnte. Irgendeine hochrangige Hexe aus dem Ministerium. Sogar auf dem Bild in der Zeitung sah sie unfreundlich aus, wie würde das dann wohl in Natura sein?
"Nichts interessantes, nein. Ich lese die Artikel auch nur, um wenigstens ein bisschen von der Außenwelt mitzukriegen ... manchmal habe ich das Gefühl dass da draußen weiß Merlin was passieren könnte, und wir würden absolut nichts mitbekommen, weil wir in dieser kleinen, sicheren Hogwarts-Blase leben", erzählte ich kopfschüttelnd.
Re: Vergangenheitsplay » 6
von Xeno am 06.08.2018 17:14Denora war ein Sonnenschein, sie strahlte so viel positive Energie aus, da spürt man sofort ein besseres Gefühl in der Seele aufkommen. Ich war wirklich froh jemanden jetzt zu sehen, jemand der meine Leidenschaft für einen guten Tee teilt, so lächelte ich , beobachtete wie sie die zwei Tassen holte und setzte mich schliesslich auf den Stuhl den sie daher zauberte. Ich schlug die Beine übereinander und nahm eine Tasse entgegen.
Ich dachte über die letzte Nacht nach- wiedermal und seufzte leicht, ich war so demotiviert wie schon lange nicht mehr, ich war doch eigentlich jemand mit einer abenteuerlustigen, optimistischen Ausstrahlung; auch seltsam; doch gut seltsam.
"Nein, ich habe noch nichts gegessen. .so schlecht geschlafen, ich bin froh wenn ich den Tee runter bekommen, sagte ich ehrlich und sah ihr zu wie sie uns etwas eingoss. Ich probierte& wie immer schmeckte er fantastisch .
" Ein guter Tee - der wird mich stärken. Du weisst immer was ich brauche Denora.
" Aber gut, ich probiere einen Keks. Wenn du extra die Küche besucht hast! ", ich blickte zu ihrer Zeitung " Oh den Tagesproheten lese ich nicht mehr. Die deprimiert mich nur. .und langweilen tut sie manchmal auch...oder steht da was spannendes drin?".


Denora
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 6
von Denora am 06.08.2018 13:33Besonders in den letzten Tagen war mir mit erschreckender Klarheit bewusst geworden, wie schnell mein erstes Schuljahr als Lehrerin vergangen war. Ich konnte mich noch an meinen ersten Tag hier erinnern, als wäre es gestern gewesen. Als ich das erste Mal vor meinen Schülern im Klassenraum gestanden hatte war mein einziger Wunsch gewesen, schnell wieder nach Hause zu können. Ursprünglich sollte ich ja nur 'verdeckt ermitteln', obwohl mir immer noch nicht ganz klar war inwiefern die Machenschaften von einfachen Schülern für die Todesser von Nutzen sein sollten.
Mittlerweile war ich freiwillig hier geblieben, weil mir das Unterrichten gefiel. Vielleicht konnte ich ja aus meinem Leben mehr machen als nur zu heiraten und als Hausfrau Zuhause zu bleiben, wie meine Eltern es von mir erwarteten. Meine Schüler waren mir ans Herz gewachsen und die Vielseitigkeit meiner Arbeit sorgten jeden Tag dafür, dass ich mich mehr auf den Unterricht freute. So viel Elan hatte ich selbst während meiner eigenen Schullaufbahn nicht gehabt.
Auch heute war ich wieder sehr viel früher im Klassenraum, als es eigentlich nötig wäre. Die Schüler waren grade wahrscheinlich allesamt noch beim Frühstück, während ich mir aus der Küche ein bisschen Brot und ein paar Kekse geholt hatte. So konnte ich vor dem Unterricht wenigstens einmal den Tagespropheten durchblättern.
Während ich meinen Stuhl ignorierte und mir stattdessen auf mein Pult setzte, öffnete ich die Zeitung. Meine Stirn legte sich automatisch in Falten, als ich ein paar Bekannte Namen in den Artikeln las. Ein paar der Missionen hatte ich mitbekommen, andere waren mir verschwiegen worden. Ich fragte mich, wieviel Vertrauen mir eigentlich wirklich geschenkt wurde.
Als ich das Klopfen vernahm, erwartete ich fast schon Nate durch die Tür spazieren zu sehen. In letzter Zeit war er öfter im Schloss herum spaziert und hatte mich aufgesucht. Als ich jedoch aufblickte und Xeno sah, breitete sich auf meinem Gesicht ein Lächeln aus. "Guten Morgen", begrüßte ich ihn und gab ihm mit einer Handbewegung zu verstehen, dass er gerne eintreten konnte. "Für eine Tasse Tee würde ich sogar den Unterricht später anfangen lassen", gab ich grinsend zurück und sprang von meinem Pult, um in meinen Schränken nach Tassen zu suchen.
Mit einem Schwung meines Zauberstabs schwebte ein weiterer Stuhl in Richtung meines Pults. Mit zwei Tassen in der Hand kehrte ich zum Tisch zurück und nahm die Zeitung von der Oberfläche, um sie wieder in meine Tasche zu stecken. "Warst du schon beim Frühstück?", fragte ich ihn, schob ihm den Teller mit den Keksen aber schon zu, ohne seine Antwort abzuwarten. "Ich hab' einen kleinen Abstecher in die Küche gemacht. Meine Zeitung liest sich manchmal besser, wenn ich nicht vor meinen ganzen Schülern am Frühstückstisch sitze."
Re: Vergangenheitsplay » 6
von Xeno am 06.08.2018 10:24Mei Kopf schmerzte, das waren lange Nächte gewesen, so viele Klausuren...Prüfungen und Aufsätze .musste ich lesen und korrigieren. Dazu der Brief von Sebastian...der junge Werwolf schämte sich für das was er war, dennoch machte er nur Ärger. Sein bester Freund Richard Madison Junior war in letzter Zeit auch öfters dabei- dieser Junge könnte sich erst recht keinen Ärger leisten.
Ich sass in meinem Büro und trank den Tee, das Frühstück liess ich heute ausfallen, bald musste ich zum Unterricht und ich fühlte mich kein3swegs vorbereitet.
Vielleicht lass ich den Schülern aus dem dritten Jahrgang etwas Zeit für sich. Von mir aus sollten sie in der Sonne sitzen und die Käfer zählen die sie sahen...dann werden wir eine Liste aufstellen von dem Bestand der Tiere...mir ist das entspannter und denen auch. Ausserdem lernten sie sogar noch etwas zu Tierschutz...oder so.
Ich erinnere mich dass ich noch mit Denora verabredet war, wir tranken des Öfteren einen Tee zusammen, sie war einer meiner liebsten Kollegen hier. Klug, hübsch und unterhaltsam. Was will ich also mehr. Ausserdem tat es vllt gut mal seine Sorgen loszuwerden. Wenn das so weiter geht mit Sebastian, meinem Ziehsohn...kann ich ihn Azkaban besuchen...und den Madison auch- wobei ich befürchte das sein Dad ihn vorher umbringt bevor der Name Madison verschmutzt wird.
Zu.indest sieht mein inneres Auge so Was öfters.
Auch andere Bilder spielen sich da ab, ich spreche selten drüber aber heute...sollte es vielleicht mal sein.
Also nahm ich meinen Tee, zauberte die Kanne so, dass sie mir folgte, nahm meine Tasche mit dem Unterrichtsmaterial und machte mich auf den Weg zu Denora. Vllt war sie schon im Klassenzimmer ? Ich ging hin, klopfte an und lächelte die schöne Dame an:" Guten Morgen...hast du noch eine Tasse Zeit für mich?".


Teagan
Gelöschter Benutzer
Re: Vergangenheitsplay » 6
von Teagan am 14.06.2018 13:18Re: Vergangenheitsplay » 6
von Merle am 10.06.2018 10:02Ich lächelte schwach. Ich wusste, dass sie nicht log. Ich wusste, wie es klang, wenn sie es tat. Immerhin war sie die meiste Zeit an meiner Seite gewesen, als ich aufgewachsen war.
Ich versuchte mich daran zu erinnern, aber da waren kaum Erinnerungen. Dad hatte ich noch seltener zu Gesicht bekommen als Mom. Die meiste Zeit hatte ich wirklich mit meinen Geschwistern und vor allem mit Teagan verbracht. Also schüttelte ich den Kopf. „Ich erinnere mich kaum noch an sie. Sie waren so selten da..." gestand ich leise. Ehrlich gesagt könnte man meinen, ich würde meine Geschwister beneiden, weil Mom und Dad mehr Zeit für sie gehabt hatten, als für mich. Aber das war nie ein Problem für mich gewesen. Ich war mit Teagan glücklich gewesen. Bis sie verschwanden und sich alle änderte. Natürlich hatte ich meine Eltern geliebt, weswegen ich auch so entsetzt gewesen war, als Tea sie einfach aufgab. Der einzige Trost damals war gewesen, dass ich bei Tea bleiben durfte, aber unser Verhältnis verschlechterte sich, nachdem sie unsere Eltern verriet, unsere anderen Geschwister sich von uns abwandten – auch Teas Schuld - und sie mich alleine ließ. Sie verbrachte nie Zeit mit mir und ich hatte manchmal das Gefühl, sie würde mich nicht einmal ansehen wollen. Isis meinte einmal, dass das so sein könnte, weil ich aussah wie Mom... Aber Tea sah ihr auch nicht unähnlich...
„Ich sehe es nicht." antwortete ich schließlich. „Ich glaubte nicht, dass Cas mich irgendwie besonders ansieht. Er sieht mich an, wie man seine beste Freundin eben ansieht..." fügte ich traurig hinzu und wollte mit den Schultern zucke, was allerdings nicht möglich war. Ich merkte, dass ich sie doch etwas um die Erinnerungen beneidete, wenn ich sie so Lächeln sah. An was sie wohl dachte? Da sie nicht traurig wirkte, war es wohl etwas positives. Das war ziemlich selten... glaubte ich zumindest, denn wie gesagt, ich verbrachte kaum noch Zeit mit meiner Schwester und wenn gifteten wir uns an.
Kurz war ich überrascht, als sie tatsächlich zu mir ins Bett gekrabbelt kam. Es war mir plötzlich auch egal, dass ich das bereuen würde und das ich unheimlich kindisch war. Als sie durch meine Haare fuhr, löste das einen angenehmen Schauer aus und ich kuschelte mich leicht an sie. Erst jetzt bemerkte ich, wie sehr ich das, wie sehr ich sie tatsächlich vermisst hatte. Zu der Castor Sache nickte ich, auch wenn ich es bezweifelte. Ihre restlichen Worte verwirrten meinen überarbeiteten, müden Verstand noch mehr. Ich konnte sie nicht einordnen. Und als ich eigentlich nachfragen wollte, kamen ganz andere Worte aus meinem Mund. Er schien einfach das aussprechen zu müssen, was ich fühlte und nicht das, was ich wollte. „Ich wünschte, es wäre alles wieder wie früher. Nicht nur, weil Mommy und Daddy dann wieder da wären, sondern vor allem, weil du dann wieder Teacup wärst und mich wirklich mögen würdest...." flüsterte ich, kurz bevor ich einschlief.
Was ich träumte wusste ich nicht genau, nur das Cas' Gesicht immer wieder auftauchte und mich ein seltsam unwohles Gefühl beschlich, wie eine böse Vorahnung, als würde etwas mit ihm nicht stimmen.
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